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  • #1

Provokantes Thema: Pedanterie.

Ich möchte einfach mal eine gewagte These aufstellen: Haben diejenigen Menschen, die von einem Thema die "geringste Ahnung" - im Sinne von wenig persönliche Erfahrungswerte - haben, gleichzeitig die festgefahrenste Meinung dazu? Themen könnten hier beispielsweise sein: Partnerschaft, Sexualität, zwischenmenschliche Nähe, Hartz-IV-Empfänger, alternative Lebensmodelle und Gesellschaft. Mir geht es nicht wirklich darum, obige These zu untermauern. Ich bitte vielmehr aufrichtig darum, mich vom Gegenteil zu überzeugen.
 
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  • #2
Ich kann dich nicht vom Gegenteil überzeugen!
In vielen Fällen ist es ja genau so, wie du sagst. Menschen, die keine Ahnung von Hintergründen und Details einer Sache haben, betrachten die Dinge von außen und sind deshalb wichtige Teilnehmer einer Diskussion.
Wer selbst festgefahren ist in seiner persönlichen Situation hat leider auch oft Scheuklappen! Die Meinung Außenstehender gibt ihm die Möglichkeit, seine Situation mit anderen Augen zu sehen und eventuell zu überdenken.

Beide Seiten können profitieren, wenn sie offen für Argumente sind.
 
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  • #3
Die These ist etwas zu stark verallgemeinert, aber sie stimmt tatsächlich mit einer gewissen Tendenz.
Allerdings sind es nicht die Menschen die am wenigsten Ahnung haben sondern diejenigen die sich extrem einseitig und nicht besonders tief gehend mit einer Thematik auseinandersetzen.
 
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  • #4
Mit den von mir gemachten Erfahrungen kann ich dich nicht vom Gegenteil überzeugen.

Es ist tatsächlich sehr viel an dem, was du schreibst - und das unabhängig vom Lebensbereich.
 
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VirginiaWoolf

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  • #5
Tendenziell muss ich Dir leider zustimmen.
Es gibt jedoch auch Menschen mit großem persönlichem Erfahrungsschatz, die offen für andere, persönliche Erfahrungen sind, ohne sie zu bewerten.
Ich lege ebenso Wert auf Wiedergabe von persönlich Erlebten, Lehrbuchmeinungen kann ich mir auch anderso im Netz ergoogeln.
Ich behaupte von mir, beruflich wie privat viel erlebt zu haben, und ich muss schon wegen meiner beruflichen Tätgkeit sehr tolerant sein.
 
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  • #6
siri

wenn ich ein einziges mal in meinem leben in paris war und es hat an diesem tag geregnte, könnte ich einfältig genug sein zu behaupten, daß es in paris "immer" regnet - schließlich ist das die erfahrung, die ich gemacht habe.
wenn ich öffters dort bin, stelle ich überraschenderweise fest, daß es auch in paris unterschiedliches wetter gibt.

mit anderen erfahrungen wird es nicht anders aussehen ;-)
 
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  • #7
siri
#4 virginiawoolf
ich stimme dir zu, daß man sich darum bemühen sollte. situationen und menschen unvoreingenommen zu begegnen.
allerding muß ich gestehen, daß es mir bei manchen situationen und vor allem bei manchen menschen zusehends immer schwerer fällt.
so bin ich es einfach leid, voreingenommenen und sehr von sich überzeugten menschen immer wieder - und immer wieder total sinnlos! - freundlich gegenüber zu treten. manchmal fällt mir nur noch: "dumm geboren, dumm aufgewachsen und nix dazugelernt" ein. und dann hadre ich wieder mit meiner eigenen unvoreingenommenheit...
 
  • #8
Nein, die These der Titelfrage ist falsch. Schon deswegen, weil ein pauschaler Zusammenhang vermutet wird, der so einfach nicht zutreffen kann. Manchmal wird es so sein, manchmal wird das Gegenteil zutreffen.

