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Gast

  • #1

Neuer Partner für Frau mit Kindern?

Wie ist eure Meinung dazu, ob ein neuer Partner bei Alleinerziehenden eher positive oder negative Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder hat? Ist es unter Umständen besser, die Frau bleibt bis zur Volljährigkeit der Kinder bzw. bis diese das Haus verlassen allein?
 
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Gast

  • #2
Wie kann man denn überhaupt so eine Frage stellen?

Ich als Frau, die schon einige Erziehungsratgeber gelesen hat, bin davon überzeugt, dass heutige allerziehende Frauen einen riesen Fehler machen.

Entweder erziehst du aus deinem Töchterchen ein regelrechtes Püppchen oder aus deinem Sohn ein Muttersöhnchen. Es fehlt definitiv ein Vater - ob es dir passt oder nicht! Du kannst gewisse männliche Sichtweisen nicht deinem Kind vermitteln. Auch wenn du es denkst - nein, du kannst es nicht! Dein Kind braucht auch eine männliche Vertrauens- und Bezugsperson.
Töchter sind z.b. viel mehr vaterberbunden und flüchten in Problemsituation gerne von der Mutter; und Söhne brauchen in der Kindheit und Pubertät auch mal einen Mann, der mit ihnen angelt, Fussball spielt, ihnen was typische Männliches beispringt, das Mama verbietet - nein, das können sie nicht im Verein. Das findet daheim statt!
 
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Gast

  • #3
Liebe FS,
es gibt keinen Grund, auf eine Partnerschaft zu verzichten, nur weil Frau Kinder hat. Es muss nur klar sein, dass beide wie eine richtige Familie leben, d.h. der Partner sehr wohl Rechte in der Familie hat, auch etwas zum Verhalten der Kinder zu sagen.
Was nicht funktioniert ist Partnerschaft zu zweit und die Kinder sind Satelliten.
 
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Gast

  • #4
Ach, das alte Lied...

Ich erlebe es gerade so, dass der neue "soziale" Vater meint, die Vaterrolle des leiblichen Vaters übernehmen zu müssen.
Der möchte mich am liebsten aus dem Leben des Kleinkindes(1,5 Jahre) komplett zu eliminieren.
Die Mutter meines Kindes unterstützt das, so dass ich im Prinzip abgemeldet bin.
Sie möchte "heile" Familie spielen
Aber ich klage dagegen, und es wird in Zukunft problematisch werden. Insbesondere dann, wenn dem Kind nichts mehr vorgelogen werden kann. Aber dann habe ich Jahre an Entwicklung meines Kindes verpasst. Das kann mit niemand wieder geben.
Wenn eine Mutter den Kontakt zum Kind, zu Liebe des "sozialen Vater", bzw., des neues Freundes komplett blockiert, dann halte ich das für ganz schwer pathogen.

Aber der Begriff "Kindeswohl" wird hier nur sehr gern dazu missbraucht, die "Keine-Lust" Haltung der Mutter zu rechtfertigen.
Natürlich sind nicht alle Mütter so, aber was ich gerade erlebe, wird mich ein Leben lang prägen.
 
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Gast

  • #5
Üblicherweise wird hier im Forum die Meinung vertreten, dass der neue Partner glücklich verheiratete Eltern haben muss, damit er bindungsfähig ist. Wenn also die Alleinerziehende keinen neuen Partner hat, kann sie für ihre Kinder kein gutes Vorbild sein und die Kinder lernen nicht das richtige Verhalten innerhalb einer Beziehung.
 
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Gast

  • #6
Solange die Kinder erzogen sind und sich die neue Partnerin/ der neue Partner nich daneben benimmt, spricht m.E. überhaupt nichts dagegen.

Leider hab ich's z.B. völlig anders erlebt. Das Kind meiner Freundin war nicht ansatzweise erzogen und hat die ganze Familie terrorisiert, und sie selbst hat - vermutlich aus dümmlicher Eifersucht - meine Tochter gemobbt. Unter solchen Voraussetzungen kann man sich ein Zusammenleben natürlich sparen.

