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  • #1

Nicht verheiratet - Regelung finanzielle Situation

Hallo Community

Ich bin etwas ratlos, deshalb hier mein Anliegen: Mein Freund (30J) und ich (29J) sind nun 2,5J zusammen und wohnen seid ca. einem halben Jahr zusammen in seinem Haus. Er hat das Haus schon gekauft bevor wir uns kennengelernt haben und umgebaut/angebaut/renoviert. Er sieht das als unser Zuhause an und unterscheidet nicht zwischen deins und meins. Wir haben auch alle Neuanschaffungen hälftig geteilt etc. Ich beteilige mich an allen monatlich anfallend Kosten (Kredit, Nebenkosten, etc.) was das Haus betrifft hälftig. Das ist für mich auch soweit in Ordnung. Jetzt müssen aber im und um das Haus herum noch einige grössere Dinge angeschafft und auch noch bauliche Maßnahme vorgenommen werden. Mein Freund möchte nun, dass ich mich auch an diesen Kosten jeweils hälftig beteilige. Des Weiteren hat er durch die massiv gestiegenen Baukosten die letzten Monate finanzielle Probleme und ich habe ihm schon mehrmals ausgeholfen.

Nun das Problem, rechtlich gesehen gehört alles meinem Freund. Würde es hart auf hart kommen, hätte ich keine Ansprüche. Dabei denke ich nicht mal an Trennung, sondern auch, wenn ihm etwas zustoßen würde. Da wir nicht verheiratet sind, habe ich da keinerlei Ansprüche. Ich habe dieses Thema bereits angesprochen, er war darüber etwas überrascht. Er ist der Meinung, dies hat etwas mit Vertrauen zu tun und da er nicht davon ausgeht, dass wir uns trennen, sieht er da auch keinen Handlungsbedarf, da irgendwann (nach Heirat) sowieso alles dann zusammengelegt wird. Und für ihn das eigentlich klar war/ist dass wir uns das zusammen gemeinsam weiter für unser Leben aufbauen und falls das wirklich nicht so sein sollte, wird er mir die entsprechenden Beträge zurück zahlen. Um ehrlich zu sein macht mir das etwas ein mulmiges Gefühl, es ist nicht so, dass ich mir nicht sicher wäre, im Gegenteil ich bin sehr glücklich. Dennoch war meine Freundin in einer ähnlichen Situation und ist damit ganz schön auf die Nase gefallen, da einfach nichts schriftlich/notariell geregelt war, das hat mir zu denken gegeben. Wir haben z.B. auch über einen Grundbucheintrag gesprochen, aber das wäre ja dann 50/50 und natürlich auch nicht fair, da er ja bereits sehr viel mehr Geld als ich investiert hat. Zudem wäre ein entsprechender Eintrag sehr teuer. Diese Situation ist NOCH kein Streitthema, allerdings möchte ich es erst gar nicht so weit kommen lassen. Bitte nicht falsch verstehen, mir kommt es hier nicht auf jeden Cent an. Ich habe auch bereits versucht mich im Internet schlau zu machen, aber habe nur die Situation gefunden, wenn man unverheiratet zusammen ein Haus kauft, das ist dann natürlich einfacher.

Kann mir jemand einen Tipp geben wie man das in diesem Fall so regelt, dass es da im Härtefall keine Diskussion und eine klare Regelung gibt? Hilft hier nur der Weg zum Anwalt (was ich eigentlich gerne vermeiden würde)?

Danke und Grüsse
SnowFlake
 
  • #2
Ohne Grundbucheintrag kein Investment in sein Haus. Der Grunducheintrag kann auch Anteilig vorgenommen werden, nicht nur 50/50.
 
  • #3
Hallo, ich kenne es aus der Nachbarschaft: unverheiratetes Paar, er besitzt Häuser und seine Freundin trägt die Nebenkosten für das gemeinsam bewohnte Haus. Im Falle einer Trennung hätte sie nichts. Aber sie haftet eben auch nicht, wenn er nicht mehr zahlen kann.

Stellt doch Kontakt zu einem Notar her. Der kann euch beraten.
 
