• #31
Hallo @Vikky und @Ejscheff :)
Also auch auf „Nachfrage“ rede ich nicht wie ein Wasserfall. Selbst unter sehr eng Vertrauten fällt es mir schwer, viel zu reden - so wie ich es am Anfang schonmal beschrieben habe. Ich zweifel deswegen gern an meiner Intelligenz. In Zweiergesprächen (z.B bester Freund) bin ich an guten Tagen mit 20-30% Sprechzeit dabei. Trotzdem ist mir das, was ihr beiden beschreibt alles andere fremd: Es entsteht, wenn ich in die Situation komme mich mitteilen zu müssen (entweder eigene Entscheidung oder äußere Gründe). Früher besonders ausgeprägt kommt es auch heute - auch hier - immer wieder noch durch, wie ihr ganz richtig festgestellt habt. Beim Erstellen eines Profils, dem Schreiben dieses Texts oder auch einer Bewerbung stehe ich auch vor genau diesen Problemen. Wenn ich das nach ein paar Stunden wieder lese, ist mir das oft selbst peinlich. Es fällt mir sehr schwer mich nach außen hin aus mir selbst heraus zu repräsentieren und bewege mich irgendwo zwischen Hinzudichten/Weglassen von Eigenschaften, Idealisieren und Schlechtmachen von mir selbst. Ich wäre demjenigen wirklich dankbar, der ein Bild von mir malt mit dem ich mich identifizieren kann. Ich kann das sehr gut bei anderen (siehe meine Hobbys) aber absolut gar nicht bei mir selbst. Ein konkretes Problem bei Dates, 5 an der Zahl in 8 Jahren, ist neben der ersten Hürde wenn ich mich selbst repräsentieren muss, das Treffen von schnellen Entscheidungen (siehe letzter Beitrag von mir). Ich soll als Mann eine schnelle und bestimmte Entscheidung oder Aussage treffen, verfalle dann aber in ein viel zu sorgfältiges bzw. zähes Abwägen und das macht das viele Leute berechtigterweise stutzig. Auch ist ein solches Verhalten sehr unmännlich - allerdings stehe ich zu meinen Entscheidungen, wenn sie nach langem Brüten mal gefallen sind. Oft wird dann verständlicherweise nachgebohrt - wenn ich dann damit rausrücke, was ich bei der Wahl des Restaurants berücksichtige, sind die Leute erst recht irritiert. An diesem Punkt entscheidet sich dann ob ich mit einer anderen Person harmoniere oder nicht. Interessanterweise ist meine Entscheidungsfindung nicht überall so zäh - meistens bei Dingen die mit irgendwelchen Reizthemen besetzt sind. Ich harmoniere ganz gut mit MacherInnen und TaktikerInnen. Wenn ich jemanden date bin ich bisher immer ganz froh gewesen, wenn diejenige einen gut ausgeprägten Rededrang hatte. Ich brauche sozusagen eine Basis. Trotzdem versuche auch ich einen Weg zu schnellen Entscheidungen und Smalltalk zu finden und experimentiere im Moment mit meiner Intuition.
 
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  • #32
Hi, meine Anregung wäre:
Ich denke, auch introvertierte Menschen können auf ihre Art selbstbewusst sein und sich für Aktivitäten, Menschen und Themen begeistern. Du scheinst viele Zweifel in Bezug auf dich selbst zu haben und oft unsicher zu sein. Deswegen würde ich dein Problem nicht vordergründig in der Introvertiertheit sehen, sondern eher darin, dass du Selbstzweifel und keine starken eigenen Meinungen, Überzeugungen und Werte hast, Stichwort Selbstfindung.

Wenn du keine Bars und Clubs magst, suche dir eben irgendwelche anderen Interessen-Gruppen, wo du nicht viele, sondern ein paar Menschen treffen kannst. Kennst du deine Interessen? Hast du was, wofür du brennst? Ich wette, wenn du eine Aktivität oder ein Thema gefunden hast, was dich wirklich interessiert (dein Hobby?), kannst du richtig aufblühen, wenn du darüber sprichst.

Wenn ich zurückdenke an die Zeit, als ich ebenfalls einzelgängerisch und übermäßig nachdenklich-philosophisch war, mich oft fehl am Platze fühlte und meinen Weg noch nicht gefunden hatte, wie ich das gerne nenne, war ich auch oft so, dass ich mich nicht entscheiden konnte -- dieses oder jenes Restaurant? Es war mir im Grunde egal. Aber das ist sehr anstrengend und nervig für ein Gegenüber. Du hast in dem Moment keine klare eigene Meinung und willst es der anderen Person recht machen, alles bedenken. Dabei sollst du einfach nur sagen, was dir gefällt. Dafür musst du das allerdings wissen, musst deinen Geschmack kennen und zu dir und deinen Entscheidungen stehen. Heute weiß ich eindeutig, dass ich lieber Pizza oder Zanderfilet als Sushi esse oder lieber im Grünen als an der Hauptstraße sitze, und weil ich das genau weiß, kann ich es genau sagen und dazu stehen.

Du schreibst, dass du dich in Bezug auf deine Person zwischen Idealisieren und Schlechtmachen bewegst und dich nicht wirklich mit dir identifizieren kannst. Das ist ein Symptom des Neid-Verachtungs-Komplexes, den Menschen haben, die mit sich nicht im Reinen sind: Du wärst gerne anders und beneidest daher andere. Weil das schwer zu ertragen ist, kehrst du in einem Schutzmechanismus gelegentlich den Neid in Verachtung um und überhöhst/idealisierst damit gleichzeitig dich selbst, du schwankst also zwischen Neid/Selbstverachtung und Verachtung/Selbstidealisierung. Das ist etwas krass formuliert, aber meiner Ansicht nach ein häufiges Phänomen. Denn gib zu: Manchmal bist du auch etwas stolz auf deine Tiefgründigkeit und schüttelst den Kopf über oberflächliche, laute Menschen in Bars, oder? Du kannst das überwinden, indem du ein glücklicher und zufriedener Mensch wirst, zu dir stehst und dich nicht als Mängelwesen begreifst. Dann musst du dich nicht mehr vergleichen, sondern bist einfach authentisch du selbst.

