• #121
Verbindlichkeit heisst für mich folgendes in einer Beziehung. Ich teile meinem Partner ehrlich meine Bedürfnisse und "Bedingungen" beziehungsmässig mit.
Verstehe. Die FS ist dann nicht verbindlich. Die Männer teilen ihr ihre Vorstellungen von Beziehung mit. Sie fragt hier nach, ob sie sich anpassen soll, statt ehrlich ihre Bedingungen mitzuteilen. Sie weiß mit 50 nicht genau, was eigentlich ihre Vorstellungen und Bedingungen sind.

Sorry, aber wenn ich mit einer Frau anbandeln würde, die mir sagt, sie möchte eine lockere Beziehung, dann weiß ich, ich will das nicht. Und ich bringe meinen Hund auch zu Frauen mit Hund selbstverständlich mit. Das ist das Problem der FS.
Er macht dasselbe. Wir einigen uns auf gemeinsame Normen.
Sie stellt offenbar ihre Sicht nicht klar dagegen, sondern schleicht sich morgens um vier aus dem Haus, um mit ihrem Hund zu frühstücken.
Dann gibt es für mich noch eine andere Art von Verbindlichkeit. Sie entsteht aus dem Erlebten mit dem Partner, seinen Handlungen, braucht also einen gewissen Zeitraum.
Die FS trifft weiter verschiedene Männer. Was soll da an Verbindlichkeit entstehen? Sie ist doch ein flatterndes Fähnchen im Wind, das offenbar niemand binden möchte und die das selbst auch nicht macht.
Im Kern drückt sie sich davor, eine klare Entscheidung herbeizuführen und schaut parallel schonmal, was sonst noch so rumläuft. Und dann Verbindlichkeit einfordern?
Eine Frau mit 60 findet aufgrund ihres Alters noch weniger eine verbindliche gute Beziehung als ein Mann mit 60.
Ich gebe Dir recht, die Demographie schlägt da zu. Aber es gibt genügend Männer für attraktiv Frauen.
Männer wollen ja immer jüngere Frauen, da hat man als Frau im höheren Alter schlechte Karten.
Rein rechnerisch so ab 80. Vorher Auswahl. Nur eben nicht immer Rosinen.
Und auf unverbindliche Beziehungen, die im Grunde nur kurzzeitige Affären sind, haben wir Frauen eben keine Lust, egal welchen Alters.
Deine Sicht. Die FS ist da offener.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #122
Zum grundsätzlichen Thema Verbindlichkeit.

Bei Verbindlichkeit geht es doch "nur" um eines der menschlichen Grundbedürfnisse "Sicherheit" hinzu kommt vielleicht noch ein zweites menschliches Grundbedürfniss "Nähe".

Zu Streit führen regelmäßig unterschiedliche Definitionen und Interpretationen von Sicherheit und Nähe insbesondere in Kombinationen mit Freiheit oder genauer Autonomie.
 
  • #124
Deswegen habe ich ja nach einer Definition gefragt. Verbindlic taucht hier auch häufig in Verbindung mit „Heirat“ auf...
Verbindlichkeit bei Menschen über 50 heißt (so habe ich die Mehrzahl der Foristinnen hier verstanden):
Er hat sich um jeden Kram, der sie betrifft zu kümmern. Probleme die aus ihren früheren Beziehungen entstanden sind z.B..
Gleichzeitig mischt sie sich ob er es will oder nicht in seine Angelegenheiten ein und versucht diese so zu regeln wie sie es für richtig hält.
Und natürlich soll er versprechen sie nie zu verlassen und immer für sie dazusein.
Zum Glück erlebe ich diese Einstellung eher hier im Forum wie im wirklichen Leben. Also ich werde sehr vorsichtig wenn eine Frau von Verbindlichkeit redet. Das heisst immer Verpflichtungen zu übernehmen ob es Mann gerade passt oder nicht.
 
