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  • #1

Partner nicht auf Augenhöhe,trotzdem Chance aufgemeinsame Zukunft

Ich bin seit 6 Monaten mit einem Mann zusammen und empfinde zwischen uns ein enormes soziales Gefälle.
Der Zufall hat uns irgendwie zusammengefügt.
Ich besitze 3 Pferde auf meinem eigenen Grundstück. Dieses liegt 40 Km von meinem Wohnhaus entfernt. Der Mann wohnt dort und umsorgt meine Pferde.Er macht dies kostenlos und sehr liebevoll.
Er hat mich gefragt ob er diese Aufgabe übernehmen darf. Ich habe zugestimmt.
Wir haben fast das gleiche Alter (50 J.)Wir sind beide geschieden, haben erwachsene Kinder.
Das Problem ist folgendes:
Ich bin (etwas)vermögend ,habe Eigentum (Immobilien)normale Bildung ,normale soziale Stellung .
Er hat nichts,rein gar nichts.Er befindet sich in einer Alkoholtherapie , die er dank seiner neuen Aufgabe(Pferdepflege) und mir sehr erfolgreich meistert.Er ist seit 1,5 Jahren trocken.
Kleidung kaufe ich ihm auch ,lade ihn auch mal ein,auch in mein Haus,was er auch sehr genießt.
In diesem Zusammenhang habe ich ihm klar gemacht, dass ich keinen Mann (mehr) in meinem Haushalt dulden kann. Ich möchte für immer alleine leben. Das ist Fakt.
Was aber nicht heißt ,dass ich keinen Partner mehr möchte.Soweit hat er es kapiert und ist damit (vorerst) auch zufrieden.
.
Es hat sich zwischen uns eine intime Beziehung ergeben.
Er ist sehr eifersüchtig und ebenso
misstrauisch und glaubt, ich würde in seiner Abwesenheit noch weitere Männer empfangen in meinem Haus etc. Er kontrolliert mich mit Telefonanrufen , schreibt mir mind. 3x am Tag eine SMS mit Liebesgrüßen.. Er sagt, er könnte keinen Mann mehr neben mir ertragen, er will nur mich, er liebt mich über alles etc....einstellen .Dafür habe ich zuviel Schlimmes erlebt.
Mein Ex-Mann war genau das Gegenteil-wie er.Ein arrogantes sorry,Akademiker A..lo..vom feinsten.Beleidigungen, Demütigungen und Unterwerfung waren an der Tagesordnung.
Liebe habe ich bei ihm nie gespürt.Deswegen bin ich geschieden.
Jetzt erlebe ich genau das Gegenteil mit diesem neuen Mann. Ein Mann , der für mich wirklich ALLES tut.
In sexueller Hinsicht ist er ein toller, sehr einfühlsamer Liebhaber.Er tut mit einfach gut :)
Auf der anderen Seite wirkt er eher ungebildet,dem man nichts zutraut, Handgriffe 10 mal zeigen muß.Das wäre reine Unsicherheit ,sagt er dazu.
Freunde hat er keine mehr . Seine 3 Geschwister und seine 4 Kinder haben sich von ihm abgewandt ,weil er alkoholkrank war.Jetzt wo es ihm wieder besser geht, scheint das Interesse von seiner Familie an ihm wieder aufzuflackern.
Zum Schluß blieben ihm nur noch meine 3 Pferde, die er abgöttisch liebt .Die ihn aber auch mögen--- und durch die er Zug um Zug wieder ins Leben zurückfindet.
Wir teilen zusammen unsere Leidenschaft . Aber ob diese auch reicht für eine gemeinsame Zukunft?
Meine Verantwortung ihm gegenüber weiß ich , aber genau dieses macht mir Angst.
Liebe Leser dieses Forums Bitte sagt mir eure ehrliche Meinung! Danke.
 
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  • #2
Das Einzigste, was bei mir Bedenken verursachen würde, ist der Alkohol und die Eifersucht. Wenn er beides in den Griff kriegt, wünsche ich Dir eine Zukunft mit ihm. Wobei ich vermute, daß das mit der Eifersucht schwieriger wird.
Entscheidend für Dich ist, ob er Dir gut tut. Das tut er nach Deinen Angaben. Ob er Geld, Grundstücke oder Pferde hat, ist nebensächlich. Vielleicht ist er eine anständige Haut, welche das Gefühl hat, so was Nettes wie Dich läuft ihm nicht noch einmal über den Weg.

Bei dem Typ Mann kann ich mir allerdings auch nicht vorstellen, daß er auf Dauer 40 km von Dir getrennt leben will. Irgendwann wird er den Alltag auch mit Dir teilen wollen (was ich auch verständlich finde).

constanze
 
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  • #3
t.


Meine Verantwortung ihm gegenüber weiß ich , aber genau dieses macht mir Angst.

Liebe FS,

ich denke, das ist der springende Punkt.

Genau da ist keine Augenhöhe. Schon ein finanzielles und/oder soziales Gefälle ist schwierig.

Wenn er jetzt ein wirklich eigenständiger Mann wäre, der allein gut zurecht kämet, der Dir Freiraum ließe, nicht darauf angewiesen wäre, dass alles gut läuft, weil er sonst einen Rückfall bekommt usw. usw……dann wäre es nicht ganz so schwierig.

Aber da kommt jetzt wirklich viel zusammen.
Es klingt, als sei er von Dir und den Pferden abhängig. Mit 20: o.k……..mit 50: ohje…

Für mich klingt es nicht wirklich nach gemeinsamer Zukunft, da Du lavieren musst, damit er stabil bleibt. Das wäre mir zu anstrengend auf Dauer.

