• #1

"Neu-Bindungsangst"

Mich würde interessieren, welche Erfahrungen ihr mit Menschen habt, die nach einer schlimmen Enttäuschung (Betrug) durch den Expartner Angst haben, sich wieder auf jemanden neu einzulassen? Wie geht man mit dem Misstrauen und der Eifersucht von dieser Person um? Legt sich das mit der Zeit?

Soll man warten, bis derjenige den nächsten Schritt macht, oder ihm entgegenkommen?

Hat so eine Geschichte überhaupt eine Zukunft?

Danke für eure Meinungen!
 
  • #2
Das ist doch so allgemein nicht beantwortbar.
Wie jemand mit einer Enttäuschung umgeht, ist sehr individuell verschieden und von Persönlichkeit und Charakter abhängig.
Von sich nie wieder auf etwas einlassen können bis reflektieren, verarbeiten, und nicht in die Zukunft mitnehmen wird wohl alles drin sein.
 
  • #3
Hm ich denke, du bist eher an männlichen Antworten interessiert? Ich bin weiblich und war einmal in dieser Lage. Für mich war es damals sehr schwer, wieder zu vertrauen und ich habe einige Männer, die ich nach der einschneidenden Betrugs-Beziehung gedatet habe, "verschlissen", weil ich sehr panisch war.

Ich würde dir raten, eher mehr auf die Person zuzugehen; also nicht warten, bis sie den nächsten Schritt macht, sondern ruhig und bestimmt zeigen, dass du es ernst meinst. In manchen Schritten musste es mein Freund auch zigmal probieren und sehr viel Geduld haben. Das ist natürlich mühsam und andere, unbeschädigtere Frauen wären einfacher gewesen.

Für Männer aber könnte die "best practice" aber ganz anders aussehen!
Und dass es eine Zukunft hat, hoffe ich schon.
 
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  • #4
Wenn ich es richtig verstehe, hast du einen Mann kennengelernt, der von seiner Frau (oder von mehreren) betrogen wurde und nun mißtrauisch ist.
Ich fürchte, ganz vergessen wird er das nie.
Die ursprüngliche Leichtigkeit und Fröhlichkeit kommen wahrscheinlich nie mehr ganz zurück.

Wenn du es schaffst, dass er dir genau erzählt, was konkret vorgefallen ist und wie es ihm dabei ging, kannst du versuchen, Situationen zu vermeiden, die ihn an damals erinnern.
Wenn seine Frau also gerne mit Freundinnen in clubs gegangen ist und dort Männer angemacht hat, wird er sicher nicht entspannt sein, wenn du zu einem Freundinnenabend gehst. Erst recht nicht, wenn du verkündest, dass ihr gemeinsam ausgehen werdet.
Obwohl du nur da hin gehst, weil du Spaß mit den Freundinnen hast und gerne tanzt. Das wird er dir wohl eher nicht glauben.

Oder wenn sich im Nachhinein für ihn herausstellte, dass ihr sexuelles Desinteresse an ihm zeitlich mit dem Beginn ihrer Affaire zusammenfiel, werden bei ihm sicher die Sirenen angehen, wenn du mal keine Lust auf ihn hast.

Ich denke, je mehr du weißt, desto eher kannst du gegensteuern.

Wenn er aber wirklich sehr verbittert und mißtrauisch ist, würde ich mir überlegen, ob du es mit ihm versuchen willst.
Ihr seid noch nicht zusammen, oder?
Und du bist vielleicht auch noch nicht verliebtä?
Dann würde ich mir vielleicht doch lieber einen anderen Freund suchen.

