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Gast

  • #1

Psychische Gewalt in der Partnerschaft

Seit sehr langer Zeit bin ich mit einem Freund befreundet, der nun seit ca. 2 Jahren eine Beziehung zu einer Frau hat. Zum Anfang wirkte alles normal und beide schienen glücklich. Sie zogen nach einem Jahr zusammen. Zuerst nahm er sie am Wochenende mit zu Partys und Konzerten, damit sie unseren großen Freundeskreis kennenlernen konnte. Jedoch gab sie ihm das Gefühl sich ständig um sie kümmern zu müssen. Bei den Veranstaltungen redeten sie fast gar nicht mehr mit anderen Menschen und klebten aneinander. Heute gehen sie nur noch mit Paaren aus, die sie gemeinsam kennen gelernt haben und das aber auch sehr selten. Wenn mein Kumpel Abends weg gehen möchte, macht sie ihm (ich weiß nicht wie) ein schlechtes Gewissen. Er geht fast gar nicht mehr aus und meidet den Kontakt zu seinen Freunden, um sie nicht zu verärgern. Zuhause putzt er die Wohnung und kauft ein, bevor sie nach Hause kommt, um sie bei guter Laune zu behalten (Sie will, dass alles immer super aufgeräumt ist). Das einzige Hobby, was er noch hat, üben sie zusammen aus (ein Kurs, bei dem sie sich kennenlernten). Zum Thema Weggehen sagte sie ihm, dass sie nirgends mehr hingeht, wo geraucht wird. Also geht er jetzt auch nur noch ganz selten und eher auf mein Drängen zu den Veranstaltungen, wo er auch seinen Freundeskreis treffen kann. Dann aber ohne sie. Er schaut dann ständig auf die Uhr und ist nervös und will früh heim gehen. Wenn Andere fragen, was er so die ganze Zeit macht, weil man ihn kaum noch sieht, ist er verlegen und sichtbar peinlich berührt und weiß nichts zu antworten. Zuhause darf er nicht telefonieren, weil sie sagte, dass es sie stört und sie lieber die Zeit mit ihm verbringen möchte und er die Zeit nicht mit telefonieren verschwenden sollte.

Dazu muss ich sagen, dass er vor dieser Beziehung lange keine Beziehung hatte außer One-Night-Stands. Er war aber ein sehr charakterstarker und selbstbewusster Mann, der ziemlich genaue Vorstellungen von allem hatte. Kürzlich bat er mich um Hilfe, weil er nun unglücklich ist, weil sein Leben so unfrei wurde, aber ich weiß gar nicht wie ich ihm da helfen kann, außer trotzdem mich hin und wieder mit ihm zu treffen und zu Freunden (die er stark vermisst) mitzunehmen. Ich würde ihn ja gerne irgendwie stärken, damit er seiner Freundin mal ein paar Grenzen ziehen kann. Er ist nur leider total konfliktunfähig und verzieht sich eher, als sich den Problemen zu stellen. Er hält es nicht aus, wenn sie ärgerlich ist. Er sagte mir, zuhause wird nie geschrieen. Sie straft ihn eher damit, dass sie schmollt oder anfängt Dinge zu verdrehen und herumzumaulen. In den Situationen, weiß er dann gar nicht was er machen soll.

Kennt das jemand aus eigener Erfahrung? Weiß jemand was ich ihm vielleicht geben könnte, um ihm zu helfen? hat jemand gute Tipps oder eine Erklärung?
 
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Gast

  • #2
Wie alt ist denn Dein Freund? Als Erwachsener sollte man gelernt haben Position zu beziehen. Entweder er lernt es oder trennt sich.

"Er war aber ein sehr charakterstarker und selbstbewusster Mann, der ziemlich genaue Vorstellungen von allem hatte....." - wohl eher nicht!

