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  • #1

Porno-Vergangenheit von Fernsehschauspielern

Ich habe auch den anderen Thread mit der Bankkauffrau gepostet. Im Zuge der Gespräche darüber wurde auch darüber gesprochen ob es in Ordnung ist dass in Familienproduktionen wie Tatort Schauspielerinnen mit extremer Hardcore-Erfahrung mitspielen und als Vorbild dienen. So wie diese Sibel Kekilli mit ihren Analpornos. Für Familien ist das schädlich, aber heute wird ja alles toleriert.

Was meint ihr dazu?
 
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  • #2
Das Privatleben von Schauspielern ist mir schnurzpiepegal. Ich sehe Schauspieler auch nicht als Vorbild. Kino und Fernsehen sind für mich Unterhaltung, wenn ich gerade nichts Besseres vorhabe. Außerdem soll es häufig vorkommen, dass (noch unbekannte) Jungschauspielerinnen Rollen in Pornofilmen annehmen. Mir ist das auch egal, ich muss mir die Filme ja nicht ansehen. Daher weiß ich auch nicht, welche Schauspielerinnen eine Vergangenheit als Pornodarstellerinnen haben.
 
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  • #3
Was ist daran bitteschön schädlich, wenn sie in einer Tatort-Produktion eine Rolle spielt die überhaupt nichts pornographisches hat ? Dann dürften auch keine Schauspieler oder Kirchenvertreter auftreten, die mal besoffen am Steuer erwischt wurden, Don King dürfte nicht im Fernsehen auftreten, weil er mal einen (in Notwehr) erschossen hat. Wenn Du nur Moralapostel auf dem Bildschirm sehen willst dann bleibt Dein Bildschirm bald schwarz.
 
  • #4
Mal ganz unabhängig von dem anderen (möglicherweise hypothetischen ;-) Thread geht es hier ja nur um unsere Einstellung zur Titelfrage -- und darauf sind Antworten problemlos möglich.

Ganz generell ist mein Bauchgefühl zu Schauspielern und Moral kein sonderlich gutes. In dem Milieu scheinen sich immer wieder Angründe aufzutun und ich denke nicht, dass es ein Vorurteil ist, dass Schauspieler es mit Treue, Moral und Anstand (Sexualität, Drogen, Aufrichtigkeit) weit weniger eng sehen als die Normalbevölkerung.

Wenn ich Filme sehe, dann interessieren mich die Schauspieler und deren echte Namen eigentlich so gut wie gar nicht. Ich gebe mich der filmischen Illusion hin und lasse mich unterhalten. Fertig. Ich halte sowohl Idolisierung als auch Herziehen über die Schauspieler für ziemlich kindisch, weil man an sich unbedeutende Gestalten dadurch völlig überhöht. Sie können halt schauspielern -- na gut, mag ein Talent sein, aber mehr auch nicht.

Bezüglich der Titelfrage bin ich daher gleich doppelt hin- und hergerissen:

Erstens denke ich schon, dass an typische Familienproduktionen der öffentlich-rechtlichen Anstalten besondere Maßstäbe gelegt werden sollten. Eben weil sie öffentlich finanziert sind, weil sie politisch kontrolliert sind, weil sie breit wahrgenommen und diskutiert werden und natürlich insofern eine Vorbild-Funktion ausüben. So betrachtet ist die Titelfrage durchaus gerechtfertigt. Andererseits ist es eben so, dass Schauspieler seltenst diesem Anspruch genügen und in der öffentlichen Wahrnehmung Skandale offensichtlich nicht besonders krass beurteilt werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ausgerechnet die genannte Schauspielerin nun zu Kontroversen in Familien führen wird.

Ich fand die beiden Tatort-Folgen im übrigen sehenswert und die Schauspielerin eine echte Bereicherung für die Folgen. Sie gefiel mir in der Rolle und sie hat gute Schauspielarbeit abgeliefert.

