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EarlyWinter

  • #61
Liebe FS, auch wenn es nicht dein Partner ist, der krank war, die Angehörigen leiden selbst sehr, weil die Hilflosigkeit, einen geliebten Menschen leiden zu sehen und ihm nicht helfen zu können, die Angst, ihn zu verlieren, trotzdem seine Pflichten trotzt der massiven psychischen Belastung auf allen Gebieten erfüllen zu müssen... einem viel Energie raubt. Und er sich sicher auch fragt, was denn sein Leben ist und auch Angst, unter der Belastung selbst krank zu werden. Vielleicht hat er auch eine latente Depression entwickelt. Ich weiß noch, wie es meinen Angehörigen gegangen ist als ich so ähnlich krank war wie du. Ich hatte mir stellenweise mehr um sie Sorgen gemacht als um mich selbst. Unterschätze bitte nicht, was deine Krankheit mit deinem Mann gemacht hat.
Alles Gute für Euch alle.
 
  • #62
aber hier gerät die Perspektive des Mannes etwas arg in den Hintergrund.
Ok, also aus dessen Perspektive betrachten.

Schichtarbeit ist je nach Tätigkeit und Arbeitszeiten anstrengender, als ein normaler Ganztags-Job. Nach der Schicht will er lieber entspannen, anstatt ausgerechnet Hausarbeit. Außerdem arbeitet er länger pro Arbeitstag, als die Frau.

Also geht er davon aus. dass die Frau mehr im Haushalt arbeitet, weil sie weniger Arbeitsstunden in ihrem Job leistet. 5 Stunden anstatt 8 Stunden = drei Stunden frei, z.B. für den Haushalt.
Außerdem spart sie Fahrzeit, weil sie von zuhause aus arbeitet.

Also nimmt er an, dass die Hausarbeit gemacht ist, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt. Und wundert sich, wenn die Frau von ihm Arbeiten verlangen würde ?

Er sieht seine Pflicht erfüllt, durch seinen Job = Geld verdienen.
Die gemeinsame Tochter scheint ihm persönlich nicht viel zu bedeuten. Sondern eher "... ist das Kind meiner Frau" = als das "Hobby" der Frau.

In so manchen Beziehungen und Ehen gibt es Partner, die ihr eigenes Einkommen als ihr Eigentum betrachten. Und davon nur das Nötigste abgeben, für den gemeinsamen Haushalt. Aber dieses Geld bewusst oder unbewusst als Bezahlung der Leistungen betrachten. die sie persönlich erhalten. Also ihr Geld und dafür ihre Gegenleistung erhalten.

Gleichzeitig erwarten sie, dass der Gegenüber seinen Anteil an den gemeinsamen Fixkosten bezahlt, von seinem Einkommen, vgl. wie in einer Wohngemeinschaft. Also hier zwei Erwachsene = 50:50.

Somit diese Beziehung ein gegenseitiges Dienstverhältnis ist.
Der Mann leistet, weil er persönlich Gegenleistungen bekommt.
Die Partnerin als seine Haushälterin.

Ob er von seinem Einkommen auch was für die gemeinsame Tochter beisteuert, kann ich nicht beurteilen. Oder das Kind als Hobby seiner Frau betrachtet = soll sie aus ihrem Einkommen + Kindergeld bezahlen ?

Während seine Partnerin ganz anders denkt. Als gemeinsame Familie anstatt Dienstverhältnis von geben + nehmen.

Ich schätze, die FS wäre besser dran, mit einem Mann der (mehr) Familiensinn besitzt. Der nicht kleinlich aufrechnet, sondern gerne mit anpackt. Und er nicht danach frägt:"Was hast du gemacht, während ich arbeiten war ?"
 
