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Gast

  • #1

Probleme mit der religiösen Erziehung der zukünftigen Kinder!

Mein Partner und ich sind seit bereits 7 Jahren zusammen.
Wir sind zwar nicht verheiratet, aber er ist der Mann meines Lebens und wir reden daher oft auch über Kinder.
Ein Konfliktpunkt ist die religiöse Erziehung. Ich bin gläubige Christin. Mein Partner hat iranische Wurzeln und wurde als Moslem erzogen, sieht sich selbst aber als liberalen Agnostiker.
Er wünscht sich eine religionsfreie Erziehung. Wir hatten nie irgendwelche Probleme bis jetzt, aber ich wünsche mir sehr, dass meine Kinder auch christlich erzogen werden. Mein Partner ist oftmals gegen alle Religionen, da er nichts davon hält. Ich bin mir zwar sicher, dass er bald nachgeben wird, da er das oft macht, aber ich hätte gerne seinen Segen.

Hat jemand Erfahrung mit solchen Situationen? Wie würde sich denn eine religionslose Erziehung auf die Kinder auswirken?
 
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Gast

  • #2
Bei mir ging die Entscheidung zwar nur um katholisch oder evangelisch, aber meine Eltern wollten, dass wir wählen können. Ich war in einem katholischen Kindrgarten (weil er um die Ecke war), ich kam dafür in der Grundschule in den evangelsichen Religionsunterricht. Ich bin mit meinen besten Freundinnen in den katholischen Gottesdienst gegangen, dann irgendwann aus Neugier mit einer anderen in den evangelischen, alles freiwillig, ohne Zwang, ja sogar ohne Vorschlag meiner Eltern. Ich wurde mit zehn Jahren getauft, und aus mir ist etwas geworden, ich bin nicht gestört usw.

Da Dein Freund wenig Religion vorlebt, Du aber anscheinend religiös bist, wirst Du wohl einfach das Vorbild sein, Deine Kinder werden Dich und Dein Verhalten wahrnehmen. Wenn der Vater der Kinder keine Religion vorlebt, werden sie sich bestimmt automatisch Deiner Religion zuwenden.

Mein Vater und meine besten Freundinnen wurden übrigens gezwungen, in den Gottesdienst zu gehen. Mein Vater ist ausgetreten, meine Freundinnen kümmern sich einfach nicht um die Kirche, sie sind nur noch für ihren Vater Mitglied.

Durch Zwang wirst Du wenig erreichen, lebe es vor, und gib ihnen die Freiheit, die sie brauchen. Erfüllung im Glauben kann man nicht anerziehen.

w
 
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Gast

  • #3
Warum versuchst Du nicht einfach, das Kind dahingehend zu erziehen, ein Mensch zu werden, der Leben respektiert und toleriert? Der hilfsbereit ist. Der rücksichtsvoll ist. Der liebevoll ist.

Ehrlich gesagt habe ich gerade bei diesen seltsamen Vorstellungen der “christlichen Erziehung“ arge Bauchschmerzen. Meine Mutter hat uns auch im christlichen Glauben erzogen. Allerdings ist sie alles andere als ein guter Mensch. Sie ist rechthaberisch, intolerant, bösartig, lieblos und noch vieles negative mehr. Obwohl sie täglich betet und auch täglich zur Kirche rennt und extrem gläubig ist.

Dafür gibt es in der Gesellschaft noch sehr viele Beispiele. Ich erinnere nur an die letzten Skandale bzgl. Missbrauch in der Kirche....

Sorry - bei solchem Sektengetue bekomme ich unangenehme Gänsehaut.

w, 50
 
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Gast

  • #4
Mein Partner hat iranische Wurzeln und wurde als Moslem erzogen, sieht sich selbst aber als liberalen Agnostiker.
Er wünscht sich eine religionsfreie Erziehung. Wir hatten nie irgendwelche Probleme bis jetzt, aber ich wünsche mir sehr, dass meine Kinder auch christlich erzogen werden. Mein Partner ist oftmals gegen alle Religionen, da er nichts davon hält. Ich bin mir zwar sicher, dass er bald nachgeben wird, da er das oft macht, aber ich hätte gerne seinen Segen.
Das kommt ganz darauf an, was du dir unter religiöser Erziehung vorstellst.
Alles, was in eine übertriebene oder fanatische Richtung geht, würde ich ablehnen.
Ich wünsche mir auch, dass mein Sohn die Grundsätze des Christentums kennenlernt, dass wir über die Bibel reden, über Jesus, weil das ganz einfach unser kultureller Hintergrund ist.
Und ich werde ihn so erziehen, dass er das ganze auch lernt zu hinterfragen, dass er lernt, dass die Mächtigen in der Katholischen Kirche da viel uminterpretiert haben, was nicht immer zum Vorteil der Menschen war.
Womit ich allerdings nicht klarkommen würde, das wäre eine religiöse Erziehung, die keinen Freiraum lässt, die zu strengen Regeln zwingt und intolerant ist.
 
