• #1

Neustart in meiner Heimat oder Weiterkämpfen in seiner?

Mein Partner und ich stehen vor einer Entscheidung,die wir nicht zu treffen vermögen:
Wir leben seit 4 Jahren zusammen,seit Januar ist auch seine Tochter (10) ganz (vorher 50%) bei uns. Leider habe ich es nie gut geschafft, mich damit abzufinden,dass ein Kind mind 50% bzw 100% der Zeit bei uns ist. Ich habe mein Bestes gegeben, höre auch von vielen, wie toll ich das mache, aber für mich selbst war es oft hart (depressive Phase,therapeutische Hilfe gesucht). Ich ärgere mich, aber ich scheine es nicht gut zu schaffen, aus der Situation mit der Tochter einfach das Beste zu machen.
Wir haben uns im Studium kennengelernt und ich habe mich damals entschieden, hier bei ihm zu bleiben. Zwar kam das Thema, in meine Heimat zu ziehen immer mal auf, aber er hatte das Totschlag-Argument mit seiner Tochter. Jetzt hat sich herausgestellt, dass die leibliche Mutter Alkoholprobleme, einen gewalttätigen Partner hat. Nun bietet es sich an ("Bruch" mit der Mutter, Schulwechsel der Kleinen, Ende des befristeten Vertrags meines Partners, ggf Versetzung bei mir), dass wir vlt. doch umziehen; in meine Heimat - wir hätten mehr Unterstützung bei der Betreuung der Kleinen (und später bei eigenen Kindern). Mein Partner kann sich aber nicht vorstellen, hier alles aufzugeben (Freunde, seine Mutter, seinen Nebenjob, Verein). Mir würde es auch schwer fallen, weil ich mir hier mittlerweile auch was aufgebaut habe. Aber ich möchte meine eigenen Kinder so gern bei meiner Familie großziehen (hier ist nur seine Mutter) und ich hoffe, dass mir der Rückhalt meiner Familie hilft, die Situation mit seiner Tochter besser zu meistern (zumal ich dann nicht nur meine Bedürfnisse hinter die meines Partners stelle, sondern er mir auch entgegen gekommen ist). Genauso kann ich meinen Partner auch verstehen. Manchmal frage ich mich, ob wir uns einfach alle 3 nicht gut tun und jeder von uns "was besseres" verdient hätte. Aber wir lieben uns unglaublich und können uns ein Leben ohne den anderen gar nicht mehr vorstellen; wollen nicht alles aufgeben, was wir uns zusammen aufgebaut haben.
Jetzt stehen wir vor der Wahl: Ich ziehe alleine in meine Heimat und er schaut, ob sie nachkommen (direkt würde er nicht mitkommen) oder ich bleibe hier, wir versuchen nochmal etwas zu ändern (er und die Kleine gehen 2 Tage die Woche zu seiner Mutter, ich besuche meine Family öfter) und entscheiden dann in einem halben Jahr, wie es weitergeht. Dann wird es mit der Versetzung aber wahrscheinlich etwas schwieriger bei mir...
 
  • #2
Liebe Maxime,

Alles eine schwierige Situation.

Der wirklich relevante Fakt ist - ihr liebt Euch.
Dann sollte es doch eine Lösung geben, dass ihr alle glücklich leben könnt. Aktuell ist es eher belastend.

Ihr könnt gemeinsam alles Stellschrauben anschauen und prüfen, was ist veränderbar, bei welchen Optionen gibt es welche Vor- bzw. Nachteile.
Manchmal sind das längere Prozesse, wenn ich selbst so unentschieden bin, vertage ich Entscheidungen.
Zum passenden Augenblick kam die stimmige Lösung, manchmal sogar eine, an die ich vorher nicht dachte.
Nur überstürzte Entscheidungen habe ich immer bereut - es muss rational richtig sein, aber vor allem das Bauchgefühl muss ja sagen.

Vielleicht ist die Vertragung bei Euch erstmal die bessere Option, bis ihr beide klarer sieht.
 
