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pseudonymchen

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  • #1

Partnersuche nach Krebserkrankung!

Hallo Forum!


Vor 2 Jahren ist bei mir eine Krebserkrankung festgestellt und entsprechend behandelt worden.

Ich komme damit gut zurecht und bin mit mir im Reinen.

Es hat mir auch gezeigt, es kann jeden „erwischen“. Keiner ist davon befreit.

Es sind nur die Narben geblieben und viele Erkenntnisse die ich aus diesem Prozess gezogen habe.

Und auch wenn es sich merkwürdig anhört, die Erkrankung hat mir auch für vieles die Augen geöffnet. Meine Chancen sehen sehr gut aus. Viele Menschen leben mit chronischen Krankheiten, Krebs ist nur eine davon. Sie ist aber eben DIE Angst-Krankheit schlechthin.

Ich bin nun Mitte 40 (kinderlos) und lebe ganz normal meinen Alltag und arbeite Vollzeit ohne jegliche Einschränkung. Es ist kaum mehr ein Thema mehr für mich, muss es aber auch nicht verdrängen.

Da das Leben mich wieder schnell zurück hatte und ich nun auch entsprechenden Abstand besitze geht es mir nun wie jedem „normalen“ Single. Ich wünsche mir einen liebenden Partner an meiner Seite. Nur wie geh ich es unter diesen Umständen an? Wie spreche ich es an? Wie würden Männer mit der Narbe auf meiner Brust (Brusterhaltende OP) umgehen? Sollte ich mir auch gezielt einen Partner mit Handicap suchen? Muss ich meine Ansprüche nun komplett runterschrauben?

Ich war auch vor der Erkrankung schon Single und habe mir wie die anderen Frauen auch einen gleichaltrigen Partner gewünscht, sollte ich denn jetzt zu den deutlich älteren tendieren?

Ich würde es gerne mit Euch diskutieren und erbitte ehrliche Meinungen. Ich kann damit umgehen ;-) Danke!
 
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  • #2
Liebe FS, bist du sicher, dass du aus deiner Krankheit das Richtige für dein Leben gelernt hast? Fragt eine, die auch mal Krebs hatte, sonst würde ich mir diese Frage nicht anmaßen. Ich habe aus meiner Geschichte gelernt, dass ich mich bei Dingen, die ich Steuern kann, nur auf etwas einlasse, wohinter ich zu 100% stehe und mich zu nichts zwinge. Eine Partnerschaft ist so etwas Fundamentales, da mache ich keine Abstriche, was meine Gefühle angeht. Entweder richtig oder gar nicht. Bewusst sich auf jemanden einlassen, bei dem ich nicht das richtige empfinde, ist ihm gegenüber nicht fair und mir selbst gegenüber auch nicht. Eine solche Krankheit entwertet einen Menschen nicht, wer das über mich denkt ist dann eh oberflächlich und somit nicht meine Zielgruppe, so wie ich seine auch nicht. Ich will Liebe, Leidenschaft, Vertrauen und alles, was sonst zu einer Beziehung dazugehört - oder eben gar nicht. Ich will nicht die zweite Wahl sein und ich werde mit niemandem zusammen sein, der als 2. Wahl herhalten müsste.
Du musst für dich deinen Weg gehen aber du hast gefragt und das ist meine persönliche Meinung.
 
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  • #3
Sorry, als Betroffener kann ich nur sagen, du hast sehr komische Ansichten zum Thema Krebs. Es gibt sehr viele Arten von Krebs und Krebs ist per Definition keine chronische Krankheit. Je nach Krebsart gibt es verschiedene Verläufe. In meinem Fall gibt einen akuten und einen chronischen Verlauf. Ich habe ersteren und dieser ist lebensgefährlich und kann tödlich verlaufen. Bei Brustkrebs, ich nehme an darum geht es bei dir, sind die Heilungschancen deutlich besser. Dennoch sagt man auch bei diesen Krebs, erst nach 5 Jahren ohne Befund gilt man als geheilt.

Zu deiner Frage. Auch ich habe mir dazu schon oft Gedanken gemacht. Ich würde damit einfach ehrlich umgehen. Im Gegensatz zu dir habe ich zusätzlich das Problem, dass mein Krebs nicht heilbar ist und tödlich verlaufen kann. Ansprüche herunterschrauben? Warum solltest du das tun? Der Richtige wird dich so akzeptieren wie du bist.
 
