• #61
Außerdem mag ich es auch nicht, jeden Gedanken aussprechen zu müssen, ich würde mir wünschen, dass mein Partner mich auch mal wortlos versteht bzw. mein Verhalten zu deuten weiß. Aber das kann ich natürlich eher nicht von jemandem erwarten, den ich 3 Monate kenne, das ist mir schon klar.
Das halte ich für eine sehr gefährliche Einstellung. Mein Partner versteht mich recht gut nach sechs Jahren, manchmal auch nur mit einem Gesichtsausdruck, aber die sicherere Variante ist immer offene Kommunikation mit Reden. Das andere führt zu Missverständnissen. Ich denke, ganz viele Paare scheitern an der Vorstellung, der andere müsse einen wortlos verstehen. Du kannst ja nicht mal nachvollziehen, dass er viel Kontakt eben braucht, also ist dein Verständnis ihm gegenüber doch auch recht gering.
3 Monate ist für mich ein Zeitpunkt, an dem ich bereits sicher weiß, ob ich verliebt bin und eine Beziehung will. Weiß der andere das dann noch nicht, würde es auch da nicht passen und ich würde es beenden. Da gibt es auch verschiedene Typen, aber ich denke, es geht wohl der Mehrheit so, dass nach drei Monaten schon klar sein soll, wohin die Reise geht.
 
  • #62
Nein, das ist es nicht, ich bin "normal" harmoniebedürftig. Ich ziehe natürlich Harmonie dem Streit vor, also keine Dramaqueen, die sich in einer Beziehung ständiges Gefühlschaos wünscht. Eine Beziehung mit ständigen Streitereien wäre überhaupt nichts für mich, da würde mein Gefühl ihm gegenüber irgendwann verschwinden
Es gibt verheiratete Menschen, die getrennt wohnen, weil sie es anders nicht können. Nach einem Streit geht eine/r zu sich nach Hause um zu verarbeiten und am nächsten Tag ist alles wieder gut.
Fände ich erwägenswert, mit Kindern irgendwann wäre das für mich aber ausgeschlossen
Am Ende ist er in deinen Augen ein anhänglicher, bedürftiger, kleiner Mann. Du hast ihn bereits jetzt schon so quasi "diagnostiziert". Ich werde nicht verstehen, warum man ein etwas größeres Nähebedürfnis abwerten muss.
Keineswegs habe ich ihn als anhänglichen, bedürftigen Mann abgestempelt, denn dann wäre die Sache wirklich gegessen. Augenhöhe ist mir wichtig in einer Beziehung. Ich finde nur, in diesem PUNKT, in diesem konkreten Verhalten verhält er sich teils bedürftig und anhänglich klammernd, das heißt nicht, dass ich seine ganze Persönlichkeit so empfinde (sonst keine Beziehungserwägung). Und was heißt abwerten, es wirkt auf mich einfach so. Würde ich was anderes behaupten, wäre ich unehrlich, das ist ein subjektives Gefühl, andere Menschen würden das vielleicht ganz anders bewerten. Aber schließlich gehts ja um mein und sein Empfinden, denn zwischen uns bahnt sich die Beziehung an
Auf mich wirkst du berechnend. Du brauchst deine Ruhe und das ist OK, sich 2 Tage nicht zu melden. Und wenn du mal am dritten Tag Lust hast ihn zu sehen, dann meldest du dich bei ihm? Dann gibt's was zu berichten und es ist nicht belanglos?
Ab wann ist es berechnend? Nehmen wir an, du bist in einer Beziehung und ihr lebt in getrennten Wohnungen. Ihr habt euch jetzt 6 Tage hintereinander gesehen und am 7. Tag willst du einen Tag für dich, willst einen Spa-Tag machen, Freunde treffen, lesen, Sport, whatever.. hast also mehr Lust etwas anderes zu machen als ihn zu sehen. Ist das nicht berechnend? Wenn nein, warum? Gleiche Logik.. Ich finde das eher natürlich.
Im Idealfall stimmt man hier einfach überein, dann empfindet es auch niemand als berechnend. Nun haben wir diese Situation aber offensichtlich nicht, ich kann mich aber nicht dazu zwingen, jemanden ständig sehen oder hören zu wollen, ich würde mich damit nur selbst verarschen. Hätte ich keine Gefühle für ihn oder würde ich wissen, dass das im Nirgendwo enden wird, würde ich es, rein vernunftsmäßig, beenden..
Manchmal möchte man einfach die Stimme des anderen hören. .
MANCHMAL...
 