Zweitens muss ich zugeben, dass die Hardcore-Vergangenheit schon ziemlich extrem ist und die entsprechenden Filmchen im Internet ausgesprochen leicht auffindbar und verfügbar sind. Das ist schon wirklich extrem krass und natürlich auch bedenklich. Auf der anderen Seite finde ich Kekillis Haltung zum Islam ("Gewalt ist ein Hauptbestandteil des Islam") sehr mutig und für die Integration in Deutschland ist sie sicherlich förderlich. Sie ist durchaus erwachsen und reif geworden.

Kurz gesagt, Schauspieler haben irgendwie Narrenfreiheit. Vielleicht hat das ja sogar sein Gutes.
 
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  • #5
Der Porno hat ja keine Auswirkungen auf den konkreten Film. Deshalb ist das auch nicht gefährdend für Kinder/ Jugendliche. Und ich finde das ehrlich gesagt auch nicht so schlimm. Da werden heutzutage deutlich schädlichere Dinge auf den Nachwuchs losgelassen. Man denke nur an die ganzen Rapper mit ihren Hardcore-Texten. Das kriegen Kinder und Jugendliche konkret mit und nehmen es auch an. Aber welcher Jugendliche interessiert sich bitteschön für die schauspielerische Vergangenheit einer Tatort-Darstellerin? Und, by the way: Woher weißt du eigentlich so genau, dass sie "Anal"-Pornos gemacht hat?
 
  • #6
Woher weißt du eigentlich so genau, dass sie "Anal"-Pornos gemacht hat?
...auch ich habe die Diskussionen darüber mitbekommen. Jeder, der nach diesen Dreck-Filmchen sucht, findet leicht die Pornos.

Gewiss wird auch der Fragesteller sie angeschaut haben... ist das Doppelmoral oder einfach nur Informierheit? Ich selbst stehe dazu: Ich habe sie gesucht, um mir eine eigene Meinung bilden zu können. Primitives, krasses Material. Prädikat wertlos.
 
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  • #7
Also mir ist es völlig egal, was Schauspieler sonst noch machen. Das sind Schauspieler, die eine Rolle spielen und genau in dieser Rolle will ich sie sehen. Es ist mir egal, ob eine Schauspielerin in der Rollle einer Nonne in einem anderen Film eine Hure spielt.
Ich will den Film sehen, sonst nichts.
Außerdem habe ich keine Ahnung, wer in welchen Pornos spielt, denn sowas schau ich mir eh nicht an.
 
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  • #8
So wie diese Sibel Kekilli mit ihren Analpornos. Für Familien ist das schädlich, aber heute wird ja alles toleriert.

Was meint ihr dazu?

So wie mir das vorkommt, hast Du eine etwas kleinbürgerliche Auffassung vom Leben, sorry. Außerdem kann ich mich des Verdachtes nicht erwähren, daß Du persönliche "Rachefeldzüge" gegen bestimmte Personen, die im einschlägigen Sektor aktiv waren, an den Pranger stellen willst. Bitte instrumetalisiere nicht irgendwelche Kollegen einer Bank oder das Internet selber, um Deine Auffassung von Moral durchzudrücken. Ich finde solche Einstellungen, daß man Leuten mit Pornovergangenheit das Leben (Kündigung, Verwehrung der Berufsausübung) schwer macht, recht kleinkariert. Anders als Kriminelle haben sie keine Straftat begangen, die einen gesellschaftlichen Ausschluß rechtfertigt. Also bitte keine Selbst- oder Lynchjustiz, geschadet hat diese Frau nämlich niemandem, also ist auch keine Strafe nötig.

m, 38
 
  • #9
Wer gerne Tatort sieht - ich gehöre dazu -, soll Tatort schauen. Wem die Pornos, die Frau Kekilli gedreht hat, nicht gefallen, der möge sie halt nicht anschauen. Niemand wird dazu gezwungen.

