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  • #1

Neue Beziehung nur noch in getrennter Wohnung sinnvoll ?

Hallo Leute,

mit meinen 45+ Jahren habe ich, wie die meisten anderen sicherlich auch, in der einen oder anderen Beziehung gelebt.

Bisher haben sich diese Beziehungen bei mir mit mehr der weniger Trauer und anderen Unannehmlichkeiten nach unterschiedlich langer Zeit, aus Gründen die das Leben schreibt aufgelöst.

Auch zukünftig möchte ich nicht ohne Gesprächspartnerin und was man sonst noch alles gerne zusammen macht wenn man sich gut versteht.

Soweit sgut. Nur habe ich langsam keine Lust mehr alle 2 bis 15 Jahre umzuziehen, die Dinge die man doppelt hat zu entsorgen und dann wieder alles neu zu kaufen. Auch wohne ich gerne hier wo ich wohne. Und ich denke die eine oder andere Frau wird auch ihr Wohnumfeld lieb gewonnen haben und dies nicht unbedingt alle paar Jahre ändern wollen.
Was haltet ihr von der Variante, dass beide Seiten ihre Whnungen oder Häuser behalten ? Und mann mal inder einen Wohnung/Haus wohnt und mal in der Anderen Wohnung/Haus wohnt.

Oder man trifft sich nur am Wochenende ? Oder wie seht ihr das ?

Wie weit verbreitet sind solche Wohnformen ?

Habt ihr Erfahrungen damit ?

Ist solch eine Form eher für eine langfristig stabile monogame (serielle Monogamie) Beziehung geeignet ?
Ich könnte mir vorstellen, dass dadurch das man sich nicht ständig auf der Pelle hängt die Sehnsucht nach dem anderen erhalten bleibt.

Mich würde auch interessieren ob die Meinung zu solch einer Wohnform von mÄnnern und Fraunen unterschiedlich gesehen wird.

Gruß
m45+
 
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  • #2
Für mich käme nichts anderes in Frage.

w 46
 
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  • #3
Ich (w) habe noch nicht die 30 erreicht, doch mich beschleichen genau diese Gedanken, ich bin nicht mehr ohne weiteres bereit meinen Haushalt aufzulösen. Eine Wohnung hier in exklusiver Lage und mit fairem Preis zu finden war ein unheimliches Glück für mich. So einiges durfte ich nach der letzten Trennung und gemeisamen Haushalt wieder komplett neu anschaffen, es dauert, es nervt, man lebt aus Kartons und fängt quasi wieder bei 0 an.
Es ist eine sehr angenehme Situation, dass jeder sein gewohntes Umfeld behält und auch einen Rückzugsort hat. Wenn es finanziell drin ist, sehe ich es als absolut erstrebenswert an diesen Luxus aufrecht zu erhalten. Wie schön ist es doch, wenn sich beide Wohnungen oder Häuser ergänzen: eine zentral und eine in ruhigerer Lage, am See oder am Meer, so ist es bei uns.
Ich bin nicht mehr bereit für eine "sehen wir mal was passiert"-Beziehung Hals über Kopf zusammen zu ziehen. Entweder fest und verbindlich (Ehe) oder jeder bleibt getrennt wohnen und das ist dann auch besser so.
 
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  • #4
Ich habe zwei Beziehungen »mit eigenen Wohnungen« gelebt und genossen. Auseinander gingen sie aus anderen Gründen.

Von einem gewissen Alter an hat man ganz automatisch sein persönliches Umfeld, Freunde, Gewohnheiten, es ist dann schwer, dieses aufzugeben, ratsam ist es auch nicht wirklich. Zumal nie sicher ist, ob dieses »Aufgeben« ein endgültiges sein wird. Wir haben das in der einen Beziehung so gelöst, dass wir abwechselnd an den WE zum einen oder anderen gefahren sind. Von Freitagnachmittag bis Montagfrüh. Die Entfernung betrug 1 ½ Std. mit dem ICE, das war also machbar. War ich bei ihm, richtete er alles aus, wir besuchten seine Freunde vor Ort, gingen dort ins Theater oder Konzert. Am WE darauf fand das dann ganz ähnlich bei mir statt.