Ein Mann, der zudem mit 50 so wenig reflektiert hat (nachvollziehbar da ständig alkoholisiert), sich so wenig mit sich selbst auseinander gesetzt hat, dass er immer noch besitzergreifend in eine Beziehung geht…..(also kontrollierend, eifersüchtig usw.), das fänd ich noch problematischer.

Blöde Situation. ich wüsste auch nicht was tun. Abwarten bis der eigene Leidensdruck ansteigt? Andererseits, je länger das läuft, desto gebundener ist er……

Versuche zu realisieren, dass Du nicht seine Therapeutin, sondern seine Freundin sein willst…..

Möchtest Du seine Freundin sein?

alles gute!
w
 
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  • #4
Liebe FS,

die Rückfallgefahr liegt bei Alkoholkranken bei ca. 85 %. Ich bin der Meinung das sollte man wissen. Der Kontrollzwang ... Eifersucht etc. ...macht meist eine Therapie notwendig. Es muss festgestellt werden warum der Griff zur Flasche erfolgte!
Eine Partnerschaft inkl. zusammen wohnen willst du nicht. Er wohl schon. Den Sex findest du aber schön ...seine Pferdeliebe auch nur reicht das als Basis?
Er hat sicher eine gewisse Herzensbildung mit der du scheinbar nicht soviel anzufangen weißt. Die meisten Alkoholkranken sind sehr sensibel und feinfühlig. Sie nehmen das Leben schwer und trinken manchmal auch aus diesem Grund.
Du hast Geld und bist vermögend ... und welche Rückfolgerung soll man daraus schliessen ... !? Was willst du hier hören!? Das er Geldgeil ist und nur hinter deinen Vermögen her ist?
Verantwortung trägst du für ihn nicht. Die trägt jeder für sich selbst!
Wäre ich in der Situation würde ich das Thema als Erfahrung abschliessen. Du liebst diesen Mann nicht ... hast Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit. Zudem wirkt er scheinbar auf dich wie ein dummer Trottel. Du nimmst ihn nicht für voll. Ich könnte noch einiges dazu schreiben. Das würde jedoch den Rahmen sprengen.
Um auf deine Frage zurückzukommen ... nein, ich sehe keine gemeinsame Zukunft mit diesem Mann.

W/ 41 (Tochter eines Alkoholkranken Mannes)
 
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  • #5
Die Schwierigkeit sehe ich nicht im sozialen Gefälle, sondern in dem einseitigen Abhängigkeitsverhältnis. Er wird im Zuge seiner Therapie noch einiges aufzuarbeiten haben, dabei sind du und deine Pferde eine co-therapeutische Stütze für ihn. Ist ihm das klar?
Nun verschwimmt die Beziehungsgrenze durch euren für beide Seiten erfüllenden sexuellen Kontakt in Richtung intime Zweisamkeit. Hier wird es schwierig, denn hier findet ein Austausch auf Augenhöhe statt, was seine Abhängigkeit von dir nur verstärk und zu kontrollierendem Verhalten führt, denn der tolle Sex mit dir ist wie ein Versprechen auf eine dauerhafte Liebesbeziehung mit dir. Um sich nicht ganz seine eigene Unterlegenheit einzugestehen, kann er dies doch nur so interpretieren. Wenn du ihm dahingehend Hoffnungen machst, übernimmst du Mitverantwortung für sein unterschwellig aggressiv-kontrollierendes Verhalten. Ein Suchtkranker braucht ganz klare Grenzziehungen, um zu sich zu kommen. Sofern du ihn nicht wirklich liebst, empfehle ich dir Verzicht auf die sexuellen Freuden mit ihm, sonst wird es immer schräger mit unabsehbaren Folgen.
 
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  • #6
Liebe FS,

mir würde der Alkohol und besonders die kontrollierende Eifersucht Sorgen machen.

Wie steht es denn bildungsmäßig mit der Augenhöhe, könnt ihr Euch gut unterhalten?

Vermögensmäßig besteht ein großes Gefälle, Euer gemeinsames großes Interesse sind die Pferde. Sozial ist er offenbar recht isoliert. Daß die Familie sich abwandte ist bei Alkoholkrankheit oft angeraten, damit derjenige allein ist, die Situation sieht und etwas dagegen therapeutisch tut.

Du hast sicher einen Freundeskreis. Er aber will keinen anderen Mann mehr neben Dir sehen.
Macht er Schwierigkeiten, wenn Du männliche Freunde sehen willst?

Fest steht, mit Dir als Person hat er ins Sahnetöpfchen gegriffen. Er kann sich sicher ausrechnen, daß eine Frau mit 3 Pferden nicht arm ist. Ich will ihm aber nichts unterstellen.

Die kontrollierende Eifersucht stört mich. Du brauchst ihn nicht, aber er braucht Dich.

Irgendwie habe ich ein schlechtes Bauchgefühl. Du kannst ihm eine Chance geben, doch Kontrolle würde ich mir energisch verbitten.

W.
 
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  • #7
Hallo FS,

ich glaube fest daran, dass alles machbar ist, wenn man 'will' und bereit ist, dafür auch etwas zu tun!
Insofern habt ihr jede Chance!!!
Die unterschiedlichen Vermögensverhältnisse finde ich auch nicht wichtig.
Seine Eifersucht und sein ehemaliges Alkoholproblem dagegen schon.
Hier würde ich, wie auch bei jedem anderen Partner auch erwarten, dass er daran arbeitet und bereit ist, sich und sein Verhalten zu ändern!
Und das würde ich so mit ihm kommunizieren.
Bei dem Typ Mann kann ich mir allerdings auch nicht vorstellen, daß er auf Dauer 40 km von Dir getrennt leben will. Irgendwann wird er den Alltag auch mit Dir teilen wollen (was ich auch verständlich finde).
Das sehe ich allerdings genauso...