Das, was du beschreibst, ist also für mich was anderes als "nur" Introvertiertheit. Du weißt nicht genau, wer du bist, was du willst und wofür du stehst. Du fühlst dich fehl am Platz und uneins mit dir selbst. Daran würde ich vor allem arbeiten.
w26
 
  • #33
Du schreibst, dass du dich in Bezug auf deine Person zwischen Idealisieren und Schlechtmachen bewegst und dich nicht wirklich mit dir identifizieren kannst. Das ist ein Symptom des Neid-Verachtungs-Komplexes, den Menschen haben, die mit sich nicht im Reinen sind: Du wärst gerne anders und beneidest daher andere.
Hallo Inanna,
das sehe ich etwas anders: Das Idealisieren oder Schlechtmachen sehe ich eher als Kommunikationsproblem(soziale Kompetenz?). Ich frage mich oft, wie etwas auf die Leute wirkt. Meine bewusste Absicht ist, mich möglichst neutral und umfassend darzustellen. Dann wähle ich aber die falschen Worte. Mir ist öfters aufgefallen, dass sich mein Sprachverständnis zu anderen oft etwas unterscheidet. Auch spiegelt sich meine Gefühlslage in meinen Texten etc. nieder. Und die ist aktuell vor allem durch Unsicherheit gekennzeichnet, was ich unbewusst auch transportiere.
Selbst gefunden habe ich mich noch lange nicht und bewundere Leute die das von sich sagen können. Zum Glück sehe ich mich aber auf dem Weg dahin.
Neid habe ich bewusst schon länger nicht mehr in ausgeprägter Form richtigen Missgönnens empfunden. Im Gegenteil: Ich finde es toll mich mit anderen freuen zu können - das ist einfach stressfreier :)

Nein, ich ergötze mich nicht an meiner Tiefgründigkeit. Diese ist nämlich nur eine (temporäre) Folge eines streng religiösen Elternhauses. Ich sehe das nicht als ureigene Eigenschaft von mir an. Wenn man dort aufwächst , denkt man naturgemäß über sehr grundsätzliche Dinge nach. Ich habe mich in diesem religiösen Umfeld, das prinzipiell gut funktioniert, da feste Werte/Normen bestehen, nie wohl gefühlt und habe mich in eine sehr agnostische/skeptische Grundhaltung geflüchtet. Der Mensch braucht aber ein soziales System in dem er gut funktioniert - mit meiner Haltung hänge ich aber nun zwischen den Stühlen. Einerseits sind Werte/Normen wichtig um schnelle Entscheidungen treffen zu können anderseits habe ich auch die Schattenseiten eines fest betonierten Weltbildes gesehen.
 
  • #34
Ich würde von der Selbstfingungsgeschichte, gern mal auf etwas Praktikableres kommen, da das Thema schnell ausufert und OT wird:
Was sind für euch wesentliche Infos die in ein Onlineprofil gehören?
Ich glaube, dass ich dazu neige, dass alles etwas zu überladen. Vielleicht finden meine Profile deshalb keinen Anklang?
 
  • #35
Also auch auf „Nachfrage“ rede ich nicht wie ein Wasserfall..... Ich zweifel deswegen gern an meiner Intelligenz.
Wasserfall bezieht sich aber auch auf die Neigung, aus Nichts (MD oder BK) eine tiefsinnige Diskussion zu machen - einfach situativ unangemessen. Vielleicht solltest du weniger nach Deiner Intelligenz (Intellekt) gucken, sondern auf das situative.


Was sind für euch wesentliche Infos die in ein Onlineprofil gehören?
Es muss erkennbar sein, wie Du lebst und wie es mit einer Partnerin sein soll, damit sie entscheiden kann: spricht mich an oder eher nicht.

Beim Erstellen eines Profils, dem Schreiben dieses Texts oder auch einer Bewerbung stehe ich auch vor genau diesen Problemen
Dann heuere Dir einen Profi an, keinen Ghostwriter für ein getuntes Profil, sondern jemanden, der das Profil mit Dir in einem Telefonat durchgeht und Dir dazu was sagt. Die besseren Onlineplattformen bieten sowas gegen Gage an.

wenn ich dann damit rausrücke, was ich bei der Wahl des Restaurants berücksichtige, sind die Leute erst recht irritiert.
:) Bist Du verrückt, den Leuten zu sagen, was Du denkst? Ich kenne das was Du beschreibst (Intro und Asperger), aber ich habe gelernt, die Klappe zu halten und nicht zu sagen, was ich mir alles Kompliziertes zu einer trivialen Angelegenheit gedacht habe, sondern mache es mir bei solchen Dingen total einfach: "habe ich irgendwo gelesen" oder hat mir ein Kollege empfohlen" - sozialverträgliches Blabla, wie es dem Zweck angemessen ist, statt mein Innerstes nach außen zu drehen.

Meine Gedanken teile ich nur ganz wenigen Vertrauten mit, die das auch überhaupt nicht absurd finden, sondern dazu die Einstellung haben "ja, kann man auch so machen". Das sind aber auch die Leute, die die Vorteile meiner Art kennen.

weil ich das genau weiß, kann ich es genau sagen und dazu stehen.
Genau so geht das - Selbstbeschau nicht zum Selbstzweck machen, sondern mit dem Ziel sich zu kennen, zu akzeptieren und die richtigen Wege zu finden.