In der zweiten Beziehung war es etwas schwieriger: die Entfernung betrug 5 ICE-Stunden und wir sahen uns nur jedes zweite WE. Meist bei ihm, da er in einem Haus mit Garten wohnte und es einfach schade gewesen wäre, das nicht zu nutzen. Hierdurch bekam alles nach ein paar Jahren »Schlagseite«, um das mal locker auszudrücken.

Nun würde ich mich nur noch auf einen Mann einlassen, der im erreichbaren Umfeld wohnt. Gerne wieder getrennt, aber mit der Möglichkeit, sich auch mal während der Woche, ganz spontan, zu treffen. Unverändert finde ich es wichtig, dass jede/r sein Zuhause behält, in das er/sie sich bei Bedarf zurück ziehen kann. Es hat auch den Vorteil, dass beide Partner ihre »Arbeitszeit« in ihrem eigenen Umfeld verbringen, die »Freizeit« dagegen teilen. w
 
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  • #5
Hallo FS,
ich kann mir das sehr gut vorstellen und halte es für eine sinnvole Alternative.
Natürlich ist es auf Dauer teurer und aufwändiger und es Bedarf mehr Absprachen.
Gerade im Hinblick auf das gemeinsame Altwerden ist es dann wieder eine neue Herausforderung....W49
 
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  • #6
Lieber M

man nennt es im Soziologen-Sprech "multilokales Wohnen in Lebenspartnerschaft".
Es gibt aber nur wenige die das praktizieren.

Jeder muss sich beim anderen zu Hause fühlen dürfen.
Als Besuchsgast funktioniert es nie !
 
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  • #7
Nach einer gescheiterten Ehe und einer gescheiterten langjährigen Beziehung kann ich mir zwar eine neue Partnerschaft vorstellen, aber nicht mit einem Mann wieder zusammen zu leben.

Ich bin für getrennte Haushalte. Wie Du, möchte ich nicht ständig neu anfangen. Auch wenn man zu Beginn immer denkt - das ist jetzt für immer. Die Erfahrung hat mich etwas anderes gelehrt. Meiner Meinung nach gibt es nur Lebensabschnittsgefährten. Und der Lebensabschnitt ist nun mal zeitlich begrenzt. Ist zwar schade - aber meine Erfahrung.

Man muss das auch nur positiv sehen: Es gibt keinen Rosenkrieg bei einer Trennung ......
 
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  • #8
Hallo FS,
Ja, das ist für mich die einzig noch machbare Form in einer Beziehung zu leben, aus denselben Gründen wie du. Und wenn es für beide kein Problem ist, sind die Beziehungen nicht mehr oder weniger haltbar als andere auch. Aber man hat viele Probleme weniger wenn es doch auseinander geht.
W33
 
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  • #9
Deine Gründe kann ich mehr oder weniger verstehen, zumindestens nachvollziehen.
Letztendlich entscheidet die persönliche Lebenssituation.
Mein Onkel, der seine Frau an den Brustkrebs verlor, blieb mit 3 Kindern im Haus bis diese erwachsen waren und zum Studieren auszogen ( 13 Jahre lang) .
Nach 3 Jahren Trauerarbeit verliebte er sich in eine geschiedene Frau, die ebenfalls mit 3 Kindern in ihrem Haus wohnte.
Die beiden blieben nun 10 Jahre räumlich und im Alltag getrennt. Wobei Wochenenden /Urlaube / Familienfeste zunehmend zusammen stattfanden.
Von außen betrachtet, was es das beste was sie für sich und ihre Kinder ( die sich am Anfang 0 freuten über die jeweils anderen 3 und den neuen Partner ) tun konnten.
Sie sind nun nach 10 Jahren immer noch wie frisch verliebt, jeder akzeptiert mittlerweile ihre Partnerschaft ( auch die 6 Kinder).
Vielleicht wollen sie dann im Alter in ein Haus ziehen und das andere verkaufen, oder einem der Kinder geben.