  • #125
Verstehe. Die FS ist dann nicht verbindlich. Die Männer teilen ihr ihre Vorstellungen von Beziehung mit. Sie fragt hier nach, ob sie sich anpassen soll, statt ehrlich ihre Bedingungen mitzuteilen. Sie weiß mit 50 nicht genau, was eigentlich ihre Vorstellungen und Bedingungen sind.
ja, das empfinde ich in diesem Fall auch so. Liebe FS, wenn Du deine Vorstellungen und Bedürfnisse nicht klar mitteilst, kann Dir der Partner auch nicht entgegenkommen und es ist kaum möglich, Kompromisse zu finden.
 
  • #126
Deswegen habe ich ja nach einer Definition gefragt. Verbindlic taucht hier auch häufig in Verbindung mit „Heirat“ auf...
Echt? Aber doch nicht mehr mit 50 aufwärts? Will man das noch mal? Frau will? Mit fünfzig??? Hätte ich jetzt gar nicht gedacht.
Verbindlich heißt in dem Fall für mich eigentlich nur:
Wir sind zusammen. So wie Teenager, einfach zusammen. Versuchen es gut miteinander zu haben und machen nicht mit anderen rum.
So kurz, so einfach.
Wir verbringen Zeit miteinander, teilen Interessen und Vorlieben, waschen unsere Unterbüxen möglichst, wenn der andere nicht da ist. Wir hocken nicht mehr extrem aufeinander, aber freuen uns auch auf gemeinsame Zeit. Klar ist, WIR versuchen ein Paar zu sein.
Und wenn es einem dreckig geht, dann kümmern wir uns.
Das möchte man dann doch auch, wenn man den anderen mag. Nicht nur die "sunny moments", aber hoffentlich doch viele.
Muss dafür geheiratet werden???
Laufen da wirklich so viele heiratswütige Fünfzigerinnen rum ???
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #127
Das heisst immer Verpflichtungen zu übernehmen ob es Mann gerade passt oder nicht.
Also, wenn es Mann eigentlich nicht passt, sollte er mit dieser Frau nicht beisammen sein. Ist doch OK.
Ich halte nichts von Zwang. Wer will denn sowas?
Käme doch nur in Frage, wenn ER bleiben möchte. Verbindlich sein MÖCHTE. Dann ist es doch schön. Sonst nicht. Sonst ist das gar nichts. Jedenfalls für mich. Brauch ich nicht.
Wer bleibt, soll freiwillig bleiben wollen.
Gilt andersrum auch. Jeder Tag ist so schnell um.
Ich dachte, dass die Menschen sich das in fortgeschrittenem Alter viel leichter machen, mit dem Glück. Nur, wer will.
 
  • #128
Er ist nicht dein Partner sondern ein Mann, mit dem du einen kleinen Teil deiner Freizeit verbringst und auch Sex hast.
Das bezeichnet man ja heutzutage als
F + (blöder Ausdruck).
Egal, wie man es beziffert aber mehr ist bei einer immer größer werdenden Anzahl von Männern immer jüngerer Altersgruppen einfach nicht mehr drin.
Take ist or leave it.

Als die Automobile/Computer.... (Beliebiges einsetzen) aufkamen gab es auch immer Leute, die sagten, sowas nie nicht nimmer nutzen/tun zu wollen, weil es ja noch so viele Pferde/Rechenschieber.... (Beliebiges einsetzen) geben würde. Das gibt sich immer mit der Zeit.

Die Männer machen das ja nicht, weil kein Wunsch mehr nach Beziehung besteht, sondern weil das Zusammenleben heute so versäuert und mit vielen Erschwernissen belegt wird.
Also kommt der kleinste gemeinsame Nenner, der da heißt: Bindung und Beziehung ja aber ohne Zusammenleben.

Nur weil man nicht zusammenlebt, heißt das ja nicht, daß Beliebigkeit/keine Bindung vorliegt.

mMenschÜ50
 
  • #129
Egal, wie man es beziffert aber mehr ist bei einer immer größer werdenden Anzahl von Männern immer jüngerer Altersgruppen einfach nicht mehr drin.
Take ist or leave it.

