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Gast

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Online-Dating: Merkt man, wenn Leute in Profilen schummeln, bevor man sich auf ein Date einlässt?

Angeregt durch andere Diskussionen: Ich hatte in der letzten Zeit 7 oder 8 Dates durch Online-Kontakt. Ich hatte hinter her nie das Gefühl, dass es ein totaler Reinfall war. In anderen Diskussionen habe ich jetzt aber viel davon gelesen, dass Profilangaben und Selbstdarstellung im Mails nichts mit der Realität zu tun gehabt haben: Der Mann hätte 190 cm angegeben, war aber 175; jemand hätte angegeben erfolgreich im Beruf zu sein, dann war er/sie arbeitslos; jemand gab an "ledig", trug aber Ehering; Fotos, die geschönt oder mindestens 10 Jahre alt waren.... Lassen sich solche "Reinfälle" nicht vermeiden, wenn man ein bißchen mehr auf sein Bauchgefühl achtet? Sich ein bißchen genauer anguckt wie und was der andere schreibt? Bei Widersprüchen oder so hellhörig wird? Sitzen nicht vielleicht diejenigen den ?Reinfällen? auf, die ?zu sehr? einen Partner suchen oder kann das wirklich jedem passieren? Merkt man nicht schnell, ob jemand ein potentieller Lügner oder Aufschneider ist? W26
 
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Gast

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Teilweise kann man sicherlich einige so aussortieren, aber ganz so einfach ist das idR. nicht da man sich ja doch recht rasch treffen sollte und so hat man nur das Profil und eine handvoll Nachrichten zur "Analyse".
Man kann natürlich sagen das man dann einfach länger Kontakt haben sollte bevor man sich trifft, aber was hätte man damit gewonnen? Effektiv ist man dann ja letztlich noch länger auf einen Lügner hereingefallen.
Die meisten Menschen werden zudem schon gut darauf achten das man sie nicht so einfach durchschaut wenn man schummelt und gerade wenn man eben nur Nachrichten austauscht hat man ja alle Zeit der Welt sich genau zu überlegen was man schreibt. Würde ich hier schummeln könnte ich praktisch eine Garantie darauf geben das man mich nicht durchschauen könnte bevor die Wahrheit anderweitig ans Licht kommt.
 
Vorab: Ich hatte sehr viele Dates und kein einziges war ein totaler Reinfall. Alle entsprachen grob den Erwartungen und keiner hatte krass geschummelt. Ich bin daher überzeugt, dass der Anteil der Nieten längst nicht so hoch ist, wie es durch die mannigfachen Beiträge zu solchen Themen erscheint. Es wird halt zu recht immer über die Problemfälle berichtet und nicht über die Normalfälle. Genau wie wir nicht über hunderte Autofahrer erzählen, die ganz normal gefahren sind, sondern nur über den einen, der uns die Vorfahrt genommen hat. Das ist menschlich und ganz natürlich, aber verzerrt natürlich eventuell das Bild, das hier bei unbedarften Lesen entstehen mag.

Zu Deiner Frage: Ja, ich bin fest überzeugt, dass man schon bei den Mails recht gut Schummeleien erkennen und geschickt passende Kandidaten selektieren kann.

Selbstverständlich ist eine Mail nur eine Mail. Wer wirklich abgebrüht betrügen will, hat alle Möglichkeiten. Wer gut lügt, fällt im Schriftverkehr nicht auf. Das wiederum machen aber nur ganz wenige und es hat ja auch keinen Wert, wenn es beim ersten Treffen schon so leicht zu enttarnen sein wird.

Tipps:
1) Ich frage immer danach, wielange der andere schon Single ist, bei Geschiedenen zusätzlich wann die Scheidung war. Hier müssten Schummler dann bewusst und gezielt lügen. Dies ist offensichtlich bei mir zumindest kaum der Fall gewesen. Erstaunlich viele Mailkontakte haben offen kurze oder lange Zeiten eingeräumt. Dabei muss ich erwähnen, dass ich die risikoreichste Gruppe, nämlich sogenannt "Getrenntlebende", ohnehin kategorisch ausschließe, weil sie einfach weit überwiegend ihre Vorbeziehung noch nicht vollständig verarbeitet haben und weit überdurchschnittlich oft Probleme verursachen. Da der Anteil Getrenntlebender gering ist, ist ein Verzicht auf diese Gruppe leicht zu verschmerzen.

