• #61
Sonst ist es Auswahlverschulden. Mich wundert nicht, dass manche Frauen immer wieder an "narzisstische" Männer geraten.

Auswahlverschulden kann auf mangelnder Erfahrung oder überwältigend manipulativen Verhaltens des Gegenübers beruhen.

Anhaltendes Auswahlverschulden, insbesondere bei gleich bleibenden Mustern, beruht immer auf Verhaltens- oder psychischen Störungen wobei die Grenzen zwischen den Störungsformen fließend sind. Eine wesentliche Rolle spielt beziehungsvermeidenes Verhalten, welches im Grunde nur Affären zu läßt.

Dagegen hilft nur sich an die eigene Nase zu fassen. Wunschträume vom verlässlichen Testosteronmacker oder von einer verbindlichen UND distanzierten Beziehung enden generell in einem Crash.
 
  • #62
So oder so ist der Anteil von Menschen mit solchen Störungen an der Gesamtbevölkerung eher gering.

Ich kenne nur Daten aus den USA, dort sind es laut einer Studie (Sansone 2011) circa 10 % der Menschen, die eine oder mehrere Persönlichkeitsstörungen haben. Einer von zehn ist schon recht ordentlich! Ich habe es ursprünglich auch viel geringer geschätzt.

Vermutlich werden viele Menschen, die sich einfach nicht benehmen können oder aber egoistisch erstmal auf sich selbst schauen, gerne so abgestempelt.

Ja, diese Gefahr sehe ich auch. Egoismus in vernünftigen Dosen ist eine sehr gesunde Sache und hat nichts mit einer Störung der Persönlichkeit zu tun. Leider wird schnell zum Begriff "Narzissmus" gegriffen wenn die eigenen Wünsche übergangen werden.

Eine gute Regel, um "echtes" abnormes Verhalten von normalem Verhalten zu unterscheiden ist die 95 % Regel. Man frägt sich, ob 95 % der Menschen nicht so handeln würden. Ist die Antwort Ja, ist das Verhalten abnorm. Tauchen solche Ja-Situationen oft auf, dann ist bei der anderen Person sehr wahrscheinlich ein pathologisches Problem vorhanden.
 
  • #63
Ich kenne nur Daten aus den USA, dort sind es laut einer Studie (Sansone 2011) circa 10 % der Menschen, die eine oder mehrere Persönlichkeitsstörungen haben.

Insgesamt ja, aber Narzissten liegen laut Studien bei 0,4%. Die sind für den deutschsprachigen Raum hier alle schon im Forum besprochen worden...

Unabhängig davon ist selbst bei 10% auffällig, wenn eine Person immer wieder auf Menschen mit psychischen Problemen trifft und es sind ja oft ähnliche Muster. Insgesamt denke ich, es wird hier zu schnell Richtung Persönlichkeitsstörung argumentiert, wenn jemand sich einfach nur eigenartig verhält.

Eine gute Regel, um "echtes" abnormes Verhalten von normalem Verhalten zu unterscheiden ist die 95 % Regel.

Das gilt aber wiederum sicher nicht für 95% der Fälle, die wir hier diskutieren.
 
  • #64
Das meiste sind letztendlich Persönlichkeitsausprägungen, und noch bei weitem keine Persönlichkeitsstörung.
Es ist nur sehr einfach, wenn einem an jemand anderem etwas stört, sie / in als gestört zu bezeichnen. Dann muss man sich nicht mit den Eigenverantwortlichkeiten auseinander setzen.

Es ist ein Riesenunterschied, ob jemand eine narzisstisch ausgeprägte Persönlichkeit hat, oder unter Narzissmus als PS erkrankt ist.
Mit Diagnosen sollte man immer vorsichtig sein.

