• #1

Neue Partnerschaft kurz nach dem Tod der Frau?

Ich habe des öfteren gehört und erlebt, dass ein Witwer sehr schnell nach dem Tod der Frau wieder datet. Zu meinem großen Erstaunen vergehen oft nur wenige Wochen oder Monate, und schon ist der neugebackene Witwer auf dem Dating-Markt. Ihm fehlt offenbar eine Frau im Leben, und eine neue Frau soll ganz schnell her, um die Leere im Leben zu füllen. Kann das überhaupt gut gehen? Wenn man die datenden Männer fragt, antworten sie ganz rational. Die Frau sei ja tot und unter der Erde und werde nie zurück kommen. Ich schleiche mich dann sehr schnell von dannen, bin aber dennoch sehr verwundert, wie oft das vorkommt. Kennt ihr Beispiele, wo eine neue Partnerschaft schon sehr kurz nach dem Tod der Frau mit Erfolg aufgebaut werden kann? Übrigens habe ich nie gehört, dass Witwen so kurz nach dem Tod des Mannes wieder daten oder bereit zu einer neuen Partnerschaft sind - nur Männer. Bin gespannt auf eure Meinungen und Erfahrungen.
 
  • #2
Zu meinem großen Erstaunen vergehen oft nur wenige Wochen oder Monate, und schon ist der neugebackene Witwer auf dem Dating-Markt.

Ganz ehrlich? ...ich kenne enige Fälle, da wurde bereits eine neue "Beziehung" aufgebaut, bevor die Leiche kalt war. Z.B. mit dem Pflegepersonal der oder des Todkranken ...wahlweise im selben Haus, ein paar Zimmer weiter.

Übrigens habe ich nie gehört, dass Witwen so kurz nach dem Tod des Mannes wieder daten oder bereit zu einer neuen Partnerschaft sind - nur Männer.

Das ist Quatsch!

Gerade wenn Kinder im Spiel sind und/oder wirtschaftliche Nöte, dann wollen sich die Frauen ganz schnell wieder binden. Ich kenne einen Fall mit dem Bruder des Verstorbenen und einen mit seinem besten Freund. Beide Männer fanden die Frau schon immer toll und haben das schnell deutlich gemacht. Die Kinder verkraften (wünschen?) diese Variante, mit einem Mann, den sie bereits kennen, sogar erstaunlich gut!

Es muß einem einfach klar sein, dass die Verwitweten ein Schnitt durch ALLE Arten von Beziehungsmenschen sind. Einige hätten sich, ohne den Tod des Partners, ohnehin eine kurze zeit später später getrennt, oder ihre 20te externe Affaire angefangen ...und andere verwinden es nie!

V.m45

PS: Ich selber habe 3 Jahre gebraucht und im Grunde genommen war ich auch im 4. Jahr danach noch nicht wirklich so weit...
 
  • #3
Das sind vermutlich Männer, die nie gelernt haben, allein zu sein. Es kommt ihnen nur logisch vor, dass sofort eine neue Frau her muß, für Haushalt und alle seine anderen Bedürfnisse. Die Frau ist offenbar auch austauschbar. Eine traurige Angelegenheit, die sich eine Frau mit Emotion und Selbstwertgefühl nicht antut.
 