Um aber Überzeugungsarbeit zu leisten, möchte ich folgendes Argument zur Diskussion stellen: Gerade jene, die persönliche Erfahrungen haben, neigen oft dazu, ihren Einzelfall unzulässig zu extrapolieren und sind sich dann "bombensicher", dass sie recht haben, weil es in ihrem persönlichen Fall ja tatsächlich so war.

Ein Beispiel sind z.B. diese dusseligen Fragen a la "Sind alle Männer X, weil mein letzter war so", "Wollen alle Frauen Y?". Daran merkt man doch sofort, dass EINE persönliche Erfahrung eben nicht ausschlaggebend ist und eben nicht wertvoll im Sinne des Erkennens des "großen Ganzen" ist.

Ein weiteres Beispiel sind z.B. statistische Ergebnisse, die eindeutig korrekt sind (z.B. überwiegende Infektionswege von HIV oder Scheidungsquoten von Zweitehen), weil sie einfach nichts mit Meinung, sondern mit erfassbaren Fakten zu tun haben. Da argumentiert dann jemand mit der Infektion einer Bekannten oder mit der eigenen tollen Zweitehe. Das ist alles unstrittig und "beide haben recht" in einem gewissen Sinne, nur wird einfach nicht erkannt, dass die überwältigende Mehrheit der Fälle eben nicht diesem persönlichen Muster entspricht.

Ein drittes Beispiel, das wir auch hier im Forum oft erleben, sind zum Beispiel "Mütter". Wer ein Kind hat, weiß pauschal bescheid, wie man gut erzieht (wo kommen all die schlecht erzogenen Kinder her?) und so weiter, und unterstellt auch noch allen Kinderlosen, dass sie das per se nicht wissen können. Das ist natürlich falsch, denn vieles hat mit gesundem Menschenverstand zu tun und fast alle haben ab einem gewissen Alter ja auch Patenkinder, Neffen und Nichten oder aufgrund beruflicher Qualifikation Erfahrung damit.

Zurück zu den konkreten Punkten der Titelfrage: Was alternative Lebensmodelle angeht, so darf man dazu doch eine eigene Meinung haben. Ich muss keine Ehe-zu-Dritt führen, um zu wissen, dass das nichts für mich ist. Ich muss mich nicht auspeitschen lassen, um zu erkennen, dass ich daraus keinen Lustgewinn ziehe. Und so weiter. Ich finde den Ausdruck "festgefahren" der Titelfrage daher unfair und vorverurteilend.

Es ist leider so, dass "persönlich Erlebtes" gerade von Laien immer viel höher eingestuft wird als wirkliche Ahnung vom Fachgebiet. So erklären sich ja auch die Millionen Esoterikgläubiger, weil es "bei meiner Freundin Anna funktioniert hat". Was sind da schon glaubhafte Studien kundiger Wissenschaftler gegen? Pah, nichts wert. Festgefahren. Wir dagegen gucken über den Tellerrand. War nicht die Warze von Bettina auf dem Friedhof weggegangen? Soll nicht klappen? Pah, blöde Wissenschaftler.

Nein, für mich ist die Überhöhung individueller Erlebnisse und das fälschliche Extrapolieren auf "die Welt" einer der größten Fehler, den man bei Diskussionen begehen kann. Hinterfragen, lernen, verstehen. Erkenntnis und Einsicht, das sind die Werte, die uns weiterbringen. Das Einsehen, dass es in 90% der Fälle anders ausgehen kann, obwohl es die 10% Fälle gibt, die man selbst erlebt hat, erfordert wirklich Denkvermögen. Schnell wird so was als 50-50 dargestellt, weil "ja beides passieren kann". Klar, kann es. Aber mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten eben.

Nichtsdestotrotz ist persönliche Erfahrung natürlich sehr wertvoll und auf manchen Gebieten auch gar nicht zu ersetzen. Je mehr Unterschiedliches man erlebt hat, je mehr Kontakte man zu Neuem hat, desto offener ist der Geist und die Wahrnehmung. Man muss bloß persönliche Erfahrungen eben auch als das erkennen, was sie sind: rein persönliche Erfahrungen und nicht die goldene Regel der Welt. Dann ist Erfahrung wertvoll.
 
