• #1

Plötzlich verliebt - was war der Auslöser?

Liebe Forumsteilnehmer, mich interessiert folgendes: Manchmal hört man von Paaren, bei denen sich beide schon lange kannten (Studenten, Freunde oder Kollegen zB) und einer sich dann plötzlich verliebt hat, manchmal erst nach Jahren gegenseitigen guten Kennens. Das widerspricht ja irgendwie der Theorie, dass die körperliche/optische Anziehung am Anfang steht, die müsste sich ja unmittelbar bemerkbar machen. Wer hat sowas erlebt, und was war der "Boom"-Faktor? Freue mich auf eure Antworten!
 
A

ak18

Gast
  • #2
Nein - das widerspricht sich nicht.

Sicher gab es immer einen körperlichen / optischen Reiz. Aber man war dafür aus tausenderlei Gründen noch nicht offen, und so ist man in den "gute Freunde Modus" gerutscht.
Irgendwann, vielleicht nachdem beide Beziehungen hatten, die schief gegangen sind, kommt plötzlich der Gedanke: warum eigentlich nicht wir?!? und man sieht den Gegenüber plötzlich mit ganz anderen Augen und lässt zu, dass man sich auch erotisch angesprochen fühlt.
Das funktioniert aber nur wenn beide diesen Gedanken gleichzeitg haben. Dann entsteht diese Spannung und es fängt an zu knistern.

Die Gefahr liegt darin, dass es schief geht und anschießend die Freundschaft nicht mehr funktioniert, weil einer verletzt wurde.
 
  • #3
Ich kenne die Situation, aber das Wort "plötzlich" zu verwenden, wäre in unserer Lage irreführend. Wir kannten uns einige Jahre und haben uns ineinander verliebt. Nicht plötzlich, nicht Knall auf Fall, sondern langsam, Stück für Stück, je besser wir einander kannten. Das ist vielleicht eine Typfrage, ich habe erst vor kurzem ein Liebesgeständnis von einem Mann erhalten, den ich nur einige Wochen kannte. Mich nach so einem kurzen Zeitraum zu verlieben, kann ich mir nicht einmal vorstellen, das ist mir vollkommen fremd.

"Optisch anziehend" fand ich meinen Partner übrigens von Anfang an. Es ist nicht so, als wäre mir erst nach Jahren aufgefallen: "Hm, eigentlich sieht er verdammt gut aus!" Es war bloß so, dass mir gutes Aussehen alleine zum Verlieben einfach nicht reicht.

27, w
 
G

Gast

Gast
  • #4
Ich kannte IHN auch schon länger, flüchtiger Kontakt vor 4 Jahren, geschäftlicher Kontakt dann 2 Jahren intensiver, vor einem Jahr wirklich intensiv. Optisch eigentlich nicht mein Typ, zudem eigentlich zu "alt". Er hat mich jedoch immer wieder mit seiner Art zu reagieren positiv überrascht. Je näher ich ihn kennenlernte, umso mehr gefiel mir seine warmherzige Art, sein Humor, er beeindruckte mich mit persönlichen Leistungen. Die gesamte Zeit war ich aber in jemand anderen verliebt, so dass ich vorgenanntes nur mehr oder weniger unbewusst wahrnahm. Als die andere Sache zu Ende ging steigerte sich gleichzeitig mein Kontakt zu IHM. Ich habe in dieser Zeit auch viel über mich und meinen Männergeschmack sinniert.

Nach einem Geschäftskontakt träumte ich nachts sehr heftig von ihm und musste seitdem immer an ihn denken. Dann hab ich angefangen, mich zu verlieben. Lag wohl aber auch daran, dass ich spürte, dass es ihm genauso ging.
 
  • #5
Ich finde, man sollte mal "verlieben" und "lieben" säuberlich trennen. Verlieben bezieht sich in den meisten Fällen auf irgendwelche Details oder Merkmale. Lieben beinhaltet das Gesamtbild. Sicherlich kann sich aus einer Verliebtheit Liebe entwickeln, aber Verliebtheit ist keine zwingende Voraussetzung für Liebe. Es reicht ein Mindestmaß an Anziehung und Sympathie.. Mehr ist nicht erforderlich. Die eigentliche Bindung ist die geistig-ideelle Übereinstimmung, die wachsen und sich bewähren muß.
 
G

Gast

Gast
  • #6
Indem man aufhört zu "kämpfen" und sich dadurch anbiedert, meiner Ansicht nach. Niemand will einen hinterherlaufenden Köter oder?

Ich verliebe mich zum Beispiel nur in Leute, bei denen ich im Gespräch ein sehr gutes Gefühl habe, also das heißt: die mich beflügeln, weil sie ähnliche Interessen und Einstellungen haben, selber Musikgeschmack, Ansichten, verstehen, wovon ich rede, welche Bücher ich lese, welche Filme ich mag oder nicht mag, aber trotzdem noch sie selbst bleiben.