  • #4
Hallo,

Ich möchte es als nicht Betroffener wagen, sicher sehr überspitzt, Dir zu sagen:
Du bist nichts "Besseres". Du hast das selbe "Problem" wie jede/r, krank oder gesund, den Richtigen zu finden und das kann in keinem Fall bedeuten, dass Du Dich negierst und "Abstriche" bei der Partnersuche durch Verformung Deiner Gefühle, Wünsche, Vorstellungen, Sehnsüchte ... machst.
Ich versuche meinem krebskranken Freund immer wieder aufs Neue zu vermitteln, dass er ein Mensch wie Du und ich ist, nur halt mit sehr speziellen Eigenschaften. Er hat alle Rechte und fast alle Pflichten wie jede/r andere. Auch auf sein persönliches Glück.

Dir alles Liebe

m46
 
  • #5
Ich sehe da auch kein Problem. Zunächst einmal bist du geheilt- und ich wünsche dir, dass es so bleibt. Als chronische Krankheit würde ich es nicht bezeichen. Menschen, die eine solche Lebenskrise überstanden haben, sind oft sehr starke und interessante Menschen und können das Leben ihrer Mitmenschen sehr bereichern. Insofern kannst du zu Recht "erhobenen Hauptes" auf Partnersuche gehen. Ich würde die überstandene Krankheit zunächst nicht herausstellen. Finde erst einmal einen Menschen, bei dem du ein gutes Gefühl hast, und weihe ihn dann in deine Krankheitsgeschichte ein - allerdings auch nicht zu spät. Sollte schon vor den ersten intimen Kontakten sein, damit er vorbereitet ist und du dir evtl. unangenehme Reaktionen ersparst.
 
  • #7
Es ist sehr wichtig, einen Mann zu finden, dem so eine operierte Brust nicht stört, und viel Verständnis dafür hat.
z.B. ein Mann, der sich sozial engagiert. Von dem wäre m.E. Verständnis zu erwarten.
Ich traf eine Frau, deren Partner sie nach ihrer Brust-OP (brusterhaltend) psychisch so tief verletzte, daß sie seitdem traumatisiert ist, zu allen Männern etwas distanziert, und zu keinem Mann mehr vertrauen kann. Und seitdem Single ist. Aus Angst, wieder so verletzt zu werden.
 
  • #8
Verhalten sie sich wie ein Nicht-Krebskranker. Keinen "Bonus" aber auch
kein Tiefstapeln. Fallen sie nicht in eine Opferrolle.

Wenn sie keinen finden, liegt das an der Einstellung dazu, nicht
am Krebs selbst.

Ein verliebter Mann liebt sie auch mit Narben. Machen sie daraus keine Staatsaktion, wenn sie nackt vor ihm stehen.

Es gibt Menschen mit künstlichem Darmausgang (siehe entsprechendes
Forum) die auch Sex haben.
 
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  • #9
Ich will nicht die zweite Wahl sein und ich werde mit niemandem zusammen sein, der als 2. Wahl herhalten müsste.
Mit hinreichender Lebenserwartung ist das eine ganz normale Ansicht. Würdest du auch so denken, wenn du einen Krebs hast der deine Lebenserwartung auf wenige Jahre reduziert? Eine Trennung bedeutet dann, die wenigen letzten Jahre definitiv allein zu verbringen. Wenn man sich in einer solchen Situation befindet, denkt man anders.
 
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  • #10
Mit hinreichender Lebenserwartung ist das eine ganz normale Ansicht. Würdest du auch so denken, wenn du einen Krebs hast der deine Lebenserwartung auf wenige Jahre reduziert? Eine Trennung bedeutet dann, die wenigen letzten Jahre definitiv allein zu verbringen. Wenn man sich in einer solchen Situation befindet, denkt man anders.
Ja, Gast 8, auch als die Situation noch akut und ungewiss war, habe ich so gedacht. Und auch jetzt, da ich geheilt bin und man aber weiß, dass es im Laufe der Jahre zu anderen Krebserkrankungen kommen kann wenn man einmal so etwas hatte, auch jetzt denke ich so und bin alleine und habe mich selber von meinem Mann getrennt als die Liebe vorbei war. Kann jeder handhaben wie er möchte, ICH bin mir mit oder Erkrankung mehr wert und meine Mitmenschen sind auch kein Mittel zum Zweck, damit ich nicht alleine bin. Dazu berechtigt keine Krankheit und keine noch so schwierige Lebensumstände. Man ist durch eine solche Krankheit weder was Besseres noch was Schlechteres. Jeder hat verdient, richtig geliebt zu werden. Schicksal ist das eine, aber wie ich damit umgehe, ist kein Schicksal, sondern eine Entscheidung. Mich persönlich würde eine solche Beziehung erst recht krank machen, viel mehr als das Allein sein. Aber, nochmal, das muss jeder für sich selbst entscheiden, da ist niemand das Maßstab aller Dinge. Sie hat gefragt und ich habe meine persönliche Meinung dazu gesagt. Nicht mehr und nicht weniger.
 