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  • #9
Ein Forum ist dazu da, Ratschläge zu erbitten und zu erteilen, persönlich Erlebtes mitzuteilen, Antworten zur eigenen Reflektion zu nutzen, bewusst provokante Fragen aufzuwerfen, wissenschaftliche Hintergründe nachzufragen und zu verbreiten etc.

Wo also ist das Problem? Hier kann sich jeder äußern, mit oder ohne jeden Hintergedanken.

Das einzige, was mich an der Frage stört, ist der Zusammenhang mit dem Begriff "Pedanterie". Jetzt bin ich mal pedantisch, den "Pedanterie" heißt soviel wie: Spitzfindigkeit, Kleinkariertheit, Umständlichkeit, Bürokratismus.
Und davon, meine ich, kann man zwar in allen Threads in allen Antworten genug finden - das ist aber nicht schlimm, weil es ja den Fragesteller hoffentlich erhellen soll und ihm in seiner Reflektion behilflich sein soll bzw. ein Versuch sein soll, einen Querschnitt an Meinungen von Otto-Normalverbraucher zu erhalten. Jedes Individuum darf seinen eigenen Wissenstand haben, darf seine eigenen Erfahrungen gemacht haben und darf seine eigene Meinung vertreten.

Das hab ich hiermit getan, ob es passt oder nicht sei dahingestellt.
 
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Berliner30

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  • #10
Wenn jemand in einem Gebiet wenig Ahnung hat, kann man das doch ziemlich leicht durch gezielte Fragen herausfinden.
"wenig persönliche Erfahrungswerte" - jeder hat doch starke und schwache Themengebiete und jeder drückt sich unterschiedlich aus. Das eine bedingt doch nicht das andere. Manch einer steht gerne im Fordergrund und manch einer ist eher ein ruhiger Zeitgenosse. Ein ruhiger Mensch ist doch nicht zwangsweise ein "wenig erfahrender". Pauschale Oberflächlichkeit gibt es leider viel zu oft.
"festgefahrenste Meinung" - ist auch wieder so ein negativ Begriff, ich würde mal einfach sagen, das es schön ist, wenn jemand überhaupt eine schlüssige Meinung zu jedem Thema hat. Wahrscheinlich sieht das die ältere Generation anders, aber in meinem Alter ist das noch recht selten vertreten.
 
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  • #11
siri
#7frederika
und wieder einmal versuche ich unvoreingenommen zu folgen, und sehe die sache dennoch anders.

- wenn 98.9 % aller frauen in der reiterstellung einen orgasmus bekommen, ich aber nicht, dann hilft es mir nichts zu wissen, daß 98,5 % einen orgasmus in der reiterstellung bekommen - ich komme mir in negativsten fall nur etwas absonderlich vor.

-und wenn ich mich am ersten tag des skiurlaubs damit verrückt mache, daß die meisten skiunfälle am ersten urlaubstag passieren, fahre ich eventuell genau deshalb so verkrampft und unsicher, daß ich ganau deshalb einen unfall habe. nennt man auch selbsterfüllende prophezeiung.

- übrigens kann dir jeder mediziner bestätigen, daß warzen tatsächlich weg gehen, wenn man auf einem friedhof, bei vollmond eine schnecke drüber kriechen läßt. man muß nur wirklich daran glauben, dann klappt es!

also mir haben in meinem leben allgemeine statistiken und grundsätzliche wahrheiten kein stück weitergeholfen. ich habe immer selbst nachgedacht und das war gut so! ;-)
 
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  • #12
"Es ist leider so, daß "persönlich Erlebtes" gerade von Laien immer viel höher eingestuft wird als wirkliche Ahnung vom Fachgebiet. "

Genau das ist der Punkt! Bestes Beispiel hierfür findest du aktuell in deiner Antwort zum Thema "Wie finde ich eine devote Partnerin". Du kennst dich in der Thematik so wenig aus, daß du gar nicht siehst, was der Fragesteller sucht. Genau deshalb vermutest du auch, daß die meisten Frauen abgeschreckt reagieren, wenn sie seine Zeilen lesen.

