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Gast

  • #1

Neuer Partner, vorerst Kondome - bin ich zu ängstlich?

Bei einem unserer nächsten Treffen könnte es, so hoffe ich, zu ersten Zärtlichkeiten und/oder zu einem Gespräch über Verhütung kommen. So weit ich es in meinem Umfeld mitbekommen habe (nach einer langen Beziehung war ich, w 31, die letzten zwei Jahre allein), scheinen die meisten in der ersten Zeit mit einem neuen Partner Kondome zu benutzen und dann irgendwann auf die Pille umzusteigen.

Mein Problem: Ich fühle mich beim Gedanken an diese Kondom-Phase extrem unwohl. Der Schutz vor Schwangerschaft und vor allem vor Krankheiten ist nur mechanisch, ich würde also im Hinterkopf immer denken "bloß vorsichtig sein"; der Pearl-Index ist recht hoch; man muss hinterher gut Hände und Penis waschen usw. usw. Frederika hat das Problem hier ja des Öfteren schon beschrieben und ich teile ihre Meinung vollauf.

Am liebsten würde ich dem Mann nun meine diesbezüglichen Ängste einfach gestehen und vorschlagen, dass ich mir wieder die Pille verschreiben lasse und wir beide schon vor dem ersten Mal einen Test auf sexuell übertragbare Krankheiten machen. Allerdings fürchte ich, das ist unspontan, unromantisch und extrem schlechter Stil; er würde dies als Misstrauen oder Beleidigung auffassen oder genervt sein, dass ich so überängstlich bin oder sich festgenagelt on Richtung auf eine feste Beziehung fühlen.

Was denken die männlichen Forumsleser darüber? Würde euch das sehr abschrecken? Wie sollte die Frau so etwas kommunizieren, damit es euch nicht verletzt? Und an die Leserinnen, welche Erfahrungen habt ihr?

Danke Euch.
 
  • #2
Sorry aber wenn Du es so willst dann mach es doch so: Du sagst Deinen Wunsch und wenn er nicht bereit ist, sich testen zu lassen, dann vergiß ihn.

Willst es wirklich zulassen, daß er allein bestimmt, wie verhütet wird ? Und vor allem willst beim Sex ein ungutes Gefühl haben ?

Du bist doch insoweit bereit, zu geben, sprich es Dir eben ohne Gummi besorgen zu lassen. Erhöhe mal Dein Selbstwertgefühl dahingehend, daß das ein Privileg ist für einen Mann, für das er ruhig etwas tun (also sich testen lassen) kann.

Und wenn er nicht ehrlich mit sowas umgehen kann - vergiß ihn, weil ablehnen kann er es nur, wenn es ihm nicht auf Dich, Dein Befinden und Deine Ängste sondern auf das baldige Umsetzen seines Sexualtriebs ankommt.

Und genau da liegt der Vorteil für Dich / Euch: Das Thema ist besprochen, es ist klar, daß noch eine gewisse Zeitspanne vergeht - was aber nicht heißt, daß Ihr in dieser Zeit nicht machen dürft.
 
  • #3
Nein, Du bist keineswegs überängstlich. Die statistische Wahrscheinlichkeit, sich beispielsweise HIV zu holen, ist zwar sehr gering, aber eben doch vorhanden. Vor allem ist nicht zu leugnen, daß sich auf dem Singlemarkt auch Leute tummeln, die das statistisch geringe Risiko schon so oft eingegangen sind, daß es eben nicht mehr ganz so gering ist. Und das sieht man ihnen nicht an.

Allerdings halte ich Deine vorgehensweise für nicht praktikabel. Da sind Deine Bedenken berechtigt. Zum Sex kommt einfach es irgendwann. Das ist ja nicht geplant, obwohl oft beide vorher wissen, daß es passieren wird. Niemand redet zuvor darüber, dass man beim nächsten Treffen doch mal miteinander schlafen könne und was dabei und zuvor zu beachten sei. Willst Du etwa bevor es so weit ist, den - noch potentiellen - Sexpartner darauf ansprechen, daß Ihr Euch zunächst testen lassen solltet, weil Ihr doch alsbald gemeinsam ins Bett gehen würdet?

