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  • #1

Partner zeigt wenig Gefühle, obwohl er grundsätzlich feinfühlig ist. Was kann man machen?

Mein Freund, mit dem ich seit 6 Mon. eine Fernbeziehung (800km) führe, sagt, er würde seinen Gefühlen nicht trauen. Daher seien für ihn nicht die ersten Monate, sondern die Zeit ab jetzt wichtig, um heraus zu finden, ob der andere wirklich zu einem passt, dieselbe Herzensgüte und moralischen Vorstellungen hat. Vorher würden ja nur Hormone regieren. Eigentlich ist er sehr sensibel und ich stimme in weiten Strecken (Ansichten, Humor...) mit ihm überein. Problem: Mir fehlen völlig die Anzeichen von Verliebtheit bei ihm. Sms werden grundsätzlich mit "liebe Grüße" plus Vornamen unterzeichnet und sachlich kurz gehalten. Umarmungen oder Küsse zwischendurch - Fehlanzeige. Es ist, als wenn meine Gefühlsäußerungen in einem Schwarzen Loch verschwinden. Diverse weitere Beispiele ließen sich schildern... 1. Kann man ihn dazu anregen, seinen Gefühle mehr zu trauen und sie zu äußern? 2. Kann man so ein Manko auf Dauer durch Verständnis und Toleranz kompensieren? w36
 
  • #2
Schwierig zu sagen, ohne den Einzelfall zu kennen.

Einerseits denke ich, wer wirklich verliebt ist, der zeigt auch seine Gefühle. Auch Männer, auch Schüchterne, auch wenig Gefühle zeigende Männer. Verliebt ist verliebt.

Zweitens ist es einfach so, dass die meisten Männer eben weniger offen Gefühle zeigen und schon gar nicht verbalisieren. Sie strahlen, sind glücklich, leben ihre Gefühle, aber sie kommunizieren sie nicht direkt, sondern nur mittelbar. Ich finde das in Ordnung und völlig natürlich.

Drittens sind Fernbeziehungen eben schwierig und Gefühle müssen wachsen und gefüttert werden. Wer sich nur alle zwei Wochen mal sieht, der fremdelt eben auch oft ... muss erst jedesmal wieder frisch vertraut werden. Gerade eine Verliebtheitsphase ohne regelmäßigen Kontakt ist für mich gar nicht vorstellbar und vielleicht auch gar nicht möglich. Wie soll man sich sicher werden und wirklich tief verliebt sein, wenn man immer wenn man gerade vertraut, nah, intim ist, sich wieder für zwei Wochen trennen muss?

Ich glaube, Ihr müsste mehr Zeit miteinander verbringen, zum Beispiel zusammen in Urlaub fahren, alle Wochenenden auf 4 Tage ausdehnen und viel zusammen unternehmen, um wirklich Nähe entstehen zu lassen.
 
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  • #3
"Liebe Grüsse" und keine Küsse und Umarmungen zwischendurch?? So sieht doch keine Beziehung aus... Habt ihr Sex? Sagt er dir, dass er in dich verliebt ist?? Sieht er es auch so, dass ihr bereits eine Beziehung führt oder will er das, wie du geschrieben hast, erst herausfinden?
Ich würde diese Situation nicht aushalten...
 
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  • #4
Hier gleich nochmal die Fragestellerin

Liebe Frederika,

danke für Deine Antwort - wie immer konstruktiv und objektiv. Daran mag was dran sein.
Vielleicht noch einige Details zur weiteren Situationsbeschreibung:

Unser Rhythmus der Treffen war zu Beginn etwas intensiver, alle 3 Wochen. Was mich stutzig machte: Wir waren ja im August bereits 2 Wochen zusammen im Urlaub. Dort die gleichen "Symptome". Und danach fuhr ich zweimal zu ihm, bevor 8 Wochen wegen verschiedener Gründe (u.a. bei ihm Umzug und neuer Job) Pause war. Alles irgendwie verstandesmäßig zu erklären, aber die Seele leidet unter dem emotionalen "Geiz". Jetzt ist er endlich wieder bei mir und müßte doch überglücklich sein, mich wieder zu sehen, oder? Stattdessen dasselbe Bild - kaum Umarmungen, kaum ein liebes Wort.