2) Im Schriftverkehr nimmt man doch ohnehin Bezug auf gemeinsame Interessen. Da merkt man schnell, ob der andere ebenso begeistert ist, auch wirklich Ahnung davon hat und auch wirklich an einer Ausübung interessiert ist. Auch zu anderen Profilangaben sollte man Nachfragen stellen, etwa wo die letzten Urlaube stattgefunden haben, oder bei einem Mann, der angibt gerne zu kochen, was denn seine Lieblingsrezepte aktiv und passiv sind, oder bei einem Mann, der angibt, gerne zu tanzen, was denn seine Lieblingstänze sind, auf welchem Niveau er tanzt und so weiter. Stelle Fragen, dann offenbaren sich auch Widersprüche und gleichzeitig findet man auch interessante gemeinsame Themen -- zwei Fliegen mit einer Klappe.

3) Die weitaus überwiegende Mehrheit der Mailkontakte hat offensichtlich ehrliche, selbstgeschriebene Texte verschickt -- von ungeschickt und platt bis eloquent und pfiffig. Meines Erachtens kann man daher durchaus aus den Texten und zwischen den Zeilen viel herauslesen.

4) Ganz wichtig finde ich auch: Antwortet er auf meine Fragen? Weicht er aus? Stellt er Gegenfragen? Hat er echtes Interesse? Ich habe mich grundsätzlich nie getroffen, wenn ich kein gutes Gefühl dabei hatte. "Besser den treffen als keinen treffen" ist die falsche Herangehensweise, man sollte im Gegenteil schon von der möglichen Kompatibilität überzeugt sein und viele Gemeinsamkeiten entdeckt haben. Man sollte auch gegenseitig wirklich aneinander interessiert sein.
 

hanjo58

Gesperrt
Ich halte es für richtig und wichtig, nicht erst wechselseitig das letzte Passungs-Detail abseits der ,,Chemie" auszutüfteln, bis es zum ersten persönlichen Treffen kommt. Andererseits lässt sich per mail und (noch sicherer) Telefonat rasch herausfinden, ob da Grundlegendes fehlt oder nicht. Suchst du einen Pfiffikus, bekommst aber nur Dröges zurück, wird dich selbst ein von ihm ausgegebener Kaffee nicht weiterbringen. Stehst du auf Tango, er aber auf Autowäsche, seid ihr auch künftig nicht im selben Film. Treffen deine romantischen Gedankenflüge bei ihm auf Irritation, ist die Wellenlänge wohl nicht nachjustierbar. Tummelst du dich in sprachlichem Einfallsreichtum, er sich jedoch auf Allgemeinplätzen, wird auch das Einandergegenübersitzen keine Verbesserung gemeinsamen Chancenreichtums eintragen.
Nicht wild drauflos, aber auch nicht erst nach einer Fasttotalanalyse - so sehe ich den besten Mittelweg zwischen Schummelgefahr und Selbstverunsicherung.
 
B

Berliner30

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Es gibt keine 100% Sicherheit und das erste Treffen ist zum testen da. Per Mail wirst du nie eine Sicherheit bekommen. Einfach Treffen und schauen und ggf. einfach ohne Erwartungen heran gehen. 1-3 Treffen die Woche sind vollkommen ok und mit einer Fristsetzung und Alternative auch kein Problem.
 
@1
Zu deinem ersten Absatz:
Meines Erachtens nach urteilst du sehr rational und beachtest gar nicht, dass die Liebe ein emotionales Feld ist.
So kann es sein, dass der eine seine Beziehung die formell schon fünf Jahre zurück liegt noch nicht verkraftet hat und diese sich immer noch in einer neuen Beziehung niederschlagen würde, ein anderer der sich emotional bereits in der noch formell bestehenden Ehe getrennt hat in Wirklichkeit emotional frei ist.
Ich beispielsweise war jedes Mal von letztgenannter Sorte. Deshalb sah es von aussen so aus, als ob die Beziehungen nahtlos ineinander geflossen sind. Ich für mich war aber emotional schon sehr lange alleine.
 
@#5: Ja, das würdest Du dem Mann dann doch aber bestimmt auch genauso erklären, oder? Ich sehe da kein Potential für Missverständnisse. Oft merkt man auch schon am Tonfall der Erläuterungen, wie sehr der Kandidat noch involviert ist oder bereits abgeschlossen hat.

Allerdings stehe ich dazu, dass ich grundsätzlich nicht mit verheirateten Männern anbandele, ganz gleich wie innerlich sie schon getrennt sind. Verheiratet ist verheiratet, mit allen rechtlichen und moralischen Konsequenzen. Ich möchte weder Scheidungskrieg oder Verhandlungen erleben und ich möchte wissen, woran an bin bezüglich seiner nachehelichen Verpflichtungen.