Du hast in diesem Bereich nichts erlebt. Du unterliegst anderen in diesem Thema fachlich gesehen bei weitem. Wieso glaubst du, dem Fragesteller hier helfen zu können?
 
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  • #13
siri
#11
ja genau bei dieser frage habe ich mich auch über einige antworten gewundert.
warum will man den armen mann in die "szene" schicken (in die er ja ausdrücklich nicht möchte!) obwohl es bestimmt einige! frauen bei ep gibt, die mit einem mann wie ihm sehr glücklich wären?
ja, das ist ein wunderbares beispiel, daß statistiken und ratschläge von einzelnen einfach keine allgemeingültigkeit haben.
 
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  • #14
Also für mich sind diese
"... dusseligen Fragen a la "Sind alle Männer X, weil mein letzter war so", "Wollen alle Frauen Y?"...." das Infragestellen dieser statistischen und studienhaften Aussagen,
sind sie die legitime Gegenwehr, in ein Schema gepresst zu werden, das angeblich statistisch richtig ist.

Statistische Ergebnisse sind nie korrekt, sondern nur ein Auszug aus der Realität.
Dazu sollte man die Rahmenbedingungen kennen, unter denen die Ergebnisse gewonnen wurden.

Persönliche Erfahrungen sind wertvolle Hinweise und Denkanstöße, ich kann mir nicht
vorstellen, dass sich diese Forumsteilnehmer als "bombensicher" geltend machen.

Es gibt jedoch genügend Beiträge, in denen Lehrbuchmeinungen pedantisch und gebetsmühlenartig wiederholt werden und personliche Erfahrungen als "Quatsch" abgetan werden.
Mir geben Statistiken gar nichts, weil sie mein Denken und Verhalten kaum beeinflussen,
schon gar nicht wenn ich verliebt bin oder richtig liebe.
Wenn ich mich in einen HIV-infizierten verliebe, ist es gleich wie er sich infiziert hat,
dann möchte ich, dass wir beide bestmöglich mit diesem Problem leben und lieben.

I. Ü.: Als Mutter weiß ich, dass ich auch Fehler in der Erziehung gemacht habe.
Kinderlose behaupten oft, dass sie alles richtig machen würden.

QueenMom
 
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  • #15
@siri von #11
Gerade in diesem Bereich sind aber doch Zahlen genannt worden. Es gibt auch einen absolut passenden Artikel im Spiegel mit passenden Definitionen. Die Zahlen und die Definitionen widerlegen aber die eigene persönliche (Nicht)erfahrung und decken auf, daß vorherige Äußerungen nicht gerade mit Fachwissen glänzten.

Stattdessen beschränkt man sich immer wieder auf die eigenen nicht vorhandenen Erfahrungswerte, die mehr als Auskünfte von qualifizierten Fachleuten wiegen.

Läßt die Vorgehensweise in diesem Thema Rückschlüsse auf die Qualität der restlichen Äußerungen zu?
 
V

VirginiaWoolf

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  • #16
Ich halte mich eigentlich zurück, wenn ich von einem Thema keine Ahnung und keine Erfahrungen habe.
 
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  • #17
Besten Dank, Virginia. Genauso würde ich mich auch verhalten. Warum besteht man dann also in voller Kenntnis der eigenen Unwissenheit immer wieder darauf, anderen einen Rat zu erteilen? Und wie muss ich jemanden einordnen, der in diesem Wissen die angebotenen Informationsquellen nicht nutzt, um den Kenntnisstand anzupassen?
 