Meine bewusste Absicht ist, mich möglichst neutral und umfassend darzustellen. Dann wähle ich aber die falschen Worte. Mir ist öfters aufgefallen, dass sich mein Sprachverständnis zu anderen oft etwas unterscheidet.
Möglichst umfassend ist selten angemessen und genau darum geht es: blitzschnelle Situationsanalyse "was ist hier gefragt".
Wenn Dein Sprachverständnis anderes ist, dann musst Du umlernen, wenn Du verstanden werden willst - ist doch ganz einfach und nicht anders wie "Fremdsprache lernen".

Wenn Du aber Kontakte meidest, hast Du das notwendige Lernumfeld für Verhaltensänderung nicht.
 
  • #36
Du magst vielleicht recht haben. Wenn jemand gut zuhören kann ist es natürlich eine Stärke. Mir gehen solche richtig auf die Nerven due nur am labern sind und nicht auch mal die Klappe halten können. Ebenso nervig ist es wenn es welche gibt due überhaupt nicht den Mund auf bekommen und gar nichts sagen. Da wirkt man dann auf den Gegenüber langweilig und desinteressiert.
Ja, das sind ja auch Extreme.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen „sich gesehen“ fühlen, wenn man zuhört und aktiv Nachfragen anstellt, was dem Gespräch eine gewisse Tiefe verleiht. Es lässt sich damit also sehr gut Intimität und Vertrauen aufbauen.

Aber wenn man auf jemanden trifft, der das so leider nicht so beherrscht, entsteht schnell eine einseitige Beziehung, wo der eine das Gefühl hat, ziemlich viel von sich selbst preisgegeben zu haben und null vom anderen zu wissen.

Eine Vorschreiberin hatte es ja schon angebracht: man muss natürlich auch etwas aus seiner Komfortzone herauskommen. In Gesprächen - auch von sich aus - etwas mehr von sich preiszugeben, kann schon viel bewirken.
Vielleicht störten sie sich vielleicht auch daran, dass banale Entscheidungen wie MC`s oder BK während eines Dates mit mir schnell in Diskussionen über den freien Willen münden. Auch mein Lieblingsvokabular bestehend aus Kompliziert, Differenzieren, Warte/Moment mal etc., aber nur selten ja/nein, scheint nicht gerade attraktiv zu sein 😄
Ja, gut...aber wozu suchst du eine Beziehung ? Um intellektuelle Diskussionen vom Zaun zu treten ?
 
  • #37
Ja, gut...aber wozu suchst du eine Beziehung ? Um intellektuelle Diskussionen vom Zaun zu treten ?
Nein, überhaupt nicht. Ich rede nicht gern und denke, dass du bei "Diskussion" ein typisches Gespräch aus einem Hörsaal im Kopf hast. Ich habe euch hier wohl ein falsches Bild von mir vermittelt. Wenn ich die Beiträge so lese habe ich einen auf den ersten Blick ruhig erscheinendem Typen vor Augen, der, einmal getriggert, die Leute mit bestimmten Themen vollquasselt. Das ist bei mir definitiv nicht der Fall. Ich transportiere meine Emotionen sehr stark nach außen - und ich denke, dass die Frauen meine Unsicherheit in grundsätzlichen Lebensfragen gespürt haben aber textete die Damen nie mit irgendetwas zu.
Ich weiß bisher nicht, wo ich mich im Leben, im Vergleich zu anderen Männern, richtig einordnen soll. In der Theorie sehe ich mich in vielen Dingen weiter als Gleichaltrige, in der Praxis dann aber doch als ziemlich rückständig - weil es bei mir viel hin- und her ging. Ich bin ein Träumer, dessen Leben (leider) zu einem zu großen Teil im Kopf stattfindet.
Manchmal sehe ich Pärchen bei denen man richtig spürt wie intensiv sie kommunizieren ohne großartig was zu sagen. Da geht mir förmlich das Herz auf. So war es in meiner letzten Beziehung auch: Wir haben diskutiert ohne viel zu reden.
Wasserfall bezieht sich aber auch auf die Neigung, aus Nichts (MD oder BK) eine tiefsinnige Diskussion zu machen - einfach situativ unangemessen.
Hallo Vikky,
auch wenn ich mich oft selbst beschimpfe (was Frauen nach eigener Aussage schon als störend empfanden) - hier kann ich mal reinen Gewissens sagen, dass ich für sowas ein sehr (vielleicht auch zu) ausgeprägtes Gespür habe. Ich war immer recht beliebt aber auch nie richtig drin. Schwer zu erklären.

Ich bin nun unsicher bei der Frage, ob ich überhaupt bereit bin für eine Beziehung bzw. ob ich überhaupt daten sollte. Einerseits ist es ein tiefes Bedürfnis andererseits frage ich mich, einer Frau gerecht werden zu können bzw. ob es nicht ein generelles NoGo ist, sich selbst noch nicht gefunden zu haben, wobei ich mir immerhin zu gute halten, mir selbst schwierige Fragen zu stellen.
 
  • #38
Selbstfindung ist ein Prozess, der dich dein gesamtes Leben lang begleitet. Du musst dich nicht "komplett" gefunden und alle Lebensfragen geklärt haben, bevor du eine Frau datest. Aber vielleicht ein bisschen. 😉

Du meinst, du beschimpfst dich selbst. Wie und warum soll denn eine Frau dich lieben, wenn du es noch nicht einmal selbst tust? Natürlich ist es ok, wenn du zu Fehlern und Schwächen stehst und mit ein paar Punkten haderst, aber wenn du das ständig tust, ist es einfach zu negativ. Wie soll denn die Frau dann darauf reagieren? Dir zustimmen, dass du schlecht bist? Dich trösten und vom Gegenteil zu überzeugen versuchen? Beides ist irgendwie doof und unangenehm. Die meisten wollen mit einer Beziehung ihr Leben schöner machen und bereichern, nicht sich einen Problemfall ins Haus holen, verstehst du?