Als die Automobile/Computer.... (Beliebiges einsetzen) aufkamen gab es auch immer Leute, die sagten, sowas nie nicht nimmer nutzen/tun zu wollen, weil es ja noch so viele Pferde/Rechenschieber.... (Beliebiges einsetzen) geben würde. Das gibt sich immer mit der Zeit.

Die Männer machen das ja nicht, weil kein Wunsch mehr nach Beziehung besteht, sondern weil das Zusammenleben heute so versäuert und mit vielen Erschwernissen belegt wird.
Also kommt der kleinste gemeinsame Nenner, der da heißt: Bindung und Beziehung ja aber ohne Zusammenleben.

Nur weil man nicht zusammenlebt, heißt das ja nicht, daß Beliebigkeit/keine Bindung vorliegt.

mMenschÜ50
Da wüsste ich gerne, welche schlimmen Beschwernisse eine Partnerschaft so unattraktiv erscheinen lassen. Ich find es meistens prima, also wäre ich doch gespannt, was das so ist.
 
  • #130
Die Männer machen das ja nicht, weil kein Wunsch mehr nach Beziehung besteht, sondern weil das Zusammenleben heute so versäuert und mit vielen Erschwernissen belegt wird
Oh, das finde ich eine interessante These, denn ich wundere mich regelmäßig über die ganzen F+-Themen/Probleme hier im Forum -- es scheint wirklich so, dass viele (oft, aber nicht nur junge) Menschen geradezu Angst vor Beziehungen haben und F+ (in der Bedeutung "Sexaffäre") als neuer Standard gilt. Meinst du, das liegt daran, dass so viele Leute bzw. Frauen nicht in der Lage sind, eine "schöne Beziehung" zu führen, sondern nur beschwerte, dass die Männer also im Prinzip schon gerne eine feste Beziehung hätten, aber die meisten Frauen ihnen sozusagen dann in einer solchen Beziehung das Leben versäuern, weil sie es nicht beherrschen, die Beziehung auf schöne Art zu gestalten, sodass sie dem Mann gefällt? (was wäre das?)

Oder anders formuliert: Meinst du, eine Frau, die keinen beziehungswilligen Partner findet, ist selbst schuld, weil sie so ist/sich so verhält, dass Männer mit ihr keine schöne Beziehung führen können und daher nur eine F+ wollen? Im Grunde heißt das dann, wenn eine Frau "beziehungsgeeignet" ist bzw. gelernt hat, wie man eine schöne Beziehung führt, dann wollen auch Männer Beziehungen mit ihr, frau hat es also selbst in der Hand.

Ein Teil davon stimmt sicherlich, also nicht dass Beziehungen allgemein schlecht sind, sondern das Prinzip, dass manche Menschen selbst einen gewissen Beitrag dazu leisten, dass andere keine Beziehung mit ihnen führen wollen, sondern abgeschreckt sind, aber mich würden hier noch ein paar mehr Details interessieren. Was verstehst du unter Erschwernissen einer Beziehung?
w26
 
  • #131
Die Männer machen das ja nicht, weil kein Wunsch mehr nach Beziehung besteht, sondern weil das Zusammenleben heute so versäuert und mit vielen Erschwernissen belegt wird.
Was genau ist das denn heutzutage? Das würde mich auch interessieren.
Meine Eltern haben zwei Wohnsitze und mein Vater jammert im Alter immer mehr, wenn meine Mutter länger mal nicht da ist. Ähnliches bei den Eltern meines Freundes. Ich kenn das eher so, dass die Männer im Alter häufig sehr gern eine Frau daheim haben, um nicht so alleine zu sein. Während viele Frauen nach der Scheidung die Nase voll haben und keinen Mann mehr versorgen wollen, in der älteren Generation und lieber Freundschaften pflegen. Mich würde das wirklich mal interessieren, weil das in meinem Umfeld wirklich gar nicht so ist wie von der FS empfunden.
Sämtliche mir bekannte Männer in meiner Altersgruppe wollten gern mit ihrer Freundin zusammenziehen mit einer Aussage (der ist Autist). Auch da weiß ich keine Statistik, kann gut sein, dass es mehr werden, die das nicht wollen, aber Normalität ist das in meinen Kreisen jedenfalls nicht.
 