  • #4
Hallo Community

Ich bin etwas ratlos, deshalb hier mein Anliegen: Mein Freund (30J) und ich (29J) sind nun 2,5J zusammen und wohnen seid ca. einem halben Jahr zusammen in seinem Haus.
Okay, es ist und bleibt sein Haus. Du wohnst dort und es ist nur fair, wenn du einen angemessenen Teil der Kosten trägst.
Wenn du Investitionen trägst, hast du im Grundsatz ein Recht auf Ausgleich nach einer Trennung, aber das ist im Einzelfall schwer durchsetzbar.
Ein Anwalt kann dir helfen, ist aber sehr teuer, davon rate ich ab. Ein einfacher Weg ist, einen Notar aufzusuchen und eine Grundschuld zu deinen Gunsten einzutragen. Der Notar erklärt euch das genau und es kostet relativ wenig.
Du wirst hier sehr viel Laien Meinungen bekommen, die kannst du lesen, aber viel helfen werden sie nicht.
Liebe ist eine schöne Sache, aber nach der Liebe kommt selten Geld zurück. Frag einen Notar, die kennen sich aus.
 
  • #5
Nun das Problem, rechtlich gesehen gehört alles meinem Freund. Würde es hart auf hart kommen, hätte ich keine Ansprüche.
Genau das ist der Punkt. Wir haben die gleiche Situation. Allerdings zahlt sie eben meinen Kredit nicht mit ab. Ihr gehört schlicht NICHTS. Sie beteiligt sich eher an Kleinigkeiten, kauf schon mal ein Möbelstück und an den laufenden Kosten.

Wir lassen uns 2023 extern beraten zunächst aufgrund unterschiedlicher Sichtweise mit einem neutralen dritten und dann wird es irgendwann notariell fixiert.

Grundbucheinträge können im Übrigen auch 70 / 30 etc. sein. Bei einem ins Grundbuch einzutragen Wert von 250.000 fallen vermutlich weniger als € 5.000 an. Das sollte Dir die Regelung wert sein.
60 % der Ehen halten / 40 % scheitern.
 
  • #6
Wenn man verliebt ist und dabei, eine gemeinsame Zukunft aufzubauen, stellt man die Liebe und die Euphorie in den Vordergrund und Bedenken zu leicht beiseite. Dazu kommen dann Sätze des Partners wie die von deinem Freund. Ich rate dir dringend, dich bei einem Rechtsanwalt beraten zu lassen und kein Geld in das Haus zu investieren, denn das wäre im Fall einer Trennung oder Tod des Partners verloren. Das hat nichts mit Mißtrauen zu tun, sondern mit kluger Umsicht. Dein Partner sollte das aber auch wissen und dein Geld nicht leichtsinnig aufs Spiel setzen. Es gibt tausende von solchen Fällen, in denen die Partnerin sich zu Ausgaben überreden hat lassen und dann ohne Geld dastand.
 
  • #7
Jetzt müssen aber im und um das Haus herum noch einige grössere Dinge angeschafft und auch noch bauliche Maßnahme vorgenommen werden. Mein Freund möchte nun, dass ich mich auch an diesen Kosten jeweils hälftig beteilige.
Das ist alleinige Sache des Hausbesitzers, du bist kein Hausbesitzer! Damit ist alles gesagt!
Nun das Problem, rechtlich gesehen gehört alles meinem Freund. Würde es hart auf hart kommen, hätte ich keine Ansprüche.
So ist es, da gibt es zigtausende Beispiele, genauso wie deine Freundin auf die Nase gefallen ist, ich würde es ohne Absicherung nicht tun!
Da wir nicht verheiratet sind, habe ich da keinerlei Ansprüche. Ich habe dieses Thema bereits angesprochen, er war darüber etwas überrascht. Er ist der Meinung, dies hat etwas mit Vertrauen zu tun und da er nicht davon ausgeht, dass wir uns trennen, sieht er da auch keinen Handlungsbedarf, da irgendwann (nach Heirat) sowieso alles dann zusammengelegt wird.
Vertrauen ist gut, schriftliche Vereinbarungen sind besser! Es muss ja gar nicht zur Heirat kommen, und dann?
Und für ihn das eigentlich klar war/ist dass wir uns das zusammen gemeinsam weiter für unser Leben aufbauen und falls das wirklich nicht so sein sollte, wird er mir die entsprechenden Beträge zurück zahlen. Um ehrlich zu sein macht mir das etwas ein mulmiges Gefühl, es ist nicht so, dass ich mir nicht sicher wäre, im Gegenteil ich bin sehr glücklich.
Nein, du kannst nie sicher sein und dein glücklich sein, muss nicht weiter so sein!
Kann mir jemand einen Tipp geben wie man das in diesem Fall so regelt, dass es da im Härtefall keine Diskussion und eine klare Regelung gibt? Hilft hier nur der Weg zum Anwalt (was ich eigentlich gerne vermeiden würde)?
Es ist einfach so, du wirst ohne Fachmann/Anwalt und/oder ohne Heirat in dieser Sache nicht weiterkommen!
 