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  • #11
da ich geheilt bin und man aber weiß, dass es im Laufe der Jahre zu anderen Krebserkrankungen kommen kann...
Die Situation ist eine völlig andere als wenn man weiß, man darf die Monate bereits zählen. Dass es im Laufe der Jahre zu anderen Krebserkrankungen kommen kann, ist ein völlig normales Szenario eines jeden, der an irgendeiner Form von Krebs erkrankt war. Das kann man nicht vergleichen.

Sicher muss das jeder für sich entscheiden. Ich wollte nur darauf verweisen, dass es verschiedene Konflikttiefen geben kann, in der sich der Betroffene befinden kann. Jede nach Situation, gibt es keine Schwarz/Weiß - Antwort auf diese Frage.
 
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  • #12
Die Situation ist eine völlig andere als wenn man weiß, man darf die Monate bereits zählen. Dass es im Laufe der Jahre zu anderen Krebserkrankungen kommen kann, ist ein völlig normales Szenario eines jeden, der an irgendeiner Form von Krebs erkrankt war. Das kann man nicht vergleichen.

Sicher muss das jeder für sich entscheiden. Ich wollte nur darauf verweisen, dass es verschiedene Konflikttiefen geben kann, in der sich der Betroffene befinden kann. Jede nach Situation, gibt es keine Schwarz/Weiß - Antwort auf diese Frage.
Lies doch bitte meinen ersten Satz, nicht nur den, der Dir am besten für Deine Argumentation gefällt. Ich wiederhole mich, ja, auch als die Situation noch akut und ungewiss war, habe ich so gedacht. Ich denke, dazu muss man jetzt nicht mehr weiter schreiben zumal ich ja auch mehrfach betont habe, dass es meine ganz persönliche Meinung ist.
 
  • #13
Würdest du auch so denken, wenn du einen Krebs hast der deine Lebenserwartung auf wenige Jahre reduziert? Eine Trennung bedeutet dann, die wenigen letzten Jahre definitiv allein zu verbringen.

Ja, und? Lieber doch allein als mit jemandem, der sich vordergründig in Mitleid ergeht, in Wirklichkeit aber die Krankheit der Partnerin mit eigenen Defiziten irgendwelcher Art aufrechnet. Warum, bitteschön, sollte sie sich das geben, selbst wenn es ihre letzten Lebensjahre wären, wonach es derzeit nicht aussieht, und wovor im übrigen auch kein Gesunder gefeit ist? Ich an der Stelle der FS würde mich in den Punkten, auf die es ankommt, nicht für zweite Wahl halten, dafür besteht nämlich auch keinerlei Veranlassung.
 
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  • #14
Warum, bitteschön, sollte sie sich das geben, selbst wenn es ihre letzten Lebensjahre wären, wonach es derzeit nicht aussieht, und wovor im übrigen auch kein Gesunder gefeit ist?
Bezogen auf die Frage der FS gibt es keine zwei Meinungen. Für die FS (oder auch Gast Antwort 11 - deren Krebs immerhin heilbar war) besteht kein Grund Abstriche zu machen. Allerdings sprach ich eine andere Situation an. Jeder der hier denkt, die von mir angesprochene Situation würde keinen Unterschied machen, war noch nicht wirklich ernsthaft mit dieser Situation konfrontiert.
 
  • #15
Grundsätzlich sehe ich es so: Partnersuche und Partnerfindung ist Privatsache. Jeder so, wie er möchte.
Ich wünsche mir einen liebenden Partner an meiner Seite. Nur wie geh ich es unter diesen Umständen an? Wie spreche ich es an?
Auf jeden Fall bitte vorher ansprechen. Also bitte den Mann nicht blind auflaufen lassen. Nicht jeder will ungefragt Narben sehen.
Wie würden Männer mit der Narbe auf meiner Brust (Brusterhaltende OP) umgehen? ... Muss ich meine Ansprüche nun komplett runterschrauben?
So wie du deine eigenen Bedürfnisse nicht verleugnen sollst, so soll jeder Mann selber entscheiden, ob er eine Partnerin mit Krebs-Vergangenheit und Brust-OP lieben will, oder nicht. Wie im Fall des Falles der betreffende Mann damit umgeht ist alleine seine Sache.