Also müßtest Du, wenn es zu den ersten sexuellen Annäherungen kommt, diese erst mal auf Eis legen, bis die Testung gemacht wurde. Das würde vielleicht gehen, tötet aber die Situation und kommt - mit Deiner Begründung - wahrscheinlich ganz schlecht rüber. Ich hatte zwar in der Vergangenheit nie ein Problem, wenn es beim ersten Sex aus den unterschiedlichsten Gründen nicht bis zum Geschlechtsverkehr kam. Eigentlich fand ich das manchmal gar nicht schlecht, weil man auch als Mann erst mal Sicherheit und Vertrauen gewinnen konnte. Aber die Ansage: "Wollen würde ich grundsätzlich schon, aber erst wenn ich Dein Gesundheitszeugnis gesehen habe!", würde mich kränken, obwohl ich grundsätzlich Verständnis für Deine Haltung habe. Das paßt einfach nicht in die entsprechende Situation, so blöde das auch sein mag. Die Zurückweisung ginge konkludent mit der Begründung einhergeht, Du wissest ja nicht welche ansteckende Krankheiten ich mir beim Herumvögeln, im Bordell, beim intravenösen Betäubungsmittelmißbrauch oder sonstwo geholt habe. So abstrakt richtig das aus Deiner Sicht sein mag, so irrational verletzend ist das für den entsprechenden Menschen.

Mein Vorschlag wäre: Nimm die Pille, wenn Du auf Partnersuche bist und sie Dich nicht über Gebühr belastet. Gleichwohl solltest Du den Gebrauch von Kondomen in der ersten Nacht nicht gänzlich ausschließen. Dann hast Du Schwangerschaft und Krankheit vorgebeugt. Nach der ersten Nacht beim Frühstück, kannst Du ihm ja eröffnen, daß Du Kondome genauso wenig magst wie er, Du aber Sex ohne Kondome nur entspannt genießen könntest, wenn Ihr beide sicher seid, insoweit gesund zu sein.

Andere Lösung: Suche Dir einen Blutspender.
 
G

Gast

  • #4
Über das von der FS beschriebene Problem habe ich (w) mir auch schon so oft den Kopf zerbrochen. Hier wird ja so toll und theoretisch über "Maßnahmen" geredet, die man am Anfang einer sich anbahnenden Beziehung ergreifen sollte. Jedoch ist das wohl nicht praktisch umsetzbar. Männer mögen keine Kondome, sie mögen auch sexuell nicht abgewiesen oder gestoppt werden, wenn es zur Sache geht. Das Einfordern von Tests empfinden sie als Kränkung. Als ewig zahlender Samenspender wollen sie auch nicht fungieren, sie wollen ihren Spaß haben und Frau erst mal sexuell "austesten", ob sie für was Festeres taugt. Alles in allem habe ich den Eindruck, dass es dem Mann zu viel ist, am Anfang schon das volle Programm mit Gesundheitszeugnis zu bieten und so viel Verantwortung zu übernehmen für etwas, was sich vielleicht als Flop entpuppt. Psychologisch gesehen wollen sich die meisten Menschen mit einem Gang zum Test nicht "einreden", sie seien möglicherweise krank, wo sie doch keinerlei Symptome aufweisen. Jemand, der zum ersten Mal eine Fernbrille verpasst bekommt, war sich seiner Fehlsichtigkeit ja auch nicht bewusst.
Und im Eifer des sexuellen Gefechts bzw. der Erregung vergisst man dann schnell die Formalitäten und will nur noch das "Eine". Ich habe schon Männer erlebt, denen es in dem Moment dann total egal gewesen wäre, wenn das Nachfolgen bzw. Nachkommen gegeben hätte, weil sie das verflixte Kondom stört.
Ich habe einen Kandidaten, der jetzt schon so heiß gelaufen ist, dass er beim anstehenden ersten Date unbedingt mit mir schlafen möchte. So ehrlich war er sogar.
Und nein, ich bin sehr anständig, vorsichtig und zurückhaltend, aber für andere anscheinend so erotisch und gefühlvoll...
 