Es ist nicht verboten, Pornos zu drehen und ich diese Filmchen richten auch keinen Schaden an. Frau Kekilli hat nichts Unrechtes getan. Schlechte Filme - und dazu zähle ich diese Pornos - haben auch schon andere Schauspieler gedreht. Als Tatortkommissarin gefällt mir Frau Kekilli ganz gut und im übrigen sollten wir froh sein, daß sie heute ihr Geld auf würdigere Weise verdienen kann.

Alle moralisch erhabenen Gutmenschen (und Gott sei Dank nicht nur die) reden ständig von der Resozialisierung von Straftätern und der zweiten Chance, die jeder verdient. Gleichzeitig soll jemandem der Schauspielberuf versagt sein, weil er irgendwann geschmacklose, aber harmlose und nicht verbotene Pornofilmchen gedreht hat? Ich verstehe nicht, was das eine mit dem anderen zu tun hat.
 
  • #10
Wir sind uns ja prinzipiell hier im Thread einig: Sie hat im Tatort toll gespielt, war eine Bereicherung für die Folgen und auch mir ist die Vergangenheit in diesem Fall tatsächlich egal. Ich will einen Film genießen und fertig, die Schauspielerhistorie ist mir da unbedeutend.

Andereseits muss ich zu Deinem Satz sagen, dass Du da vielleicht doch zu sehr der (durchaus geschätzte) Jurist bist. Im Leben geht es eben nicht nur um Recht und Unrecht, sondern auch um Moral und Anstand. Natürlich dürfte man Personen ablehnen, weil sie Dinge getan haben oder für Dinge einstehen, die man selbst nicht gutheißt und nicht einmal tolerieren kann. Recht ist der Maßstab, mit dem Richter urteilen müssen, aber als Bürger darf und muss man sogar auch andere Maßstäbe anlegen. Recht ist nicht alles.
 
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  • #11
reden ständig von der Resozialisierung von Straftätern und der zweiten Chance, die jeder verdient. Gleichzeitig soll jemandem der Schauspielberuf versagt sein, weil er irgendwann geschmacklose, aber harmlose und nicht verbotene Pornofilmchen gedreht hat?

Vielleicht sollte man das wirklich unter dem Stichwort "Resozialisierung" betrachten? Niemand muss Frau Kekilli heiraten wollen. Etwas Toleranz ist hilfreich. Nicht hilfreich ist dagegen, wenn Schauspieler wie Frau K. gegenüber Kindern und Jugendlichen als Vorbilder erscheinen, die eine angebliche "Normalität" verkörpern.
 
  • #12

Da kann ich Dir nicht widersprechen. Aber ich habe bewußt davon gesprochen, daß sie nichts "Unrechtes" getan hat und nicht davon, daß sie nichts "Widerrechtliches" getan hat.Den Begriff "Unrecht" verstehe ich nicht rechtlich, sondern auch moralisch. Ich bin kein Pornokonsument, aber ich habe auch außerhalb der rechtlichen Betrachtung kein Problem damit, daß es Pornos gibt und daß sie irgendjemand dreht. Es verstößt nicht gegen mein Moral- und Anstandsgefühl. Niemandem wird durch solche Filmchen geschadet. Deshalb stört mich auch nicht, wenn dieser jemand irgendwann in seriösen Rollen auftritt.

Natürlich kann man einen Menschen aufgrund dessen, was er getan hat, für ungeeignet halten, eine tragende Rolle im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu bekommen. Bis heute wußte ich indes gar nicht von Frau Kekillis Pornovergangenheit. Und das ist für mich auch ein tragendes Argument. Sie wird nicht übermäßig mit der Pornoszene in Verbindung gebracht, sie steht nicht für diese Szene (soweit mir bekannt). Deshalb finde ich es irrelevant. Anders würde ich es vielleicht beurteilen, wenn Frau Michaela Schaffrath-Wanhoff (Künstlername: Gina Wild) Tatortkommissarin würde. Sie war eine deutsche Identifikationsfigur der Pornobranche. Aber selbst hier bin ich mir nicht sicher, nachdem der Rückzug aus der Pornobranche mehr als zehn Jahre zurückliegt.
 
