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  • #1

Paartherapie - bringt das was?

Meine Freundin hat ziemliche Probleme mit ihrem Ehemann und ich möchte ihr helfen.
Ich möchte ihr vorgeschlagen, gemeinsam mit ihm eine Paartherapie zu machen.
Nun vorweg meine Fragen an das Forum: Bringt eine Paartherapie etwas? Habt ihr Erfahrung damit?
Wie lange dauert sowas in der Regel?
 
  • #2
Ich halte von all diesen Psychofritzen nichts. Nur seltenst profitieren die Paare davon. Der eigentliche Nutznießer ist der Paartherapeut, der damit Geld verdient -- und das nicht zu knapp.

Paare sollten miteinander sprechen, die Ursachen des Konflikts lokalisieren und dann versuchen, einen Kompromiss zu finden. Ein Paartherapeut ist für diesen Prozess komplett überflüssig.

Zur Dauer: Meistens ziehen die Therapeuten das über etliche Sitzungen hin, mindestens vier bis acht, oftmals länger, je nach Finanzkraft und Beharrlichkeit des Paares.

Ich würde an Deiner Stelle Deinen Freunden nicht dazu raten. Wer sich wirklich noch liebt,kann auch ohne Psychofritze über alles sprechen.
 
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  • #3
ein seriöser und entsprechend ausgebildeter therapeut kann absolut hilfreich sein. man sollte dies professionell sehen. es ist die hinzuziehung eines fachmanns. intelligent ist die nutzung.

aber damit dies zu einem positiven ergebnis führt, müssen ein paar voraussetzungen erfüllt sein:

- beide müssen den schritt wollen und sich ein positives ergebnis davon versprechen, ablehnung bringt kein ergebnis
- der therapeut sollte sorgsam ausgesucht sein, was seine spezifizierte ausbildung angeht.
- evtl sollte sich über die verschiedenen therapie-formen zuvor erkundigt werden und die ausgewählt werden, die beiden am sinnvollsten und angenehmsten erscheint.

nicht vergessen, therapie ist nichts anderes als konzentrierte, gecouchte erfahrung in kurzer zeit machen.
das kann auch wie eine art weiterbildung betrachtet werden, was insbesondere männern hilft beim besuch.
 
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  • #4
Was zwischen meiner Partnerin und mir passiert, geht niemand anders etwas an, schon gar nicht so einen Psychoheini.

Abgesehen davon bringt es eh nichts, ich würde noch nicht einmal dann hingehen, wenn ich allein ein "Problem" hätte.

m 49
 
  • #5
Ich denke dies ist nur hilfreich, wenn die Partner nicht wirklich mit einander reden können und eine neutrale Person brauchen, die vermittelt. Also vielleicht für 2-3 Sitzungen. Entweder man lernt mit einander Zureden oder nicht! Um welche Problem geht es denn? Das würde helfen bei der Einschätzung ob man es versuchen kann oder nicht
 
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  • #6
selbstverständlich ist eine gute paartherapie hilfreich. sie wirkt wie ein katalysator. wenn einer der partner von vorneherein weiß, dass es nichts nützt, wird es ihm oder ihr nichts nützen, denn der erfolg der therapie hängt davon ab, dass die besprochenen dinge getan werden und das passiert natürlich nur, wenn beide das wollen. der therapeut hat das problem weder verursacht noch ist er für dessen lösung verantwortlich. er kennt werkzeuge, die bei der lösung helfen. ob sie angewandt werden, ist sache des paars. wenn der mann nicht mit will, kann deine freundin auch alleine therapeutische hilfe in anspruch nehmen. es gibt beratungsstellen, da ist sowohl paartherapie als auch beratung für deine freundin kostenlos
 
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  • #7
Ich habe nur gute Erfahrungen damit gemacht.

Ein Therapeut hilft, das Gespräch zu strukturieren, die Fäden zu entwirren.
Er ist wie ein Spiegel. Er bringt seine Erfahrung ein. Er stellt die richtigen Fragen.
Er ist objektiv und geschult.

Wichtig ist, dass beide Partner es wollen. Ansonsten, wie hier schon erwähnt:
Man kann das auch allein machen - hilft trotzdem.