  • #5
Ich denke, jeder weiss, dass Sex ohne Kondom angenehmer ist als mit, schon allein durch die kurze Unterbrechung beim Ueberziehen... Aber ich finde, egal, wie gut man sich kennt usw. ist Kondom in den ersten Monaten einer Beziehung IMMER Pflicht. Ganz einfach, weil ich erstens nicht weiss, wo der gute Junge denn kurz vor mir schon gesteckt hat, und zweitens ich auch noch nicht das Vertrauen haette, meine Hand 100% fuer einen Mann ins Feuer legen wuerde, trotz Test weiss ich ja nicht, ob ich auch wirklich die einzige Auserwaehlte bin (ja, ich bin ein gebrandmarktes Kind).
Nunja, und da ich mich auch nicht alleine auf ein Kondom verlassen will, weil das auch leicht mal abrutscht, oder, oder, oder hab ich noch zusaetzlich eine Spirale...
Und Vorsicht ist immer besser als Nachsicht :)
 
G

Gast

  • #6
Mal etwas zum HIV - Test: So einfach ist das ja nicht, Testergebnis negativ und alles ist gut. Es gibt da einen Zeitraum, innerhalb der jemand sehr wohl etwas im Körper tragen kann, sich das aber im Test NOCH nicht zeigt.
Meines Wissens beträgt dieser Zeitraum - mehrere Monate - !! Sicherheit gibt es also nur, wenn man einige Monate auf intime Kontakte verzichtet und genau weiß dass der andere in der Zwischenzeit keine weiteren sexuellen Kontakte hatte.
Erst dann kann es nach erfolgtem Test und Ergebnis 'negativ' unbeschwert in die Betten gehen.

Fragestellerin, darüber denke bitte einmal nach - denn Du kennst Deinen Datepartner bestimmt noch nicht so lange.
 
  • #7
Männer mögen keine Kondome, sie mögen auch sexuell nicht abgewiesen oder gestoppt werden, wenn es zur Sache geht. Das Einfordern von Tests empfinden sie als Kränkung.

Erzähl vor allem das erstere mal einem schwulen Mann. Der macht dich einen Kopf kürzer, wenn er nicht grade Bareback-Kamikaze ist. Unter Männern kann das schnell schwere Körperverletzung werden.
So lange nicht klar ist, daß beide ok. sind, finde ich Kondome wichtig.
Klar kann man mit der Statistik rangehen und sagen: Bei soundsoviel Neuinfektionen unter Heteros ist es unwahrscheinlich, vor allem wenn beide eine zurückhaltende Singlephase hinter sich haben.
Aber weiß man, wen der Mann vorher gedatet hat? Weiß man, ob die beiden Sex hatten und die Dame womöglich auf Bisexuelle steht oder jemand in dritter Reihe mit einem Faible für Drogennutten mit im Spiel war?
Bei der Onlinesuche spannen sich ganz schnell große Netze von intimen Kontakten. Auch wenn sich alle vornehmen, es langsam anzugehen und nicht mit jedem in die Kiste zu steigen. Man ist ausgehungert, möchte Spaß haben, hat sich verknallt, möchte einen Mann binden... Das geht schnell und genauso schnell gehen blöde Infektionen. Das muß nicht mal HIV sein, da reichen Chlamydien.
Dazu kommt, daß ich darauf bestehe, daß der Mann, vor allem in der ersten Zeit seinen Anteil zur Verhütung leistet, damit er sich verantwortlich fühlt.. Damit sind sämtlichen Vorwürfe, daß eine Frau trotz der Pille einem Mann ein Kind angehangen hat, obsolet.
 
V

Vicky

  • #9
Mein jetziger Freund und ich sind recht früh zusammen gekommen - schon beim 3. Treffen. Ich habe ihm dann gesagt, dass wir ja dann irgendwann wohl auch zusammen schlafen werden und ich mich wohler fühlen würde wenn wir beide einen Aidstest machen würden.

Mein Freund ist niemand, der durch sämtliche Betten gehüpft ist aber natürlich hatte er einige Beziehungen - genauso wie ich. Vor allem bei meinem Ex-Freund konnte ich mir rückblickend nicht sicher sein, ob er mich nicht bei längeren Auslandsaufenthalten betrogen hatte.

Mein Freund hat sehr verständnisvoll auf meine Bitte reagiert und war einverstanden. Wir sind zusammen in ein Labor gegangen, wo uns Blut abgenommen wurde und schon wenige Stunden später haben wir telefonisch das Ergebnis erhalten. Damit wußte jeder von sich selbst und vom anderen, dass wir gesund sind - also zumindest kein HIV haben.

Ich verstehe ehrlich gesagt überhaupt nicht, warum ein Mann (oder auch eine Frau) beleidigt reagieren könnte bei einem Vorschlag, zuerst Kondome zu verwenden oder einen Test zu machen. Man unterstellt dem anderen doch damit nicht, dass er das Leben eines Wanderpokals geführt hat. Es würde doch schon reichen wenn man Freund früher von seiner Ex-Freundin betrogen worden wäre, sie sich dabei angesteckt und ihm von dem Seitensprung nichts gebeichtet hätte. Oder vielleicht ist nicht mal fremdgegangen, sondern wiederum ihr Ex oder die Ex des Ex usw. Haben beide mal ein paar Beziehungen, wird die Gefahr doch von Mal zu Mal größer und die darunter liegenden Geflechte sind für fast niemanden mehr durchschaubar.

