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Gast

  • #1

Nicht gleich die Flinte ins Korn werfen?

Ich (w,35) lerne seit vier Monaten einen Mann (31) kennen, der sich nun allmählich als "bindungsängstlicher" Typ herausstellt. Auch ich hatte anfangs ziemliche Schwierigkeiten, mich auf ihn einzulassen. Seitdem mir das immer besser gelingt, hat sein Rückzug begonnen. Er ist eher ein Einzelgänger, pflegt wenige verbindliche Freundschaften, hat schwierige Beziehungserfahrungen hinter sich, etliche Affären in den letzten Jahren. Ich halte ihn für sensibel und reflektiert.

Ich habe meine Bedürfnisse gut im Blick. Ich weiß, was ich brauche, und wir sprechen darüber miteinander. Ich möchte gern zuversichtlich bleiben und unserer Entwicklung Zeit geben.

Mich interessieren hier v.a. Eure positiven Erfahrungen. Hat sich bei Euch nach ähnlichen anfänglichen Schwierigkeiten noch eine beständige, feste Partnerschaft entwickelt?
 
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Gast

  • #2
Nein!!!! Und bei so einem Menschen würde ich schnell gehen!

w 49
 
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Gast

  • #3
Mich interessieren hier v.a. Eure positiven Erfahrungen. Hat sich bei Euch nach ähnlichen anfänglichen Schwierigkeiten noch eine beständige, feste Partnerschaft entwickelt?
Die Frage ist zwar noch nicht ganze 2h online, aber du solltest evtl. auch die schlechten Erfahrungen zulassen. ;)

Ich kann dir weder mit einer guten noch mit einer schlechten dienen. Du sagst du weißt, was für dich wichtig ist. Wenn du das weiterhin im Auge behälst und er das auch weiß, dann kannst du dich auch (gefühlsmäßig) von ihm trennen... wenn du merkst, diese Beziehung ist nix für dich.

Wenn er sich nur auf dich einlässt, sobald du dich zurückziehst...dann ist was faul.
 
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Gast

  • #4
Liebe FS,
ja, es gibt auch positive Erfahrungen! Es hat fast 14 Monate gedauert, bis er "Beziehung" zulassen konnte! Je näher ich zu Beginn kam, desto mehr hatte er sich zurückgezogen - bis er wieder kam. Du brauchst unheimlich viel Geduld & Verständnis. Ich war teilweise in dieser Zeit fast am Verzweifeln. Trotzdem habe ich nie aufgegeben. Es kostet mehr als nur Mut - kann sich jedoch lohnen, vor allem wenn Du ihn aufrichtig liebst mit seinen Stärken UND seinen Schwächen
Alles Gute!
w
 
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Gast

  • #5
Liebe FS,
ich habe zweimal ähnliches mit einem Mann erlebt. Leider ist es in beiden Fällen schief gelaufen, sodass ich Dir nicht mit einer postiven Erfahrung weiterhelfen kann. In einem Fall ging in der ersten Zeit alle Initiative von ihm aus, und ich war diejenige, die sich erstmal über ihre Gefühle klar werden musste. Als ich mir dann sicher war, was ich will und ihm das auch gezeigt habe, hat er sich immer mehr zurück gezogen, bis ich es auch nach vier Monaten nicht mehr ausgehalten und ihn darauf angesprochen habe. Es tut immer weh, wenn man als derjenige, der bereits Gefühle entwickelt hat, ein solches Gespräch beginnen muss. Letztlich hat er selbst nicht erklären können, warum, aber das Fazit war, dass er meinte, seine Gefühle würden für eine Beziehung nicht ausreichen, und dass er, wenn ich ihn nicht darauf angesprochen hätte, das auch wohl nicht zugegeben hätte. Ich will nicht zu viel interpretieren, weil ja jeder Mensch anders ist, aber vielleicht hat ihn erst meine Initiative, ihm meine Gefühle zu zeigen, dazu gebracht, ernsthaft über die Frage nachzudenken, ob er wiklich eine Beziehung mit mir will, weil bis dahin ja noch alles ganz locker und einfach und ohne jede Verpflichtung lief. Vielleicht ist das bei Deinem auch so?

Du musst Dich fragen, wie lange Du die Unsicherheit aushalten kannst und willst. Vier Monate sind zwar nicht lange, aber auch nicht so kurz, dass man nicht wissen kann, ob man Gefühle entwickelt oder nicht. Und wenn er tatsächlich aufgrund seiner schlechten Erfahrungen Angst vor einer neuen Bindung hat, musst Du Dich fragen, ob Du wiklich diejenige sein kannst und willst, die ihm zeigt, wie schön die Liebe sein kann. Nur Du kannst beurteilen, ob es sich lohnt.

Viel Glück!
 
