• #1

Rückzug wegen Arbeitslosigkeit oder Desinteresse?

Hallo liebe Leute, vor 1 Woche habe ich den Kontakt zu meinem potenziellen neuen Freund abgebrochen. Was ist passiert? Wir kennen uns jetzt über ein halbes Jahr und haben uns regelmäßig jede Woche getroffen. Während dieser ganzen Zeit war er arbeitslos und hat ALG1 bezogen. Ich selber arbeite in Vollzeit. Er sagte immer, er brauchte diese "Auszeit" nach seiner letzten Trennung, um alles zu verarbeiten (Ex hat ihn mit bestem Kumpel betrogen+sie haben aber ein Kind zusammen). Deshalb war er sich auch nie richtig sicher, ob er mit mir den nächsten Schritt gehen soll, aber ich habe eben nicht locker gelassen und ihm immer wieder gezeigt, dass ich ernsthaftes Interesse an ihm habe. Irgendwann kam dann jedenfalls der Punkt an dem das ALG1 mal endet. Leider hat er viel zu spät begriffen, dass es Zeit wird sich endlich aufzurappeln und nach einem Job umzusehen, bevor er ins HartzIV abrutscht. Ich und auch seine Freunde haben viel mit ihm gesprochen und versucht ihm zu helfen bei der Suche. Leider war der HartzIV Antrag dann unvermeidlich und alle Versuche zu helfen fruchteten nicht wirklich. In den letzten Wochen habe ich dann zusehends gemerkt, dass er sich immer weiter von mir zurück zog. Ich hatte das Gefühl, dass jedes Wort von mir falsch war und ihn unter Druck setzte, egal worum es ging. Er fasste sich meist kurz und war sehr kalt und abwesend. Irgendwann kamen von ihm nur noch Ausreden, warum er nicht zu mir kommen kann (wir wohnen 35km auseinander) und er wollte sich auch nie auf eine feste Verabredung mit mir einlassen, hat mich mehrmals vertröstet usw. Ein Grund von ihm war, dass das Geld knapp sei und er sich auf die Jobsuche konzentrieren muss, was ich irgendwo ja auch nachvollziehen konnte. Auf der anderen Seite erzählte er mir mit voller Begeisterung von seiner neusten Anschaffung. Ich verstand natürlich die Welt nicht mehr. Natürlich habe ich ihn auch zur Rede gestellt, wie ich sein Verhalten deuten soll. Er reagierte dann mit Unverständnis, war genervt und wollte sich für nichts rechtfertigen. Als er mich dann wiedermal vertröstet hat, habe ich beschlossen den Kontakt vorerst abzubrechen, heißt, ich habe auf seine letzte Nachricht vor 1 Woche nicht mehr reagiert und seitdem kam auch nichts mehr von ihm.
Trotz der ganzen Enttäuschungen vermisse ich ihn und denke auch jeden Tag an ihn. Ich frage mich, ob es die richtige Entscheidung war den Kontakt abzubrechen und wie es ihm ergeht in seiner derzeitigen Situation. Dennoch weiß ich nicht, ob ich mich wieder melden sollte oder es besser ist, ihn erst mal in Ruhe zu lassen und auf eine Nachricht zu warten, weil ihn seine Situation womöglich zu sehr beschäftigt. Dass es ihm wirklich schlecht ging, habe ich natürlich gemerkt, aber er konnte es auch nicht richtig kommunizieren, weswegen ich Vieles vielleicht auch mit Desinteresse von ihm gedeutet habe. Da es immer ein ziemliches Hin und Her mit uns war, bin ich mir einfach nicht sicher, was ich tun soll.
 
  • #2
Hallo Sandra,

aus der Ferne jemanden beim Scheitern zu beobachten tut weh. Da ihr/du euch bereits bemüht habt ihm zu helfen enden hier die Möglichkeiten.

Ich würde mich zurück nehmen und mein Leben leben. Er muss seinen Weg alleine machen. Es spricht ja nichts dagegen ihm auf konkrete Bitten hin zu helfen, aber beachte deine Grenzen.

Eine Beziehung eingehen würde ich nicht, du scheinst bereits jetzt sehr auf ihn fokussiert zu sein obwohl er selbst mit sich nicht im reinen ist.
 
  • #3
Das Zauberwort heißt Loslassen.
Er sagte immer, er brauchte diese "Auszeit" nach seiner letzten Trennung, um alles zu verarbeiten (Ex hat ihn mit bestem Kumpel betrogen+sie haben aber ein Kind zusammen).
Ex verloren, Kind verloren. Job verloren.
Das hat ihm die Beine weggezogen.
Leider hat er viel zu spät begriffen, dass es Zeit wird sich endlich aufzurappeln und nach einem Job umzusehen, bevor er ins HartzIV abrutscht.
Das hat er bestimmt selbst gesehen. Aber er hat einfach nicht die Power dazu.
Ich und auch seine Freunde haben viel mit ihm gesprochen und versucht ihm zu helfen bei der Suche. Leider war der HartzIV Antrag dann unvermeidlich und alle Versuche zu helfen fruchteten nicht wirklich.
Das ist ganz lieb, aber das muss er selber machen. Das weiß er auch. Andere würden sagen, dass es übergriffig ist, wie ihr euch verhalten habt.
In den letzten Wochen habe ich dann zusehends gemerkt, dass er sich immer weiter von mir zurück zog. Ich hatte das Gefühl, dass jedes Wort von mir falsch war und ihn unter Druck setzte, egal worum es ging. Er fasste sich meist kurz und war sehr kalt und abwesend.
Er steigt aus. Redet nicht darüber.
Kann er nicht, will er nicht.
Ghosted Dich.
Er weiß selbst, dass er sich nicht in der besten Phase seines Lebens befindet, aber da muss er ganz alleine raus.
Natürlich habe ich ihn auch zur Rede gestellt, wie ich sein Verhalten deuten soll. Er reagierte dann mit Unverständnis, war genervt und wollte sich für nichts rechtfertigen.
Kenne ich :cool:
das ist ein Spagat zwischen "ich meine es doch nur gut" und "ich mische mich zu viel in das Leben eines Anderen ein"
Er fühlt sich angegriffen. das ist m.M.n. immer ein zeichen, dass er weiß, das es nicht gut läuft. Er aber keine Lösung hat und Du "über ihm stehst".
Ich frage mich, ob es die richtige Entscheidung war den Kontakt abzubrechen
Er hat den Kontakt abgebrochen, nicht Du.
Der steht in der Hierachie unter Dir, das spürt er permanent. Du machst Druck. Das will er jetzt nicht. Das kriegt er jetzt nicht hin.
Dennoch weiß ich nicht, ob ich mich wieder melden sollte oder es besser ist, ihn erst mal in Ruhe zu lassen und auf eine Nachricht zu warten
Kein weiterer Kontakt, das nervt ihn jetzt erstmal.
Kannst da jetzt nichts mehr machen.