G

Gast

Gast
  • #4
Hallo FS,

doch, ich kenne mehrere Beispiele, bei denen Witwer recht kurze Zeit nach dem Ableben der Ehefrau wieder neu verbandelt waren, verheiratet nicht unbedingt, und das auch gehalten hat oder hält.Die Witwer sind im Rentenalter und die Gattin ist nicht plötzlich verstorben, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg (z.B. Krebserkrankung), so dass ein Abschiednehmen bereits im Laufe der Monate oder manchmal vielleicht auch schon Jahre stattgefunden hat.Und es war ja auch nicht bei allen (immernoch) die große, leidenschaftliche Liebe, so dass die Männer sicherlich irgendwo auch trauern, aber dennoch ihr Leben, ihren Alltag, relativ "normal" weiterleben können.Sie möchten vielleicht auch gar nicht die große Liebe neu erleben (in vielen Ehen war das ja die Ehefrau nicht, man hat wegen der Konventionen geheiratet oder weil die Frau schwanger war), sondern einfach das über Jahrzehnte Gewohnte weiterleben können, mit einer Frau an ihrer Seite... finde ich auch nicht verwerflich.Ich kenne 3 Paare, da war die neue Frau sogar die Freundin der verstorbenen Ehefrau... man kam sich nach dem Tod der Frau näher.Alle Witwer sind über 70 bzw. einer über 80 Jahre alt.Warum denn nicht? Auch die Lebenszeit der "übriggebliebenen" Männer ist nicht unendlich... die haben nicht mehr die Zeit, das Leben noch ein bischen zu genießen, wie ein 30 jähriger Ehemann, der seine Frau plötzlich durch einen Verkehrsunfall verliert o.ä. und es stimmt ja auch, die Gattin ist unter der Erde, die kommt nicht mehr zurück... Für mich wäre das jedenfalls kein Grund vor so einem Mann "wegzulaufen"...
 
G

Gast

Gast
  • #5
Hast du schon mal den Tod eines geliebten Wesens erlebt? Ich hatte eine Woche danach schon wieder sexuelle Gelüste. Ist ja auch logisch, wenn man vorher sexuell rege aktiv war. Du atmest, trinkst, gehst aufs Klo. Soll man seine natürlichen Bedürfnisse alle abstellen? Wenn ja, wie? Was soll ich tun? Es mir verkneifen? An eine Leiche denken? Mir die Welt rosig vorstellen bei der Selbstbefriedigung? Erzähl du es mir!

Ja, also ich finde es ganz normal und perfekt, sich gleich wieder ins Leben zu stürzen. Gerade Männer verfallen sonst der Depression oder Alkohol.

Es ist gut, dass du dich schnell verabschiedest hast. Ihr hättet eh nicht zusammengepasst.

Ich halte nichts von der Meinungsbildung über das Schicksal anderer Leute. Beherrsch dich, es geht dich nichts an!

w
 
G

Gast

Gast
  • #6
Ich glaube, dass Du eigentlich schon alles weißt, was wir dir hier dazu sagen könnten. Z.B.: "Nein, das ist nicht in Ordnung, denn es zeigt ja, dass diese Beziehung für den betreffenden Mann entweder nicht wichtig war (die er aber mitgemacht hat, was ein schlechtes Licht auf ihn wirft) und/oder: Er ist innerlich ein bezugsbedürftiges "Kleinkind", dass nur deshalb so lange ohne Trennung ausgehalten hat, weil er nicht allein sein kann und nun soll es möglischst schnell mit der Betreuung so weiter gehen. Oder: Jetzt fühlt er sich endlich "frei." Ich glaube, wenn man wirklich bis zum Schluß geliebt hat, braucht man erst mal längeren Abstand von dieser echten, großen Liebe.
 
G

Gast

Gast
  • #7
Ich kenne das auch von 2 Bekannten. Es dauerte keine 4 Wochen und die Neue war da. Allerdings hielten beide Beziehungen nicht lang, sie waren nur akute Schmerzpuffer.
 
  • #8
Ich kenne auch eher Witwer, die schnell wieder eine neue Frau hatten, als umgekehrt. Auch Menschen in der Öffentlichkeit...
Allerdings eher bei früheren Generationen...wenn ich auch mit 48j keine junge Generation bin...so meine ich die über mir. Im Bekanntenkreis meiner Eltern oder Eltern von Bekannten....da kämen og Voruteile zum Zug. Männer die nicht allein sein können und Frauen die aufblüten, nachdem er ins Gras gebissen hat,
Heute kenne ich es auf jeden Fall auch anders....wobei ob beim Tod oder Liebeskummer...viele Männer gehen nicht alle Schritte der Trauerphasen durch. Teilweise schliessen sie dadurch erstmal schneller...langfristig aber nie komplett ab.
Dennoch sind die meissten Herren heute viele gefühlvollere Väter und versuchen für sie da zu sein und nicht wie früher schnell eine neue Mutter zu organisieren..............
 