Auch wichtig: ein Paartherapeut hat nicht die Aufgabe, eine Partnerschaft um jeden Preis zu retten.
Es geht um Klarheit, die ein Paar, dass in seinem Konflikt und im eigenen Saft schmort, allein oft nur unter großen Schwierigkeiten oder gar nicht erreicht.
Eine Paartherapie dient der Wahrheitsfindung, nicht mehr und nicht weniger.
Sie erfordert Mut, sich selbst anzuschauen, sie erfordert Offenheit. Sie erfordert Bereitschaft zur Veränderung. Sie kann schmerzlich sein.

Aber all das ist hilfreich.
 
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  • #8
Einer Freundin von mir hat es sehr geholfen eine solche Therapie. Sie hatten wieder zueinander gefunden. Und konnten versteckte Probleme aufarbeiten
 
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  • #9
Mein Ex-Mann und ich hatten eine Paartherapie angefangen, es hat alles noch viel schlimmer gemacht. Irgendwann sind wir dann wütend aus der Praxis gerannt und haben wochenlang nicht mehr miteinander geredet Der Therapeut hatte Null Ahnung wie man mit Menschen unmgeht.
Allerdings waren wir schon auseinander und sind es auch geblieben. Ich würde niemals mehr
eine machen. Entweder man kann miteinander reden oder es hat eh keinen Sinn mehr.
Ich halte nichts von Therapien.
 
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  • #10
Mag sein, daß eine Paartherapie dem ein oder anderen tatsächlich etwas bringt und aus einer krise heraushelfen kann.

Persönlich halte ich davon rein gar nicht - aber ich bin auch ein Kopfmensch.

m,50
 
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  • #11
da in verhärteten beziehungen etliches ihr oder ihm gar nicht (oder nicht mehr?) bewusst ist, finde ich es sehr gut. immer wenn beide einem neuen anfang machen möchten.

bei bekannten sind überraschende "dinge" zu tage gekommen. jene, von dem die andere seite überzeugt war, meinte, "aber das weiss sie/er doch längst!" endlich war klarheit und das ergab einen neuen anfang.
 
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  • #12
Ich habe eine Paartherapie gemacht und diese genau wie #6 erlebt, nämlich als sehr hilfreich. Der neutrale Therapeut hat uns ermöglicht, aus den schon sehr verfestigten Denk- und Streitmustern heraus zu kommen. So haben wir beide es geschafft, wohlwollendes Verständnis für die Sichtweise des Partners auf unser Problem zu bekommen, bei dem wir vorher jeweils den anderen als Alleinschuldigen und Unnormalen sahen.

Unser Problem kristallisierte sich als nicht lösbar heraus, weil es keinen für beide gangbaren Kompromiss gab. Dafür kann der Therapeut aber nichts. Wir haben uns letztlich also getrennt. Das aber in gegenseitigem Verständnis und Harmonie. Ich kann mit einem warmen Gefühl und ohne jeden Zorn an diese Beziehung zurückdenken. Allein das war die Therapie schon wert!

Die Therapie (4 Stunden) hat ausser einer freiwilligen Spende übrigens nichts gekostet (Caritas). Ich würde das bei aufkommenden Problemen in der Beziehung sofort wieder machen.

Paare sollten miteinander sprechen, die Ursachen des Konflikts lokalisieren und dann versuchen, einen Kompromiss zu finden. Ein Paartherapeut ist für diesen Prozess komplett überflüssig.
Nein, das ist falsch. Das Problem ist doch, daß ein Paar bei verfestigten Problemen sich oft mit aggressiven Schuldzuweisungen im Kreis dreht und da alleine nicht mehr rauskommt. Erst wenn man diese destruktiven Gesprächsmuster unterbricht -was auch mit Mediation oder einem neutral vermittelnden Bekannten gelingen kann- kommt man einer konstruktiven Lösung wieder näher.
 