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Gast

  • #5
Ich finde, jeder Mensch sollte für sich selbst entscheiden dürfen, woran er glaubt, oder meinst du nicht auch? Glauben ist eine sehr intime Angelegenheit, und sobald sie jemandem aufgedrängt wird, bin ich gegen Religion und dann hat es auch was heuchlerisches Unechtes. Dein Kind kann sich später jederzeit zu einem Glauben bekennen, wenn es weiss, was los ist und was es für sich für richtig hält! Einfach so jemanden Taufen lassen, der sich nicht wehren kann, finde ich unverschämt und übergreifend.

Schau dir die Hardcore-Christenfamilien an und schau dir den Fall Anneliese Michel an. Die Frau ist krank geworden und gestorben, weil sie so gestörte Eltern hatte
 
  • #6
Also einen christlichen Kindergarten oder christlichen Religionsunterricht in der Schule halte ich nicht für eine Beeinflussung vgl. einer Sekte. Sondern eher eine Information über den christl. Glauben, Werte und Anschauungen.

In der Schule war ich stets Klassenbester im Religionsunterricht. Aber nicht durch einen Glauben,
sondern ich lernte das Alles sehr leicht vgl. wie Geschichtsunterricht und Ethik.
Ich schätzte den Unterricht als Information, z.B. über die Bibel, über menschliche Werte, etc.

Zum tiefen, überzeugten christlichen Glauben bin ich dann durch ein persönliches Ereignis gekommen. Das hatte nichts mit dem Religionsunterricht etc. zu tun.

Trotzdem bin ich mit Ende 20 aus der ev. Kirche ausgetreten. Aus eigenem Entschluss, nur wegen der Führung dieser Kirche. Nicht wegen der evangelischen Art und Weise des christl. Glaubens.
Und seitdem in keine Kirche mehr eingetreten.

Mein Stiefsohn bekam einen Kindergartenplatz in einem ev. Kindergarten ohne Probleme.
Obwohl er nicht getauft ist. Sondern seine Mutter überlässt ihrem Sohn die Entscheidung, ob und welche Religion er haben möchte, wenn er dafür alt genug ist.

Ich kann verstehen, wenn Leute sagen, daß sie christlich glauben, aber mit den christlichen Kirchen nichts zu tun haben wollen.
Oder: Sie haben einen Glauben an einen Gott - aber wollen und brauchen keine Religion/Konfession dafür.

Ich hoffe, daß die FS und ihr Mann nicht unter Druck gesetzt werden, daß ihre Kinder Muslime werden müssen. (z.B. durch die Familie des Mannes ?)
Zumal man m.W. aus dem muslimischen Glauben nicht austreten kann/darf.
Aber der Islam ist nicht einheitlich, sondern in 74 versch. Konfessionen = 74 versch. Ansichten.

(m,53)
 
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Gast

  • #7
Die Frage der Religion ist doch nicht das Problem. Vieles wird so laufen, daß der Nachwuchs lernen wird "bei meinem Vater ist es so, bei meiner Mutter ist es eben anders" - angefangen bei der Sprache.

Iran ist komplexer.

Ich bin grad in Pakistan mit schlechten Intenetleitungen unterwegs und auf die Frage, ob Frauen die gleichen Rechte haben, meinte unser tour guide nur "they have their rights but not the same rights as men".

Im Iran ist es sicher nicht anders. Der Mann entscheidet, was passiert. Du kannst gern mal die websiten des Auswärtigen Amtes und die Reisehinweise lesen. Wenn Du mit ihm verheiratet bist, darfst nur in den Iran einreisen, wenn du einen iranischen Paß hast. Damit gilt aber wenn Du im Iran bist iranisches Recht und die Deutsche Botschaft kann Dir nicht helfen - Du bist keine Deutsche mehr sondern Iranerin.

Ein EP Date (eine Deutsche die einen Iraner heiratete) wußte gut zu berichten über dieses Problem.