  • #13
Bis heute wußte ich indes gar nicht von Frau Kekillis Pornovergangenheit.
Vor einigen Jahren anläßlich eines Kinofilms von ihr gab es darum wahnsinnige Aufruhr bis hin zu Klagen und Verfügungen gegen RTL, solche Ausschnitte nicht mehr verwenden zu dürfen. Das ging dermaßen durch die Presse und gerade die Krassheit der Pornos war Thema.

wenn Frau Michaela Schaffrath-Wanhoff (Künstlername: Gina Wild) Tatortkommissarin würde.
Interessanterweise hat sie in der Tat eimmal eine Nebenrolle in dem Münsteraner Tatort gespielt. Auch das halte ich für in Ordnung. Wäre darüber nicht geschrieben worden, wäre mir das niemals aufgefallen.
 
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  • #14
Im Leben geht es eben nicht nur um Recht und Unrecht, sondern auch um Moral und Anstand.

Was wird in einem Porno eigentlich Schlimmes gezeigt? Der Akt der Fortpflanzung, ohne den keiner auf der Welt wäre. Im Zoo kann man solche Akte ständig mit ansehen und keiner käme auf die Idee, das mit Moral und Anstand abzuwerten. Es wird zum Taboo erhoben, obwohl es doch jeder (gerne) macht. Irgendwie eine Doppelmoral.

PS.: Möchte nicht wissen, was in manchen bürgerlichen Schlafzimmern abgeht.

m, 38
 
  • #15
Was wird in einem Porno eigentlich Schlimmes gezeigt? Der Akt der Fortpflanzung, ohne den keiner auf der Welt wäre.
Falsch, die Akte im Porno richten sich eben nicht auf Fortpflanzung, sondern kreisen im weiteren Sinne um reine Lust und Libido. Gerade in diesem Thread geht es ja um die oralen und analen Exzesse. Damit will ich nicht sagen, dass Lust und Libido im Kontext von Gefühlen und Paarverhalten nicht völlig in Ordnung wären.

Die Ablehnung von Hardcore-Pornographie richtet sich ja nicht gegen den liebevollen, an Fortpflanzung interessierten Sexualakt, sondern an der objekthaften, unterwürfigen und benutzen Frau, die Dienste leistet, Schmerzen erleidet und dem Manne als Lustobjekt dient. Liebe und Gefühle werden ja gerade ausgeblendet, Sex zu einer Form der Freizeitgestaltung primitiviert.

Der eigentliche Punkt, der hier thematisiert wird, ist doch, wie man moralisch gebaut sein muss, um sich vor fremden Menschen, Kamereleuten, Beleuchtern und Co von irgendwelche Berufshengsten begatten zu lassen und krasse Formen von Analverkehr, Deepthroating, Ejakulieren auf das Gesicht und Co auszuführen. Welche Frau könnte sich das vorstellen? Und warum nicht? Sex vor dutzenden Augen? Sex mit wildfremden Männern? Sex als reine Dienstleistung, Mechanik, Dinglichkeit?

Hier wird Frauen ihre Würde und Selbstbestimmtheit zu einem Dumpingpreis abgekauft. Das ist der Missbrauch an der Sache.
 
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  • #16
Falsch, die Akte im Porno richten sich eben nicht auf Fortpflanzung, sondern kreisen im weiteren Sinne um reine Lust und Libido. Gerade in diesem Thread geht es ja um die oralen und analen Exzesse. Damit will ich nicht sagen, dass Lust und Libido im Kontext von Gefühlen und Paarverhalten nicht völlig in Ordnung wären.

Die Ablehnung von Hardcore-Pornographie richtet sich ja nicht gegen den liebevollen, an Fortpflanzung interessierten Sexualakt, sondern an der objekthaften, unterwürfigen und benutzen Frau, die Dienste leistet, Schmerzen erleidet und dem Manne als Lustobjekt dient. Liebe und Gefühle werden ja gerade ausgeblendet, Sex zu einer Form der Freizeitgestaltung primitiviert.