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  • #13
Auch wichtig: ein Paartherapeut hat nicht die Aufgabe, eine Partnerschaft um jeden Preis zu retten.
Es geht um Klarheit, die ein Paar, dass in seinem Konflikt und im eigenen Saft schmort, allein oft nur unter großen Schwierigkeiten oder gar nicht erreicht.
Eine Paartherapie dient der Wahrheitsfindung, nicht mehr und nicht weniger.
Sie erfordert Mut, sich selbst anzuschauen, sie erfordert Offenheit. Sie erfordert Bereitschaft zur Veränderung. Sie kann schmerzlich sein.
Ich halte die oben genannte Aussage für den zentralen Punkt!

Es gibt den weitverbreiteten Irrtum, dass eine Paartherapie dazu da ist, eine Beziehung zu "retten". Dabei geht es um Erkenntnis: Beispielsweise könnte ein Paar mit Hilfe eines Therapeuten "endlich" einsehen, dass es dauerhaft niemals funktionieren kann: eine existenzielle Erkenntnis, zu der bisher etwa der Mut gefehlt hat. Dann hätten beide sich nämlich natürlich unbedingt zu trennen, wenn sie nicht in einer destruktiven Beziehung verharren wollen.

Andererseit gibt es Paare, die sich sehr lieben, deren Kommunikation aber "lediglich" gestört ist. Beispielsweise wenn es nicht gelingen mag, die eigenen Bedürfnisse zu artikulieren und der jeweils andere deshalb - trotz großer Liebe - keine Chance hat, auf den anderen liebevoll einzugehen.

In solchen Fällen kann ein Therapeut helfen, dass beide zu der Erkenntnis gelangen, dass ihre gegenseitigen Enttäuschungen das Resultat gestörter Kommunikation ist und gerade nicht das von fehlender Liebe, wie das Paar möglicherweise schon befürchtet hat!

Aufgrund dieser beglückenden Erkenntnis könnten beide anschließend mithilfe des Therapeuten oder auf anderern Wegen lernen, ihre Bedürfnisse besser zu artikulieren.

Aber auch hier maßt sich ein guter Therapeut nicht an, irgendetwas "retten" zu wollen, denn er weiß (hoffentlich!!), dass er als Dritter das gar nicht kann. Er bietet, wenn also gewünscht, "passgenaue" Hilfestellungen an und überlässt die Entscheidung natürlich dem Paar.
 
  • #14
Ich empfehle dir das Buch "Lob der Vernunftehe" von Arnold Retzer (Studium der Medizin, Soziologie und Psychologie), deiner Freundin ans Herz zu legen. Er scheint eine Koryphäe auf seinem Gebiet zu sein, denn zu ihm werden "hartnäckige" Fälle, die andere Paartherapeuten nicht "lösen" können, geschickt. Er war übrigens einmal Gast in der Talksendung "Nachtcafé" auf SWR.

Nach Durchblättern einiger Seiten in seinem Buch, lautet der Grundtenor: nicht streiten und nicht über unveränderliche Dinge diskutieren. Sich nicht über Dinge ärgern, über die ich persönlich keinen Einfluss habe. Wichtig erachtet er den Humor in der Partnerschaft und Akzeptanz der Macken und sich insbesondere selber die Fragen zu stellen: "Wie verändert sich meine Lebensqualität, wenn ich auf Gerechtigkeit bestehe? Was bringen Kämpfe um Bierbäuche? Habe ich mir mit meinen Rachefeldzügen vielleicht eher geschadet etc.?"
 
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  • #15
Eine ehemalige Studienkollegin von mir hat mir ihrem Mann eine Paartherapie gemacht. Sie ist 30 und er ein paar Jahre älter. Ihr Mann war anfangs komplett dagegen. Sie konnte ihn schließlich davon überzeugen. Leider weiß ich nicht mehr, was für eine Art von Therapieschule das war. Es war so angelegt, dass sie zuerst ein Wochenendseminar gemacht haben und es dann allen offen stand, ob sie weiter machen wollen oder nicht. Sie waren beide sehr begeistert von dem Wochenende und hatten die entsprechenden Anregungen und Blick von außen bekommen, um alleine weiter zu machen. Die Situation war vor der Therapie schon ziemlich verfahren - jeder behaarte auf seinem Standpunkt und es kam oft zum Streit. Sie sagen beide, dass sie es alleine wohl kaum geschafft hätten und dass es ihnen sehr viel gebracht hat. Wichtig ist auf jeden Fall, dass beide sich eine Therapie vorstellen können - ansonsten bringt es leider gar nichts. Und den Therapeuten muss man auf jeden Fall sorgsam auswählen.
 