Als Freund/in solltest Du mit ihm Tacheles reden, vorausgesetzt es liegt Dir wirklich an ihm?!

w41
 
G

Gast

  • #3
Wow! Das geht ja gar nicht, dass dein Freund so behandelt wird. Psychische Gewalt kann schlimmer sein, wie körperliche. Ich würde ihm wirklich eine Annonyme Stelle anbieten. Es gibt ja Stellen, die Beratung anbieten. Er muss endweder mit ihr sprechen, ihr Grenzen setzen oder sich trennen. Hat er Angst nie wieder eine Frau zu finden? Macht sie ihn süchtig? Ist er ohne sie finanziell schlechter dahin gestellt? Menschenskinder, das darf es nicht geben. Wir schimpfen so oft über die bösen Männer und dabei gibt es auch Opfer unter ihnen. Also, nimm ihn meinetwegen an die Hand und geh zur Familienberatungstelle oder rufe bei Frauen helfen Frauen an und lass dir eine Kontakstelle für Männer geben. Wenn er Angst hat, sie könnte ihn rausschmeißen, dann biete ihm einen Schlafplatz für Vorrübergehen an. Schlägt sie ihn vielleicht? Das kann natürlich auch ein Grund sein und ich kann mir kaum vorstellen, dass er es dir dann sagen würde. Es ist immerhin noch ein Tabu Thema. Du musst ihm helfen. Tut mir echt leid für ihn.Alles Gute
 
  • #4
Genau so stellen sich viele der hier postenden Menschen, vor allem Frauen, die ideale Beziehung vor.

Dein Freund hat sie gefunden und lebt sie. Ist doch wünschenswert!

*Ironiemodus off*

Lieber Fragesteller, da muss er schon selber draufkommen, wie er sein Beziehungsleben und seine Freundschaften und seine sonstigen Interessen unter einen Hut bringen möchte. Als Außenstehender kannst Du da relativ wenig ausrichten - denn wenn Du gegen die Beziehung oder ihre Ausgestaltung sprichst, wirst Du eher als der miesmachende Buhmann abgestempelt werden und kaum als der ein Beziehungs-Extrem aufzeigende Augenöffner.
 
L

Löwin

  • #5
Aber frizzante - wie kommst Du denn darauf. Das stimmt doch gar nicht.
Ich finde es zunächst mal gut, dass der FS nicht einfach dem Freund versucht die Frau auszureden, sondern versucht auf anderem Wege zu helfen.

Der Freund könnte versuchen, über professionelle Hilfe Antworten auf seine Fragen zu bekommen. Also Antworten auf die Fragen, was seine Freundin für ein Problem hat. Vielleicht hat sie dramatisch schlechte Erfahrungen gemacht...vielleicht ist aber auch einfach nur ein super verwöhntes Mädchen.
Das kann man nicht wissen.
Lieber FS: Wie empfindest Du denn die Freundin? Eher ängstlich oder verwöhnt und zickig?
Grundsätzlich lasst ihn nicht hängen, sondern kümmert Euch weiterhin.
 
G

Gast

  • #6
Hallo! Ich bin die Fragestellerin.

Danke für eure Antworten.

Ich habe bereits mit ihm des öfteren darüber gesprochen und ihm geraten ihr klar zu wiedersprechen, wenn sie ein Verhalten aufzeigt, das gar nicht geht. Seine Angst vor streit ist sooo groß, dass er sagt, dass er es nicht kann. Dann sagt er lieber nichts und beide verziehen sich für ein paar Stunden in verschiedene Zimmer. Etwas ausdiskutiert oder drüber gestritten wird niemals. Als ich ihm Therapie vorschlug lehnte er ab. Er hat einfach viel Hoffnung, dass es einfach so besser wird. Er hat in den letzten zwei Monaten mich mal selten angerufen, trotz ihrer Anwesenheit, wo sie unaufhörlich versuchte ihn durch Gespräche abzulenken. Irgendwie haben beide einen Knall. Einmal sie, weil sie ununterbrochen Aufmerksamkeit braucht und einmal er, weil er sich dazu verpflichtet fühlt ihr es recht zu machen. Ich finde das so schlimm, weil ich auch merke, dass er immer kleiner wird.

Schlagen tut sie ihn bestimmt nicht. Aber gefragt habe ich ihn das auch schon und es schien so, als wäre das wirklich nicht der Fall.

Er ist jetzt 32 und sie ist 25 (glaube ich). Finanziell ist sie eher von ihm abhängig. Aber ich werde ihm wirklich mal anbieten, dass er zu mir rüber kommen kann, falls etwas passiert.

Gegen die Beziehung so voll und ganz bin ich nicht und das habe ich ihm auch gesagt. Ich glaube auch, dass nichts schlimmer ist, wenn die beste Freundin die Freundin nicht mag. Ich versuche wirklich neutral zu sein, auch wenn es mir schwer fällt. Mein rat war auch, dass es ganz wichtig ist im Leben seinem Partner, Freunden und auch Kindern klare Grenzen aufzuweisen. Auch als Orientierung für seine Partnerin, damit sie weiß, was geht und was nicht und damit sie lernt ihre Wut und ihren Ärger selbst zu regulieren ohne ihn als Ventil zu missbrauchen. Das ist nur leider zu theoretisch für ihn.