Das hat den Effekt, daß der Mann entscheidet, ob Du (wohlgemerkt eigentlich deutsche Frau) ausreisen darfst. Für die Kinder dürfte nichts anderes gelten - Du kannst ja mal bei der Botschaft fragen, wie es ist mit Kindern.

Denn es ist nicht alles Friede Freude Eierkuchen. Was wenn Ihr Euch zerstreitet und er einfach mit den Kindern in den Iran reist ? Auch dann wirst Deine Freude damit haben, Deine Rechte im Iran durchzusetzen; es gibt zwar ein Abkommen nach dem bei Kindesentführung die Kinder prompt und ohne Prüfung durch das Zielland an das Land in dem die Kinder lebten zurück gegeben werden müssen - aber das kann man aushebeln.

Was wenn z. B. ein längerer Urlaub im Iran stattfindet ?

Vor diesem Hintergrund kann es einen erheblichen Unterschied machen, ob Du mit ihm verheiratet bist oder nicht; jedenfalls aber würde ich mich in dieser Thematik erst einmal schlau machen und die Fragen lieber durch eine - im Iran gerichtsfeste - Vereinbarung lösen.

Die Relgion kommt zu guter letzt ....
 
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Gast

  • #8
Warum möchtest du die Kinder nicht frei von Religionen erziehen, zumal ihr zwei unterschiedliche Religionen vorlebt. Ich denke du versuchst eure Kinder auf deine Seite zu ziehen und falls etwas mit eurer Beziehung schief geht, keine Gegensätze zu deinen/euren Kindern zu haben.
Ich bin selbst religieonslos erzogen worden, sehe keine Nachteile darin, eher Vorteile.
Im übrigen bin ich auch ein solider, anständiger, arbeitssamer und gut erzogener Wertschöpfender Mensch geworden.
Den größten Vorteil sehe ich bei religionsloser Erziehung, daß man viel toleranter und mit weitaus mehr Akzeptanz den verschieden Religonen gegenüber steht.
Ich glaube du suchst einen Machtkampf mit deinen Partner und kannst vor Egoismus nicht mehr die Vorteile und die Zukunft deiner/eurer Kinder einschätzen, zumal dein Partner im Gegensatz zu dir eine faire Lösung vorgeschlagen hat.
Religionslos werden eure Kinder beide Religionen kennenlernen, einschätzen und achten, aber du möchtest das sie dir nach dem Mund reden.
Du bringst negative Spannung in die Beziehung,die keiner verstehen und brauchen kann-Kopfschüttel!

52m
 
  • #9
99% der "christlichen Werte" finden sich in ALLEN religionsformen.. D.h. Moral ist keine christliche Erfindung.. "Kratze am Christen und du findest den heiden" heisst Es ja nicht ohne Grund...
 
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  • #10
Vielleicht solltest du dir überlegen, was christlich im christlichen Abendland bedeutet. Ich finde es immer spannend, wie Leute die nie in die Kirche gehen, oder nur um Nachbarn zu treffen oder Kontakte zu knüpfen plötzlich zu Christen werden, wenn es drum geht ungeborenen oder konfessionslose zu belehren. In dieser Gesellschaft ist es kaum möglich der Kirche und dem "Christentum" aus dem Weg zu gehen. Noch funktioniert uns Kindergarten und Schulsystem auch noch auf dieser Basis. Viele lassen sich auch einfach nur erpressen und melden sich wieder an weil sie Bammel um den Kita und Kindergartenplatz haben. Spätestens wenn man mal wieder verzweifelt nach Beschäftigung sucht wird man um Martinsgedöns, Ostern, Weihnachten Plätzchen backen eh nicht drum herum kommen. Besonders "christlich" finde ich daran nichts. Man muss auch kein Christ sein um sich ehrenamtlich zu engagieren, zu spenden, etc. Spätestens am Arbeitsplatz oder wenn es sonst wie um Karriere, etc. geht ist christlich sowieso nicht wiederzufinden. Ganz besonders bei der Kirche nicht. Du gehst also kein Risiko ein wenn du es konfessionslos angehst. Wichtig ist dass du ein Rückgrat hast und mit Anstand erziehst. Wir haben eine Vielzahl Religionen im Angebot. Mit Gott, ohne Gott, mit 33.000.000 Göttern, da kann man nicht eintreten, usw. Letztendlich ist es egal ob du an Gott glaubst oder nicht. Wichtig ist das eine Einstellung dem Menschen ein glückliches Leben ermöglicht. Und wahrscheinlich ist es auch ein starker Grund nicht zu wissen was nach dem unweigerlichen Ende kommt. Man muss sich sein Sporen aber eh im Leben verdienen. Auch wenn danach keiner unterirdisch mit der Röstzange, warten sollte. Was man immer glauben kann ist das man dem Prinzip von Ursache und Wirkung zwingend unterliegt. Dein Mann hat offensichtlich aus gutem Grund eine fundierte Meinung. Erfrage noch mal die Hintergründe und diskutiere mit ihm. w47
 