@ FS: Ich würde Dir auch raten, mir die Pille verschreiben zu lassen. Sie ist einfach sicherer als die Anwendung von Kondomen. Recht hast Du natürlich damit, dass ein Gespräch - genau dann wenn der Sex unmittelbar bevorsteht - nicht gerade günstig ist. Gehe doch einfach mit ihm spazieren und teile ihm Deine Sorgen mit - genauso wie Du es hier auch gemacht hast. Ich vertrete die Meinung, dass man mit niemandem zusammen sein sollte und auch - im eigenen Interesse - mit niemandem Sex haben sollte, dem man solche Ängste und Sorgen nicht mitteilen kann. Wer darauf nicht verständnisvoll reagiert und mich mit meinen (nicht irrationalen) Ängsten dann nicht ernstnimmt, der wäre nichts für mich. Nichts als Beziehungspartner und nichts als Sexpartner.
 
  • #10
Männer mögen keine Kondome, sie mögen auch sexuell nicht abgewiesen oder gestoppt werden, wenn es zur Sache geht. Das Einfordern von Tests empfinden sie als Kränkung. Als ewig zahlender Samenspender wollen sie auch nicht fungieren, ...

Männer mögen keine Kondome, OK. Das mag für einige gelten, aber nicht für alle. Manche schlafen bis an's Ende ihrer Tage mit Kondom miteinander. Ich "mag" Kondome auch nicht, aber sie sind ein notwendiges Übel.
Ich bin getestet und das sogar mehrfach und nicht nur auf HIV sondern auf das ganze testbare Programm. Meine Gesundheit und die meiner Partnerin(en) liegt mir am Herzen und somit gehören Kondome und Test für mich einfach dazu. Keine Diskussion. Ich empfinde es als sehr befremdlich wie manche Menschen mit dem Thema umgehen und eine Frau die Sex ohne Kondom will und mir keinen Test vorlegen möchte kommt für mich nicht in Frage. Insofern kann ich Deine Aussage "Das Einfordern von Tests empfinden sie als Kränkung" aus meiner Perspektive nicht nachvollziehen. Ich würde Männer und Frauen die so reagieren aussortieren.
Ungetestet und ohne Kondom Sex zu haben ist kein Spaß, das ist angewandte Dummheit und russisches Roulette in einem.
 
G

Gast

  • #11
Liebe FS, wenn mich eine Frau ansprechen würde, dass sie lieber einen HIV-Test macht und die Pille nimmt, dann würde mich das total freuen. Zeigt doch von Verantwortungsbewusstsein.
 
G

Gast

  • #12
Es würde doch schon reichen wenn man Freund früher von seiner Ex-Freundin betrogen worden wäre, sie sich dabei angesteckt und ihm von dem Seitensprung nichts gebeichtet hätte. Oder vielleicht ist nicht mal fremdgegangen, sondern wiederum ihr Ex oder die Ex des Ex usw

Dein Vortrag ist für mich teilweise nachvollziehbar. Aber weißt Du denn, ob Du nicht von Deinem Ex-Freund betrogen wurdest und er Dich anschließend angesteckt hat?

Wir hatten das Thema bereits in einem anderen Thread: kränkend ist nicht der Wunsch nach einem Test, sondern der einseitige Wunsch nach dem Motto: ich selbst hatte nie eine Gelegenheit mich anzustecken, aber bei dir bin ich mir da nicht so sicher.

Folglich sehe ich es als eine üble Beleidigung an, den Test (oder das Kondom) mit der Begründung zu fordern, der künftige Partner könnte infiziert sein. Für mich wäre das ein absolutes No-Go. Wenn schon, müssen beide sich als möglicherweise HIV-positiv sehen und beide sich zum Schutz des anderen testen lassen. Nur das ist gelebte Partnerschaft.

Ich würde übrigens als Mann gar nicht warten wollen, bis meine Freundin mich darum bittet, sondern schon vorher zum Arzt gehen. Wahlweise zum Blutspenden. So viel Verantwortung für den Partner muß einfach sein.
 
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