Laleila

Cilia
  • #1

PartnerIn tot, und nun,?

Mich würde eine Frage zu einem weniger schönen Thema interessieren.
Selbst kamen wir darauf, weil ich schon ein paar Mal dem Gevatter Tod, im letzten Moment von der Schippe hopste.
Irgendwann spricht man dann auch mal darüber, wie es für den zurück gebliebenen weiter geht.
Mein Mann ist meilenweit davon entfernt , nochmal eine Beziehung einzugehen.
Er sagte ja damals schon, wärest Du nicht gewesen, ich hätte keine Frau in meinem Leben gewollt.

Bei meinem Partner bin ich mir ziemlich sicher, er würde sich sofort in eine neue, zumindest Affaire, stürzen um sich vom Schmerz abzulenken.

Ich weiss es nicht. Einerseits kann ich mir ein Leben ohne J. nicht mehr vorstellen und mein erster Reflex wäre wohl, ihm zu folgen. Kinder, denen ich verpflichtet wäre, haben wir nicht.
Würde R. vor uns gehen, wäre ich sehr traurig, aber weiter alltagsfähig. Denkt ihr manchmal über das Ende nach, welche Strategien habt ihr für Euch in Planung?
 
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  • #2
Das weiß man nicht, und das ist gut so.
Unser beider Wunsch ist, dass der jeweils andere wieder zu einem guten Leben findet, neue Partnerschaft.
Nur weil es für einen endet, soll es für den anderen gut und zufrieden weiter gehen. Ich finde den Gedanken belastend, der Partner würde ewig trauern, oder sogar die Lebensfreude, den Willen verlieren.
Ich hoffe, er behält gute Erinnerungen, denkt gerne zurück, aber er soll nach vorne schauen.
Weiter vorstellen möchte ich es mir nicht. Es ist alles geregelt, so dass das Organisatorische leichter wird, was es mit einem macht, weiß man nicht.
Es ist etwas anderes, ob man den Partner nach einer langen Krankheit verliert oder plötzlich,, ob im hohen Alter oder jünger.
Ich bin Fatalist, ich glaube daran, dass es den Zeitpunkt für jeden Menschen gibt, wo es vorbei ist, ob durch Unfall, Krankheit, oder andere Auslöser.
Es soll dieser Moment sein.
Bis dahin möchte ich gut mit meinem Mann gelebt haben, das Leben, den gemeinsamen Weg genossen.
Es wäre sicher ein Tiefschlag, am Ende ist soviel mehr in meinem Leben, es ginge weiter, anders aber weiter.
 
  • #3
Hi,
Du erinnerst mich wieder daran, dass ich die Patientenverfügung und Volmacht noch ausfüllen muss. Hab es gerade mal geschafft, die Vorlage zu kopieren 🤦‍♀️

Da wir Kinder haben, ist deine nächstliegende Option keine für mich. Am Anfang wäre ich wohl monatelang beschäftigt, in einen Alltag als AE hineinzukommen. Zum Trauern kommt man da wohl kaum, sonst würde alles zusammenbrechen. Rate der ETW muss bezahlt werden, also müsste ich funktionieren, Job weitermachen und so. Also eine ganz andere Lage als bei dir.

Das Szenario blende ich also fleißig aus, weil die einzige konkrete Vorbereitung die aus dem ersten Absatz ist, und Kreditraten lassen sich anpassen. Alles andere ändert sich durch das Entwicklungsalter und die Lebensumstände der Kinder (Schulpflicht) so oft, dass Nachdenken darüber nicht sinnvoll ist. Sinnloses Grübeln versuche ich mir abzugewöhnen, also ausblenden, pragmatisch bleiben. Zum Glück ist die Wahrscheinlichkeit zu sterben in unserem Alter noch relativ gering, sodass Aufwand zu Nutzen über diese Basics hinaus (Vollmacht, Testament) in keinem vernünftigen Verhältnis steht.

W u40
 
  • #4
Mein Mann ist meilenweit davon entfernt , nochmal eine Beziehung einzugehen.
Er sagte ja damals schon, wärest Du nicht gewesen, ich hätte keine Frau in meinem Leben gewollt.