Ich hab einfach Angst, dass er entweder grundsätzlich keine Gefühle empfinden kann - wie geht man damit um??? - oder noch schlimmer: dass er keine Gefühle für mich hat und ich mich in einer Phantombeziehung befinde. Obwohl für beides wirklich nicht viele Dinge sprechen, da er ja grundsätzlich sehr gefühlvoll sein kann (z.B. gegenüber all dem Unrecht in der Welt...) und mir im Gegenteil bezeugt hat, dass er an einer ernsthaften Beziehung interessiert ist.

Nun ja, er könnte sich mehr für meine täglichen Erlebnisse interessieren. Im Wesentlichen reden wir über ihn. Auch das ist im Moment natürlich vom Verstand her gut zu begründen - er befindet sich nach wie vor in einer beruflichen Umbruchsituation. Dennoch: ich habe das Gefühl, zu kurz zu kommen.

Ich versuche ständig abzuwägen - sind meine Einwände berechtigt oder nicht?

Damit verbunden ist die Überlegung, dass meine Probleme in unserer Beziehung natürlich auch mit vergangenen negativen Erfahrungen zu tun haben könnten. Dann wär klar, dass ich ihn bzw. unsere Beziehung damit nicht belasten sollte und es im Wesentlichen mein Job ist, meine Probleme mit der Situation auch anzusprechen.

Aber dafür braucht man Mut, Mut, Mut und da beißt sich die Katze in den Schwanz - ich möchte eben nichts kaputt machen, bevor es eine richtige Chance hatte, sich zu entwickeln. Es ist vertrakt...
 
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  • #5
ich selbst lebe seit fast 10 jahren alleine und auch ich bin vorsichtig bei neuen bekanntschaften. keiner von uns will verletzt werden, eine erfahrung, die wiir wahrscheinlich vorher gemacht haben.
ich könnte mir vorstellen, dass dein freund einfach nicht in der lage ist, "sweet litte nothngs" von sich zu geben. und vielleicht nervt ihn das ungeheuer, weil er das nie gelernt hat. vielleicht sind auch deine ansprüche zu gross.

was auch immer, redet miteinander! mit allen konsequenzen! nichts ist mieser und schlimmer als eine beziehung die eigenlich keiner so will, wie sie ist. und hör bitte auf dauernd abzuwägen, mach dein ding, sonst bist ganz schnell ganz tief unter dem boden! seelisch, meine ich.
würde mir eine frau so kommen, würde ich ihr eine therapie empfehllen, bei ablehnung sofortige trennung und wieder einmal schmerz, der aber auch nicht ewig hält, sondern eine erfahrung ist, die uns weiterbringt. eigentlich ist nichts vertrackt- zitat: probleme sind ziele,, die auf dem kopf stehen!

m48
 
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  • #6
Liebe FS,

ich kenne das auch, was Du da beschreibst!
Mein Partner und ich sind seit nicht ganz 1 Jahr zusammen und er hat noch nicht einmal zu mir:" ich liebe Dich...ich hab Dich lieb...Du beudetest mir viel etc." gesagt...auch nicht gesmst oder gemailt oder sonst-wo-hin geschrieben.
Grundsätzlich - ok - es ist nicht jeder Mann gefühlsmäßig sehr mitteilungsbedürftig.
Aber auch mir fehlt das, denn ich sage es ihm!
Er hat sehr wenig Zeit für mich, obwohl wir keine echte Fernbeziehung führen, sondern lediglich 30 Minuten Fahrzeit einplanen müssen.
Seine Arbeit steht an erster Stelle.
So rette ich mich von Wochenende zum nächsten Urlaub usw.
Wenn wir uns dann wieder 1 Woche oder 10 Tage nicht gesehen haben, weil er auf Geschäftsreise war, dann freue ich mich auf ihn - aber es ist auch so eine gewisse Distanz vorhanden! Frederika hat das schön beschrieben - es ist schwer, wenn man total verliebt ist, Nähe entstanden ist übers Wochenende - dann wieder auseinandergeht und sich dann nach Tagen erst wiedersieht...man fängt irgendwie wieder von vorne an.
Er redet nicht gerne darüber, gerade weil wir so wenig Zeit für uns haben.
Wir sollen dann diese Zeit geniessen und nicht diskutieren.
Nun, ich kann nur bestätigen, dass ich zu kurz komme emotional!
Ja, es ist vertrakt und es kostet immer wieder neuen Mut, dasselbe Thema immer wieder anzuschneiden, in der Hoffnung, es ändert sich was auf absehbare Zeit!
Würde er mir wenigstens mal sagen, was er empfindet, oder dass er mich vermisst, dann wäre es etwas leichter.
Die Frage der Phantombeziehung habe ich mir auch schon gestellt.
Ich werde heute mal mutig sein und offen über meine Sorgen und Befürchtungen mit ihm reden - denn er kommt heute von einer Geschäftsreise zurück.
Viel Glück Dir liebe FS!
w
 
