K

Khakpoo

  • #1

Probleme mit der neuen Freundin meines Vaters

Hallo,

Mein Vater hat nun seit ca 2 1/2 Jahren eine neue Frau an seiner Seite.Diese wohnt mittlerweile auch in unserer Wohnung.(habe mamas teil nach ihrem Tod geerbt)
Ich wohne mit meinem Freund zusammen.(seine Wohnung)
Meine Mutter ist vor ein paar Jahren unerwartet verstorben, was mich und meinen Vater noch mehr zusammengeschweißt hat.
Seitdem wollte er auch immer Weihnachten nur zu zweit verbringen. Haben noch letzte Woche besprochen, dass ich Heiligabend bei ihm bin. Paar Tage später sagt er mir seine Freundin will Weihnachten mit ihm feiern da ihre Tochter die Familie ihres Freundes einlädt. Dort kann und will sie aber anscheinend nicht hin weil das würde sie traurig machen.(ihr exmann ist vor ein paar Monaten gestorben, und ihre Tochter jetzt labil).
Ich habe daraufhin das Gespräch mit der Freundin und meinem Vater gesucht und gemeint es würde mir weh tun mit ihr Weihnachten zu feiern und es mir auch oft noch weh tut wenn sie in der Wohnung auf dem Platz sitzt wo sonst meine Mama gesessen ist.
Ich meinte zu ihr, sie will nicht traurig sein und ihrer Tochter das zumuten,aber mir mutet sie es zu dass ich traurig bin?
Darauf bekam ich nur die Antwort, ob ich mir nicht Hilfe suchen möchte, denn schön langsam müsste ich doch über den Verlust meiner Mutter hinweg sein! Und dass sie mit meinem Papa feiern möchte weil wenn man sich liebt feiert man gemeinsam...



Mir kommt es wie ein Machtspiel vor, mein Verlust ist länger her, als ihrer und somit gewinnt sie mit ihrer Familie. Dass mein Vater sich da komplett raushält und meine Entscheidung einfach so akzeptiert und es hinnimmt dass ich Weihnachten nicht bei ihm bin, tut mir dabei am meisten weh (Seine neue Freundin steht ja auch komplett hinter ihrer Tochter).
Ergebnis des Ganzen: ich Feier heuer nicht mit meinem Vater, weil ich nicht möchte dass er in der Mitte steht..und das wurde von seiner Freundin so angenommen mit der Aussage dass es ja auch langsam zeit wird...


Meine Frage nun: habe ich tatsächlich überreagiert und bin die böse die ihrem Papa nix gönnt? Denn dieses Gefühl vermitteln mir die beiden zurzeit!


Danke
 
  • #2
Meine Frage nun: habe ich tatsächlich überreagiert und bin die böse die ihrem Papa nix gönnt? Denn dieses Gefühl vermitteln mir die beiden zurzeit!
Ich befürchte, es verhält sich so, tut mir leid. Dass Du leidest ist nachvollziehbar: früh die Mutter verloren und nun musst Du Dich noch aus einer zu innigen Verschränkung mit Deinem Vater lösen. Das ist schwer für eine junge Frau.
Dennoch: zerstöre nicht das Glück Deines Vaters. Er hat auch gelitten! Die neue Partnerin Deines Mannes scheint Dir ggü. doch auch gar nicht feindlich oder irgendwie komisch zu sein. Sei erwachsen und akzeptiere sie als vollwertige Partnerin Deines Vaters (in Deiner Psyche ist sie jemand, der widerrechtlich den Platz Deiner Mutter eingenommen hat; siehe Dein Beispiel mit dem Sitzplatz!). Weihnachten zu dritt kann doch auch sehr schön sein. Erinnere Dich mal dran: Du hast es schon erlebt!
Du machst daraus aber leider ein Machtspiel, dass Du nur verlieren kannst! Überlege Dir mal, was Du forderst: Dein Vater soll seine Liebe ausladen!? Das kann er einmal machen, vielleicht auch ein zweites Mal, aber dann wird ihn diese Frau verlassen. Willst Du das?
Niemand erwartet von Dir, dass Du über den Tod Deiner Mutter "hinweg bist" (das hat Dein Vater nur ungeschickt formuliert), aber man kann zu Recht erwarten, dass Du damit adäquat umgehst. Adäquat heißt neue Realitäten anerkennen und adaptieren! Wenn Du das noch nichts kannst, ist es auch keine Schande. Aber dann hilft Dir wirklich Psychotherapie, gewissermaßen als Katalysator, weiter! Alles Gute!