Ja, und er war 10 Jahre Single!!! Obwohl er ein sehr hübscher intelligenter sportlicher Mann mit gestandenem Beruf und Einkommen ist. Er hat definitiv Schiss, dass sie (die für ihn ideale Partnerin angeblich) mit ihm Schluss macht. Das wäre für ihn eine Katastrophe. Wie kann er nur lernen mal standhafter gegenüber seiner Freundin zu sein und seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse befriedigen zu können. Es ist doch auch normal, dass er Kontakt zu seinen Freunden braucht. Wie kann ihr das so egal sein? Ich versteh das nicht.

Hat jemand noch einen Gedanken dazu?
 
G

Gast

  • #7
Ich, die Fragestellerin:

Ich habe sie vier Mal erlebt. Natürlich zusammen. Sie hatte immer einen neutralen Gesichtsausdruck, gemischt mit etwas verkrampften. Wenn sie aber dann gesprochen hatte, war ich überrascht über ihre starke ausdrucksvolle Stimme, weil sie eben so niedlich aussieht. Sie hat sich mit mir nur Smalltalk geleistet (über Beruf und Studium). Wenn ich über etwas anderes sprach oder mal einen Witz gemacht hatte, ist sie stumm geblieben.

Anfang des Jahres hatte ich mal eine tolle Party gegeben und mein Kumpel kam mit seiner Freundin. Sie hatte sich mit niemand anderem unterhalten, obwohl wahnsinnig viele verschiedene lustige Leute da waren. Ich dachte mir, dass sie ja auch gar keine Chance hat Leute kennenzulernen, wenn sie so aneinander kleben. Da bin ich zu meinem Kumpel gegangen und habe ihm eine Kamera in die Hand gedrückt um die Band zu filmen. Dann stand sie da ohne mal Kontakt zu anderen aufzubauen. Später hörte ich dann, dass sie deswegen einen "riesen Streit" hatten auf dem Nachhauseweg. Sie schmollte, sprach nicht mehr und er hatte viele Fragezeichen im Kopf. Ich dachte mir daher, dass sie weniger soziale Kompetenzen hat als mein Kumpel (was er bestätigte) und sie aber sieht, wie beliebt er ist und keine Probleme hat mit anderen Menschen zu kommunizieren. So ganz im Gegenteil zu ihr. Meine Hypothese ist, dass sie einen Sozialneid hat. Wenn er Kontakt aufnimmt, wird sie sauer. Das ist erpresserisch für ihn. Weil er dann den Kontakt meidet, damit er sich um sie kümmern kann und damit sich ihre Laune hebt.

Gott, das hört sich so krank an.

Sie hat sonst noch einen Kumpel, den sie einmal im Jahr trifft.

Sie sagte auch, dass sie keine neuen Menschen kennenlernen wollen würde, weil das sowieso keine Freundschaften für immer sein würden.

Das ist eine komische Herangehensweise, oder?! Das, finde ich, ist auch nur eine Ausrede für ihr mangelndes Engagement Freundschaften zu knüpfen. Ist mit so einer Frau die Beziehung zum scheitern verurteilt? Oder haben viele andere auch solche Beziehungen, wo man halt nur sich hat ohne großen Bekanntenkreis? Ich kenne sonst keine, außer ein paar ganz alte Ehepaare. Hm.

Außerdem hat sie Tendenzen zu zwängeln. Zu Hause muss alles seine absolute Ordnung haben. Alles muss sehr sauber sein. In meinen Augen etwas übertrieben, aber da ist ja jeder anders. Mein Kumpel ist eher unordentlich, hat jetzt aber von ihr als erstes nach dem Zusammenzug putzen und aufräumen beigebracht bekommen. Freitagabend geht er nicht mehr weg, sondern putzt die ganze Wohnung. Sie plant schon eine Woche im Voraus was es täglich zu essen gibt und dafür wird dann eingekauft (meistens von ihm). Da ist doch was zwanghaftes drin, oder?! Also denke ich mir, dass sie übertriebene Sicherheit benötigt, wenn alles immer vorgeplant und an seinem Platz sein muss. Das ist doch auch ein Zeichen eines Problems mit der eigenen Persönlichkeit, oder nicht?!
 
