• #31
Schon beim Gedanken daran fühle ich mich beklemmt (nicht wertend gemeint, es sei anderen unbelassen, ganz subjektiv). Aber für mich wäre es ein unnötiger Zeitfresser Tag für Tag derartige Banalitäten und Formalia auszutauschen. Außerdem fände ich das nichtssagend und inhaltslos. Natürlich wünsche ich ihm eine gute Nacht, so wie ich jedem Menschen grundsätzlich eine gute Nacht wünsche. Aber ich muss ihm das doch nicht jeden Abend obligatorisch mitteilen..
Also, so belanglose Nachrichten wie "Guten Morgen", die würden mich auch langweilen. Würde ich selbst auch nie schreiben. Eine Freundin hat grad auch so einen Freund, der jeden Tag quasi das gleiche schreibt (Guten Morgen, wie gehts dir heute, Schlaf gut). Der ist auch langweilig in meinen Augen, also für mich wäre das ein Graus.
Andererseits sehe ich Nachrichten (SMS, Whatsapp etc.) schreiben per se nicht als Zeitfresser an, da die so schnell getippt sind, da braucht alles andere doch länger. Also das kam mir noch nie in den Sinn, eben, weil ich ja gern mit meinem Freund kommuniziere.
Läuft also alles wieder aufs passen hinaus. Passend machen klappt da meines Erachtens nie auf Dauer; mindestens einer ist dann unzufrieden, wenn die Bedürfnisse weit auseinanderliegen...
 
  • #32
Die Frage ist halt, ob wir trotzdem kompatibel sind und ob wir uns vielleicht auf eine Art Kompromiss einstellen könnten (jeder geht einen Schritt auf den anderen zu) oder ob diese Beziehung automatisch zum Scheitern verurteilt wäre, weil einer dauerhaft zurückstecken muss.
Das wäre nicht authentisch und ihr werdet beide genervt sein. Sich immer wieder zu fragen, bin ich zu aufdringlich? Oder bin ich zu ignorant? Ich habe eins gelernt. Wenn es schon am Anfang Bedenken gibt, die auch objektiv berechtigt sind, wird es später nicht besser. In meiner Beziehung bin ich mittlerweile reif für die Klapse.
 
  • #33
Andererseits sehe ich Nachrichten (SMS, Whatsapp etc.) schreiben per se nicht als Zeitfresser an, da die so schnell getippt sind, da braucht alles andere doch länger. Also das kam mir noch nie in den Sinn, eben, weil ich ja gern mit meinem Freund kommuniziere.
Läuft also alles wieder aufs passen hinaus. Passend machen klappt da meines Erachtens nie auf Dauer;
Ja, vielleicht nicht per se (klar schick ich auch mal was rum, wenns was lustiges oder erwähnenswertes ist), aber ich antworte zB beim Arbeiten nur sporadisch und finde zu viele Nachrichten, auf die ich antworten muss, lästig.

Zum Glück macht er sowas auch wirklich nicht wie oben beschrieben (wie gesagt, würde mich wirklich belasten), aber er meldet sich schon jeden Tag nach der Arbeit mit "Was gibts so Neues" usw.. manchmal gibts halt nichts, unspektakulär, ein langweiliges Gespräch.

Ist halt die Frage, ob die Bedürfnisse wirklich so weit auseinander liegen oder ob man sich arrangieren könnte (fraglich wie das gehen soll, feste Termine ausmachen fürs Melden fände ich furchtbar). Letztlich denk ich mir, man findet immer etwas, was einem nicht passt und wenn man ansonsten schon ein gutes Feeling hat, warum nicht probieren..
 
  • #34
Mein Exfreund hätte da hervorragend gepasst...meine ich nicht mal hämisch.
Mir war 0 Nachrichten und einmal telefonieren in der Woche zu wenig.
Und das über Jahre
Hat sich nie gut angefühlt und es passt nicht, wenn es sich auch nur für einen nicht gut anfühlt.
Letztendlich mag es für viele eine Kleinigkeit sein aber meist steht es für andere Charakter und andere Bedürfnisse.