Noch eins: bau Dir kein Hilfsgerippe der Art "ich will ja meinen Papa nur an Weihnachten, das muss er doch verstehen". Das ist Kinderlogik. Kinder quengeln auch "nur noch eine Minute, nur noch eine Seite vorlesen, nur noch ein Stück Schoko..." Das ist ein Trugschluss von Dir zu glauben, dass es Dir nur um Weihnachten geht! Es ist lediglich der Auslöser, Du willst will mehr haben, was Dir aber letztlich nur schadet.
 
G

Gast

  • #3
Liebe FS,

Du bist nicht die Böse, die ihrem Papa nix gönnt. Das zum einen.
ABER: Seine Freundin ist seine neue Partnerin, sie kann nichts dafür, dass alles so gekommen ist und es ist eigentlich normal und sehr verständlich, dass man mit seinem Partner Weihnachten feiert. Wann soll sich das denn bei Dir ändern, liebe FS? Wann darf sie denn? Niemals? das ist nicht gerecht, liebe FS.
Niemand kann Dir die Trauer wegen Deiner Mama nehmen und ich denke, dass will die Frau nicht, auch nicht die Ersatzmama spielen. Aber wenn sie sonst eine nette ist, die Deinen Vater liebt und gut für ihn ist, meinst Du nicht, Deine Mama hätte sich gefreut, Deinen Papa wieder glücklich zu sehen?
Warum kann Deine Mama nicht einfach durch Gespräche und Erinnerungen an dem Abend bei Euch sein? Ich persönlich hätte damit gar kein Problem wenn ich an der Stelle der neuen Freundin Deines Vaters wäre. Im Gegenteil.
Eine liebe Freundin von mir hat einen Mann geheiratet, der geschieden war und die Exfrau erst ein paar Jahre später gestorben ist. Die Jungs, damals 6 und 11 sind dann zu den beiden gekommen. Die Mutter ist bis heute, fast 15 Jahre später, präsent wie eh und je. Niemand hat je den Versuch unternommen, sie zu verschweigen oder zu ersetzen, Fotos hängen an den Wänden, man redet ganz normal über sie. Sie ist ein Teil des Lebens dieser Familie und wird es immer bleiben. Deshalb lieben die Jungs meine Freundin aber auch.
Könntest Du damit leben? Magst Du darüber nachdenken? Dann erzählt ihr eben von gemeinsamen Weihnachten mit Deiner Mama. Ihr dürft dann auch weinen. Ich denke nicht, dass die Freundin Deines Vaters damit nicht umgehen kann. Und wenn das so der Fall sein sollte, dann muss sie mit sich einmal reflektieren.
Was meinst Du?
 
  • #4
Meine Frage nun: habe ich tatsächlich überreagiert und bin die böse die ihrem Papa nix gönnt? Denn dieses Gefühl vermitteln mir die beiden zurzeit!
Ganz ehrlich.. ja.
Du siehst die neue Freundin grundsätzlich als Feindbild, obwohl sie dir gegenüber augenscheinlich freundlich und offen ist. Sie redet sogar mit dir über die Problematik und sieht ihre Anwesenheit nicht einfach als selbstverständlich an - so wie ich es z.B. sehen würde.
Das zeigt schon ein Stück Größe.

In meinem Fall ist es z.B. so dass der Freund meiner Mutter seit Jahren versucht mich loszuwerden und meine Mutter dazu zu bringen sich von mir abzuwenden. Und dennoch besuche ich sie selbstverständlich auch an Weihnachten zu Hause.

Warum siehst du das ganze als Spiel das irgendwer gewinnen muss? Es geht um Familie und Nähe und nur weil sie nicht eingeheiratet ist hat sie in deiner Familie nix zu suchen?
Versetz dich mal in die Lage deines Vaters. Er hat nicht nur den selben Verlust wie du zu verkraften, sondern nun auch noch Kleinkrieg zwischen den beiden Menschen die er am meisten liebt. Denkst du das ist so einfach? Ich kann verstehen dass er deine geplante Abwesenheit hinnimmt - um seinen Seelenfrieden zu wahren.