  • #3
Leider habe ich es nie gut geschafft, mich damit abzufinden,dass ein Kind mind 50% bzw 100% der Zeit bei uns ist.
Wie äußerst sich denn das? Streit, Konflikte?
Aus der Sicht des Vaters würde ich mein Kind nicht in eine Situation bringen, wo es sich nicht willkommen fühlt.
wir hätten mehr Unterstützung bei der Betreuung der Kleinen (und später bei eigenen Kindern
Erstens kannst du nicht davon ausgehen, daß du das ungewollte Stiefkind an deine Familie abschieben kannst - vielleicht denken die wie du, und wollen sie auch nicht?
Zweitens kann ich mir kaum vorstellen, daß der Mann weitere Kinder will - seines ist schon recht groß, und er erlebt jeden Tag, wie wenig du damit zurechtkommst. Hat er sich diesbezüglich klar deklariert?
 
  • #4
Depressionen hast du doch nicht wegen der Tochter bekommen. Sicherlich mag es manchmal anstrengend sein, ein Kind zu betreuen, in die Ersatzmutterrolle zu wachsen. Aber ein sechs- bis zehnjähriges Kind ist noch relativ pflegeleicht. Ich habe den Eindruck sie wird zum Sündenbock für anderes, was deinem Glück und eurer Partnerschaft im Weg steht.

Bevor du dir darüber nicht im Klaren bist, wirst du keine richtige Heimat finden.

Warum kannst du sie nicht in dein Herz schließen, sie hat es mit einer alkoholkranken Mutter und Gewalterfahrung sicher schwer gehabt. Vielleicht blüht sie richtig auf, wenn sie ganz bei euch ist, ihr euch bei der Betreuung und Erziehung gegenseitig unterstützt. Das wäre bei gemeinsamen Kindern genauso wichtig und Voraussetzung für eine gute Beziehung. Egal an welchem Ort ihr euch niederlassen wollt.
 
  • #5
Vielleicht können wir ein paar eckdaten haben.
Wie alt seid ihr und das Kind?
Und in welches Land bzw welche Region möchtet ihr ziehen?!

Und warum lehnt dein inneres dieses Kind ab?
 
  • #6
Wie es sich äußert: Nicht durch Konflikte oder Streitereien oder sonstiges. Es läuft alles ganz normal, nur dass es mir dabei eben oft schlecht geht. Ich fresse das eher in mich hinein, spreche mit meinem Partner darüber, aber ansonsten ziehe ich mich einfach zwischendurch manchmal zurück und weine o.ä. oder ich habe einfach eine gedämpfte Stimmung, d.h. nicht, dass ich die Kleine anzicke, sondern ich lache einfach nicht so herzlich mit, ich bin nicht so redselig etc. (Im Übrigen: Ich habe keine Depressionen, sondern hatte eine "depressive" Phase...) Und der Kleinen scheint es sehr gut bei uns zu gehen. Wenn sie vor der Wahl steht zur Oma oder bei mir bleiben, wenn mein Freund mal unterwegs ist, möchte sie bei mir bleiben...sie wird vermutlich merken, dass es nicht immer alles leicht ist hier, aber ich denke nicht, dass sie sich nicht willkommen fühlt oder es ihr nicht gut geht. Seit sie ganz bei uns ist, ist sie förmlich aufgeblüht, weint viel weniger...
Bezüglich meiner Familie und der Kleinen: Ich weiß, dass sie sich um sie kümmern würden, weil sie das jetzt auch schon tun. Sie ist jetzt schon hin und wieder mal ein ganzes Wochenende bei meiner Mutter (im übrigen ist sie da lieber als bei der Oma hier vor Ort). Die Kleine mag meine Familie sehr gern und genießt die großen Familienfeiern mit allen und insbesondere meiner kleinen Cousine, die nur 1 Jahr jünger ist.
Thema eigene Kinder: Tja, das war tatsächlich vor einiger Zeit ein großes Ding zwischen meinem Partner und mir. Er konnte es sich doch nicht mehr vorstellen. Ich war/bin eh immer unsicher, gerade weil ich sehe, wie es mit der Kleinen ist. Ich mache mir große Vorwürfe und ich wünschte, ich wüsste, warum ich sie nicht in mein Herz schließen kann, @ Schwalbenweg...Als ich sie kennenlernte war sie übrigens 4 und wahrscheinlich durch die Sache mit ihrer Mutter war/ist sie leider schon ein sehr betreuungsintensives Kind. Manchmal zwieifel ich so sehr an mir und werfe mir vor egoistisch zu sein und dass ich besser nie eigene Kinder bekomme. Es tut mir schrecklich weh, aber ich schaffe es einfach nicht, besser damit klar zu kommen. Bezüglich eigener Kinder habe ich einfach die Hoffnung, dass es da was ganz anderes ist und mein Partner und ich schließen zumindest nichts mehr aus, aber eine Entscheidung haben wir sicher noch nicht getroffen...
 