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  • #11
Du müsstest doch anhand deines Mannes sehen, dass man auch ohne Relügion ein moralisch denkender und handelnder Mensch werden kann.

w
 
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  • #12
Dein Partner ist offensichtlich wesentlich reifer als Du. Er als Agnostiker maßt sich nicht an, darüber zu befinden, welches Weltbild richtig sei. Da kannst Du noch viel von ihm lernen.

Warum muß man Menschen immer wieder indoktrinieren? Warum muß man ihnen ein Weltbild aufzwingen? Warum kann man sie nicht selbst entscheiden lassen - und zwar dann, wenn sie alt genug sind, es selbst zu entscheiden? Wie kleinkarriert muß man sein?

M 49
 
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  • #13
Religionsfreie Erziehung ist das beste was den Kindern passieren kann.
Und wenn sie doch den Fehler begehen, sich einer Religion zu opfern, dann sollten sie sich diese zumindest selbst aussuchen.
M,29
 
  • #14
Warum muß man Menschen immer wieder indoktrinieren? Warum muß man ihnen ein Weltbild aufzwingen? Warum kann man sie nicht selbst entscheiden lassen
... um Macht und Kontrolle über die Menschen zu haben.

Das beginnt schon mit der christlichen Kindstaufe, kindlichen Beschneidung bei Buben, usw.
= so früh als möglich für eine Religion/Konfession fixieren, damit er nicht zur "Konkurrenz" abwandert.
Aber vorher, selbst zu Lebzeiten Jesus Christus wurde man erst als Erwachsener getauft.

Bei einer röm.-kathol. Trauung verspricht man bereits, alle künftigen Kinder der r.-kathol,. Kirche zuzuführen.

Vieles in den religiösen Schriften steht nur deswegen drin, damit die Leute es befolgen.
Das war zu Zeiten, wo die Leute es ansonsten kaum befolgten. Und die Gesetzgebung noch in den Anfängen steckte.
Aber vor der Religion bzw. deren Gott, hatten sie mehr Respekt.
z.B. wegen der Lebensmittel: Als es noch keine Kühlgeräte, Konservierungsstoffe etc. gab.

Zum Thread: Ein Weltbild/Weltanschauung und menschliche Tugenden sollte man seinen Kindern schon vermitteln. Ob und wie weit zusammen mit einer Religion und welcher - muß man selber entscheiden.

Schwierig voraus zu sagen. Ob die Kinder später sich für eine Religion entscheiden,
oder Atheisten werden ?

Vorschlag - Kompromiss: Die FS könnte mit ihrem Mann absprechen, ihre künftigen Kinder nach Vorbild des christlichen Weltbildes oder eines allg. menschlichen, sozialen Bildes die Werte zu vermitteln, aber ohne Kirche dabei.
Ob und welche Religion, können dann die Kinder selber entscheiden, im dafür geeigneten Alter.
(z.B. gesetzlich ab 14 J.)

Auch der Islam ist sehr sozial eingestellt.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß irgendwo ein Muslim verhungert ?

In Berlin suchte ein dt. TV-Team türkische Obdachlose - sie fanden keinen Einzigen.
Weil sie untereinander Jedem helfen, auch wenn er nicht mit ihnen verwandt ist.
Andere Obdachlose fanden sie dagegen schon.

Mich haben früher türkische, muslimische Nachbarfamilien gebeten, jederzeit zu ihnen zu kommen
(Tag + Nacht) falls ich dringende Hilfe benötige. (Obwohl ich kein Muslim bin)

Zu einzelnen Festen werden hier öffentlich auch Nicht-Muslime eingeladen. z.B. zum Fasten brechen nach dem Ramadan. Ohne zu missionieren.

d.h. in vielen Werten und Einstellungen wird man Gleiches oder Ähnliches in beiden Religionen finden, was man seinen Kindern vermitteln kann. Ohne Verweis auf eine Religion.