Es ist bestimmt gut, wenn du deine kirchliche Vergangenheit, deine Konflikte und Selbstzweifel erstmal irgendwie aufarbeitest, bevor du datest. Aber du musst nicht alles endgültig klären. Es ist auch in Ordnung, zu manchen Themen keine klare Meinung zu haben, ambivalent zu sein. Nur eben in einem gesunden Maß, nicht übermäßig.

Versetz dich mal ein bisschen in die Lage einer fröhlichen, positiven Frau, die gerne eine schöne Zeit mit einem tollen Mann verbringen möchte. Ihr geht spazieren, kriegt Hunger und du schlägst vor, was zu essen.Sie dann: "Woran denkst du denn? Wollen wir hier zu McDonald's oder Burgerking gehen?" Es ist gar nicht so wichtig, nur eine nette Frage. Und dann kommt von dir: "Hm, das ist schwierig, einerseits...andererseits...Aber dafür...man muss das differenzieren...Ich weiß nicht..." Das ist dann einfach zu anstrengend und negativ. Oder sie findet dich toll und will dich lieb haben, du aber machst dich schlecht, so als wärest du kein guter und liebenswerter Mensch. Wie soll sie denn dann damit umgehen? Versuche, irgendwie etwas lockerer und positiver und "einfacher" zu sein, nicht so ernst und kompliziert und negativ. Aber das ist natürlich leichter gesagt als getan.
 
  • #39
Ich weiß bisher nicht, wo ich mich im Leben, im Vergleich zu anderen Männern, richtig einordnen soll. In der Theorie sehe ich mich in vielen Dingen weiter als Gleichaltrige, in der Praxis dann aber doch als ziemlich rückständig
Da stellt sich die Frage, wie du „Rückständig“ definierst.

Mein persönlicher Eindruck: die meisten Menschen reflektieren sich nicht. Weil dazu müsste ich mich und mein gewähltes Lebensmodel hinterfragen und damit würde erstmal Unsicherheit einhergehen. Denn nicht auf alle Lebensfragen bekommt man just in time eine Antwort.

Ergo sind meisten Menschen auch nicht „angekommen“, weil sie sich nie auf den Weg gemacht haben.

Das beginnt bei manchen erst in der 2. Lebenshälfte und dann kommt die midlife crisis.

Du nimmst diesen Prozess schon vorweg und wirst daher wohl eher nicht an den Punkt kommen, feststellen zu müssen, dass dein bisheriges Leben gar nicht deins war. Also hast du vielen etwas voraus ;)

Vielleicht wird es an der Zeit für dich, dein gewohntes Umfeld zu verlassen und zu neuen Ufern aufzubrechen 🤷🏻‍♀️

In einer neuen Umgebung lernst du nochmal ganz neue Seiten an dir kennen....
 
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  • #40
dass dein bisheriges Leben gar nicht deins war. ;)
Vielleicht wird es an der Zeit für dich, dein gewohntes Umfeld zu verlassen und zu neuen Ufern aufzubrechen 🤷🏻‍♀️
in einer neuen Umgebung lernst du nochmal ganz neue Seiten an dir kennen....
Das ist mitunter ein großes Problem für viele Menschen, weil die meisten Menschen leben nicht in ihrem selbst gezimmerten Leben, sondern vielmehr in ihrem schön geredeten und/oder fremd konditioniertem Leben!
Sein gewohntes und eigenes Umfeld zu verlassen ist sicherlich sehr wichtig, für die weitere Persönlichkeitsentwicklung, um sich selber näher zu kommen!
Eine chinetische Weisheit sagt: lebst du unter Lahmen, so lernst du hinken!
 
  • #41
Ich finde es widersprüchlich, was du schreibst. Einerseits sagst du, du brauchst Vertrauen, um über deine Gedanken reden zu können und andererseits, dass du bei einem Date mal schnell anfängst, über den freien Willen zu philosophieren, wenn man noch nicht mal irgendwo sitzt. Letzteres fände ich nervig Ich bin auch intellektuell, aber sowas kommt bei mir als Schwätzerei an. Eben weil man ja in einer solchen Situation kein wirkliches Gespräch führen kann, denn man will sich ja gerade entscheiden, wo man was essen geht. Also, vielleicht solltest du "banale" alltägliche Situationen erstmal als solche zulassen.
Die Frage ist auch, wie weit du im intellektuellen Gespräch auf dein Gegenüber eingehen willst und kannst. Also nicht nur deine Gedanken formulieren, sondern einen Dialog führen. Bist du wirklich an den Gedanken der anderen Person interessiert oder brauchst du sie nur als Aufhänger für einen Monolog? Ich will dir nichts unterstellen, aber da solltest du dich mal prüfen.
 
  • #42
Ich habe mir nicht alle Antworten durchgelesen.
Aber ich sehe mich ein Stück von dir gespiegelt. Ich habe zwar irgendwie immer gerne bei Partys daneben gesessen aber keinen Muks gesagt. Ich hatte auch Schwierigkeiten neue Leute anzusprechen, weil mir normaler Smalltalk blöd vorkam.
Ich kann dir nur sagen, das kann man üben. Erstmal belanglos auf Fremde zugehen und dadurch generell dein Auftreten stärken. Der Kassiererin sagen, dass ihre Brille wirklich klasse aussieht, einen Hund loben und nach der Rasse fragen, die Friseurin in ein kleines Gespräch verwickeln, fragen wie lange jemand noch arbeiten muss...