  • #7
Mein Partner ist 29, ich bin 30, die Kleine 10. Er ist sehr früh Vater geworden und hat von Anfang an einen Großteil der Verantwortung übernommen. Allerdings fällt ihm das hin und wieder schwer, weil er nun mal auf vieles verzichten musste und muss, was seine Kumpels noch voll ausleben. Das ist im Übrigen auch ein Grund, der es mir so schwer macht mit der Kleinen - ich beneide die, die noch nicht diese Verantwortung tragen müssen, sondern nur sich als Paar haben und ihre Zweisamkeit und Freiheit voll ausleben können und dann irgendwann bereit sind für einen Dritten im Bunde und sich voller Liebe dafür entscheiden . Ich weiß, dass mir diese Denkweise null hilft, sondern es mir nur schwerer macht, denn es ist nunmal wie es ist, aber ich schaffe es nicht, sie abzulegen. Bin da aber für jeden Tipp dankbar! Vielleicht bin ich auch einfach zu verwöhnt und kann mich nicht damit abfinden, dass das Leben nunmal kein Ponyhof ist?! Ich verzweifel daran! Ich will es ja freudig akzeptieren, damit wir alle glücklich zusammen leben können, aber ich kriege es nicht hin...
Wir wohnen im Moment gute 2 Stunden von meiner Heimat entfernt - lächerlich kleine Distanz, ich weiß, aber eben doch so viel, dass man nicht mal eben auf nen Kaffee vorbeischauen kann oder so. Und meine Heimat liegt an einem See - ich vermisse das Wasser und die Weite der Natur...
 
  • #8
Zwar kam das Thema, in meine Heimat zu ziehen immer mal auf, aber er hatte das Totschlag-Argument mit seiner Tochter.
Heimat. Man kann einen Menschen aus seiner Heimat entfernen, aber man kann niemals die Heimat aus einem Menschen entfernen: „die Sehnsucht nach dir bleibt für immer und ewig in mir”.

Aus Dir wird aber auch noch etwas anderes „entfernt”, nämlich die Selbstbestimmung über Deine Freizeit:
war/ist sie leider schon ein sehr betreuungsintensives Kind.
24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, immer steht das Kind Deines Partners im Mittelpunkt und niemals Du selbst. Mal ein Buch lesen, mal hinausgehen in die Natur, mal einen Film sehen, der sonst keinen aus Deiner Familie interessiert: unmöglich. Nicht heute, nicht morgen, nicht in einem Jahr. Geschweige denn, in der Weltgegend leben, mit der Du verwurzelt bist.

Gib Dich nicht auf. Wenn schon kein Kompromiß gefunden werden kann, dann trage diese Last bitte nicht allein. Werde egoistischer.
 
  • #9
Liebe Maxime,
vielleicht hast du einfach nur Heimweh oder bekommst zu wenig Anerkennung durch deinen Freund. Du schreibst sehr wenig über ihn. Auf jeden Fall bist du in seiner Heimat geblieben, hast dich um sein Kind gekümmert, vielleicht zu viel Verantwortung getragen und Aufgaben übernommen, für die du gar nicht zuständig bist. Außerdem scheinst du dir ein Kind zu wünschen und er nicht wirklich. Vielleicht hast du zu viel gegeben und zu wenig bekommen, da ist der Akku irgendwann leer.