Und bitte lasst die Moral-Keule stecken, denn nirgendwo ist Fremdbestimmung so unangebracht wie bei der Partnerwahl.
 
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  • #16
Liebe FS!


Wenn wir uns verlieben würden und ich deine erste Wahl wäre, dann wäre es kein Problem für mich. Ich habe auch Narben (Unfall). Brustkrebs ist doch, dank der Medizin, sehr gut zu behandeln und es muss auch nicht sein, dass es einen Rückfall gibt. Risiken trägt man immer. Also nur Mut und Kopf hoch! Wenn Du einen Mann kennengelernt hast solltest Du es ihm einfach nach einer gewissen Zeit sagen. Du braucht Dich nicht zu schämen. Wenn Du sonst eine tolle Frau bist … wenn er „flüchtet“ dann ist er eh nicht der Richtige. Egal ob mit Krankheit oder ohne.


Dir alles Liebe


M (ein gleichaltriger Mann) ;-)
 
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  • #17
Du mußt dir vor allem jemanden suchen, der keine Erfahrung mit einem Krebskranken im famliären Umfeld hat, denn vorstellen kann sich dieses Leid keiner, der damit nie konfrontiert war.
Davon gibt es offenbar einige, die sind derart blauäugig, dass sie meinen das Poblem läge an Narben o.ä.

Ich hatte mehrere Jahre einen schwer krebskranken Partner mit zig Chemotherapien, Bestrahlungen, Metastasen im ganzen Körper und der Halbierung seines Gewichts, so dass er aussah wie Gollum.
Aber das war nicht einmal das Schlimmste, an das Äußere kann man sich noch gewöhnen. Aber die depressiven Verstimmungen, das Weinen und die eigene Hilflosigkeit und das Zusehenmüssen, wenn immer neue Metastasen diagnostiziert werden, das würde ich mir im Leben nicht noch einmal geben und sofort verschwinden, wenn ich erfahren würde, jemand hat Krebs gehabt, egal welchen.

Ich will nicht mit einem ständigen Damokles-Schwert über dem Haupt leben und meine komplette Freizeit in Krankenhäusern verbringen, da wäre ich lieber tot. Ich konnte das Krankenhaus nur noch unter Valium betreten und diesen Anblick ertragen.

Mir ist klar, dass die FS (noch) nicht in dem Stadium ist, aber das Risiko, dass sie wieder Krebs bekommt, ist wesentlich höher als bei nicht erkrankten Frauen, deshalb müssen ja alle in 5jährigem Abstand zur Nachuntersuchung und nicht nur einmal.

Da aber sogar Stephen Hawking eine Frau hat, können Krebskranke natürlich Partner finden, aber Abstriche muss man natürlich machen. Viele stören sich an Lapalien, das ist mit einer schweren Krankheit aber nicht ansatzweise vergleichbar.

Es gibt nichts Schlimmeres als schwere Kankheiten, dagegen hilft kein Geld der Welt, keine Beziehungen, gar nichts. Das ist das Schlimmste was einem im Leben passieren kann. Ich hätte lieber einen arbeitslosen Vollidioten zum Partner als einen Kranken, denn der nervt nur, ein Kranker hat unendliches Leid im Gepäck. - Mir ist klar, dass man so etwas nicht äußert, aber es ist die Wahrheit und die hören die meisten je sowieso nicht gern.

Dass jemand sich noch Sorgen über sein Aussehen macht, wenn er schwer erkrankt ist, das kann ich absolut nicht nachvollziehen.
 
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  • #18
Es gibt nichts Schlimmeres als schwere Krankheiten

Ich bin mir wirklich nicht sicher, wie ich Deinen Beitrag kommentieren soll, damit er veröffentlicht wird!

Ich versuche es mal so:

Ja Du hast recht, es gibt nichts schlimmeres als schwere Krankheiten und eine der schlimmsten Krankheiten ist die Depression. Eine Depression kann von vielen Ursachen ausgelöst werden. Du schreibst es auch selber; die Depressionen bei Deinem ehemaligem Partner waren das schlimmste an der Situation. Aber nicht nur Krebspatient können Depressionen bekommen, ihre Angehörige auch.