Bei meinem Partner bin ich mir ziemlich sicher, er würde sich sofort in eine neue, zumindest Affaire, stürzen um sich vom Schmerz abzulenken.
Da ich, bzw mein Lebensgefährte, unmittelbar von besagter Situation betroffen waren, kann ich sagen, dass man sich hierzu in der Theorie zwar einiges ausmalen kann, das Leben aber trotzdem seine eigene Geschichte schreibt.
Zu meiner Geschichte habe ich im Forum bereits einen Thread eröffnet, in welchem Du gerne nachlesen kannst. Mein Partner war nach eigenen Angaben in 30jähriger, glücklicher Beziehung mit seiner verstorbenen Frau. Dennoch hat er sich kurz nach ihrem Tod Knall auf Fall in mich verliebt. Sowas kann man nicht planen.
 
  • #5
Nach meinem Ableben würde ich meinem Mann von Herzen wünschen, eine neue Frau zu finden, die ihn glücklich macht. Sollte er vor mir gehen, so denke ich, er würde mir das gleiche wünschen. Unsere Testamente sind geschrieben, übrigens am Tag nach der Eheschließung, wir wissen über unsere Beerdigungen bescheid, denn Rest erwarten wir ohne Hast.
 
  • #6
Ich weiss es nicht. Einerseits kann ich mir ein Leben ohne J. nicht mehr vorstellen und mein erster Reflex wäre wohl, ihm zu folgen.
Ich kann diesen Gedanken verstehen, denke aber, in echt ist das nicht so einfach. Ich sage mir immer, man sollte nicht hungrig in den Supermarkt gehen und nicht traurig oder unter Schock irgendwelche schwerwiegenden Lebensentscheidungen treffen. Und: Am nächsten Morgen scheint die Sonne wieder! Immer wieder.

Ich wäre wohl auch unbeschreiblich traurig und sicher, dass ich nie wieder jemanden wie ihn treffen werde (stimmt objektiv). Und ich weiß, wie ich reagieren würde, also wenn ein Anruf käme und ich es irgendwie in der Stadt oder bei der Arbeit erführe, würde ich zunächst sehr gefasst und sachlich reagieren und Fragen stellen und direkt Organisatorisches besprechen, ich würde mir am Telefon nichts anmerken lassen, aber dabei würden mir stumm Tränen das Gesicht hinunterlaufen. Zu Hause würde ich dann ein paar Stunden hyperventilierend schluchzen und dabei in der Badewanne sitzen und mit der Dusche heißes Wasser über mich laufen lassen und mich selbst fest umarmen, damit es mich nicht vor Schmerz und Kummer zerreißt. Am nächsten Morgen wäre es schon viel besser, wahrscheinlich würde ich die Verwandten mit meiner Sachlichkeit sogar schockieren, denn gerade wenn andere weinen, weine ich nicht, desto gefasster und ruhiger und sachlicher werde ich, denn einer im Raum muss ja die Kontrolle und Vernunft behalten, es können ja nicht alle ausflippen. Das ist bei mir wirklich fast ein automatischer Reflex -- wenn andere weinen, weine ich selbst nicht, die sichtbare Trauer der anderen wirkt also im Prinzip beruhigend auf mich. Allgemein neige ich nicht zu Drama, ich bin ein paar Stunden privat für mich unendlich traurig und empfinde dabei großen physischen Schmerz, aber dann geht's weiter.

Mein Umgang damit käme wohl auch sehr auf die Umstände an, also ob er plötzlich gestorben ist oder ich ihn erst monatelang in den Tod begleitet habe, ob ich nur die Nachricht kriege oder es selbst miterlebt habe. Ist der Tod erwartet oder unerwartet, ein Schock oder vielleicht sogar eine Erlösung? Da bei uns seit über sieben Jahren jedes halbe Jahr ein Verwandter stirbt, habe ich diesbezüglich schon alle möglichen Varianten miterlebt. Am besten finde ich es, wenn ich nur die Nachricht vom Tod kriege und denjenigen kurz davor und dabei nicht mehr gesehen habe, dann bleibt der Tod sehr abstrakt und es ist fast so, als würde die Person noch weiterleben, nur eben gerade woanders sein und nicht zu Besuch kommen -- man hat sich auch früher nicht täglich gesehen. Ein Unterschied ist es natürlich, wenn man jemanden täglich dahinsiechen und entstellt sieht. Wenn mein Partner also als Pilot irgendwo im Ausland stürbe und ich nur die Nachricht bekäme, wäre es für mich gefühlt wahrscheinlich für immer so, als wäre er nur fort und käme irgendwann heim -- wie ich es immer gewohnt war.
w27
 