E

EarlyWinter

  • #63
Dass der letzte Post von Bernd nach dem letzten Post von der FS völlig daneben liegt dürfte jedem klar sein. Während der gesamten Krankenzeit der FS hat der Mann sich alleine um ALLES gekümmert, einschließlich Kind. Von der psychischen Belastung ganz zu schweigen. Und wenn Bernd weniger um sich selbst kreisen und in seinen Beiträgen mehr auf die eigentliche Frage eingehen würde statt dauernd zu versuchen, Werbung für sich zu machen, wie toll er selbst doch ist, dann wären seine Antworten hilfreicher weil reflektierter. Der Mann ist in jeder Hinsicht trotz physischer und psychischer Belastung für seine Frau da außer dass er nicht zum Staubsauger greift, so wie sie nicht Teile seiner Arbeit übernimmt. Und dass er nach allem, was auch er durchgemacht hat wahrscheinlich einen Burnout hat, was jeder einigermaßen empathischer Mensch verstehen kann, dürfte nicht zu übersehen sein. Wenn man sich eben nicht nur um sich selbst dreht.
Wenn keine andere Lösung möglich ist dann bekommt die FS eben 2x/Woche eine Putzhilfe und fertig. So teuer ist das nicht und dann haben die beiden auch wieder Zeit füreinander, die ganz sicher im Zuge der langwierigen Krankheit und der sich daraus ergebenen anderer Prioritäten verlorengegangen ist.
 
  • #64
Liebe FS,

gut, dass du noch mal einiges näher beschrieben hast. Dann holt euch bitte schnellstens Hilfe für euch, die gibt es oft kostenlos in größeren Städten, dein Mann gehört in Artzthände, ihr habt beide dazu noch Verantwortung für euer Kind. Die ersten Lebensjahre sind prägend für ein Kind, vergiss das bitte nicht.

Alle Gute, viel Kraft und Erfolg.

w
 
  • #65
Hm, nach dem letzten Post der FS ist der Partner für sie und andere hier nun plötzlich wieder der arme, bemitleidenswerte Mann, der die FS und das gemeinsame Kind ja so sehr liebt, alles für beide getan hat und wegen der Erkrankung seiner geliebten Frau vor Sorge psychisch selbst fast zugrunde geht …
Dazu passt nur leider gar nicht, dass er sie nicht heiraten will, dass er keine gemeinsame Kasse will und dass er von seiner geliebten Frau verlangt, sie solle gefälligst finanziell gleichwertig zu den Lebenshaltungskosten beitragen … eine lebensbedrohlich erkrankte Frau…, abgesehen davon, dass er Null Interesse an seinem Kind zu haben scheint! Also, ich weiß nicht, aber angesichts solch einer existenziellen Krise (lebensbedrohliche Erkrankung der Partnerin und Mutter seines Kindes) sehe ich da bei dem Mann leider nicht sehr viel Liebe, (Für-)Sorge und Verantwortungsübernahme.
Liebe FS, hoffentlich redest du dir da nicht all zu viel schön … Im "besten" Fall ist der Mann durch deine schwere Erkrankung psychisch komplett überfordert und hat sich daher innerlich/emotional stark von dir distanziert, aus Selbstschutz, was keine unübliche Reaktion wäre.
Im schlechteren Fall hat er, ganz unabhängig von deiner Erkrankung, eine Menge eigener Probleme, ist gar nicht in der Lage wirklich angemessene Verantwortung für dich und sein Kind zu übernehmen, will das auch gar nicht wirklich. Bis zu deinem letzten Post hatte ich den Eindruck, du hängst halt sehr an dem Mann und willst dich nicht trennen, ihm dagegen liegt einfach nicht sehr viel an der Beziehung mit dir und an seinem Kind.

w50
 
  • #66
Dass der letzte Post von Bernd nach dem letzten Post von der FS völlig daneben liegt dürfte jedem klar sein. Während der gesamten Krankenzeit der FS hat der Mann sich alleine um ALLES gekümmert, einschließlich Kind. Von der psychischen Belastung ganz zu schweigen. Und wenn Bernd weniger um sich selbst kreisen und in seinen Beiträgen mehr auf die eigentliche Frage eingehen würde statt dauernd zu versuchen, Werbung für sich zu machen, wie toll er selbst doch ist, dann wären seine Antworten hilfreicher weil reflektierter. Der Mann ist in jeder Hinsicht trotz physischer und psychischer Belastung für seine Frau da außer dass er nicht zum Staubsauger greift, so wie sie nicht Teile seiner Arbeit übernimmt. Und dass er nach allem, was auch er durchgemacht hat wahrscheinlich einen Burnout hat, was jeder einigermaßen empathischer Mensch verstehen kann, dürfte nicht zu übersehen sein. Wenn man sich eben nicht nur um sich selbst dreht.
Wenn keine andere Lösung möglich ist dann bekommt die FS eben 2x/Woche eine Putzhilfe und fertig. So teuer ist das nicht und dann haben die beiden auch wieder Zeit füreinander, die ganz sicher im Zuge der langwierigen Krankheit und der sich daraus ergebenen anderer Prioritäten verlorengegangen ist.
Beste Antwort überhaupt hier seit dem mehr Fakten bekannt sind. Die beiden haben eine gemeinsame schwere Zeit und sollten nun zusammen halten und sich gegenseitig halt geben!
M44
 