Ändere was, mach was für dich, nutze den tollen Frühling. Flirte ruhig, das ist gut fürs Ego und nicht verboten, kauf dir schicke Sachen, mach einen tollen Urlaub mit Freunden, anstatt für die Zukunft zu sparen. Wenn er nach vier Jahren noch immer rumeiert wegen einem Kind, hast du lange genug gewartet. Vielleicht glaubt dein Freund, dich zu sicher zu haben. Und wenn dein Herz sich nach deiner Familie und deiner Heimat sehnt, dann höre auf es.

Mach dir nicht zu viele Gedanken um deinen Freund und die Kleine, deine Wünsche sind genau so wichtig. Und das Angebot, in deiner Heimat die Patchworkfamilie zu vervollständigen steht ja. Die Kleine kann dich dort gern besuchen kommen, mit und ohne den Papa. Mit zehn ist sie in einem Alter, in dem sie selbstständig Aufgaben übernehmen kann, du kannst mit ihr gemeinsam kochen, baden fahren und sportlich viel unternehmen.
 
  • #10
Mir ist der Zusammenhang zwischen den Depressionen und Eurer Situation nicht klar. Hast Du Depressionen explizit wegen dem Kind, das bei euch ist? Generell solltest Du Dir dann die Frage stellen, ob du nicht mit Kindern insgesamt überfordert bist. Dann würden eigene auch in der Nähe Deiner Familie keinen Sinn machen.

Ein Umzug hängt auch von der Lebenssituation in den jeweiligen Ländern ab. Wie soll Dir hier jemand raten, wenn Du die Länder nicht nennst. Wenn Du aus Ghana kommst, ist völlig logisch, dass ein Franzose nicht mit seiner kleinen Tochter in Deine Heimat ziehen möchte. Du schreibst auch nichts zu beruflichen Chancen oder Risiken, die sich durch einen Umzug ergeben.

Dein Partner möchte offenbar nicht umziehen, Du auch nicht wirklich. Ob es in Deiner Familie üblich und realistisch ist, Kinder, erst Recht Fremde, bei den Eltern abzuladen, weil man selbst überfordert ist, kannst nur Du beurteilen. Wie weit eine Erpressung durch Deinen Umzug etwas bringen soll, ist mir nicht klar.
 
  • #11
@Lebens_Lust: wie bereits geschrieben, habe ich keine Depressionen! Die Rede war von einer depressiven Phase, wie sie wohl die meisten schonmal erlebt haben. Und ja, das kam sicher zu einem Großteil durch die gesamte Situation und meine beschriebenen Schwierigkeiten damit. Was das für eigene Kinder bedeutet frage ich mich (wie ebenfalls geschrieben) auch. Außerdem geht es um zwei Gegenden in Deutschland, die etwa 2 Stunden voneinander entfernt liegen (s. oben) und beruflich wäre für mich eine Versetzung möglich (auch hier - wie bereits erwähnt) und mein Partner muss sich eh was Neues suchen, weil der Vertrag ausläuft - die Chancen sind in beiden Gegenden gleich. Es redet niemand von Kind abschieben!!! Es geht um Unterstützung (mal einen Nachmittag was mit Oma machen oder mal ein Wochenende bei der Tante), die ja wohl in den meisten Familien normal ist. Und was genau meinst du bitte mit Erpressung??? Mein Partner und ich stehen gemeinsam! vor dieser Entscheidung. Ich weiß nicht, was mein Post bei dir bewirkt zu haben scheint, aber du scheinst sehr gefiltert gelesen zu haben und das möchte ich so nicht auf mir sitzen lassen!

Vielen Dank für die anderen Ratschläge! Ja, vielleicht habe ich auf zu vieles verzichtet und deshalb einen Overload?! Vielleicht sollten wir es wirklich nochmal ausprobieren und ich ziehe mich etwas mehr raus, versuche mehr meinen Freiraum zu leben...
 