Ich kann dir nur raten dich schnellstens mit der Freundin deines Vaters auszusöhnen und sie an dessen Seite zu akzeptieren. Sie kann nichts für den Tod deiner Mutter und will mit Sicherheit kein Ersatz sein. Dass sie wohl hin und wieder auf dem Platz deiner Mutter sitzt ist keine Provokation oder der Versuch zu konkurrieren.
Sie ist die Chance deines Vaters sein Leben weiter zu leben und nicht in ewiger Trauer um seine verstorbene Ehefrau versinken.
Gönn ihm das. Und dir ein schönes Weihnachten zu dritt bei euch zuhause.
 
  • #5
...und es mir auch oft noch weh tut wenn sie in der Wohnung auf dem Platz sitzt wo sonst meine Mama gesessen ist.
Liebe Khakpoo, das ist ein klares Zeichen, dass Du den Tod Deiner Mutter nicht akzeptiert hast! Sobald Du akzeptierst, dass Deine Mutter tot ist, ist dieser Platz "frei", denn Deine Mutter ist tot und wird dort nicht mehr sitzen. tut mir leid, dass ich das so hart schreibe..
Den Tod einer nahestehenden Person zu akzeptieren ist nicht einfach und kann Zeit in Anspruch nehmen. Ich wünsch Dir alles Gute!
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #6
Ich finde nicht, dass du überreagiert hast. Da fehlt ein bisschen die Kommunikation und du hast gegen die andere Frau angesprochen und dein Vater hat sich rausgehalten. Das tun sie oft, die Väter, sich raushalten, weil sie oft nicht mit "Schwierigkeiten" umgehen können. Aber glaube nicht, dass ihnen das nichts ausmacht. Sie leiden still.

Es ist ein Machtspiel; du hast das gut erkannt.

Ich weiss jetzt nicht wie alt du bist; das wäre jetzt auch noch entscheidend für eine Antwort! Unter 20? Über 20?

Die Verbindung Kind-Eltern ist stärker und eine andere, als zu den Partnern. Zudem scheinst du auch noch Einzelkind zu sein und bist von jeher stärker auf die Eltern fixiert, als Geschwisterkinder. Eines meiner Kinder ist auch gestorben und es dauert einfach seine Zeit, bis alles völlig "normal" ist.
Natürlich ist es wichtig und gut, dass dein Vater eine neue Partnerin hat. Und es ist auch verständlich, dass sie zusammen feiern wollen.

Wie sieht es denn mit deinem Freund aus: feiert er bei seinen Eltern? Könntest du da mit feiern? Vielleicht ist es jetzt auch gut so, dass es so passiert ist: es ist eine Abnabelung!, die dein Vater so vielleicht nicht gefordert hätte. Dein Vater würde auch bestimmt nicht nein sagen, wenn du dich entscheiden würdest, mit ihnen zu feiern.

Überlege jetzt einfach noch mal, was du gerne machen würdest. Die Voraussetzungen sind ja klar: Papa und Freundin….mit dir? ohne dir? und wenn ohne dir, wo bist du dann?
 
G

Gast

  • #7
Wegen 'Kindern' wie dir kommt für mich kein Witwer in Frage.
Er sitzt immer zwischen den Stühlen und nach meiner Erfahrung entscheidet er sich für die Kinder. Die gehen immer vor. Wer will schon die zweite Wahl sein ?

Hast du Lust, die Frau zu vergraulen ? Warum ? Gönnst du deinem Vater das Glück nicht ?

w 47
 
G

Gast

  • #8
Liebe FS,

Du wirst neben deinem Vater ganz schnell erwachsen werden müssen.
Dein Vater ist - wie viele Väter - unselbstständig ohne Frau. Wo die eigene Mutter nicht mehr da ist, muss häufig die große Tochter die Rolle der Ehefrau übernehmen. Sie kocht, putzt und wäscht und verpflegt den Vater. Nicht nur weil er das so gewohnt ist, sondern weil dein Vater wahrscheinlich auch aus einer anderen Generation kommt, wo das normal ist, dass die Frauen im Haushalt sich um den Mann (oder die Männer) kümmert; und ihm die Sachen ordnet und seinen Kram erledigt. Dein Vater braucht das so. Und Töchter machen das ganz selbstverständlich so.
Du wohnst allerdings jetzt mit deinem Freund zusammen und dein Vater hat eine andere Ersatz-Frau, die diese Ersatz-Aufgaben für deine Mutter bzw. für dich übernimmt. Ich denke, diesen Halt braucht er.
Du merkst ja selbst, er kann für sich nicht entscheiden, wie er Weihnachten feiern will und kann nicht sagen, dass er das mit dir möchte. Er richtet sich ganz nach dieser Frau, weil diese eine wichtige Leitposition in seinem Leben ist, damit sein Leben rund und in geregelte Bahnen läuft. Hier heißt es von deiner Seite aus: erwachsen werden und die Not des Vaters erkennen und nicht auf seine eigenen Rechte und Vorteile bestehen!