  • #7
Im Vorsorge-Thread habe ich schon geschrieben, dass wir uns in unserer Familie von jeder Verpflichtung und Schuldigkeit freigesprochen haben, das heißt, nach dem Tod sind wir uns zu nichts verpflichtet und müssen nicht das Gefühl haben, etwas tun zu müssen oder nicht tun zu dürfen, nur weil die verstorbene Person es so gewollt hätte und wir es ihr irgendwie schuldig sind. Nein, jeder soll frei sein Leben so glücklich wie möglich führen. Entsprechend würde ich wollen, dass mein Partner auch nach meinem Tod ein möglichst glückliches Leben führt und nicht auf immer in Trauer und Trübsal verharrt. Gerne darf er sich neu verpartnern, ich würde es ihm sogar wünschen, denn zu zweit ist das Leben oft so viel angenehmer als ganz alleine. Ich würde ihm wünschen, dass er jemanden zum Reden und Lachen und Schmusen hat, jemanden, der zu Hause auf ihn wartet und sich jeden Tag auf ihn freut.

Ich selbst bräuchte wohl eine Weile zur Verarbeitung des Geschehenen, aber weiß, dass ich mich gut ablenken kann, ich würde mich dann umtriebig um alles kümmern und alles organisieren und auch sonst einfach weitermachen mit den täglichen Aufgaben. Und mir manchmal vorstellen, wie er stolz auf mich ist oder sich mit mir freut oder liebevoll oder amüsiert lächelt. Oje, mir kommen gerade Tränen, wenn ich nur dran denke, wie traurig. Wir haben uns heute Morgen wieder für eine Woche voneinander verabschiedet und ich bin an dem Tag dann immer ein bisschen sentimental und traurig und muss mir beim Abschiedskuss immer meine Tränen wegblinzeln, weil ich mich so ans Zusammensein gewöhnt habe und es dann immer eine kleine Umstellung ist, daher will ich mir jetzt gar nicht vorstellen, wie ein Abschied für immer wäre. Jedenfalls wäre ich dankbar für die schöne Zeit, die wir immer miteinander hatten.

Aber Trauer ist oft im Kern etwas sehr Egoistisches -- dem Toten kann es egal sein, am meisten würde ich wohl um mich selbst weinen und um das Leben, das ich mit diesem Menschen nicht mehr leben kann, um die glücklichen Momente, die wir nicht mehr gemeinsam erleben können, um unsere und vor allem meine enttäuschten Vorstellungen, Wünsche, Pläne und Hoffnungen, darum, dass ich ihn nicht mehr erleben kann. Das wäre in erster Linie mein persönliches egoistisches Problem und daher könnte ich es gewiss lösen.
w27
 
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  • #8
Ach so, im Vorsorge-Thread neulich hatte ich schon geschrieben: Testament, ausführlicher Todesordner mit Passwörtern und Erklärungen, Vollmachten, Abschiedsbrief usw. sind bei mir und meinen Verwandten vorhanden, aber bisher ist alles noch innerhalb der eigenen Familie geregelt, da mein Partner und ich noch nicht verheiratet und bisher keinerlei persönliche "Verpflichtungen" eingegangen sind -- bislang sind wir komplett unabhängig voneinander und verbringen nur aus Spaß und Zuneigung unsere Zeit miteinander. Sollten wir weiterhin zusammen bleiben, würden wir sicherlich irgendwann auch zusammen wirtschaften und Verantwortung füreinander übernehmen und dann den Papierkram entsprechend anpassen, noch ist das nicht konkret geplant.

Allgemein würde ich alles Bürokratische, was mit Krankheit und Tod zu tun hat, immer möglichst rechtzeitig und dann regeln, solange das Thema einen noch nicht akut betrifft, denn wenn es noch nicht todernst ist, macht die Beschäftigung damit einfach mehr Spaß und man kann sich in Ruhe um alles kümmern und muss sich dann keine Sorgen mehr deswegen machen. Ich will, auch wenn ich nur mal ins Krankenhaus muss, nicht blutend auf der Straße liegen und denken: "Mist, niemand hat mein Laptop-Passwort, und wer bezahlt jetzt diese eine Rechnung und informiert jene Person?" Daher habe ich all das geregelt, ist einfach entspannter.
w27
 
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  • #9
Ich möchte dazu noch anmerken, dass es essentiell ist, wie die einzelnen Menschen mit dem Tod oder dem Verlust von geliebten oder verehrten Menschen umgehen. Beispielsweise ist der Cousin meiner Mutter, den ich wirklich sehr gern hatte, vor fast einem Jahr gestorben, nur habe ich das nicht mitbekommen, da die Familie so weit verzweigt ist. Natürlich war ich sehr traurig, aber in meinem Herzen überwiegt die Freude, dass wir in seinen letzten Jahren noch ab und zu Kontakt hatten und uns sehr gern hatten. In meinem Herzen ist Dankbarkeit Wärme und Licht. Trauer ist natürlich auch da, Trauer wäre auch da wenn mein Mann vor mir gehen würde, aber ich vermute, die Dankbarkeit und die Freude würden überwiegen. Da ist jeder Mensch anders, vielleicht kann man das auch trainieren, das weiß ich aber nicht, da ich schon immer so denke. Vielleicht ist auch das einen extra Thread wert.
 