Vielleicht noch so eine Abschiedsnachricht "Du kannst Dich gerne bei mir melden" etc. aber möglichst neutral ohne Druck und Ultimatum. Und dann loslassen.
Nicht schön, aber besser geht es erstmal nicht.
 
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  • #4
Er sagte immer, er brauchte diese "Auszeit" nach seiner letzten Trennung, um alles zu verarbeiten (Ex hat ihn mit bestem Kumpel betrogen+sie haben aber ein Kind zusammen). Deshalb war er sich auch nie richtig sicher, ob er mit mir den nächsten Schritt gehen soll, aber ich habe eben nicht locker gelassen u
Eben, du hast nicht locker gelassen. Hast du nichts mit deiner Zeit anzufangen?? Warum spielst du auf "ich weiss besser, was du machen sollst". Also der Anfang macht das Ende, das war abzusehen, du schreibst auch sonst nicht richtig gutes über den Mann, warum willst du ihn zurück.
Ohne jetzt anzugreifen, die Emanzipation scheint nicht allen Frauen gut zu tun, sie definieren sich ausschließlich über die Leistung und müssen immerzu was tun, sonst drehen sie durch bzw. fühlen sich minderwertig.
 
  • #6
Ich hatte das Gefühl, dass jedes Wort von mir falsch war und ihn unter Druck setzte, egal worum es ging
Das wirst du mit deinen Erwartungen subtil auch irgendwo getan haben. Ändert ja dennoch nichts an der Tatsache, dass du mit ihm - in seiner gegenwärtigen Lebensphase - unzufrieden warst/bist.

Auch wenn es hart klingt: wenn du ihn begeistert hättest, wäre eine potenzielle Zukunft mit dir Antrieb genug gewesen, mehr ins Machen zu kommen.

Lass ihn ziehen ...
 
  • #7
Deshalb war er sich auch nie richtig sicher, ob er mit mir den nächsten Schritt gehen soll, aber ich habe eben nicht locker gelassen und ihm immer wieder gezeigt, dass ich ernsthaftes Interesse an ihm habe.
So ein Verhalten von dir geht niemals gut!
Irgendwann kamen von ihm nur noch Ausreden, warum er nicht zu mir kommen kann (wir wohnen 35km auseinander) und er wollte sich auch nie auf eine feste Verabredung mit mir einlassen,
Klar, du hast ihn verscheucht!
Er reagierte dann mit Unverständnis, war genervt und wollte sich für nichts rechtfertigen. Als er mich dann wiedermal vertröstet hat, habe ich beschlossen den Kontakt vorerst abzubrechen, heißt, ich habe auf seine letzte Nachricht vor 1 Woche nicht mehr reagiert und seitdem kam auch nichts mehr von ihm.
Sei froh wenn nichts mehr kommt, die Suppe ist ausgelöffelt, lass es bei dem, da gibt es nichts mehr zu löffeln!!
Trotz der ganzen Enttäuschungen vermisse ich ihn und denke auch jeden Tag an ihn. Ich frage mich, ob es die richtige Entscheidung war den Kontakt abzubrechen und wie es ihm ergeht in seiner derzeitigen Situation.
Das sind Gewohnheiten und Programmierungen, also nichts Besonderes, von Liebe keine Spur!
Dennoch weiß ich nicht, ob ich mich wieder melden sollte oder es besser ist, ihn erst mal in Ruhe zu lassen und auf eine Nachricht zu warten, weil ihn seine Situation womöglich zu sehr beschäftigt. Dass es ihm wirklich schlecht ging, habe ich natürlich gemerkt, aber er konnte es auch nicht richtig kommunizieren, weswegen ich Vieles vielleicht auch mit Desinteresse von ihm gedeutet habe. Da es immer ein ziemliches Hin und Her mit uns war, bin ich mir einfach nicht sicher, was ich tun soll.
Du machst gar nichts mehr, er macht auch nichts mehr, damit ist die Sache beendet!
 
  • #8
Nicht mehr melden, Nummer löschen.
Dann kuckst Du nach anderen Typen; kinderlos und wenn möglich in Arbeit stehend.

Du bist noch jung.
Geh los.
 
  • #9
Auch wenn es hart klingt: wenn du ihn begeistert hättest, wäre eine potenzielle Zukunft mit dir Antrieb genug gewesen, mehr ins Machen zu kommen.
Anfangs in den ersten Monaten war das auch so gewesen. Da hat er mir immer wieder gesagt, dass es ihm so viel besser geht und ich sein Leben verändert hätte, dass er sich einen Job suchen will usw usw., passiert ist dann aber nichts in die Richtung...