Alles Gute für euch!

w
 
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  • #8
Liebe FS, mein erster Eindruck beim Lesen ist, dass Du eine Notlösung der eigenen Amibivalenz lebst. Wenn Du glücklich und zufrieden wärst, würdest Du die Frage nach der Augenhöhe nicht stellen.

Du kommst aus einer Ehe, die dich um den Glauben an das Gute gebracht hat. Für dich ist Fakt: Kein Mann mehr in deiner Nähe. Für dich ist aber auch Fakt: Du möchtest einen Partner. Für diesen Wiederspruch verbiegst Du dich und schreibst: Er ist nicht meine Augenhöhe. Ich kleide ihn ein, er ist nichts und hat nichts, aber ich schlafe mit ihm. Er tut mir gut und er darf mich manchmal in meinem Haus besuchen.

Du gibst ihm Arbeit, die ihn erfüllt und ihm Freude macht. Über seine Gesamtsituation scheinst Du dir nicht ausreichend Gedanken zu machen: Durch den Alkohol hat er Familie und Umfeld verloren. Er liebt deine Pferde und klammert sich an deren Besitzerin, weil er sonst niemanden hat. Der Glückspilz darf mit dieser Frau auch schlafen, sie wird zu seinem Lebensinhalt. Dieser Mann spürt, dass Du dich nicht einlassen kannst / willst und fängt deshalb an zu klammern. Er ist verunsichert und kontrolliert eifersüchtig dein Leben, in das Du ihn nicht lässt.

Ich finde, dass es in einer solchen Konstellation nur Verlierer geben kann. Dass Du ihn einkleidest, weil er dir sonst nicht genügt, siehst Du sicher als großzügige Geste gegenüber einem Mann, den Du nicht als Augenhöhe sehen kannst. Dennoch schläfst Du mit ihm und hoffst, dass er dir nicht gefährlich werden kann. Es ist also deine Angst, dich nochmal verbindlich auf einen Mann einzulassen.

In dieser komplizierten Konstellation steckst Du bereits in großer Verantwortung, denn für diesen Mann sind Du und die Pferde der einzige Lichtblick. Du zahlst einen hohen Preis dafür, unverbindlich Sex und ein bisschen Nähe zu haben. Könntest Du lernen von einem Mann auf Augenhöhe geschätzt und geliebt zu werden? Wärst Du dann bereit Partnerin statt großzügige Nanny zu sein? Du hast m.E. Bindungsangst, weil Du die Enttäuschung deiner Ehe noch nicht verarbeitet hast und wirst nicht drum herum kommen, die Vergangenheit aufzuarbeiten. Dein Pferdepfleger macht sich Hoffnungen, weil Du ihm mehr signalisierst als Du willst. Entweder kann er dir genügen, dann sieh ihn bitte nicht als unter deiner Augenhöhe, oder Du distanzierst dich und benutzt ihn nicht. Alles Gute.

w50+
 
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  • #9
Wenn er Dir gut tut und Du das Gefühl hast, daß alles gut paßt, warum solltet ihr keine Chance haben, ein gemeinsames Leben zu leben. Du mußt der Sache nur eine Chance geben.

Den Alkohol finde ich nicht bedenklich. Wenn das Umfeld stimmt und trockene Alkoholiker die entsprechende Unterstützung haben, dann können sie ein Leben lang trocken bleibern.

Was ich an Deiner Stelle hinterfragen würde, ist der "Kontrollzwang" von ihm. Das kann ganz schnell aus dem Ruder laufen. Hier würde ich ansetzen und Klärungsbedarf sehen.

Ansonsten wünsche ich DIr alles Gute.

w, 50
 
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  • #10
Liebe FS,

bei allem Verständnis, aber ich sehe das sehr kritisch. Alkohol, enormes soziales Gefälle, Bildungsunterschied, Eifersucht, Misstrauen... das wäre mir einfach too much. Wie soll da jemals eine Beziehung auf Augenhöhe entstehen?!?

Aus Deinen Sätzen klingen m.E. berechtigte Zweifel. Abgesehen von seinem Alkoholproblem kann ich mir insbesondere nicht vorstellen, wie man eine gesunde Beziehung miteinander führen kann, wenn der Partner einen mit Eifersucht, Misstrauen und Kontrolle unter Druck setzt. Entspannt klingt das nicht, um es vorsichtig auszudrücken...

Ich habe mit einem alkoholkranken Partner eine Beziehung geführt. Deine Ausführungen kommen mir sehr bekannt vor. Es war eine Tortur. Ich habe sie zügig beendet, viel unnützes Lehrgeld bezahlt und dadurch wichtige Lebenszeit verloren. Mit Liebe hat das irgendwann nichts mehr zu tun, sondern mit unzureichenden Selbstwertgefühlen und krankhafter Abhängigkeit, manchmal auch auf beiden Seiten. Dabei ist es völlig egal, wie locker die Beziehung geführt wird, so eine Beziehung ist und macht krank. Da braucht man sich nichts schönreden. Dies in Kürze, damit Du mein statement einordnen kannst.

Mit meinem heutigen Partner gibt es solche Probleme nicht mal ansatzweise. Es ist eine ausgeglichene, respektvolle, wertschätzende und liebevolle Partnerschaft auf Augenhöhe. Mit schöner Zukunft. So, wie ich es mir immer gewünscht habe.

Was wünscht DU Dir für Dein weiteres Leben?!? Du hast die Wahl!

w, 53
 
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  • #11
Merkwürdig finde ich, dass Du die Arbeit von ihm nicht bezahlst. Es macht sehr viel Arbeit 3 Pferde zu betreuen. Da kommen einige Stunden täglich zusammen. Zudem ist es eine dreckige und schwere Arbeit. Offensichtlich besitzt er Sensibilität und Verantwortungsgefühl.