Wer aber so wie ich in München zur Miete wohnt und zum Partner im Zweifelsfall eine Stunde öffentlich unterwegs ist, hat keine derartigen Bedürfnisse. Ich bin nach 10 Monaten mit fliegenden Fahnen ins gemeinsame Heim wegen folgenden Gründen:
- mehr Kontakt zum Partner ( wegen vieler Arbeit vorher nur max 3 mal die Woche gesehen)
- weniger verlorene Pendelzeit
- endlich alle wichtigen Dinge an einem Ort ( vorher hat man je nach Wetterlage/ Aktivität, dann doch was zu Hause, was man beim anderen gebraucht hätte)
- die Wohnung ist für uns gemeinsam günstiger als die beiden einzelnen Wohnungen
- sparen von Telefon/ Internet/ GEZ was sonst alles doppelt war, ebenso Lebensmittel werden effektiver genutzt
- das Gefühl zusammen zu gehören ist stärker
- jederzeit ein Rückzugsraum da ( in der Wohnung) beim anderen ist man irgendwie als Besucher " geparkt" gewesen. Empfand ich viel anstrengender.

Also wenn dir das finanziell möglich und seelisch wichtig ist, alleine zu wohnen, dann rate ich dir zu einer Frau mit Kind, die alleine wohnen, aber einen Partner will, oder einer zu einer Frau mit Eigentum. Eine eher mittellose Frau, die ev. auch noch Kinder will, kannst du mit derartigen Ideen nur vor den Kopf stoßen.
Die will schließlich von dir in eine für sie idealere Situation gebracht werden.

Viel Glück
und bleib ehrlich bei den ersten Gesprächen über Zukunftswünsche , dann könnte es gut klappen
 
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  • #10
Hallo FS,
wahrscheinlich rennst du nicht nur bei mir offene Türen ein. Ich habe zwar noch keine Erfahrung mit getrennten Wohnungen bzw. Häusern gemacht, würde diese Form des Wohnens aber bevorzugen.
Die Männer in meinem Alter, die ich kenne, mit Haus, ziehen aber Frauen vor, die bei ihnen "unterkriechen", am besten ohne Möbel - weil ja schon alles da ist - und auch weiter kein Umrand entsteht, keine Fahrerei usw. - und die Frauen gibt es auch!
w 50
 
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  • #11
Hallo FS,

mir (w,46) geht es genauso. Es liegen nun drei längere Beziehungen hinter mir und ich merke, dass ich nicht mehr zusammenziehen möchte.

Auch weil ich eine Eigentumswhg habe, die optimal ruhig mitten in einer mittelgrossen Stadt liegt und ich alles mit dem Fahrrad machen kann incl. zur Arbeit fahren.

Die letzte Beziehung ist aus diesem Grund auseinander gegangen, weil er wollte, dass ich meine Whg vermiete, um mit ihm auf dem Land zu leben. Wollte ich aber nicht.

Ich find, dass eine Partnerschaft interessanter bleibt, wenn man sich auch mal wieder zurückziehen kann und sich nicht ständig sieht. Aber dafür müssen sich eben zwei finden, die das als Vorteil und nicht Nachteil sehen.

Jeder hat sich seine Whg so eingerichtet wie es ihm gefällt. Prima. Miteinander braucht es doch eine Menge Kompromisse.

Also da ich eher eine Frau bin, die Freiraum braucht und Zeit für sich, wird es für mich erst mal keine andere Lösung mehr geben. Schließe aber nicht aus, wenn es passt dann nach etlichen Jahren doch zusammenzuziehen, da muss aber schon viel passen.
 
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  • #12
Für mich gibt es als Partnerschaft nur das Leben in einem gemeinsamen Haushalt - alles andere ist Affäre. Letzteres ist auch ok, muss man nur zur Kenntnis nehmen, dass es so ist.