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shyguy

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  • #18
Der Eine hält eine Meinung fest, weil er sich etwas darauf einbildet, von selbst auf sie gekommen zu sein - der andere, weil er sie mit Mühe gelernt hat und stolz darauf ist, sie begriffen zu haben: Beide also aus Eitelkeit.
F. Nietzsche
 
  • #19
@#10: Dein Beispiel mit der Reiterstellung stellt keinen Widerspruch zu Frederikas Statement in #7 dar. Mathematisch gesehen sprechen wir hier über A-priori-Wahrscheinlichkeiten, also Wahrscheinlichkeiten ohne Vorwissen über den zugrundeliegenden Fall. Wenn du also noch nie die Reiterstellung mit jemandem probiert hast, dann wären solche Zahlen für dich vielleicht relevant (was natürlich nicht heißt, dass man die Stellung nicht doch mal ausprobieren könnte). Wenn du aber schon weißt, dass du dabei nicht kommen wirst, dann spielt natürlich die Wahrscheinlichkeit trivialerweise keine Rolle mehr für dich. Bei der Frage, ob man beispielsweise mit einer völlig Unbekannten Spontansex haben sollte oder nicht, sieht das aber zum Beispiel ganz anders aus.

Die selbsterfüllende Prophezeihung im Zusammenhang mit dem Skiurlaub stellt nur dann ein Problem dar, wenn du die falschen Schlüsse aus der Erkenntnis ziehst, dass statistisch gesehen die meisten Unfälle am ersten Skitag entstehen (wenn das denn stimmt). Statt sich diesem vermeintlichen Schicksal hinzugeben, wäre es angebrachter, einfach am ersten Tag noch nicht so sehr auf's Tempo zu gehen und riskante Manöver zu vermeiden, weil sich die Muskeln noch nicht auf die Belastung eingestellt haben.

Das Friedhofbeispiel kommentiere ich jetzt mal nicht. Aber dass dich allgemeine Statistiken nicht weitergebracht hätten, bezweifel ich ganz klar. Du bist dir einfach nur nicht bewusst, dass du Entscheidungen auf statistischer Grundlage mindestens 20 Mal am Tag machst, auch wenn die meisten davon nicht besonders wichtig sind.
 
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  • #20
#7 Hast Du auch statistisch gesicherte Beispiele, die Deine These belegen, oder extrapolierst Du anhand von ein paar Fragen und Bemerkungen, die Du hier im Forum erlebst?

Ein Beispiel aus der aktuellen Diskussion fällt mir ein, dass die These des Fragestellers leider bestätigt: In der Schweiz wurde das Minarettverbot am stärksten in den Kantonen bestätigt, die als am ländlichsten gelten, und die den geringsten Anteil an Muslimen haben.
http://www.drs4news.ch/www/de/drs4/nachrichten/schweiz/abstimmungs-ticker/153927.153976.resultate-minarett-initiative.html
 
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  • #21
Mir persönlich erscheint in diesem Zusammenhang folgender Punkt entscheidend: jeder kann/darf/soll! eine eigene Meinung haben, kritisch wird es aus meiner Sicht dann, wenn jemand seine eigene Meinung als allein-seligmachende, allein wahre dargestellt, vielleicht noch "untermauert" mit irgendwelchen Statistiken (übrigens: wenn ich will, kann ich zu allem Daten finden).

Wenn nach einer PERSÖNLICHEN MEINUNG/ERFAHRUNG gefragt wird, wie das hier im Forum meist üblich ist, dann sind Statistiken völlig irrelevant. Es darf mir auch gerne jeder was zu meiner persönlichen Meinung sagen, diese ist nicht in Stein gemeißelt, ich muß sie nicht mit Zähnen und Klauen verteidigen, ich bin durchaus Erweiterungen meines Horizont gegenüber aufgeschlossen.

Was einer fruchtbringenden Diskussion allerdings absolut entgegensteht, sind Totschlagargumente wie z.B. Verweise auf "die überwältigende Mehrheit der Fälle " - ein wie schwaches Selbstbewußtsein muß man haben, um solche Killerphrasen zur Stützung der eigenen Meinung zu brauchen? Von diesem Standpunkt aus betrachtet hat es mit Pedanterie im eigentlichen Sinn des Wortes für mich wenig zu tun.

