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  • #1

Präsentiert das Leben immer eine Rechung ?

Ich habe vor ca. 20 Jahren meinen Ehemann von heute auf morgen verlassen. Nicht aus Boshaftigkeit oder wegen eines anderen, sondern weil ich viel zu jung eine Ehe eingegangen bin und mir irgendwann wie in einer Sackgasse vorkam. Jetzt bin ich von heute auf morgen verlassen worden. Ich habe mehrfach Situationen im Leben erlebt in dem mir das Leben eine Rechnung für vorangegangene Taten präsentiert hat - oder es kam mir nur so vor. Irgendwie scheint es aber auch nur die "miesen" Taten zu berechnen, bei den guten fallen die Rechnungen aus. Existiert dies alles nur in meiner Einbildung oder geht es anderen auch so ?
 
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  • #2
Irgendjemand wird dir hier bestimmt noch einreden, dass die von dir initiierte Trennung nicht schlecht war. Ich persönlich halte jede Trennung für schlecht und eine Kapitulation vor sich selbst und Dingen, von denen wir denken, wir können sie nicht reparieren oder ändern.

Wie dem auch sei, das menschliche Gedächtnis speichert evolutionsbedingt schlechte Ereignisse besser ab, um aus den Fehlern zu lernen. Glück wird nur selten präsent wahrgenommen, meist erst im Nachhinein. Dass dir das gleiche widerfährt, was du anderen schlechtes getan hast, ist Zufall; dass du dich daran erinnerst, nicht.
 
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  • #3
Das ist ja geradezu eine Frage von buddhistischem Format, die man tatsächlich auch aus dieser Perspektive beantworten kann. Generell gilt dort in der Tat als einziges Dogma das Gesetz von Ursache und Wirkung. Man kann das aber nicht als "Rechnung präsentieren" bewerten. Denn das würde bedeuten dass es eine Schuldfrage gibt, die nun gesühnt wird. Wesentlich wahrscheinlicher ist es, dass du als "Ursache" in dir eine Angewohnheit/ein Muster/einen Auslöser hast, den du unbewusst setzt und damit diese Wirkung erzielst. Sehr wahrscheinlich fallen die guten Wirkungen auf gute gesetzte Ursachen auch gar nicht aus, sondern du hast den Wahrnehmungs-Fokus nicht auf diese Wirkungen gelegt. Vielleicht ist es halt selbstverständlich, wenn der Chef zufrieden ist, jetzt nur mal als Beispiel. Tatsächlich kann man auch allgemein sagen, dass "miese Taten" mieses Karma erzeugen. Die Frage ist aber was ein miese Tat ist. Da sehe ich schon eher Dinge mit kriminellem Antrieb drin. Eine getroffene Fehlentscheidung zu revidieren ist keine miese Tat, vielleicht hat sie deinen Expartner ja auch frei für eine andere passendere Partnerin gemacht. Das Fazit wäre also in diesem Fall auf die Suche nach der inneren Ursache zu gehen, warum dir das passiert. Dinge die einem immer wieder so passieren haben einen Grund. Hast du das geändert, kann sich, da der Auslöser weg ist, die Umgebung ändern und dieses Phänomen kann wegfallen. Im Grunde sind wir alle unser ganzen Leben lang damit beschäftigt uns zu verbessern und zu entwickeln. Es gibt immer was neues, das einem auffällt.
 
  • #4
Es scheint so - aber ist nicht so. Man neigt dazu, einen Zusammenhang zu sehen, um sich vor der jeweiligen Kritik/Selbstkritik zu drücken.

Jedes (von der FS genannte) Teil hat seine eigene Ursache und Wirkung, aber keinen Zusammenhang.
Es sei denn, die Wirkung ist direkt die Ursache für den nächsten Vorgang. Aber in diesem Fall sind 20 Jahre dazwischen.

Allg. salopper Spruch:"Daran kann man seiner Hebamme nicht mehr die Schuld geben"
 
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  • #5
Allg. salopper Spruch:"Daran kann man seiner Hebamme nicht mehr die Schuld geben"

So sehe ich es auch. Dazwischen lagen ja 20 Jahre. Vllt hast Du verhaltensbedingt die Dinge so forciert, dass sie so gekommen sind, hat mit "Rechnungen" nichts zutun. Es gibt ja tatsächlich Menschen, die lügen und betrügen und immer wieder mit einem blauen Auge davon kommen.

Du siehst das vermutlich nur so, um Dich evtl. selbst zu strafen?

w
 
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  • #6
Nö, glaube ich nicht. Das sind Zufälle. Es passiert so viel Schlechtes auf der Welt und die Leute bekommen trotzdem ihre Strafe nicht. Und das Verlassen-Werden ist ja auch nichts extrem Ungewöhnliches.
 