  • #9
Ich habe so einen Fall im Bekanntenkreis: die beiden lernten sich im Pflegeheim kennen, wo die (inzwischen verstorbenen) vorherigen Partner unter gebracht waren. Sie klagten sich anscheinend dort gegenseitig ihr Leid, standen gemeinsam eine schwere Zeit durch und so wuchsen sie zusammen.
 
  • #10
Naja, eine andere neue Beziehung - ohne Tod eines Partners - läuft auch nicht zwangsläufig gut.
Es kann also immer richtig oder falsch sein.
 
G

Gast

Gast
  • #11
Mein Vater hat 1 Monat nach dem Tod meiner Mutter eine frau aus Dorf geheiratet. Als ich damals sehr kleine war und mein Schwester war früh auf die welt wo die Mutter neben starb.
 
  • #12
Zu meinem großen Erstaunen vergehen oft nur wenige Wochen oder Monate, und schon ist der neugebackene Witwer auf dem Dating-Markt. Ihm fehlt offenbar eine Frau im Leben, und eine neue Frau soll ganz schnell her, um die Leere im Leben zu füllen. Kann das überhaupt gut gehen?
Ich sehe da keinen Unterschied zur Normalität! Eine Beziehung ist noch nicht zu Ende und wird warm gewechselt, was ist denn das? Der Partner lebt in beiden Situationen körperlich nicht mehr! Ende ist doch letztendlich immer Ende, alles andere sind doch Erziehungsprogramme oder Konditionierungen, was man zu tun hat, von denen nicht unbedingt viel zu halten sind!
 
A

Ars_Vivendi

Gast
  • #13
Das sind vermutlich Männer, die nie gelernt haben, allein zu sein. Es kommt ihnen nur logisch vor, dass sofort eine neue Frau her muß, für Haushalt und alle seine anderen Bedürfnisse. Die Frau ist offenbar auch austauschbar. Eine traurige Angelegenheit, die sich eine Frau mit Emotion und Selbstwertgefühl nicht antut.

Ich denke nicht, dass irgendjemand Außenstehendes das beurteilen kann und sollte. Die Situation ist den "neuen" Frauen bekannt, warum sollte ein Mann nicht Trost bei einer anderen Frau finden? Gezwungen werden sie auch nicht.
Es gibt reichlich unglückliche Ehen, auch davon werden manche durch Tod des Partners beendet werden. Der Partner wird sich dann kaum hinstellen und die "zu schnelle" Suche nach einer neuen Partnerin damit begründen.
Und dass es immer nur die Männer sind, die eine neue Partnerin suchen, halte ich auch für eine Legende. Ebenso wie die Geschichte, dass Männer nicht alleine lebensfähig sind und unbedingt eine Frau für den Haushalt brauchen. Umgekehrt könnte man ja dann nach 50erJahre-Manier unterstellen, dass Frauen schnell wieder jemanden brauchen, der sie finanziell versorgt.

Ob jemand nach einer beendeten Beziehung schnell oder langsam wieder sucht, ist nie wirklich das Problem von denen, die gerne tratschen und anderen vorschreiben möchten, wie man denn nun richtig lebt.
Das Thema hatten wir hier vor ein paar Monaten schonmal, da war es ein Angehöriger, der sich beklagte. Ich finde es widerlich, trauernden Menschen vorzuschreiben, wie sie zu trauern haben.
 
N

nachdenkliche

Gast
  • #14
Das kommt immer auf den einzelnen an..dazu müsste man eine große Erhebung starten. Was Valmont schreibt, gibt es natürlich, was lily schreibt ist auch wahr. Ich kenne aus meinem Umfeld keinen Fall. Meine Meinung: Sind es ältere Männer, bleiben diese nicht lange allein zurück, sie können einfach nicht länger alleine sein. Ich denke, auch ältere Frauen können alleine sein, viele zumindest, auch jüngere. Sie können eine vergangene Beziehung nicht aufarbeiten, indem sie sich gleich einen neuen Partner suchen. Dann kommt es auch immer darauf an, wie der Partner verstorben ist. Im hohen Alter nach längerer Krankheit ist es eine Gnade für den Verstorbenen. Beide Partner konnten sich voneinander verabschieden. Das ist ein natürlicher Verlauf. Oder die Beziehung war nicht mehr harmonisch..Es spielen viele Dinge eine Rolle. Mir ginge es wie Valmont..Die Phase der Trauer ist gesund und wichtig. Warum danach keinen neuen Partner?
 