Schau doch mal im Internet, was ein Pferdepfleger normalerweise verdient. Ich würde ihn anstellen mit einem anständigen Gehalt. Dann ist er versichert, zahlt Rente ein und hat wieder eigenes Geld zur Verfügung. Dann wird er sich Dir gegenüber sicherer und gleichberechtigter fühlen.

Hör auf, ihn auszunutzen!!!

Alles weitere ergibt sich dann.

w(58)
 
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  • #12
Du solltest ganz klar bei Deiner Linie bleiben. Das ist das, was in seinem Leben gefehlt hat.
Krass gesagt, Du hast Dir da einen Sozialfall von der Straße aufgelesen, Alkoholiker, derzeit
trocken und mit verkorkstem Leben. Dein Engagement ehrt Dich und es ist gut, dass Menschen
ohne Vorurteile anderen eine 2. Chance geben.
Jetzt bist Du für ihn der Strohhalm und schreibst, die Verantwortung macht Dir Angst. Du bemerkst bereits, hinter seiner Dankbarkeit tauchen Ansprüche auf. Eifersucht, Einzug bei Dir. Kleiner Finger, ganze Hand.
Natürlich weckst Du bei ihm Hoffnungen - auf ein schönes Leben nach allem, was er in den Sand gesetzt hat. Ich glaube, die Situation kannst Du auf Dauer nur mit Charakterstärke beherrschen.
Eine körperliche Beziehung mit seelischer Nähe aber räumlicher Distanz und ohne wirtschaftliche Verbindung. Allerdings sind Probleme vorprogrammiert - zumindest bis er begriffen hat, er muss ein eigenes Leben aufbauen und kann sich nicht an Deines dranhängen. Es sei denn, Du lässt das zu.....
dafür müsste er sich ein paar Jahre bewähren hinsichtlich Alkohol, Besitzansprüchen etc. - einen Engel hast Du da nicht vor Dir und weißt hoffentlich alles über seine Vergangenheit. Ich hoffe, er
gehört nicht zu denen, die immer wieder eine Dumme finden, der sie das Leben schwermachen.
Sobald Du Dich für irgendetwas bei ihm schuldig fühlst - beende das Ganze.
w
 
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  • #13
Du solltest aufpassen, dass du nicht an ihm auslässt, was du in deiner Ehe erdulden musstest. Demütigungen, Herabsetzungen usw. was du erwähntest.
Du spürst ja jetzt schon die Macht, die du über ihn haben könntest.
 
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  • #14
ich sehe evtl. ein Problem, wie Du mit seiner ungebildeten Art umgehest. Ob es Dich persönlich stört, wenn er etwas nicht weiß, ob Dein Selbstwert zu recht kommt, mit so einem einfachen Mann zusammen zu sein (ohne den Hintergedanken - ein gebildeter Mann passt besser zu Dir. Es gibt genügend gebildete UND liebe Männer...) Und wir finden es Deine Familie und Freunde? Man wünscht sich für die Tochter, Schwester oder Freundin immer etwas besseres.

Musst Du Dein ganzes Leben immer jemanden dulden? Erst den Arroganten, dann den Looser?

Viel Glück!
 
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  • #15
Aus der Beschreibung wirkt er auf mich sehr bedürftig. Bedürftig in allen Bereichen: finanziell, gesundheitlich, Sozialkontakte.

Er ist seit 1,5 Jahren trocken, hat aber keine Freunde... Kann Zufall sein, oder auch einen Grund haben.

Ich kann das schwer einschätzen. Wohnt er zufällig in einer therapeutischen Wohneinrichtung und hat einen rechtlichen Betreuer?
 
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  • #16
Das erste , was mir auffiel, war die Verantwortung, der Du Dir um ihn bewußt bist und ich fragte mich, welche Verantwortung Du meinst. Natürlich geht man mit einem anderen Menschen verantwortungsbewusst um, deshalb trägt man aber niemals die Verantwortung für einen anderen Menschen.
Für mich liest es sich so, als ob er schon "alle Register" zieht (wohl eher unbewußt)...er will nur Dich, kann andere Männer nicht ertragen, er liebt Dich über alles....
Wenn ich sowas lese, dann leuchten bei mir Alarmglocken. Ich arbeite seit zwei Jahrzehnten mit Alkoholikern. Wenn sich jemand so auf eine andere Person fixiert und glaubt, damit seine innerliche Leere auffüllen zu können, wird die andere Person sehr schnell erdrückt und emotional eingesperrt. In diesem Fall Du.
Ich finde es auch problematisch, wenn ein Mensch sich auf 3 Pferde stürzt , um zurück ins Leben zu kommen. Klar, als Therapeutin würde ich das unterstützen, ist ja besser als nichts. Aber als Partnerin? Ich hätte damit ein Problem, wenn sich jemand Tieren zuwendet und sich nicht mit Menschen auseinandersetzt. Z.B. mit seiner Familie, die haben doch sicher unendlich viel zu klären, was durchaus bereichernd sein kann. Das kann man langsam und behutsam angehen, für mich wäre das aber eher der Königsweg als Verantwortung für Pferde zu übernehmen.
Wenn Du Dich auf ihn einläßt, weil er Dir einfach gut tut, dann genieße es, aber paß auf, dass Du nicht vereinnahmt wirst. Zeige deutlich Deine Grenzen, für suchtkranke Menschen eigentlich das Wichtigste, warum auch immer fast ausnahmslos die Suchtkranken, die ich kennengelernt habe, Probleme damit haben, Grenzen wahrzunehmen und einzuhalten. Das hat tiefere Ursachen.
Wenn er schon seit 1,5 Jahren Therapie macht, dann sollte eigentlich schon mehr in seinem Leben verändert sein, unter Umständen zurück in einen Beruf, Auseinandersetzung mit der Familie, Aufbau von anderen sozialen Kontakten, Hobbyfindung, etc.
Auch das würde mir zu denken geben, da scheint er noch nicht weit vorwärts gekommen zu sein. Nun fixiert er sich auf Dich, so liest es sich für mich. Du bist die Rettung.
Ich hätte eher mit all dem ein Problem als mit der gefühlt nicht vorhandenen sogenannten Augenhöhe.
Aber das ist nur meine bescheidene Sicht aus der Berufserfahrung heraus, andere sehen das sicher anders.