  • #10
Oje, mir kommen gerade Tränen, wenn ich nur dran denke, wie traurig.
Das kann ich total nachvollziehen.
Ich bin auch sehr nah am Wasser gebaut, bei der Vorstellung, dass ein geliebter Mensch stirbt.
Eine Strategie habe ich nicht, ich glaube, man kann sich auf gewisse Dinge auch gar nicht vorbereiten.
Ich bin mir auf jeden Fall recht sicher, dass ich nach dem Ableben meines Partners lange brauchen würde, um wieder bereit für eine neue Liebe zu sein, falls überhaupt.
Sollte ich vor ihm gehen, würde ich mir natürlich wünschen, dass er wieder glücklich wird und nicht alleine bleibt.

Ich wünschte, ich könnte mich jedes Mal rechtzeitig verabschieden und genug Zeit bekommen, das Unvermeidliche zu akzeptieren.
Die Vorstellung, dass jemand von jetzt auf gleich bei einem Autounfall stirbt, ist für mich erschreckender, als eine längere Krankheit, obwohl ich natürlich auch niemandem Schmerzen wünsche.
Es macht mir auch Angst, dass etwas unausgesprochen bleiben könnte, oder ich mich zu wenig gekümmert habe und das dann bereue.

Vor meinem eigenen Tod fürchte ich mich wiederum gar nicht.

w33
 
  • #11
Denkt ihr manchmal über das Ende nach, welche Strategien habt ihr für Euch in Planung?
Ich denke wenig darüber nach. Manche Ereignisse im Leben kann man wenig vorausplanen.
Grundsätzlich denke ich, das Leben geht weiter. Sicher erstmal mit einem gravierenden Einschnitt, aber ich hoffe nicht, dass meine Partnerin oder ich dauerhaft nicht wieder eine neue Partnerschaft eingehen und das Leben weiter genießen könnten.
 
  • #12
Puhhhh .... ich habe es ja vor Augen.
Mein Vater ist 2019 gegangen - das letzte halbe Jahr war eine Qual für ihn. Die er nur für meine Mutter auf sich geenommen hat.
Meine Mutter vermisst ihn noch immer, hat aber zum Glück dennoch eine gewisse Lebensfreude bewahren können. Ihr Garten, ihre Freundinnen und wir beiden Söhne helfen dabei.
Aber noch immer passiert es, dass wir beide, wenn ich das Elternhaus betrete, zur Treppe schauen und auf den Vater warten ......
Ich gehe davon aus, dass ich zuerst gehe .... V wäre versorgt, würde von der Kanzlei betreut. Hat ja ihre Familie ..... und ich hoffe, dass sie in meinem Sinne mit Freunden eine riesige Party feiert ..... so lebe ich, so will ich gehen. Und ja, ich hoffe, einen würdigen Nachfolger zu bekommen.
Bleibe ich übrig - Familie, Freunde, meine Autos, Arbeit und viel Alkohol werden es schon richten. Sie würde mir fehlen ....
 
  • #13
In dem Zusammenhang fällt mir ein:
Das Leben geht immer weiter und sag niemals nie.
Wie oft habe ich in meinem Leben schon gedacht: Das kann ich nie, ich werde niemals mehr.....und ich kann so nicht Leben. Dann kommt der liebe Gott, das Universum, wie auch immer man es nennen möchte, hüstelt einmal trocken und hilft mir meine Glaubenssätze zu überprüfen.
Ich weis, das ich nichts weis, dass ich nichts festhalten und nichts mitnehmen kann. Ich habe keine Idee, was für mich vorgesehen ist. Auch nicht welche Menschen mir noch begegnen oder vielleicht auch nicht.
Ich habe keine Angst vor dem Tod, glaube daran, dass wir alle nur Gäste sind, die irgendwann weiter reisen. Die, die bleiben. müssen weiter ihr Ding machen, dürfen sich erinnern und müssen lernen trotz Trauer ein offenes Herz zu behalten. Sonst ist alles nichts!
 