  • #132
Meine Eltern haben zwei Wohnsitze und mein Vater jammert im Alter immer mehr, wenn meine Mutter länger mal nicht da ist. Ähnliches bei den Eltern meines Freundes.
Falsche Generation. Der Bruch beginnt bei den heute 50-jährigen. (Die Mitte der 80er begannen volljährig zu werden - da liegen zeitlich die Wurzeln)

Und für die, die so süffisant nachgefragt haben, daß ihnen das neu wäre: Ich wärmen keine ollen Kamellen auf. Ich sage nur "Und Atlas warf die Welt ab". - eine wundervolle Analogie. Zwar über wirtschaftliche Zusammenhänge handelnd, aber auch sehr gut auf die Interaktionen zwischen Männern und Frauen in Bezug auf das Zusammenleben übertragbar.
Ist auch hier alles schon erläutert (und später gelöscht) worden.

mMenschÜ50 (mein Name ist John Galt)
 
  • #133
Was genau ist das denn heutzutage? Das würde mich auch interessieren.
Wie gesagt, finde ich auch spannend, kann gut sein, dass da teilweise was dran ist, obwohl sich die Männer in meinem Bekanntenkreis auch eigentlich immer eine feste Beziehung wünschen. Ich muss hier gerade irgendwie an den Nachbarthread denken mit dem Telefonproblem, bei so einer Kommunikation und Prinzessinnenhaltung hätte ich als Mann auch keinen Bock auf eine Beziehung, also vielleicht stimmt es, dass z.B. durch Technik und Medien und allgemein die Schnellebigkeit und Anspruchshaltung der heutigen Welt manche Personen "heutzutage" gewisse Defizite/Probleme entwickeln, die es erschweren, Beziehungen zu führen ... Naja.🤷‍♀️
w26
 
  • #134
manche Personen "heutzutage" gewisse Defizite/Probleme entwickeln, die es erschweren, Beziehungen zu führen ... Naja.🤷‍♀️
w26
Die z.T. vorhandene Furcht das Telefon könnte wegen eines Anrufs klingeln und vor der dann notwendigen Entscheidung "was mach ich jetzt" sowie der daraus abgeleiteten Idee unangekündigte Anrufe sind übergriffig, hat schon neurotische Züge.

Das Menschen sich nicht trauen anzurufen oder überhaupt nicht auf die Idee kommen, dass man auch telefonieren könnte ist dann auch keine große Überraschung mehr.

Unsere steigenden digitalen Kommunikationsmöglichkeiten sind ein Scheingewinn der durch steigende Unfähigkeit zur direkten zwischenmenschlichen Kommunikation konterkariert wird.
 
  • #135
und allgemein die Schnellebigkeit und Anspruchshaltung der heutigen Welt manche Personen "heutzutage" gewisse Defizite/Probleme entwickeln, die es erschweren, Beziehungen zu führen
Wenn man die ganz junge Generation 20 und jünger isoliert betrachtet, sei es laut Entwicklungspsychologischen Studien so, dass Frauen sich den Männern (bzw Mädels den Jungs) inzwischen angeglichen haben, was Bindungsunwilligkeit angeht. Sex ja, Intimität (im Sinne von echter Nähe) nein.

Ein Großteil dieser Generation ist wohl extrem auf das Aussehen fixiert (man siehe die Jungs im Fitnesstudio und die Mädels unterm Messer). Das Gegenüber wird als Ware konsumiert und ist austauschbar. Instagram, Tinder und co suggerieren unendliche Möglichkeiten und das Gefühl, da draußen gäbe es noch was Besseres. Jungs und Mädels ohne Unterschied. Das finde ich erschreckend.

Manche bleiben in dem Schema hängen, andere lösen sich davon und machen einfach mal was anders. Sich auf einen Menschen wirklich einlassen, der nicht dem früheren Beuteschema entspricht. Und lernen Beziehung und echte Intimität dann doch.