M 49
 
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Gast

  • #7
Eine Symbiose bis zur Volljährigkeit ist sicher nicht das Ideal. Perfekt finde ich zusammenwohnen in einem Haus mit den Großeltern, Mutter berufstätig und Kind ab 10 in Sportvereinen etc. aktiv. Mutter
geht ab und zu aus, hat einen Bekanntenkreis.
Wenn das Kind ca. 14 ist, kann die Mutter einen neuen Lebensgefährten suchen und ab der Volljährigkeit des Kindes mit ihm zusammenziehen. Aber im realen Leben nicht immer machbar.
Mutter und Kind bis 18 nur allein zusammen - da fehlen männliche Vorbilder und familiäre Integration.
 
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  • #8
.... was ich gerade erlebe, wird mich ein Leben lang prägen.
Das kann Deiner Ex egal sein - im Zweifel wird ihr der Gedanke sogar gefallen. Nur: die Abwesenheit des leiblichen Vaters wird eben auch das Leben Eures Kindes prägen. Damit richtet Deine Ex mehr Schaden beim Kind an, als ihr bewußt ist. Aber vielleicht nimmt sie das ja auch billigend in Kauf.
 
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Gast

  • #9
Ich bin mit Absicht, als meine Tochter in die Pubertät kam, Single geblieben, weil wir heftige Streits zwischen Tochter und Mutter hatten. Das wollte ich einem Mannn nicht zumuten. Meine Tochter hatte und hat aber sehr guten Kontakt zu ihrem leiblichen Vater, sie kommt in vielen Dingen nach ihm.

Kind hat gerade ABI gemacht, ist keine verwöhnte Görre, hat einen sehr herzlichen und lieben Freundeskreis, einen sehr angenehmen Freund, dessen Mutter auch AE ist. Von alleine Seiten höre und hörte ich, dass sie eine angenehme junge Frau ist. Grosse Probleme ausser mit mir ,-), gab es nie.

Inzwischen interessieren sich viele Männer für mich, aber alle haben wesentliche kleinere Kinde. Nee, mag ich nicht. Ich will mein Leben jetzt geniessen und keine Erziehungsarbeit mehr leisten, bis ich Oma werde und das wird hoffentlich mindestens noch 10 Jahre dauern.

Den AE-Müttern mit kleineren Kinder kann ich nur raten sich genau den Mann anzuschauen, sich Zeit zu lassen, sich ausserhalb der Wohnung zu treffen und nicht so schnell auf Familie zu machen, das geht meistens nach hinten los.

w
 
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Gast

  • #10
Meine Güte, was für Fragen!
Das kann man doch nicht verallgemeinern!?
Kommt doch auf den neuen Mann an, auf die Mutter, auf die Kinder, auf die Art und Weise, wie und wann die Eltern sich getrennt haben, welches Verhältnis sie zum Vater haben und welches sie zum Zweitvater/Freund der Mutter haben. Wie die Mutter das Verhältnis zwischen Kindern und Neu-Mann vermittelt und und und...
Klar kann das gut klappen, meine Kinder hätten da sicher nichts dagegen, die würden sich sicher über ein bisschen männliche Gegenwart freuen. Bisher hatte ich aber noch keinen Mann kennengelernt, den ich meinen Kindern vorstellen wollte... So blieb es bis jetzt dabei, dass ich es auf Affärenbasis belassen habe. :)
 
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Gast

  • #11
Ich halte "Patchwork" für eine schlechte Idee. Außer, wenn der leibliche Vater/Mutter ein Totalausfall ist, akzeptiert man als Kind nicht so leicht einen Fremden an der Seite der Mutter oder des Vaters.
Für den neuen Partner ist es ebenfalls eine unerfreuliche Situation und für den alten Partner sowieso.
Kind braucht Vater zum Angeln - was für ein komisches Klischee, was da bedient wird. Ich habe mit meinem Vater weder geangelt noch Fußball gespielt. Schließlich gibt es auch Männer, die andere Hobbys haben.
 