Heute habe ich dann gesehen, dass er mir in einem sozialen Netzwerk die Freundschaft gekündigt hat. Ich denke mal, das sagt einiges aus. Er hat jetzt nach 1 Woche einen Haken dahinter gemacht und damit scheint alles für ihn erledigt zu sein oder wie soll man das verstehen? Gerade so als hätte ich ihm was getan, "nur" weil ich mich auf seine letzte Nachricht nicht mehr gemeldet habe. Er hatte mich ja versetzt und war dann sozusagen in der "Bringschuld". Also wenn wir uns total gefetzt hätten, würde ich das "Freundschaft kündigen" verstehen, aber so kommt es wirklich so rüber als hätte er nur darauf gewartet, dass ich gehe oder wie würdet ihr das interpretieren, wenn ein Mann so vorgeht?
 
  • #10
Da hat er mir immer wieder gesagt, dass es ihm so viel besser geht und ich sein Leben verändert hätte, dass er sich einen Job suchen will usw usw., passiert ist dann aber nichts in die Richtung...
Naja, er wird froh gewesen sein, dass er Dich hatte. Er ist betrogen worden, Frau weg, bester Kumpel weg, auch noch ein gemeinsames Kind, so dass man die Frau nicht aus seinem Leben entfernen kann.
Wie oft sieht er jetzt das Kind?

Der Mann sitzt in einem tiefen Tal und Du hast ihn gemocht und ihn vielleicht auch abgelenkt dann und wann. Aber verarbeiten muss er den zweifachen Verrat ja doch allein.

Ihm ist alles weggebrochen, erst der Job, der, wenn er ALGI bekam, ja kein Zwischending war, also dass er sich von Job zu Job gehangelt hat, und der anscheinend auch ganz gut bezahlt wurde.
Dann brach ihm die Beziehung weg und das Familienleben und gleichzeitig die Freundschaft mit seinem besten Freund.

Der Mann hat nichts mehr. Dass er nun frischen Mutes weitermacht, würde ja bedeuten, dass ihm weder seine Beziehung noch die Freundschaft was bedeutet hätte.

Klar war er froh, dass Du ein bisschen Licht reinbrachtest.
Nimmt aber die Arbeit am Verarbeiten nicht ab.

Was Leute, die helfen wollen, leider oft machen, ist das Anfangen von Bevormunden. Er kann mit seinem wenigen Geld immer noch machen, was er will, auch wenn Du und seine Freunde das unvernünftig finden. Er kann auch in seinem Elend verweilen, weil er noch was zu verarbeiten hat.
Du mit Deinem Interesse an einer für Dich schönen Beziehung willst natürlich was ganz anderes. Also Du hast Eigeninteresse daran, dass er sich aufrafft, auch wenn es natürlich für jeden so aussieht, als sollte er das. Aber anscheinend ist er über die Verluste, die er erlitten hat, nicht hinweg, und kauft sich möglicherweise sogar ab und an was, um sich eine Freude zu machen. Mit Dir kann er nicht mehr reden, denn Du willst ihn ja in eine andere Richtung kriegen, in die er selbst gerade nicht will.

Er hat jetzt nach 1 Woche einen Haken dahinter gemacht und damit scheint alles für ihn erledigt zu sein oder wie soll man das verstehen?
Er hat gesehen, dass er Beziehung mit Dir nicht kann und Du das auch nicht mehr willst. Und ja, ich denke schon, dass er sehr überfordert war mit der ganzen Situation und sich nie richtig auf Dich einlassen konnte. Es begann mit euch doch schon damit, dass er nicht Gefühl und Kopf frei hatte für was Neues.

Ok, dazu noch eine Frage, weil es mir gerade auffällt: WANN war denn die Trennung von der Ex? Wenn das jetzt zehn Jahre her ist, hat er Dich womöglich nur veräppelt und wollte keine feste Beziehung mit Dir aus anderen Gründen.
 
  • #11
Gerade so als hätte ich ihm was getan, "nur" weil ich mich auf seine letzte Nachricht nicht mehr gemeldet habe.
Hast Du das aus Erziehungsgründen gemacht oder wolltest Du keinen Kontakt mehr, wie es ja auch aussah?

DU hast anscheinend den Kontakt abgebrochen. Und ich finde, Du beschreibst gut, warum er es dann auch tat, es war ihm zu anstrengend und - wenn ich jetzt weiterhin davon ausgehe, dass die Trennung von der Ex erst vor kurzem war - er war nicht offen für Deine Bedürfnisse. Die sind natürlich berechtigt, wenn Du mit einem Mann eine Beziehung hast, aber einer, dem gerade die Exbeziehung wegbrach, ist in den allermeisten Fällen emotional noch DAMIT beschäftig, was es mit ihm gemacht hat, statt dass er sich auf eine neue Beziehung einlassen kann und ihm die Bedürfnisse dieser neuen Frau wichtig sein könnten. Seine eigenen Gefühle und Bedürfnisse besetzen ihn gerade komplett.
Von daher:

Also wenn wir uns total gefetzt hätten, würde ich das "Freundschaft kündigen" verstehen, aber so kommt es wirklich so rüber als hätte er nur darauf gewartet, dass ich gehe
Möglich. Dann sei froh, dass es zu Ende ist. Du kannst niemanden aus dem Sumpf ziehen, Du kannst ihm höchstens dabei helfen, wenn er es möchte.

Ich denke, der Mann ist tief in einer Krise und muss selbst seinen Weg finden. Dann kann er auch sagen, was er möchte an Hilfe und empfindet gute Ratschläge von anderen nicht mehr als Druck.

Mein Rat ist also auch nicht anders, als es bislang hier ALLE schreiben: Loslassen.
Und vielleicht nicht mehr auf einen Mann einlassen, der noch Kummer mit einer Exbeziehung bearbeitet oder das zumindest Dir sagt, dass er das täte. So einer kann bzw. will sich nicht auf was Neues einlassen.
 
  • #12
Weisst du Sandra,

wenn das Leben dir mehrere Ohrfeigen in kurzer Abfolge gibt, dann kann das zu einer passiven und pessimistischen Haltung führen. Wenn der Weg zu neuen Ufern (Job und Sandra) dann noch steinig ist, dann kann so etwas passieren.