Aber bleib bei dir. Deine Partnerin wird nicht auf der Tanzfläche stehen sondern eher im Tierheim Hunde ausführen oder einen Geocach suchen (als Beispiel). Vielleicht arbeitet sie auch in der Nachbarabteilung und du kannst es dir noch nicht vorstellen.

Verdreh dich nicht aber arbeite an dir. An deiner Persönlichkeit und vielleicht auch an deiner Erscheinung. Manchmal kann ein neuer Haarschnitt oder ein neues Hemd wirklich Wunder wirken, dich selbstbewusster gehen lassen.
 
  • #43
Ich bin nun unsicher bei der Frage, ob ich überhaupt bereit bin für eine Beziehung bzw. ob ich überhaupt daten sollte.

Lieber FS,
wenn denken nicht weiterhilft, dann einfach mal machen und Erfahrungen sammeln, statt zu zaudern und zu haden. "Vasuch macht kluch" - kennst Du doch.

Keine Frau findet einen Mann attraktiv, der zwischen Selbstüberschätzung und sich niedermachen schwankt. Insbesondere Selbstabwertung hat oft eine ganz unangenehme Aggressivität und setzt das Gegenüber unter Druck, das abschwächen zu müssen - schwer, wenn man den anderen nicht kennt und einfach eine unerfreuliche Situation.

Beim Kennenlernen sich verbal einfach mal etwas zurückhalten und nicht jeden unausgegorenen Gedanken raushauen.
 
  • #45
Hallo @Andreas1965
Ich habe deinen Beitrag
Ihr präsentiert Euch nicht als sexuelle Wesen und werdet folglich nicht als solche in Betracht gezogen. Gleichaltrige Frauen können Männer genauso schlecht interpretieren wie Du sie. Es bedarf deutlicher Signale. Sendest Du sie nicht, findet nichts statt.
etwas unterschlagen und will da nochmal drauf eingehen. Mit dem Transport der Sexualität nach außen habe ich definitiv Probleme obwohl ich im Umgang mit Frauen spüre, durchaus die Karten zu haben in diesem Spiel mitzuspielen. Ich vermute da eine verweiblichte Erziehung. Ich bin nicht aggressiv genug. Wie löst man sowas auf?
Ich kenne die von dir genannten Ratgeber ganz gut und habe mir sowas mit Anfang-Mitte 20 oft reingezogen. Heute stehe ich dem mit gemischten Gefühlen gegenüber: Einerseits wird dort viel Hilfreiches geliefert, andererseits ist mir das, was dort transportiert wird ziemlich bei näherer Betrachtung ziemlich unsympathisch bis aufdringlich. Ich kann mich damit (und mit PUA erst recht) absolut nicht identifizieren.
 
  • #46
Hallo @Andreas1965
Ich habe deinen Beitrag

etwas unterschlagen und will da nochmal drauf eingehen. Mit dem Transport der Sexualität nach außen habe ich definitiv Probleme obwohl ich im Umgang mit Frauen spüre, durchaus die Karten zu haben in diesem Spiel mitzuspielen. Ich vermute da eine verweiblichte Erziehung. Ich bin nicht aggressiv genug. Wie löst man sowas auf?
Ich kenne die von dir genannten Ratgeber ganz gut und habe mir sowas mit Anfang-Mitte 20 oft reingezogen. Heute stehe ich dem mit gemischten Gefühlen gegenüber: Einerseits wird dort viel Hilfreiches geliefert, andererseits ist mir das, was dort transportiert wird ziemlich bei näherer Betrachtung ziemlich unsympathisch bis aufdringlich. Ich kann mich damit (und mit PUA erst recht) absolut nicht identifizieren.

Dann kann eine konkrete Sexualtherapie sinnvoll sein.
 
  • #47
Auch wenn es sich anders liest: Auch ich habe Bedürfnis nach der Nähe anderer Menschen. Allerdings brauche ich nur sehr wenige um mich herum mit denen ich eine tiefe Bindung aufbauen kann.
Hallo.

Ich bezweifle, dass du wirklich "stoisch" bist, denn dein Stil passt dazu nicht.

Ich bezweifle, dass du introvertiert bist, denn dir macht gerade die Sorge, nicht unter Menschen sein zu können, da du dort Energien sammelst.

Ich denke, dass du - wie jeder Mensch - sicher Sympathien erweckst, doch weißt du ja gar nicht welche. In der Tat gibt es kein Indiz, um darauf zu schließen, dass du wirklich ansprechend bist, da du nur bestimmte Dinge wie Sympathie wahrnimmst. Vermutlich bewegt sich das auf distanziert-freundschaftlicher Ebene. Du stehst ja für relativ wenig, also gibt es auch wenig Reibungspunkte.

Mit 29 sollte man als Mann "mitten im Leben" stehen, d.h. wissen, was zu tun ist. Du suchst hier aber einen Tipp, der eher ein Allgemeinplatz ist. Der typische Mann ist mit 29 auch vllt. in einem Tal, aber weil er gerade den ersten fetten Berg geklommen hat, während viele Frauen tendenziell den Lift genommen haben. Die Frage ist, wo du dich hier einsortierst?!

Ich gehe bei dir von einer sehr starken narzisstischen Prägung aus,und dass du leicht in einer Opferhaltung bist. Entweder hast du soziale Angst oder dir fehlt die Selbsttranszendenz adäquat auf soziale Situationen reagieren zu können.