G

Gast

  • #8
Hallo Fs hier die 2 wieder. Das eine, dass du ihm helfen willst, versteh ich. Er darf nicht unter gehen und sich krank machen lassen. Das andere, was ich gerne wüßte ist, bist du oder warst du in ihn verliebt? Es könnte auch eine Eifersucht sein und du siehst sie als deine Feindin. Ich will dir nichts unterstellen, aber...
Versuche ihm wirklich zu helfen und sie wirst du nicht ändern können. Wenn er auch noch panik vor dem alleine sein hat, dann wirst du ihn eines Tages fallen lassen müssen. Nicht weil du ihn nicht mehr magst, sondern um dich zu schützten und damit er sieht, dass seine "Traumpartnerin" ihm alles zunichte gemacht hat. Google erstmal alle Hilfestellen an, zeige es ihm, geh zur Not mit ihm hin. Sie ist in meinen Augen nach deiner ausführlichen Beschreibung etwas "krank". Selbst ich als 2 Fache Mama mache mir keinen Essenswochenplan oder gehe im Vorfeld so pingelich vor. Eine saubere Wohnung ist schön, aber Kontakt zur Außenwelt ist ein Muß. Eine andere Frage noch, wann geht er denn einkaufen? Noch zusätzlich nach der Arbeit oder ist er etwa Hausmann? Wenn er nur den ganzen Tag zu Hause wäre, so wäre es ok. Anderfalls sollte die Arbeit aufgeteilt werden.
 
L

Löwin

  • #9
Ja - das hört sich wirklich bereits nach Krankheit an, und ist damit eher bedauernswert.

Sie könnte vielleicht unter Panikattacken o.Ä. leiden.
Da spielt dann die Angst vor der Angst eine große Rollen.
Irgendwelche Phobien könnten ihr das Leben schwer machen.

Zumindest hat sie sehr anstrengende Lebensweisen für Deinen Kumpel - es wäre ja in Ordnung, wenn sie diese für sich auslebt, aber Deinen Freund noch nicht so einschränken würde.

Ich denke, er sollte sich wirklich mal an eine Beratungsstelle oder einen Therapeuten wenden, wenn er sie liebt und ihr wirklcih helfen will.
 
G

Gast

  • #10
Danke für die Antwort.

Nein, ich bin nicht verliebt. Zum Anfang hatte ich mich auch ganz doll für die beiden gefreut. Sie ist nicht meine Feindin. Ich denke, dass beide ihren Anteil haben für diese seltsame Beziehung. Ich habe selbst eine gute Beziehung.

Er geht am Wochenende und nach der Arbeit einkaufen.

Vielleicht wird unsere Freundschaft irgendwann zwangsweise einschlafen. Ich bin nicht diejenige, die darauf scharf ist, ihm hinterher zu telefonieren. Nur dachte ich, irgendwas noch machen zu können. Ja, eine neutrale Person halte ich auch für ganz toll, die ihn da beraten könnte. Mal gucken was er zu einer Beratungsstelle sagt, aber mein Vorschlag zur Therapie zu gehen ist ja erstmal auch daneben gegangen.

Noch eine Frage: Das kann man doch unter dem Begriff "Psychische Gewalt" abbuchen, oder?!
 
G

Gast

  • #11
Also ich habe mal eine sehr vergleichbare Situation erlebt, mit einem Freund, der vor Liebe völlig blind wurde und offensichtlich nahezu abhänging / hörig.
Das ging mehrere Jahre so, und ich habe es ihm auf den Kopf hin zu gesagt, regelmäßig. Ich habe es ihm quasi ausbuchstabiert, zumal hier auch noch Fremdgehen der Partnerin hinzukam, was er aber einfach nicht sehen wollte.
Im Endeffekt kann ich leider nur sagen: da hast Du schlicht und einfach keine Chance. Du hast ihn darauf hingewiesen, Du hast ihm Hilfe angeboten - mehr kannst Du nicht tun.
Er ist ein erwachsener Mann und muss für seine eigenen Interessen einstehen, er muss selber wissen, was gut für ihn ist, man kann einem Menschen nicht sagen, was er zu tun hat oder was für ihn richtig ist, selbst wenn alle Außenstehenden es sehen.