W51
 
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  • #17
Liebe FS, also definierst Du "auf Augenhöhe" über akademischen Grad und Vermögen? Du hast unter Deinem Mann gelitten aber Du ziehst das - in abgemilderter Form - bei dem neuen Mann in Deinem Leben auch durch. Irgendwie....

Wen oder was Du liebst musst Du alleine entscheiden, sonst niemand. Allerdings frage ich mich hier, ob er nicht auch deshalb eifersüchtig ist weil er spürt, dass Du nicht ganz bei ihm bist. Du fängst etwas mit jemandem, der ein Problem hat, das ihn seine Familie und Freunde gekostet hat. Er also auch zahlreiche menschliche Enttäuschungen erlebt hat. Und Du überlegst erst hinterher, ob das mit Euch eine Zukunft hat. Nicht schön, muss ich sagen. Zumal es klar ist, dass Deine Gefühle für ihn nicht annähernd denen entsprechen, die er für Dich hat. Sonst würdest Du auch nicht schreiben, er hat etwas "kapiert", Du traust ihm nichts zu usw. Das ist sehr, sehr abwertend. Gibst Du die Verletzungen aus Deiner Ehe jetzt an ihn weiter? Auch das ist nicht schön.

Jetzt stehst Du da und das fühlt sich so an, als würdest Du eine offizielle Beziehung nur nicht haben wollen, weil er nicht der Vorzeige-Mann für Deine feine Freunde ist. So würde ich an seiner Stelle denken.

Du nimmst Dir von ihm, was Dir gut tut. Er darf sich dafür um Deine Pferde kümmern.

Mir gefällt diese ganze Sache überhaupt nicht und mir tut der Mann wirklich Leid. Weil wenn die "Beziehung" in die Brüche geht, ist er auch seine Aufgabe los, etwas, das ihm Kraft gibt, durchzuhalten und wieder auf die Beine zu kommen.

Du schreibst, dass Du Dir der Verantwortung bewußt bist. Das glaube ich leider nicht. Denn dann hättest Du nicht Deine Bedürfnisse nach Nähe und Zärtlichkeit über seinen Bedürfnis nach Stabilität gestellt. Du hast ihn ausgenutzt, weil Du Dich damit wohl fühlst, was er Dir gibt. Dass Du für ihn Kleidung kaufst usw. hat keinen Wert. Eher wertet das noch zusätzlich ab.

Ich weiß nicht, was ich Dir raten soll.
 
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  • #18
Mach bei Ihm nicht den selben Fehler, der dein Ex im Umgang mit dir gemacht hat: Arroganz usw.
Dass dieser Mann vermögenslos ist und sich in einer Alkohol-Therapie befindet, heißt nicht, dass er "unter" dir steht.
Du hast deine Bedingungen klar formuliert: in Zukunft alleine leben zu wollen und keine häusliche Gemeinschaft mit einem Partner mehr.
Allerdings musst du damit rechnen, dass ihm das auf Dauer nicht genügt und er dich eventuell deswegen verlassen wird. Er befindet sich in Therapie und wird dort möglicherweise lernen (wenn die Therapie was taugt), mehr auf die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu achten.
Dass er momentan wenig Sozialkontakte hat und keine finanziellen Mittel, heißt nicht, dass er immer auf dich angewiesen ist.
In seinem Verhalten (Unsicherheit über andere Männer, Anrufe, SMS) zeigt sich, dass er sich in einer Beziehung mehr Nähe als du wünscht.
Im Gegenteil: Er ist frei, ganz ohne Verpflichtungen (so willst du es ja auch), und kann jederzeit gehen, wen ihm das besser tun sollte.
Komm ihm etwas entgegen, wenn dir etwas an der Beziehung liegt. Vielleicht kannst du deine negativen Erfahrungen mit deinem Ex überwinden, wenn er dir so gut tut.
Wenn er dich glücklich macht und dich wieder frei atmen lässt, hast du mit ihm die bessere Wahl getroffen.
W48
 
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  • #19
Abenteuerlich, deine Geschichte. Sollte sie wahr sein, hast du so viele Warnsignale übersehen, dass es vermutlich bereits in diesem Stadium schwierig werden wird, die Beziehung zu beenden.

Wenn jemand einen Partner wählt, der ihm in (fast) jeder Hinsicht unterlegen ist, muss er sich die Frage gefallen lassen, ob er eventuell die Oberhand behalten will. Der Mann, über den du erzählst, ist aber nicht der Typ, der sich das auf Dauer gefallen lässt. Der Machtkampf hat längst begonnen - und du hast ihn in Wirklichkeit schon längst verloren.
 
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  • #20
Ich bin seit 6 Monaten mit einem Mann zusammen und empfinde zwischen uns ein enormes soziales Gefälle.

In diesem Zusammenhang habe ich ihm klar gemacht, dass ich keinen Mann (mehr) in meinem Haushalt dulden kann. Ich möchte für immer alleine leben. Das ist Fakt.
Was aber nicht heißt ,dass ich keinen Partner mehr möchte.Soweit hat er es kapiert und ist damit (vorerst) auch zufrieden.
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Es hat sich zwischen uns eine intime Beziehung ergeben.