  • #12
Hallo FS,

Du schreibst schlicht sehr unklar und es kamen ja mehrere Nachfragen wegen der Lage der Orte. Wenn Du schreibst "Ich ziehe in meine Heimat und er schaut, ob er nachkommt" kann das auch bedeuten, Du ziehst jetzt um und dann kann er sich überlegen, was er will. Und zwei Stunden entfernt kann auch zwei Flugstunden bedeuten.
Depressive Phasen, in denen Therapeuten aufgesucht werden, haben vermutlich auch noch nicht alle hier erlebt. Auch zu meinen Aussagen bezüglich eigener Kinder kannst Du herauslesen, was Du hören möchtest. Du hast eine Frage gestellt, ich habe nur auf das reagiert, was Du schreibst und was es bei mir auslöst.
 
E

EarlyWinter

Gast
  • #13
Mein Gott, zwei Orte, beide in D, die gerade mal 2 Stunden voneinander entfernt sind und du schreibst, als würdet ihr gerade in China leben. Ich dachte, du bist in einem anderen Land!
Das arme Kind tut mir so leid, bei der Mutter ein Horror und Freundin von Papa bekommt depressive Phasen weil sie 2 Stunden von Zuhause weg wohnt und sich 50% um sie kümmern muss.
Wenn es nur 50% sind dann habt ihr doch auch Paar-Zeit. Sonst darf man eben keinen Partner mit Kind nehmen.
Also ehrlich, liebe FS, es ist wie es ist, entweder du schaffst es, deine Sichtweise zu ändern oder du musst schauen, dass du so glücklich wirst, wie es für dich richtig ist, mit einem Mann, der dann nur dir gehört und dein jetziger Freund hat dann die Chance, eine Frau kennenzulernen, die ihn UND seine Kleine liebt, was vor allem für das Kind von entscheidender Bedeutung ist.
Dich machen gerade viele Dinge unglücklich und ich glaube, das hat am wenigsten mit dem Kind zu tun. Und da gibt es keine Tipps - entweder du liebst sie oder nicht. Wenn du sie liebst dann stört sie auch nicht. Ich komme aus einem "Stief"-Umfeld und habe im Freundeskreis genug Beispiele von hervorragend funktionierenden Beziehungen mit Stiefkindern und habe in all den Jahren nicht ein einziges Mal solche Sätze gehört, die ich von dir oder manchen anderen Fragestellerinnen im Forum lese. Ein Kind ist ein Kind, wenn es kein fieses und gemeines Biest ist dann verstehe ich einfach nicht, wie man für ein Kind nicht automatisch Beschützerinstinkt entwickelt und es liebt. Aber so verschieden sind die Menschen deshalb musst du überlegen, ob du auf Dauer so glücklich sein kannst denn das ist wichtig und nur dann kann auch deine ganze Familie glücklich sein und gut funktionieren.
 
  • #14
Ich wollte hier eigentlich nichts schreiben, weil mich einiges an der Geschichte an meinen Ex erinnert.
Du bist sehr wohl für ihn an "seinen" Ort gegangen, aber er will jetzt nicht dasselbe für dich tun?
Mach das was DICH glücklich macht! Du willst diese Versetzung annehmen, und zu DEINEN Wurzeln zurückkehren, dann lass dir das von ihm doch nicht mit so Argumenten wie "ich müsst da neu anfangen" madig machen. Du hast ja auch einmal alles aufgegeben, und bei ihm neu anfangen müssen. Weshalb wird das von dir ganz selbstverständlich vorausgesetzt, und du bekommst dafür gar nichts zurück? Im Gegenteil, bekommst du auch noch ein fremdes Kind aufgehalst.

Die Situation macht dich doch schon fertig. Das betreuungsintensive, fremde Kind. Die fehlende eigene Familie. Wegen einem verständnislosen, egoistischen Partner beruflich zurückstecken zu müssen...Eine depressive Verstimmung ist nicht so harmlos, und du brauchst sie nicht harmlos reden. Es ist der Vorbote zu Depressionen.
Wo bleibst du mit deinen Bedürfnissen in dieser Partnerschaft?
 