  • #8
Du musst mit der Summe, die du ihm gibst ins Grundbuch.
Und er muss dich vertraglich absichern im Falle von Tod oder Trennung
 
  • #9
Bei einem ins Grundbuch einzutragen Wert von 250.000 fallen vermutlich weniger als € 5.000 an. Das sollte Dir die Regelung wert sein.
60 % der Ehen halten / 40 % scheitern.
Wer sich ein Haus anschafft, sollte ja eigentlich auch einen gewissen Puffer für damit verbundene Kosten (eingeplant) haben und ein paar Gebühren zahlen können. Die Regelung könnte ihm die Gebühren wert sein, wenn er dafür von dir Geld für sein Haus bekommt, oder dir, wenn du dafür Anteile am Haus bekommst. Ehen können scheitern, aber ihr seid ja noch nicht einmal verheiratet.

Ich kann verstehen, dass du ein mulmiges Gefühl hast. Dass du dich mit einer Miete und an den Alltagskosten beteiligst -- ok, klar. Dass er nun aber von dir fordert, dich ohne Sicherheiten an größeren Investitionen bei einem Haus zu beteiligen, das dir nicht gehört, finde ich seltsam von ihm. Hängt vielleicht mit seinen finanziellen Schwierigkeiten zusammen -- was Bauen und Materialien betrifft, sind die Kosten zuletzt massiv gestiegen.

Ihr geht beide davon aus, dass ihr irgendwann sowieso heiraten werdet und sich dann alles klärt? Wann genau? Wenn ihr beide euch da so sicher seid, dass die in Aussicht gestellte Heirat dir als Garantie und Sicherheit für dein Geld dienen soll, warum heiratet ihr dann nicht gleich oder demnächst? So was ist vielleicht nicht der romantischste Anlass, aber wäre doch ein guter Grund. Frag ihn, ob ihr heiraten könnt. Und wenn er das nicht will (warum später und nicht jetzt?), bestehe auf anderen Sicherheiten für dein Geld. Denn wenn er sich mit der Heirat noch nicht sicher ist, warum nimmt er die dann als Argument, dass du ihm dein Geld anvertrauen sollst? Also wenn ihr beide sowieso heiraten wollt, tut es doch gleich. Wenn ihr euch aber mit eurer Beziehung noch nicht sicher seid, dann findet andere Lösungen bzw. pass gut auf dein Geld auf!

Ich leihe meinem Partner auch einfach so mal spontan ein paar Tausender, wenn er sie braucht, aber bei größeren Summen solltet ihr das zumindest schriftlich festhalten und vielleicht eine Form von Vertrag aufsetzen.

Eventuell könnte er dir auch ein lebenslanges Nießbrauch-Recht für das Haus einräumen, dann bleibt es in seinem Besitz, aber du darfst für immer dort wohnen. Wenn er so etwas (in der Art) nicht möchte, weil man ja nie wissen kann, wie die Beziehung sich entwickelt, ist das zwar verständlich, aber dann würde ich auch nicht zu viel auf seine vagen Heiratsversprechen geben. Da ihr noch nicht verheiratet seid, garantiert die bloße Inaussichtstellung einer Ehe dir nichts.

Es ist evtl. etwas unromantisch, über Finanzielles zu reden, und sicher ist es schön, wenn man sich vertrauen kann. Mich wundert ehrlich gesagt, dass er überhaupt größere Investitionen von dir fordert auf reiner Vertrauensbasis. Ich vertraue meinem Partner sehr, aber er selbst würde so etwas gar nicht von mir wollen, da es nicht unbedingt zu meinem Besten bzw. potentiell riskant ist.
w28
 
  • #10
Grundbucheinträge können im Übrigen auch 70 / 30 etc. sein. Bei einem ins Grundbuch einzutragen Wert von 250.000 fallen vermutlich weniger als € 5.000 an. Das sollte Dir die Regelung wert sein.
60 % der Ehen halten / 40 % scheitern.
Das ist mir bekannt, jedoch wie "errechnet" man das? Die noch anfallenden Kosten sind nicht 100% abzusehen, eventuell wird dann doch noch etwas unvorhergesehenes angeschafft. Es ist einfach sehr schwierig das genau zu beziffern.

Zudem habe ich zwischenzeitlich erfahren, dass eine Heirat das auch nicht regeln würde und selbst mit Heirat ein Grundbucheintrag fällig ist. Da er das Haus ja schon vor Heirat besessen hat.

Ich danke für die bisherigen Antworten, aber ich befürchte der Gang zum Notar wird mir/uns nicht erspart bleiben.