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  • #16
Nach Durchblättern einiger Seiten in seinem Buch, lautet der Grundtenor: nicht streiten und nicht über unveränderliche Dinge diskutieren. Sich nicht über Dinge ärgern, über die ich persönlich keinen Einfluss habe. Wichtig erachtet er den Humor in der Partnerschaft und Akzeptanz der Macken und sich insbesondere selber die Fragen zu stellen: "Wie verändert sich meine Lebensqualität, wenn ich auf Gerechtigkeit bestehe? Was bringen Kämpfe um Bierbäuche? Habe ich mir mit meinen Rachefeldzügen vielleicht eher geschadet etc.?"
Natürlich, das klingt logisch - aber das Problem ist doch, dass ein Paar, das Probleme hat, nicht in der Lage ist, diese Dinge zu befolgen. Man verrennt sich und kommt eben immer wieder zu den alten Punkten. Akzeptanz von Macken? Schön und gut, aber wenn man in Streit lebt, kann man das nicht und man kann den Streit nicht einfach so beenden. Es ist ein Teufelskreis und meist kann nur ein Anstoß von außen den Kreis durchbrechen.
Ich hatte das auch und mein Mann kam ständig mit schlauen Psychologiebüchern an. Aber immer mit dem Hinweis -lies das mal, damit du weißt, was du falsch machst-
Irgendwann habe ich dann einen Termin bei einem Psychologen gemacht, der mir empfohlen wurde. Wir haben 3 Sitzungen gebraucht um uns darüber im Klaren zu sein, dass wir so unterschiedlich sind, dass es ein Wunder ist, dass wir es 14 Jahre ausgehalten haben.
Der Therapeut hat uns geholfen, eine saubere, freundschaftliche Trennung ohne Rosenkreig zu bewältigen. Uns geht es heute gut und wir sind froh, diesen Schritt gegangen zu sein.
w48
 
  • #17
@15 aber der Arnold Retzer ist selber ein Paartherapeut zu dem - wie er selber in seinen Buch schreibt - andere Kollegen, die unlösbaren Fälle schicken. In seinem Buch sind sehr gute Lösungsansätze zu finden. Er ist systemischer (Paar)therapeut.

Und bevor die Freundin der FS-in Unmenge Geld für eine Therapie ausgibt, ist doch eine Buchempfehlung für den Anfang gut. Oftmals werden sich die Paare viell. durch ein Buch angeregt fühlen und es wagen eine Therapie zu machen, aber nicht sofort ins kalte Wasser springen. Mit dem Buch haben sie eine ungefähre Vorstellung, wie eine Paartherapie aussieht. Was ist daran so schlecht zunächst, diese Vorstellung zu bekommen, bevor man den nächsten Schritt wagt?

Es geht doch oft in Beziehungen darum, dass Erwartungen enttäuscht, Wünsche und Bedürfnisse nicht erfühlt wurden und das sich die Paare aus Enttäuschung, Traurigkeit, Wut, Ärger und Unzufriedenheit verschiedenste Vorwürfe an den Kopf werfen.

Statt sich dem Partner zu öffnen und die schwache Seite zu zeigen, statt ihm mitzuteilen, wie traurig und enttäusch man sich wegen eines bestimmten Verhaltens des Partner fühlt wird er mit Schuldzuweisungen bombardiert.

Statt zu sagen: "Ich bin so traurig und enttäuscht, dass du mir nicht mehr im Haushalt helfen, so dass ich keine Kraft habe, um dir am Ende des Tages im Bett mit dir Sex zu haben" wird häufiger gesagt:
"Du hilfst mir überhaupt nicht zu Hause und erwartest am Abend von mir, dass ich im Bett die Beine breit mache".

Merkst du den Unterschied? Es geht um Mut sich genauso zu zeigen, wie man sich in dem Augenblick fühlt, einfach von seiner eigenen Befindlichkeit zu reden, von seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen.
 
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  • #18
Ich bin mit meinem Ex, der sich wegen seiner Schwäche sich auf Menschen einzulassen therapieren lassen hat, auf Wunsch seines Therapeuten dann zu einigen Stunden dazu gekommen.