Getrennt wohnen heisst für mich, der Mann ist genauso wichtig, wie alle anderen sozialen Kontakte, d.h. ich treffe mich nicht an jedem Wochenende mit ihm, sondern nur ungefähr jedes 5., weil es eben noch andere gibt. Durch eine Beziehung mit erheblicher Distanz lasse ich nicht alle anderen Kontakte in die 2. Reihe treten. Dann wäre ich diejenige, die wieder bei Null anfängt, wenn die Beziehung scheitert. Das mache ich nicht mit.
w, 50
 
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  • #13
Wenn Du keine Beziehung kannst, die hält und schon davon ausgehst, dass etwas, dass Du anfängst schon bald beendet ist, dann ist die Frage, ob Du überhaupt Beziehung willst, die auf Dauer sein soll. Wenn Du aber mit einer Frau wirklich zusammensein willst, auf Dauer, nicht nur zum Reden, dann ist nach meinem Verstänxnis die Frage nicht, ob Du immer allein wohnen sollst, sondern wie Du dazu kommst, eine Beziehung zu haben und zu führen, die hält.

Willst bzw. kannst Du nur kurze Beziehungen, macht zusammmenziehen aus meiner Sicht für Dich nicht so viel Sinn, weil der "Ertrag" bei einer z. B. zweijährigen Beziehung zu gering ist, um dafür zusammenzuziehen. Wenn Du dieser Meinung auch bist, dann sehe ich es als richtig, der Frau zu sagen, dass Du davon ausgehst, dass Beziehung mit Dir nicht hält. Die andere Variante, zu sagen, dass Du nicht weißt, ob Beziehung mit Dir hält oder nicht hält und Du deshalb nicht zusammenziehen willst, bewerte ich als kein Interesse an echter Beziehung bzw. kein Interesse oder nicht die Fähigkeit, das zu haben bzw. wieder oder erstmals haben zu wollen, was man für ein Zusammensein, das hält, braucht.

Zeitbeziehungen, erst recht, wenn sie so kurz sind, dass sie nur z.B. zwei Jahre dauern und damit für mich nicht ein Zusammensein heißen, und Zusammenziehen passen nach meinem Verständnis nicht gut zusammen, weder wenn man in eine Wohnung oder ein Haus zieht, worin einer der Zwei schon wohnt noch wenn es ein drittes Haus oder eine dritte Wohnung wäre.
 
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  • #14
Aktuell:
Ich (m/48) habe eine Eigenheim, meine „neue“ Partnerin (46) eine Eigentumswohnung unweit
Jeder hat sein/ihr eigenes Reich. Hätte es mir auch nicht vorstellen können, da ich immer das Zusammenwohnen mit meinen Exen kannte, aber es einfach optimal. Meine Freundin sieht es auch so. Wir machen uns auch unseren Spaß daraus. „Zu mir oder zu dir?“. Am Wochenende gehen wir zusammen einkaufen, unter der Woche jeder für sich. Wir treffen uns aber (fast) jeden Abend und kochen zusammen. Unsere Leidenschaft! Selbstverständlich ist es eine ganz „normale“ Beziehung mit Exklusivität und Treue. Am Wochenende verbringen wir möglichst viel Zeit. Und wenn ich mal Arbeiten muss, so kann sie sich prima alleine beschäftigen. OPTi ;)) Was die Zukunft bringt, halten wir uns offen. Ich meine damit vielleicht irgendwann einmal was Gemeinsames aufbauen.
FS, wenn du eine jüngere Frau suchst die einen Kinderwunsch hat, dann dürfte es nicht funktionieren. Oder die eine Vollzeitbeziehung mit allem drum und dran braucht.
Wie ist dein Beuteschema? Davon hängt es ab!
m
 
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  • #15
Lieber FS!
Für mich käme es nicht in Frage. Ich möchte mit meinem Freund so viel wie möglich zusammensein.
Außerdem möchte ich noch kinder in die Welt setzen und gerne auch heiraten. Das macht alles nur Sinn wenn man fest zusammen wohnt. Außerdem bin ich leider auch Eifersüchtig und hätte Angst er geht Fremd, ich kann ihn ja nicht ständig dann sehen. Viellleicht wäre ja eine AE etwas für dich. Die sind aber durch die Kinder immer sehr Ortsgebunden.
Alles Gute!
w_36
 
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  • #16
Hallo,

besten Dank für eure Antworten.

Ihr habt mich in meiiner Ansicht bestärkt das es garnicht so abwägig ist eine Beziehung zu führen und in getrennten Wohnungen zu wohnen.

Ehrlich gesagt hatte ich vermutet wenig Gegenliebe bei diesem Gedankenmodell zu erhalten.