  • #15
Also, ich gehe von 2 Stunden via Auto aus....
Du bist 30 und möchtest grundsätzlich auch einmal eigene Kinder.
Auch dafür würdest du gerne näher zu deiner Familie......Wenn Kinder, dann gerne mit Unterstützung.
Du stehst grundsätzlich zwischen: noch Party und der Entscheidung Mutter zu werden.

Indirekt hat die Kleine Dir also die Möglichkeit zu Deiner eigenen Entscheidung genommen.
Wird im Moment so gelebt und fühlt sich so an....
Ist aber nicht so!

Das hängt nur von Dir und von ihm ab.
Du meinst ohne die Kleine, hätte er mehr reine Partnerzeit mit Dir....ohne könntet ihr mehr feiern, zusammen wegziehen etc.
Damit gibst Du der Kleinen die komplette Verantwortung!

Nein Du hast einen Partner, der mit Dir nicht die komplette Paarbeziehung auslebt.
Mit dem die Jugendliche Leichtigkeit nicht mehr so gelebt wird.
Mit dem Du in Verantwortung kommst, die du so noch nicht übernehmen wolltest.
Und jemand der jetzt, wo bei dir die Entscheidung ansteht, nicht sofort mit umzieht, wenn du wg Job und Familie zurück gehst. Nicht mal, wo er sowieso einen neuen Job braucht und dort Hilfe wartet.
Und das, wo du dein Leben für ihn geändert hast.
Eigentlich müsste er nach deinen Leistungen erkennen, dass Du die beste bist und dir überall hin folgen. Und wissen, dass du bei Haushalt und Kind Unterstützung brauchst.

Ob für seine Tochter, seine Kumpels, sein Hobby ist doch egal.
Er entscheidet ggf für sich nicht wie du es wünschst.


Es gibt keine Gründe, dass sein Verhalten an seiner Tochter liegt....höchstens dass er früh ernsthafter geworden ist.

Er ist das Thema und nicht das Kind.
Und Du bist traurig, dass er jetzt nicht Dich unterstützt.

Und hier suchst du Argumente, die ihn vielleicht noch überreden.

Wenn Du nicht an dich denkst, dann tut es kein anderer!
Du musst Deine Entscheidung treffen und er seine....
Wenn es eben nicht geklappt hat, diese gemeinsam zu treffen.

Aber komm auf den Punkt! Erstmal in Dir!
 
  • #16
Du bist sehr wohl für ihn an "seinen" Ort gegangen, aber er will jetzt nicht dasselbe für dich tun?

Wenn ich den Text der FS richtig lese, dann haben sie sich beim Studium in seiner Stadt kennengelernt und sie ist nicht wegen ihm dorthin gegangen, sondern wegen dem Studium. Mit Studium wähl man auch einen Wohnort nicht danach aus, wo Mama wohnt, sondern wo beide beruflich eine passende Stelle finden. Sie wird sich zu Beginn des Studiums die Stadt ja wohl passend ausgesucht haben.
Für mich wäre "zurück zur Familie", möglichst noch mit enger Anbindung, keine gute Lösung. Aber Selbstständigkeit kann man natürlich so oder so sehen und die Bequemlichkeit zu Hause hat auch Vorteile. Eigentlich haben sich doch beide gut eingerichtet und natürlich ist dann wohl ein guter Zeitpunkt zu wechseln, wenn man will. Das hängt aber doch nicht nur von ihrer Familie ab, sondern von vielen anderen Faktoren, z. B. den beruflichen und privaten Möglichkeiten in beiden Städten.
Ich sehe keine pauschale "Verpflichtung" bei ihm und finde es nicht zwingend logisch, in ihre Stadt zu ziehen. Über so etwas redet man doch und trifft gemeinsam eine Entscheidung. Genauso wie man sich zu Beginn der Beziehung überlegt, ob man einen Partner mit Kind nimmt oder nicht.
 