Der eigentliche Punkt, der hier thematisiert wird, ist doch, wie man moralisch gebaut sein muss, um sich vor fremden Menschen, Kamereleuten, Beleuchtern und Co von irgendwelche Berufshengsten begatten zu lassen und krasse Formen von Analverkehr, Deepthroating, Ejakulieren auf das Gesicht und Co auszuführen. Welche Frau könnte sich das vorstellen? Und warum nicht? Sex vor dutzenden Augen? Sex mit wildfremden Männern? Sex als reine Dienstleistung, Mechanik, Dinglichkeit?

Hier wird Frauen ihre Würde und Selbstbestimmtheit zu einem Dumpingpreis abgekauft. Das ist der Missbrauch an der Sache.

Also gezwungen wurden diese Frauen ja sicherlich nicht. Die Würde und Selbstbestimmung hat eben diese Frau von sich aus verkauft. Es wird einfach dem Mann die Schuld zugeschoben.

Darüberhinaus ist wird Definition von Pornografie dem Zuschauer zugestanden. Dient der Film der Erregung desselben, ist es Pornografie. Nutzt er es andweitig, ist es keine. Sehr interessant sind da die Abgrenzungen in der Juristerei. Auch ein normaler Akt kann zur Pornografie werden, wenn es den Betrachter erregt und zu Stilllung seiner sexuellen Bedürfnisse dient.

Außerdem scheinst Du nur besttimmte Pornos zu schauen, denn gerade der Bestandteil Schmerz ist nur bestimmten Genre-Pornos (SM) vorbehalten.

Ich finde, man sollte die Kirche im Dorf lassen. Solange keine Rechtswidrigkeiten begangen wurden, gibt es auch nichts zu bestrafen. Selbst dann nicht, wenn es manche! als unanständig empfinden. Hier spielen sich einfach Menschen als Moralapostel auf, obwohl es ihnen nicht obliegt Moral als Einzelperson zu definieren.

m, 38
 
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  • #17
Wenn das heutzutage noch ein Problem darstellt, dann haben die 68er versagt.
Gewalt im Fernsehen, rechte Extremisten, Ausländerfeindlichkeit, Stasivergangenheit an jeder Ecke.
Nein, Pornos zu drehen ist wirklich eine sehr harmlose Jugendsünde.
Moral und Anstand wird hier von einigen Menschen völlig falsch verstanden.
@ Frederika
Du sagst, dass es eine Herabwürdigung der Frau ist ohne Liebe ohne Hingabe, sondern nur ein Zurschaustellen.
Stell Dir einfach vor: Es ist nur gespielt und Kopfkino. Die Darsteller bekommen Geld. Auch im Western werden Leute nicht erschossen.

<MOD: Zurück zum Titelthema!>
 
  • #19
Hier wird Frauen ihre Würde und Selbstbestimmtheit zu einem Dumpingpreis abgekauft. Das ist der Missbrauch an der Sache.