  • #63
Mein ( virtuelles) Mitleid hat er. Klingt schon so als würde er mit Dir ein wenig in der Luft hängen. Ob das nach 6 Monaten anders aussieht, da hätte ich so meine Zweifel.
Na ja, er ist ein Mann von 32 Jahren, damit in meinen Augen mündig und eigenverantwortlich und ich halte ihm kein Messer an die Kehle. Er kann jederzeit aus dieser Sache raus
Wer sucht ihn nicht, den sogenannten Seelenverwandten? Nur wie soll dieses wortlose Verstehen ohne verbale Kommunikation, zumindest in der Anfangszeit bzw. auch später, zustande kommen?
Seelenverwandt ist vielleicht zu viel (keine Telepathie etc.).

Diese nonverbale Kommunikation kann schon zustande kommen, wenn man einander gut kennt und empathisch ist. Das kann man natürlich längst nicht mit jedem haben. Ich sage ja nicht jetzt, aber später würde ich schon gewisse Ansätze davon haben wollen, ich würde nicht mit jemandem zusammenleben wollen, bei dem ich andauernd jeden Gedankengang aussprechen muss, weil er sonst keine Ahnung hat, wie ich denke und dem ich jeden Tag sagen muss, dass ich ihn liebe (grauenhaft!)
Wir wissen nun nicht, was er täglich von sich gibt. Aber eigentlich kommuniziert man ja gerne mit dem Partner?. So wirklich begeistert klingst Du nicht.
Ich bin in diesem Punkt nicht begeistert. Er sagt fast täglich so was wie "du fehlst mir, ich empfinde soundso für dich", wiederholt bestimmte Komplimente (die er mir wirklich schon inflationär gesagt hat), ich finde, das schmälert das Feeling
Ehrlich gesagt wundert mich das nicht. Mir tut er leid. Vielleicht wäre für ihn ein Ende mit Schrecken besser als ein Schrecken ohne Ende?
Er ist ja wie gesagt frei darin, das Ganze zu beenden, falls er feststellt, dass es nicht seinen Bedürfnissen entspricht, ich sehe ihn nicht als wehrloses, kleines Opfer, sondern als erwachsenen Menschen
 
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  • #64
Das halte ich für eine sehr gefährliche Einstellung. Mein Partner versteht mich recht gut nach sechs Jahren, manchmal auch nur mit einem Gesichtsausdruck, aber die sicherere Variante ist immer offene Kommunikation mit Reden. Das andere führt zu Missverständnissen.
"Manchmal nur mit einem Gesichtsausdruck", du sagst es ja selbst. Und wenn er dich da manchmal recht gut versteht, dann führt das ja bei euch offensichtlich auch weniger zu Missverständnissen. Mir ist natürlich klar, dass man das nicht mit jedem haben kann und dass das, wenn überhaupt, erst nach einiger Zeit kommt
Du kannst ja nicht mal nachvollziehen, dass er viel Kontakt eben braucht, also ist dein Verständnis ihm gegenüber doch auch recht gering.
Was heißt ich kann es nicht nachvollziehen, ich bin in diesem Punkt einfach anders. Das heißt nicht, dass ich sämtliches Verhalten von ihm nicht nachvollziehen kann
3 Monate ist für mich ein Zeitpunkt, an dem ich bereits sicher weiß, ob ich verliebt bin und eine Beziehung will. Weiß der andere das dann noch nicht, würde es auch da nicht passen und ich würde es beenden. Da gibt es auch verschiedene Typen, aber ich denke, es geht wohl der Mehrheit so, dass nach drei Monaten schon klar sein soll, wohin die Reise geht.
Das ist ja Ansichtssache, aber diesen Punkt sieht er ja zum Glück ziemlich ähnlich und ich habe nicht das Gefühl, dass es ihm nicht schnell genug geht und dass er hier unzufrieden ist
 