Das gilt in beide Richtungen
 
  • #35
Ist halt die Frage, ob die Bedürfnisse wirklich so weit auseinander liegen
Ja, das kannst nur du wissen (oder er, also ihr gemeinsam), ob sich das annähert oder zu weit auseinander liegt. Manche schreiben ja am Anfang ganz viel und dann immer weniger; ob er da dazugehört, ist halt die Frage. Wenn alles andere total super passt, ist es ja schon einen Versuch wert. Nach meiner Erfahrung hängt das Schreibverhalten aber ganz häufig (nicht immer natürlich) eben auch mit dem Nähebedürfnis zusammen - war jedenfalls bei meinen Partnern immer so. Jemand, der ungern schreibt und dem 2-3 Tage ausreichen mit Kontakt, der ist auch so eher jemand, der viel Zeit für sich braucht und nicht ständig aufeinanderhängen möchte, dem Zusammenziehen schon nicht so wirklich gefällt oder der dann ganz viel Abende mit Abstand zum Partner braucht. Und der andere dann eben das Gegenteil und leidet dann darunter, dass der andere im quasi aus dem Weg geht. Und da wird es dann spätestens eng. Ich bin ein Nähemensch; ich schreibe gern, ich unternehme gern viel zusammen und habe mich nach dem Zusammenziehen damit auch total wohl gefühlt. Viel zu reden haben wir auch so, obwohl wir uns viel sehen. Wenn ich immer Abstand bräuchte, damit es überhaupt was zu erzählen gibt, würde mir das viel eher zu denken geben.
 
  • #36
Es geht nicht um Einschränkung der Freiheit, ich bin z.b. ein großer freiheitsliebender Mensch, was ich anderen Menschen auch gönne!
Du verwechselst einiges, es geht auch nicht darum, auf Teufel komm raus, es sind bestimmte Gefühle, wenn Liebe gefühlt wird, das hat auch mit Geduld nichts zu tun und erst recht nicht mit anleinen, du verwechselst einige Begriffe und mischt die extrem durcheinander!! Liebe ist frei von allem und möchte frei bleiben!
Freiheit definiert jeder anders. Und für mich fühlt es sich wie an die Leine legen an, wenn jemand von Beginn an starke Aufmerksamkeit von mir möchte. Hier sind wir aber bei einem eigenen Thema, dass sich nicht mit dem Thema hier vermischen sollte finde ich.
 
  • #37
Die Frage ist halt, ob wir trotzdem kompatibel sind und ob wir uns vielleicht auf eine Art Kompromiss einstellen könnten (jeder geht einen Schritt auf den anderen zu) oder ob diese Beziehung automatisch zum Scheitern verurteilt wäre, weil einer dauerhaft zurückstecken muss.
Liebe FS, ich fürchte leider, Letzteres…

Ich ticke haargenau wie Du und stimme auch Sommergold zu100% zu. Mittlerweile bin ich so genervt von all den klammernden, dauer-whatsappenden und Belanglosigkeiten über einen auskippenden Männern da draußen, dass ich das Leben ohne Partner vorziehe.

Was mich hier triggert, ist, dass die Extravertierten mit dem hohen Nähe- und Kommunikationsbedürfnis wieder mitteilen möchten, Du seist verkehrt, nicht „normal“, mit Dir sei etwas nicht in Ordnung oder es sei wohl nicht der richtige Mann für genug „Liebe“. Mit Dir ist gar nichts verkehrt. Mit ihm auch nicht, Ihr tickt einfach unterschiedlich.

Ich habe so einen Mann geheiratet und das war ein Fehler. Bin irgendwann regelrecht vor ihm geflüchtet und war nur noch genervt. Ging nicht gut. Übrigens hat das gar nichts mit Zusammenziehen zu tun. Dieses erleichtert eher noch die Sache, da man eben auch einfach mal nebeneinander her existiert und nicht dauernd in die Kommunikation gezwungen wird.

Ein dauerndes „Vermiss‘ Dich!“ wäre der baldige Tod meiner Gefühle. Furchtbar. Ich gestehe aber gerne anderen zu, ihre „Guten Morgen“, „Gute Nacht“-Rituale zu brauchen. Gesteht nur bitte auch uns zu, anders vom lieben Gott eingestellt worden zu sein.