Wenn wir von der zitierten Schauspielerin reden, ist die Wahrheit mal wieder nicht so einfach, Frederika. Im Gegenteil. Ihre Pornokarriere war ein Akt von provokativem Beharren auf Selbstbestimmtheit gegenüber ihrer Familie und Erziehung.
Darüber brauche ich nicht zu spekulieren, das weiß ich, denn ich stand damals ungefähr 20 Meter neben dem Skandal. Das, was nach den Pornos und nach den Dreharbeiten zu ihrem ersten Kinofilm passiert ist (die Rolle hat sie bekommen, weil keine andere türkische Schauspielerin sie gespielt hätte, denn es gab einige Nackt- und Bettszenen, bei den Türkinnen ist die Moral noch in Ordnung), ist eine Parallele zum Nachbarthread: Leute, die sich lüstern das Maul zerreißen und mit Stielaugen moralisch sind.
Mit dieser Reaktion hat der Film jede Menge Aufmerksamkeit bekommen, auch beim Nicht-Kunstfilm-Publikum. Die Frau ist, naiv und ehrgeizig wie sie war, in die Maschine der öffentlichen Mienung geraten und in dieser Zeit auf eine üble Art und Weise benutzt worden. Absurderweise auch von den "Guten".
Wenn sich nicht so viele Frauen und Männer öffentlich hinter sie gestellt und sich für sie eingesetzt hätten, gäbe es jetzt keine weiteren Filme mit ihr. Sie würde irgendwo in der Klapse oder in einer freudlosen Ehe sitzen oder schlimmeres.
Das ist ein gutes Kapitel über Zivilcourage und Schutz von Menschen vor moralischen Heuchlern.
 
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  • #20
Liebe Fs,

„Für Familien ist das schädlich, aber heute wird ja alles toleriert. „

Hast Du schon einmal von der TV-Serie „Die Schwarzwaldklinik“ gehört?
Im Deutschen TV in den Jahren 1985-1989 ausgestrahlt, zu den Kinderfreundlichsten Zeiten
(Sonntag-Nachmittag). Sascha Hehn spielt die Rolle des Dr.Brinkmann. Er (Sascha Hehn)
wurde über diese Rolle zum Star nicht nur in Deutschland, da nachfolgend die Serie in über 100
Ländern ausgestrahlt wurde. Sascha Hehn war zuvor ein nicht unbekannter Pornodarsteller,der
nicht nur in Schmuddelfilmchen ala Schulmädchen Report sondern auch in einigen Hardcore-
Pornos zu sehen war.

Ebenfalls(wenn nicht bekannt) möchte ich Dir FS einen Spielfilm ans Herz legen.
Der Film beantwortet u.a. Deine Frage.

„Boogie Nights“ (USA 1996).
Eine der Besonderheiten dieses Films, bedingt durch hervorragende Regie und erstklassig
spielenden Darsteller, nie wird der moralische Zeigefinger geschweige denn (gezeigt wird
u.a. wie der Einstieg ins Bürgerliche Leben verwehrt wird weil zuvor Pornodarsteller) beschönigt, gutgeheißen oder gar verurteilt.

Weitere Informationen zum Inhalt des Films findest du unter diesem Link:
http://de.wikipedia.org/wiki/Boogie_Nights
und den dort weiterführenden angegebenen Weblinks.

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  • #21
Ehrlich gesagt finde ich das politisch korrekte Weltbild, das im Tatort oft vermittelt wird gesellschaftlich für viel schädlicher als die Pornos.

M 31
 
  • #22
Wer sagt denn überhaupt, dass Schauspieler eine beondere Vorbildfunktion haben? Was bitte soll denn an "dieser Sibel Kekilli mit ihren Analpornos" "Für Familien ... schädlich" sein???

Ich versuch mir das grad vorzustellen, da sitzt die Familie traut vereint am Sonntag Abend zu einer Zeit vor der Kiste, zu der die Kinder bis ca. 12 im Bett sein sollten und die schädliche Wirkung einer Schauspielerin mit einer Vergangenheit in zweifelhaften Rollen entfaltet ihre volle Wirkung: "Boah guck ma die da, das ist die mit den Pornos". "Bitte Papi, sei still, die Kinder"... Die haben allerdings verstanden, nichts Eiligeres zu tun, als die vom besorgten Familienoberhaupt erwähnten Pornos mit dem iPhone zu finden und verpassen ob der Ablenkung den schönen Tatort... hmmm, bedenklich bedenklich.
 