Es war sehr erleuchtend, auch für mich!
Ich denke, beide müssen es wollen und auch in der Lage sein, Dinge die nicht gut laufen bei sich zu sehen. Wer nur darauf fixiert ist die Schuld bei anderen zu suchen, rennt wütend aus der Praxis , da er sich massiv angegriffen fühlt.
Außerdem ist es sehr ratsam nicht sein ganzen Freundeskreis um Hilfe und Tipps zu bitten.
Die stehen immer auf deiner Seite und haben wenig mit der Beziehung zu tun.
 
  • #19
Ich empfehle dir das Buch "Lob der Vernunftehe" von Arnold Retzer (...)

Nach Durchblättern einiger Seiten in seinem Buch, lautet der Grundtenor: nicht streiten und nicht über unveränderliche Dinge diskutieren. Sich nicht über Dinge ärgern, über die ich persönlich keinen Einfluss habe. Wichtig erachtet er den Humor in der Partnerschaft und Akzeptanz der Macken und sich insbesondere selber die Fragen zu stellen: "Wie verändert sich meine Lebensqualität, wenn ich auf Gerechtigkeit bestehe? Was bringen Kämpfe um Bierbäuche? Habe ich mir mit meinen Rachefeldzügen vielleicht eher geschadet etc.?"
Ich finde den Grundtenor sehr weise - u.a. auch die Frage "Wie verändert sich meine Lebensqualität, wenn ich auf Gerechtigkeit bestehe?" Mitunter werden in Beziehungen Scheingefechte geführt, die die eigentliche Lebensqualität beider Partner gar nicht mehr wirklich berühren. Wenn man sich das in einer ruhigen Minute mal bewusst macht, kann es helfen. Auch um aufzuspüren, wo man sich eigentlich eher verannt hat und es mehr um's Prinzip geht als um Lebensqualität. Ein neutraler Dritter - also ein Coach oder Therapeut - kann mitunter solche Dinge aufdecken, die einem selbst schon gar nicht mehr bewusst sind, weil man zu nahe an der Sache dran ist.

Es gibt allerdings auch Situationen, in denen vom Partner unverhandelbare Grenzen überschritten werden. Diese Dinge müssen klar an- und ausgesprochen werden. Hier geht es natürlich um das WIE des Ansprechens, nicht um das OB. Ich empfehle hierzu mal unter "gewaltfreie Kommunikation" zu googeln.

Wenn unverhandelbare Grenzen angesprochen werden und dann nix passiert, heißt es letztlich, dass man nicht zusammen passt oder der andere die eigenen Bedürfnisse nicht achtet. In diesen Fällen muss man die Konsequenz ziehen. Also Trennung.

Es bringt dann nichts, wenn man in diesem Fall die "Macken" akzeptiert und die eigenen Grenzen vernachlässigt. Wichtig ist allerdings herauszufinden, ob die Grenzüberschreitung wirklich unverhandelbar ist oder eigentlich nur Kleinscheiß ist. Das muss man vorab herausfinden.
 
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  • #20
Mein Ex-Mann und ich hatten eine Paartherapie angefangen, es hat alles noch viel schlimmer gemacht. [...]
Allerdings waren wir schon auseinander und sind es auch geblieben. Ich würde niemals mehr
eine machen. Entweder man kann miteinander reden oder es hat eh keinen Sinn mehr.
Ich halte nichts von Therapien.
Eure Voraussetzungen waren auch denkbar ungünstig - was sollte eien Paartherapie unter diesen Umständen noch bringen? Von deinem Beispiel auf Paare zu schließen, die zusammen sind und gemeinsam eine Lösung finden wollen, ist mehr als gewagt.
Und möglicherweise war der Therapeut auch nicht der richtige für euch. Oder nicht sehr fähig und unglücklich gewählt, auch das kommt vor.
 
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  • #21
Ich halte von all diesen Psychofritzen nichts. Nur seltenst profitieren die Paare davon.
Ist das in deinem Bekanntenkreis so? Hast du selbst die Erfahrung gemacht?
Bei meinen Freunden und bei mir selbst war das ganz anders.
Ich kenne niemanden, der davon nicht in irgendeiner Form profitiert hat.