Ja, momentan kann es schwierig sein, einen neuen Arbeitgeber zu finden. Viele sind in Kurzarbeit, Firmen teilweise im Lockdown. Dazu die ganzen Einschränkungen der persönlichen Freiheit. Der Abstieg. Und ja - Sandra, der es wohl wichtig ist, dass Ufer erreicht werden.

Ich würde einfach mal gar nichts machen - er hat ja seine Freunde. Und vielleicht meldet er sich, sobald er wieder Land in Sicht hat .......

Alles Gute für dich
 
  • #13
... Und vielleicht meldet er sich, sobald er wieder Land in Sicht hat ...
Glaube ich nicht.
Sandra ist Zeugin seiner Schmach, seines Versagens.
Wenn er da wieder raus ist, will er nicht an das Jammertal erinnert werden.
Ich denke, die Hoffnung, die der ein oder andere Helfer und Verständnisvolle sicher hegt, dass ihm seine Begleitung durch das Tal eines Tages gedankt wird, geht nie auf.

w 53
 
  • #14
Sandra ist Zeugin seiner Schmach, seines Versagens.
Wenn er da wieder raus ist, will er nicht an das Jammertal erinnert werden.
Kann sein, aber muss nicht mal dieser Stolz sein, wenn sie wirklich nur Trostpflaster war, damit er nicht so allein ist in der Krise. Dann hätte er sie nicht mal gewählt als Partnerin, weil das Mütterliche und Verständnisvolle, das er gerade brauchte und ihn tröstete in dieser Zeit, ansonsten gar nicht sein Ding ist bei Frauen.

Irgendwie ist es dann verkappt auch doch das, was Du schreibst: Er will nicht der sein, der Trost und Hilfe braucht, sondern der, der das einer Frau gibt.
 
  • #15
Anfangs in den ersten Monaten war das auch so gewesen. Da hat er mir immer wieder gesagt, dass es ihm so viel besser geht und ich sein Leben verändert hätte, dass er sich einen Job suchen will usw usw., passiert ist dann aber nichts in die Richtung...
Der Mann hat ja wirklich einen Brocken zu verdauen und ist ganz schön aus der Bahn geworfen worden.

Ich würde mich an seiner Stelle auch erstmal für 1 Jahr ins sabbatical begeben.

Nun braucht er anscheinend länger, was an der Beziehung zu dir gelegen haben kann. Wenn er diese (unbewusst) als Strohhalm angesehen hat, um aus seiner Misere emotional wieder rauszukommen - so quasi als extrinsischen Antrieb. Das funktioniert leider nur kurzfristig. Denn sobald die ersten Hürden und Schwierigkeiten auftreten, sitzt er gleich wieder in seiner Hoffnungslosigkeit drin - „macht ja eh alles keinen Sinn“ - und er lässt es bleiben.
. Er hat jetzt nach 1 Woche einen Haken dahinter gemacht und damit scheint alles für ihn erledigt zu sein oder wie soll man das verstehen?
In seiner Situation würde ich mir auch zusätzlichen Stress vom Hals halten. Er ist einfach zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass er einen Kopf für die Bedürfnisse und Erwartungen anderer hätte. Versuche das nicht persönlich zu nehmen ...

Wenn du ihn nicht vollständig aus deinem Leben schmeißen willst, dann würde ich an deiner Stelle kommunizieren, dass die Tür weiterhin für ihn offen steht, dir die Situation aber selbst anfängt zuzusetzen, so dass du dich schweren Herzens distanzieren musst und du ihm inständig wünscht, dass er wieder auf die Beine kommen möge.

Und dann lebst du dein Leben weiter und wirst ja sehen, ob da nochmal irgendwas von ihm kommt ...darauf warten würde ich aber nicht ...
 
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  • #16
Wie oft sieht er jetzt das Kind?

Ok, dazu noch eine Frage, weil es mir gerade auffällt: WANN war denn die Trennung von der Ex? Wenn das jetzt zehn Jahre her ist, hat er Dich womöglich nur veräppelt und wollte keine feste Beziehung mit Dir aus anderen Gründen.
Hallo Void,
so wie du es aus deiner Sicht schilderst, so sehe ich es eigentlich auch. Ich habe ja geschrieben, dass es immer ein Hin und Her war, ich habe natürlich gemerkt, dass er mit bestimmten Situationen nicht umgehen kann oder nicht weiß, wie er die Situation lösen soll. Ich glaube, so geht es ihm ganz allgemein und nicht nur auf mich bezogen. Er weiß nicht, wie er seine Probleme lösen soll. Trotzdem war ich immer für ihn da, habe den Schritt auf ihn zu gemacht, um genau das zu signalisieren, hey du bist nicht alleine mit deinen Problemen, ich bin für dich da. Aber dann war es ihm wahrscheinlich doch zu viel Druck oder er ist jetzt quasi noch tiefer in dieses Loch gefallen und war zu stolz zu sagen, dass er Zeit für sich braucht und hatte gleichzeitig Angst vor meiner Reaktion und dass es dann noch stressiger wird. Ich habe mich ja auch gefragt, warum macht er das? Warum sagt er nicht einfach, dass er nicht mehr möchte und hält mich weiter hin. Das macht nach wie vor leider keinen Sinn für mich.

Die Trennung von seiner Ex ist jetzt ein gutes Jahr her, auch die räumliche Trennung. Er sieht seine Tochter jedes 2. WE für 1 Nacht, worunter er sehr gelitten hat, weil er sie gerne öfter sehen möchte, aber das Verhältnis zu der Ex Freundin war nach der Trennung wirklich katastrophal, sie hat ihm oft den Kontakt verwehrt und er hat mir gegenüber sehr schlecht über sie gesprochen und mehrmals versichert, dass er überhaupt kein Interesse mehr an ihr hat. Von seinem Kumpel habe ich wiederum erfahren, dass er sie total geliebt hat und sich evtl. doch noch Hoffnungen macht, dass das wieder wird. Aber das kann ich mir beim besten Willen einfach nicht vorstellen.
 