In meinem Fall endete es damit, dass sie ihn für einen anderen verlassen hat. Selbst das hat er zuerst nicht wahrhaben wollen, Monate später hat er mich mal völlig aufgelöst angerufen und gesagt: 'Weißt Du, Du hast die ganze Zeit recht gehabt'. Das tat mir wirklich leid, mir ging es ja nicht ums Recht haben, sondern um sein Glück, aber wenigstens war das für ihn endlich ein Ausgangspunkt, sie zu vergessen und sein Leben neu zu orientieren, was ihm dann auch gelungen ist (einschließlich einer neuen Frau). Aber ich bin mir bis heute sicher: er hätte das nie selbst beendet, dass sie ging, war der einzige Ausweg.

So gesehen kann ich dir nur raten: bleib eine gute Freundin, aber engagiere dich nicht zu stark, und denke auch an dich (mich hat das wirklich aufgerieben, und unsere Freundschaft hat das fast nicht überlebt). Wir sind schlussendlich alle für unser Leben und unser Glück selbst verantwortlich.
 
G

Gast

  • #12
Hallo #10!

Seid ihr noch genauso gut befreundet wie früher oder hat diese Beziehung zu der Frau Abstriche eurer Freundschaftsintensität gefordert?

Im Moment ist unsere Freundschaft auf Sparflamme. Zumal ich mich bei Treffen oder Telefonaten nicht ganz normal allen Themen öffnen kann, weil mir immer wieder sein unfreies Leben einfällt und ich dann immer wieder seine Beziehung anspreche. Mir gehen dann auch Fragen durch den Kopf, wie z.B. ob er nicht auch mal zeit für sich selbst braucht....und das frage ich dann. Usw. Aber das Thema wird mir bestimmt bald sehr leidig. Immerhin hat auch eine Freundschaft Grenzen.

Danke für den Tipp, dass ich nicht zu sehr Herzblut reingeben soll. Das tue ich auch nicht mehr. Ich melde mich nur so viel wie er auch. Dann ist es ausgeglichen.

Ein anderer Rat war, dass ich dran bleiben soll und eine gute Freundin.

Mal sehen wie sich alles entwickelt.
 
G

Gast

  • #13
Hallo FS, google doch erstmal zum Thema „emotionale Erpressung“. In meiner Ehe wurde ich auch von meiner Frau emotional erpresst. Das wurde mir aber erst nach der Trennung bewusst. Meine Ex mochte meine Freunde auch nicht, daraufhin habe ich meinen gesamten Freundeskreis aufgegeben. Den ich allerdings nicht wieder aufbauen werde, da man sich zu sehr auseinander gelebt hat. Ist aber kein Problem für mich, da ich schon vorher alleine ausgegangen bin und mit dem Alleinsein gut zurechtkomme. Der Vorteil dieser Art von Beziehung ist, dass man im Anschluss daran innerlich stärker wird. Trotzalledem möchte ich dich bitten, deine Freundschaft zu ihm aufrecht zu erhalten, auch wenn die Kontakte weniger werden bzw. ganz abreißen. Vielleicht kannst du ihm im Anschluss der Beziehung helfen. Schlag die Tür nicht zu. Vielleicht meldet er sich dann bei dir.
 
G

Gast

  • #14
Hallo Gast #12!

Toll, dass ein betroffener Mann auch was sagt. :)

Wieso wird man nach der Beziehung innerlich stärker? Ich hätte eher gedacht, dass man nach solch einer Beziehung als Rolle des Dieners oder Untertan eher psychisch total heruntergeputzt, aber froh ist, dass es vorbei ist.

Bei meinem Kumpel ist es so, dass die beiden auch geplant haben eine Familie zu gründen. Mir tun die Kinder jetzt schon leid. Da ist doch Unglück vorprogrammiert, oder?!
 