Der eigentliche Nutznießer ist der Paartherapeut, der damit Geld verdient -- und das nicht zu knapp.
Natürlich verdient er Geld damit. Genauso wie ein Arzt Geld damit verdient, dass er hilft, dass er sein Wissen und seine Erfahrung einbringt. Genauso, wie wir allen zum Arzt gehen (hoffentlich!), wenn wir Schmerzen oder Beschwerden haben, die nicht von selbst wieder abklingen, genauso können wir psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen.
Übrigens bezahlen in vielen Fällen die Krankenkassen (und das tun sie nicht aus reiner Menschenliebe, sondern deswegen, weil sich inzwischen herumgesprochen hat, dass Psychotherapeuten genauso helfen können sie Ärzte oder Physiotherapeuten), und es gibt auch die Möglichkeit, die hier schon erwähnt worden ist, sowas kostenfrei bzw. mit einer kleinen freiwilligen Spende zu machen. Die Caritas wurde bereits erwähnt, die Diakonie macht das auch; beide gehören zur Kirche, aber niemand wird hier missioniert. Es ist einfach nur ein Hilfsangebot. Ich selbst habe mit der Diakonie sehr gute Erfahrung gemacht. Soweit ich weiss, bietet ProFamilia solche Therapien bzw. Beratungen auch an. Kostenfrei oder sehr günstig.

[mod]

Zur Dauer: Meistens ziehen die Therapeuten das über etliche Sitzungen hin, mindestens vier bis acht, oftmals länger, je nach Finanzkraft und Beharrlichkeit des Paares.
Der Therapeut zieht gar nichts hin, allein das Paar bestimmt die Dauer. Vier bis acht Sitzungen sind sehr wenig und für tiefsitzende Probleme kaum ausreichend. Zum Thema Finanzen hab ich schon genug geschrieben. [/QUOTE]

Wer sich wirklich noch liebt,kann auch ohne Psychofritze über alles sprechen.
Ein gut ausgebildeter und erfahrener Therapeut ist kein "Psychofritze", und dass Paare, die Schwierigkeiten haben, eben nicht konstruktiv über alles sprechen und eine Lösung finden können, das können wir alle doch tagtäglich hören und lesen.
 
  • #22
Ich halte von all diesen Psychofritzen nichts. Nur seltenst profitieren die Paare davon. Der eigentliche Nutznießer ist der Paartherapeut, der damit Geld verdient -- und das nicht zu knapp.

Paare sollten miteinander sprechen, die Ursachen des Konflikts lokalisieren und dann versuchen, einen Kompromiss zu finden. Ein Paartherapeut ist für diesen Prozess komplett überflüssig.

Zur Dauer: Meistens ziehen die Therapeuten das über etliche Sitzungen hin, mindestens vier bis acht, oftmals länger, je nach Finanzkraft und Beharrlichkeit des Paares.

Ich würde an Deiner Stelle Deinen Freunden nicht dazu raten. Wer sich wirklich noch liebt,kann auch ohne Psychofritze über alles sprechen.
<MOD: Angriffe entfernt!>

Eine Paartherapie macht dann Sinn, wenn beide Beteiligten bereit sind an sich zu arbeiten. Gerade bei der meistens vorliegenden gestörten Kommunikationsebene können Paartherapeuten sehr gut helfen, herauszuarbeiten, wo der Haussegen tatsächlich schief liegt. Oft befinden sich die Paare in Stellvertreterkriegen die sie selber nicht erkennen. In meinem Umfeld haben einige eine Paartherapie gemacht, bei einigen war es für die Beziehung mehr als förderlich.
 
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  • #23
Herzlichen Dank für die bisherigen Stellungnahmen!

Was mich ein wenig irritiert, ist, dass viele, die eine Therapie besucht haben, von einer/einem Ex sprechen...

Die FS
 
  • #24
Herzlichen Dank für die bisherigen Stellungnahmen!
Ja, das amüsiert mich auch. Viele geben ja offen zu, dass sie sich nach der Therapie getrennt haben und die Therapie dennoch gut fanden. Da verstehen es die Psychofritzen offensichtlich, ihre Klientel entsprechend gehirnzuwaschen. Egal wie es endet, es war hilfreich.