  • #17
Nun braucht er anscheinend länger, was an der Beziehung zu dir gelegen haben kann. Wenn er diese (unbewusst) als Strohhalm angesehen hat, um aus seiner Misere emotional wieder rauszukommen - so quasi als extrinsischen Antrieb. Das funktioniert leider nur kurzfristig. Denn sobald die ersten Hürden und Schwierigkeiten auftreten, sitzt er gleich wieder in seiner Hoffnungslosigkeit drin - „macht ja eh alles keinen Sinn“ - und er lässt es bleiben.
Hallo Anna,
ja so habe ich es ehrlich gesagt auch immer wahrgenommen. Ich hatte damals selber eine Trennung hinter mir und habe ihn kurz darauf kennengelernt. Das heißt, ich war selber total labil und konnte mit seiner Aufmerksamkeit anfangs gar nicht umgehen. Er hat mich aber aus diesem Tal der Trauer geschafft rauszuholen und wir haben uns quasi gegenseitig aufgebaut und gut getan, was einen ja auch sehr verbindet. Daran muss ich oft denken. So jemanden trifft man ja nicht jeden Tag. Aber als sich auch bei mir die Wogen geglättet haben und ich bereit war für etwas Neues, hat er plötzlich einen Rückzieher gemacht. Letztendlich hat er sich aber nach 2 Tagen bei mir gemeldet und ihm war da bewusst, dass er mich nicht verlieren wollte. Kurz darauf hat er mir dann auch seine Tochter vorgestellt und seine Freunde. Weiter wollte er mich aber erst mal nicht in sein Leben lassen, obwohl ich meinte, ich würde gerne mehr Zeit mit ihm und seiner Tochter verbringen. Da habe ich gemerkt, dass er doch noch eine Weile brauchen wird.
Wenn du ihn nicht vollständig aus deinem Leben schmeißen willst, dann würde ich an deiner Stelle kommunizieren, dass die Tür weiterhin für ihn offen steht, dir die Situation aber selbst anfängt zuzusetzen, so dass du dich schweren Herzens distanzieren musst und du ihm inständig wünscht, dass er wieder auf die Beine kommen möge.
Ich hatte nie vor ihn "aus meinem Leben zu schmeißen" oder sowas wie ghosting mit ihm zu machen. Auf keinen Fall. Ich kam nur einfach nicht weiter und habe, wie du auch schon meintest, gemerkt, dass mir die ganze Situation sehr zusetzt, ich habe oft geweint und musste aus dieser Lage irgendwie raus, deshalb der Kontaktabbruch von meiner Seite aus.
Ich habe auch überlegt ihm einen kurzen Brief zu schreiben und ihm das Bild von mir zu schicken, dass ich ihm eigentlich sowieso schenken wollte, dazu kam es aber nun leider nicht mehr. Es ist nur schwierig die richtigen Worte zu finden. Deine Idee finde ich aber nicht schlecht, wenn man sagt, ich musste dich loslassen, aber du kannst dich trotzdem bei mir melden, wenn DU das möchtest.
 
  • #18
Von seinem Kumpel habe ich wiederum erfahren, dass er sie total geliebt hat und sich evtl. doch noch Hoffnungen macht, dass das wieder wird.
Das wäre bitter.
Aber ich würde es wirklich als abgehakt betrachten. Du kannst einfach nichts tun, wenn einer Dich "emotional" gar nicht richtig wahrnehmen kann oder will.

Wenn einer gerade "schlunzt", also nicht das tut, was allgemein gesehen das Beste wäre, dann will er natürlich nichts von anderen hören, das ihm sagt "nun bewege dich doch mal in die richtige Richtung, tu was".
In unserer Gesellschaft wird "negativen" Gefühlen wie Abschiedsschmerz, Trauer, Verabeiten von Verlusten, von Scheitern so gut wie kaum bis gar kein Raum gegeben. Alles ist drauf ausgerichtet, jeden schnell wieder "zum Funktionieren" zu kriegen, aber es geht ja nicht weg. Bevor man sein Leben wieder anpackt, braucht es eine Regenerationsphase.
"Denk doch an was anderes", funktioniert mE nur, wenn man merkt, dass man das Thema genügend durchgekaut hat und sich nichts Neues mehr ergibt an Erkenntnis. Das Problem einfach so zu ignorieren würde nur neue Fehler der gleichen Art erzeugen.

Deswegen kann einer nicht "normal funktionieren", selbst wenn es zu seinem eigenen besten wäre. Naja, und als Partnerin hat man ja ganz eigene Interessen, und das ist offensichtlich. Also erzeugt Druck in Richtung "sei mein toller Partner", statt "sei so, wie es für dich am besten ist".

Deswegen: Man kann nur glücklich werden mit einer Person, die mit sich im Reinen ist und auch die Kapazitäten und die Energie hat, sich auf den anderen einzustellen und dessen Bedürfnisse wichtig zu finden. Wer mit seinen eigenen Problemen befasst ist, der färbt dadurch auch die Beziehung.
 
  • #19
Deswegen: Man kann nur glücklich werden mit einer Person, die mit sich im Reinen ist und auch die Kapazitäten und die Energie hat, sich auf den anderen einzustellen und dessen Bedürfnisse wichtig zu finden. Wer mit seinen eigenen Problemen befasst ist, der färbt dadurch auch die Beziehung.

Ja genau so ist es leider. Wie würdest du es aber erklären, dass er nicht loslassen konnte, bis ich den Schritt gegangen bin? Er hat ja irgendwann gemerkt, Mensch mir gehts scheiße, ich habe keine Kraft dafür und ist den Rückzug angetreten. Die Situation bei ihm im Kopf war ja an sich fast die gleiche wie noch vor einem halben Jahr, nur diesmal hat er sich nicht von mir motivieren und aufbauen lassen und daraus neuen Mut geschöpft weiterzumachen.
 