UND in Deinem Fall würde ich mal sagen; Guten Tag Madam, Sie leiden unter einer sehr schweren Depression!

Ich bin auch der Meinung, die FS ist mit ihren 2 Jahren bei so einer Diagnose nicht über den Berg. Aber gerade Brustkrebs ist die Krebsform, die heutzutage besonders gut therapierbar ist und die Heilungschancen sehr hoch sind. Klar gibt es nicht nur den Brustkrebs und es kommt auch auf den Zeitpunkt an, wann er entdeckt wurde. Aber es ist die eine der Krebsarten mit den besten Therapieformen.

Die Diagnose Krebs sollte nicht über einen Kam geschert werden!

Es gibt Krebsformen die sind wirklich unheilbar und es endet in immer wieder neuen Rezidiven und es gibt Menschen die haben eine Disposition für Krebs, weil bei ihnen z.B das Gen p53 "Wächter des Genoms" mutiert ist. Das ist aber nicht bei allen Krebspatienten so!

Eine manifestierte Depression kann deutlich schlimmere Folgen haben, als eine bestimmte Krebsform, die man heute gut behandeln kann.
 
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  • #19
und eine der schlimmsten Krankheiten ist die Depression. Eine Depression kann von vielen Ursachen ausgelöst werden. Du schreibst es auch selber; die Depressionen bei Deinem ehemaligem Partner waren das schlimmste an der Situation. Aber nicht nur Krebspatient können Depressionen bekommen, ihre Angehörige auch.

UND in Deinem Fall würde ich mal sagen; Guten Tag Madam, Sie leiden unter einer sehr schweren Depression!

Ich bin auch der Meinung, die FS ist mit ihren 2 Jahren bei so einer Diagnose nicht über den Berg. Aber gerade Brustkrebs ist die Krebsform, die heutzutage besonders gut therapierbar ist und die Heilungschancen sehr hoch sind. Klar gibt es nicht nur den Brustkrebs und es kommt auch auf den Zeitpunkt an, wann er entdeckt wurde. Aber es ist die eine der Krebsarten mit den besten Therapieformen.

Eine manifestierte Depression kann deutlich schlimmere Folgen haben, als eine bestimmte Krebsform, die man heute gut behandeln kann.

Wenn man die Realität nicht erträgt, sollte man andere nicht per Ferndiagnose als schwer depressiv bewerten. Das schlägt ja wohl dem Faß den Boden aus!
Meine Tante ist an Brustkrebs gestorben und geradezu verreckt, mit Knochenmetastasen überall usw., die Mutter einer Freundin auch, die Mutter einer anderen Freundin am Hirntumor und ihre Schwester an Lungenkrebs. Ich hätte lieber die schwerste Depression der Welt, die ich garantiert nicht habe, denn ich bin selbst Dipl.-Psych. und Psychotherapeutin und arbeite viel mit Psychiatern und Kollegen zusammen, dann dürfte ich gar nicht beruflich tätig sein. Nur weil man Krebs verharmlosen will, sollte man nicht solche unmöglichen Ferndiagnosen von sich geben.
Wenn ich eine schwere Depression hätte, würde ich Antidepressiva nehmen gekoppelt mit einer Verhaltenstherapie.
Eine Depression ist ein abgebrochener Fingernagel im Vergleich zu einer den Körper zerstörenden Krebserkrankung. Mit einer Depression kann man 100 werden! Wenn man absolut keine Ahnung hat, sollte man nicht über andere urteilen.
Ich habe nicht bestritten, dass es bei Krebs Heilungschancen gibt und nicht jeder so jämmerlich stirbt, aber ich muß mir das privat nicht ansehen und schon gar nicht so jemanden als Partner wählen. Das ist meine persönliche Meinung und die habe ich geäußert, was ja wohl legitim ist ohne gleich als schwerst Depressive und somit jemand mit negativ verzerrter Wahrnehmung dargestellt zu werden.