Das ist natürlich sehr ungünstig, wenn man eher extrovertiert ist. Also bedeutet es Arbeit. Und mit 29 sollte man dann mal "starten".

Außerdem sehe ich wenig Antrieb. Daher ist die Frage, was und warum du dir jemanden erhoffst, der "vermutlich in einer Höhle" lebt. Da dort kein Mensch lebt, frage ich mich wie realitätsnah und wirklich möglich das ganze ist. Unter den Voraussetzungen sehe ich keine Chance, jemanden zu finden, den du "zuschwatzen" kannst.

Wichtig ist, dass ich mit dem polemisch beschrieben Zuschwatzen nicht meine, tiefe Gespräche zu führen und sich im Dialog auszutauschen, und das häufiger zu tun anstatt z.B. shoppen zu gehen. Sondern dass es naheliegend ist, hier einfach nur zu reden, um sich gerade anti-stoisch nicht mit sich selbst zu beschäftigen.
 
  • #48
Hallo @Ricart !
Ich bezweifle, dass du wirklich "stoisch" bist, denn dein Stil passt dazu nicht.
Zu Recht. Von meiner Biologie her bin ich genau das Gegenteil (wenn wir „stoisch“ mal synonym für „gelassen“ nehmen): Emotional, sensibel und nah am Wasser gebaut. Im Stoizismus meine ich ein gutes Gegengewicht dazu gefunden zu haben, das für mich funktioniert. Das sind aber alles recht junge Entwicklungen bei mir, weswegen mein Nickname ganz sicher anmaßend ist. Das Beispiel von oben (Entscheidung Restaurant) war von mir schlecht gewählt. Damals hatte ich eine kurze Phase in der ich förmlich im Relativismus ersoffen bin. War einfach ein schlechter Zeitpunkt zum Kennenlernen. So ganz raus bin ich da noch nicht und arbeite noch an meinen Werten und Normen.
Ich bezweifle, dass du introvertiert bist, denn dir macht gerade die Sorge, nicht unter Menschen sein zu können, da du dort Energien sammelst.
Da bin ich - wie oben geschrieben - auch unsicher. Aber ich denke nun auch, dass das hier keine größere Rolle spielt.
Der typische Mann ist mit 29 auch vllt. in einem Tal, aber weil er gerade den ersten fetten Berg geklommen hat, während viele Frauen tendenziell den Lift genommen haben. Die Frage ist, wo du dich hier einsortierst?!
Oben schrieb wer „vorgezogene Midlifecrisis“, das fand ich recht passend. Ich stand am Berg vor einer Steilwand, kam nicht mehr weiter und mach mich gerade auf ins Tal zurück um mir das Ganze etwas aus der Ferne zu betrachten und vielleicht eine bessere Route zu finden.

Ich gehe bei dir von einer sehr starken narzisstischen Prägung aus,und dass du leicht in einer Opferhaltung bist.
Dazu habe ich mir mal einiges dazu angesehen (auch zum verdeckten Typus) aber die Beschreibungen widersprechen meiner eigenen Art doch sehr stark. Beispielsweise beim Thema Recht haben: Ich bin in der Regel der Erste der nachgibt. Ich wehre mich kaum - selbst wo es angebracht ist und gehe unnötigen Konflikten grundsätzlich aus dem Weg. Es ist Jahre her, dass ich mich mit irgendwem gestritten habe - falls sich keine Lösung findet, nehme ich lieber persönlichen Schaden in Kauf, weil mir die Ruhe einfach wichtiger ist. Trotzdem würde mich sehr interessieren, woraus du das ableitest.
Paradoxerweise fühle ich mich selbst oft zu „bissigeren“ Frauen hingezogen, die in der Lage sind ihre Meinung zu vertreten.
Ich hatte auch Schwierigkeiten neue Leute anzusprechen, weil mir normaler Smalltalk blöd vorkam.
Ich habe eigentlich nichts gegen Smalltalk - nur bekomme ich das gerade mit Gleichaltrigen nicht besonders gut hin. Mit 18 oder 60 Jährigen komme ich im Smalltalk irgendwie besser klar als mit den 30ern. Hab ich mich von dieser Altersgruppe gewissermaßen entfernt?
 
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  • #49
Ich würde dir ernsthaft raten eine Therapie zu beginnen, nicht böse gemeint aber das hilft am meisten aus irgendeinen Leidensweg herauszukommen. Wenn du das Problem richtig angehen willst dann aber RICHTIG!
 
  • #50
Ich würde dir ernsthaft raten eine Therapie zu beginnen, nicht böse gemeint aber das hilft am meisten aus irgendeinen Leidensweg herauszukommen. Wenn du das Problem richtig angehen willst dann aber RICHTIG!
Ist denn Partnerlosigkeit oder Verklemmtheit als therapiebedürftiges Krankheitsbild zu bewerten?
Darüber nachgedacht habe ich schon, aber es kommt mir falsch vor deswegen einen der begehrten Plätze zu belegen. Dazu gibts genug andere mit echten Problemen die auf einen Platz warten.
 
  • #51
Ist denn Partnerlosigkeit oder Verklemmtheit als therapiebedürftiges Krankheitsbild zu bewerten?
Darüber nachgedacht habe ich schon, aber es kommt mir falsch vor deswegen einen der begehrten Plätze zu belegen. Dazu gibts genug andere mit echten Problemen die auf einen Platz warten.
Der Maßstab ist der eigene Leidensdruck.

Hinter langer Partnerlosigkeit oder sozialen Hemmungen können sich ja tiefergehende Probleme verstecken, die mit „mach das mal so und so“ nicht aufzulösen sind.