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  • #7
2 x ein klares NEIN, das wird NICHTS! Der Typ Mann ist so und daran wirst du niemals was ändern können, was auch nicht gut wäre! Frag mich immer wieder, was Frauen alles so mit - und so durchmachen mit Männer, bis sie bis zum Hals "negative Altlasten " haben, die sie nur schwer los werden, die armen Männer danach. M
 
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  • #8
#5: Das wäre schön, wenn du über das Ergebnis deines Gesprächs hier was erzählen würdest. Ich habe auch so einen Partner - vor allem unterwegs, mit ganz wenig Zeit für sich und damit auch für uns. ich bin sicher, dass ich ihm wichtig bin. Das zeigt er auch auch auf seine Art und Weise.

Am Anfang habe ich ständig darüber nachgedacht, wie ich erreichen kann, dass er sich hier ändert. Und für mich festgestellt, dass es gar keinen Sinn macht, darüber (dauernd) reden zu wollen. Denn er will nicht diskutieren und zerreden, sondern die Zeit zusammen verbringen, und genießen. Genau wie bei dir. Für mich ist inzwischen klar geworden: es braucht Zeit, dass sich da zwischen uns was neues entwickeln kann. Er braucht offensichtlich mehr Zeit und Mut (!) als ich. In dem Maße, wie ich für mich losgelassen habe, mein Klärungsbedürfnis mal nach hinten gestellt habe, einfach abgewartet und auf meinen Bauch gehört habe, ist er näher gerückt, in kleinen Schritten. Meine Schlussfolgerung: ich warte ab, was passiert, und zwar so lange, so lange mir das alles überwiegend gut tut. Wenn diese Art von Kontakt meine Lust und Energie kostet, dann ist Schluss. Und damit fahre ich im Moment insgesamt gut. Und lerne nach langen Beziehungen mit großer Nähe auch mal einen ganz neu. Und lerne vor allem mich dabei neu kennen: wirklich auch unabhängig zu leben bzw. mich mit einem Mann verbunden zu fühlen, ohne sehr intensiven Austausch zu haben. Hätte ich früher alles abgelehnt.

Ich ahne auch schon die Reaktionen hier im Forum: Das ist doch keine Beziehung - da klammerst du dich an eine Illusion, du hast Angst vor dem Alleinsein usw. Ich weiß sehr sicher: Angst vor dem Alleinsein habe ich nicht. Der Mann, genau dieser, ist mir wichtig. Kann sein, dass das irgendwann oder bald zu Ende geht. Kann, vielleicht entsteht aber auch was schönes gemeinsames. Mit einem neuen Blick darauf, dass nicht alles ausgesprochen und "geklärt" und ausführlich beredet werden muss, sondern vielleicht auch erst mal gelebt werden muss, auch mit wenig Zeit, lerne ich jedenfalls sehr viel auch über mich. Und das macht es doppelt spannend.
 