G

Gast

  • #15
Hallo FS, hier noch mal die #10,

Nein, wir sind heute garnicht mehr befreundet, das hat aber meines Erachtens wenig mit der damaligen Beziehung zu tun. Allerdings war unsere Freundschaft schon sehr eingeschränkt, da er sich entweder garnicht für Treffen freimachen konnte und dann auch gerne in letzter Minute abgesagt hat (meistens hatte sie Kopfschmerzen, mir war nie klar, warum er dann zu Hause bleiben musste). Und wenn wir gesprochen haben, drehte sich meistens alles um sie oder die Beziehung, und man redet sich den Mund fusselig, weil man sich so sicher ist, zu wissen, dass der andere in sein Unglück rennt. Einmal hat er sogar ein Treffen platzen lassen, als ich nach einem bereits einjährigem Auslandsaufenthalt für einen Tag in seiner Stadt war - das hat mich sehr getroffen, denn schließlich hätte ich bei einer solchen Gelegenheit, sich mal wieder zu sehen, alles möglich gemacht, er hingegen hat nicht einmal abgesagt, sondern sich nur hinterher entschuldigt, weil sie mal wieder unpässlich war. Danach musste ich mich einfach mehr zurückziehen, um mein Selbstwertgefühl nicht zu verlieren, schließlich hat man in einer Freundschaft auch Ansprüche und kann nicht immer nur geben.
Als es dann zur Trennung kam hat er sich sofort (quasi nachts) gemeldet und ich habe ihm angeboten, bei mir zu übernachten, um erstmal aus der Wohnung rauszukommen. Ich habe ihm in der Folgezeit sehr zur Seite gestanden, und unsere Freundschaft ist wieder gewachsen, auch wenn für mich immer das Gefühl blieb, dass ich mehr investierte als er.
Dass sie später zerbrach, hatte damit nur mittelbar zu tun.

Entscheidend ist aber, dass man als Außenstehender von der 'emotionalen Erpressung' eben auch betroffen ist. Ich fand irgendwann, dass ich von einem Freund, dem ich wichtig bin, auch erwarten kann, dass er seiner Partnerin klar sagt: ich bin jetzt heute abend mal weg, diese Person ist mir auch wichtig. Das er dazu vielleicht emotional nicht in der Lage ist/war, macht es eben auf Dauer auch nicht besser.
Ich fand es für mich wichtig, die Tür nie ganz zu zu machen, damit er sich immer melden kann, aber im Endeffekt war mir klar, dass ich die Freundschaft einseitig nicht retten kann.
Du hast halt auf sein Leben und auf seine Partnerin keinen Einfluss, du kannst nur Dein Verhalten anpassen, aber nicht ihn oder sie ändern.

Ich wünsche Dir viel Glück damit, vielleicht findet sich das wieder, aber manchmal sind Freundschaften eben auch nicht für die Ewigkeit, sondern nur für einen Lebensabschnitt.

Alles Gute!
 
G

Gast

  • #16
FS:

Danke für die vielen Worte.

Ich hatte auch schon die Gedanken im Kopf, dass es mir schwer fällt mit anzusehen wie er alles für eine Person tut und dabei gleichzeitig alle seine Freundschaften verrät. Ich bin nicht die Einzige, die er auf Distanz hält. Ich traf neulich seine Ex-Mitbewohnerin und Zweitbeste Freundin. Die ist schon stinksauer. Aber zu ihr meidet er vollständig den Kontakt, weil seine Freundin sie nicht aussehen kann. Dabei hat doch jeder das Recht sich seine Freunde unabhängig der Meinung des Partners auszusuchen.

Ja, meine Tür ist offen und ich denke auch, die beste Zeit unserer Freundschaft liegt schon einige Zeit hinter uns. Trotzdem werde ich nicht aufhören ihm dazu etwas zu sagen, solange wir noch Kontakt haben.

Mich würde noch eine Meinung, Erklärung oder Gedanken dazu von einem betroffenen Mann interessieren. Oder jemanden, der das durchgemacht hat als Dritte(r).
 
  • #17
Da er selber für seine Interessen nicht eintreten will und seine Konflikscheue ihm wichtiger ist, scheint sein Leidensdruck auch nicht groß genug zu sein. Du kannst gar nichts machen, wenn er nichts machen will. Von alleine wird sich gar nichts ändern, warum auch, die Frau will es doch so und ist zufrieden damit. Mein Mann ist auch harmoniersüchtig und geht mit allen Mitteln jeder Konfrontation aus dem Weg. Der ist dadurch auch ziemlich Leidensbereit. Irgendwan ist sein Leidensdruck so groß das er nicht mehr kann und will, dann musst du da sein. Ich würde ihm aber auch klar machen, wenn er nichts tut dann soll er auch aufhören darüber zu jammern wenn er nix macht.
 