Du fragst nach unseren persönlichen Erfahrungen.
Nun, mit Betrug und / oder Eifersucht habe ich weder aktiv noch passiv Erfahrungen, aber mit Vertrauen-haben und aus-allen-Wolken-fallen.
Seitdem das einmal und wirklich sehr schmerzhaft passiert ist, hatte ich nie wieder dieses grenzenlose Vertrauen.
Danach war nichts mehr wie vorher und es wirkt bis heute nach, obwohl es 30 Jahre her ist.
Natürlich bin ich nicht mehr so tief mißtrauisch wie kurz nach dem Vorfall, aber ich kann sagen, dass ich mich nicht wirklich beruhigt habe. Bei kleinen Vorkommnissen, die mich an damals erinnern, bekomme ich Angst.
Ich kontrolliere die Angst und mache keine Szenen, weil ich weiß, dass der jeweils aktuelle Partner nichts dafür kann, aber die Angst ist existent und bestimmt ganz sicher mein Denken, Fühlen und Handeln.
Bis ich sterbe. Ganz sicher.

w 48
 
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  • #5
Liebe Fs, daran muß der/die Betrogene, und nur er/sie, selbst, reflektiert und glaubhaft arbeiten.
Und bevor dieser Schritt nicht abgeschlossen ist, mach bitte einen weiten Bogen um ihn/sie.
Zahlreiche Post s hierzu in diesem Forum....
 
  • #6
Das kann sehr einengend sein. Mein Ex hatte schon grenzenloses Vertrauen zu mir, ich denke, er hat gemerkt, dass ich anders als seine Exfrau bin. Ergo musste er schon was verarbeitet haben, denn sonst spult so einer sicher sein Programm automatisch bei der nächsten Frau ab. Zwischen der Ex und mir lagen aber, ich glaube, 5 Beziehungsversuche seinerseits und ich könnte mir vorstellen, dass er darin auch schon was verarbeitet hatte.

Es kommt auch auf den Mann an sich an, wie besitzergreifend er sonst so ist und was er für sich als Mannsein definiert.
 
  • #7
Entweder man macht es oder man läßt es bleiben. Entweder oder.

Ich halte nicht viel von "laß es uns langsam angehen" oder "ich habe Bindungsangst." Angst nährt die Angst und wenn man nicht gleich etwas erreichen will, will man es dann überhaupt irgendwann und unter welchen Vorzeichen oder in besseren Zeiten ?

Warmhalten bringt nichts und "Bindungsangst" kann auch ein Vorbehalt sein, weil man insgeheim jemand andern (= besseren) sucht.
 
  • #8
Hallo mariga,

ich kann da keine persönlichen Erfahrungen beisteuern, bin aber der Meinung, dass eine Beziehung keine Zukunft hat, wenn jemand dermaßen gestört (im wahrsten Sinne des Wortes) aus einer Beziehung rauskommt, dass er da emotional bei einer neuen Begegnung so drin hängt, dass negative Erfahrungen auf einen neuen Menschen projeziert werden.

Dann ist diese Person in meinen Augen absolut noch nicht offen für eine neue Beziehung, auch wenn er sich wieder eine Beziehung wünscht.

Ich glaube nicht an "Bindungsangst", etc.pp. Für mich ist das immer eine Ausrede, um sich ein Türchen offen zu lassen, und den neuen Menschen mehr oder weniger warm zu halten (salopp gesprochen für den Fall, dass doch noch was "Besseres" um die Ecke kommt... das scheint per se so etwas wie eine Massenmentalität geworden zu sein, seitdem Partnerbörsen so in Mode gekommen sind) ODER aber die Person hat eben wirklich die vergangene Beziehung überhaupt noch nicht verarbeitet...

Ich wäre mir ehrlich gesagt für beides zu schade. Für die erste Version per se, aber auch für die zweite, denn ich finde es eine absolute Zumutung und eigentlich schon eine Unverschämtheit, quasi in Sippenhaft genommen zu werden als Frau, weil es mit der vorherigen Partnerin in der Beziehung nicht rund lief.