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  • #9
Frauen, die soviel über sich ergehen lassen und sich soviel zurücknehmen werden mit der Zeit "Beziehungsgestört" ich kenne einige solche Frauen, die für mich deshalb niemals in Frage kommen würden. IN solchen gestörten Beziehungsmuster möchte und werde ich keine Minute mehr leben wollen, diejenigen, die das machen, brauchen anscheinend noch knallharte und negative Erfahrungen. m
 
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  • #10
Vorsicht liebe FS
Ich habe mich nach 20-jähriger Ehe von meinem Mann getrennt.
Er hat immer behauptet mich zu lieben. Das hat er sicher auch auf seine Weise.
Ich kam an den Punkt, wo ich aber gemerkt habe wasa ich alles vermisse.
Wir sind nie Hand in Hand gelaufen. Kein Küsschen unterwegs. Keim schmusen beim Fernseh schauen.
Aber ich mache ihm keinen Vorwurf. Das ist ihm nicht wichtig, oder er kann es nicht zeigen.
Er kommt selbst aus einem gescheiterten Elternhaus.
Nach jahrelangem grübeln, musste ich mir aber selbst eingestehen, dass es nie anders war.
Ich habe es nicht wahrgenommen oder verdrängt, oder dachte in den ersten Jahren das wird noch.
Nichts wird!
Ihn wirst du nicht ändern. Du musst dich selbst fragen, komme ich damit aus.
Ich habe oft versucht mit meinem Mann darüber zu sprechen. Vergebens.

Ich habe jetzt einen Partner der Gefühle zeigen kann. Ich geniesse es und es wird mir klar, was ich alles vermisst habe.
Als ich die erste sms von Ihm bekommen habe in der stand: Denke gerade an dich und schick dir einen Kuss:) war ich sprachlos. Es kommen viele liebe Gesten von Ihm und ich bin glücklich.
Frage dich selbst. Was findest du an dem Mann denn toll?
Kann ich ihn so lieben wie er ist? Ändern wirst du ihn nicht.
 
  • #11
@#3: Liebe Fragestellerin, die vorrangige Kernfrage ist doch, ob Du Dich in der Beziehung wohl fühlst. das scheint nicht der Fall zu sein. Also musst Du etwas ändern und ihm das auch klar kommunizieren. Du brauchst mehr Zuwendung, Gefühle, Nähegefühl. Wenn er das nicht bieten kann, ist er einfach der falsche Partner für Dich, denn auf diese Art wirst Du Dich weder jetzt noch auf Dauer wohlfühlen -- und Wohlfühlen ist doch eine ganz wesentliche Komponente von Partnerschaft.

Du dagegen stellst die zentrale Frage, ob er generell keine Gefühle empfindet und zeigt oder nur bezüglich Eurer Partnerschaft nicht. Diese Frage ist zwar theoretisch interessant, kann aber natürlich von uns nicht beantwortet werden und könnte Dir bezüglich der ersten Frage zwar die Entscheidung erleichtern, jedoch nicht die Sachlage ändern.

Um auf Deine Frage aus #3 einzugehen: Ja, Deine Einwände sind berechtigt. Wohlfühlen ist essentiell; Du fühlst Dich nicht wohl; die Partnerschaft passt, wo wie sie derzeit ist, nicht.

Ganz ehrlich, ich glaube, Ihr beide passt einfach nicht zusammen. Du brauchst mehr gelebte Gefühle als er bieten kann. Schade, aber so ist es wohl.
 
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  • #12
Ich würde mich rar machen und warten, was von ihm kommt. Mir wäre das insgesamt einfach zu wenig, Entfernung hin oder her.
 
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  • #13
Ihn wirst du nie ändern können. Ich glaube nicht, dass er irgendwann mehr Gefühle äußern wird. Du musst dich selbst fragen, ob dir die Beziehung so gefällt wie sie ist. Ich selbst könnte mit so wenig Gefühläußerungen nicht glücklich werden.
 
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  • #14
Wenn Männer keine Gefühle äußern, nicht sagen - ich liebe Dich - tun sie es auch nicht.
Sie wollen keine falschen Hoffnungen wecken. Die Frauen die hier mit treuen Hundeaugen warten bis er es endlich sagt - die drei Worte - tun mir leid.
 
  • #15
Es ist eigentlich ziemlich subtil - Gefühle bei einem Mann sind entweder da oder nicht!

Wenn er liebt zeigt er das - vielleicht nicht immer mit Worten. Aber man merkt das i.d.R.

MIr scheint, die Beziehung die die FS beschreibt, ist eher zweckmässig. Ausserdem ist das bei Fernbeziehung noch schwerer zu beurteilen - man baut nicht wirklich nähe auf - meiner Ansicht nach.
 