Aber das kann ein Therapeut besser beurteilen, als Freunde und Co.

du startest auch nicht gleich eine Therapie, weil dazu die Kasse ihr Go geben muss und das tust sie nur, wenn ihnen ein psychologisches Gutachten vorliegt. Stattdessen finden erstmal unverbindliche Kennenlerngespräche statt, in denen dir auch Empfehlungen ausgesprochen werden...
 
  • #52
Ist denn Partnerlosigkeit oder Verklemmtheit als therapiebedürftiges Krankheitsbild zu bewerten?
Partnerlosigkeit nicht, Verklemmtheit VIELLEICHT schon. Im Grunde ist alles, wo der Leidensdruck nur stark genug ist, es wert, mal therapeutisch beleuchtet zu werden. Wenn mein Rücken weh tut, mache ich meine Übungen und gehe im Ernstfall zum Physiotherapeuten, wenn meine Übungen nicht mehr ausreichen. Wenn meine Psyche weg tut, analog der selbe Weg, nur beim anderen Spezialisten.

Wie stark du selbst nicht vorankommst, entscheidest du natürlich selbst, ist doch klar.
 
  • #53
Ich melde mich jetzt mal wieder und hab mir eure Beiträge nochmal durchgelesen: man kann wirklich viel daraus mitnehmen! Was mir auffällt sind die doch stark unterschiedlichen Standpunkte. Gerade @Andreas1965 und @INSPIRATIONMASTER scheinen mir zwei sehr gegensätzliche Charaktere zu sein. Ich kann beiden eigentlich nur zustimmen aber gleichzeitig habe ich dabei das Gefühl, dass es da jeweils zu sehr ins Extreme geht. @Vikky erinnert mich an meinen besten Freund: Hin und wieder etwas unsensibel aber sie bringt die Dinge mit ihrer Art sehr gut auf den Punkt.

Im Grunde ist alles, wo der Leidensdruck nur stark genug ist, es wert, mal therapeutisch beleuchtet zu werden.
Ich würde nicht sagen, dass mich das Thema Partnerschaft über Gebühr negativ belastet. Aber es ist ohne Zweifel momentan eines meiner zentralen gedanklichen Themen. Ich habe 10 Jahre unter falsch verstandenen Parolen, wie „Nicht suchen, finden lassen“ regelrecht vergeudet und muss jetzt „zusehen“ dass das noch was wird - auch da bei mir ein Kinderwunsch besteht.
Lieber FS,
wenn denken nicht weiterhilft, dann einfach mal machen und Erfahrungen sammeln, statt zu zaudern und zu haden.
Volle Zustimmung. Mir fehlt die Erfahrung. Ich fühl mich aber momentan etwas hilflos darin ein Gegenüber zu finden, dass sich auf mich einlässt, mich attackiert. Mir fehlt der Punkt an dem ich über meinen Schatten springen muss und kann. Meine bisherigen Erfahrungen waren weder Fisch noch Fleisch. Nie richtige Körbe kassiert noch echte Zuneigung (außer bei meiner Ex) erfahren.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #54
Ich melde mich jetzt mal wieder und hab mir eure Beiträge nochmal durchgelesen: man kann wirklich viel daraus mitnehmen! Was mir auffällt sind die doch stark unterschiedlichen Standpunkte. Gerade @Andreas1965 und @INSPIRATIONMASTER scheinen mir zwei sehr gegensätzliche Charaktere zu sein. Ich kann beiden eigentlich nur zustimmen aber gleichzeitig habe ich dabei das Gefühl, dass es da jeweils zu sehr ins Extreme geht.
Ja. Beide sind Spezialisten die ihr Spezialgebiet zu einer Art Ideologie erheben und diese extremistisch über alles andere erheben.

Wer Frauen einfach nur sexuell konsumieren will kann von @Andreas1965 Methoden übernehmen.

Das er damit nicht wirklich glücklich ist zeigt sein Versuch hier öffentlichkeitswirksam der Transformation von @Tom26 nach zu eifern.

Auch seine These, dass Monogamie nicht natürlich ist, zeigt, dass er sich, wahrscheinlich auch sich selbst ggü., sich rechtfertigen muss. Also, dass er wirklich nicht hinter dem eigenen Verhalten steht.

@INSPIRATIONMASTER hat mit seinen Hinweisen auf Selbstliebe, Bauchgefühl und authentisches Verhalten nicht Unrecht.

Sein öffentlichwirksm selbsterhöhendes Verhalten durch die Behauptung von quasi Allwissenheit wirkt aber wie eine Kompensation fehlender echter Selbstliebe.
 
  • #55
Wenn du (dem Namen nach zu urteilen) ein Stoiker bist, dann wirst du dich ja ein wenig mit Philosophie beschäftigt haben und dadurch wissen, dass alles Resonanz ist, auch wenn du still und unauffällig bist. Wenn du unauffällig bist, erhältst du eben unauffällige Resonanz zurück. Es gibt keine "keine Resonanz". Das ist philosophisches Prinzip. Was du tust und bewegst, wirst Auswirkungen auf das haben, wie Leute auf dich reagieren/nicht reagieren.

Auffällig zu werden, ist ein Einfaches. Kleide dich eben spezieller, setz eine witzige Brille auf, lass dir die Haare anders stehen. Das ist aber alles deine Aufgabe.

Wenn du einen bestimmten Frau Typ suchst, der offenbar in einer Höhle wohnt, dann wirst du diese nicht in Diskos finden. Wie wäre es mit Survival oder Bushcraft?

Leute im Café anzusprechen, ist vielleicht nicht ideal. Setzt du dich selbst ins Café, in der Vorstellung, dort lauft am Tisch eine Traumfrau vorbei und sagt: "Hey, dich muss ich kennenlernen?" Echt, jetzt?
Es ist nicht auszuschließen, dass es passiert... vielleicht in einer Großstadt wie Berlin, wenn du dich mit Hasenkostüm an den Straßenrand setzt und Aufmerksamkeit erregst.