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Gast

  • #12
Mutter und Kind bis 18 nur allein zusammen - da fehlen männliche Vorbilder und familiäre Integration.
Quatsch, der Kindesvater ist in meinem Fall vorhanden, es gab Lehrer, es gab Väter von Schulfreundinnen, es gab Männer im Verein, also meine Tochter hat genug gute Männer vor allen Dingen um sich rum gehabt. Sie hat sogar nette langjährige männliche Freunde und einen sehr angenehmen Freund aus netten Elternhaus einer AE-Mutter.

Es gibt immer solche und solche.

w
 
  • #13
Es fehlt definitiv ein Vater - ob es dir passt oder nicht! Du kannst gewisse männliche Sichtweisen nicht deinem Kind vermitteln. Auch wenn du es denkst - nein, du kannst es nicht! Dein Kind braucht auch eine männliche Vertrauens- und Bezugsperson.
Das finde ich schon eigentlich auch - was aber, wenn der Vater sich trotz intensiver Bemühungen verweigert?

Soll Frau dann den Kindern auf Teufel komm 'raus irgendeinen Typen vor die Nase setzen? Sorry, das wäre doch wohl Schwachsinn!

Boxen hat mein Sohn von seiner äußerst wehrhaften Schwester gelernt, Fußballspielen mit Freunden, geklettert sind wir alle drei, haben Touren im Gebirge gemacht. Der junge Mann ist eher ausgeprägt Macho als Weichei, ich denke, da hat eher meiner Tochter der Vater gefehlt.

Ich habe viele Jahre auf Partnersuche verzichtet, weil ich die Kinder nicht mit erneuten Unsicherheiten und Enttäuschungen konfrontieren wollte. Keine Ahnung, ob es die richtige Entscheidung war - ich hätte mir mit keinem Mann, den ich getroffen habe, vorstellen können, dass es klappen könnte.

Meinen jetzigen Partner haben sie sofort akzeptiert, sprechen freiwillig und von sich aus mit ihm über Probleme. Aber natürlich kann er keine Vaterfigur im engeren Sinn mehr werden, sie waren schon 17 und 19, als wir uns kennengelernt haben.

Ich kann nur weiter für die Beiden da sein - ihr Leben meistern müssen sie selbst. Den festen Boden unter ihren Füßen stellt unsere sehr tief vertraute Beziehung dar, das formulieren sie selbst auch so - immerhin mehr, als viele andere Leute haben.
 
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  • #14
Das kann Deiner Ex egal sein - im Zweifel wird ihr der Gedanke sogar gefallen. Nur: die Abwesenheit des leiblichen Vaters wird eben auch das Leben Eures Kindes prägen. Damit richtet Deine Ex mehr Schaden beim Kind an, als ihr bewußt ist. Aber vielleicht nimmt sie das ja auch billigend in Kauf.
Ich kenne Frauen, die sind so auf sich selbst fixiert, dass sie das nicht einmal mehr wahrnehmen können. Die verlassen den biologischen Vater, bringen ("wegen der Liebe") einen sozialen Vater halb rein und wieder raus, danach verschwinden sie nächte- (nein: wochen-)lang zu irgendwelchen Lebensabschnittsgefährten und bringen auch einige von denen rein in und wieder raus aus ihrer Rumpffamilie. Umzüge dieserhalb inbegriffen. Und das alles mit Kindern im wenn auch fortgeschrittenen Schulalter (15-19).

[Mod]

M.
 
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  • #15
Dein Kind braucht auch eine männliche Vertrauens- und Bezugsperson.
...und ein alltägliches männliches Vorbild.
Insgesamt stelle ich fest, dass es (meinen) Kindern sehr gut tut, einen Mann im Haus zu erleben.
Auch wenn ich den Kontakt zum leiblichen Vater nie unterbunden habe, sehen ihn meine Kinder selten, im Durchschnitt einmal pro Monat für 48 Stunden, seit nunmehr sechseinhalb Jahren. Viel zu wenig, meiner Meinung nach, und auch deshalb kein Wunder, dass gerade mein sechsjähriger Sohn sich massiv von sich aus meinem neuen Partner zuwendet.