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  • #16
Und hier ist nochmal die Fragestellerin.

@5, 7 und 9: Danke, in Euren Antworten fühl ich mich verstanden.
Was find ich an ihm toll? Ganz viel, es ist letztlich "nur" diese mangelnde Gefühlsäußerung, die mich irritiert. Das hatte ich eben früher nicht - wobei andere Erfahrungen (die mit den schnulzigen Liebesschwüren) zweimal ganz bitter endeten, da dahinter keine Ernsthaftigkeit stand).

Unser Wochenende war übrigens ganz schön. Ich habe mich endlich getraut, wichtige Sachen anzusprechen - auch wenn mir die Antworten teilweise nicht gefallen haben (so wird er nach Jobverlust nicht sofort Arbeit in meiner Stadt suchen, aber die Erklärung klang ok).

Und damit gibts die Überleitung zu @8: hart gesagt, aber richtig - ich muss wirklich aufpassen - dass ich nicht so lange abwäge und mich zurück nehme, dass ich nachher mehr fähig bin, überhaupt normal auf jemanden zuzugehen. Eine gute Warnung an mich, danke!!!

@Frederika: ich hoffe inständig, dass Du nicht Recht hast...ich bin jedenfalls momentan noch bereit, abzuwarten und zu beobachten, ob ich mit diesem Mann klarkomme. Denn es wär unendlich schade, diesen lieben Menschen gleich in die Wüste zu jagen... :)

@14: Dass er Gefühle für mich HAT, merke ich ja. Jemand, der über Zusammenziehen laut nachdenkt (gestern am Telefon) und mit mir über Kindererziehung spricht, mich seinen engsten Freunden vorstellt, der ist ernsthaft an mir interessiert. Nur ÄUSSERT er die Gefühle eben nicht.

Das große "Übel" ist momentan wirklich die Enfernung. Aber in zwei Wochen sehen wir uns wieder und danach verbringen wir auch Weihnachten und Silvester zusammen. Wenn es interessiert, berichte ich weiter.

LG
 
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  • #17
(nochmal die FS)

@4: Danke, auch diese Antwort war echt hilfreich! So ähnlich wirds sein - er spricht kaum über sein Elternhaus (wer weiß, was da ablief) und ich hoffe natürlich (wer macht das nicht) auf Mr. Big... Da treffen also deutliche Prägungen auf überhöhte Erwartungen. Andererseits weiß ich um meine Bedürfnisse und da er nicht in meinen Kopf schauen kann, ist Kommunikation wirklich der Schlüssel...

Am Boden war ich übrigens schon mal, weil ich mich jemand anderem angepasst habe. Aber ob man aus solchen Erlebnissen wirklich für die neue Situation gelernt hat, zeigt sich leider immer erst dann, wenn die Situation eintritt.

Das Forum hier hilft mir durch die Spiegelung der eigenen Meinung an anderen ein Stück weit, mir meiner Positionen sicherer zu werden.

Also merci vielmals an alle!
 
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  • #18
und jetzt wirklich ein vorerst letztes Mal die FS!

@2 - lach, und ob wir Sex haben. Da ich aber aus der Vergangenheit weiß, dass DAS nun wirklich kein Indiz für eine Beziehung ist, glaubte ich hier nicht darauf eingehen zu müssen. Und auf meine Frage im September hin, ob wir denn das, was wir da hätten, als Beziehung bezeichnen könnten, meinte er immerhin "na wir sind doch mittendrin"...

Das mit dem "Aushalten" einer solchen Beziehung ist je nach Persönlichkeit wahrscheinlich verschieden.
 