  • #20
Wie würdest du es aber erklären, dass er nicht loslassen konnte, bis ich den Schritt gegangen bin?
Das kann verschiedene Gründe haben. Ich schreibe mal, was mir so einfällt

- Du hast ihm gutgetan, weil er jemanden hatte, dem er was bedeutete. Das ist unabhängig davon, ob Du ihm was bedeutest.
Du hast ihm die Zeit vertrieben. Er konnte menschliche Nähe, Sex, Unterhaltung, Spaß neben seinem Kummer haben.

- Er hat gehofft, es klappt, dass er über Dich die Ex vergisst.

- Es war ihm egal, er hat Dich mitgenommen, bis Du nicht mehr wolltest.

- Es war ihm nicht möglich, jetzt auch noch Stress zu haben durch die Trennung von Dir. Alles zu viel.

Er hat ja irgendwann gemerkt, Mensch mir gehts scheiße, ich habe keine Kraft dafür und ist den Rückzug angetreten.
Ich glaube, in eine Krise rutscht man öfter einfach rein. Da ist kein Punkt, an dem man das feststellt, sondern andere stellen das wenndann fest. Meist wird dann Druck ausgeübt, statt mit demjenigen durch die Krise zu gehen, was aber auch gar nicht immer geht. Du hättest das z.B. nicht machen können, denn Du bist ja selbst betroffen davon, weil es ja darum ging, welche Frau in seinem Leben wichtig ist, und er sich von Dir distanzierte.

Und das solltest Du auch nie machen, einen Mann, der wegen einer anderen Frau leidet, aufzubauen, um dann die Frau "seines Herzens" werden zu wollen. Das klappt so gut wie niemals.
 
  • #21
Ich denke, für ihn fühlt es sich so an, als ob du ihm die letzte verbliebene Energie rauben würdest.
Jetzt ist er froh, dass er dich los ist.
Du hättest seine Probleme die seinen lassen sollen. Er muss schon selbst aus dem Loch krabbeln.
Ich glaub, das alles ist schon zu verkorkst. Das war's dann.
 
  • #22
- Du hast ihm gutgetan, weil er jemanden hatte, dem er was bedeutete. Das ist unabhängig davon, ob Du ihm was bedeutest.
Du hast ihm die Zeit vertrieben. Er konnte menschliche Nähe, Sex, Unterhaltung, Spaß neben seinem Kummer haben.
Ja das war mit Sicherheit so...

- Er hat gehofft, es klappt, dass er über Dich die Ex vergisst.
Das hat eine Weile wahrscheinlich auch funktioniert, ich kann mir nach wie vor nur nicht vorstellen, dass das so schwer fällt, wenn man von jemandem dermaßen verletzt und betrogen wurde. Andererseits muss er den Kontakt zu ihr aufrecht erhalten wegen dem Kind, was das "vergessen" natürlich nicht einfacher macht. Man muss aber unbedingt einen Weg finden normal damit umgehen zu können, finde ich.

- Es war ihm egal, er hat Dich mitgenommen, bis Du nicht mehr wolltest.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es ihm ganz egal ist. Dafür war zwischen uns einfach zu viel als dass man das so abtun könnte. Auch zum Thema Trostpflaster: Dafür fährt man nicht ständig 2x die Woche 35km hin und wieder zurück. Er war ja auch nicht die ganze Zeit über so gefühlskalt, erst in den letzten Wochen.

- Es war ihm nicht möglich, jetzt auch noch Stress zu haben durch die Trennung von Dir. Alles zu viel.
Ja ich habe ja vorher schon gemerkt, dass er nicht mehr auf mich eingegangen ist und den "Diskussionen" aus dem Weg gehen wollte.

Ich denke mal ein Grund wird auch gewesen sein, dass er dachte, er kann das jetzt so laufen lassen und ich habe mich damit abzufinden, weil ich das ja quasi "die ganze Zeit" über gemacht habe...

Deinem letzten Absatz muss ich etwas widersprechen. Ich war selber in der gleichen Ausgangslage gewesen, verlassen und betrogen, das war ganz frisch gewesen damals, und trotzdem habe ich ihn nicht nur als eine Ablenkung gesehen. Bei mir haben sich richtige Gefühle entwickelt mit der Zeit, nicht sofort aber allmählich. Weil ich von ihm Dinge bekommen habe, die ich von meinem Ex nicht bekam. Also ich denke schon, dass das so möglich ist, es kommt letztendlich darauf an, ob sich was tut im Inneren oder nicht. Seine Gefühle für mich gingen eben nicht über dieses anfängliche "verknallt sein" hinaus und Grund dafür wird seine Ex sein...

Letztendlich muss er selber aus eigener Kraft aus dieser Krise rauskommen. Das ist so. Ich werde ihm aber trotzdem den Abschiedsbrief schreiben und sehen, was passiert. Mir ging es jetzt die Tage selber besser, aber die "Freundschaftskündigung" hat mich dann doch beschäftigt heute.
 
  • #23
er hat mir gegenüber sehr schlecht über sie gesprochen und mehrmals versichert, dass er überhaupt kein Interesse mehr an ihr hat. Von seinem Kumpel habe ich wiederum erfahren, dass er sie total geliebt hat und sich evtl. doch noch Hoffnungen macht, dass das wieder wird.
Ich würde immer Vorsicht walten lassen, wenn ein Mann sehr emotional auf seine Ex reagiert - völlig gleich ob positiv, oder negativ. Da sind dann eben immer noch Gefühle im Spiel ...

Aber als sich auch bei mir die Wogen geglättet haben und ich bereit war für etwas Neues, hat er plötzlich einen Rückzieher gemacht. Letztendlich hat er sich aber nach 2 Tagen bei mir gemeldet und ihm war da bewusst, dass er mich nicht verlieren wollte.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Menschen nach schweren Trennungen temporär bindungsängstlich unterwegs sind. Solche Verletzungen hinterlassen eben ihre Spuren auf der Seele und brauchen Zeit zum heilen.