Ob diese Familie jemals in den Iran reisen wird - ist im Thread nicht zu erkennen.
Vielleicht will der Mann gar nicht (mehr) dorthin reisen ?
 
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  • #15
Wäre die Situation umgekehrt - dass die FS die Agnostikerin mit europäischen Wurzeln wäre und der Partner eine muslimische Erziehung wünschen würde - würden die Kommentare hier ganz anders klingen ...

Religionsfreie Erziehung ist in so einem Fall genau das richtige. Die Mutter kann durch ihre praktizierte Religion den Kindern das Thema vorleben, genauso wie der Vater den Kindern das religions-freie Leben vorzeigen kann. Sie haben beides vor Augen und können sich ihr eigenes Bild machen.
 
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Gast

  • #16
Ich bin selbst praktizierender Katholik, meine Frau ist religionslos. Sollten wir einmal Kinder haben, würde ich mir schon wünschen, dass sie meine Religion zumindest kennen lernnen. Allerdings würde ich sie zu nichts zwingen. Letztendlich lebt es sich in unserer zunehmend religionsfeindlichen Gesellschaft (man braucht ja nur die Beiträge in diesem Thread zu lesen) doch wesentlich leichter, wenn man sich nicht ständig für veruntreute Gelder, missbrauchte Kinder etc. rechtfertigen muss. Allerdings werde ich darauf achten, meine Kinder zu toleranten Menschen zu erziehen. Viele, die Religion ablehnen, sind genau das Gegenteil, haben einen enormen Missionseifer und verachten alle Andersdenkenden. Zum Glück gehört meine Frau nicht zu der Sorte.
 
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  • #17
Ich bin mir zwar sicher, dass er bald nachgeben wird, da er das oft macht, aber ich hätte gerne seinen Segen.

Hat jemand Erfahrung mit solchen Situationen? Wie würde sich denn eine religionslose Erziehung auf die Kinder auswirken?
Nun gut, seinen "Segen" wirst du nicht erzwingen können - entweder er steht dahinter oder nicht.

Dein Partner wird jedoch respektieren müssen dass du deinen Kindern bspw. Geschichten aus der Bibel vorliest, christliche Lieder singst oder in Gegenwart der Kinder auch mal betest (bspw. vor dem Essen) - aber du schreibst ja du seist gläubige Christin, also gehe ich mal davon aus das bestimmte christliche Praktiken von dir auch aktiv gelebt werden, und zwar bereits heute (Beten, Bibel lesen, Gottesdienste etc.) - das kannst du ja garnicht von deinen Kindern fernhalten - ansonsten müsstest du dich ja verstellen und auf gewisse Art und Weise Jesus Christus verleugnen.

Ich würde eure Kinder auf jeden Fall nicht taufen lassen, wenn dein Partner kein Problem damit hat wäre eine Einsegnung durch deine christliche Gemeinde gut - aber deine Kinder müssen dann den aktiven Glauben schon selber entwickeln. Die Taufe wäre dann das offene Bekenntnis zu Jesus Christus. Glaube mir, gerade als Jugendliche und im jungen Erwachsenenalter trennt sich die berühmte "Spreu vom Weizen" - ab da muss jeder für sich selber entscheiden welchen Weg er geht. Du kannst deinen Kindern lediglich den Glauben, mit all seinen guten aber auch schwierigen Seiten, aktiv vorleben.
 
  • #18
Eine religionslose Erziehung hat keinen negativen Einfluß auf die Erziehung. Eine Erziehung, die keine Werte vermittelt, schon. Im übrigen ist es mir schleierhaft, wie man als Frau überhaupt religiös sein kann. Niemand hat die Frauen so unterdrückt wie die Kirche. w53
 
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Gast

  • #19
Ich habe dieses Problem von der umgekehrten Seite:

Ich bin Agnostikerin, mein Partner ist Christ.
Finde es sehr schwierig.

Eine christliche Erziehung macht vieles einfacher, zumal wir auf dem Land leben.
Ich bin selbst religionsfrei erzogen worden und fand, dass diese Art der Erziehung mir gut getan hat. Allerdings musste ich schon früh mit der Ausgrenzung klar kommen, die durch Religionsfreiheit in unserer christlich geprägten Gesellschaft entsteht.

Ich denke, dass ich meinem Partner bei der christlichen Erziehung freie Hand lassen werde, und mich einfach ein wenig zurückhalten werde.

Was ich nicht möchte, ist, dass meine Kinder getauft werden. Sie sollen später selbst entscheiden, ob und welcher Religion sie angehören wollen.