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  • #19
@FS @7
hier nochmals die 5:

ich habe gerade ein wunderschönes Wochenende erlebt mit ihm:)
Erstmalig war ich locker, entspannt ohne Erwartungen!
Wir waren in den Bergen und haben uns 2 Tage Ferien gegönnt.
Ich wollte einfach nur ICH sein, Spaß haben und AUCH mal genießen, ohne mir ständig Gedanken darüber zu machen, wie sehr er mich liebt, was er bereit ist zu geben, den ewigen Kampf um Zeit zu führen.
Es war so ziemlich unser schönstes Wochenende bisher.
WIr haben einen Schneemann gebaut, waren Schlitten fahren, essen, haben am Kaminfeuer gesessen, uns Geschichten aus der Kindheit erzählt und es entstand so eine unglaublich schöne Nähe, wie sie bisher noch nie dagewesen ist!
Vielleicht weil ich losgelassen habe?!
Meine Freundin schenkte mir kurz davor ein sehr schönes Buch:
" die 10 Geheimnisse der Liebe"
Seitdem sehe ich vieles anders!!!
Ich liebe ihn und ich habe an diesem Wochenende gespürt, dass auch er mich liebt!
Er wurde oft verletzt in früheren Beziehungen und tut sich viel schwerer als ich, Gefühle verbal auszudrücken.
Nun, diesmal brauchte ich keine Worte...seine Augen sprachen eine andere Sprache.
Seine Hände, die meine drückten, sagten mir viel viel mehr, als Worte es hätten ausdrücken können.
Mir ist klar geworden für mich, dass ich Geduld mit ihm haben muß, step by step und nicht im Dauerlauf.
Ich werde mir Mühe geben, solange es mir selbst dabei gut geht.
Liebe FS und liebe @5 - berichtet doch wieder!!
Ich drücke uns allen die Daumen!
w
 
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  • #20
Hier ist mal wieder die Fragestellerin.

Hatte gerade ein Wochenende, an dem mein Freund mehr als sonst auf mich zugegangen ist - z.B. dadurch, dass er mehr Körperkontakt als sonst suchte (Umarmung zwischendurch) und Bemerkungen machte, dass er sich so freut, wie es mit uns läuft. Allenthalben verliebte Blicke dazwischen. Ich glaube, er wird lockerer, weil ich lockerer bin und er sich außerdem in seiner Haut wieder wohler fühlt. Inzwischen scheinen ihn seine Jobprobleme nicht mehr ganz so aufzufressen. Eine Situation hat sich entgültig geklärt, er nimmt eine neue, bessere Stelle an.

Ich merke, dass ich ihn einfach so liebe, wie er ist; nehme mich selbst aber nicht mehr so sehr zurück wie bisher. Letztens hörte ich von einem Freund zu diesem Thema: "Offenheit erzeugt Offenheit". Wir werden weiter sehen. Aber auf jeden Fall freue ich mich auf unser gemeinsames Weihnachtsfest - endlich wieder einmal 2 Wochen am Stück Zeit füreinander.

Allen anderen (#5 und #7 und wer sich sonst noch wieder erkennt) drücke ich die Daumen, dass Eure Beziehung auch positiv weiter geht!

Ich freu mich so! :)
w36
 
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  • #21
Und hier ist nochmal die FS an #5 und #7 zu einem Lagebericht:

Wir hatten ein wunderschönes Weihnachtsfest zu zweit, bei dem er mir mehr von sich preisgegeben hat. Er hatte keine leichte Kindheit, musste als Kind und Jugendlicher irre viel arbeiten bei den Eltern. Bei unserer Silvesterparty mit meinen Freunden war er der vollendete Gastgeber, wir traten selbstverständlich als Paar auf, bei dem keiner die Verantwortung für das Gelingen des Festes scheute.

Meine Gefühle für ihn werden immer tiefer. Er ist in Schritten offener geworden, der größte davon war sicherlich Weihnachten, als er von seinen Eltern erzählte. Eine Karte von ihm letztens war zwar ziemlich verklausuliert, aber für mich sagte sie aus - ich mag dich sehr und unser gemeinsamer Weg ist richtig.

Wir planen regelmäßiger als bisher unsere nächsten Treffen und die Initiative geht nicht mehr nur von mir aus. Ostern stelle ich ihn meinen Eltern vor (dann sind 10 Monate rum).

Auch ich habe mich verändert. Habe ihm vor 2 Wochen gesagt, dass ich mich bisher manches nicht zu fragen/ sagen traute aus Angst, unsere Beziehung damit zu gefährden. Dabei brenne mir einiges auf der Seele. Daraufhin kam von ihm erstmals die Aussage, auch er hätte wahnsinnige Angst mich zu verlieren.

Wir werden weiter sehen...