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Gast

  • #6
Es kann funktionieren, aber es ist nicht einfach, wenn du immer mehr Gefühle entwickelst. Das Wichtigste ist, dass du nie anfängst, ihm nachzulaufen. Dies kann sehr leicht passieren, wenn du immer wieder Angst hast, weil er abtaucht. Bitte mache dann nur diesen Fehler nicht, um ihn zu kämpfen, ihn anzurufen usw, sondern lass immer ihn kommen. Er braucht Zeit, um Vertrauen zu fassen. Sobald er Druck spürt, Erwartungen usw. wird er immer mehr von dir abrücken. Auch mit zu vielen Diskussionen wäre ich vorsichtig.
Ich habe meinen bindungsängstlichen, sensiblen und reflektierten Partner verloren, weil ich den Fehler machte, ihm nachzulaufen oder Vorwürfe zu machen. Solch ein Mensch braucht viel Raum und Zeit für den Aufbau seines Vertrauens und dem Zugestehen seiner Gefühle. Während dieser Zeit ist es nicht leicht für dich. Dafür finde ich, sind die Erlebnisse mit solch einem Mann wundervoll, wegen ihrer Sensibilität und dem eigentlich sehr großen Herz. Ich vermisse meinen bindungsängstlichen Mann unbeschreiblich und ich wünschte, ich hätte ihn nie unter Druck gesetzt.
Ich wünsche dir von Herzen viel Glück!
 
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Gast

  • #7
Nein. Ich habe mehr als 3 Jahre in einen bindungsängstlichen Typ investiert, habe immer sehr lange Leine gelassen. Er hat viel Zeit für sich in Anspruch genommen, wir war nie zusammen in der Stadt unterwegs. Aber wir sind viel gereist und hatten tolle Zeiten. Es war wie eine Droge. Und es lief die letzten Monate immer besser, so habe ich das Thema Bindungsangst bei ihm ausgeblendet. Vor 4 Wochen hat er mich nun damit konfrontiert, dass er ausser mir auch noch für eine andere Gefühle hat. Meine Welt ist zusammengebrochen.
Nun habe ich herausgefunden, dass er mindestens 6 Monate ein Doppelleben hatte. Das erklärt auch, warum er oft keine Zeit hatte oder auch nicht erreichbar war.
Die Trennung fällt mir verdammt schwer. Ich bin sozusagen aus dem 7. Himmel in die Hölle gestürzt.
Ich kann Dir nur abraten, dich auf einen Bindungsängstlichen einzulassen, ausser es ist eine Affäre und du behältst immer die Kontrolle über Deine Gefühle, das aber sicherlich sehr schwer ist.
 
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Gast

  • #8
Nach meiner heutigen Erfahrung kann ich sagen, lass es bleiben. Ich habe mir dies zweimal angetan und in beiden Fällen nahm es kein gutes Ende für mich.

Du musst natürlich für Dich selbst entscheiden, wie leidensfähig Du bist bzw. wieviel Geduld Du aufbringen möchtest und Dich vor Rückschlägen nicht unterkriegen lässt - sprich: Du brauchst einen sehr langen Atem, weil die Initiative immer von Dir ausgehen wird.

Wie hier schon ein Gast schrieb: Laufe ihm nicht nach, wenn man Funkstille seinerseits herrscht und führe Dein eigenes Leben und schiele nicht _zu_ sehr auf seine Bedürfnisse.

w
 
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Gast

  • #9
Ich bin in einer anderen, wenn auch ähnlichen Situation als die FS und habe die Kommentare mit Interesse gelesen.
Der Sugus aus den Erfahrungen scheint zu sein, dass:
man für den beziehungsängstlichen Partner Verständnis entgegenbringt und ihn nicht einengt, aber dennoch Grenzen aufzeigt.
Man sollte also jedenfalls bei sich bleiben und unbedingt die eigenen Interessen wahren, damit Geben und Nehmen auch in dieser Situation ausgeglichen ist (also auch den Beziehungsängstlichen "kommen" lassen, was besonders viel Zeit und Geduld braucht).
Ich denke außerdem, man sollte sich einen Zeitrahmen setzen um zumindest nach Ablauf dieser Zeit reflektieren zu können, ob das Ganze überhaupt Sinn macht.
 
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Gast

  • #10
Jemand, der bindungsängstlich ist und stattdessen reichlich Affären hat, ist erst mal verdorben für eine ernsthafte Beziehung. Er soll sich erst mal eine längere Auszeit nehmen und zuende reflektieren, bis er weiß ob er Partnerschaft oder Affären will.

Ich würde keine Zeit in ihn investieren, sondern mich Männern zuwenden, die mich mit ihrem pseudoreflektiertem Psychokram nicht vollmüllen - es sei denn Du bist Krankenschwester ind der Fachausbildung Psychiatrie oder Psychotherapeutin in Ausbildung und brauchst noch etwas praktisches Testmaterial für die Steigerung Deiner Belastbarkeit.

w, 55
 
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Gast

  • #11
Was schwierig anfängt, bleibt auch schwierig.
 
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Gast

  • #12
Hier mal aus der Sicht eines Mannes, dem selbst mal Andeutungen gemacht wurden, er sei "bindungsängstlich": Da steckt doch nur die Sorge dahinter, verletzt zu werden, wenn ich mich auf eine "unpassende" Frau einlasse. Dagegen hilft nur eins: Voll und ganz drauf einlassen. Und zwar tief und heftig!
Lass ihn also nicht mehr so "rumeiern" sondern mach ihm klar, dass er dich nur ganz oder gar nicht haben kann! Kein "Rumgewurschtel" mehr.
 
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Gast

  • #13
Hier ist die mittlerweile schwer verliebte FS mit einer kurzen Rückmeldung.

Über drei Monate sind seit meiner Fragestellung vergangen und unsere Beziehung hat sich sehr positiv entwickelt. Wir haben die schwierige Anfangszeit gemeinsam überwunden und wachsen
nun langsam aber stetig zusammen.