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  • #7
Nicht im Sinne von Bestrafung, aber die Theorie von Ursache und Wirkung könnte stimmen. Ich jedenfalls habe - getreu dem Motto - "wie ich in den Wald hinein schrie, so schrie er zurück." Der Wald steht als Synonym für das Leben. Glücklicherweise kommen sowohl die SCHLECHTEN als auch die GUTEN Dinge retour.
 
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  • #8
Ich gehe davon aus, dass es Dir ein Mathematiker unter den Foristen am besten erklären könnte, da es meiner Einschätzung nach um Wahrscheinlichkeiten geht.

Meiner Meinung nach gibt es ein paar Situationen und Umstände die in fast jedem über Jahrzehnte dauernden menschlichen Leben auftreten und je nach Erinnerungsvermögen, Befindlichkeit, Persönlichkeitstyp etc. kann man dann einen Zusammenhang herstellen oder auch nicht.

(Offensichtliche Zusammenhänge wie beispielsweise: Kein Schulabschluß=aller Voraussicht nach kein angenehmer, gut bezahlter Job oder Keine Bewegung/zu viel süßes und fettreiches Essen=Gesundheitsprobleme oder kriminelle Handlungen=erhöhte Wahrscheinlichkeit im Gefängnis zu landen u.v.m. nehme ich aus.)

w/51
 
  • #9
Was #7 sagt.
Das Empfinden, daß das Leben (oder Gott, wie man tickt) immer eine Rechnung präsentiert, ist zunächst reines magisches Weltempfinden, anhand dessen aus dem Gefühl der Machtlosigkeit gegenüber unerwünschten Ereignissen Kausalitäten hergestellt werden, die per se erstmal keine sind.
Dazu gibt es ein faszinierendes Experiment: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/psychologie-die-macht-des-aberglaubens-a-290219.html
Aber unser Verhalten findet nicht im menschlichen Vakuum statt. Es hat nichtkausale, sehr oft wellenförmige, gebrochene, reflektierte Wirkungen und entsprechende Gegenwirkungen. Aber die sind nicht in B folgt aus A zu fassen.
Du hast einmal verlassen und bist einmal verlassen worden. Das ist mir auch passiert. Es war verdammt lehrreich. Aber da hat keiner im Hintergrund dran gedreht.
 
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  • #10
FS,

Du verspürst am eigenen Leib die negativen Gefühle, die Du durch Dein Handeln mal bei jemand anderes verursacht hast.

Ich würde es nicht als "Rechnung" verstehen sondern als Hinweis für die Zukunft: Alles was man in Zusammenhang mit anderen Menschen tut, hat für diese Konsequenzen - und vielleicht sollte dann jegliche Entscheidung sorgfältiger und bedachter mit Blick auf den Gegenüber getroffen werden. Der andere fühlt wie Du den Schmerz.
 
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  • #11
Liebe FS,

natürlich ist das alles nur Zufall....

... und trotzdem sind Deine Beobachtungen Fakt - und nebenbei: Herzlichen Glückwunsch, daß Du das bemerkt hast.

Letztlich:

Du kannst etwas mit dieser Beobachtung anfangen (-> Dein eigenes Verhalten kritisch/liebevoll reflektieren)

oder

Du tust es als Zufall ab (-> keine Reflektion über eigenes Verhalten).

Ich selber kenne solche Beobachtungen auch; allerdings bei genauem Hinsehen reichen da mitunter 20 Min. statt 20 Jahre.

Viel Spaß bei der Selbsterforschung!


m/52
 
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  • #12
Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu. Wenn ich daran denke, was für ein Sch...kerl ich vor nunmehr 25 Jahren war, wenn ich sehe, wie die arme Frau ihr ganzes Leben lang nie wieder mit jemandem glücklich wurde, dann ... hört mein Hadern mit dem, was mir später mit einer anderen Frau widerfuhr, schlagartig auf, und ich hätte Lust, Bilanz zu ziehen und geläutert noch einmal von vorne anzufangen. Aber "sie" wird mich wohl nicht mehr wollen.
 
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  • #13
*der Lerneffekt*

Ich hab festgestellt, das wenn man Menschen aus seinem Umfeld ( das gilt auch für den neuen Partner ) von solchen Sachen erzählt, diese das meistens gekonnt für sich einsetzten.

Mal davon abgesehen, hoffe ich zumindest das es im Leben eine ausgleichende Gerechtigkeit gibt.
 
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  • #14
Präsentiert das Leben immer eine Rechnung?
ICH HOFFE ES SEHR!!!