LG
w36
 
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  • #22
Nach langer Zeit ist hier mal wieder die Fragestellerin.

Eigentlich passt der Beitrag nun in die Rubrik "Trennung". Denn es ist leider nicht gut ausgegangen. Als ich vor kurzem zufällig einen Mann kennenlernte, der komplett anders war als er (emotional, Warmherzigkeit zeigend, extrovertiert; habe mich aber nur gut unterhalten mit ihm), wußte ich, was ich mittlerweile zwei Jahre (so lange war die Beziehung) lang vermisst habe. Es fiel mir wie Schuppen von den Haaren. Gute Freunde hatten mir zudem mehrfach gesagt, ich hätte mich in diesen zwei Jahren emotional immer mehr "herunter geschraubt". Und selbst das war anscheinend nicht genug, ich habe unterschwellig permanent darunter gelitten, dass von ihm so wenig kommt.

Der Sex wurde auch immer unbefriedigender (im Dunkeln oder mit geschlossenen Augen) und ich war zum Schluss völlig gehemmt. Habe mich zwar nochmal getraut, den Wunsch zu äußern, er möge mich doch bitte mal anschauen "dabei". Es müsse ja nur kurz sein, damit ich sehe, dass er MICH meint. Das könne er nicht, er konzentriere sich ja stattdessen, war seine Antwort.

Ich hab mir das alles rational überlegt und mich vor 5 Wochen getrennt (auf mich aufgepasst, wie mir jemand aus diesem Thread auch richtiger Weise riet). An dem betreffenden Wochenende hat er allerdings das erste Mal wirklich tiefe Emotionen gezeigt. Wir beide heulten wie die Schlosshunde. Es war schlimm. Er bot in einem Brief direkt nach der Trennung an, wirklich alles zu geben, damit es weiter geht und wir beide uns in der Beziehung wohlfühlen. Evt. auch mit Paarberatung. Seitdem Null Kontakt zwischen uns.

Mein Problem jetzt: ich habe quasi seit der Trennung immer noch Gefühle für ihn, die wieder stärker werden. Ich überlege schon anhand von pro/contra-Liste, was für einen 2. Versuch spräche. Die Pros und die Contras sind bisher ziemlich ausgeglichen.

Macht das Eurer Meinung nach Sinn? Ich kann und will sein Wesen ja nicht ändern. Aber das wäre doch notwendig, damit es mir "reicht", oder? Andererseits - vielleicht trennt man sich wirklich zu leichtfertig heutzutage?

Danke fürs Durchlesen und Eure Meinung... w38
 
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  • #23
Macht das Eurer Meinung nach Sinn? Ich kann und will sein Wesen ja nicht ändern. Aber das wäre doch notwendig, damit es mir "reicht", oder? Andererseits - vielleicht trennt man sich wirklich zu leichtfertig heutzutage?

Danke fürs Durchlesen und Eure Meinung... w38

Liebe FS, ich hatte auch mal so einen "Fall". Aus der Psychologie weis ich, dass sich die wenigsten Männer ändern können. Schon gar nicht, wenn eine schlimme Kindheit usw. vorhanden war. Dazu müssten die Männer eine Psychotherapie machen, sehr differenzierend denken können und diese Wesensänderung bzw. Arbeit an der eigenen Persönlichkeit und Defiziten dauert Jahre. Ich habe es hinter mir, es waren 6 Jahre Therapie, dazu AE-Mutter mit Kleinkind und Job, es waren sehr harte Zeiten. Aber sie haben sich gelohnt. Heute bin ich ein ganz anderer Mensch.

In deinem Fall solltest du auch bei dir schauen, warum du dir so einen Mann suchst bzw. immer mehr verliebst (Helfersyndrom) und warum du dir nicht einen halbwegs einen psychisch stabilen Mann, der Gefühle halbwegs normal zeigen kannst, suchst.

Meine Devise war nach der Therapie. Mit einem Mann muss es mir genauso gut gehen wie jetzt, oder sogar noch besser. Ansonsten bleibe ich Single, dass ich psychisch gesunder.

Mit Menschen/Männer, die mir auf die Dauer gesehen nicht gut tun, lasse ich mich nicht mehr ein.

w 49
 
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