Ich sehe dieses Modell als gute Alternative dafür an sich auf keine Beziehungen mehr ein zu lassen. Und wer weiss. Wenn man entgegen aller Erfahrungen nach zehn Jahren noch immer froh und glücklich zusammen ist kann man ja eine der Wohnungen oder Häuser an die Kinder oder verkaufen.

Oder man baut sich ein Reihenhaus oder ähnlich.

PS. In einer separaten Frage im Forum habe ich übrigens zur Diskussion gestellt welche Entfernung zwischen den Wohnungen bei einer Getrenntwohnbeziehung die ideale ist.

Gruß
m45+
Fragesteller
 
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  • #17
Lieber FS,

ich bin 60 und für mich käme nur noch getrenntes wohnen in Betracht, aus all den Gründen die du bereits nanntest. Nur ein einziges Mal habe ich es nach meiner Scheidung gewagt mit einem Mann zusammen zu ziehen - nach 9 Monaten bin ich wieder ausgezogen und habe kräftiges Lehrgeld dafür bezahlt. Neue Wohnung suchen, neuen Job, Umzug 2x finanzieren (hin und wieder zurück in meine alte Heimat), Möbel neu kaufen - Schmerz überwinden! Nein danke, der Preis für derartige Experimente ist einfach zu hoch und man überwindet den damit verbundenen Stress mit zunehmendem Alter weniger gut.
Es gäbe aus meiner Sicht nur einen einzigen Grund um zusammen zu ziehen: du möchtest noch Kinder in die Welt setzen. Für ein gesundes Gedeihen benötigen sie beide Eltern unter einem Dach. Andernfalls wären sie hin und her gerissen und wüßten gar nicht wo ihr eigentliches Zuhause ist.
Darum bleibe bei deiner Bauchentscheidung, sie ist intuitiv die richtige.
 
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  • #18
Getrennt wohnen ist für mich wie nach Geschlechter getrennte Schulklassen, nur das man sich beim getrennten Wohnen selbst beschneidet.
 
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  • #19
Tja, mein Mann war auch immer der Meinung, dass es nur bei getrennten Wohnungen für ihn geht, Partnerschaft zu leben. Als er mich kennen gelernt hat, war es für ihn ziemlich schnell Thema, zusammen zu sehen. Komisch, oder? Da war er übrigens 49.
Für uns beide ist es ein wunderbares Gefühl, nach Hause zu kommen und zu wissen, da ist jemand, der auf dich wartet, sich für dich interessiert, den gemeinen Alltag mit dir teilt.. Etwas, das wir beide nicht missen wollen.
Dass wir nicht das Gefühl haben, den anderen einzuengen trotz der Nähe im Haus liegt vermutlich an unserer Persönlichkeit. Wir wissen beide, dass wir ganz gut alleins ein können, wenn uns danach ist, hat auch jeder von uns seinen Rückzugsort, an den er gehen kann, ohne sich bei dem anderen rechtfertigen zu müssen.
Aber letztendlich muss doch jeder für sich entscheiden, wie er seine Partnerschaft leben will. Ich persönlich hätte dabei immer das Gefühl, nur einen "Schönwetterpartner" zu haben, den es eigentlich nicht interessiert auch für mich da zu sein, wenn es mir schlecht geht.
w/48 mit Mann 51
 
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  • #20
Genauso wenig intellektuelle und emotionale Qualität hat für mich die Gedankenwelt der Fragestellung. Daher drängt sich der Vergleich auf: "Beziehung" "in getrennter Wohnung", wie im Titel formuliert, ist wie Schreiben ohne Beachtung der Rechtschreibung.

Mit ausreichender intellektueller und emotionaler Qualität ist es nicht so schwierig, nach einer nicht erfolgreichen Beziehung eine erfolgreiche Beziehung mit Freude zu führen und dabei nicht auf alleine wohnen auszuweichen.