  • #17
Aus meiner Sicht solltest du anfangen, dich selbst zu schützen. Und auch deine Zukunft.
Das sind keine gesunden Verhältnisse. Liebe und helfen wollen hin oder her.
Möchtest du eine normale, glückliche Familie? Das wird mit seiner alkoholkranken Ex und dem Kind nicht möglich sein. Du kannst die Uhr danach stellen, wann sie wieder ankommt, clean und ihre Ansprüche am Kind geltend macht. Auch deinen zukünftigen Kindern werden diese fragwürdigen Verhältnisse schaden. Du kommst hier in einen Abwärtsstrudel mit hinein, den du ohne ihn nicht hättest.
 
  • #18
Wenn ich den Text der FS richtig lese, dann haben sie sich beim Studium in seiner Stadt kennengelernt und sie ist nicht wegen ihm dorthin gegangen, sondern wegen dem Studium.

Stimmt, das habe ich übersehen, und bin sofort darauf angesprungen.
Dennoch glaube ich, die FS muss hier auch auf sich schauen. Sie opfert sich in dieser Situation auf, und leidet unter der alkoholkranken Ex, dem betreuungsintensiven fremden Kind, dem Fehlen ihrer eigenen Familie.
Es kommt nicht wirklich heraus, als hätte sie die volle Unterstützung und das Verständnis des Partners. Also sollte sie auf sich selber schauen, und die Versetzung annehmen.
 
  • #19
Für mich wäre "zurück zur Familie", möglichst noch mit enger Anbindung, keine gute Lösung ... Eigentlich haben sich doch beide gut eingerichtet ... Ich sehe keine pauschale "Verpflichtung" bei ihm und finde es nicht zwingend logisch, in ihre Stadt zu ziehen.
Nein? Sie haben sich so „eingerichtet”, daß die Vorteile alle bei ihm liegen, insbesondere was die Betreuung seines Kindes angeht. Sicher, sie hat ihn mit Kind kennengelernt (allerdings nicht mit 100% Anwesenheit desselben). Und sie ging wegen des Studiums von zuhause weg. Aber nun zieht sie Bilanz und stellt fest: sie erzieht ein betreuungsintensives Kind, das nicht ihr eigenes ist, und sie hat wegen der Entfernung auch keinen Rückhalt aus ihrer Familie. Er hingegen genießt uneingeschränkt Freunde, Mutter, Nebenjob, Verein etc.

Ich sehe hier durchaus eine Verpflichtung des Mannes, seiner Partnerin zuliebe einen gewissen Ausgleich in die Waagschale zu werfen.
 
  • #20
Ich verstehe voll und ganz, wenn der FS die Belastung zu viel ist. Auch bin ich ebenso der Ansicht, dass sie auf sich schauen sollte, die (therapiebedürftigen!) depressiven Verstimmungen würde ich nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Die fehlende Unterstützung des Partners stelle ich nicht in Frage, allerdings fehlen hier explizit Informationen (so wie zu anderen Punkten auch). Darüber hinaus frage ich mich eben, ob ihr dann Kinder nicht generell zu viel Last sind. Ich glaube nicht, dass die Belastung durch eigene Kinder grundsätzlich immer einfacher ist.

Die Frage ist doch: ist es eine Lösung, zurück zur eigenen Familie zu ziehen, ist es das "Gewicht in der Waagschale", das ihr Partner bringen sollte?
Ich bin der Ansicht, das entscheidet man nicht ausschließlich nach dem Punkt, dass die Mutter sich dann um die (hier sogar fremden) Kinder kümmert. Ist die Mutter dafür zuständig, selbst für eigene Kinder der FS? Kann die FS das verlangen, ist es wirklich eine Lösung, der Familie der FS die Arbeit aufzuhalsen, die durch das Kind ihres Partners verursacht wird? Darf man Eltern einplanen, um für die eigenen Kinder zu sorgen? Was sagen die Eltern dazu? Wie ist seine Idee, sein Kind zu 100% zu betreuen? Sind alle drei auch in anderer Hinsicht (berufliches und privates Umfeld) glücklich in der Umgebung, aus der die FS kommt? Zieht die FS nur wegen des Kindes ihres Partners nach Hause zurück? Würde sie sich auch ohne ihn in dieser Umgebung wohler fühlen?
 