Was spräche denn dagegen, sich zu einigen, dass ihr zu Viert feiert: dein Vater mit seiner Freundin, und du mit deinem Freund sich an Heiligabend oder nach Heiligabend für 2-3 Stunden zusammensetzt?
Ich fände es tatsächlich unangebracht, wenn du alleine als erwachsene Tochter bei den beiden herumsitzt, um wieder in ein "Kindchenschema" zurückzufallen.

Auch dein Freund muss da mitziehen, sonst ist es einfach der falsche Partner für dich und du bewegst dich damit wieder im Kindchen-Kreislauf. Du brauchst einen erwachsenen Mann an deiner Seite, der dich als erwachsene Frau behandelt und mit dir eine eigene Zukunft aufbauen will. Kein infantiles Mamasöhnchen, der Weihnachten zu seinen eigenen Eltern geht. Sonst ist es nur logisch, dass du aus diesem unerwachsenen Kreislauf niemals ausbrechen kannst und du immer nach diesen unnahbaren Mamatypen oder älteren Vatertypen Ausschau hälst.

Hier sind viele Dinge im Busch:
- Dein Verlustschmerz über die Mutter ist nicht überwunden
- ungelöste Abnabelungsprozesse durch radikale Lebenseinschnitte
- eine neue ungewollte Position für dich und deinen Vater, in die man erst reinwachsen und seinen Platz finden muss.

Ein (Familien-)Therpeut wäre hier sicher sinnvoll.
 
W

wahlmünchner

  • #9
Ich finde das alles total albern. Dein Gerede genauso wie ihr Gerede!
Ehrlich
Mein Onkel hat seine Frau früh verloren und 3 Kinder um die 10 Jahre alleine betreut.
Was passiert ist?
Es wurde ein offenes Haus.
Alle möglichen Leute und Verwandte dürfen kommen.
Oft sind an Weihnachten bis zu 30 Personen dort. Ich auch schon...als ich getrennt war und meine Eltern mal wieder Zirkus veranstalteten.
Allerdings ist dein Papa nicht so arm, wie hier alle meinen!
Er hat den Schrott mit " nur wir feiern Weihnachten " eingeführt und stellt dich nun vor vollendete Tatsachen!
Vielleicht hättest du dich auch schon letztes Jahr mit deinem Freund und deinem Papa Weihnachten vorstellen können.
An deiner Stelle hätte ich ehrlich gesagt ähnlich reagiert.
Da fühlt man sich doch verarscht. Und fremdbestimmt von der neuen Frau ..
 
G

Gast

  • #10
Bei allem Respekt, aber du benimmst dich wie ein kleines Kind. Wie alt bist du?

Dein Vater hat eine neue Frau und du selbst einen Partner mit dem du offenbar zusammenwohnst.

Wieso feierst du nicht mit deinem eigenen Partner, muss der Arme ganz alleine bleiben?
Wieso gönnst du deinem Vater nicht eine neue Liebe?
Wieso feiert ihr nicht einfach alle zusammen?
 
  • #11
Ich denke, niemand verlangt von Dir, Deine verstorbene Mama zu vergessen. Aber das Leben geht weiter. Dein Vater ist nicht tot, er muß sein Leben weiter leben und da kommt eben u.U. auch eine neue Frau dazu. Akzeptierst Du das nicht, wird Dein Vater irgendwann wegen dieser Meinung von Dir alt und einsam sein. Willst Du das?
Du wirst sehen, wenn Du erst mal über Deinen Schatten gesprungen bist und eine neue Art des Weihnachtsfestes mit der neuen Frau deines Vaters angenommen hast, dann wird vieles leichter. Auch der für Dich derzeit unvorstellbare Abschied von deiner Mama.
Mein Vater starb, als ich gerade 14 war, ich wäre echt froh gewesen, wenn meine Mutter einen neuen Mann genommen hätte. Ich hätte mich wirklich für sie gefreut.
Komm, nimm mal Dein Herz in beide Hände und befreie Deinen Vater aus der Zwickmühle, sich jedes Weihnachten zwischen zwei Menschen entscheiden zu müssen, die er von Herzen liebt.