Aber ich bin etwas beruhigt, dass ich das nicht alleine so sehen, dass man da eine gewisse Absicherung möchte und etwas schriftliches vereinbart werden sollte!
 
  • #13
Er ist der Meinung, dies hat etwas mit Vertrauen zu tun und da er nicht davon ausgeht, dass wir uns trennen, sieht er da auch keinen Handlungsbedarf, da irgendwann (nach Heirat) sowieso alles dann zusammengelegt wird.
Da hat er leichter reden als Du, dass das eine Vertrauenssache sei. Es ist auf jeden Fall keine einseitige Vertrauenssache, das sieht er jedoch nicht.
Dass nach der Hochzeit alles zusammengelegt würde, stimmt nur ideell. Denn alles, was einem Ehepartner schon vor der Ehe gehört hat, bleibt auch nach der Ehe seines. So ist die rechtliche Regelung.
Da er jetzt schon Geldprobleme hat, kannst Du davon ausgehen, dass Du kaum bis nichts von Deinem Geld im Falle der Trennung wiederbekämest.
Falls Du also mit ihm zusammenbleiben möchtest, dann bestehst Du auf eine Heirat und die (anteilsmäßige) Aufnahme ins Grundbuch, bevor Du weiteres Geld zuschießt.
 
  • #14
Vorab: erfreulich, dass eine junge Frau sich Gedanken um ihre Finanzen und somit um ihre Zukunft macht. Das passiert immer noch viel zu selten wenn es um Liebe geht.

Ich beteilige mich an allen monatlich anfallend Kosten (Kredit, Nebenkosten, etc.) was das Haus betrifft hälftig. Das ist für mich auch soweit in Ordnung.
Schon das ist ein Fehler, wenn die Art von wohnen allein von ihm ausgeht (ist so, er hat das Haus für sich gekauft) und Du andernfalls mit einem Partner deutlich preiswerter wohnen würdest.

Die hälftige Beteiligung an den Gesamtkosten für Wohnen im eigenen Haus kostet meistens mehr, als man für Wohnen als kinderloses Paar aufwenden würde.
In der Folge davon verhindern die überhöhten Wohnausgaben in dieser Lebensphase, dass Du Dir Rücklagen bilden kannst, während Du gleichzeitig Deinen Freund unterstützt Eigentum für sich allein mit Deiner finanziellen Beteiligung zu bilden.
Fair geht anders.

Jetzt müssen aber im und um das Haus herum noch einige grössere Dinge angeschafft und auch noch bauliche Maßnahme vorgenommen werden.
Also Klartext: altes Haus mit überhöhten Energiekosten. Denk mal drüber nach, ob Hälfte da richtig ist.

Mein Freund möchte nun, dass ich mich auch an diesen Kosten jeweils hälftig beteilige.
Wünschen kann er viel, machen musst Du davon nichts. Ohne anteiligen Grundbucheintrag (gute Vorabberechnung der kommenden investitionen) würde da mit mir nichts laufen.

Bei den Anschaffungen fürs Haus, musst Du halt gucken, was davon mobil ist, d.h. auch so, dass Du es ggfs. bei einer Trennung in eine andere Wohnung mitnehmen könntest und würdest - Beispiel: 4,50 m Kleiderschrank große Sofalandschaft wird kaum woanders reinpassen, normal dimensionierter Kleiderschrank, Esstisch, Stühle etc schon. Ausladende Teakholzterassenmöbel werden kaum auf dem Balkon einer Mietwohnung passen und schafft man sich eher fürs ganze Leben an statt temporär. Einbauküche wird in sein Haus fest verbaut - würde ich auch nicht bezahlen, denn das ist ja seins.

Und wenn das jeweils klar ist, was gebraucht wird und was es sein soll, dann wird entschieden, was gekauft wird und wer das bezahlt, wem es dann auch gehört. Von einem hälftig bezahlten Kleiderschrank der nicht in Deine Wohnung passt hast Du nämlich später nichts. Wenn er großzügig ist, gibt er Dir 50€ zeitwert für einen gebrauchten Schrank, selten den halben Preis für die Neuanschaffung, die Du bei Auszug tätigen musst.

Ebenso würde ich nicht allein alle Dinge bezahlen, die gemeinsam verschlissen werden wie Elektrogeräte, sondern aufteilen einer zahlt den Trockner, der andere die Waschmaschine etc. Das lässt sich fair und gut trennen.
 
  • #15
Die eine Sache ist das Vertrauen.

Die andere Sache wäre sein unerwarteter Tod, was Du ja auch erwähnst. In diesem Fall würde die Heirat helfen, dann dann würdest Du ganz normal erben.