Die Studien habe ich selbst nicht gelesen, das hat mir meine Schwiegermutter erzählt, die auf dem Gebiet forscht (Entwicklungspsychologie und Adoleszenz) und dazu einen Vortrag gehalten hat. Daher kein Gewähr auf Richtigkeit. Wobei sie eine Koryphäe ist und ich ihr alles glaube 😅

W36
 
  • #136
Falsche Generation. Der Bruch beginnt bei den heute 50-jährigen. (Die Mitte der 80er begannen volljährig zu werden - da liegen zeitlich die Wurzeln)
Wie gesagt, kenn ich nicht, und ich kenn Leute zwischen 20-45 Jahren. Da wollen fast alle Männer eine Beziehung, haben auch entspannte Freundinnen. Ist wohl eher wieder ein Blasen-Ding, also in welchem Umfeld man lebt. Ich und @Inanna* im gleichen, scheint mir ^^ also, erklär uns doch mal, was genau du meinst?

Ich muss hier gerade irgendwie an den Nachbarthread denken mit dem Telefonproblem, bei so einer Kommunikation und Prinzessinnenhaltung hätte ich als Mann auch keinen Bock auf eine Beziehung,
Da würde ich zustimmen - aber dann sucht man sich doch einfach eine andere Frau, oder? Sind doch nicht alle so.

Das Menschen sich nicht trauen anzurufen oder überhaupt nicht auf die Idee kommen, dass man auch telefonieren könnte ist dann auch keine große Überraschung mehr.
Ich habe ja eine Telefon-Aversion und gehe nie ran (privat!!!). Das hat aber in meinem Leben noch nie eine Rolle gespielt oder Beziehungen verhindert - mein Freund ist genauso 😂 und in meiner früheren Kindheit in der ddr hatten die meisten nicht mal ein Telefon. Daher versteh ich den Zusammenhang nicht.
 
  • #137
Wenn man die ganz junge Generation 20 und jünger isoliert betrachtet ....
Ein Großteil dieser Generation ist wohl extrem auf das Aussehen fixiert (man siehe die Jungs im Fitnesstudio und die Mädels unterm Messer). Das Gegenüber wird als Ware konsumiert und ist austauschbar. Instagram, Tinder und co suggerieren unendliche Möglichkeiten und das Gefühl, da draußen gäbe es noch was Besseres. Jungs und Mädels ohne Unterschied. Das finde ich erschreckend.
Im Forum gibt es ja auch öfters Threads dazu, dieses ganze Internet-Instababe-Influencer-Tiktok-Social-Media-Gedöns, das die Leute irgendwie verkorkst, wenn zu exzessiv konsumiert. Und die jüngeren Kids sehen irgendwie auch zunehmend alle gleich aus, beeinflusst von irgendwelchen Insta-Models, wie langweilig. Mein Partner und ich reden manchmal darüber, auch weil es bei ihm in der Verwandtschaft ein paar normal-handysüchtige Teenager gibt und wir das als ganz schlimm empfinden, was die sich für Müll reinziehen, das ist kaum zu ertragen, totaler Quatsch, außerdem können sie sich schlecht auf eine Sache konzentrieren und mal ein 300-seitiges Buch lesen, das können und wollen die gar nicht, immer was Neues, Blinkendes, immer wisch und weg und weiter.
Wir fragen uns dann immer, was man nur machen soll, wenn man mal selber Kinder hat. Neulich waren wir uns einig, dass es bei uns daheim eine strikte No-Handy-Zone geben wird, dass also auch wir Erwachsenen uns dann strikt angewöhnen müssten, unsere Handys daheim im Schrank liegen zu haben und nur ganz selten mal zu benutzen, weil wir ja kein schlechtes Vorbild sein wollen. Aber das Problem ist, dass Kinder ja dann Freunde haben, schlechter Einfluss .... Darf man denen, wenn sie zu Besuch kommen, das Handy verbieten oder wegnehmen, damit die Kinder richtig spielen, in den Park gehen, basteln usw. und sich keinen Müll im Internet angucken? Oder wird das Kind dann gemobbt, wenn es nicht das neueste iPhone hat mit 6 Jahren? Wie kann man verhindern, dass die eigenen Kinder zu oberflächlichen, fantasielosen, bindungs- und kommunikationsgestörten Mainstream-Handysüchtigen werden (drastisch formuliert), es ist schon ein schwieriges Thema mit sehr vielen Aspekten, wir sind da halt manchmal sehr schockiert, was das bei den verwandten/befreundeten Familien für ein täglicher Stress und Kampf ist mit den Handys und Apps und Internetzeiten! In Maßen ist das ja alles wunderbar, aber eben in Maßen!
w26
 