G

Gast

  • #18
Bei mir war es umgekehrt. Tagelang gemault wegen nichts und durch mich durchgeschaut. Wenn ich meinen eigenen Hobbys nachging (das habe ich trotzdem immer durchgezogen) wurde hinterher gemault, aber nicht offen dagegen gesprochen. Auf dem Rückweg hatte ich schon immer einen Kloß im Hals und die ganze Freude der vorherigen Stunden war dahin...
SEINE Hobbys wurden als selbstverständlich genommen, auch wenn er jedes zweite WE dadurch unterwegs war. Als ich merkte, dass ich mich an den partnerfreien Wocheenenden wohler fühlte als mit ihm zusammen, habe ich ein Ende gemacht und um Auszug gebeten. Nicht verhandelbar. Er fiel aus allen Wolken.
Also - lieber glücklich allein, als unglücklich in einer Partnerschaft. Glücklicherweise habe ich einen großen Freundeskreis und wenn ich ins Theater oder zu Partys gehe muss ich mich nicht über einen "Partner" an meiner Seite identifizieren.
Fazit: er muss sich trennen. Die Dame ändert ihr Verhaltensmuster eh nicht.
Viel Glück für Deinen Freund, er findet bestimmt einen passenden "Deckel"
w, 58
 
  • #19
Zu sowas gehören immer zwei: Täter und sein Opfer.
Solange er sich das gefallen läßt, und nichts dagegen unternimmt, solange kann sie weiter machen.

Ich glaube, diese Freundin weiss ganz genau, daß er sich nicht dagegen wehrt. Aus Angst sie zu verlieren.
So macht er sich erpressbar, und ist stets ein williges Opfer für sie.

Bis er es eines Tages schafft, "NEIN" zu sagen - egal welche Konsequenzen daraus.

Entweder seine Freundin ändert sich - oder die Beiden trennen sich.
Als Single ist er dann "endlich wieder" frei. Und dabei auch frei, für eine neue, andere Partnerin.
Denn was nützt eine alte Beziehung, in der man unglücklich ist ?

Ich war nie erpressbar, und habe ggf. die Trennung vorgezogen.
Obwohl ich danach ggf. länger alleine war, habe ich meine Trennungen nie bereut.
 
G

Gast

  • #20
FS:

Ich habe in der Recherche über emotionale Erpressung ein Buch gefunden, das ich jetzt erstmal lese und ihm dann gebe.

Es heißt "Emotionale Erpressung" von Susan Forward.

Es ist wirklich sehr gut. Auch mit Fallbeispielen. Ein Beispiel beschreibt sogar ziemlich genau seine Beziehung. Das ist wirklich interessant. Ich kann es jedem empfehlen, der selbst Opfer ist oder ein Außenstehender ist, um das 1. zu verstehen und 2. dem Opfer mit auf dem Weg zu geben. Für Täter, die sich ändern wollen ist es sicherlich auch hilfreich.
 
G

Gast

  • #21
FS:
Hallo! Ich habe erfahren, dass mein Kumpel mit seiner Freundin auf ihren Wunsch in einen Schenkkreis eingetreten ist. Was ja sowas wie eine Sekte ist. Das wird immer verrückter.

Jetzt weiß ich auch nicht mehr weiter.
 
  • #22

Es ist nicht deine Aufgabe weiter zu wissen, eine Freundschaft sollte auch Grenzen haben, so wie alles andere im Leben auch. Ich frage mich gerade, wie viel hat der Mensch um den es hier geht, noch was mit deinem Freund gemeinsam oder hat er sich durch die Beziehung so sehr verändert, dass es nur eine Erinnerung ist.

Wie weit ein Schenkkreis eine Sekte ist, weiß ich nicht aber es ist ein Schneeballsystem oder ein Pyramidensysteme und damit reich zu werden schaffen nur sehr wenige Menschen, die meisten gehen dabei leer aus, weil sie nicht die richtige Persönlichkeit dafür besitzen. Klar gibt es Leute, die es schaffen ein zweites oder drittes Mal beschenkt zu werden, aber diese Menschen können einem Eskimo auch einen Kühlschrank verkaufen.

Dein Freund muss selber sehen oder es einsehen und manchmal ist die beste Hilfe, gar keine Hilfe. Wende dich von ihm ab und hoffe, dass er es noch merkt und sich trennt, denn alles was du machst, ist ja gegen seine Beziehung gerichtet und damit kannst du nur auf die Nase fallen.
 
  • #23
Liebe FS,

um Gottes willen, jetzt ist ihm aber wirklich nicht mehr zu helfen. Wenn er nicht weiß, dass er in einem Schenkkreis finanziell ausgenommen wird, dann fehlt ihm jeder Zugang zur Realität - wenn er sich dennoch darauf einläßt, dann offensichtlich auch.