Von welchem "Mangel" zeugt es aber erst, zu glauben, Intellektualität habe irgend etwas mit Emotionalität zu tun - erst recht mit dessen "Qualitäten"?! Intellektualität ist quasi das Gegenteil von Emotionalität! Jeder halbwegs lebenserfahrene Mensch weiß, dass sehr intellektuelle Menschen gerade besonders häufig große emotionale und zwischenmenschliche Defizite haben.
Eine glückliche Beziehung zu führen, setzt jedenfalls ganz sicher keine besonderen intellektuellen Fähigkeiten voraus! Beziehungen scheitern massenhaft, quer durch alle Bildungs- und sozialen Schichten. Das war zu allen Zeiten so, nur werden heute unglückliche Beziehungen viel häufiger aufgelöst, während man früher in ihnen geblieben ist.

Die Überlegungen des mittvierziger FS's, der ja bereits einige, z.T. auch längere Beziehungen gelebt hat, folgen seinen Lebens- und Beziehungserfahrungen - für mich gut nachvollziehbar. Ich finde es eher dumm und kann nicht nachvollziehen, wenn Menschen ü30, ü40 und älter, immer wieder dasselbe machen, d.h. immer wieder zusammenziehen, heiraten, auch wenn dieses Modell in ihrem Leben schon mehrfach gescheitert ist. Diese Menschen lernen offenbar überhaupt nicht aus ihren Erfahrungen! Es ist doch klüger, dann irgend wann zu sagen: 'Ich möchte nicht immer wieder bei Null anfangen!' Es ist nun mal, ganz realistisch, ein erheblicher finanzieller und Kräfteaufwand, der zur emotionalen Trennungsverarbeitung jedes Mal noch dazukommt und den sich auch nicht jeder leisten kann, bzw. der auch Verschwendung darstellt.

Ich würde bei mir zwar nicht absolut ausschließen, dass ich nochmal mit einem Mann zusammenziehe, aber da müsste ich mir schon sehr, sehr sicher sein, dass ich mich auch zusammenlebend mit diesem Mann glücklich und wohl fühlen werde. Wenn ich mir diesbezüglich nicht extrem sicher bin, würde ich das Modell der Partnerschaft mit getrennten Wohnungen bevorzugen. Die Schwierigkeit besteht, meiner Erfahrung nach, darin, einen Partner zu finden, der das in der Situation genau so empfindet und der gleichzeitig nicht sehr weit entfernt von mir wohnt, da sonst eine Beziehung in getrennten Wohnungen auf Dauer zu belastend wird.

w49
 
  • #21
Nun lieber FS,

Du gehst also in jede zukünfige Beziehung mit der Gewissheit dass Sie ein Verfallsdatum hat. Und dass es dann leichter wird alles wieder auseinander zu dividieren willst Du getrennte Wohnungen.

Kann man so machen.

Oder man kann es sich überlegen wieso man es nicht hinbekommt etwas Dauerhaftes aufzubauen.

Ich finde halt dass eine Beziehung die unter dieser Prämisse eingegangen wird dann auch irgendwann scheitern wird. Da Du es ja eh Erwartest, wieso dann zuviel investieren, Gefühl, Emotionen? All das was einen zusammenschweisst. Schliesslich ist da der Schmerz umso grösser je mehr man investiert hat.

Also ja, mit Deiner Einstellung wird es wohl das beste sein getrennt leben zu bleiben. Und jetzt suchst Du Dir eine die das genauso sieht und alles ist gut. Nur überrede bitte keine die es verbindlicher haben will dazu. Da es ja dann eh irgendwann auseinander gehen wird fügst Du Ihr dann erheblichen Schmerz zu.
 
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  • #22
Von welchem "Mangel" zeugt es aber erst, zu glauben, Intellektualität habe irgend etwas mit Emotionalität zu tun - erst recht mit dessen "Qualitäten"?! Intellektualität ist quasi das Gegenteil von Emotionalität! Jeder halbwegs lebenserfahrene Mensch weiß, dass sehr intellektuelle Menschen gerade besonders häufig große emotionale und zwischenmenschliche Defizite haben.
Eine glückliche Beziehung zu führen, setzt jedenfalls ganz sicher keine besonderen intellektuellen Fähigkeiten voraus! ...