Cif
 
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VirginiaWoolf

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  • #22
@#21 Cif,
dein Beitrag gefällt mir sehr gut, bestätigt mir meine Beobachtung, dass manche Argumente immer wieder als Killerphrasen auftauchen.
Ob in der Absicht bzw. Hoffnung, die Stimmung anzuheizen oder die Diskussion abzuwürgen, um als vermeintlicher "Sieger" dazu stehen nch dem Motto "Ich fasse zusammen ... seht Ihr ich habe recht gehabt.", da weiß ich allerdings nicht.
Virginia
7E24F3CD
 
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  • #23
siri
ach#19thomashh
wir reden von grundsätzlich unterschiedlichen dingen, die wir auch noch aus verschiedenen blickwinkeln sehen.
ich spreche von meiner erfahrung mit z.b. der reiterstellung, du sprichst von mathematischen a-priori-wahrscheinlichkeiten. da niemand mit wahrscheinlichkeiten oder der mathematik sondern mit einem menschen sexualität teilt, nehme ich mich etwas ernster als deine mathematik.
der gedanke der selbsterfüllenden prophezeiung stammt übrigens nicht von mir (einer amateurin :)
sondern von profis!

wenn du mir jetzt noch erklären könntest, warum es trivial ist, daß ein stellung (die reiterstellung), die von wirklich wichtigen leuten als optimal und orgasmusfördernd bezeichnet wird, bei mir total wirkungslos bleibt. ich empfinde das fast als eine art tragik!

die schneckengeschichte stimmt übrigens - frag mal einen fachmann ;-)
 
  • #24
@#23. "da niemand mit wahrscheinlichkeiten oder der mathematik sondern mit einem menschen sexualität teilt [...] " - habe ich was anderes behauptet? Und steckt hinter dieser trivialen Aussage eine Erklärung, warum #10 ein Widerspruch zu #7 sein soll? Siri, ich glaube nicht, dass du meinen Beitrag #19 überhaupt verstanden hast.
 
  • #25
@#21: Was sind denn das für schräge Ansichten?

"kritisch wird es aus meiner Sicht dann, wenn jemand seine eigene Meinung als allein-seligmachende, allein wahre dargestellt"

Eine Meinung ist eine Meinung. Der Ausdruck "wahre Meinung" ergibt doch keinen Sinn. Eine Meinung kann man mit Fakten untermauern, die wahr oder falsch sein können. Darüber hinaus kann sie auf Tatsachenbehauptungen basieren, die darüber hinaus auch "halbwahr" sein können.

"Wenn nach einer PERSÖNLICHEN MEINUNG/ERFAHRUNG gefragt wird, wie das hier im Forum meist üblich ist, dann sind Statistiken völlig irrelevant"

Auch das ist Unsinn. Eine fundierte Meinung sollte doch gerade auf Fakten basieren und das sind oft Statistiken. Wenn ich zum Beispiel die Meinung vertrete, dass promiskes Verhalten gesundheitsgefährdend ist, dann basiert das letztlich auf statistischen Zusammenhängen.

"Was einer fruchtbringenden Diskussion allerdings absolut entgegensteht, sind Totschlagargumente wie z.B. Verweise auf "die überwältigende Mehrheit der Fälle " - ein wie schwaches Selbstbewußtsein muß man haben, um solche Killerphrasen zur Stützung der eigenen Meinung zu brauchen?"

Was hat denn das mit Selbstbewusstsein zu tun, wenn man argumentiert, dass eine große Population eine bestimmte Eigenschaft teilt? Das ist doch völlig abstrus. Und was heißt denn hier Killerargument? - Widerlege doch einfach die Tatsachenbehauptung, wenn du kannst. Wenn dir das gelingt, entziehst du der Meinung des anderen die Faktengrundlage, wodurch sie dann unbegründet und damit willkürlich erscheint.

"Von diesem Standpunkt aus betrachtet hat es mit Pedanterie im eigentlichen Sinn des Wortes für mich wenig zu tun."

Das ist der einzige Punkt, bei dem ich dir zustimme. Den Begriff Pedanterie - also Kleinlichkeit - kann ich in diesem Thread eigentlich überhaupt nicht einordnen.
 