G

Gast

Gast
  • #15
Der Tod gehört zum Leben dazu und so sollten wir dieses Thema pragmatisch betrachten, vor allem aber mal nicht ständig über andere urteilen und lieber vor der eigenen Türe kehren.

Es mag uns teilweise komisch vorkommen von Außen, aber haben wir eine Sicht auf die Dinge, wie es der Witwer oder die Witwe hat (lächerlich, hier mal wieder so zu tun, als seien Männer ja viel böser als die lieben Frauen).

Woher wissen wir, was in innerhalb der Beziehung lief? Alles ist möglich und sicher, es sieht besser aus, wenn dann ein "Sicherheitsabstand" von ein, zwei Jahren gehalten wird. Nur schreibt das Leben die Geschichte eben oft anders, als es manch einer gerne hätte und warum soll ich z.B., wenn meine Frau stirbt, mit der ich die Jahre eh nur noch Streit hatte, warum soll ich nun zwei Jahre warten, obwohl da jemand ist!?

Wenn ich der Sterbende bin, würde ich ganz offen zu meiner Frau, die ich zurück lassen werde, sagen, dass sie Freude am Leben haben soll und frei ist, zu tun, wonach ihr ist.

Warten, um den Anstand zu wahren, halte ich für falsch. Das dient allenfalls dem ach so guten Ruf, das hilft ansonsten keinem. Wir leben im Jetzt und wenn da ein Mensch ist, mit dem es harmoniert, dann darf es gelebt werden, der Verstorbene hat vom zwanghaften Warten nichts.
 
  • #16
Ich habe so einen Fall aktuell im Bekanntenkreis. Ein Mann hat seine krebskranke Frau jahrelang gepflegt - mit vielen Höhen und Tiefen.
Nachdem die Frau dann verstorben ist, hatte der Mann vier Monate später eine neue Freundin. Alle vier Kinder (alle bereits über 18) haben dies nicht akzeptiert, zumal die neue Freundin die Mutter seiner Schwiegertochter ist und diese gar nicht so gerne gemocht wurde, als die Mutter noch gelebt hat. Gerade die jüngste Tochter (19 Jahre), die noch beim Vater lebt, hat große Probleme damit und weint sehr viel.
Der Vater bleibt standhaft und hält zu seiner neuen Frau, unternimmt viel mit ihr und kündigt das auch seinen Kindern an. Oft stehen die Kinder weinend am Grabe der Mutter...
 
  • #17
Alle vier Kinder (alle bereits über 18) haben dies nicht akzeptiert, zumal die neue Freundin die Mutter seiner Schwiegertochter ist und diese gar nicht so gerne gemocht wurde, als die Mutter noch gelebt hat.
Ich würde mir genauso wenig von meinen Kinder vorschreiben lassen was ich zu tun habe, wie umgekehrt!
Der Vater bleibt standhaft und hält zu seiner neuen Frau, unternimmt viel mit ihr und kündigt das auch seinen Kindern an. Oft stehen die Kinder weinend am Grabe der Mutter...
Finde ich gut von diesem Vater. Vielleicht wird den Kinder erst jetzt bewusst, dass sie die Mutter vernachlässigt haben, als sie noch gelebt hat, hat mit Vater absolut nichts zu tun! Es gibt viele Beispiele wo Menschen unmöglich sich verhalten haben, als die Verstorbene noch gesund war und bei der Bestattung dann geflennt haben, davon halte ich ebenso nichts, falsches Spiel!
 