Oft lerne ich superdoofe Männer kennen, die z.B. 10 Fehler in einem Satz machen, dabei unhöflich und plump sind, null Kreaktivität rüberbringen, flache Anmacher sind, über unterbelichtete Witze lachen, oder deren Gesprächsstoff sich auf banale Dinge beschränkt wie aktuelle Nachrichten, politische Streitthemen, Fussball, Bier, Party- und Fernsehprogramm nächstes Wochenende und meinen, mit dem ganzen Zeug könnten sie eine Frau überzeugen. Sie schwanken zwischen totaler Anbiederung und totaler Respektlosigkeit, wenn sie einer hübschen Frau begegnen. Das alles ist häufig so typisch Deutsch. Vor allem sind diese Menschen so derart faul und unkreativ.

Mir ist sexuelle Anziehung auch superwichtig, aber meine Affäreerfahrungen habe ich hinter mir.

Kurz und einfach: ich ertrage keine dummen Männer mehr. Dumm = ein breit gefächerter Bereich.

w
 
  • #7
Glaube mir, gerade die verhasste "Friendzone" ist oft ein Garant für stabiles und dauerhaftes Partnerglück.

Ich habe es hier schon öfter beschrieben, aber die langjährigsten harmonisch-verheirateten Paare in meinen Umfeld kannten sich schon davor länger als gute Freunde, der Sex war erstmal nicht vorrangig, sowie bei vielen, sondern das Wesen, die Art, der Charakter und die gemeinsame Wellenlänge und gerade das lässt irgendwann doch die Funken sprühen - man weiß, auf wen man sich einlässt.

Beim reinen und vorschnellen Sex erstmal weiß man garnix und wie oft steht nach dem Strohfeuer die Asche bis zum Hals.
Hier liest man ja andauernd davon.

Noch was:
Bei einer intensiven längeren Kennlernphase in Freundschaft hat man auch keinen Druck, keinen sexuellen Notstand und keine Bedürftigkeit, gerade solche Männer finde ich "erwachsen" und "reif", die Zeit haben, alle Zeit der Welt, aber auch solche Frauen, denen nix wegläuft. Man hat es nicht nötig ist das Schlagwort.
Findet aber gerade deswegen nach längerer Zeit zusammen, super.
 
W

wahlmünchner

Gast
  • #8
Mein erster Freund und ich waren ein Jahr befreundet. Ich hatte sogar ein paar Monate einen anderen dazwischen.
Er wollte mich von Anfang an, war aber bereit für eine Freundschaft mit mir diesen Wunsch abzustellen.
Letztendlich überzeugte mich sein Charakter.
Er war immer für mich da, ein verlässlicher und lieber Mensch...Tier und Kinderlieb und offen Neues auszuprobieren.
( wir waren viel zusammen aus)
Abgesehen davon, bedrängte er mich nicht sondern war einfach da. Irgendwann übernachten wir ständig beieinander und hielten uns an der Hand.
Da merkte ich erst, das es lange keine Freundschaft mehr ist.
Obwohl wir dann ein Paar wurden, war ich erst immer wieder unsicher.
Erst nach weiteren 10 Monaten war ich total verliebt und hatte Schmetterlinge wenn wir uns sahen.
Das blieb dann sogar 3 Jahre lang.
10 Jahre waren wir ein Paar.
 
G

Gast

Gast
  • #9
Ich habe das auch erlebt, mehrfach, allerding weiß ich bis heute nicht, was der Auslöser war. Es scheint mir so, dass sich das dann einstellt, wenn man offen für was neues ist und dass viele unbewusst aufgenommene Signale oder Reize auf einmal bewusst wahrgenommen werden. So war zumindest meine letzte Erfahrung.
Es war im Beruf, wir kannten uns schon mehrere Jahre, ich fand ihn nicht sonderlich attraktiv. Real war er das schon immer, nur ich habe ihn als Mann nicht wahrgenommen.
Er hat mich öfters angeschaut, heimlich und direkt, warum auch immer. Unsere Blicke haben sich oft getroffen, ich habe ihn häufig erwischt, dass er mich anschaut. Aber auf einmal war es anders, eine Situation wie wir sie schon mehrfach hatten. Ich habe sogar bei ihm ein Zucken im Gesicht bemerkt. Was genau der Auslöser war, keine Ahnung, aber es war eine sehr intensive Erfahrung.
Da wir beide gebunden waren, haben wir das nie ausgelebt.
 