Ich habe dem neuen Partner ja nichts getan. Ich habe noch niemals einen Mann betrogen, belogen, verraten, ausgenutzt, etc. Wenn ich eine Beziehung eingehe, habe ich selbstverständlich wie die allermeisten Menschen, nichts Böses im Sinn mit diesem Menschen, im Gegenteil, und ich würde mir deshalb verbitten, mit irgendwelchen Verfehlungen der Ex(en) konfrontiert zu werden. Was soll das denn? Jeder von uns wird in seinem Leben sicherlich auch mal nicht so gute Erfahrungen mit einem anderen Menschen machen. Das gehört aber zum Leben und vor allem zum Erwachsenenleben und zum erwachsen werden dazu. Ein psychisch gesunder Mensch leckt seine Wunden, verarbeitet solche Erfahrungen und geht dann wieder offen und ohne Vorurteile auf einen neuen Menschen zu... ansonsten sollte man es in meinem Augen (erst mal) bleiben lassen.

Würde ausgerechnet mir, die ich mein Leben lang in Beziehungen treu wie Gold war, jemand mit Mißtrauen und Eifersucht begegnen, hätte sich für mich die Beziehungsbahnung bereits erledigt, und würde jedes kleine Gefühl in mir ersticken.

Wenn es so extrem ist, würde ich empfehlen: erst mal Finger von potentiellen Partnern und ggfs. Therapie machen...

Just my 2 cents...

Lieben Gruß
 
N

nachdenkliche

Gast
  • #9
Liebe Fs, daran muß der/die Betrogene, und nur er/sie, selbst, reflektiert und glaubhaft arbeiten.
Und bevor dieser Schritt nicht abgeschlossen ist, mach bitte einen weiten Bogen um ihn/sie.
Zahlreiche Post s hierzu in diesem Forum....
So ists, aber andersherum ist es mindestens genauso!
Ich selbst habe ähnlich wie @frei es hier schreibt, Erfahrungen mit Vertrauen und dann aus allen Wolken fallen.
Das hat mich jetzt so sehr geprägt, dass ich das, diese latente
Angst nicht mehr möchte.
Dieses Gefühl gehört für mich nicht mehr in eine gesunde Beziehung, fertig.
Wenn ich nicht so alt wäre, würde ich sagen, okay, das gibt sich, die Chancen für einen ehrlichen Mann sind noch da, wenn man davon ausgeht, dass es noch eine statistische Lebenszeit von ca. 30 Jahren für mich gibt.
Ich möchte mir sowas nie wieder antun. Ich brauche Sicherheit und ein gutes Gefühl..einfach ein gutes Gefühl,weil auch ich das geben kann in einer Beziehung.
Da bleibe ich besser alleine, eine Wackelbeziehung mit latenter Angst nur um zu zweit zu sein, kein Bedarf. Ich kann alleine sein.
 
  • #10
Liebe Fs, daran muß der/die Betrogene, und nur er/sie, selbst, reflektiert und glaubhaft arbeiten.
Und bevor dieser Schritt nicht abgeschlossen ist, mach bitte einen weiten Bogen um ihn/sie.
Zahlreiche Post s hierzu in diesem Forum....
Na, das ist doch wunderbar. Ich habe in diesem Forum nicht nur erfahren, dass ich als getrennt lebender Vater den geringsten Marktwert habe, nun senkt sich mein Marktwert auch noch durch die Tatsache, dass meine Ex ihren aktuellen Lebensgefährten immer getroffen hat, wenn ich auf Geschäftsreise (oder anderweitig abwesend) war. Ich wüsste nicht, was ich daran reflektieren kann. Zeit, schwul zu werden.
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Meiner Meinung nach kommt jeder Mensch mit einem Päckchen (z.B. Eifersucht), was er in seinem Leben tragen muss. Es gibt keinen 100% Mr. Right auf einem weißen Pferd, der Deine Wünsche hellsehen kann und nur dafür da ist, Dir das Leben zu versüßen. Und ich bin bereit, das Päckchen meiner Partnerin mit zu tragen.