(#16, w)
[Mod: Signatur gekürzt]
 
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  • #20
Wenn man absolut keine Ahnung hat, sollte man nicht über andere urteilen.
Ich habe nicht bestritten, dass es bei Krebs Heilungschancen gibt und nicht jeder so jämmerlich stirbt, aber ich muß mir das privat nicht ansehen und schon gar nicht so jemanden als Partner wählen. Das ist meine persönliche Meinung und die habe ich geäußert, was ja wohl legitim ist ohne gleich als schwerst Depressive und somit jemand mit negativ verzerrter Wahrnehmung dargestellt zu werden.
Da kann ich Ihnen als jemand, der an einer Krebsform erkrankt ist die sehr gefährlich ist und als nicht heilbar gilt, nur zustimmen. Mir geht es zwar nicht so wie von Ihnen beschrieben, aber ich habe Mitpatienten erlebt die mit der Diagnose und den Folgen überhaupt nicht zurecht kamen. Das Umfeld steht in diesem Fall machtlos daneben und kann nur zuschauen, wie der Betroffene nach und nach aufgibt, verbittert wird, sich um sein Leben betrogen fühlt. Ich schrieb bereits weiter oben, wer das nicht selbst durch hat kann bei dem Thema nicht mitreden. Eine Brustkrebserkrankung, die rechtzeitig erkannt heutzutage mit 95% geheilt werden kann, ist ohne diese verharmlosen zu wollen, kein Vergleich dazu. Meine Partnerin hat an meiner Seite schwierige Zeiten durchgestanden. Die Zeit hat uns gezeigt, was wir aneinander haben. Ich habe jedoch auch die gegenteiligen Fälle erlebt.

Wenn ich z.B. jetzt eine Partnerin suchen würde, es wäre bei meiner Diagnose aussichtslos. Und dies, obwohl ich derzeit ein relativ normales Leben führe, dass jedoch jederzeit, innerhalb kürzester Zeit sich schlagartig ändern und tödlich enden kann.

Die FS hingegen hatte Brustkrebs. Der gilt zwar nach zwei Jahren auch noch nicht als geheilt, aber die Chancen stehen sehr gut. In diesem Fall würde ich ganz normal weiter nach einem Partner suchen. Ohne Abstriche.

User, die hier bei Kompromissen von Partnern zweiter Wahl reden, haben jedoch keine Ahnung vom Thema. In schwierigen Fällen ist das was sie zweite Wahl nennen nämlich keine. Aber um das zu verstehen muss man solche Situationen selbst durchlebt haben.
 
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  • #21
Ich bin Gast 17 und auch wenn es hier gebeten wurde, wieder zurück zum Thema zukommen! Diese Nebendiskussion ist im Grunde das Thema. Denn wie soll man die Frage beantworten - JA, Nein! gibt es da nicht. Es gibt Menschen, die eine solche Krebsdiagnose bekommen haben, es gibt Meschen die Angehörige durch Krebs verloren haben UND es gibt auch Menschen, die diese Diagnose überlebt haben.

Da es nicht den Krebs gibt, kann man die Frage auch nicht so platt beantworten.

Leider weiß ich von was ich rede. Ich bin jetzt 35 und mit fast 13 Jahren hatte ich eine Hirnoperation - Diagnose Gehirntumor! Genauer gesagt, Ependymom (kann jeder selber nachschauen, wie der normale Ablauf ist). Kurz gesagt, ein Rezidiv ist bei meiner offiziellen Diagnose sehr wahrscheinlich, dabei wurden damals vor über 20 Jahren, solche Kinder wie ich, nach der OP nicht bestrahlt.

Was soll ich sagen! Ich hatte bis jetzt zum Glück kein Rezidiv und nach der langen Zeit ist es auch unwahrscheinlich, dass eins auftritt.

Ich kenne auch Depressionen und Menschen die an Depressionen leiden oder litten Der Grund für die Depressionen war/ist verschieden. Eine körperliche Krankheit kann auch der Grund für eine Depression sein. Und nein, Depressionen lassen sich nicht so leicht heilen oder behandeln, wie Gast 18 das gerne verkaufen möchte.

Krebs lässt sich natürlich auch nicht so leicht heilen. Einige Menschen haben glück mit ihrem Verlauf, andere großes Pech. Einige Krebsarten sind heute sehr gut erforscht, andere nicht. Es kommt auch auf den Zeitpunkt der Diagnose, wie weit der Krebs schon vorgeschritteten ist.

Die FS gilt mit ihren 2 Jahren definitiv nicht als geheilt aber sie muss deswegen noch kein Kandidat für den Bestatter sein.