Wenn ihr ja sowieso heiraten wollt, warum tut ihr es dann nicht gleich? Das Haus würde natürlich immer noch komplett ihm gehören, es geht hier nur ums ableben und anschließende erben.

ErwinM, 53
 
  • #16
Und für ihn das eigentlich klar war/ist dass wir uns das zusammen gemeinsam weiter für unser Leben aufbauen und falls das wirklich nicht so sein sollte, wird er mir die entsprechenden Beträge zurück zahlen.
Verständnisfrage: Wie kann er das zurück zahlen wenn er sich das Haus so schon nicht alleine leisten könnte?

Das Thema ist nicht ganz einfach, er könnte dich aber mit ins Grundbuch aufnehmen und du dich dann mehr an den weiteren Kosten beteiligen oder ihr fixiert etwas schriftlich, dass er dir die Beiträge erstattet sofern ihr euren Lebensweg nicht mehr gemeinsam bestreiten solltet und er dich nicht mit ins Grundbuch aufnehmen mag.

W 28
 
  • #17
Nein, der Anwalt kann nicht helfen. Ein Notar muss her. Und dazu würde ich dir unbedingt raten, auch wenn ein entsprechender Vertrag nicht ganz preiswert ist. Die Kosten richten sich nach dem Wert, der dir überschrieben wird. Nur der dann erfolgte Grundbucheintrag bietet dir Sicherheit für den Fall einer Trennung oder seinem Tod. Beides wünsche ich dir natürlich nicht - es kommt aber dennoch vor.

Nach dem Grundbucheintrag musst du auch (entsprechend deinem Anteil) für Kosten am Haus oder Grundstück aufkommen. Allerdings hast du damit auch ein Mitspracherecht für die Arbeiten, die vorgenommen werden sollen (oder unterbleiben).

Sollte dein Partner diesen Eintrag ablehnen, wäre es sinnvoll, eure Beziehung genauer zu betrachten. Es sei denn, er bezieht dich in anfallende Kosten am Haus/Grundstück nicht mit ein - was er aber momentan macht.
Dann wärest du praktisch »Mieterin«, die sich lediglich mit einer zu vereinbarenden Summe (Miete/Nebenkosten) beteiligt. Ansonsten aber kein Bleiberecht hat - bzw. solltet ihr auch hier eine Kündigungsfrist vereinbaren, damit du nicht (von gleich-auf-jetzt) vor die Türe gesetzt werden kannst.

Mit Vertrauen hat das alles nichts zu tun - aber mit Liebe. Die ermöglicht es, den Anderen zu verstehen in seiner berechtigten Sorge.
 
  • #18
Des Weiteren hat er durch die massiv gestiegenen Baukosten die letzten Monate finanzielle Probleme und ich habe ihm schon mehrmals ausgeholfen.
Auch die Beträge solltest Du Dir im Zuge einer Grundbucheintragung absichern oder in einer notariellen Trennungsvereinbarung, die alternativ zu treffen ist.
Wenn er allerdings jetzt schon Zahlschwierigkeiten hat und Investitionen anstehen, dann kannst Du davon ausgehen, dass eine vertragliche Regelung Dir nichts helfen wird, weil Du das Geld dann von ihm eh nicht bekommen kannst.

Er ist der Meinung, dies hat etwas mit Vertrauen zu tun
Da hat er Recht und er tut gut daran zu beweisen, dass er Dir vertraut und man ihm vertrauen kann, indem er Dich ins Grundbuch eintragen lässt mit einem großzügigen Anteil - so wie er beabsichtigt, Dich zur Kasse zu bitten.
Vertrauen ist nämlich keine Einbahnstraße mit Freifahrt für den Fordernden.

sieht er da auch keinen Handlungsbedarf, da irgendwann (nach Heirat) sowieso alles dann zusammengelegt wird
Schon das zeigt, dass er selber nicht sonderlich schlau ist oder Dich für dumm hält. Egal was es ist: da ist immer Vorsicht und Eigenvorsorge geboten, denn da ist die Katastrophe nicht weit.

Mit der Heirat gehört Dir egal was Du bis dahin dazu beigetragen hast immer noch kein Stein am Haus. Du hast lediglich einen Anspruch am Zugewinn ab Heirat - außer es erfolgt eine Grundbucheintragung.
Wenn es ab Heirat gehen soll, warum dann nicht jetzt, wo er Dich zur Kasse bittet?
"Jetzt nicht" aber "eventuell vielleicht mal später" hat einen Grund und dieser ist kein vertrauenserweckender.

falls das wirklich nicht so sein sollte, wird er mir die entsprechenden Beträge zurück zahlen.
s.o. er kann schon jetzt nicht zahlen, was fürs Haus gebraucht wird. Ganz sicher kann und wird er Dich dann später nicht auszahlen, schon garnicht wenn eine andere Frau im Spiel ist. Lass Dich auf so ein substanzloses Zukunftsversprechen nicht ein.