  • #10
Ich denke, man kann sich wirklich nach langer Zeit in einen Bekannten verlieben, das ist mir selbst mal passiert. Der Mann hat mich beim Kennenlernen überhaupt nicht interessiert, weil ich ihn vom Aussehen her (für mich) gar nicht ansprechend fand. Er war mir aber sehr sympathisch und mit der Zeit (ständige Treffen im Verein) fand ich sein Aussehen gar nicht mehr wichtig. Irgendwann hat er etwas tolles, tiefsinniges gesagt, das mich dazu brachte, mehr in ihm zu sehen als einen Kumpel.
Was mich wieder dazu bringt, dass man viele, gute Menschen gar nicht erst kennen lernt, wenn man bei der Partnersuche ein Brett vorm Kopf hat und nur das Beuteschema sucht ;-)
 
  • #11
Danke für diese schönen Beispiele! Es scheint also, es gibt nicht diesen "Click"-Moment (im Film trägt SIE, die Unscheinbare, dann meistens ein tolles Kleid oder ER rettet sie heldenhaft :)) Nichts dergleichen?
 
  • #12
Danke für diese schönen Beispiele! Es scheint also, es gibt nicht diesen "Click"-Moment (im Film trägt SIE, die Unscheinbare, dann meistens ein tolles Kleid oder ER rettet sie heldenhaft :)) Nichts dergleichen?
Um anhand meiner eigenen Erfahrung und der Beispiele aus dem Umfeld zu urteilen: Nein, so einen "magischen" Moment konnte ich noch nie beobachten. Wenn ein Paar eine längere Anlaufzeit hat, dann liegt es meiner Beobachtung nach stets daran, dass zumindest einer der Partner einfach einen Menschen erst gut kennen muss, bevor er sich verliebt. Gerade wenn man nur langsam Gefühle entwickelt, ist es eher unwahrscheinlich, dass plötzlich eine Geste oder ein Outfit zum Verlieben ausreichen.
Übrigens habe ich weiter oben zwar "mindestens einer der Partner" geschrieben, aber diese Konstellation ist meiner Erfahrung nach eher selten. Meistens brauchen beide eine längere Anlaufzeit, wenn einer bereits romantische Absichten hegt und deswegen die Freundschaft sucht, kommt dies selten zu einem glücklichen Ende.

27, w
 
G

Gast

Gast
  • #13
Ich würde mal auf gemeinse Gespräche und Interessen tippen, die man so plötzlich aus Zufall oder besonderen Gegebenheiten heraus miteinander vertieft hat und das gibt eben ein gutes (Zugehörigkeits-)gefühl. Ich würde das aber nicht für mich übernehmen wollen ... denn meistens läuft es bei einem selber wieder ganz anderes. Das solltest du bedenken! Man sollte also auf alles Unmögliche gefasst sein, wenn es einen selber trifft!

Überhaupt ist für eine erfüllende Beziehung ja meist das Wichtigste und Schönste, dass man so angenommen wird, wie man ist, ohne sich oder seinen Alltag verändern zu müssen. In meinen Augen können das nur zwei Personen: die einen, die dich gnadenlos anhimmeln oder die, die dich besonders gut kennen und schätzen. Alles dazwischen will dich manipulieren, verändern, abwerten, verunsichern.
 
M

Meeresrauschen

Gast
  • #14
doch es gibt den Click-Moment- aber ich muss den Mann schon vorher attraktiv gefunden haben. Manchmal steht zuviel dazwischen, so dass ich ihn mir aus dem Kopf schlage. Plötzlich macht er etwas ganz Tolles für mich- oder er rettet mich und dann funkt es endgültig bei mir. :-D
 
  • #15

Richtig. Jeder Mensch hat, über die allgemeinen Interessensgebiete hinaus, sehr spezielle Vorlieben, ich zum Beispiel bin von Gewittern fasziniert. Einmal ging ich mit einer Frau spazieren, es kam ein Gewitter auf, und ich rechnete fest damit, daß jetzt so etwas wie „Mistwetter” oder „ich fürchte mich vor Gewittern” oder so ähnlich kommt, samt rascher Flucht in Richtung Auto. Aber weit gefehlt: Gewitter hätten sie schon immer fasziniert, sagte sie, ob wir nicht stehen bleiben wollten und es uns ansehen. Von genau diesem Augenblick an war ich verliebt. Warum? Weil ich nicht ihretwegen vor etwas flüchten mußte, wovor ich gar nicht flüchten wollte, im Gegenteil. Und das beflügelte mich.
 
  • #16
Irgendwann hat er etwas tolles, tiefsinniges gesagt, das mich dazu brachte, mehr in ihm zu sehen als einen Kumpel.

So war es auch bei mir: Jahrelange Freundschaft, er war mir sympatisch, wir unternahmen viel zusammen, optisch hatte er "irgend etwas" (Eindruck beim ersten Treffen) aber nicht wirklich mein Typ. Kurz vor dem "Ereignis" zeigte er mir sein Interesse sehr deutlich. Ich wollte aber nicht. Dann sagte er etwas (vergessen, was genau). Sich dabei geöffnet (das weiss ich noch) und dann hat sich ein Schalter umgelegt. Ich habe den Übergang in die "andere" Ebene vollkommen bewusst erlebt und wundere mich heute noch über diese Wandlung.
 
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