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  • #65
"Manchmal nur mit einem Gesichtsausdruck", du sagst es ja selbst. Und wenn er dich da manchmal recht gut versteht, dann führt das ja bei euch offensichtlich auch weniger zu Missverständnissen
Ja, aber eben erst, seit wir uns wirklich lange kennen, zusammen wohnen usw, nicht nach drei Monaten. Und sicherer ist wirkliche Kommunikation immer, also Sachen wirklich aussprechen, als darauf hoffen, dass ein Seelenverwandter einen auch so versteht. Also, ich finde die Idee grundsätzlich einfach gefährlich für Beziehungen, dass man denkt, der andere müsse einen dann ohne Worte nachvollziehen können. Denn das führt grad bei Frauen zu vielen Ärgernissen; typisches Klischee-Beispiel: Mann fragt, kann ich heut mit dem Kumpel was trinken, Frau denkt: er muss doch auch so wissen, dass ich das doof finde, weil wir heute Jahrestag haben (oder sowas) und sagt zwar Ja, meint aber Nein und erwartet, dass der andere das schnallt. Dann ergibt sich daraus Stress. Ich sage jetzt nicht, dass das bei dir so ist, aber die Erwartung, der andere müsse einen ohne Worte verstehen, die ist meiner Meinung nach unglücklich, weil daraus riesige Missverständnisse erwachsen können.
Das ist ja Ansichtssache, aber diesen Punkt sieht er ja zum Glück ziemlich ähnlich und ich habe nicht das Gefühl, dass es ihm nicht schnell genug geht und dass er hier unzufrieden ist
Dann ist das doch super, wenn es in der Hinsicht passt. Dann müsstet ihr also nur bei der Kommunikation auch einen Weg finden, der für beide gut ist.
 
  • #66
aber die Erwartung, der andere müsse einen ohne Worte verstehen, die ist meiner Meinung nach unglücklich, weil daraus riesige Missverständnisse erwachsen können.
Ja ich verstehe, überzogene Erwartungen darf man natürlich nicht haben (so wie du in dem Beispiel schreibst, würde ich mich niemals verhalten, aber mir ist klar, dass das nur ein Beispiel war). Ich glaube sowas ist auch wirklich sehr schwierig, wenn sich zB ein Konflikt anbahnt, da ist offene Kommunikation angebracht, anfangs (und auch über längere Zeit sicherlich) sowieso.

Aber ich kenne das zB auch von Freunden; da sind einige, mit denen man zwar befreundet ist, aber man ist nicht auf derselben Wellenlänge, man schätzt Handlungen falsch oder unterschiedlich ein, versteht die Person nicht, muss oft erklären was man meint usw. Und einige andere verstehen einen einfach manchmal wortlos. Vielleicht liegt das auch daran, dass man mit der zweiten Gruppe mehr Zeit verbringt, erste zu oberflächlich etc. Oder man denkt wirklich einfach grundverschieden. Aber so eine Beziehung wo man sich einfach gar nicht versteht, wäre wirklich nichts für mich..

