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  • #1

Problem, wenn die Frau viel mehr verdient?

Meine Frau hat seit einem Jahr ihren ersten vollen Job und trägt somit auch das Gros unseres Einkommens. Ich studiere noch zwei Semester und bin momentan fast schon der Parasit in der Beziehung. Kennengelernt haben wir uns, als wir beide noch studiert haben. Sie ist nur eben vorher angefangen!

Ich habe gefragt, ob ihr das finanzielle Ungleichheit Kummer bereitet. Sie sagt, dass ich mir keine Sorgen machen muss! Es gehe ihr doch nicht um das Geld. Es gebe immer Zeiten, in denen einer mehr als der andere verdient. Meine Gedanken sind albern. Da war sie fast ärgerlich.

Trotzdem habe ich schon die Sorge: Was will sie mit einem armen Schlucker wie mir, der ihr finanziell hoffnungslos (zurzeit) unterlegen ist? Kann daran alles zerbrechen?

m29
 
  • #2
Ihr habt euch als Studentin kennengelernt und die Zeit unterschiedlichen Verdienstes ist ja nur auf die zeitlich versetzen Abschlüsse zurückzuführen und das Ende dieser Periode vorherzusehen. Ich glaube wirklich, dass sich Deine Frau nicht daran stört und sich sicher ist, dass Du in Kürze ebenfalls gut verdienst und dann alles wieder auf Augenhöhe sein wird.

Wenn in anderen Threads von "unterschiedlichem Verdienst" die Rede ist, dann doch meist in dem Sinne, dass dieser Zustand dauerhaft und insbesondere auch fach- oder qualifikationsbedingt ist und sich nicht absehbar ändern wird.

Ein anderer Punkt ist aber in diesem Kontext viel wesentlich als nun ausgerechnet der übergangsweise unterschiedliche Verdienst: Beim Wechsel vom Studentendasein zum Vollberuf ändert sich oftmals das gesamte soziale Umfeld in bezug auf Arbeitszeiten, Kollegen, Ansprüche, Niveau und so weiter. In dieser Phase scheitern unglaublich viele Beziehungen, einfach weil dieser Übergang im allgemeinen mit einem drastischer Sprung der persönlichen Entwicklung und Veränderung verbunden ist. Paare sollten daher in dieser Zeit ganz besonders eng zusammenrücken, sich am Leben gegenseitig ganz besonders stark teilhaben lassen, sich viel erzählen und etwaige Probleme frühzeitig besprechen. Gerade der studentische Part sollte Verständnis für die Entwicklungssprünge aufbringen und versuchen mitzuziehen.
 
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  • #3
Hallo Frederika, hier der TE:

Vielen Dank für deine sehr gute Antwort!

Meine Frau ist momentan montags bis freitags im Grunde nur nachts zu Hause. Da sie ca. eine Stunde fahren muss, steht sie sehr früh auf und kommt abends sehr spät nach Hause. Dafür verdient sie - verglichen mit unserer Studentenzeit - wirklich gut Geld.

Ich arbeite am Wochenende immer noch! Sind 300 Euro und ich bin am Wochenende fast nie zu Hause. Hat keinen Bezug zum Studium oder zu meinem späteren Beruf! Mein Vertrag läuft jetzt Ende März aus, verlängern kann ich.

Meine Frau fragte mich am Wochenende, ob ich mir nicht vorstellen könne, nicht zu verlängern. Sie fände es schön, wenn ich in der Woche das Studium organisiere und das Wochenende für uns beide frei bleibt. Eben, weil wir uns im Grunde in der Woche nicht sehen! Da ich an dem Jöbchen nicht hänge: Es hätte auch aus meiner Sicht seinen Charme, zumal mein aktueller Beitrag am gemeinsamen Einkommen ohnehin minimal ist. Oder muss ich mir Vorwürfe machen lassen, nicht genug zum Einkommen beigetragen zu haben?
 
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  • #4
Zeit füreinander ist unbezahlbar. Wenn ihr also nicht mehr auf deinen Wochenendjob angewiesen seid um eure Fixkosten zu bestreiten, wäre es doch schade, würdest du in ihrer (eurer nunmehr gemeinsamen) wenigen Freizeit dieser Arbeit weiterhin nachgehen.

Ein höheres Einkommen des weiblichen Parts eines Paares zu akzeptieren oder als gleichwertig mögliches Modell einer Beziehung anzusehen (ohne auch nur einen einzigen Gedanken darüber zu verschwenden), wird wohl noch der praktischen Erfahrung einiger Generationen bedürfen.

M48
 
  • #5
Ich hatte in meiner Ehe auch längere Zeit schon voll verdient, das Bafög meines Ex war schon ausgelaufen, so dass wir von meinem Einkommen lebten.