Es ist einfach Fakt, dass viele der Ehe halt doch noch eine Chance geben -- getrenntlebend ist einfach nicht endgültig, sondern eine nicht abgeschlossene Übergangsphase, mit der ich wahrlich nichts zu tun haben möchte. Warst Du schon mal verheiratet?
 
@6
Wenn jemand der Ehe noch eine Chance gibt, hat diese Person nicht wirklich abgeschlossen, ist Ergo nicht charakterlich stabil.
Wenn ich abgeschlossen habe, dann mit allen Konsequenzen.

Ich kenne z.B. auch einen Mann in unserem Alter sehr gut, der viele Jahre verheiratet war und von seiner Frau ständig lieblos behandelt wurde. Von ihm ging der Scheidungswille aus und er suchte auch schon während seiner Ehe nach einer neuen Frau, machte auch keinen Hehl daraus noch verheiratet zu sein. Mir sagte er, dass er schon zwei Jahre vor seiner offiziellen Scheidung von ihr emotional getrennt war und das glaube ich ihm auch. Er hat mich sooft um Rat gefragt, was er tun kann , damit die Frau ihn (wieder?) liebt. Er hat gelitten, geweint, aber alles vor ihr versteckt. Vor ihr und dem Rest der Familie hat er "funktioniert".
 
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Gast

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Hallo, jetzt seid Ihr ein bisschen vom Thema abgekommen, scheint mir, d.h. was die FRAGE betrifft.
Liebe Fragestellerin, es ist wirklich oft komplex, dann aber auch wieder nicht so schwierig, mit dieser nicht einfachen Situation umzugehen.
#3, Hanjo, spricht einige Punkte an, die auch mir persönlich wichtig sind.
Ich selbst "stürz(t)e"mich nicht in ein Date, ohne auch die STIMME des Gegenübers gehört, wahrgenommen, erlebt zu haben und dabei AUCH, wie "er" reagiert": Selbst wenn einer grade einen schlechten Tag gehabt hat, ist zu spüren, ob er den Kontakt gleichmütig, mit Phrasen usw. abtut oder nur einfach wirklich müde ist, aber interessiert, ob er seine Sätze mit Worthülsen füllt
à la. Gehst du auch gerne an den Strand ? (kann er 2000 andere auch fragen, bezieht sich nicht wirklich auf Dich und ist zu schwammig) -
ODER ob er wirklich persönlich DA ist, z.B.
"Sorry, ich interessiere mich auch für...., aber heute kann ich mich leider nicht so ausführlich mit Dir unterhalten, weil ich sehr müde bin. Darf ich Dich morgen anrufen, um weiter zu plaudern?" o.ä.

Das Ähnliche kann natürlich auch über e-mail sein, mir persönlich ist, nach paarmal mail-Kontakt, eben auch die Stimme wichtig.
Und da kann "frau" (ich spreche von mir)auch sehen, wie "das Gegenüber " das handhabt - natürlich, oder mit Einschränkungen , z.B. nur bestimmte Telefonzeiten sind da: da ist zu erwarten, dass "er" NICHT wirklich getrennt ist, sonst würde er ja begründen, warum er nach seiner Sitzung um 19h lieber entspannt nach 20h mit Dir telefonieren möchte oder überhaupt was dazu erklären.muss....

Wenn Deine Bauchstimme Dir sagt, dass es OK ist (jetzt)und Du weißt ein bisschen mehr von ihm durch Eure mails, und er stellt Dir ein (weiteres)Date in 2,3 Tagen in Aussicht - zweifle nicht, greif' zu, genieße es!

Und schau mal, wie er über sich/sein Leben denkt, redet:
für Dich angenehm, verbindlich, hingewandt
(also nicht nur eine Reihe von Fragen, sondern auch individuell an Dich Gegenfragen, Impulse, Gesten..., auch in Worten oder Mimik...)
oder krass gesagt: unverbindlich quasselnd, so dass er sich genau gut und gern mit der Frau am Nebentisch unterhalten könnte...
Das fühlt sich dann weniger gut an, egal wie schön "er" aussieht und was er sonst noch zu erzählen hat.....

Deine Frage, ob sich "Reinfälle" vermeiden lassen, sind hoffentlich in weiteren Beiträgen zu finden für Dich. Sie (die Reinfälle)assen sich wohl nicht vermeiden, aber begrenzen.
Und nochmals: Ich halte dafür, einen Menschen VOR einem Date auch telefonisch kontaktieren zu können (und da "siehst" du dann auch, was u.U. "knirscht, z.B. in der Erreichbarkeit)

Alles Liebe und Gute für Dich und viele weitere und konstruktive Antworten zu Deiner Frage!

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