Es sollte hier definitiv nicht von dem Krebs die Rede sein. Weil den Krebs gibt es nicht! Es gibt verschiedene Formen und jede Form hat eine andere Prognose UND bei jedem Betroffenen verläuft die Krankheit etwas anders, Menschen mit einer schlechte Prognose können überleben und mit einer guten Prognose, sterben.

[Mod: Das Thema der Frage ist nicht, welche Arten von Krebs es gibt oder ob eine Depression schlimmer ist. Das Thema ist, wie soll man sich als Betroffene(r) bei der weiteren Partnerwahl verhalten. Wenn dies Abweichend von der Erkrankung der FS besprochen wird, ist es noch zu tolerieren. Ein reines Kommentieren von Antworten oder ein Abtriften des Themas wird als Chat gewertet und gelöscht. Vielen Dank für Ihr Verständnis.]
 
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  • #22
Hier die FS!


Danke für die Antworten!


Es war nicht gerade leicht für mich diese persönliche Frage rein zustellen.


Ich habe keine Depressionen … ganz im Gegenteil – es geht mir gut und ich habe einen klaren Kopf! Auch will ich keinen Bonus oder der Gleichen. Was ich sagen möchte, so mein Erlebnis, ich bin als geglaubt gesunde Frau in die Praxis und bin als schwerkranke Frau nach der Aussprache meines Befundes wieder raus. Eine Stunde – ich habe mich nicht krank gefühlt. Ich hatte eine Vorstufe, Chemotherapie war nicht notwendig. Ich schrieb ja schon, dass ich nicht in Selbstmitleid versinke. Auch wäre ein Partner mit Handicap keine 2. Wahl für mich. Vielleicht habe ich mich etwas unglücklich ausgedrückt. Ich wollte nur wissen, ob ich eher gezielt dort suchen soll.

Menschen die sich immer den leichtesten Weg suchen sind mir suspekt und das war auch schon vorher so. Ich kann auch noch mit der Partnersuche warten, aber warum? Das Risiko bleibt immer.

Was mich eben traurig stimmt ist alleine zu sein und nun habe ich meinen Mut zusammen geharkt um mal wieder etwas zu unternehmen. Es gibt im RL einem Mann den ich sehr gerne näher kennenlernen würde. Aber ich traue mich einfach nicht. Deswegen die Frage!
 
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  • #23
Was mich eben traurig stimmt ist alleine zu sein und nun habe ich meinen Mut zusammen geharkt um mal wieder etwas zu unternehmen. Es gibt im RL einem Mann den ich sehr gerne näher kennenlernen würde. Aber ich traue mich einfach nicht. Deswegen die Frage!
Hier #19
Trau dich! Denn wenn uns die Krankheit etwas gezeigt hat, dann...
verstecke dich nicht, stecke den Kopf nicht in den Sand, mach etwas aus der Situation. Wer etwas tut, kann verlieren. Wer nichts tut, hat bereits verloren. Viel Glück. :)
 
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  • #24
Liebe FS, trau dich bitte! Deine Frage hat ja ganz anders gelautet. Hättest du sofort geschrieben, worum es geht, dann wären die Antworten anders ausgefallen. Meine Antwort passt jetzt noch besser (1 und 9). Aber deine Frage hörte sich an, als würdest du denken, du nimmst irgendjemanden damit du nicht alleine bist und du glaubst, für dich könne es aufgrund deiner Vorgeschichte keine Liebe mit einem "normalen "Mann geben. Das ist NATÜRLICH NICHT so! Wenn der Typ doof reagiert nur wegen deiner Krankheit dann ist er es nicht wert und fertig, egal wer hier was schreibt! Liebe kennt weder Krankheit noch Krieg noch sonstwas, sondern nur das Bedürfnis und den Wunsch, mit dem geliebten Menschen zusammen zu sein. Egal wie lange es dauert und auch wenn es Weh tut. Die Gefahr ist immer gegeben, jeder kann jeden Tag die Diagnose bekommen. Und dann??? Wer was anderes behauptet weiß nicht, wie sich wirkliche Liebe anfühlt. Alles Gute! You only live once!!!
 
  • #25
Bist ja nicht allein mit Deiner Krankheit, Männer bekommen zwar in der Regel keinen Brustkrebs, aber an irgend einer Stelle trägt auch so mancher Mann eine Narbe mit sich rum, die auf eine Krebs-OP zurückgeht. Viele dieser Menschen leben bewußter seitdem, was ja kein Schaden ist. Im Gegenteil, es wirkt sogar anziehend.
 