Du selbst bist in dieser Zeit wieder auf die Beine gekommen und konntest Mut und Zuversicht für einen neuen Abschnitt sammeln. Dies ist ihm leider nicht gelungen.

Jede neue Beziehung kommt ja mit dem Risiko des Scheiterns daher. Und wenn jemand noch so „angeschossen“ von der vorangegangenen ist, dann fehlt ihm schlichtweg das (Selbst)Vertrauen, dass er eine erneute Trennung „überleben“ würde. Dich auf Abstand zu halten, dient einfach nur seinem Selbstschutz und sagt nicht zwingend etwas über seine Gefühle für dich aus.

Ändert nur nichts daran, dass es sich für dich auf Dauer zu unbefriedigend anfühlt. Und so wie du ihn beschreibst, wird er sich noch eine Weile in diesem Zustand halten ....
 
  • #24
Auch zum Thema Trostpflaster: Dafür fährt man nicht ständig 2x die Woche 35km hin und wieder zurück.
Das ist ja nicht doof gemeint mit dem Trostpflaster. Es geht darum, das eigene Elend zu vergessen. Dafür fährt man auch 2x die Woche, zumal er arbeitslos ist und ihm die Decke auf den Kopf fallen könnte, die Gedanken kreisen könnte. Noch dazu, dass durch Corona die Kontakte so eingeschränkt wurden.

Deinem letzten Absatz muss ich etwas widersprechen. Ich war selber in der gleichen Ausgangslage gewesen, verlassen und betrogen, das war ganz frisch gewesen damals, und trotzdem habe ich ihn nicht nur als eine Ablenkung gesehen. Bei mir haben sich richtige Gefühle entwickelt mit der Zeit, nicht sofort aber allmählich.
Ok, dann hast Du es anders erlebt. Das ist schön, dass Du ihn dann nicht nur zum Verarbeiten brauchtest, sondern auch anfangen konntest, IHN zu sehen, statt Dich in Deinem Kummer.

es kommt letztendlich darauf an, ob sich was tut im Inneren oder nicht.
So ist es.

Ich würde immer Vorsicht walten lassen, wenn ein Mann sehr emotional auf seine Ex reagiert - völlig gleich ob positiv, oder negativ. Da sind dann eben immer noch Gefühle im Spiel ...
Fett unterstrichen.
Anscheinend hat es ja bei AprilSandra selbst geklappt, dass sie die Gefühle, die durch die Trennung vom Ex aufgeworfen wurden, allmählich unwichtig wurden und sie sich in ihren Freund jetzt verliebt hat. Aber heikle Sache ist es mE trotzdem, wenn einer noch so mit einem/einer Ex befasst ist.

Ich werde ihm aber trotzdem den Abschiedsbrief schreiben und sehen, was passiert.
Hm, erwarte nicht zu viel, er hat Dir die Freundschaft in einem sozialen Netzwerk schon gekündigt. Das sieht für mich nicht so aus, als wollte er noch mit Dir Briefwechsel.
 
  • #25
Hm, erwarte nicht zu viel, er hat Dir die Freundschaft in einem sozialen Netzwerk schon gekündigt. Das sieht für mich nicht so aus, als wollte er noch mit Dir Briefwechsel.
Nein nein, es soll ja auch nicht mit dem Ziel Briefwechsel einhergehen, vielmehr möchte ich für mich selbst einen Abschluss finden und zumindestens mich kurz erklären, warum ich so gehandelt habe. So ein wortloser Abschied ist für beide unschön, aber ich habe keinen anderen Weg gesehen. Klar könnte ich ihm auch sofort ne Whatsapp schicken, aber WENN sich daraus ein Gespräch entwickelt, könnte ich vielleicht wieder nicht damit abschließen und fange erneut an mir Hoffnungen zu machen oder meine Entscheidung zu bereuen.
 
  • #26
Jede neue Beziehung kommt ja mit dem Risiko des Scheiterns daher. Und wenn jemand noch so „angeschossen“ von der vorangegangenen ist, dann fehlt ihm schlichtweg das (Selbst)Vertrauen, dass er eine erneute Trennung „überleben“ würde. Dich auf Abstand zu halten, dient einfach nur seinem Selbstschutz und sagt nicht zwingend etwas über seine Gefühle für dich aus.
Ich denke mal, der richtige Weg wäre trotzdem gewesen mir gegenüber offen und ehrlich zu sagen, was er will, was er kann und was nicht. Dass ich ernste Absichten hatte, war ihm seit mind. 2 Monaten klar, aber er hat es nicht geschafft mich DANN auf Abstand zu halten oder irgendwie in eine freundschaftliche Beziehung überzugehen. Stattdessen macht er das erst als ihm seine Probleme über den Kopf wachsen und alles nur noch nervt.

Ich habe auf jeden Fall viel gelernt aus dieser ganzen Sache und werde bestimmt noch eine Weile brauchen das zu verarbeiten.
 
  • #27
Diese kleine beiläufige Formulierung von Dir besagt doch alles: Ihr habt in Wirklichkeit (noch) gar keine Beziehung miteinander gehabt.

Dein "Freund" war doch von Anfang an noch SEHR mit der Thematik seiner Ex-Beziehung beschäftigt. Er war noch nie Feuer und Flamme und vollkommen verliebt in Dich. Das klingt jetzt sicherlich hart für Dich, aber DU warst von Anfang an der treibende Part bei Euch.

Du hast Dich (schon) aufgeführt wie eine langjährige Ehefrau ihm gegenüber. Ich finde, teilweise übergriffig: eine Mischung aus Therapeutin, Mutter und Lehrerin. Anfangs hast Du ihm vielleicht als Trostpflaster etwas gut getan, aber schon bald bist Du für ihn immer mehr an zusätzlichem Stress geworden.

