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Gast

  • #1

Pessimist oder Optimist?

Vor Kurzem fragte mich ein Mann, ob ich eher ein Optimist oder Pessimist wäre. Spontan antwortete ich, dass ich eher pessimistisch bin. Unabhängig von der Richtigkeit meiner Spontanantwort, stellte ich mir die Frage, ob durch solch eine Antwort das Interesse eines Gegenübers, positiv wie auch negativ, beeinflusst werden kann?

Wie würdet Ihr für Euch diese Frage beantworten bzw. welche Erfahrungen habt Ihr bereits sammeln können?
 
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Gast

  • #2
Ich als (vielleicht manchmal naive) Optimistin, die pragmatisch ans Leben ran geht, und lösungsorientiert denkt, kann mit einer pessimistischen Grundhaltung schlecht umgehen. Mein Ex war Pessimist durch und durch, und ich empfand das als energieraubend, oftmals überflüssig, und letztendlich zermürbend.

Oft habe ich eine anziehende Wirkung auf pessimistische Menschen, ich hatte auch schon Freundschaften mit Pessimisten. In der Regel hatte ich den Eindruck, dass diese Menschen sich immer Rat bei mir suchten, mir aber oft auch meine eigene Energie geraubt haben.

Ich kann einfach diese negative Grundhaltung den Dingen und Menschen gegenüber kaum nachvollziehen, da sie mir wesensfremd ist. Zu mir passt kein pessimistischer Mensch.

W43
 
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Gast

  • #3
So etwas wird tatsächlich bei Dates gefragt? Ich würde vermutlich bei solchen Fragen misstrauisch werden und auf einen "Bewerbungsgespräch-Modus" umschalten, d.h. nur solche Antwort geben, die das Gegenüber anscheinend hören will. So ein abchecken finde ich ja vollkommen daneben. Ich finde es positiv, dass Du ehrlich geantwortet hast. Was er für eine Analyse daraus zieht, weiß ich nicht, aber "Pessimist" ist halt fast immer negativ besetzt.

m/45
 
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Gast

  • #4
Klar kann dein Gegenüber aus deinen Antworten seine Schlussfolgerungen ziehen - deswegen spricht man ja auch miteinander. Und du kannst auch nicht verhindern, dass er allenfalls falsche Schlussfolgerungen zieht. Das sollte aber nicht dein Problem sein, sondern das deines Gesprächspartners. Wichtig ist, dass man in allen Lebenslagen und bei allen Fragen authentisch und sich selber treu bleibt. Wenn der Andere falsche Schlussfolgerungen zieht oder sich mit deinen Antworten nicht anfreunden kann, dann ist es eben so und man passt nicht zusammen. Aber es macht sicher keinen Sinn, sich für einen Gesprächspartner zu verbiegen oder es ihm recht machen zu wollen.
 
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Gast

  • #5
Für mich ist es ganz wichtig, dass ich meine kostbare Zeit mit positiv denkenden Menschen und Optimisten verbringe, anders geht das nicht! Pessimisten sehen in jeder Möglichkeit die Schwierigkeit, hingegen sehen Optimisten in jeder Schwierigkeit eine Möglichkeit! m
 
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Gast

  • #6
Wenn mir bei einer Beziehungsanbahnung erklärt, er sei Pessimist, dann schreckt mich das sehr ab. Ein Pessimist muss sich übrigens gar nicht "outen", man merkt seine Geisteshaltung schon beim normalen Smaltalk.

Ich bin gnadenlose Optimistin, würde mich selbst als Glückskind bezeichnen. Für mich ist das Glas immer voll (auch wenn es schon zerbrochen ist) und mit dieser Einstellung erlebe ich im Sinne der selffullfilling prophecy fast nur Gutes für mich. Und selbst wenn mal was schlecht läuft, ziehe ich noch irgendetwas Gutes daraus.

#1 hat mir die Worte eigentlich schon aus dem Mund genommen mit ihrer Beschreibung. Pessimisten ziehen mich total runter! Meine Mutter ist eine extrem destruktive Pessimistin. Wenn ich ihr erzählen würde, ich hätte 1 Million im Lotto gewonnen, käme von ihr als Erstes "ja, aber das kostet ja wahnsinnig viel Steuern!".

Ich hatte eine längere Beziehung zu einem Pessimisten, das hat mich enorm viel Kraft und Lebensfreude gekostet. Als Optimist versucht man ja immer, den anderen aufzubauen, ihm Hoffnung zu machen, dass etwas gut geht, dass der ständig befürchtete worst case ganz unwahrscheinlich ist. Besonders deprimierend fand ich an diesem Partner, dass er sich auch nicht richtig und von Herzen freuen konnte, wenn etwas dann wider seines Erwarten DOCH gut klappte.

Auch drängen Pessimisten dem Partner ihre negative Weltsicht ständig auf und ich empfinde das als starke Abwertung und fast schon als Bosheit. Manchmal denke ich, Pessimisten ziehen ihre Lebensfreude daraus, anderen Menschen alles schlecht zu reden und sich zu freuen, wenn etwas schiefgeht ("ich habs ja gleich gesagt!").