Meine Prognose ist leider, dass Du bald genervt sein wirst und Deine Gefühle sich reduzieren werden. Wenn es in dieser Hinsicht nicht passt, passt es nicht. Beide leben dann in Unzufriedenheit und dauerndem Anpassungszwang, können nicht natürlich und authentisch sein. Leider gibt es nur extrem wenige Männer, die eine innige, verbindliche Verbindung suchen und das Dauergeplaudere nicht brauchen. Viel Erfolg beim Finden eines solchen!
 
  • #38
Jemand, der ungern schreibt und dem 2-3 Tage ausreichen mit Kontakt, der ist auch so eher jemand, der viel Zeit für sich braucht und nicht ständig aufeinanderhängen möchte, dem Zusammenziehen schon nicht so wirklich gefällt oder der dann ganz viel Abende mit Abstand zum Partner braucht.
So unterschiedlich sind Menschen, ich bin eher so wie Du beschreibst, gern für mich und mache meine Ding gern für mich allein; jedoch lagere ich meine Nähe gerade deshalb im Schreiben aus und drücke schriftlich meine Verbundenheit aus, also ich schreibe auch täglich, eben weil man sich nicht sieht und dass auch von mir priorisiert wird. Mir ist Nähe auch manchmal zuviel. Bei mir sagt das Schreibverhalten nichts über meinen Nähewunsch aus, für mich ist es gerade Abstand und Verbindung zugleich.
 
  • #39
Leider gibt es nur extrem wenige Männer, die eine innige, verbindliche Verbindung suchen und das Dauergeplaudere nicht brauchen. Viel Erfolg beim Finden eines solchen!
Seltsam!? Eigentlich gilt ja der weibliche Teil der Bevölkerung als der anhänglichere und mitteilungsbedürtigere.
Aber vielleicht liegt es an der Kombination:
Dauergeplauderer = Verbindlich.
Schweiger = Affäre?
Und umgekehrt sehr selten?
Wie auch immer, ich sehe mich hier als das sehr seltene Exemplar. Verbindlichkeit benötigt für mich nicht permanenten Kontakt und Austausch von Floskeln.
ErwinM, 52
 
  • #40
So unterschiedlich sind Menschen, ich bin eher so wie Du beschreibst, gern für mich und mache meine Ding gern für mich allein; jedoch lagere ich meine Nähe gerade deshalb im Schreiben aus und drücke schriftlich meine Verbundenheit aus, also ich schreibe auch täglich, eben weil man sich nicht sieht und dass auch von mir priorisiert wird. Mir ist Nähe auch manchmal zuviel. Bei mir sagt das Schreibverhalten nichts über meinen Nähewunsch aus, für mich ist es gerade Abstand und Verbindung zugleich.
Das gibt es sicher auch, daher meinte ich ja, dass das häufig so ist, aber eben nicht immer. Aber die FS hat ja oben auch schon geschrieben, dass sie auch beim Zusammen wohnen viel Freiraum bräuchte und dass sie bei zu viel Nähe genervt ist. Dann trifft es für sie wohl zu, dass das korreliert.
Ich möchte noch mal betonen, dass das nicht schlimm ist! Man braucht da einfach einen Partner, mit dem es passt, sonst macht es beide unglücklich oder den, der sich für den anderen verbiegt. Es gibt ja auch Leute, die leben lieber LAT, andere wollen zusammen ziehen; manche wollen offene Beziehungen, andere nicht - es ist einfach wichtig, dass man da auf Passung achtet. Wenn man einen Kompromiss eingehen will mit dem anderen, dann muss jeder die Wünsche des anderen respektieren und nicht im Stillen der Meinung sein, der andere wäre "falsch". Meine Tante und ihr Mann sind glücklich und finden jeweils das am anderen toll, was sie selbst nicht sind; allerdings geht es da um intro- und extrovertiert sein. Nähebedürfnisse in Einklang zu bringen ist nochmal schwieriger.
 