Fragestellerin, spare dir das Geld und geh mit Deinem Partner spazieren und besprich einfach mit ihm, was dir auf der Seele liegt. Das ist effektiver.

Gehe außerdem in Dich, ob Du mit diesem Partner und dieser Partnerschaft wirklich den Lebensweg gehst, den Du gehen willst, und ob es das ist, was Du willst.
 
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Gast

  • #25
<MOD: Angriffe entfernt.>

Ja es gibt Paare die sich nach der Therapie trennen. Vielleicht hätten sie es ohne die Therapie auch nie geschafft sich zu trennen. Dafür gibt es Psychofritzen damit alte Muster sich auflösen. Es gibt genauso viele Paare die sich durch eine Paartherapie wieder zusammengerauft haben.

<MOD: Unverschämtheiten entfernt.>
 
  • #26
Fragestellerin, spare dir das Geld und geh mit Deinem Partner spazieren und besprich einfach mit ihm, was dir auf der Seele liegt. Das ist effektiver.
Oh es ist ein Missverständnis aufgetreten; nicht die FS braucht für sich eine Therapie sondern ihre Freundin hat ziemliche Probleme mit ihrem Ehemann. Bevor sie ihr etwas raten wollte, wandte sie sich ans Forum um Meinungen zu hören.
 
  • #27
Oh es ist ein Missverständnis aufgetreten; nicht die FS braucht für sich eine Therapie sondern ihre Freundin hat ziemliche Probleme mit ihrem Ehemann. Bevor sie ihr etwas raten wollte, wandte sie sich ans Forum um Meinungen zu hören.
Ah ja, richtig, tut mir leid. Dann soll die Fragestellerin ebendiese Empfehlung an ihre Freundin weitergeben -- ich schätze, das hat sie auch so verstanden.

Ich würde niemals einem anderen Paar zu einer Therapie raten. Das ist fast immer rausgeschmissenes Geld.

Die Welt verblödet offensichtlich, dass immer mehr Menschen meinen, sie brauchen andere dabei, um mit ihrem eigenen Partner zu sprechen. Manchmal kann man es gar nicht fassen, wie Psycho-hörig die Leute schon geworden sind.
 
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Gast

  • #28
Stimmt, Mandoline, ich bin Single und es geht um meine Freundin.

Nur - wenn ich ihr zu einer Therapie rate, möchte ich dann nicht Schuld sein, wenn es auseinandergeht, darum bin ich verunsichert.
Vielleicht soll ich die Finger davon lassen.

FS
 
  • #29
Nur - wenn ich ihr zu einer Therapie rate, möchte ich dann nicht Schuld sein, wenn es auseinandergeht, darum bin ich verunsichert.Vielleicht soll ich die Finger davon lassen.
Sehen wir es mal viel allgemeiner: Sich in fremde Beziehungen einzumischen, ist immer undankbar. Egal ob die zusammenbleiben oder nicht, seltenst ist Dankbarkeit für Tipps zu erwarten, fast immer ist es dem einen oder anderen peinlich oder er wähnt dich auf der falschen Seite.

Meine Erfahrung ist, sich am besten aus dem Intimleben Dritter herauszuhalten. Da kann man nur verlieren und es kann auch nur seltenst wirklich nützen.

Du hast eigentlich immer die Arschkarte, egal wie es ausgeht.
 
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  • #30
Ja, das amüsiert mich auch. Viele geben ja offen zu, dass sie sich nach der Therapie getrennt haben und die Therapie dennoch gut fanden. Da verstehen es die Psychofritzen offensichtlich, ihre Klientel entsprechend gehirnzuwaschen. Egal wie es endet, es war hilfreich.
<MOD: Angriffe entfernt.>

Es ist mehrmals in aller Deutlichkeit gesagt worden, dass eine Paartherapie nicht dazu da ist, die Partnerschaft unbedingt zu retten. Das sagt auch jeder Therapeut vorher - für die, denen es nicht klar ist.
Es geht um Klarheit und Einsicht, und das ist immer hilfreich, egal, wie die Konsequenzen sind.