Eine Form von Eifersucht ist irgendwo in jeder Beziehung vorhanden. Wäre keine Eifersucht da, würde ich auch nicht von einer Beziehung reden. Wie oben beschrieben, kann man proaktiv dagegen vorgehen. Man redet darüber und überlegt zusammen, was man in gegenseitigem Einverständnis machen kann. Im Normalfall ist dem/r ehemals Betrogenem/n dabei auch durchaus klar, dass es ein neuer Partner ist und dieselbe Geschichte sich nicht zwigend wiederholt. Wichtig ist es, das alte Muster zu erkennen (z.B. wie oben beschrieben der Frauenabend) und vor allem in der Anfangsphase zu durchbrechen (dann geht der Frauenabend eben leider nur bis 24 Uhr, Ausgehen fällt weg), bis man Abstand vom alten Muster hat. Im Verlauf der Zeit muss jeder einen Schritt auf den anderen zugehen. Das Tempo allerdings ist auch wieder in Absprache. Aber im besten Fall steht am Ende ein kompletter Frauenabend.

Wenn Du allerdings erwartest, in eine Beziehung mit all Deinen bisherigen Freiheiten reinzugehen, dann solltest Du von ehemals Betrogenen Abstand halten. Denn es gibt keinen Reputations-Freifahrtschein.
 
  • #11
Meiner Meinung nach kommt jeder Mensch mit einem Päckchen (z.B. Eifersucht), was er in seinem Leben tragen muss. Es gibt keinen 100% Mr. Right auf einem weißen Pferd, der Deine Wünsche hellsehen kann und nur dafür da ist, Dir das Leben zu versüßen. Und ich bin bereit, das Päckchen meiner Partnerin mit zu tragen.
Das ist mir viel zu stark simplifiziert, viel zu sehr schicksalsergeben, als ob man nicht an sich arbeiten könnte. Die Lebensthemen, die jeder von uns hat, sind aber im wesentlichen getrennt von einer Beziehung zu sehen, auch wenn sie natürlich Auswirkungen haben können.
Du brauchst nichts mittragen. Du mußt nur deine Partnerin selbst an sich arbeiten lassen. Ob ein Mensch 100% für einen anderen "richtig" ist, liegt ganz bestimmt nicht daran, wieviel Themen aus der Kindheit oder anderen Erfahrungen er aufzuarbeiten hat, was also seine Lebensaufgaben sind.
 
  • #12
meine Ex ihren aktuellen Lebensgefährten immer getroffen hat, wenn ich auf Geschäftsreise (oder anderweitig abwesend) war. Ich wüsste nicht, was ich daran reflektieren kann.
Du könntest z.B. überlegen, was DU falsch gemacht hast. In der Regel gehören zum Scheitern einer Beziehung immer 2 Personen. Vielleicht hat sich deine Frau mit einem anderen Mann getroffen, weil du ständig "abwesend" warst und sie sich einsam gefühlt hat?
@schneefee gebe ich Recht. Solange man nur die Schuld beim Anderen sucht, ist auch bei zukünftigen Beziehungen immer der Andere als potentieller "Täter" im Fokus.

und vor allem in der Anfangsphase zu durchbrechen (dann geht der Frauenabend eben leider nur bis 24 Uhr, Ausgehen fällt weg), bis man Abstand vom alten Muster hat. Das Tempo allerdings ist auch wieder in Absprache. Aber im besten Fall steht am Ende ein kompletter Frauenabend.

Jemanden betrügen kann man erst ab 24 Uhr? Tut mir Leid, aber solche Abkommen (immer ein Stündchen länger, wenn du brav warst) gehören für mich in die Teenagerzeit. Ich sehe da auch -ehrlich gesagt-, kein Potential Vertrauen aufzubauen.

Ich habe Verständnis dafür, dass jemand Angst hat, wieder so etwas zu erleben, aber ich denke, der Andere hat auch ein Recht auf ein eigenes Leben und nimmt man am Anfang zu viele Einschränkungen dem Partner zuliebe hin, kommt man aus dieser Falle nie wieder raus, oder?
 