Ja, auch er hat sicherlich "Beziehungs-Probleme" und einen Haufen Probleme mit sich selbst. Nicht umsonst, verliert er seine Ex, seine Arbeitsstelle, findet keine neue Arbeit, etc..

Eine kannst Du aber für eine nächste angehende Beziehung mitnehmen: Wenn ein Mann sehr gefühlsmäßig (auch Wut, Trauer, Aggressionen, etc. sind tiefe Gefühle) von seiner Ex spricht, ist er IMMER NOCH schwer emotional an diese Frau innerlich gebunden! Erst wenn ein Mann nur noch wenig emotional, fast schon freundschaftlich und Verständnisvoll über seine Ex spricht, hat er gefühlsmäßig abgeschlossen mit ihr.
Von seinem Kumpel habe ich wiederum erfahren, dass er sie total geliebt hat und sich evtl. doch noch Hoffnungen macht, dass das wieder wird.
Oh ha! Aus welchen Gründen sollte sein Kumpel Dich hier anlügen? Sicherlich reden die beiden miteinander und Dein "Freund" wird hierzu schon eindeutiges verlauten haben lassen!
Aber das kann ich mir beim besten Willen einfach nicht vorstellen.
Weshalb nicht? Weil ihm anfangs die Ablenkung durch Dich gut getan hat? Ich fürchte, Du überschätzt das, was zwischen Euch war maßlos.
Ich rate dir: Ja, schreib ihm einen Abschluss-Brief. Aber einen, in dem Du Dich für Deine übergriffige Art und Dein Stress-Machen entschuldigst. Ich denke, DAS wird auch die einzige Chance für Dich sein, dass er sich überhaupt wieder bei Dir melden wird.
 
  • #28
Ich denke mal, der richtige Weg wäre trotzdem gewesen mir gegenüber offen und ehrlich zu sagen, was er will, was er kann und was nicht.
Stimme ich grundsätzlich zu, nur gehst du davon aus, dass jeder sich selbst reflektiert - ist das immer der Fall ?
Ich habe auf jeden Fall viel gelernt aus dieser ganzen Sache und werde bestimmt noch eine Weile brauchen das zu verarbeiten.
Und das ist die Hauptsache.

Auch eine Enttäuschung, wenn sie nur gründlich und endgültig ist, bedeutet einen Schritt vorwärts.
- Max Planck
 
  • #29
Diese kleine beiläufige Formulierung von Dir besagt doch alles: Ihr habt in Wirklichkeit (noch) gar keine Beziehung miteinander gehabt.
Hallo yellow bee,
nein, es war auch keine richtige Beziehung, die Formulierung war absichtlich so gewählt. Ich habe mir das immer sehr gewünscht und gehofft, dass er auch irgendwann dazu bereit ist, sich voll und ganz auf mich einzulassen, was letztendlich aber nie eintraf. Ja, ich hätte viel früher einen Schlusstrich ziehen sollen, aber aus emotionalen Gründen konnte ich das nicht, weil ja schon Gefühle im Spiel waren. Dazu kam noch, dass er sowas wie meine Bezugsperson wurde. Ich denke, der ein oder andere kann sicherlich nachvollziehen, wenn man in der jetzigen Zeit umso mehr bemüht ist seine sozialen Kontakte aufrecht zu erhalten, gerade wenn man zu Hause arbeitet, auch wenn man sich nicht immer sehen kann. Deshalb gebe ich zu, dass ich in gewisser Weise da zu sehr geklammert habe.

Oh ha! Aus welchen Gründen sollte sein Kumpel Dich hier anlügen? Sicherlich reden die beiden miteinander und Dein "Freund" wird hierzu schon eindeutiges verlauten haben lassen!
Ich weiß, dass es da viele Gespräche gegeben hat und sein Kumpel ihm oft klarmachen wollte, dass er so nicht mit mir umgehen kann und sich überlegen soll, was er mit mir eigentlich will. Der mochte mich gerne, hat aber auch nicht verstanden wieso ich mir da so einen abrackere. Irgendwann hielt er sich lieber raus. Fand ich auch okay. Er konnte ja nichts bewirken, das war unser Problem.

Ich rate dir: Ja, schreib ihm einen Abschluss-Brief. Aber einen, in dem Du Dich für Deine übergriffige Art und Dein Stress-Machen entschuldigst. Ich denke, DAS wird auch die einzige Chance für Dich sein, dass er sich überhaupt wieder bei Dir melden wird.
Ich möchte in diesem Brief eigentlich nicht zu sehr ausufern. Ich möchte ihm nur sagen, warum ich diesen Schritt den Kontakt abzubrechen gegangen bin und dass ich kapiert habe und vor allem akzeptiere, dass er im Moment einfach keinen Kopf für was anderes hat. Und ja klar, dass ich ihn nicht unter Druck setzen wollte oder ihm zur Last fallen. Es soll aber kein Entschuldigungs-Brief werden. Und von ihm erwarte ich auch keine. Er ist nicht in der Lage damit umzugehen und ich war es auch nicht. Aber ich möchte doch nicht, dass bei ihm jetzt der Eindruck entsteht, dass mir alles Leid tut, das würde ihn wahrscheinlich sogar nur noch weiter nerven.
 
  • #30
Wie würdest du es aber erklären, dass er nicht loslassen konnte, bis ich den Schritt gegangen bin? Er hat ja irgendwann gemerkt, Mensch mir gehts scheiße, ich habe keine Kraft dafür und ist den Rückzug angetreten. Die Situation bei ihm im Kopf war ja an sich fast die gleiche wie noch vor einem halben Jahr, nur diesmal hat er sich nicht von mir motivieren und aufbauen lassen und daraus neuen Mut geschöpft weiterzumachen.
Klingt, als er wäre er in einer Depression (in der Situation wäre das fast jeder denk ich). Typisch dafür: Entscheidungsschwierigkeiten, Zweifel, Opferrolle, keine Verantwortung übernehmen (weil man Kraft, Mut und Nerven leider nicht hat).
 
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