W,49
Man muss keine Persönlichkeitsstörung haben, um ein sehr schwieriger Mensch zu sein. Es genügt schon, wenn es starke Ausprägungen gewisser Persönlichkeitszüge gibt und das Leben kann für das Umfeld die Höhle sein! Seit einiger Zeit denke ich, dass meine Schwester diese Züge hat und ich mit ihr keinen Kontakt mehr habe, weil sie mich extrem verletzt und mich oft zum Weinen gebracht hat. Ihre eigene Tochter genauso wie auch eine Tante von uns weil sie immer die Menschen anklagt, jammert und für die eigenen Entscheidungen (die sie später bereut, weil es nicht wie erwünscht läuft) beschuldigt. Sie lügt und wenn man sie damit konfrontiert leugnet sie gelogen zu haben (Gaslighting), redet meistens schlecht über andere Menschen hinter ihrem Rücken aber zeigt sich nett und liebevoll vor ihnen, sie spielt die Menschen gegenseitig aus und sorgt dafür, dass ich bei unseren Verwandten als die Böse dastehe. (Welche Lügen sie über mich verbreitet hat, habe ich erst vor 2 Jahren von meinem Cousin erfahren). Über die Psychologen und Psychiater (aber auch über andere Menschen) äusserte sie sich mehrmals geringschätzig und abwertend: „Sie sind psychisch gestört und brauchen selbst Hilfe“.
Sie erwartet von allen, dass sie pünktlich kommen aber selbst ist sie es auch nicht. Für sie gelten nicht die gleichen Regeln und wenn man ihre Erwartungen nicht erfüllt hat, dann ist sie sehr feindselig und ihre Aggression nimmt man an ihrer Stimme wahr. Ausserdem ist die nachtragend und kann niemandem jemals etwas verzeihen. Meinte sie auch sie würde unserer Grossmutter, die schon längstens verstorben ist, nie verzeihen. Und noch vieles mehr, was für sehr starke narzisstische Züge spricht. Sie würde niemals selbst in die Therapie gehen aber ihre Tochter musste das tun wegen ihrer Angststörung, weil alle anderen gestört sind aber sie „perfekt“ ist.

Nicht umsonst empfehle ich auch den Menschen die neueste Ausgabe der Zeitschrift „Psychologie heute kompakt - Schwieige Menschen.“
 
  • #65
Man muss keine Persönlichkeitsstörung haben, um ein sehr schwieriger Mensch zu sein. Es genügt schon, wenn es starke Ausprägungen gewisser Persönlichkeitszüge gibt und das Leben kann für das Umfeld die Höhle sein!
Ich stimme deinem Post voll und ganz zu.
Letztlich gehen ja die wenigstens Menschen zu einem Psychologen oder gar Psychiater, deshalb haben nur die wenigsten eine Diagnose. Man muss eine Diagnose auch nicht überbewerten, bzw. auch die An- oder Abwesenheit einer Diagnose nicht.
Jeder der einigermaßen Menschenkenntnis besitzt, sich mit Persönlichkeitsstörungen beschäftigt hat, sich kundig über die Symptome gemacht hat, kann sich selbst reflektieren, welche Anteile er selbst hat und er kann in seinem Umfeld beobachten, welche Menschen bestimmte Anteile mehr oder weniger stark ausgeprägt haben.
Regelmäßig gibt es Menschen, unten denen das Umfeld sehr leidet. Und da hilft es mir und dem Umfeld nicht, wenn diese Menschen keine offizielle Diagnose haben, denn die werden sich niemals diagnostizieren lassen - uns anderen aber weiter das Leben zur Hölle machen.
Oft bleibt einem da nur, sich ihrem Dunstkreis zu entziehen.
Beruflich geht das aber manchmal nicht, ohne z.B. eigene starke Verluste in Kauf zu nehmen und das ist schon sehr bitter. Ob der da eine Diagnose hat oder nicht, hilt mir da reichlich wenig.


w53
 
L

Lionne69

Gast
  • #66
Vielleicht sollte man es nicht an Diagnosen oder ähnlichem fest machen.

Ich gehe mit Menschen Beziehungen ein.
Beruflich, Kollegen*Innen, Geschäftspartner*Innen, über Freizeitaktivitäten, Bekanntschaften, Freundschaften, Partnerschaften.