  • #67
Tja, leider kann ich momentan auch nicht erkennen, dass er ALLES für sie tut. Er verdient den Hauptteil des Geldes ja, was der FS aber aus Gründen der Erkrankung einfach nicht möglich ist.
Ansonsten kommt er nach Hause und will mit nichts und niemanden etwas zu tun haben!
Das war früher anders, und er ist jetzt wohl einfach verständlicherweise überlastet, aber präsent ist er Zuhause momentan nicht. Und Geld für eine Putzhilfe scheint am Ende des Monats ja auch nicht da zu sein...also ungeklärt ist da doch noch so einiges...
 
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  • #68
kommt er nach Hause und will mit nichts und niemanden etwas zu tun haben! Das war früher anders
Ja, hier hat die Krankheit wohl einen Selbstschutz-Mechanismus beim Partner ausgelöst, er geht mit der Fragestellerin um wie der Rettungsschwimmer mit einem Ertrinkenden: die panische Umklammerung abwehren, um die eigene Handlungsfähigkeit zu erhalten. Sonst ertrinken nämlich beide, Verunglückter und Retter.
 
  • #69
Vermutlich am ehesten mit einem freundlichen Gespräch statt Gezeter. Zumindest dafür, dass er dir das Kind mal abnimmt, hast du ja gute Argumente. Das stärkt ja auch seine Beziehung zu dem Kind, wenn er mal was alleine mit ihm unternimmt und beide gemeinsam etwas erleben. Und Sachen, die er liegen lässt, könntest du einfach ebenfalls liegen lassen, statt ihm ständig hinterher zu räumen. Denn so lange er weiß, dass seine "Haushälterin" alles wegräumt, hat er keinen Grund, selbst tätig zu werden. Was die normale Hausarbeit angeht, kann ich hingegen verstehen, dass er sich darum nicht kümmert, da er im anstrengenden Schichtsystem arbeitet und alle Fixkosten zahlt, während du von Zuhause aus Teilzeit arbeitest und dich an den Fixkosten nicht beteiligst. Ich denke, es ist in Ordnung, wenn der die Hausarbeit macht, der mehr Zeit dafür hat. Dein Partner finanziert dafür weitestgehend euer Leben.
 
  • #70
Er arbeitet sicher hart, kümmert sich Zuhause aber um gar nichts, nicht mal um seinen eigenen Dreck. Müll rausbringen und Kochen würde ich jetzt nicht unbedingt erwarten, aber seine eigenen Sachen sollte er schon machen. Und für die gemeinsame Tochter sollten doch jeden Tag ein paar min. Aufmerksamkeiten drin sein, und am WE auch mehr. Insofern würde ich ihm auch zutrauen, dass er sehr wohl für sich privat Geld ausgibt, dir davon aber nichts sagt.
 
  • #71
Solange beide arbeiten und keine Kinder da sind, ist die einzig sinnvolle und befriedigende Lösung, sich die Aufgaben aufzuteilen oder gemeinsam zu erledigen. Wie sonst?

In meiner letzten Partnerschaft mit gemeinsamer Wohnung haben wir uns die regulären Tätigkeiten wirklich fair aufgeteilt und einige seltenere Tätigkeiten einfach zusammen nach Bedarf erledigt. Das hat prima geklappt und wäre auch meine Vorstellung bei einer neuen Beziehung.