  • #18
Guten Morgen,

hinter jedem Schicksal steht eine Geschichte und wenn sich zwei aufeinander einlassen, dann ist das ihre Sache.
Mein Mann ist ein Jahr lang gestorben und ich habe sechs Jahre gebraucht, um alles zu verarbeiten und zu sortieren. Es waren auch drei kleine Kinder zu versorgen und eine Firma aufzulösen und zwei weitere Todesfälle kamen in kurzen Abständen noch dazu.. Ich hatte vorerst keine Zeit, alles zu verarbeiten, andere Dinge standen im Vordergrund. Jeder hat seine eigene Art, mit solchen Dingen umzugehen und Zeit zum trauern, wer will sie vorgeben. Ich empfand es als sehr unangenehm, schon nach kurzer Zeit gefragt zu werden, ob ich was Neues kennengelernt hätte. Hätte ich, dann hätte man meine Liebe zu meinem verstorbenen Mann in Frage gestellt......
 
  • #20
Ich kenne einen Handwerker, mit dem ich sehr viel zusammen arbeite und mit dem ich auch ein bißchen befreundet bin.
Wir haben z.B. schon zusammen gegrillt und da waren dann auch seine Frau und Tochter dabei. Wir Erwachsenen sind alle gleich alt.
Als die Frau völlig überraschend starb, waren wir Anfang 40.
Für mich führten sie eine normale Ehe und soweit ich es beurteilen kann, kamen sie gut zurecht und waren sich treu.
Auch hatten sie noch oft Sex ( weiß ich von ihm ).

Als sie starb, war er extrem fertig. Er weinte sogar, aber wie !
Ich war dann auf der Beerdigung und da brach er völlig zusammen.
Egoistischerweise befürchtete ich damals, es gäbe jetzt Probleme auf der Baustelle, er würde nicht kommen und weiterarbeiten oder so.

Weit gefehlt.
Nicht nur die Arbeit ging normal weiter, auch das Liebesleben.
Eine Woche nach der Beerdigung ging er mit einer Frau, die er vorher schon kannte in die Kiste und seitdem sind sie zusammen.
Fröhlichkeit, feiern, Urlaub direkt im Anschluß.
Heirat nach wenigen Monaten
Kind weitere wenige Monate danach.

Die erste Tochter, damals etwa 20, wollte nicht, dass wenige Wochen nach der Beerdigung eine neue Frau einzieht.
Da sagte er zu ihr, dass sie doch ausziehen solle.

Das ist ein anderer Fall als die hier erwähnten, bei denen die Trauer schon vor dem Tod stattfand, weil dem eine lange Krankheit vorausging, nicht ?
Was geht in so einem Menschen vor ?
Austauschbar. Das Wort trifft es.

w 48
 

Laleila

Cilia
  • #21
Falls mein Mann, hoffentlich nicht, vor mir sterben sollte, möchte ich (w 45) eigentlich keinen neuen Partner. Wahrscheinlich würde ich das Haus verkaufen und mit einer Freundin, in eine schöne Stadtwohnung ziehen.
Mein Mann sieht das noch rigoroser. Für ihn käme keine andere Frau in Frage. Er würde sich für ein Einsiedlerleben entscheiden.

Mich gruselt es regelrecht, wenn ich soetwas lese:
Ich sehe da keinen Unterschied zur Normalität! Eine Beziehung ist noch nicht zu Ende und wird warm gewechselt, was ist denn das? Der Partner lebt in beiden Situationen körperlich nicht mehr! (...)

Ich führe durchaus ein sehr intensives Leben, in vielerlei Hinsicht. Aber ich habe nicht geheiratet, weil ich mal eben wen ehelichen wollte, sondern weil ich mit diesem einen Mann mein Leben verbringen will. Er ist definitiv nicht austauschbar.

Sexualität kann ich auch mit einem anderen leben, aber so kurz nach dem Verlust hätte das nichts mit Lust und Leidenschaft zu tun, sondern wäre purer Betäubungssex.
 