  • #14
Mein Mann ist meilenweit davon entfernt , nochmal eine Beziehung einzugehen.
Er sagte ja damals schon, wärest Du nicht gewesen, ich hätte keine Frau in meinem Leben gewollt.

Wir haben über das Thema auch mal gesprochen und es ist für beide gleich: bevor wir uns trafen waren wir beide länger allein und nicht auf Partnersuche, d.h. lebten jeder so gut ohne Partner, dass man nichts getan hat, um das ändern zu wollen. Warum auch bei einem guten Leben?

Ich wüsste nicht, warum das jetzt anders sein sollte - so einen Partner wie wir jetzt jeweils haben, finden wir nie wieder und weniger machen wir nicht, denn das führt nur zu Unzufriedenheit und selbstgemachten Problemen.

Ich denke, bei meinem Mann könnte das anders sein, denn er hat genug Nachfrage, um die Beste draus zu wählen.

Wir haben uns da auch keine moralischen Pflichten auferlegt - et kütt wie es kütt (wie der Kölner so sagt).

Einerseits kann ich mir ein Leben ohne J. nicht mehr vorstellen und mein erster Reflex wäre wohl, ihm zu folgen.
Das ist für keinen von uns eine Option. Wir sind uns sehr sicher, dass das Leben ohne diesen Partner nicht mehr so schön werden kann wie mit, dass es aber immer noch sehr lebenswert sein wird.

Denkt ihr manchmal über das Ende nach, welche Strategien habt ihr für Euch in Planung?
Sollte es meinen Mann zuerst erwischen würde ich wohl nach HH zurückgehen, die Wohnung hier aber behalten als Zweitwohnsitz und sie der Familie/Freunden als Ferienwohnung zur Verfügung stellen.
Erwischt es meinen Mann zuerst, wird er nichts ändern an seinem Leben wie es ist. Er will auch nicht aufs Dorf zurück.

Der Nachlass ist komplett geregelt - auch die Verteilung an die Nachkommen beider Familien, weil wir ja keine Kinder haben.
 
  • #15
Für meinen Mann würde ich mir wünschen, dass er eine neue Beziehung eingeht, irgendwann danach. Das habe ich ihm sogar schon gesagt, weil das Leben zu schön und zu wertvoll ist, um es zu vetrauern... Er ist auch so ein Beziehungsmensch, das wäre schade um ihn und alles, was er geben kann und leben will.
Ich selbst müsste es ähnlich pragmatisch wie @Hammel handhaben: Kind 5 Jahre alt, also munter weitermachen am Tag und nachts ausgiebig trauern... Ich würde wohl zu meinem F+/ Affären-Verhalten zurückkehren, diese Bindung war/ ist ein-malig. Mein Sohn würde im Vordergrund stehen. Ich hoffe, dass mir das nie passiert.
 
  • #16
Man kann nie wissen wann es vorbei geht.

Ich hab einen Sohn und ich würde mir wünschen, dass er in guten Händen aufwächst, alles hat was er braucht und mich nicht zu sehr vermisst, er hätte ja noch seinen Papas und Großeltern die ihn lieben und sich kümmern würden.

Wenn ich einen Partner hätte würde ich ihm wünschen, dass er nicht so lange traurig ist und das macht was er machen möchte und ihn glücklich macht, eine neue Partnerin mit der er glücklich wird und ihm viel Liebe gibt.

W 27
 
  • #17
Man kann nie wissen wann es vorbei geht.

Ich hab einen Sohn und ich würde mir wünschen, dass er in guten Händen aufwächst, alles hat was er braucht und mich nicht zu sehr vermisst, er hätte ja noch seinen Papas und Großeltern die ihn lieben und sich kümmern würden.

Wenn ich einen Partner hätte würde ich ihm wünschen, dass er nicht so lange traurig ist und das macht was er machen möchte und ihn glücklich macht, eine neue Partnerin mit der er glücklich wird und ihm viel Liebe gibt.

W 27
Entschuldige bitte für OT, aber hast Du dich getrennt?
Das täte mir sehr leid für Deine kleine Familie.
 
  • #18
Naja. Ist dann auch eine Altersfrage. Macht ja nen Unterschied ob man mit 50 oder mit 80 den Partner verliert.

Über den Tod hab ich schon immer viel nachgedacht. Das war eigentlich in meinen Jugendjahren die brennendste Frage für mich. Was ist danach? Was ist der Sinn des Lebens?

Der Tod hat keinen Schrecken für mich. Irgendwann muss einer von uns beiden zuerst sterben. Das ist ebenso. Ich will nur unbedingt vor meinen Kindern sterben.