  • #41
Außerdem hab ich die Erfahrung gemacht (auch mit Freunden etc.), dass, je mehr Kontakt man hat, desto eher streitet man sich auch, einfach weil einem die Eigenheiten des anderen irgendwann auf den Keks gehen, einem der andere "zu viel" wird etc. Mir ist fast schon jeder Mensch, mit dem ich über einen längeren Zeitraum täglich Kontakt hatte, auf die Nerven gegangen und ich demjenigen mit Sicherheit auch. Ich möchte nicht, dass es bei ihm auch so wird. Außerdem hab ich auch wirklich nicht das Bedürfnis danach.
Du bist so, wie Du bist.

Aber kann es sein, dass Du Dich schwer abgrenzen kannst? Also bei täglichem Kontakt von anderen einfach mal klar zu sagen, Nein, ich will jetzt nicht. Ohne Rechtfertigungen.

Der eine steht zB mit dem falschen Fuß auf, der andere ist gestresst und mies gelaunt, man ist an dem Tag ungeduldig, irgendwas kommt von Außen, ein Wort jagt das nächste.. Ich finde einfach, wenn man sehr intensiven Kontakt hat, lernt man alle möglichen Facetten einer Persönlichkeit kennen, auch die Eigenheiten, die negativen Eigenschaften.. und ich glaube nicht, dass ich das so früh bei ihm will.
Ja, nur das macht doch nichts. Mein Mann hat auch mal schlechte Laune, das nehme ich so hin, solange er sie nicht an mir ausläßt.

Er hatte immer Beziehungen mit täglichem Kontakt zu seiner damaligen Freundin. Es scheint mir persönlich aber auch, dass das nicht unbedingt "gesunde" Beziehungen waren und beide stark abhängig voneinander waren. Teilweise sieht er das im Nachhinein auch so.
Für Dich scheint Nähe etwas sehr negatives zu sein.
 
  • #42
Ich sage meiner Tochter hallo, guten Morgen und gute Nacht, weil sie hier wohnt.
Einem Menschen, den ich liebe, und der nicht neben mir ist, schreibe ich es.
Was da dabei?
Natürlich banal, aber dann sind wohl alle Grüße banal, weil ja keinen hochwertigen Inhalt.

Soviel passiert sowieso im Alltag nicht, dass man wirklich relavantes zu berichten hat.

Ich verschicke Grüße,
Situationsphotos, stelle
mal eine Frage. Große Themen führe ich im persönlichen Gespräch. WhatsApp ist da nicht das Medium.
 
  • #43
Seltsam!? Eigentlich gilt ja der weibliche Teil der Bevölkerung als der anhänglichere und mitteilungsbedürtigere.
Stimmt. Ich halte das mittlerweile ebenso für eine urban legend wie das Vorurteil, dass Frauen immer zusammenziehen wollen. Ich wollte das noch nie sehr dringend, hab‘s trotzdem getan auf Wunsch des Mannes. Heute bekämen mich keine 10 Pferde mehr dazu. Ich habe ein sehr schönes, großes Haus in (für mich) traumhafter, halbländlicher Lage, da bleibe ich, man könnte sich gerne auf- und besuchen.

Ausnahmslos *alle* Männer, die ich in den letzten 10 Jahren kennengelernt habe, wollten (gerne sehr schnell) zusammenziehen (natürlich bei sich). Keine meiner Freundinnen in meinem Alter möchte das noch (wieder).
Vielleicht kehrt sich das auch einfach im Verlaufe des Lebensalters um (junge Frauen versus Frauen im mittleren Lebensalter), das ist möglich.

Übrigens ist dieses pseudo-lustige Fake-Faktum, dass Frauen soundsoviele Wörter am Tag sprechen und Männer deutlich weniger, längst widerlegt. Hat viele Jahre für Erheiterung bei Mario-Barth-Fans gesorgt. Tatsächlich ist es in etwa gleich.

w45
 
  • #44
Und für mich fühlt es sich wie an die Leine legen an, wenn jemand von Beginn an starke Aufmerksamkeit von mir möchte.
Was macht den Unterschied, wenn es nicht von Beginn beginnt, sondern irgendwann nach dem Beginn beginnt mit der starken Aufmerksamkeit?
Ich für mich bin überzeugt, wenn die Liebe nicht echt und nicht wahr im vollen Vertrauen gefühlt und gelebt wird, gibt es in allen Bereichen Probleme, auch in diesem Bereich!
 