Wir haben z.B. auch über einen Grundbucheintrag gesprochen, aber das wäre ja dann 50/50 und natürlich auch nicht fair, da er ja bereits sehr viel mehr Geld als ich investiert hat.
Du finanzierst den Kredit zur Hälfte und alles andere zukünftig auch. Lediglich sein Eigenkapital ist sein individueller höherer Anteil und der ist prozentual sehr leicht bestimmbar.
 
  • #20
Zudem wäre ein entsprechender Eintrag sehr teuer.
Wie teuer ist den "sehr teuer" angesichts des für Dich drohenden Totalverlustes? Mach Dich dazu kundig, statt ungeprüft nachzuschwätzen was er von sich gibt.
Wer vor einem halben Jahr ein Haus gekauft hat und es jetzt schon nicht mehr finanzieren kann, der hat keine Ahnung von Geld - egal was er erzählt. Du musst selber prüfen.

Hilft hier nur der Weg zum Anwalt (was ich eigentlich gerne vermeiden würde)?
Warum willst Du kompetente Beratung (Notar, nicht Anwalt) vermeiden, wenn Dich das meiden sehr viel Geld kosten kann?

Wenn eure Partnerschaft was taugt und wirklich ehefähig ist, dann hält sie aus, dass Du ihm in dem was er will nicht bildlinks folgst.
Er befürwortet sogar, dass Du Dich kompetent machst und findet so eine verantwortungsbewusste Frau sogar besonders geeignet für eine weitreichende Entscheidung wie eine Heirat.

Ganz ehrlich: Dein Freund ist ohne Dich garnicht in der Lage, das Haus zu finanzieren. Er hat es von vornherein für sich in der Absicht gekauft, es durch Dich mitfinanzieren zu lassen ohne Dir irgendwelche Rechte zu geben, ohne es Dir zu sagen. Anders kann niccht sein, dass es ist, wie es ist.

Mein Mann hat mich vor unserer Ehe in seine Immobilien als Mitbesitzerin eintragen lassen - ich ihn in meine auch, weil wir uns gegenseitig nicht mit Versprechen kommen sondern mit Taten: uns ehrlich gegenseitig absichern wollten - übrigens auch mit Testamenten welche die Immobilien mitumfassen.

Das sind keine substanzlosen Zukunftsversprechen, die sich später als Versprecher entpuppen, sondern das sind gehaltvolle Entscheidungen. Es gibt keinen Grund, es in eurer Situation nicht genauso zu machen, wenn Vertrauen beidseitg existiert, nicht einseitig gefordert wird.
 
  • #22
Wie teuer ist den "sehr teuer" angesichts des für Dich drohenden Totalverlustes? Mach Dich dazu kundig, statt ungeprüft nachzuschwätzen was er von sich gibt.
Wer vor einem halben Jahr ein Haus gekauft hat und es jetzt schon nicht mehr finanzieren kann, der hat keine Ahnung von Geld - egal was er erzählt. Du musst selber prüfen.


Warum willst Du kompetente Beratung (Notar, nicht Anwalt) vermeiden, wenn Dich das meiden sehr viel Geld kosten kann?

Wenn eure Partnerschaft was taugt und wirklich ehefähig ist, dann hält sie aus, dass Du ihm in dem was er will nicht bildlinks folgst.
Er befürwortet sogar, dass Du Dich kompetent machst und findet so eine verantwortungsbewusste Frau sogar besonders geeignet für eine weitreichende Entscheidung wie eine Heirat.

Ganz ehrlich: Dein Freund ist ohne Dich garnicht in der Lage, das Haus zu finanzieren. Er hat es von vornherein für sich in der Absicht gekauft, es durch Dich mitfinanzieren zu lassen ohne Dir irgendwelche Rechte zu geben, ohne es Dir zu sagen. Anders kann niccht sein, dass es ist, wie es ist.

Mein Mann hat mich vor unserer Ehe in seine Immobilien als Mitbesitzerin eintragen lassen - ich ihn in meine auch, weil wir uns gegenseitig nicht mit Versprechen kommen sondern mit Taten: uns ehrlich gegenseitig absichern wollten - übrigens auch mit Testamenten welche die Immobilien mitumfassen.