Schwierig. So wie ich das verstehe, habt ihr eine exklusive Affäre, eine Beziehung ist für mich etwas anderes als das, was Du beschreibst. Er ist stark von Dir abhängig, hat ein noch nicht geklärtes Alkoholproblem, ihr scheint grundsätzlich sehr verschieden zu sein, was Lebensvorstellungen und -möglichkeiten angeht.

Was verstehst Du unter "gemeinsamer Zukunft"? Aus Deiner Beschreibung folgt, dass ihr eine sexuelle Beziehung habt, er stark von Dir abhängig ist und Du eigentlich nicht klar beschreibst, was Du Dir als Alternative vorstellst. "Keinen Mann im Haushalt dulden" läuft eigentlich immer auf eine mehr oder weniger verbindliche Affäre hinaus, die kannst Du natürlich mit ihm genauso haben wie mit irgendjemandem sonst. Eine darüber hinausgehende Zukunft sehe ich nicht, seine starke Abhängigkeit von Dir finde ich bedenklich.

m, 46
 
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  • #21
Mir scheint der Mann sehr bedürftig zu sein.

Du schreibst, ihr seid nicht auf Augenhöhe. Ich gehe sogar noch weiter: Ich sehe jetzt keinen einzigen Lebensbereich, in dem er auf eigenen Beinen stabil steht.

Trockener Alkoholiker ist er seit 1,5 Jahren. Das bedeutet, er hatte 18 Monate Zeit, sich einen Bekannten- und Freundeskreis aufzubauen. Kennst Du seine Bekanten?

Du schreibst, er ist manchmal unbeholfen. Führt er seinen Haushalt selbst und kann er sich selbst um seine Dinge (Anträge, Bankgeschäfte usw.) kümmern?

Augenhöhe ist so ein Stichwort hier, das mich ärgert, weil es tatsächlich doch meistens dabei nur ums Geld geht. Das Geld ist nicht so wichtig.

Mir ist als Grundlage wichtig, dass beide Menschen in der Lage sind, sich um die eigenen Angelegenheiten im Leben zu kümmern. Wenn er wenig Geld hat, dann soll er sich in seinem Leben so eingerichtet haben, dass er damit für sich zufrieden leben kann. Ich weiß nicht, ob Dein Bekannter das kann.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Dein Bekannter noch weitere Menschen (nicht unbedingt Liebes-Partner) sondern Betreuer, Therapeuten usw. hat, die ihn unterstützen.

Es ist die Frage, ob Du das alles in Dein Leben lassen willst.
 
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  • #22
Hallo FS

Selbst wenn Du kein Problem mit Alkohol hast ..einfach scheinst Du auch nicht zu sein.

Du willst eine Partnerschaft , schätzt gewisse Vorzüge willst aber definitiv alleine bleiben??

Leider hat man da auf Dauer einen Menschen neben sich und kein Teddybär denn man grade man mal nehmen und wieder ablegen kann wie man Lust hat.

Man geht durch eine Partnerschaft nunmal auch Verbindlichkeiten ein und kann nicht einfach so sein Ding weitermachen.

Man kann schon aber dann wird es auch mit dem nächsten und übernächsten uswww..nicht funktionieren.

Auch ein Ex Alkoholiker ist ein Mensch der Wünsche und Ansprüche hat.

Ich denke Du solltest Dir einen Backen. Mit ihm kannst Du ganz nach deinen Vorstellungen umgehen.

Mit Augenhöhe sind nicht gemeint das der andere nach deinen Vorstellungen tickt.

m48
 
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  • #23
Du nimmst Dir von ihm, was Dir gut tut. Er darf sich dafür um Deine Pferde kümmern.

Mir gefällt diese ganze Sache überhaupt nicht und mir tut der Mann wirklich Leid. Weil wenn die "Beziehung" in die Brüche geht, ist er auch seine Aufgabe los, etwas, das ihm Kraft gibt, durchzuhalten und wieder auf die Beine zu kommen.

Du schreibst, dass Du Dir der Verantwortung bewußt bist. Das glaube ich leider nicht. Denn dann hättest Du nicht Deine Bedürfnisse nach Nähe und Zärtlichkeit über seinen Bedürfnis nach Stabilität gestellt. Du hast ihn ausgenutzt, weil Du Dich damit wohl fühlst, was er Dir gibt. Dass Du für ihn Kleidung kaufst usw. hat keinen Wert. Eher wertet das noch zusätzlich ab.

Ich weiß nicht, was ich Dir raten soll.

Oha, das ist es auch, was ich meine, so ein Mensch löst ganz schnell mal ein Helfersyndrom aus und man vergißt dabei, dass er selbst die Verantwortung für sich trägt.Niemand anders.
Jede Beziehung geht einher mit einem Kennenlernen, manchmal muß man sich auch wieder trennen, weil es nicht paßt. Für meinen Geschmack bedienen die beiden sich gegenseitig in ihren Bedürfnissen, was nicht verwerflich ist, sondern im Moment ja ganz gut paßt. Beide profitieren für den Moment.
Wenn er sich benutzt fühlen würde, wäre es ja an ihm, dies anzusprechen und die Konsequenzen zu ziehen oder traut man ihm das etwa nicht zu?! Wenn nicht, warum nicht?
Wenn man davon ausgeht, dass er merkt, dass die FS nicht ganz bei ihm ist, dann liegt es an ihm, dies anzusprechen und eine Klärung für sich einzufordern. Macht er aber nicht.