Und wenn meine Frau früh sterben sollte, würde ich irgendwann vermutlich die Antennen ausfahren. Allein schon für den Haushalt sind Frauen praktisch.
 
  • #20
Entschuldige bitte für OT, aber hast Du dich getrennt?
Das täte mir sehr leid für Deine kleine Familie.
Ja aber noch nicht so lange.

Das mit meinen Mann und mir klappt nicht, immer wieder Streit und Unzufriedenheiten auf beiden Seiten. Alleine werden wir es nicht schaffen unsere Differenzen oder Sichtweisen einander näher zu bringen und uns dem anderen wieder anzunähern. Mein Mann lehnt eine Paartherapie ab, also gibt es nur die Lösung: Trennung.
Akzeptieren wie es läuft kann und mag ich nicht mehr.
Ich hätte gerne noch gewartet bis zum nächsten Jahreswechsel weil sich meine berufliche Situation dann nochmal ändern und auch die Betreuung des kleinen.

Ich hätte mir auch gewünscht, dass wir das nochmal hinbekommen aber kann man machen nichts.

W 27
 
  • #21
Ja aber noch nicht so lange.

Das mit meinen Mann und mir klappt nicht, immer wieder Streit und Unzufriedenheiten auf beiden Seiten. Alleine werden wir es nicht schaffen unsere Differenzen oder Sichtweisen einander näher zu bringen und uns dem anderen wieder anzunähern. Mein Mann lehnt eine Paartherapie ab, also gibt es nur die Lösung: Trennung.
Akzeptieren wie es läuft kann und mag ich nicht mehr.
Ich hätte gerne noch gewartet bis zum nächsten Jahreswechsel weil sich meine berufliche Situation dann nochmal ändern und auch die Betreuung des kleinen.

Ich hätte mir auch gewünscht, dass wir das nochmal hinbekommen aber kann man machen nichts.

W 27
Liebe Moon,

ganz lieben Glueckwunsch zu diesem Schritt. Endlich friedvolles Leben u. Miteinander fuer Dich u. Deinen Sohn.
Welch ein gesundes Aufatmen u. Mut, den Du bewiesen hast!

Alles Liebe von mir.

W52J
 
  • #22
Entschuldige bitte für OT, aber hast Du dich getrennt?
Das täte mir sehr leid für Deine kleine Familie.
Lies mal @godot s aktuellen Thread dazu, vor allem gegen Ende:
https://community.elitepartner.de/forum/frage/von-wo-aus-schreibt-ihr.86667/
Und wenn meine Frau früh sterben sollte, würde ich irgendwann vermutlich die Antennen ausfahren. Allein schon für den Haushalt sind Frauen praktisch.
Früher gab es für alleinstehende Männer (Junggesellen oder Witwer) oder katholische Pfarrer den praktischen Beruf der Haushälterin, aber mit Beginn der Moderne und vor allem seit Einführung von Wasch- und Spülmaschine und Staubsauger hat dieser Beruf zunehmend an Bedeutung verloren -- zu Unrecht?
Ich selbst fände manchmal einen persönlichen Sklaven ehrlich gesagt auch ganz praktisch für diverse Haushaltsarbeiten (trotz Partner, der besser darin ist als ich), aber verfüge bisher leider nicht über die entsprechenden BDSM-Kontakte, ein Freund von mir würde mir zwar die Füße küssen und sich von mir züchtigen lassen, aber was soll ich damit? -- Die Wäsche macht sich nicht von alleine! 🙄
w27
 
  • #23
Wir sind beide Unternehmer und haben jeweils einen Betrieb. Unser beider Wunsch ist es, dass der, der weiterlebt, den Betrieb des Anderen weiterführt und zwar so, wie es der Verstorbene getan hätte. Und natürlich müssen die Haustiere weiterhin versorgt und geliebt werden.

Beide sind wir sicher, dass der vorzeitige Verlust von „uns“ durch einen Tod, wohl sehr einschneidend wäre. Man kann sicher das Herz irgendwann wieder öffnen.. ob ich das dann noch wollte, weiß ich nicht. Vermutlich würde ich lockere, unverbindliche Affären bevorzugen. Ein zweites Mal Hochzeit, Verbindlichkeiten, Hof und Bett teilen.. und immer die Chance alles wieder zu verlieren, das würd ich emotional nicht packen.

Mein Partner sagte letztens zu dem Thema, dass er nie wieder was von Liebe wissen wollen würde. Ob das stimmt..? Ich fände es schrecklich, wenn er verbittert, nur weil ich sterbe. Es wäre zu wünschen, dass er nach mir wieder Glück und Liebe findet.. so ähnlich habe ich es ihm auch gesagt.
 