Ich machte mir nicht eine Sekunde darüber Gedanken, während es an ihm nagte- wie sich viele Jahre später herausstellte. Zusammen mit vielen anderen Dingen (z.B. war es verwerflich, dass seine Hausarbeiten von mir perfekt in Bezug auf Rechtschreibung, Grammatik und Stil überarbeitet wurden) war dies mit einer der Sargnägel für unsere Ehe.

Wenn Du Dich wegen des Einkommensunterschieds also minderwertig fühlst und es Deiner Frau innerlich zum Vorwurf machst, solltest Du wenigstens Deinen Job behalten.
 
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  • #6
Also ich bin auch ne Frau und würde auf Dauer keinen armen Schlucker haben wollen, finde es aber bei Euch doch etwas ganz Anderes!?
Du brauchst eben noch 2 Semester, spätestens in 2 Jahren verdienst du auch, dann habt ihr ein Double Income, also so what?
Falls ihr zusammenbleibt, wird sich das sowieso irgendwann ändern, falls ihr mal Kinder habt :)
Mach dein Studium fertig, wenns dir ganz unangenehm ist, dann jobbe eben etwas mehr nebenbei, das geht bei jedem Studium.
Aber da würde ich mir keine grauen Haare wachsen lassen.
w,39
 
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  • #7
Hallo,

Ich habe meine Frau heute Abend noch einmal wegen einer möglichen Verlängerung angesprochen. Sie meinte, wir würden uns so selten wirklich sehen und etwas miteinander machen, dass es ihr 1.000-mal lieber sei, ich würde den Wochenendjob an den Nagel hängen.

Es sei aus ihrer Sicht überhaupt kein Problem, wenn ich jetzt die nächsten zwei Semester studiere und sie verdient. Da würde ich mir viel zu sehr einen Kopf drum machen.

Sie meinte, ich würde mir zu viele Gedanken machen, ich würde zu wenig beitragen. Das sei ihr aber unwichtig. Gleichzeitig befürchtete sie, ich käme mit dem Einkommensunterschied nicht gut klar. Das stimmt nicht, weil es ja nicht von Dauer ist!

Ich fände das eigentlich super, die Wochenenden entspannt zusammen verbringen zu können!

Das Einkommen aus dem Kleinjob brauchen wir nicht unbedingt!
 
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  • #8
Naja, dann spielst du im Gegenzug eben ein bisschen mehr Hausmann in den 2 Semestern.
 
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  • #9
Du bist irgendwann fertig, das ist doch nur vorübergehend. Mir wäre dies egal.
 
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  • #10
Wenn ich das richtig verstehe, seid Ihr doch verheiratet? Wo liegt denn das Problem? Ihr bildet doch eine Wirtschaftsgemeinschaft, es geht doch alles in einen Topf? Dann bringt eben derjenige das Geld nach Hause der die Möglichkeit dazu hat. Im Moment ist das eben sie, später, wenn Ihr vllt. Kinder habt bist Du an der Reihe weil sie eine Babypause einlegen muß/will. Noch später vllt. Ihr beide und spart für´s Haus usw. So ist eben das Leben, es besteht aus Geben und Nehmen. Es soll nur keine Einbahnstraße sein! Da Du momentan mehr Freizeit hast als sie, solltest Du auch mehr Hausarbeit leisten und Deine Frau entlasten. Wenn Ihr auf das Geld verzichten könnt, lass den Nebenjob sausen. Hat nichts mit Faulheit zu tun. Du hast mehr Zeit zum lernen, machst Dein Studium zügig fertig. Und das Argument Deiner Frau, mehr Zeit mit Dir verbringen zu wollen soltest Du nicht unterschätzen. Sie ist JETZT jung und füllt sich vllt. vernachlässigt. Ein Spiel mit dem Feuer! Zumal das später auch nicht besser wird. Im Leben rennt man immer Irgendetwas hinterher. Und irgendwann stellt man fest: man hat sich auseinander gelebt. Traurig, aber der häufigste offizielle Scheidungsgrund. Also, sei froh, dass Du eine Frau hast die Dich unterstützt, merke Dir das für´s Leben und gibt ihr das zur gegebenen Zeit mit "Zinsen" zurück. Das ist mein Verständnis von Liebe und von Ehe, und damit bin ich mein Lebenlang gut gefahren.
Oder führt Ihr eine "moderne" Ehe mit Ehevertrag und "meins-deins-mentalität". Dann kann man Euch nicht helfen und Deine Zweifel sind berechtigt.
m,52 witwer nach 29 Ehejahren
 
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