Und bei jeder Beziehung entscheide ICH , ob ich mit diesem Menschen eine Beziehung möchte.
Wenn es unvermeidbar ist, dann gibt es immer die Option einer neutralen, distanzierten Beziehung.
Aber - ich kann im WorstCase einen Arbeitsplatz wechseln, oder umziehen.

Bekanntschaften, Freundschaften und erst recht Partnerschaften gehe ich nicht mit Menschen ein, die ich als schwierig, mich belastend empfinde, subjektiv - denn andere empfinden vielleicht diesen Menschen gar nicht als schwierig, sondern als Bereicherung.

Es liegt an meiner Menschenkenntnis, an meiner eigenen Fürsorglichkeit, an meiner eigenen Achtsamkeit mir, meinen Bedürfnissen und Grenzen gegenüber, zu entscheiden, welche Beziehungen ich in welcher Intensität mit wem eingehe.

Diagnosen im psychischen Bereich mit all der Vielfalt an Diagnosen und Symptomatiken sind nur ein Etikett, und betreffen nur einen Bruchteil der Menschen.

Ob mir jemand gut tut, entscheidet die Passung zwischen uns - und die bestimmt sich durch Charakter, Persönlichkeit, ähnliche Werte, Haltungen.

Was hilft es mir zu wissen, jemand hat diese oder jene Krankheit, deswegen verhält er sich so?
Ok, ich kann vielleicht verstehen, aber was nützt mir das? Wichtig ist, dieser Mensch tut mir nicht gut, also reduziere ich den Kontakt soweit möglich.
Und das tue ich bei jedem Menschen, mit oder ohne Diagnose.

Ich bin keine Therapeutin, keine Ärztin, für mich sind Diagnosen irrelevant.

W,49
 
  • #67
Und bei jeder Beziehung entscheide ICH , ob ich mit diesem Menschen eine Beziehung möchte.
Wenn es unvermeidbar ist, dann gibt es immer die Option einer neutralen, distanzierten Beziehung.
Aber - ich kann im WorstCase einen Arbeitsplatz wechseln, oder umziehen.

Bekanntschaften, Freundschaften und erst recht Partnerschaften gehe ich nicht mit Menschen ein, die ich als schwierig, mich belastend empfinde, subjektiv - denn andere empfinden vielleicht diesen Menschen gar nicht als schwierig, sondern als Bereicherung.
Das gilt für Erwachsene, doch was ist mit Kindern und Jugendlichen, die mit psychisch kranken oder persönlichkeitsgestörten Eltern wachsen müssen? Wo sollen sie hingehen? Auch manche Erwachsene sind nicht davor gefeit selbst beim Wechsel der Arbeitsstelle nur auf sehr nette, freundliche und kooperative Arbeitskollegen zu treffen. Oder eine Eigentumswohnung zu verkaufen, weil sich der Nachbar als ein Scheusal entpuppt hat.

Schwierige Menschen leben in unseren Familien, in der Nachbarschaft, in Vereinen, am Arbeitsplatz usw. Manche sind solange in unserer Nähe bis sie gestorben sind.

So betrachtet müssten wir uns fast komplett isolieren, um diesen Menschen nicht zu begegnen. Mittlerweile gibt es sogar Ratgeber zum Thema Umgang mit schwierigen Menschen, da man inzwischen auch erkannt hat, wie unrealistisch es ist ihnen komplett aus dem
Weg zu gehen. Aber ob man den Umgang lernen kann, steht auf einem anderen Blatt.

Die Diagnose ist deswegen wichtig, wenn es um die richtige Behandlung geht und als Hilfe für die Mitmenschen, damit sie den Umgang lernen können oder sich gänzlich abwenden, wenn es ihnen zu mühsam und anstrengend wird - wie mir mit meiner Schwester. Alls empfinden sie als anstrengend und mühsam und verletzend - nicht nur ich.

Was Narzissmus betrifft, so befinden sich fast ausnahmslos ihre Opfer in Behandlung und nicht sie selbst. Erst wenn sie von allen verlassen werden und eine Krise haben gehen sie zum Psychiater.
 
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