  • #24
Hach ja. Genau diese Gedanken hatte ich auch, als ich 1985 heiratete. Die zogen mich mächtig runter. Inzwischen bin ich seit 2005 geschieden und es wäre mir sehr egal, wenn er sterben würde, obwohl ich es ihm nicht wünsche.

Was ich damit sagen will: vielleicht wäre es besser, die Probleme erst dann zu lösen, wenn man sie hat. Vielleicht bekommt man noch ganz andere? Probleme lassen sich einfach so schlecht planen:)
 
  • #25
Hach ja. Genau diese Gedanken hatte ich auch, als ich 1985 heiratete. Die zogen mich mächtig runter. Inzwischen bin ich seit 2005 geschieden und es wäre mir sehr egal, wenn er sterben würde, obwohl ich es ihm nicht wünsche.

Was ich damit sagen will: vielleicht wäre es besser, die Probleme erst dann zu lösen, wenn man sie hat. Vielleicht bekommt man noch ganz andere? Probleme lassen sich einfach so schlecht planen:)
Plane in der Zeit, dann hast du in der Not schon eine Antwort. So blauäugig in die Zukunft zu gehen, ist nicht sehr klug. Deshalb denkt man ja vorher nach was man im Falle wenn macht. Es geht bei Eherverträgen und Testamente meist um Geld, um Firmenvermögen, um die Kinder, um viele materialle Dinge, die kann man durchaus in Angriff nehmen, wenn auch nicht zu 100%. Wenn du Probleme erst löst wenn du den Gurt nicht angelegt hast und du Richtung Frontscheibe unterwegs bist, dann ist das suboptimal, jedenfalls für mich.
 
  • #26
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß immer die Männer nach dem Tod ihrer Ehefrauen am schnellsten wieder in einer Beziehung waren, von denen man es am wenigsten vermutet hätte. Diese Männer führten glückliche Ehen und schienen beim Tod der Frau zusammenzubrechen und für die Ewigkeit trauern zu wollen. Auf meine Frage, wie das denn zusammenpassen würde, sagte mir eine Bekannte, daß der Grund wohl wäre, daß die betroffenen Männer den Zustand eines glücklichen Zusammenlebens wieder herstellen wollten. Das schien mir recht schlüssig.

Mein jetziger Lebensgefährte verlor seine zweite Frau, als er 66 war. Die Welt stand still und war schwarz. Zwei Jahre später verliebte er sich wieder, heiratete nochmals und war glücklich. Auch diese Frau starb nach ein paar Jahren. Nun schien wirklich das Ende gekommen, er mußte in Therapie. Wiederum 2 Jahre später taten wir uns zusammen und es wurde eine ganz große Liebe. Allerdings mußte ich viel Geduld und Verständnis zu seiner Genesung aufbringen. Auch er hatte nach jedem Schicksalsschlag geschworen, daß er sich nie mehr auf eine Frau einlassen würde.
 
  • #27
Bei mir und meinem
Mann ist die Situation real. Ich habe Krebs im Endstadium. Gleichzeitig haben wir ein 15 Monate altes Kind. Wie lange ich habe, darauf wollen die Ärzte sich nicht festlegen. Können die auch nicht. Ich könnte nächstes Jahr sterben,aber wenn die Therapie anspricht, könnte ich auch zwei Jahrzehnte leben. Manchmal sterben wir früher als erwartet. Genauso kann jemand die Treppe hinunter fallen und tot sein. Man muss das Leben immer genießen, mit Familie, mit Freunden usw.
Und ja, wenn ich doch früher sterben sollte, hat mein Mann das gute Recht sich neu zu verlieben. Ich hoffe nur, dass es dann für unser Kind mitdenkt und eine liebevolle Frau sich aussucht. Eine Frau die unser Kind lieben lernt. Und vielleicht, dass man mich dann in liebevoller Erinnerung behält. Meine Tochter und mein Mann sollen mich mit einem Glückgefühl in Erinnerung behalten. Sie sollen auch ohne mich glücklich sein. Für meinKind wünsche ich mir eine Frau , die zu ihrer „zweiten“ Mutter wird, so dass mein Kind keinen „Schaden“ durch den Verlust ihrer leiblichen Mutter erleidet.
Ich bin dessen bewusst, das für meinen Mann und die anderen Familienmitglieder mit meinen Tod die Welt zusammen brechen würde, meine Eltern, meiner Schwester, meine engsten Freunde, usw.
 