  • #21
Die fehlende Unterstützung des Partners stelle ich nicht in Frage, allerdings fehlen hier explizit Informationen (so wie zu anderen Punkten auch). Darüber hinaus frage ich mich eben, ob ihr dann Kinder nicht generell zu viel Last sind. Ich glaube nicht, dass die Belastung durch eigene Kinder grundsätzlich immer einfacher ist.
Nein, aber die Motivation, der Antrieb, ist für eigene Kinder bestimmt nocheinmal anders als für ein fremdes Kind.
Und zu fehlenden Informationen: ich verstehe schon, dass Informationen hier so nach und nach kommen. Mit der Zeichenbegrenzung muss man beim ersten Post gut haushalten!

So wie ich die Situation der FS verstanden habe, geht es um eine Chance für sie, sich beruflich zu entwickeln. Diese Möglichkeit gibt es auch noch in der Nähe ihrer Familie.

Darf man Eltern einplanen, um für die eigenen Kinder zu sorgen? Was sagen die Eltern dazu? Wie ist seine Idee, sein Kind zu 100% zu betreuen?
Man darf, wenn man das vorher gut abgesprochen hat. Ist ja auch etwas das durchaus üblich ist. Aber, mMn nicht als Selbstverständlichkeit, a la "hier bin ich mit meinem Anhang...kümmer dich"
Seine Idee, so wie ich das verstehe hier, ist, dass seine Partnerin sich um alles kümmert. Auch wieder mit einer Selbstverständlichkeit, wo ich die Verstimmungen der FS nachvollziehen kann.
 
  • #22
Seine Idee, so wie ich das verstehe hier, ist, dass seine Partnerin sich um alles kümmert. Auch wieder mit einer Selbstverständlichkeit, wo ich die Verstimmungen der FS nachvollziehen kann.

Auch das lese ich nicht. Woraus schliesst Du das? Ich will das auch gar nicht pauschal bestreiten, aber mir fehlt hier schlicht die Information: Wie stellt der Vater gegenwärtig die Betreuung seines Kindes sicher? War das Kind bisher 50% bei ihnen und er ist arbeiten gegangen, während die FS sich um das Kind gekümmert hat? Oder ist das Kind um 16 Uhr nach der Ganztagsschule und am Wochenende bei ihnen, wenn er von der Arbeit zu Hause ist?

Wenn sie vor der Wahl steht zur Oma oder bei mir bleiben, wenn mein Freund mal unterwegs ist, möchte sie bei mir bleiben....

klingt explizit eher danach, dass die FS sich nicht regelmäßig oder dauernd alleine um das Kind kümmert.

Sie schreibt dagegen
Leider habe ich es nie gut geschafft, mich damit abzufinden,dass ein Kind mind 50% bzw 100% der Zeit bei uns ist.

Klingt für mich auch eher danach, dass sie einfach mehr Zeit für eine Zweierbeziehung möchte und das Kind an sich "stört". Da steht auch "uns" und ich lese nirgends, dass sie sich aufgrund einseitiger Arbeitsteilung überlastet fühlt oder z. B. beruflich einschränken müsste, um für das Kind zu sorgen. Habe ich etwas überlesen?

Völlig außer Frage steht für mich, dass ein Kind eine Beziehung einschränkt. Ich habe selbst eine Beziehung mit einer AE, von AE-Müttern wird selbstverständlich vorausgesetzt, dass das Kind zu 90% anwesend ist und der Mann sich damit abfindet, frei nach dem Motto "Uns gibt es nur im Doppelpack".

Darüber kann ich mich aber nicht pauschal beklagen, wenn dies bei Beginn der Beziehung bekannt ist.
 
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