  • #45
Ich habe seit ca. 3 Monaten Kontakt mit einem Mann, es geht tendenziell schon Richtung Beziehung, er gefällt mir und ich habe Gefühle für ihn.
Du hast Gefühle für ihn.
Zum Glück macht er sowas auch wirklich nicht wie oben beschrieben (wie gesagt, würde mich wirklich belasten), aber er meldet sich schon jeden Tag nach der Arbeit mit "Was gibts so Neues" usw.. manchmal gibts halt nichts, unspektakulär, ein langweiliges Gespräch.
Doch ein einziges Telefonat nach der Arbeit ist dir zu viel. Findet man nicht einen Menschen für den man Gefühle hat automatisch interessant? Das langweilt dich schon? Ich glaube eher, mit deinen Gefühlen für ihn ist es nicht so weit her.
 
  • #47
Was macht den Unterschied, wenn es nicht von Beginn beginnt, sondern irgendwann nach dem Beginn beginnt mit der starken Aufmerksamkeit?
Ich brauche sie nicht und initiiere sie daher auch nicht. Aber wenn mir eine Person wichtig ist, und sie braucht das, dann bin ich nunmal eher gewillt der anderen Person da entgegen zu kommen.

Für Leute die mir wichtig sind mache ich sogut wie alles. Und wenn der Partner es braucht mir von seinem Tag zu berichten, dann findet sich dafür eine Lösung. Telefonisch muss nun wirklich nicht ständig sein, aber er kann es mir gern schreiben und bekommt such eine Reaktion. Und wenn wirklich etwas wichtiges ist, dann stehe ich sowieso parat. Von mir aus auch nachts, telefonisch, persönlich, egal.
 
  • #49
Aber kann es sein, dass Du Dich schwer abgrenzen kannst? Also bei täglichem Kontakt von anderen einfach mal klar zu sagen, Nein, ich will jetzt nicht. Ohne Rechtfertigungen.
Ich denke situationsabhängig, aber ein nein ohne Rechtfertigungen verstehen meiner Erfahrung nach auch längst nicht alle bzw nehmen das zu persönlich
Ja, nur das macht doch nichts. Mein Mann hat auch mal schlechte Laune, das nehme ich so hin, solange er sie nicht an mir auslässt.
Ich weiß nicht, bei mir macht es was. Aber das sich nicht auslassen ist ganz wichtig, ich glaube, das ist der Punkt. Es pflegen längst nicht alle eine gesunde Streitkultur, das ist sehr vom Gegenüber abhängig, wenn der andere sehr unsachlich und unfair ist, wenig Kontrolle über seine Emotionen hat, dann reißt schnell der Geduldsfaden finde ich. Ich finde es sehr wichtig, dass man die Achtung nicht verliert, in einer Beziehung ganz besonders. Vielleicht beunruhigt mich die Möglichkeit einer solchen ausartenden Situation mit ihm
Für Dich scheint Nähe etwas sehr negatives zu sein.
Nicht Nähe an sich, nur zu viel und zu häufig Nähe. Ich finde einfach, dass das Gegenüber dadurch uninteressant wird und meine Gefühle abnehmen. Wenn ich darüber nachdenke, war's immer so. Einige hatten es schon bei sich beschrieben, ich empfinde es ganz genau so
 
  • #50
Du hast Gefühle für ihn.

Doch ein einziges Telefonat nach der Arbeit ist dir zu viel. Findet man nicht einen Menschen für den man Gefühle hat automatisch interessant? Das langweilt dich schon? Ich glaube eher, mit deinen Gefühlen für ihn ist es nicht so weit her.
Ich weiß nicht, ob es der richtige Weg ist, die Gefühle eines anderen zu bezweifeln, nur weil man sich so ein Verhalten im eigenen Kontext nicht vorstellen kann.

Das war schon immer so, auch bei 2 Exfreunden, die ich absolut geliebt hab. Der eine hat ua damit irgendwann die Beziehung zerstört, der andere war mir sehr ähnlich. Wir haben manchmal über Tage intensiven Kontakt gehabt und dann 2-4 Tage mal nicht, das war authentisch und hat sich richtig angefühlt.