  • #28
Welche Strategien habt ihr für Euch in Planung?
Nicht viele. Wir haben ein Berliner Testament, Pflegevollmachten und ähnliches. Wir haben aber keine Anleitung dafür wie man damit umgeht wenn der "Lebensmensch" (plötzlich oder absehbar) nicht mehr da ist. Ich denke ich würde erstmal in ein extrem tiefes Loch stürzen... Aber: Wir haben gemeinsame Kinder - das hält einen (hoffe / denke ich) aufrecht. Aber der Gedanke tut schon weh, ich liebe meinen Mann von ganzem Herzen und würde sicher extrem unter seinem Tod leiden. Vielleicht auch deshalb weil ich weiß das es umgekehrt genauso wäre?
Nur weil es für einen endet, soll es für den anderen gut und zufrieden weiter gehen. Ich finde den Gedanken belastend, der Partner würde ewig trauern, oder sogar die Lebensfreude, den Willen verlieren.
Ich hoffe, er behält gute Erinnerungen, denkt gerne zurück, aber er soll nach vorne schauen.
So wünsche ich mir das auch! Mein Mann ist aber auch eher wie @Laleila's J., obwohl ich uns beiden (!) nach dem Tod des Partners eine neue glückliche Beziehung wünschen würde.
Entsprechend würde ich wollen, dass mein Partner auch nach meinem Tod ein möglichst glückliches Leben führt und nicht auf immer in Trauer und Trübsal verharrt. Gerne darf er sich neu verpartnern, ich würde es ihm sogar wünsche dass er jemanden zum Reden und Lachen und Schmusen hat, jemanden, der zu Hause auf ihn wartet und sich jeden Tag auf ihn freut.
Reden, lachen (!), schmusen. Pack bitte auch noch nach Jahrzehnten immer noch erfüllenden Sex obendrauf!

...wahrscheinlich würde ich die Verwandten mit meiner Sachlichkeit sogar schockieren, denn gerade wenn andere weinen, weine ich nicht, desto gefasster und ruhiger und sachlicher werde ich, denn einer im Raum muss ja die Kontrolle und Vernunft behalten, es können ja nicht alle ausflippen.

Dito. Maximale Funktionalität auch in Extremsituationen. Klappt aber nur solange keine Kinder (egal wie alt) involviert sind...
Aber Trauer ist oft im Kern etwas sehr Egoistisches -- dem Toten kann es egal sein, am meisten würde ich wohl um mich selbst weinen und um das Leben, das ich mit diesem Menschen nicht mehr leben kann...
Wie kann man mit 27 schon so weise sein? Chapeau, Hut ab! Ich musste deutlich älter werden um zu solchen Erkenntnissen zu kommen 😊

Zusammengefasst sehe ich für mich (!) keine andere Option als zumindest zu versuchen weiterzumachen. Vielleicht sogar (mit sehr viel Glück) noch einmal eine vergleichbar glückliche Beziehung zu führen. Auf jeden Fall hätte ich (vornehmlich dank unserer Kinder) keine suizidalen Tendenzen.
So - jetzt will ich von diesem Thema nie wieder etwas hören! 😉
 
  • #29
Die Menschen beschäftigen sich viel zu wenig mit dem Tod. Wir haben das komplett verlernt, der Tod wird outgesourced, jedes Gespräch darüber vermieden, daß ist sehr schade denn bisher ist jeder Mensch , der geboren wurde, auch gestorben. Was ist eigentlich für eine Frechheit halte, aber das wäre ein anderer Threat. Auch Kinder sind nicht zu klein um darüber zu sprechen. Ich finde es sehr wichtig, sich damit zu beschäftigen.
 
  • #30
Ich hoffe nur, dass es dann für unser Kind mitdenkt und eine liebevolle Frau sich aussucht. Eine Frau die unser Kind lieben lernt. Und vielleicht, dass man mich dann in liebevoller Erinnerung behält. Meine Tochter und mein Mann sollen mich mit einem Glückgefühl in Erinnerung behalten. Sie sollen auch ohne mich glücklich sein. Für meinKind wünsche ich mir eine Frau , die zu ihrer „zweiten“ Mutter wird, so dass mein Kind keinen „Schaden“ durch den Verlust ihrer leiblichen Mutter erleidet.
Liebe Minztee, erstmal fühle Dich gedrückt und ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deiner bevorstehenden Therapie.
Ich bin mir ganz ganz sicher, dass alles gut werden wird.
LG
W, 51
 
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