Also für mich ganz klar -Pessimisten nein danke!

w, 51
 
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Gast

  • #7
Ich würde sagen, dass sowohl Opti- als auch Pessimisten an der Realität vorbeidenken. Das haben sie gemeinsam.
Ich bin in gewisser Weise wahrheitsliebend und neige nicht dazu, mir etwas vorzumachen. Weder im Sinne der rosaroten Brille noch der Schwarzmalerei. Das hat auch etwas mit Selbstrespekt zu tun. Wer den nicht hat, respektiert auch oftmals andere nicht.
 
  • #8
Ich gehöre auch zu den Optimisten, für die das Glas immer halb voll ist. Genau so anstrengend wie ein Pessimist für einen Optimisten ist, ist es auch anders herum. Man kann auch einen Pessimisten mit viel positiver Energie vertreiben. Die meisten Pessimisten ärgert die "naive Gutgläubigkeit"(wie sie es oft nennen) bei den Optimisten sehr.
Die Liebe muss schon sehr groß sein, um als Optimistin einen eingefleischten Pessimisten lebenslang zu ertragen.
Übrigens geben die Sternzeichen darüber gut Auskunft(Meistens. Ich habe noch keinen optimistischen Widder erlebt und keinen pessimistischen Zwilling.)
W45
 
  • #9
Ich habe seit über 50 Jahren eine starke Pessimistin "am Hals", und sie nervt immer mehr.

Egal was ich sage oder feststelle, sie steigert sich immer ins Negative hinein.
Selbst wenn die Sonne scheint -> "Gleich regnet es"
Egal welche Wolken am Himmel -> "Gleich regnet es, die Wolken sind ja schon da"

Sie behauptet negative Dinge, und das Andere auch so negativ denken würden.

Es wird alles schlecht geredet. Weil solange gesucht wird, bis möglicherweise was Schlechtes vermutet wird.
Und diese Vermutung wird dann als Tatsache behauptet.
Und wehe dem, der bei so viel Negativem anderer Meinung ist.

Einen gesunden Pessimismus lasse ich mir gefallen = kritisch vorsichtig.
Aber soo extrem - nein danke = meine Mutter.

Von daher bin ich vorbelastet und alarmiert, wenn Jemand sich als Pessimist bezeichnet.
 
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  • #10
Ich gehe davon aus, dass durch die Antwort "pessimistisch" das Interesse Deines Gegenübers negativ beeinflusst wird, sofern Deine Antwort nicht von erläuternden Anmerkungen oder konkreten Beispielen ("Ich glaube zwar nicht, dass ich im Lotto gewinne, spiele aber trotzdem jeden Samstag mit.") flankiert wird, um Deiner Aussage die Schwere zu nehmen. Ich würde in solchen Fällen sicherlich nachfragen, schon um sicher zu sein, nicht auf jemanden getroffen zu sein, der an Depressionen o.ä. leidet bzw. bereits seit Jahren in der Opferrolle verharrt, weil ja ohnehin alles so aussichtslos ist und wir am Ende alle sterben.

Ich weiß, was Pessimismus bedeutet und habe mich in meiner Antwort jetzt der Einfachheit halber auf die weitverbreiteten Assoziationen beschränkt.

Ich selbst gehöre eher der "Optimisten-Fraktion" an.

w/50
 
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Gast

  • #11
Man sagt ja, Zyniker seien enttäuschte Romantiker, und ich finde, Zynismus hat gewisse Überschneidungen mit dem Pessimismus. Also, mit einem gewissen augenzwinkernden, vorübergehenden Pessimismus könnte ich gut umgehen, aber wenn es ein durchgehend pessimistischer Mensch ist, der sich vor allem auch durch nichts umstimmen lässt, hätte ich Probleme damit. Wichtiger als die Grundhaltung ist der Humor, und wie man durch andere ansprechbar ist.
 
  • #12
Ich bin Zweckpessimistin. Das heißt, ich bin risikofreudig und nicht ängstlich, aber gehe erst mal vom Worst Case bzw vom nicht sooo optimalen Ergebnis aus. Wenn es dann besser wird, als erwartet, freue ich mich.
 
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  • #13
liebe fs,

das schreckt einfach ab. wer will schon in einen menschen investieren, der von vorneherein glaubt, alles geht schief. im besten fall gerät man in beweisnot, dass dem nicht so ist und bei jedem missgeschickt ist im gesicht zu lesen oder zu hören: ich habe es ja gewusst....

das leben ist wirklich schwierig genug, da ist es schon wesentlich, dass ein mensch, mit dem man zusammen sein möchte, das hauptaugenmerk auf die dinge legt, die gut sind, interpretationen findet, die verträglich sind und die stimmung aufhellt und nicht verdüstert.....

ich wünsche dir ein optimistisches neues jahr - den weltuntergang haben wir ja alle erfolgreich überlebt....-))) sicher finden sich noch andere gründe, sich zu freuen....

w