Das sind keine substanzlosen Zukunftsversprechen, die sich später als Versprecher entpuppen, sondern das sind gehaltvolle Entscheidungen. Es gibt keinen Grund, es in eurer Situation nicht genauso zu machen, wenn Vertrauen beidseitg existiert, nicht einseitig gefordert wird.
Mönsch, lies doch mal, was die FS schreibt. Sie sind seit 2,5 Jahren zusammen. Sie wohnen seit 0,5 Jahren im Haus, das er vor der Beziehung schon hatte. Das Geld ist für Modernisierung vorgesehen.
Notar ist fällig und fertig.
 

Laleila

Cilia
  • #23
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Kann mir jemand einen Tipp geben wie man das in diesem Fall so regelt, dass es da im Härtefall keine Diskussion und eine klare Regelung gibt? Hilft hier nur der Weg zum Anwalt (was ich eigentlich gerne vermeiden würde)?

Danke und Grüsse
SnowFlake
Belies Dich mal zum Thema Partnerschaftvertrag bei Wohneigentum.

Freunde von mir regelte das bis zur Hochzeit so, anschließen würde er mit ins Grundbuch eingetragen. Anfangs mit einem geringeren Miteigentumsanteil, mittlerweile, nach 15 Jahren, in denen er deutlich mehr investierte, hälftig.
 
  • #25
Hä, hä, @Vikky ist ja vielleicht im Privatleben eine ganz Liebe, aber sie urteilt knallhart, weil das Leben eben nicht die Schwarzwaldklinik ist. Im vorliegenden Fall täte die FS gut daran, ihren Beitrag aufmerksam zu lesen. Der Freund einer Freundin, Notar, hat einmal in einem Gespräch folgenden Satz gesagt: Ich könnte Bücher über die merkwurdigen Fälle des Lebens schreiben. Da ist es nicht einmal ungewöhnlich, daß ein 80jähriger eine 30jährige beerbt. Es gibt nichts, was es nicht gibt.
 
  • #26
Wenn ihr beide euch da so sicher seid, dass die in Aussicht gestellte Heirat dir als Garantie und Sicherheit für dein Geld dienen soll, warum heiratet ihr dann nicht gleich oder demnächst?
Die Heirat ändert doch nichts daran, dass das Haus ihm gehört. Ihr Geld bekommt sie auch bei Ehe und Scheidung nicht zurück nur die Hälfte des Wertzuwachs - egal wieviel mehr sie reingesteckt hat.

Eventuell könnte er dir auch ein lebenslanges Nießbrauch-Recht für das Haus einräumen, dann bleibt es in seinem Besitz, aber du darfst für immer dort wohnen.
Jetzt wirst Du fast komisch in Deiner Ahnungslosigkeit. Was nützt ein Nießbrauchrechte am Haus, wenn er es schon jetzt nicht mehr finanzieren kann, obwohl die FS zugezogen ist und Hälftig Tilgung, Zinsen und Nebenkosten bezahlt? Da kommt die Bank und weg ist das Haus samt allen Versprechungen an Dritte.

BTW, wer will schon so ein Nießbrauchrecht nutzen, wenn die Beziehung im Eimer ist?
Das ist sich selber Sand in die Augen streuen. Besser man verzichtet auf solche Luftnummern und sieht: das Geld ist weg ohne brauchbare Sicherheit.

Das ist mir bekannt, jedoch wie "errechnet" man das?
Hasst Du keinen Bankberater, der Dir helfen kann? Im Zweifelsfall sagt der Notar: "alle Unterlagen (Grundbuch, Kreditverträge, Eigenkapitalnachweis, aber auch das, was Du bisher zu Tilgung, Zinsen beigetragen hast, was Du ihm bereits geliehen hast) auf den Tisch" und berechnet das, bzw. holt sich die Berechnung als Serviceleistung anderswo her.

Es soll alles am Haus weiter zusammen finanziert werden. Dabei muss natürlich dokumentiert werden, was Wertsteigerndes am Haus gemacht wird, denn auch daran musst Du partizipieren weil es mit Deinem Geld passiert.
Oft ist der Hauswert frisiert um an die benötigten Kredite zu kommen. Auch darauf muss man achten und das geht nicht ohne kompetente Beratung.

eventuell wird dann doch noch etwas unvorhergesehenes angeschafft. Es ist einfach sehr schwierig das genau zu beziffern.
Nein es ist nicht schwierig. Es wird durchdokumentiert und mit Kaufbelegen nachgewiesen.
Am besten ist die Trennung, dass jeweils nur einer kauft/bezahlt wenn der Anteil im Grundbuch nicht 50/50 ist, den so kann Überzahlung später im Grundbuch korrigiert oder bei Trennung ausgeglichen werden.