  • #13
Soll man warten, bis derjenige den nächsten Schritt macht, oder ihm entgegenkommen?
Ab einem gewissen Alter tragen die meisten Menschen Verletzungen mit sich herum. Ich habe auch meine eigenen. Aus Erfahrung klappt es nicht, wenn man die Heilung der eigenen Verletzungen in stummer Hoffnung an den anderen delegiert ("bitte mach es wieder gut"). Man muss sich schon selber Gedanken machen, was einen denn noch ängstigt, was man sich wünscht, was ein besseres Szenario wäre als das Vergangene. Und muss das mitteilen. Ja, an guter Kommunikation führt wieder mal nichts vorbei.
Ich erwarte von einem Mann nicht, dass er keine Altlasten hat. Aber es muss so etwas wie Lösungsorientierung vorhanden sein und Selbstreflektion. Zum Beispiel, dass er realisiert, dass er nicht darum herum kommt, wieder Vertrauen zu fassen und Verletzungen zu riskieren, da es keine 100% Sicherheit gibt in der Liebe - für Männer wie Frauen. Und dass er andere auch verletzt, wenn er mit übertriebenen Selbstschutzmechanismen etwas Neues anfängt. Zu hoffen, dass ich nun die perfekte Frau bin und ohne Gebrauchsanleitung alles, was die böse Ex falsch gemacht hat, wieder gerade biege, das wäre eben kindlich, damit könnte ich nichts anfangen.
 
  • #14
@BaumFisch-Fahrrad: Das Wort "Bindungsangst" wird sehr inflationär gebraucht und tatsächlich manchmal vorgeschoben, für etwas, das mit Bindungsangst nichts zu tun hat.

Es gibt sie aber tatsächlich, die Bindungsangst und sie ist oft Teil einer anderen psychischen Störung. Rede mal mit einem Psychologen, der hat die Praxis voll mit solchen Leuten.

Beziehungen mit solchen ambivalenten Menschen, die so nach Bindung suchen und die Nähe letztlich nicht aushalten, leben ein recht qualvolles Leben, deren PartnerInnen aber leiden noch viel mehr.

Dem Bindungsängstlichen ist sein Verhalten vertraut, da er alle Beziehungen mit diesem Muster strickt. Der neue Partner hingegen, der ein allenfalls sicheres Bindungsmuster hat, geht von seinen Erfahrungen aus, die so ganz anders sind und fällt irgendwann aus allen Wolken und ganz tief, wenn der Bindungsängstliche seine Verbindlichkeit verliert und sich wortlos zurücknimmt und abtaucht. Und ja, er wird dann Ausschau nach etwas Besserem halten aber dieses nie enden wollende Muster ist seine Störung und er muss in einer Therapie hart lernen, das Muster zu durchbrechen und die Ambivalenz zu mindern.

Das Problem ist, der Bindungsängstliche hat keine Wahlfreiheit ob er eine Beziehung leben möchte oder nicht. Ein Mensch mit einer sicheren Bindung kann gut alleine leben und gut in einer Beziehung leben. Der Bindungsängstliche kann weder das eine noch das andere und verletzt mit seinem Verhalten viele Menschen. Das Problem ist, dass die Umgebung meistens viel mehr leidet als er selbst, denn er bestimmt den Beziehungstanz.
 
  • #15
Also ich kenne Menschen, welche sich nie wieder gebunden haben, ihr Vertrauen war komplett zerstört, diesen Leuten geht es als Single aber gut, sie brauchen keine Partnerschaft mehr.

Ich kann dies voll nachvollziehen, da ich ebenfalls sehr große Skepsis hätte, alleine schon die Beiträge hier im Forum sprechen nicht vom großen Glück in der Liebe, oder Liebesanbahnung, sondern vom Desaster und dies ist ein Querschnitt der Gesellschaft.