Im Prinzip hast du selbst zwei philosophische Regeln gebrochen:
- mangelnde Empathie/andere nicht erkennen können: Die Frau im Café hat womöglich gerade Mittagspause, Stress auf der Arbeit oder warten auf ihr eigenes Date.
- du störst selbst die stoische Ruhe einer anderen Person, die du dir selbst herausnimmst.

Menschen werden gerne von Menschen ihres Schlages angezogen. Glaubst du, eine "Stoikern" würde sich mit einem "Stoiker" zusammen tun? Was hätten die sich zu erzählen? Ein Stoiker lebt nur von der Dramatik der Gesellschaft, nicht durch andere Stoiker. Auch das ist eine philosophische Tatsache.

Im Prinzip bist du liebesbedürftig und suchst sogar sehr stark eine Gemeinschaft, deswegen heftest du dich an Einzelfrauen dran, die aber alleine sein wollen.

Menschlicher Trieb ist es, nach Gruppierungen zu suchen, wo man darin aufgeht und seine Zugehörigkeit demonstriert, ob man will oder nicht - jeder tut es. Das sagt auch die Philosophie so. Dort kannst du auch aufgehen und gesehen werden.

Du bist ja selbst in mindestens vier Gemeinschaften/Gruppierungen: Fotografie, Landwirtschaft, Kreis der Introvertieren, Stoiker. Damit zeigst du deine Zugehörigkeit zu diesen Menschen und Gruppierungen. Also forsche mal nach, was dort so abgeht, wie man dort so lebt und wie Menschen miteinander reden, womit sie sich beschäftigen und dann auch Frauen kennenlernen.

Introvertiere forschen gerne, wollen sich zeigen und das, was sie können. Suche dir Kreise, wo die Leute so ticken.

In dein Profil würde ich auf jede Fall das mit der Fotografie schreiben. Heute macht jeder Fotos, vielleicht findest du eine Frau, mit der du gegenseitig Fotos machen kannst, weil euch das beiden so viel Spaß macht.
 
  • #56
(wenn wir „stoisch“ mal synonym für „gelassen“ nehmen): Emotional, sensibel und nah am Wasser gebaut. Im Stoizismus meine ich ein gutes Gegengewicht dazu gefunden zu haben, das für mich funktioniert.

[...]
Dazu habe ich mir mal einiges dazu angesehen (auch zum verdeckten Typus) aber die Beschreibungen widersprechen meiner eigenen Art doch sehr stark. Beispielsweise beim Thema Recht haben: Ich bin in der Regel der Erste der nachgibt. Ich wehre mich kaum - selbst wo es angebracht ist und gehe unnötigen Konflikten grundsätzlich aus dem Weg. Es ist Jahre her, dass ich mich mit irgendwem gestritten habe - falls sich keine Lösung findet, nehme ich lieber persönlichen Schaden in Kauf, weil mir die Ruhe einfach wichtiger ist. Trotzdem würde mich sehr interessieren, woraus du das ableitest.
Paradoxerweise fühle ich mich selbst oft zu „bissigeren“ Frauen hingezogen, die in der Lage sind ihre Meinung zu vertreten.

Ich habe eigentlich nichts gegen Smalltalk - nur bekomme ich das gerade mit Gleichaltrigen nicht besonders gut hin. Mit 18 oder 60 Jährigen komme ich im Smalltalk irgendwie besser klar als mit den 30ern. Hab ich mich von dieser Altersgruppe gewissermaßen entfernt?
Stoizismus meint, dass man eben KEIN Gegengewicht zu seiner Art findet, sondern damit umzugehen weiß.
Mann und nah am Wasser gebaut führt zum unfreiwilligen Außenseiter, weil Männer faktisches/anfassbares/reales schaffen. Entweder musst du deine Persönlichkeit ändern, oder lernen damit umzugehen, damit andere dich trotzdem mögen und du faktisches(!) schaffst. Letzteres ist der stoische Weg. Dazu nutzt du die eigene Logik, um eben aktiv zu handeln und nicht passiv zu träumen wie jetzt.

Wenn du aber egozentrisch bist, kannst du dein Selbst nicht transzendieren, womit die Logik nicht von Innen heraus anwendbar ist oder nicht existent ist, weil wahrnehmungsgestört. Du bleibst bei dir stehen.

Das bringt dich in die totale Abhängigkeit, dich im Außen zu spiegeln. Und so kommst du rüber...

Narzissmus (also kranke Egozentrik) und das was du beschrieben hast, schließen sich aber eben nicht aus! Narzissten sind eher ambivalent. Wenn Streits dich sogar im Selbstwert schädigen, weil du die andere Sichtweise nicht siehst, bist du in Streits immer unterlegen, außer du gibst dir den "Sieg", indem du dich zurückziehst. Bedeutet: Ambivalenz ist deine Antwort darauf, deine rein egozentrische Perspektive aufrecht zu erhalten. Wenn Dinge dann zudem nicht geklärt sind, bleibst du ja faktisch in der Schwebe. Du vermeidest also Feedback, drehst dich von links auf rechts und wechselst die Farbe, wie es dir passt.

Ob diese Frauen wirklich bissig sind oder nur für dich bequem, ist fraglich. Sie sehen dich wahrscheinlich, und gucken, was sie mit dir anfangen können. Wenn sie sich aber nicht gesehen fühlen, sind sie weg. Dass du dich nur einseitig hingezogen fühlst, ist ein Zeichen, was auf ein Problem deinerseits hindeutet.
 
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