Ich liebe ihn natürlich jetzt (noch) nicht, aber ich habe Gefühle für ihn. Durch den täglichen Kontakt merke ich aber, sie nehmen ab bzw negative Gefühle wie genervt sein, Überforderung usw keimen auf.

Ich hab jetzt für mich entschieden, erst noch mal bewusster mit ihm drüber zu sprechen und abzuschätzen, wie sein Verhalten dauerhaft ist und was er da für Vorstellungen in der Zukunft hätte.
 
  • #51
Die Menschen sind einfach verschieden. Wenn es nicht passt, passt es nicht. Ich hasse beispielsweise diese Geappe mit Nichtigkeiten. Manche Leute finden das ganz toll. Ich nicht.
Ich auch nicht. Das ist dann aus meiner Sicht die Befriedigung eines Nonsense-Kommunikationsbedürfnisses wie.der Bericht von der Länge der Schlange vor der Supermarktkasse oder dem Essen auf dem Teller.
Wer‘s braucht, sucht sich halt eine passende Partnerin. Ich bin mit Dauerkommunikation überfordert. In Präsenz übrigens genauso. Ich möchte auch mal einen Gedanken zu Ende denken können.
 
  • #52
Als ich meine jetzige Frau kennen lernte, schickte sie mir jeden Morgen ein Photo von der aktuellen Morgenstimmung von ihrem Morgenlauf.
Für mich das erste Lächeln des Tages. Das wurde zum Ritual.

Mag banal sein, ich freute mich.

M, 56
 
  • #53
Ich weiß nicht, ob es der richtige Weg ist, die Gefühle eines anderen zu bezweifeln, nur weil man sich so ein Verhalten im eigenen Kontext nicht vorstellen kann.
für die meisten Menschen ist es einfacher, ihr Unbehagen im anderen zu verorten (Verantwortung abgeben für sich ), anstatt bei sich zu bleiben und zu schauen, was das über einen selbst aussagt.

und selbiges solltest du tun. Du fühlst dich mit gewissen Dingen unwohl? Dann schau welches Bedürfnis du hier bei dir selbst missachtest und kommuniziere in seine Richtung, was du brauchst. Gleiches sollte er tun.

Menschen unterscheiden sich nicht in ihren Bedürfnissen, allerdings in den dazugehörigen Strategien zur Bedürfnisbefriedigung, die in der Summe ein Produkt von Prägung/Erfahrung sind.

Kompromisse einzugehen, würde bedeuten, dass keiner das bekommt, was er braucht - zumindest nicht im ausreichenden Maße. Was wiederum zur Frustration und Unzufriedenheit führen würde.

Wenn du jetzt „eine Etage höher“ gehst, und nach einem neuen Weg Ausschau hältst, der euch beiden gerecht wird, dann lässt sich der Konflikt durchaus aufheben.

Denn hinter seiner Texterei steckt sicherlich ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis, was dich in deinem Bedürfnis nach Autonomie irgendwann anfängt zu beschneiden.
Ich habe seit ca. 3 Monaten Kontakt mit einem Mann, es geht tendenziell schon Richtung Beziehung, er gefällt mir und ich habe Gefühle für ihn.
wie kann man sich das vorstellen „in Richtung Beziehung gehend“? Ihr habt bis dato also eine unverbindliche Affäre, oder existieren hier durchaus Rahmenbedingungen und er weiß von deinen Gefühlen, Tendenzen und Beziehungsabsichten Bescheid ?

was bräuchtest du denn, um dir bezüglich einer Beziehung mit ihm sicher sein zu können ?
 
  • #54
Denn hinter seiner Texterei steckt sicherlich ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis, was dich in deinem Bedürfnis nach Autonomie irgendwann anfängt zu beschneiden.
Ich glaube auch, dass er ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis hat. Ich habe ihm beispielsweise (schon mehrmals) gesagt, dass und was ich für ihn empfinde. Aber mir scheint, als ob ihm das allein nicht reicht, er selbst sagt mir immer wieder etwas in der Richtung. Ich persönlich finde, wenn man sich das so häufig sagt, verliert es an Bedeutung.