  • #138
Ich habe ja eine Telefon-Aversion und gehe nie ran (privat!!!). Das hat aber in meinem Leben noch nie eine Rolle gespielt oder Beziehungen verhindert - mein Freund ist genauso 😂 und in meiner früheren Kindheit in der ddr hatten die meisten nicht mal ein Telefon. Daher versteh ich den Zusammenhang nicht.
Ganz so schlimm kann deine Telefon-Aversion aber nicht sein. In dem Nachbarthread der AE mit ihrem sich gerade lösenden Bekannten aus Frankreich schreibst du selbst, dass Telefonieren ein Teil deiner Beziehungsentwicklung mit deinem Freund war.

Telefonieren ist nach dem persönlichen Treffen der zweitbeste Weg missverständnisfrei und gezielt zu kommunizieren. Mit Textnachrichten- oder Email-Bingo klappt das bei weiten nicht so gut.

Umgekehrt verstehe ich die Angst vor dem Telefonieren nicht. Angst vor Sprachlosigkeit oder dem Druck ggf. Stellung beziehen zu müssen? Oder einfach nur eine Gewohnheitsfrage 🤷‍♀️
 
  • #139
Ganz so schlimm kann deine Telefon-Aversion aber nicht sein. In dem Nachbarthread der AE mit ihrem sich gerade lösenden Bekannten aus Frankreich schreibst du selbst, dass Telefonieren ein Teil deiner Beziehungsentwicklung mit deinem Freund war.
Bei der Fernbeziehung ja, aber mit dem jetzigen Freund habe ich viel viel mehr Texte geschrieben als telefoniert. Wir haben seitenweise gechattet, weil wir uns so viel zu sagen hatten, und ich schreibe einfach lieber als dass ich telefoniere bzw. wir haben uns einfach sehr schnell alle zwei, drei Tage gesehen. Das ist immernoch das beste, in "Echt" miteinander zu reden. Mir ist egal, wie der Kontakt zwischen Treffen war, ich hätte auch aufs Telefon komplett verzichten können, wenn der dann anders zustanden kommt. Hatte also beim Texten nie Nachteile. Das meinte ich. Da es das Telefon noch nicht lange gibt in der Menschheitsgeschichte - man hat sich früher dann Briefe (Text...) geschrieben - ist es nicht so, dass das einen großen Unterschied macht. Meine Eltern früher, seitenweise Briefe! Eben mit Inhalt. Es geht also nur darum, wie offen und ehrlich man kommunizieren kann. Das "womit" (Brief, SMS, Sprachnachrichten, Telefon) ist dann einfach nur eine Frage der Vorliebe.
Warum ich Telefon nicht mag? Ich hab doch schon mal gesagt, ich bin introvertiert. Warum muss man das hinterfragen? Warum magst du schreiben nicht? Ich kann mich beim Schreiben besser ausdrücken als beim Reden, habe Zeit, auf die Aussagen des anderen in Ruhe zu reagieren, kann es nachher nochmal lesen, was der andere geschrieben hat um mich drüber zu freuen, und kann meine Antwort überlegen; ich sehe die Mimik und Gestik nicht, spontane Anrufe zwischen Tür und Angel, wenn ich grad was anderes machen wollte, hasse ich - reicht das?
 