Und wem jetzt schon das Geld ausgeht, obwohl Du erheblich zahlend hinzugekommen bist, der muss sich mit unvorhergesehenen Anschaffungen/Sonderwünschen schwer zurückhalten. Am Besten machst Du das auch.
Er hat das Haus schon ein paar Jahre und die Zinsen sind seitdem deutlich gestiegen. Bei einer Umschuldung kann das Haus richtig teuer werden, ohne dass was gebaut oder gekauft wird.
 
  • #27
Das ist mir bekannt, jedoch wie "errechnet" man das? Die noch anfallenden Kosten sind nicht 100% abzusehen, eventuell wird dann doch noch etwas unvorhergesehenes angeschafft. Es ist einfach sehr schwierig das genau zu beziffern.
Das geht nicht exakt. Letzendlich muss es sich für beide gut anfühlen. Ob dann 75 / 25 rauskommen oder 70 / 30 ist nicht so entscheidend.
Zudem habe ich zwischenzeitlich erfahren, dass eine Heirat das auch nicht regeln würde und selbst mit Heirat ein Grundbucheintrag fällig ist. Da er das Haus ja schon vor Heirat besessen hat.
Siehst Du, die Kosten entstehen eh.
Ich danke für die bisherigen Antworten, aber ich befürchte der Gang zum Notar wird mir/uns nicht erspart bleiben.
Gut so!
Aber ich bin etwas beruhigt, dass ich das nicht alleine so sehen, dass man da eine gewisse Absicherung möchte und etwas schriftliches vereinbart werden sollte!
Dann war die Fragestellung doch absolut richtig!
 
  • #28
Ganz ehrlich gesagt finde ich deine Wohn-Konstellation nicht günstig, nicht gut, denn er hat sich das Haus alleine vor dir gekauft und hat sich dieses "Finanz-Haus-Problem" alleine in sein Leben reingeholt. Jetzt kommst du hinzu und sollst dich seinem Problem anschließen und unterordnen, auch noch mitfinanzieren, was emotional evtl. mit Unterdrückung sehr schwer sein wird. Hier sehe ich schon einen Knick für die Beziehung, meist werden die Beziehungen einseitig überfordert und irgendwann dann auch verschlissen! Du wirst dabei immer eine untergeordnete Rolle spielen!
 
  • #29
Hä, hä, @Vikky ist ja vielleicht im Privatleben eine ganz Liebe, aber sie urteilt knallhart, weil das Leben eben nicht die Schwarzwaldklinik ist.
Ich habe halt bewiesen, dass ich weiß wie es geht: Haus bezahlen und nach der Trennung keins haben :cool:

Man sollte jungen Frauen helfen, zu vermeiden gegen vage Zukunftsversprechen ihr Geld abzugeben/sich ausnehmen zu lasen statt gegen echte Absicherung.
Wo es keine Sicherheiten gibt, sollte man für seine eigene Sicherheit wirtschaften statt den Partner mit Geld gewinnnen/halten zu wollen.

@Inanna* hat es richtig gesagt: kein liebender Partner will seine Partnerin so übervorteilen.
Es mag sein, dass da jemand grad kurzfristig-kurzsichtig und von der Not getrieben agiert (ohne bösen Willen). Spätestens wenn ein klärendes Gespräch gesucht wird, dann sieht jemand der fair ist ein: es so wie angedacht geht fair nicht und will es selber anders.

Und einmal mehr: wird man abgewürgt in schwierigen Themen, traut man sich nicht ein Gespräch mit anderer Meinung zu führen, wird mit Schuldumkehr/Schuldzuweisung (Du vertraust mir nicht) gearbeitet, dann hat man eine Beziehung in der man niemals vertrauen sollte.
 
  • #30
Er ist der Meinung, dies hat etwas mit Vertrauen zu tun und da er nicht davon ausgeht, dass wir uns trennen, sieht er da auch keinen Handlungsbedarf,
Vertrauen darf keine Einbahnstraße sein, Vertrauen muss beidseitig hin und her fließen und zwar gleichermaßen! Auf die Haltung kommt es an! Entscheidend ist die Haltung deines Freundes. Steht er ernsthaft und ehrlich hinter dir, mit Offenheit und Transparenz? Führt er einen aufrichtigen und authentischen Dialog mit dir, auch wenn es mal weh tut. Nur so können Absichten nach Akzeptanz zu Vertrauen führen.
 
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