Du. FS, bist nicht verantwortlich für seine Stabilität. Ich kann Dir nur raten, da ganz strikt auf Deine Grenzen zu achten, denn Du siehst, auch Aussenstehende werden da an das Gewissen appellieren, das man mit einem armen, kranken Alkoholiker doch nicht so umgehen kann.
Am Ende kommt dabei noch raus, dass Du Dich, wenn Du Dich weiter eingelassen hast, gar nicht mehr frei für oder gegen eine Beziehung entscheiden kannst, weil Du bei einer Trennung dann die Böse in dem ganzen "Spiel" bist. Wie kann man nur, der arme Mann, jetzt verliert er wieder jeden Halt...usw.
W51
 
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  • #24
Wenn er sich benutzt fühlen würde, wäre es ja an ihm, dies anzusprechen und die Konsequenzen zu ziehen oder traut man ihm das etwa nicht zu?! Wenn nicht, warum nicht?
Wenn man davon ausgeht, dass er merkt, dass die FS nicht ganz bei ihm ist, dann liegt es an ihm, dies anzusprechen und eine Klärung für sich einzufordern. Macht er aber nicht.

Weil die meisten Menschen schon mal in einer schwierigen Situation waren, in der sie anders gehandelt haben als sie normalerweise tun würden. Wenn man zB Schulden ohne Ende hat oder sonstige finanzielle Verpflichtungen dann kann man sich nicht den Luxus leisten, einen Job abzulehnen, der einen schlaucht, einem nicht gut tut, keinen Spaß macht usw. genauso ist es wenn man im Leben ganz alleine da steht. Und wenn man sich wieder ins Leben kämpft dann braucht es seine Zeit, bis man wieder die innere Stabilität erlangt. Und dann hat man sehr wohl die Pflicht, sich zu überlegen - übrigens auch im eigenen Interesse - wie man mit diesem Menschen umgeht und wie weit man sich an ihn bindet denn er nimmt dann auch Dinge anders wahr als er es in einer "normalen" Situation tun würde. Auch wenn man jemanden liebt lässt man viel mehr mit sich machen weil man nichts kaputt machen will, alles richtig machen möchte, man sich selbst in Frage stellt und, und, und...

Ich bin die Letzte, die der FS hier ein schlechtes Gewissen einreden will und die Erste, die sagt, dass jeder von uns für sich selbst verantwortlich ist und niemand für das Glück eines erwachsenen Menschen die Verantwortung trägt. Aber FS wusste von Anfang an von dem Problem, das er hat und meiner Meinung nach hätte sie insgesamt zurückhaltender sein müssen - ihr selbst zuliebe vor allen Dingen, bevor sie jetzt vor einem Problem steht. Was sie ja tut sonst würde sie nicht hier fragen.

Sie muss alleine entscheiden, wie sie das Ganze weiter führen will. Wenn nämlich gar nicht, denn offenbar fühlt sie sich nicht mehr wohl mit der ganzen Sache, dann besser früher als später handeln.
 
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  • #25
Eine schwierige Situation. Von außen betrachtet lässt sich scheinbar leicht urteilen und Rat schlagen; ist man in der Situation, dann sieht es wohl ganz anders aus.

Ehrlich gesagt, die Reihenfolge, in der Du die Situation beschreibst, löst bei mir Unbehagen aus. Du besitzt ... und er hat gar nichts...
Ist es nicht so, dass wir alle am Ende genausoviel, besser nichts außer unserem gelebten Leben besitzen? Ha, mal völlig ideal gedacht... Wieviel bedeutet Dir Besitz?

Alkoholismus ist ein schwerer Klotz; man sollte sich nur bewusst sein, dass es jeden treffen kann und dieses Problem in allen Schichten, Spähren und Besitzständen anzutreffen ist. Immerhin ... er ist 1,5 Jahre trocken - eine Leistung, die man wohl nur würdigen kann, wenn man es selbst erlebt hat (ich nicht, nein, aber den Ansatz dazu verspürte ich schon und konnte mich noch eigenständig einbremsen). Er ist also ein trockener Alkoholiker und insofern würde ich das Thema nicht überstrapazieren, wobei Dich die Gründe, warum er trank, interessieren sollten. Es geht ja am Ende nicht um den Alk an sich, sondern um die nachhaltige Überwindung der Ursachen für diese Sucht.

Die Eifersucht und Kontrolle sehe ich viel kritischer, wobei es Verbindungen mit den Sucht-Ursachen geben kann. Es kann (zusätzlich) auch eine Rolle spielen, dass er sich in einer Art Abhängigkeit sieht.

Was mir beim Lesen sofort ins Auge stach war: "Meine Verantwortung ihm gegenüber weiß ich , aber genau dieses macht mir Angst." Er ist sich selbst verantwortlich und Du Dir. Woher rührt diese gefühlte Verantwortung? Woher die Angst?
Bei Alkoholikern gibt es in Partnerschaft oft die sogenannte Co-Abhängigkeit. Lies mal ein wenig darüber...Ich will es nicht vergleichen, es geht nur um Mechanismen

Unabhängig von ihm ... Deine Einschränkung "habe ich ihm klar gemacht, dass ich keinen Mann (mehr) in meinem Haushalt dulden kann" würde ICH mitsamt der Gründe akzeptieren, dann aber keinerlei Chance auf Beziehungszukunft mehr sehen. Nur, wenn man sich an einen Strohhalm klammert, dann mag dieser Mann diese Einschränkung überhört haben oder darauf hoffen, dass sich deine Haltung irgendwann doch ändert.

In Summe: So, wie Du die Situation beschreibst, habe ich den Eindruck, er tut Dir gut, aber das ist bei Dir nicht von Liebe getragen, eher von Mitleid mit ihm und Dir selbst. Seine Motive kennen wir nicht.