Ganz ehrlich, ich bin schon einige Male bitterlich enttäuscht worden und ich hoffe dass sie irgendwann genauso leiden müssen, wie ich es getan habe.

Wie heißt es doch so schön?
Man sieht sich immer zwei mal im Leben
oder
Man erntet was man sät.

Und noch was: Ich habe in meiner Vergangenheit ebenfalls einen riesen Fehler gemacht - das liegt jetzt schon 12 Jahre zurück. Vor 8 Jahren wurde ich durch eine Aktion meines Partners sehr schmerzhaft daran erinnert - er hat nämlich das gleiche mit mir gemacht.
Könnte ich die Zeit zurückdrehen, würde ich alles rückgängig machen - es tut mir immer noch sehr leid.

Deshalb glaube ich nicht nur daran, sondern bin der FESTEN ÜBERZEUGUNG dass das Leben immer eine Rechnung präsentiert

w
 
M

Mooseba

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  • #15
Wieviele Diktatoren sind friedlich auf dem Thron oder im gemütlichen Exil gestorben, ohne für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen worden zu sein? Ich kann die nicht alle aufzählen. Zu glauben, man wird später durch ein vermeintlich existierendes Schicksal für frühere vermeintliche Vergehen (Wieso sollte eine Scheidung das sein?) bestraft, halte ich für esoterischen Mumpitz. Dinge passieren einfach, so ungerecht sie auch einem erscheinen mögen.
 
  • #16
Meine Erfahrung: Ja, das Leben präsentiert IMMER eine Rechnung. Wenn ich nicht in der Lage war, Menschen, die mit mir schlecht umgegangen waren, eine Rechnung zu präsentieren, habe ich das auf später verschoben. Wenn ich diese Personen einige Jahre später wieder sah/traf, dann hatte jemand anders die Rechung bereits mit Zins uns Zinseszins und Strafzoll kassiert.... Ich wollte nichts mehr. Das Leben hatte es erledigt.

Ich bin mit diesem Wissen viel ruhiger geworden und noch ein bisschen aufmerksamer.

@14 "friedlich auf dem Thron oder im gemütlichen Exil gestorben": Wer sagt, dass es Ihnen dabei gut ging? Von aussen sehen manche Dinge gut aus, die nicht gut sind.
 
  • #17
Hallo Liebe Fs

Ursache und Wirkung- alles was wir tun hat Konsequenzen. Ich kenne Dich ja nicht aber was ich so beobachte muss ich sagen dass mich die wenigsten Trennungen als Aussenstehender wirklich überrascht haben. Vielleicht war die Ursache für beide Ereignisse dasselbe: Du warst nicht loyal. Und dann wird man halt auch mal verlassen weil die Verbindlichkeit fehlt.
Unsere Taten sind ja nicht zufällig sondern entspringen unserer Persönlichkeit.

Irgendwie scheint es aber auch nur die "miesen" Taten zu berechnen, bei den guten fallen die Rechnungen aus
Autsch, echt? Also ich hab die Erfahrung gemacht dass sich gute Taten ebenso auszahlen. So hat sich bei meiner Trennung keiner meiner Freunde in die Büsche geschlagen. Sie haben meine Loyalität mit Ihrer "zurückbezahlt". Oder auch dass ich nie nach einer Beförderung fragen musste- kam immer quasi von selbst einfach durch gute Arbeit und Ergebnisse.
 
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  • #18
Wer ein Gewissen hat, dem präsentiert das Resultat für seine guten Taten am Ende immer Belohnung und für seine schlechten Taten das passende Los.

Es gehört zum Leben und dem natürlichen Lauf der Dinge, dass man im Leben verläßt und auch mal verlassen wird oder betrügt und auch wieder betrogen wird.
 
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  • #19
Ja, oft kommt die Rechnung nach. Manchmal muss
man 20 Jahre warten, denn Gottes Mühlen
mahlen langsam. Aber einen besseren Grund selbst
keine dummen Racheakte zu verüben gibt es nicht.
 
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  • #20
Hallo Liebe(r) FS,

ich bin eigentlich ein sehr rationaler Mensch - aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass anscheinend doch das Leben "abrechnet". Ich habe Anfang 20 ein paar dinge gemacht, die unter aller "Sau" waren im Bereich Beziehungen. Das war mir damals bewusst - und auch heute. Eine Sache verfolgt mich noch heute im Unterbewusstsein und beschert mir alle halbjahr einen bösen Albtraum.

Mit 25 brach dann meine bis dato große Liebe zusammen und mein Leben geriet auch etwas aus den Fugen. Wenn man so möchte, habe ich eine ganz schön deftige Rechnung kassiert, obwohl kein kausaler Zusammenhang herrscht.

M26
 
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