  • #26
Liebe FS, bleib stark weil wir sonst nichts besseres machen können; aber erlaub dich auch machmal 'wackelig' zu gehen, denn keine kann alles immer perfekt. Ich drucke ganz fest!
 
  • #27
Mein Gott, wenn ich hier einige Beiträge lese, wird mir übel.

Liebe FS, du bist keine Aussätzige und hast auch keine ansteckende Krankheit. Du hattest vor 2 Jahren eine OP und bist nicht mehr in der Chemotherapie oder anderweitiger Behandlung. Du mutest also niemandem etwas zu! Und du musst auch ganz bestimmt keine Abstriche bei der Partnerwahl machen.

Jeder, der mal einen Unfall oder eine OP hatte, hat irgendwo am Körper Narben und keiner von diesen Menschen geht zu einem Date und erzählt gleich seine Krankheitsgeschichte.

Du hast jemanden kennen gelernt? Das ist doch toll! Lerne diese Person in Ruhe kennen und konfrontiere sie nicht gleich mit deiner Erkrankung. Das ist ein Thema, wenn man sich etwas besser kennt. Wie gesagt, du hast ja keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen mehr.

Also bitte den Mann nicht blind auflaufen lassen. Nicht jeder will ungefragt Narben sehen.

Lieber Arthur, wenn du wüßtest, was ich schon ungefragt bei Männern sehen musste, da wären mir Narben lieber gewesen...
 
  • #28
Nutze den Augenblick - Keine Scham - Lebe im Hier und Jetzt.

Krebs, oder andere Krankheiten, oder gar ein Unfall - kann Jedem passieren. Also sollte sich Jeder darauf einstellen, daß es ihm passiert, oder seinen Mitmenschen.

Wer eine Beziehung eingeht, der muß auch damit rechnen. Er will einen Menschen an seiner Seite haben, keine Puppe, Roboter etc. - also muß er auch mit Nachteilen oder gar Ausfällen rechen. Das ist das Risiko jeder zwischenmenschlichen Beziehung.

Die FS -pseudonymchen- fühlt sich m.E. als "Betrügerin" falls sie eine Beziehung eingehen würde. So wie ein Händler, der eine fehlerhafte Ware verkaufen will, obwohl er weiss, daß sie fehlerhaft ist.

Was immer auch passieren möge, die FS hätte als Betroffene mehr Nachteile daraus.

Also hinein ins Leben - ran an den Mann. Ob und was passieren würde, das wird man sehen, und gehört zu den "Risiken und Nebenwirkungen" die Jede/r bei Beziehungen eingeht.

Ich habe mehrere Mitmenschen erlebt und ggf. begleitet, die an Magenkrebs gestorben sind. Allen gemeinsam: Sie wollten nicht alleine sein, mit sich und der Krankheit. Also war meine Gegenwart und Begleitung sehr wichtig. Ich fühlte mich nicht als "betrogen," sondern die Betroffenen waren die Pechvögel. Aber ICH würde mich als schlechter Mensch fühlen, wenn ich NICHT bei ihnen gewesen wäre.

Nicht der Betroffene ist der "Betrüger" sondern sein Schicksal ist der Täter. Und er hat die größten Nachteile daran.
Aber das Schicksal selber ist ja kein Schuldiger, sondern es sind Ereignisse, die zu den Menschen und ihren Leben gehören. Aber er sollte auf die Schicksale schauen, die sich noch mehr "betrogen" fühlen könnten. z.B. die plötzlich durch einen Unfall daherhaft geschädigt wurden - ohne eigene Schuld daran.

Also sollte die FS -pseudonymchen- sich selbst überwinden, und "die Kunst, ein Egoist zu sein." - Sie will diesen Mann - also ran. Lebe den Augenblick. Er sollte erwachsen genug sein, daß er mit allen Möglichkeiten, die passieren könnten, damit fertig wird.

Denn so eine neue Liebe, kann sehr hilfreich für Betroffene sein.
Eine Frau in Dtl. - Arzt - gab ihr noch sechs Monate. Dann fand sie eine neue Aufgabe: Hunderettungsstation in Griechenland. Nach neun Jahren lebte sie immer noch dort. *ätsch* - sie hat ihr Schicksal überlistet. Weil ihre entwickelte Liebe zu den Hunden in ihr stärker ist, als ihre Krankheit ? "Tja, Doc - da staunste ! Ich bin immer noch da"
 
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