  • #22
Mein Partner den ich sehr geliebt habe, (45) hatte starb 2010 an einem Gehirntumor. Ich habe ihn 3 Jahre durch Höhen und Tiefen begleitet. Zuletzt im Hospiz. Unsere Kinder damals(10 und 12) standen komplett außen vor, denn es gab nur noch ihn und die Krankheit.
Als er tot war und ich alles Organisatorische hinter mir hatte, (so ca. 3 Monate später) sagte meine Tochter zu mir. "Mama, du suchst dir aber schon noch einen neuen Partner oder? "
Ich war sehr verwundert, dass ausgerechnet sie das wollte.
Und ich, ich wollte das Erlebte abstreifen, wie eine alte Haut und ganz neu anfangen. Nach vorne schauen nicht zurück, es als Lebensabschnitt betrachten, der mir klar gemacht hat, wie wertvoll das Leben ist und das man es sinnvoll nutzen sollte.
Ich meldete mich also 3 Monate später bei einer Sb an und erzählte davon auch meiner Schwiegermutter. Die hat ihrerseits aus einem früheren Kontakt zu einem Freundespaar, den Freund ihres verstorbenen Mannes "gedatet". Ein supernetter Mensch.
Meine Schwiegermutter hat keine finanziellen Interessen, dafür aber viele andere Hobbys..
Ich lernte über eine Sb. meinen jetzigen Partner kennen und lieben. Meine Kinder kommen prima mit ihm klar und ich muss im Nachhinein feststellen, dass ich alles richtig gemacht habe. ;-))
Durch den einen oder anderen Fehlgriff davor, weiß ich es um so mehr zu schätzen.

w, 52
 
  • #23
@16, das kannst du doch aus der Entfernung so gar nicht beurteilen.

Deine Einschätzung ist schon "hart" an der Grenze. Es stand ja auch dort geschrieben, dass die Mutter der Schwiegertochter schon zu Lebzeiten der Verstorbenen nicht gerade "beliebt" war! Evtl. sind sich die beiden schon während der Sterbephase "näher" gekommen .Liest sich jedenfalls fast so, das sind diese berühmten "Anstandsmonate..

Ich finde das Verhalten des "Witwers" mehr als egoistisch seinen Kindern u. dem Andenken seiner verstorbenen Frau gegenüber. Es wird sicherlich Gründe geben, warum diese "neue" Frau abgelehnt wird und weshalb die jüngste Tochter so unglücklich ist mit ihr unter einem Dach zu wohnen!
 
  • #24
Ich bin ziemlich entsetzt über deinen Post @4. Schön wenn du EINE WOCHE nach dem Tod deines Partners schon wieder sexuelle Gelüste hast, aber muss man deswegen gleich mit dem nächstbesten eine Woche nach der Beerdigung in die Kiste springen? Weil man es ja sonst nicht aushält? Das muss ja ein wirklich sehr geliebtes Wesen für dich gewesen sein....

Völlig unverständlich für mich. Wer wirklich trauert und den verstorbenen Menschen über alles geliebt hat, hüpft nicht eine Woche später wegen seinem Sextrieb (den du mit Hunger und Durst vergleichst!!!) mit einem anderen ins Bett.

Echt, über so viel Gefühlskälte kann man nur den Kopf schütteln....
Wie wäre es wenn DU dich noch ein bisschen beherrscht hättest? Oder ist die Befriedigung deines Sextriebes überlebenswichtig?
 
G

Gast

Gast
  • #25
Falls mein Mann, hoffentlich nicht, vor mir sterben sollte, möchte ich (w 45) eigentlich keinen neuen Partner.

Das kannst jetzt nicht wissen, was Du möchtest, sollte Dein Mann vor Dir sterben... Du glaubst lediglich jetzt zu wissen, was Du möchtest, sollte es so kommen... aber wenn Du dann wirklich in dieser Situation bist, glaub' mir, dann zählen Deine Gedanken von jetzt und heute nichts mehr... da gelten andere Parameter, Dein gesamtes Leben ist über Nacht nicht mehr das, was es gestern noch war... Du kannst Dir nicht wirklich vorstellen wie es sein wird, weil die Gefühle und letztenendes dann auch damit einhergehend Deine Sichtweise auf das Leben im Allgemeinen und die Vorstellung, die Du von Deinem eigenen Leben und Deiner Zukunft hast, sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich sehr ändern werden... zumal nach einer Beziehung, wie Du sie von Dir schilderst, die ja offenbar eine wirkliche Liebesbeziehung ist...