Außerdem mag ich es auch nicht, jeden Gedanken aussprechen zu müssen, ich würde mir wünschen, dass mein Partner mich auch mal wortlos versteht bzw. mein Verhalten zu deuten weiß. Aber das kann ich natürlich eher nicht von jemandem erwarten, den ich 3 Monate kenne, das ist mir schon klar. Allerdings wäre ich dauerhaft in so einer Beziehung unglücklich. Hierüber haben wir auch gesprochen; er scheint noch nie darüber nachgedacht zu haben und wurde dann etwas nachdenklich und sagte auch, dass man so einen Zustand eher nach längerer Zeit erreicht. Aber stimmte zu. Und ich halte ihn für empathisch genug, mich nach längerer Zeit einschätzen zu können und mein Verhalten richtig zu interpretieren, sodass er diese ständige wortreiche Bestätigung nicht braucht.

Aber ich habe auch das Gefühl, dass er es schon gerne mag und es für ihn normal ist, einfach in täglichem Kontakt zu sein, deshalb ist das wahrscheinlich mehr als reines Sicherheitsbedürfnis. So schätze ich ihn ein.

wie kann man sich das vorstellen „in Richtung Beziehung gehend“? Ihr habt bis dato also eine unverbindliche Affäre, oder existieren hier durchaus Rahmenbedingungen und er weiß von deinen Gefühlen, Tendenzen und Beziehungsabsichten Bescheid ?

was bräuchtest du denn, um dir bezüglich einer Beziehung mit ihm sicher sein zu können ?
Nicht direkt Affäre, aber auch keine Beziehung. Wir hatten beim ersten Date Sex, ich hatte eher keine Beziehungserwartungen bzw. denke ich beim ersten Treffen nicht so weit, er gefiel mir einfach. Wir haben dann nach ca. zwei Monaten festgestellt (er hat das Gespräch angestoßen), dass wir Gefühle füreinander entwickelt haben und uns gut verstehen, gerne Zeit verbringen, der Sex ist gut, es herrscht aktuell diese "Verliebtheitsstimmung/Anfangsphase" (auch wenn der ständige Kontakt mein Gefühl, wie gesagt, etwas trübt).

Um mir sicher sein zu können, bräuchte ich einfach Zeit, ich komme generell nicht sofort mit jemandem zusammen und möchte ihn einfach besser kennenlernen. Das sieht er übrigens nicht unähnlich, er lässt sich mit dieser offiziellen Verlautbarung, "man seie jetzt ein Paar", auch gern etwas Zeit. Ich finde 3 Monate wirklich noch etwas früh.

Ich danke euch allen bis hierher für eure Meinungen und Denkanstöße, vieles hat mir weitergeholfen.
 
  • #55
Sex am ersten Abend ist kein Problem. Ein Anruf pro Tag ist viel zu nah. Wie gut spürst du dich denn sonst in der Regel?
 
  • #56
Sex am ersten Abend ist kein Problem. Ein Anruf pro Tag ist viel zu nah. Wie gut spürst du dich denn sonst in der Regel?
Ich sehe für mich kein Problem, worauf willst du hinaus?
Was heißt der Sex war kein Problem, es war mein Gefühl und Bedürfnis und hat sich so ergeben an dem Abend. Und mein Wunsch nach etwas mehr Distanz ist auch mein Gefühl und Bedürfnis. Beides fühlt sich für mich richtig an. Man sollte nicht immer alles pathologisieren, weil man sich etwas für sich nicht vorstellen kann.
 
  • #57
Beides fühlt sich für mich richtig an. Man sollte nicht immer alles pathologisieren, weil man sich etwas für sich nicht vorstellen kann.
Du hast damit natürlich recht.
Mach das, womit es dir gut geht.
Für viele hat Sex auch was mit Nähe zu tun. Ich finde dein Nähe-Distanz-Empfinden überraschend. Sex am ersten Abend ist dir nicht zu nah, aber ein Telefonat pro Tag in der werdenden Beziehung ist dir zu nah oder zu viel.
 