Vielleicht hab ich übertriebene Vorstellungen und scheitere an meinen eigenen Idealen (die ich aber in der Vergangenheit schon real kennengelernt habe, evtl. idealisiere ich diese Beziehung zu sehr, ist schon mehrere Jahre her)
Dann ist das doch super, wenn es in der Hinsicht passt. Dann müsstet ihr also nur bei der Kommunikation auch einen Weg finden, der für beide gut ist.
Ja, wobei ich wirklich auch glaube, dass dieses Kontaktbedürfnis schon viel sagt und unser Nähe-Distanzempfinden da einfach unterschiedlich ist, so wie die Meinung der meisten hier im Forum. Ich fürchte einfach, dass ich deshalb irgendwann nichts mehr für ihn empfinde
 
  • #67
Für viele hat Sex auch was mit Nähe zu tun. Ich finde dein Nähe-Distanz-Empfinden überraschend.
Es existieren verschiedene Arten von Nähe. Du stehst einer guten Freundin anders nah, als deinen Eltern, oder gar einem Liebespartner.

Und sexuelle Intimität muss nicht zwingend mit einer romantischen Komponente einhergehen.

Ich habe ihm beispielsweise (schon mehrmals) gesagt, dass und was ich für ihn empfinde. Aber mir scheint, als ob ihm das allein nicht reicht, er selbst sagt mir immer wieder etwas in der Richtung. Ich persönlich finde, wenn man sich das so häufig sagt, verliert es an Bedeutung.
Um mir sicher sein zu können, bräuchte ich einfach Zeit, ich komme generell nicht sofort mit jemandem zusammen und möchte ihn einfach besser kennenlernen. Das sieht er übrigens nicht unähnlich, er lässt sich mit dieser offiziellen Verlautbarung, "man seie jetzt ein Paar", auch gern etwas Zeit.
Wie passt das zusammen ?

Ich denke, dass er ein sehr angepasster Mensch ist und dir etwas nach dem Mund redet, um dich nicht zu verlieren. Wäre er ein Mensch, der es gerne langsam angehen lässt, würden sich seine Worte mit seinen Taten decken.


Um mir sicher sein zu können, bräuchte ich einfach Zeit, ich komme generell nicht sofort mit jemandem zusammen und möchte ihn einfach besser kennenlernen
Sicher fühlen womit ?

Was man für einen Menschen empfindet, lässt sich ja nach diesem Zeitraum bereits sagen. Ob allerdings eine Beziehung ebenso funktionieren würde, müsste dann wiederum die Zeit zeigen.

Mir er scheint es so, als ob du versuchen würdest, eine gedankliche Vorwegnahme zu praktizieren, um einer möglichen Enttäuschung aus dem Weg zu gehen.
 
  • #68
Wie passt das zusammen ?

Ich denke, dass er ein sehr angepasster Mensch ist und dir etwas nach dem Mund redet, um dich nicht zu verlieren. Wäre er ein Mensch, der es gerne langsam angehen lässt, würden sich seine Worte mit seinen Taten decken.
Ich muss sagen, diese Befürchtung habe ich auch ein wenig. Andererseits vertritt er in vielen Hinsichten sehr straight seine Meinung und wartet nicht unbedingt mein Urteil ab, kommuniziert mir auch klar seine No-Go´s und sagte mir schon zu Beginn, dass er da anfangs nicht zum Überstürzen neigt (auch mit Beispielen aus seinen vergangenen Beziehungen). Ich weiß es also nicht genau, habe aber mittlerweile das Gefühl, dass er es schon gerne hätte.
Sicher fühlen womit ?

Was man für einen Menschen empfindet, lässt sich ja nach diesem Zeitraum bereits sagen. Ob allerdings eine Beziehung ebenso funktionieren würde, müsste dann wiederum die Zeit zeigen.
Wie soll ich sagen.. ich empfinde etwas für ihn, aber ich weiß nicht, ob er der Richtige für eine Beziehung mit mir ist. Natürlich könnte man dann einfach eine Beziehung eingehen und es rausfinden, aber andererseits könnte man warten und einander noch besser kennenlernen und warten bis man sich absolut sicher ist
Mir er scheint es so, als ob du versuchen würdest, eine gedankliche Vorwegnahme zu praktizieren, um einer möglichen Enttäuschung aus dem Weg zu gehen.
Das kann schon sein, wobei ich ihn auch nicht enttäuschen möchte.
 
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