Was geht in so einem Menschen vor ?
Austauschbar. Das Wort trifft es.

In jedem Trauernden geht etwas anderes vor, und die Frage als wertende Aussage zu stellen, finde ich vermessen und schon beinahe unverschämt.Hast DU in Deiner Seele erlebt, was dieser Mann erlebt hat, um werten und über ihn richten zu können? Ich habe (leider mehrmals) in meinem Leben ungefähr erlebt, was dieser Mann, von dem Du schreibst, erlebt hat, und ich bin Witwe... niemals würde ich mir aber solche Abverurteilung eines anderen Trauernden anmaßen!

Wenn so etwas Schlimmes geschieht, sieht jeder auf seine Weise zu, dass er irgendwie selbst überlebt... jeder hat das Recht dazu und jeder macht es auf seine Weise.Und, das darf er auch! Andere Menschen, die glauben, darüber ein Urteil fällen zu dürfen, disqualifizieren sich selbst in ihrer Menschlichkeit.Und wenn man einen Menschen wirklich liebt, der einen überlebt, möchte man ganz sicher von ganzem Herzen, dass er wenig Schmerzen hat und dass es ihm so bald wie möglich gut geht!
 
A

Ars_Vivendi

Gast
  • #26
Nachdem die Frau dann verstorben ist, hatte der Mann vier Monate später eine neue Freundin. Alle vier Kinder (alle bereits über 18) haben dies nicht akzeptiert, ...

Ich pflege seit 4 Jahren meine zunehmend dementere Mutter und kann seine Situation grob nachempfinden.
Was hätten seine erwachsenen Kinder wohl von sich gegeben, wenn er ihre Partnerwahl nicht akzeptiert hätte? Unglaublich, wie man seinen Vater, der noch dazu die Mutter jahrelang gepflegt hat, so im Stich lassen kann.
 
  • #27
Ich denke auch, dass jeder anders trauert und dass wir, die das noch nicht erlebt haben, vielleicht kopflos oder warum auch immer Dinge tun würden, die wir hier selbst verurteilen.
Schlimm finde ich wirklich nur das Verhalten des Vaters....und von der Aussage, ich würde mir von meinen Kindern nix vorschreiben lassen, was ich zu tun habe.......halte ich nix-0.
Soll der Vater meinetwegen machen was er will....ohne seine Kinder zu zwingen daran teilhaben zu lassen! Und ohne verachtend mit hren Gefühlen umzugehen!.....Sind da!!!!Nicht wegzudiskutieren und auch da wenn er sich wegdreht und nicht hinsieht. Das ist ja als ob man Mutter und Vater gleichzeitig verliert!!!
Er lässt ihnen keinen Raum zu trauern!!!

Dennoch hat die FS, diese Diskussion vielleicht nicht nur allgemein in den Raum gestellt?
Liebe FS, wenn Dir ein "schneller" Witwer automatisch nicht genug Wärme hat, dann ist es richtig, wenn Du schnell gehst.
Gefällt Dir jemand...zieht er dich an und Dein Bauch sagt ja und nur die "Moral" im Kopf spricht dagegen....dann wirf sie über Bord.
Auch ein offensichtlich "freier" Mann, kann nachher doch noch Dinge nicht abgeschlossen haben....Rosenkriege seit Jahren führen...langweilig oder schlicht nicht nett sein.
Wenn man verliebt zusammenkommt lernt man sich ohnehin erst später wirklich kennen. Und das kann mit Witwer in die Hose gehen oder eben rictig gut werden.
Es sei denn der ist gefühlskalt zu seinen Kindern....dann renn...denn Herzspender, die die OP überlebt haben...sollten zum Zombierun und nicht an Deine Seite
 
  • #28
Alle Witwer sind über 70 bzw. einer über 80 Jahre alt.Warum denn nicht? Auch die Lebenszeit der "übriggebliebenen" Männer ist nicht unendlich... die haben nicht mehr die Zeit, das Leben noch ein bischen zu genießen, wie ein 30 jähriger Ehemann, der seine Frau plötzlich durch einen Verkehrsunfall verliert o.ä.