Wie erwähnt sind meist die Paare stabil zusammen, welche sich jung kennenlernen. Aber im reifen Alter wieder jemanden zu finden, wo es passt, ist die Nadel im Heuhaufen.

Viele verzichten gleich, weil sie sich einfach dem Datingstress, dem prüfen, testen, den Spielchen spielen, womöglich erst mal Sex und diesen ganzen Kram, nicht mehr antun wollen.
 
  • #16
Du könntest z.B. überlegen, was DU falsch gemacht hast. In der Regel gehören zum Scheitern einer Beziehung immer 2 Personen.
Ich mache es mal etwas plakativ. Mein Ex-Frau hat sich z.B. geweigert, den Sicherheitsgurt beim Autofahren anzulegen (sie stammt aus einem Land ohne Anschnallpflicht). Als ehemaliger Rettungssanitäter habe ich genügend Tote aus Fahrzeugen gezogen und ich denke, dass allen anderen Menschen eigentlich klar ist, dass der Gurt den Unterschied zwischen Leben und Tod macht. Dies war eines ihrer Päckchen und ich war bereit, es mit ihr zu tragen. Über Monate/Jahr hinweg habe ich sie bearbeitet, so dass sie heutzutage einen Gurt anschnallt. Ein größeres Päckchen war z.B., dass sie unser Baby anfangs auch erst nicht anschnallen wollte. Auch das habe ich geschafft, unser gemeinsamer Sohn wird von ihr angeschnallt, auch wenn sie mit ihrem neuen Lebensgefährten unterwegs ist. Aber der Weg dort hin war hart, mit viel Diskussion und Ärger verbunden. Und die ganze Zeit war ich der Böse. Ja, das ist meine Teilschuld an der Trennung. Schliesslich klappt es auch in ihrem Herkunftsland ohne Anschnallpflicht.

Die Vorgehensweise war dabei Schritt für Schritt. Ich habe sie gebeten, einen Schritt auf mich zu zukommen und den Gurt die ersten 5 Min umzuschnallen. Und das ist nichts anderes, als was ich vorgeschlagen habe mit dem Frauenabend. Ich bin kein Verhaltenstherapeut, aber so viel weiß ich: es geht Schritt für Schritt. Man arbeitet vorsichtig mit der anderen Person zusammen und setzt nicht die Pistole auf die Brust "So wie ich will oder Trennung". Und selbst wenn es eine Teenager Methode ist, was ist so schlimm daran? Es ist ein Schritt in die Richtung und falscher Stolz ist hier fehl am Platz.
 
  • #17
Für den Fall, dass es tatsächlich "nur" um NEU-BindungsANGST nach einer noch nicht ganz verarbeiteten Beziehungskatastrophe geht, musst du dir überlegen, ob es dir der Mann wert ist, ein paar Mühen mehr auf dich zu nehmen.

Es ist wichtig, dass du dir sicher bist, dass du mit dem Menschen zusammen sein willst.

Denn nur so kannst du ihm die Sicherheit geben, die er braucht, um seine Angst zu verlieren.

Wenn er komische Anwandlungen hat, weißt du woher sie kommen. Dann beziehst du die nicht auf dich, sondern gehst ganz souverän und gelassen damit um.

Mit der Zeit wird sich das legen und ihr könnt miteinander glücklich sein, sofern du nicht zufällig der gleich Typ Mensch bist wie die EX und sich deshalb eben doch alles wiederholt......
 
  • #18
Ich würde es so arrangieren, dass man sich (nackt) im Schneidersitz gegenüber sitzt und sich mit den Händen berührt. Am besten nach einem guten Essen und vielleicht gute Musik. Und dann fragen wegen der Angst und sagen, dass es nie eine Garantie gibt und dass du ihn nie verletzten möchtest und ihn sehr schätzt.