Ich schließe mich #6 an, alles ist machbar, wenn beide wollen. Dazu müsstest Du aber über Deinen materiellen Schatten springen und er über den seines Besitzanspruchs (mal ehrliche Zuneigung ohne Reflex auf Materielles unterstellt).

Euch viel Glück; berichte mal, wie es weiterging.

M52
 
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  • #26
In Dir sitzen noch einige Probleme fest. Es wird (zumindest mir) sehr deutlich, dass Du sehr tief enttäuscht und verletzt wurdest. Dein Vertrauen zur "Spezies Mann" ist nicht (mehr) sehr hoch. Mir fällt das beispielsweise daran auf, dass Du "der Mann" schreibst. Das ist sehr distanziert über einen Menschen, zu dem man nach eigener Darstellung auch eine sexuelle Beziehung hat.

Du hast nach eigener Angabe zwar drei Pferde, scheinst aber von Tieren nicht viel zu verstehen. Ich meine jetzt nicht Pflege und dergleichen.
Tiere haben ein unglaubliches Gespür dafür, wer sich für sie wirklich interessiert und wer ein guter Mensch ist. Auch bei Pferden kann man das sehr gut beobachten. Sie vertrauen dem, der sie versteht und sie gut behandelt.

Du schreibst viel über Vermögen, soziale und schulische Dinge und hast selbst aber an eigenem Leib erfahren, dass Bildung keinesfalls ein Garant für charakterliche Stärken sein müssen.
Ich bin der Meinung, dass euch im Grunde ein gleiches Schicksal teilt und das euer Band sein könnte. Beide wurdet ihr enttäuscht, beide verlassen. Für ein Verlassen ist es nicht eine Frage, wer den ersten Schritt aus der Tür macht - es passiert innerlich.

Seine Eifersucht ist verständlich. Jeder Mensch sucht nach Harmonie und Gemeinschaft - das ist natürlich. Du auch - Du bist allerdings noch nicht ganz bereit dazu. Er möchte Dich nicht verlieren, Du hast es selbst beschrieben, er wurde bereits verlassen. Er hatte ein Problem und sogar die eigene Familie wand sich von ihm ab. Nun erfährt er Aufwind, Aufmerksamkeit und Zuneigungen. Zum ersten Mal seit langer Zeit fühlt er sich wieder als Mensch, als akzeptierter Mann. Ich verstehe sehr gut, warum er nun Verlustängste hat.

Wirf Deine Bedenken über Bord, Du bewegst Dich in keiner Einbahnstraße - nicht nur Du hast ihm in seiner Sucht geholfen, auch ER ist bereits DEIN Helfer. In kleinen Schritten unterstützt er Dich bereits, das Vertrauen in einen anderen Menschen, einen Partner zurück zu gewinnen.
Aber DU musst es zulassen... - die Entscheidung des Herzens!

m, 50
 
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  • #27
Definiere doch bitte mal das Wort "Partner". Von Partnerschaft kann ich hier nichts lesen.
Du hast Sex mit einem 50 jährigen Mann, der trockener Alkoholiker ist und rein gar nichts besitzt. Du musst ihm sogar die Kleidung bezahlen.Obwohl er seit 1,5 Jahren trocken ist, hat er keinen Job. Der Kontakt zu seiner Familie ist weg. Nun hängt er sich an dich. Du hast Job, Vermögen, eigenes Haus und Grundstück und 3 Pferde. Frage dich mal, ob der Mann sich für dich interessieren würde, wenn du wie er völlig mittellos wärst.

w 49
 
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  • #28
Ich sehe zwischen der übertriebener Eifersucht und dem Besitzdenken dieses Mannes und den demütigenden Unterwerfungsversuchen des Ex kaum einen Unterschied.
Es wäre deshalb meine größere Angst wieder in die Falle eines solchen Paranoikers zu tappen.

Die Verantwortung gegenüber einem in Genesung befindlichen Ex-Alkoholikers sehe ich nicht so tragisch an, denn sie ist nur scheinbar so. Hilfestellung sehr gern, aber nur er selbst ist für sich zuständig.
 
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  • #29
Bin die FS und möchte mich ganz herzlich bei allen Lesern für die zahlreichen Antworten bedanken.
Ihr habt mein Anliegen, meine Frage verstanden und die Antworten treffen auch sehr genau ins Schwarze ! Wie sooft hier ist es das beste Forum mit sehr klugen und vor allem sehr lebenserfahrenen Menschen.

Mein Fazit: Es ist richtig, der Mann findet sich noch voll in der "Entwicklungsphase" und je mehr er vom Alkohol weg ist,je mehr Lebensinhalt und Qualität empfindet er , wichtig auch für unseren zwischenmenschliche Umgang.
In diesem Sinne warte ich einfach mal ab und bewerte seine Liebe zu mir und seine Sensibilität zu meinen Pferden und der Natur , die wir für uns entdeckt haben,höher ein als sein gesellschaftl Status und seine Vergangenheit.

Mit den guten ,auch einfühlsamen Antworten habt ihr mir sehr geholfen.
 
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  • #30
Als FS ist mir LEIDER HEUTE klargeworden dass es KEINE gemeinsame Zukunft mit ihm geben wird, weil
.mich seine Abhängigkeit,seine Bedürftigkeit in allen Bereichen viel zu sehr belasten würde.Ausserdem versuchte er mich heute zu erpressen (wenn ich nicht... dann würde er wieder trinken ,abhauen etc....)Geht gar nicht !

Eine Userin v.11.11. 2014 12.06 Uhr brachte es auf den Punkt.Diese Antwort hat mir sehr gut gefallen und ich habe genau diese Antwort gesucht und gebraucht für mein Denken und Handeln.

Ihr könnt mir trotzdem weiter antworten.
Ich freue mich für jeden Rat oder eigene Erfahrung.
 
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