Das Gegenteil ist der Fall!

Die 70 und 80 jährigen haben ja schon ein schönes und weitestgehend komplettes Leben mit ihrer Frau gehabt. (wenn nicht, hat das nichts mit dem Tod zu tun!) +Kinder ++Enkelkinder etc.

Der 30 jährige hingegen i.d.R. noch nicht. Mit 30 mag das noch gehen, aber ich war z.B: Ende 3x, als meine Frau starb. Wenn ich zu dem Zeitpunkt gleich wieder gesucht hätte, dann hätte ich mit einem 3x Alter viel bessere Chancen gehabt, eine neue Frau für mich zu begeistern, als mit Anfang oder Mitte 4x.

Vikky hat es in einem anderen Thread schonmal auf den Punkt gebracht, dass ich mit 4x, wenn auch auf hohem Niveau, auch nur noch 2. Wahl bin und Frauen, wie ich sie haben möchte, zu großen Teilen einen Typ wie ich es bin, aber als 3x bevorzugen. Der hypothetische 30 jährige, der seine Frau bei einem Verkehrsunfall verlor gewinnt hier gegen mich (wenn er vorweisen kann, was ich in dem Alter vorweisen konnte), wenn er nach der gleichen Trauerzeit wieder sucht.

Die Verlierer sind nicht die ganz jungen Leute, die genug Zeit haben um nochmal von vorne anzufange und nicht die ganz alten, die ihr Leben bereits einmal gelebt haben, sondern die "mittelalten", die ihren Lebensplan noch nicht umgesetzt haben, aber nun auch nicht mehr umsetzen können!

V.m45
 
  • #29
dass ich mit 4x, wenn auch auf hohem Niveau, auch nur noch 2. Wahl bin und Frauen, wie ich sie haben möchte, zu großen Teilen einen Typ wie ich es bin, aber als 3x bevorzugen.

.....2. Wahl???????? Dann hat das Schicksal es mit dir sehr gut gemeint, dass sich die 3xDamen nicht für dich interessiert haben. Wenn sie diesen Typ gewollt hätten, den du verkörperst, dann hätte diese 4x keine Rolle gespielt. Was für eine Abwertung, die nur anhand einer kalendarischen Zahl zustande kommt.
 
G

Gast

Gast
  • #30
Dass für Männer Frauen recht leicht zu ersetzen sind, stelle ich bei Todesfällen auch immer wieder mit großer Uberraschung fest, meistens unabhängig avon, ob die Ehe gut lief oder nicht.
Dass ein Mann so an seiner verstorbenen Frau hängt wie Valmont und auch nach Jahren noch nicht für eine neue Partnerschaft frei ist wegen der grorLiebe ist nach meinen Erfahrungen ein Einzelfall.

Bei Männern mit Kindern hab eich den Eindruck, es ist ihnen weitgehend egal, welche Frau ins Haus kommt, Hauptsache eine, die ihnen den Alltag mit den Kindern und die Hausarbeit in einem Familienhaushalt abnimmt. Trauerzeit brauchen Sie offensichtlich nicht.

Bei älteren Männern nach einer eingeschlafenen Langzeitehe sehe ich es ähnlich, ziemlich fix ist eine andere Frau da, die aber genauso schnell wieder ausgetauscht wird, wenn sie nervt. Aß sind Männer, die mit dem Singlesein nicht so viel anfangen können, außer Frensehen kein Hobby haben und vor allen Dingen Freunde und Verwandte vernachlässigt haben.

Verwitwete Frauen, wollen nach einer unschönen Ehe nach meinen Erfahrungen eher keine neue Beziehung, sondern genießen die Freiheit. War die Ehe gut, haben sie meistens keinen Kopf für einen anderen Mann, sondern brauchen oft Jahre, bis sie sich an den Verlust des Partners gewöhnt haben. Daran sieht man m.E. Wie unterschiedlich Männer und Frauen lieben und das hat mich gegenüber Männern sehr vorsichtig gemacht, was das Eingehen einer neuen Beziehung angeht - lieber keine Gefühle in jemanden investieren, für den man so einfach austauschbar ist.
 
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