Menschen können auch sehr zärtlich miteinander umgehen, wenn sie nicht genau wissen, wo das hinführt.
 
  • #19
Dies war eines ihrer Päckchen und ich war bereit, es mit ihr zu tragen. Über Monate/Jahr hinweg habe ich sie bearbeitet, so dass sie heutzutage einen Gurt anschnallt.
Wie bitte? Monatelang bearbeiten? Ihr Päckchen?
Lieber FS, wovon sprichst du überhaupt. Anschnallen ist Pflicht, wenn nicht, gibts Strafe, und ohne Anschnallen fährt das Auto nicht. Das funktioniert schon bei 5 jährigen.
Ich bin fassungslos. Sich zum Selbstschutz an Gesetze zu halten ist doch kein Beziehungsthema!
Ich welchem Land gibt es keine Anschnallpflicht?
 
G

Ga_ui

Gast
  • #20
In deinem Fall: Die Person besser in Ruhe lassen. Ich glaube, da ist einfach keine gleichwertige Liebe, die du dir zurückwünscht.
Bzw. vielleicht schon Liebe, aber eher in Form von Kontrolle und Machtausübung, ergo auch mit Eifersucht und Misstrauen verbunden.

Ich bin auch schon heftig betrogen worden, trotzdem konnte ich wieder vertrauen. Deswegen meine ich, das gut unterscheiden zu können.

Gerade Eifersucht ist sehr komplex und ensteht aus mehreren Faktoren: Minderwertigkeitskomplexe, fehlendes Selbstbewusstsein/kein Selbstwert, schlechte Erfahrungen, fehlendes Vertrauen zu sich und der Welt, teilweise Erziehungsproblem, gefühlte Benachteiligung im Leben, sich selber auch ständig negativ sehen und schlecht reden, allgemeine Einstellung zum Leben und zu anderen Menschen.

Auch wenn die Person vielleicht lieb und nett und aufmerksam sein kann, ist das ein anstrengender und ungerechter Partner sein, der mit mir hart ins Gericht geht, wenn du z.B. einfach nur mal ausgehen magst. Das schürt dann sofort wieder die Eifersucht, weil die Person dich nicht da hat, wo sie dich hin haben möchte.
 
  • #21
Beziehungen mit solchen ambivalenten Menschen, die so nach Bindung suchen und die Nähe letztlich nicht aushalten, leben ein recht qualvolles Leben, deren PartnerInnen aber leiden noch viel mehr.

Wunderschön von dir zusammengefasst. Glaube so etwas mache ich auch aktuell durch. Von Wolke 7 fast durchweg die ganzen Monate, innerhalb von 2 Tagen Wohnungsschlüssel austauschen.

Kernaussage: es liegt nicht an dir, es ist so wie ich mir das ganze schon immer gewünscht habe. Von heute auf morgen habe ich gar keine Gefühle mehr für dich. Lass uns die Schlüssel austauschen.

Hintergrund: Meine Freundin wurde von Ihrem Mann betrogen. Lese die ganze Zeit in diversen Foren um das ganze zu verarbeiten und zu verstehen.

Ich habe das Gefühl, dass die Eifersucht und das Misstrauen sich nicht gelegt haben, sondern nur mir zu liebe unterdrückt wurden.
Dies habe ich aber nicht realisiert.

Am Vorabend bin ich nicht zu Ihr gefahren, da ich müde war und nicht mehr nach 22:30 Uhr fahren wollte. Wir haben telefoniert.

Am nächsten Tag war sie seltsam distanziert und erzählte zwischen vielen Sätzen etwas von verkorkster Kindheit, und nicht Beziehungsfähig.
Am nächsten Tag war ich bei Ihr und Sie hat sich von mir getrennt.

Ich bin aus allen Wolken gefallen. Vor allem weil Sie auch z.T. verletzend reagiert hat.

Ich würde Dir raten, die Situation mit einem Profi zu besprechen und den Partner dahin mitzunehmen.

LG
 
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