... Ich finde es eher dumm und kann nicht nachvollziehen, wenn Menschen ü30, ü40 und älter, immer wieder dasselbe machen, d.h. immer wieder zusammenziehen, heiraten, auch wenn dieses Modell in ihrem Leben schon mehrfach gescheitert ist. Diese Menschen lernen offenbar überhaupt nicht aus ihren Erfahrungen! ...
...
w49
"Intellektuelle Qualität" heißt in diesem Zusammenhang nicht etwas wie z. B., hochabstrakte Philosophie zu verstehen und zu bewerten, oder z. B. studiert oder promoviert oder habilitiert zu haben. Hier geht es um Beziehungsfragen. Beziehungsfragen können komplex sein. Da geht es, wenn Beziehung Qualität hat, was heißt, dass sie viel Befriedigung für beide/ alle Beziehungspartner erbringt, nicht nur, aber wesentlich auch darum, in den Gedanken kreativ zu sein, Schlüsse zu ziehen und hilfsreiche Gedanken zu haben. Aggression und Wut z. B. sind Ausdruck davon, dass man nicht zurecht kommt, keine Lösung hat, die intellektuellen und emotionalen Mittel fehlen, zu reagieren auf etwas, das die eigene Zufriedenheit gerade stört. Auf ein Gegenüber, dass Ärger in mir auslöst, stets mit Ablehnung und Abgrenzung zu reagieren, zeugt z. B. auch von Mangel an intellektuellen und emotionalen Qualitäten.

Ohne Beziehung brauche ich all diese emotionalen und intellektuellen Qualitäten nicht, da ich mich in meiner eigenen intellektuellen (d. h. Gedanken-) und emotionalen Welt bewege. Niemand, der Ärger in mir auslöst, niemand, der etwas gut findet, dass ich nicht kannte, niemand, der mich bereichert, niemand, für den ich Selbstbewusstsein bräuchte.

In diesem Sinne ist nach einer oder mehreren nicht erfolgreichen Beziehungen die Schlussfolgerung, eine Halbbeziehung oder Distanzbeziehung - oder wie sonst "alleine wohnen" bezeichnen mag - ein Statement über nicht vorhandene Fähigkeit bzw. nicht vorhandenes Interesse. Es ist das Statement, dass ich nicht die emotionalen und intellektuellen Fähigkeiten für Beziehung im gemeinsamen Wohnraum habe oder erst aus dem stunden- und tagelangen Abstand in einer eigenen Wohnung die Ideen für eine erfolgreiche Kommunikation mit dem Gegenüber finde oder in diesem Abstand alle Abgrenzungen zum Gegenüber aufbauen kann, die ich haben möchte. Und diese Abgrenzungen sind demjenigen, der alleine wohnen will, nach meiner Vorstellung besonders willkommen und wertvoll. Eben weil die emotionalen und intellektuellen Fähigkeiten für die erfolgreiche Nähe fehlen (und/ oder der Mut und die Überzeugung, erneut eine Beziehung ohne starke Abgrenzung oder Schonraum o. ä. zu starten). Oder das Statement, dass ich keine Interesse zur Entwicklung dieser Fähigkeiten habe.

Noch zwei Beispiele für den Ertrag von emotionaler und auch intellektueller Qualität für Beziehung: - Ein Zuschauer in einer Podiumsdiskussion wird sich im Anschluss normalerweise nur dann (erfolgreich) zu Wort melden, wenn er emotionale und intellektuelle Voraussetzungen dafür hat. Die anderen sind in der Regel stille Zuhörer. - Zweites Beispiel: (gute) kognitive Verhaltenstherapie.
 
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  • #23
@ Gast 21,

sorry wenn mein Deutsch als Belgier schlechter als ihres.

Ich bemühe mich zwar bereits seit etwa acht Jahren die Sprache der Dichter, Denker und der zum Teil als nicht so locker und tolerant bekannten Deutschen (was sicherlich ein unberechtigtes Vorurteil ist) aus Liebe zu Kultur zu erlernen.

Leider gibt es mein einegschränkter und unterlegener Intellekt nicht her die ausdrucksstarke und genaue deutsche Sprache so stilrichtig einzusetzen wie ein Muttersprachler.

Für meine Unzulänglichkeiten möchte ich mich höflichst entschuldigen.

Gruß
m45+
FS
 
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