Im Übrigen glaube ich, dass Kinder elterliches Unglück und Verzicht auf menschliche Nähe zwischen den Eltern durchaus empfinden und dass es sie belastet. Meine Große hatte mich schon drei Jahre vor der Trennung aufgefordert, als ich mal wieder unglücklich im Garten saß: "Lass Dich scheiden, er liebt Dich nicht mehr." Das hatte ich nicht fertig gebracht, nicht zuletzt den Kindern zuliebe. Dass es mein Ex die ganze Zeit ebenfalls nur den Kindern zuliebe sein ließ sich zu trennen, hat er mir erst in der Trennungsmail erklärt. Natürlich bin ich meinen Kindern jetzt eine tatkräftigere und glücklichere, entspanntere Mutter als in den letzten Jahren meiner unglücklichen Ehe mit allerlei teils schwerwiegenden psychosomatischen Problemen. Manchmal lässt sich das Glück der Eltern eben nicht fein säuberlich von kindlichen Glück trennen.

Dass es ebenso problematisch ist, Kindern zuzumuten, elterliche Beziehungsversuche mitansehen zu müssen oder deshalb sogar umzuziehen- keine Frage! Natürlich habe ich auch mir da zweimal, bei meinen zwei gescheiterten Versuchen, große Vorwürfe machen müssen. Aber auch das können Kinder sehr gut einsortieren. Wenn der neue Partner nicht in die Familie passt (und auch nicht passend gemacht werden kann ;-), spüren das Kinder manchmal schneller als die Mutter selbst es glauben mag, und fordern Trennungs- Konsequenzen.

Saepe hat selbstverständlich recht, dass man Kindern nicht "irgendwelche Typen" zumuten solle- selbst dann, wenn man glaubt, die richtige Wahl getroffen zu haben, bleibt noch ein Restrisiko des Scheiterns, des Nicht-Passens, einer erneuten Trennungserfahrung. Mir war aber immer klar, dass ich nur mit einem Partner an meiner Seite wirklich "ganz", wirklich glücklich sein kann.
Wenn ich mir nun ansehe, wie glücklich meine Kinder, der Sohn meines Partners und er und ich selbst nun zusammen sind, kann ich mit Überzeugung sagen:
Der Kampf um ein neues Glück war es wert! Ein umfassend liebevolles, tief verständnisvolles Miteinander entschädigt für die Verletzungen der Vergangenheit!
 
  • #16
Nachtrag:
... und mein bzw. das elterliche Scheitern sortieren meine Kinder als "traurig aber menschenmögllich" ein-
nichts, was sie auf sich beziehen würden,
nichts, was ihr Verhältnis zu beiden leiblichen Elternteilen negativ beeinflussen würde
und nichts, was in ihnen die Überzeugung hervorgerufen hätte, dass menschliche Bindungen ohnehin nicht halten würden.

Meine Große ist nur überzeugt davon, dass sie mit ihrer Menschenkenntnis einmal von vornherein und für immer einen passenden Partner finden wird. Ich wünsch(t)e es ihr.
 
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  • #17
Hier nochmal FS: Danke für eure recht unterschiedlichen Antworten. Die Frage sollte auch jeder aus seiner eigenen Perspektive beantworten, denn generalisieren kann man sicherlich nicht.
Zu meinem Fall: der Vater meiner Tochter entledigte sich komplett seiner Verantwortung, ich war gezwungen, mehrere Hundert km wegzuziehen, da es beruflich nicht anders ging und mein Ex mir keinen Unterhalt zahlen wollte.
Zudem war ich bereits Ende 40 und Großeltern oder andere Verwandte nicht in der Nähe. Beruflich hatte ich zu kämpfen, emotional keinen Rückhalt, und somit war meine Aufmerksamkeit auch nicht immer auf meine Tochter gerichtet. Vielleicht ist euch die Situation so klarer.