  • #140
Warum ich Telefon nicht mag? Ich hab doch schon mal gesagt, ich bin introvertiert. Warum muss man das hinterfragen? Warum magst du schreiben nicht? Ich kann mich beim Schreiben besser ausdrücken als beim Reden, habe Zeit, auf die Aussagen des anderen in Ruhe zu reagieren, kann es nachher nochmal lesen, was der andere geschrieben hat um mich drüber zu freuen, und kann meine Antwort überlegen; ich sehe die Mimik und Gestik nicht, spontane Anrufe zwischen Tür und Angel, wenn ich grad was anderes machen wollte, hasse ich - reicht das?

Das. Exakt das.
Wo ist das Problem, @Ejscheff?
Keine Angst, einfach eine tiefsitzende Abneigung. (Wobei ich im Zuge einer Depression tatsächlich einmal eine Telefonphobie entwickelt habe, bei der ich nur noch Rauschen im Hörer hatte.)

Mein Lebensgefährte und ich haben am Anfang (bevor wir uns getroffen hatten) teilweise stundenlang über die Plattform gechattet, bei der wir angemeldet waren. Ich wüsste auch nicht, dass da jemals Missverständnisse aufgekommen wären, es lief einfach.
Nach unserem ersten Treffen haben wir uns erst weiter dort unterhalten und irgendwann angefangen, WhatsApp zum Verabreden zu nutzen. Telefoniert haben wir kein einziges Mal. Kurz - wie er irgendwann meinte - das Telefon ist einfach nicht unser Medium :D.
 
  • #141
Hallo FrauRossi50, das mit dem typischen Mainstream kann ich verstehen. Ich selbst beschäftige mich gerade mit verschiedenen Beziehungsformen; es ist auch immer so ein bisschen lernen, was man eigentlich selbst will.

Ich finde es etwas bemerkenswert, wie hier sehr viele scheinbar "normale" Beziehungsmaßstäbe angesetzt werden und meiner Erfahrung nach sind es gesell. "Gepflogenheiten" (dieses oder jenes "gehöre dazu" z. B.), die Beziehungen u. U. problematisieren – klar, man lebt Beziehungen ja nicht kontextlos und bei manchen ist die gesellschaftliche Passfähigkeit eben wichtiger als bei anderen.

Ich denke, ihr könnt für euch beide und gemeinsam herausfinden, ob ihr in der Form beziehungsfähig seid; merke: auch Freundschaften sind ggf. "Beziehungen" und manche Menschen differenzieren nicht so stark zwischen freundschaftlichen und romantischen Beziehungen.

Sich ein paar Stunden lang an einander erfreuen und sonst ggf. auch wenig Kommunikation – das muss halt passen und ist sicher nicht DIE "genormte" Beziehungsform. Aber warum solle das nicht funktionieren? Es funktioniert aber eben nur, wenn beide das so kommunizieren – wenn einer heimlich (oder sogar ausgesprochen) mehr will, dann ist das früher oder später sicher ein Punkt, wo es drüber zu diskutieren gilt.

Aber die Frage wäre halt: Kannst Du diese Beziehung zu diesem Mann als das annehmen, was sie ist, und wie sie ist, und könnt ihr offen damit umgehen? Dann könntet ihr, selbst wenn es nicht "auf ewig" (auch so ein Klischee, oder?) ist, immer noch schöne Momente genossen haben, die die Beziehung nicht weniger wertvoll sein lassen, nur weil sie nicht monogam waren.

m40
 
  • #142
Ich persönlich (45+) mache die Erfahrung, dass es einfach schwierig ist, sich mit jemandem so spät im Leben noch einmal wirklich verbindlich einzulassen, der den größten und aktivsten Teil seines Lebens ganz anders verbracht hat, Kinder, Erinnerungen, Freunde etc.

Da gibt es kein gemeinsames Fundament, alles will neu aufgebaut werden. Alte Geschichten kann man sich anhören, wirklich tangieren sie das eigene Leben aber nicht.

Klar, kann gut funktionieren, aber es bleibt dieses Element der biografischen Unverbundenheit, sicher auch Bedauern, dass es so ist, dass das Leben nicht noch einmal gelebt werden kann.

Das Erfolgsrezept ist sicher Offenheit, jung im Herzen zu sein.
 
Top