Geh auf Abstand - manchmal muss man einen Schlußstrich ziehen und seinen Weg gehen. Du kannst ihm nicht mehr helfen, du hast schon alles versucht. Im Endeffekt haben wir alle die Verantwortung für uns selbst, und es ist sein Leben, das er da versaut.

Schade um ihn!
 
G

Gast

  • #24
FS: Ich habe mit ihm ein langes Gespräch geführt und ihm auch eine lange Email geschrieben darüber, dass ich da bin, wenn er Hilfe braucht. Er sagte neulich zu mir, dass er sehr unglücklich ist und Hilfe will. Die Form der Hilfe konnte er nicht artikulieren. Naja. Ich habe dann gesagt, dass ich finde, dass er unsere Freundschaft sehr unter Beweis stellt mit all den Dingen, die er tut und ich das nicht mehr lange mitmache. Vor allem, weil ich mich zu sehr sorge. Entweder er ändert sein Leben zeitnah oder ich bin bald weg.

Außerdem habe ich ihm Literatur gegeben, in der Verhaltensweisen erklärt werden usw. Damit er das alles mal nicht nur von mir hört, sondern auch wissenschaftliche Beweise lesen kann. Ich lass jetzt etwas Zeit vergehen und schau wie es ihm geht bei unserem nächsten Treffen.

Womit ich gerade ein großes Problem habe ist diese Schenkkreis-Sache. So wie Belladonna geschrieben hat, muss man eben eine bestimmte Persönlichkeit aufweisen, um dort Erfolg (plus Glück) zu haben. Diese hat er nicht im Geringsten, aber er hat auch schon versucht einen gemeinsamen Freund da mit hineinzuziehen. Der ist aber, Gott sei dank, zu schlau dafür sich da integrieren zu lassen. Ich finde das alles so abstoßend, sodass es mir, falls er sich nicht ändern will, leichter macht die Freundschaft zu beenden.
 
  • #25
Wer zu schwach ist, auch für eine Freundschaft, braucht sich nicht wundern, wenn sie zu Ende ist.

Ich bin bei manchen Freunden auf Abstand gegangen. Die z.B. nur mit Problemen zu mir kamen, und meine Hilfe brauchten. Aber oft durch eigene Schwächen und Fehler zu ihren Problemen kamen.

Zum Thread: Das Paar sollte ihre Beziehung gründlich überdenken, und auf eine neue Basis stellen, wo Beide zufrieden sind.
Und sie sollte eigene Interessen und Aktivitäten finden, und sich nicht so sehr an ihren Partner "klammern".
Mir scheint, daß sie eifersüchtig auf seinen Freundeskreis ist, weil sie keinen Solchen hat ?
 
  • #26
Diese hat er nicht im Geringsten, aber er hat auch schon versucht einen gemeinsamen Freund da mit hineinzuziehen.

Ja das ist leider typisch für das System und die meisten Teilnehmer sie klappern die Familie, Freunde, Bekannte und Nachbarn ab, also praktisch Leute die man kennt. Wenn ich das System richtig verstanden habe und er ist erst gerade in den euersten Kreis eingetreten, dann muss er jetzt zwei neue Leute finden, die seinen Platz einnehmen, damit er einen Kreis weiter aufsteigen kann. Hat er das dann geschafft und seine drei anderen Teilnehmer auch, dann schlisst sich der äußere Kreis um ihn und die anderen und der an der Spitze bekommt das Geld. So damit der besagt Freund an die Spitze kommt und das Geld bekommt dauert noch ein paar Runden. Denn der an der Spitze scheidet mit dem Geld aus, die Gruppe teilt sich, weil die zwei Leute aus dem bis jetzt zweitem Kreis rücken nach oben und bilden jeweils die Spitze. Dein Freund befindet sich jetzt schon in den zweitem Kreis und muss vier anderen helfen jeweils zwei neue Leute zu finden, die den äußeren Kreis bilden und er an die Spitze kommen kann. Also eigentlich hört sich das alles sehr leicht und verrockend an aber wenn man bedenkt, dass die Gruppe sich immer wieder teilt und es dadurch immer mehr Gruppen werde, wird es immer schwere Leute zu finden die in dem äußerem Kreis einsteigen. Im Prinzip ist es eine Exponentialfunktion, was das Menschliche -Gehirn nicht immer gleich sieht, wenn es sich nur die eine Gruppe anschaut in die das Opfer einsteigt. Also wer möchte, der kann im I-Net nach der Geschichte: Das Schachbrett und die Reiskörner, suchen, die macht die Tücke an dem System deutlich.
 
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