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  • #23
Also ich finde auch, es ist unerhört, dass man Schauspielerinnen mit Skandalvergangenheit im Fernsehen zeigt! Und gleich danach kommen Schwule und Lesben - das geht ja auch nicht, da wird unsere Jugend verdorben. nein, es muss wieder sauber und gesittet zugehen in unseren Filmen voller Blut, Korruption und Gewalt. *ironie aus*

Das war schon in den 50er Jahren so und stellt euch vor, da gab es eine Schauspielerin, die sich in einem film NACKT zeigte - igitt!!! Ein Skandal und die ganze Nation war empört.
Diese Schauspielerin war übrigens Hildegard Knef.

Also Leute, kommt wieder runter und beruhigt euch.
Selbst eine Dolly Buster wird heute zu Talkshows eingeladen und nicht einmal meine 80jährige Mutter regt sich auf.
 
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  • #24
Vielleicht sollte man auch erst mal die Schwere von Gezeigtem normieren. Viele regen sich auf, wenn Sexszenen gezeigt werden. Einige regen sich auf, wenn Ex-Pornodarsteller in Tatortfilmen mitspielen. Aber nur wenige regen sich auf, wenn man Szenen zu Gesicht bekommt, wo Menschen erschossen, in die Luft gesprengt oder anderweitig ermordet und getötet werden, sei es im Kriegsfilm, im Western oder im Tatort. Ich finde das Töten eines Menschen schlimmer als Analverkehr!

m, 38
 
  • #25
Ich finde das Töten eines Menschen schlimmer als Analverkehr!
Der Unterschied ist der, dass das erstere für jeden gespielt ist, das andere real durchgezogen wird.

Aber letztlich führt diese Diskussion weg vom Titelthema. Es geht doch nur darum, ob es uns persönlich stört oer nicht. Mich stört Sibel Kekilli nicht, ich fand sie toll in den beiden Tatortfolgen. Es wäre schön, wenn jeder seine Meinung einfach so klar und geradlinig formulierte. Manche werden dagegen sein, manche dafür, manchen ist es egal.
 
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  • #26
Der Unterschied ist der, dass das erstere für jeden gespielt ist, das andere real durchgezogen wird.

Aber letztlich führt diese Diskussion weg vom Titelthema. Es geht doch nur darum, ob es uns persönlich stört oer nicht. Mich stört Sibel Kekilli nicht, ich fand sie toll in den beiden Tatortfolgen. Es wäre schön, wenn jeder seine Meinung einfach so klar und geradlinig formulierte. Manche werden dagegen sein, manche dafür, manchen ist es egal.

Nein, hier wird mit dem Ausdruck Moral diskutiert, wie eine Handlung auf andere wirkt und welche negativen Folgen das Zeigen solcher Handlungen hat. Am Beispiel eines Kindes regt sich heute kaum noch jemand auf, wenn in einem Film jemand getötet wird und das Kind diesen Film sieht. Mal angenommen, das Kind würde den Film mit Analsex sehen, würde eine Welt zusammenbrechen und der Staatsanwalt gerufen. Aber welcher Eindruck kommt beim Kind an? Es kann nicht unterscheiden, ob es sich um gespielte Szenen oder echte handelt. Ganz objektiv zeigt die eine Szene das brutale Beenden eines fremden Lebens, die andere eine sexuelle Handlung, die manchen anstatt Schaden, sogar Lust bereitet. Was ist schlimmer in der Langzeitfolge auf das Opfer der Handlung, welche auf das Kind als Zuschauer?

m, 38
 
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  • #27
Hallo ich bin die # 19,

#6
„Also mir ist es völlig egal, was Schauspieler sonst noch machen. Das sind Schauspieler, die eine Rolle spielen und genau in dieser Rolle will ich sie sehen. Es ist mir egal, ob eine Schauspielerin in der Rolle einer Nonne in einem anderen Film eine Hure spielt.“

Kann ich nur unterstreichen und möchte es ergänzen.
Während eines Films oder danach bilde ich mir ja ein Urteil,guter oder schlechter Film.
Dieses Urteil ist bei mir abhängig, von der Inszenierung (Regie),Kameraführung,Schnitt,
Sound/Ton, Dialoge, Story und last not least natürlich die Qualität der Spieler. Schlecht oder gut
gespielt?Habe ich mich unterhalten,gelangweilt,angeregt durch die Story, oder geärgert etwa über schlechte Darstellung (Spieler)? Nicht einmal das Image, das Spieler in der Öffentlichkeit haben, interessiert mich.