  • #58
Hat das "Vermeiden von Konflikten" - ob mit Freunden oder in einer Beziehung damit zu tun, dass Du harmoniebedürftig bist? Es gibt Menschen, die sich zurückziehen sobald es stressig wird, weil sie die Anspannung nicht aushalten können und grundsätzlich Konfliktvermeiderer sind. Sie wollen nicht einmal über Konflikte nachdenken.
Ich habe grundsätzlich kein Problem mit belangloser Schreiberei, ich will den anderen an meinem Leben teilhaben lassen.Verstehe aber Menschen die auf sowas überhaupt keine Lust haben. Zwei, drei Tage gar keinen Kontakt zu haben wäre für mich jedoch fremd.

Es gibt verheiratete Menschen, die getrennt wohnen, weil sie es anders nicht können. Nach einem Streit geht eine/r zu sich nach Hause um zu verarbeiten und am nächsten Tag ist alles wieder gut.
Ich befürchte, dass der Mann hier den kürzeren ziehen wird. Am Ende ist er in deinen Augen ein anhänglicher, bedürftiger, kleiner Mann. Du hast ihn bereits jetzt schon so quasi "diagnostiziert".

Ich werde nicht verstehen, warum man ein etwas größeres Nähebedürfnis abwerten muss. Auf mich wirkst du berechnend. Du brauchst deine Ruhe und das ist OK, sich 2 Tage nicht zu melden. Und wenn du mal am dritten Tag Lust hast ihn zu sehen, dann meldest du dich bei ihm? Dann gibt's was zu berichten und es ist nicht belanglos? Die Liebe ist belanglos.Es gibt Menschen die generell schreibfreudig sind. Ob Lebenspartner oder andere Freunde. Manche "berichten" sich gegenseitig über den Alltag. Man ist doch nicht gleich deswegen bedürftig.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #59
Eine Beziehung, frei von Belanglosigkeiten und Alltag ist wie eine Geschäftsbeziehung. Man trifft sich nur dann, wenn etwas interessantes zu berichten gibt.
Man erlebt im Alltag auch schöne Sachen, die man mit dem Partner in dem Moment teilen möchte. Das ist authentisch und lebhaft. Zu denken , es wäre belanglos und interessiert meinen Partner nicht, weil er das für quatsch hält, wäre mir zu doof. Manchmal möchte man einfach die Stimme des anderen hören. Ohne als bedürftiger abgestempelt zu werden.
 
  • #60
man seie jetzt ein Paar", auch gern etwas Zeit. Ich finde 3 Monate wirklich noch etwas früh.
Ja, ja schon klar. Hier wird ja schon von sogenannten Anbahnungs- bzw. Kennenlernphasen berichtet, die bis zu 2 Jahren gehen sollen. Dagegen sind 3 Monate ein absoluter Turbogang.

Mein ( virtuelles) Mitleid hat er. Klingt schon so als würde er mit Dir ein wenig in der Luft hängen. Ob das nach 6 Monaten anders aussieht, da hätte ich so meine Zweifel.


Gedanken aussprechen zu müssen, ich würde mir wünschen, dass mein Partner mich auch mal wortlos versteht bzw. mein Verhalten zu deuten weiß
Wer sucht ihn nicht, den sogenannten Seelenverwandten? Nur wie soll dieses wortlose Verstehen ohne verbale Kommunikation, zumindest in der Anfangszeit bzw. auch später, zustande kommen? Ich persönlich glaube nicht an die sogenannte Seelenverwandtschaft, zumindest partnerschaftlich nicht. Die habe ich vielleicht mit meiner Schwester , die ich seit 55 Jahre kenne oder auch noch mit meiner Tochter, die haben Paare vielleicht, wenn sie jahrzehntelang zusammen sind, aber ansonsten schwierig.

Wir wissen nun nicht, was er täglich von sich gibt. Aber eigentlich kommuniziert man ja gerne mit dem Partner?. So wirklich begeistert klingst Du nicht.

Aber mir scheint, als ob ihm das allein nicht reicht, er selbst sagt mir immer wieder etwas in der Richtung
Ehrlich gesagt wundert mich das nicht. Mir tut er leid. Vielleicht wäre für ihn ein Ende mit Schrecken besser als ein Schrecken ohne Ende?
W,56
 
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