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  • #26
siri
##24thomas hh

stimmt. ich verstehe es tatsächlich nicht, wenn ein mensch, der mich überhaupt nicht kennt, meint mir erklären zu können, ob ich mir einer entscheidung bewußt bin, oder eben nicht.

kommunikation wird schwierig, wenn ich versuche zu erklären, wie ich eine situation sehe und du in deiner antwort auch erklärst, wie ICH sie (deiner ansicht nach) sehe.

ich denke, es ist einfacher, wenn du dem fragesteller deine und ich ihm meine ansicht und erfahrungen (die offensichtlich wenig gemeinsames haben) mitteilst. :)

allgemeine statistiken findet er, wenn sie ihn interessieren sollten, überall im internet, dazu braucht niemand das forum.
 
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  • #27
(M)Eine persönliche Erfahrung beruht im allgemeinen nicht auf Statistiken, sie muss
auch nicht verallgemeinerbar sein, um in sogenannte Statistiken und Studien einzugehen.
Persönlich ist eben persönlich, und meist mit mehr Einfühlungsvermögen, mit mehr
Denkanstößen verbunden als kaltschnäuzige Statistiken.
Über eine persönliche Erfahrung, eine persönliche Empfehlung eines Forumautors
freue ich mich jedenfalls mehr. Es regt mich zum Nachdenken an, regt mich an, meine
bisherige Haltung und Meinung zu überdenken, in mich zu gehen, mich zu besinnen,
neuen Mut zu schöpfen. Das haben Statistiken bisher nicht geschafft.

Außerdem darf aus mathematischer Sicht manche dieser Statistiken und Studien doch
bezweifelt werden, weil nur unzureichende Beschreibung der Rahmenbedingungen und zu
geringe Datenmengen. Sie haben z. T. BILD-Dir Deine-Meinung - Niveau, was bisweilen
auch im EP-Magazin zu lesen ist.

Promiskes Verhalten, das es ja nur in diesem Forum zu geben scheint
- denn nirgendwo sonst ist mir dieses Verhalten so oft begegnet wie hier -
muss bei entsprechender "Vorsorge" nicht mehr gesundheitsgefährdend sein
als die Teilnahme am Straßenverkehr.
Unklar ist auch, ab wann man promisk ist.
Ich könnte sagen, jeder, der bis zum 50. Lebensjahr mehr als 8 Sexualpartner hatte.
Da höre ich jetzt die aufschreien, die sagen, dass laut Statistik
Leute bis zu xxx Jahren (Alter) (durchschnittlich) yyy Sexualpartner hatten.
Keine Angst, liebe Leser, es liegt mir ganz, ganz fern, irgendjemandem promiskes Verhalten
zu unterstellen.

@ThomasHH, hast Du auch eine eigene Meinung, oder berauschst Du Dich nur an der
Kritik an anderen Beiträgen, was Dir doch
- nach Deinen eigenen Worten vor einiger Zeit an mich gerichtet -
so verhasst ist.
Und warum nimmst Du pedantisch jeden Satz auseinander, Dein Denken sollte
doch so "robust" [ich zitiere Dich noch einmal] sein, zu begreife, was gemeint ist.

Virginia
7E24F3CD
 
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  • #28
Es gibt Menschen, die sehr viel Erfahrung - nämlich die aus dem Fernsehprogramm - besitzen.
 
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VirginiaWoolf

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  • #29
@#28. solche meine ich nicht, und das trifft auch für mich nicht zu. ;-)
 
  • #30
@#26: "allgemeine statistiken findet er, wenn sie ihn interessieren sollten, überall im internet, dazu braucht niemand das forum." - kann sein, aber viele für partnerschaftliche Belange relevante "Statistiken" bekommt man nur in Foren wie diesem. Oder hast du bei Destatis schon mal eine Statistik gefunden, wie viele Partnerbörsenmitglieder beim Alter schummeln?

@#27: Klar habe ich eine eigene Meinung zum Thema. Ich gehe konform mit #7. Der aufmerksame Leser hat das implizit schon #19 entnommen. Und Kritik muss konkret sein, um Missverständnisse und Verständnisschwierigkeiten zu vermeiden. Das ist in einem Forum noch wichtiger als im RL. Deswegen sage ich immer genau, welchen Aussagen ich widerspreche. [mod].
 
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