Die beiden Tatortfolgen habe ich nicht gesehen (schaue kaum fern) und den Namen Sibel Kekilli
höre ich hier zum ersten mal, ist auch so glaube ich uninteresannt, denn es geht ja im Allgemeinen um „vermeintliche“ Familienproduktionen. Bis zu diesem Thread wusste ich nicht einmal das„Tatort“ eine Familienproduktion ist. Nun ja, ist nicht gerade die Sendung mit der Maus, oder Schwarzwaldklinik.

Wenn du Fs die Vergangenheit der Akteure vor der Kamera in Familienproduktionen
hinterfragst, dann sollte man doch so konsequent sein und auch die Akteure hinter der Kamera
durchleuchten. Regisseure, Produzenten und Autoren.
Ein Beispiel: Der Autor Rochus Hahn und der Porno-Comic-Zeichner Toni Greis (in seinen
gezeichneten Comics finden sich zahlreiche anale Praktiken) schrieben gemeinsam ein Drehbuch für eine Tatortfolge. Hier ein Link:
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,433456,00.html

Auch in Anlehnung an den Nachbarthread mit der Bankkauffrau und den von mir empfohlenen Film
„Boogie Nights“ eine Szene aus dem Film: Ex-Pornodarsteller möchte einen Kredit von der
Bank haben, um ein HI-FI Elektronikgeschäft zu eröffnen. Der Kredit wird ihm verwehrt.
Wir sehen uns außerstande als Bank die Pornobranche zu unterstützen, so der Manager.

Zitat von Unbekannt: Wir haben mit der Vergangenheit abgeschlossen, aber die Vergangenheit
nicht mit uns.

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  • #28
Frederika, was Du bezüglich besagter Schauspielerin schreibst stimmt so nicht ganz: Sie war Hauptdarstellerin des auf der Berlinale prämierten Films "Gegen die Wand" und da kam ihre Vergangenheit eben zur Sprache. Mit Filmen kennst Du dich halt nicht so gut aus. Viele wissen hier gar nicht, dass ein ne Menge deutscher Schauspieler in den 70ern bei Softporns mitgedreht hat. Und Frederika, wieviele Schauspieler kennst Du wenn Du schreibst das die Moralvorstellungen in der Branche schlechter sind als in anderen Berufen? Ich verkehre in meiner Freizeit mit Schauspielern, Regie-Assistenten, Regisseuren und allerlei Film-Schaffenden, auch mit Theater- und Operndarstellerin, stehe hin und wieder selbst vor der Kamera und als gelernter Banker der auch mal einige Zeit den Beruf des Bankkaufmanns ausgeübt hat sage ich dir: die Moral der Banker war in Punkto Treue und Fremdgehen keinesfalls besser als die der Filmschaffenden.
 
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  • #29
Der wo ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein!
Ohne Nachfrage - kein Angebot.

Ich persönlich finde Pornos schrecklich.
Aber ich würde nie über eine Pornodarstellerin urteilen.
Es gibt "Normalbürger" die eine wesentlich schmutzigere (ONS) Vergangenheit haben als Profis in diesem Gewerbe.
w42
 
  • #30
Frederika, was Du bezüglich besagter Schauspielerin schreibst stimmt so nicht ganz: Sie war Hauptdarstellerin des auf der Berlinale prämierten Films "Gegen die Wand" und da kam ihre Vergangenheit eben zur Sprache.
...und ging danach übel durch die Presse, oder? Nichts anderes habe ich gesagt, oder? -- Mit Filem und so kenne ich mich in der Tat nicht so aus. Gut, dass Du den Film sogar benennen kannst.
 
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