• #1

Scheidungsfeier

Heute hörte ich beim Einkaufen zufällig, wie ein Mann einen anderen gefragt hat: "Gehst du auch zur Scheidungsfeier?"
Kennt Ihr sowas? Habt Ihr vielleicht selbst sowas gefeiert nach einer Scheidung oder Trennung?
 
  • #2
Heute hörte ich beim Einkaufen zufällig, wie ein Mann einen anderen gefragt hat: "Gehst du auch zur Scheidungsfeier?"
Kennt Ihr sowas? Habt Ihr vielleicht selbst sowas gefeiert nach einer Scheidung oder Trennung?
Ich wurde mal zu einer Scheidungsfeier einfach eingeladen von einem Freund, der sich für mich interessierte. Wir feierten nur zu zweit . Ich fand das skurril . Es wäre für mich kein Grund zu feiern .
 
  • #4
Habt Ihr vielleicht selbst sowas gefeiert nach einer Scheidung oder Trennung
Ich habe mit einer Freundin eine Flasche Sekt geköpft. Den Sekt hatte sie im Kühlschrank. Aber ehrlich gesagt, war mir nicht danach.

Nach der Scheidung sind mein neuer Ex-Mann und ich direkt in der Nähe des Amtsgerichts in ein Restaurant gegangen. Als Feier würde ich das nicht bezeichnen. War schon eine etwas traurige Angelegenheit. Ich wüsste gar nicht mehr das Datum, noch nicht mal den Monat. Meine Scheidung zähle ich nicht unbedingt zu den Höhepunkten meines Lebens. Beidseitiges Versagen trifft es besser.

W,57
 
  • #5
Noch nie gehört. Ich kann mir etwas darunter vorstellen, aber die meisten haben wahrscheinlich viel anderes zu tun und/oder sind nicht in Feierstimmung. Kommt vermutlich auf die Umstände an -- wie die Trennung abgelaufen ist und ob man das Ganze als Verlust, Tragödie, traurig und belastend, stressig und ärgerlich empfindet oder als Gewinn und Erleichterung, also zugespitzt, ob man die Scheidung als eher positiv oder negativ wahrnimmt, die Scheidung selbst oder den Prozess, der dorthin führt. Die Frage ist, was genau man eigentlich feiert.
w27
 
M

Meereszauber

Gast
  • #6
Ich habe auch noch nie gehört, dass man eine Scheidung feiern muss ? Dann doch lieber die Hochzeit. Musste mir zum Glück auch keine Gedanken über das Thema machen.
 
  • #7
Mein Vater war vor meiner Mutter schon einmal verheiratet.
Ich kenne zwei Versionen der Trennungsgeschichte.
Version 1: Er legte einen Brief auf den Tisch und war weg.
Version 2: Es gab eine Trennungsparty.
Noch heute stehen meine Eltern mit der früheren Partnerin regelmäßig aber selten in Kontakt (Geburtstage/Weihnachten). Die Frau hatte danach nie Kinder bekommen und blieb alleine.
Ich habe manchmal ein schlechtes Gewissen deshalb und denke manchmal, dass ich das schlechte Karma aus der Sache abbekommen würde. Wie schräg sind diese Gedanken?
 
  • #8
zähle ich nicht unbedingt zu den Höhepunkten meines Lebens. Beidseitiges Versagen trifft es besser.
Viele haben alles getan , um die Trennung /Scheidung zu vermeiden : Paartherapie, Einzelberatungsgespräch, Überaschungsweekend für beide gebucht im Wellnesshotel, Luxusurlaub mit der Family im 5 Sternehotel, einen und viele Spaziergänge zum Reden , Spiele , Sex mit und ohne dem Drumherum , Abendessen nur zu zweit, Beratung bei Frauen in Not, Rechtsberatung, Gespräche über Liebe, Ziele, Wünsche, Kommunikationskurse , massenweise Bücher gelesen über Beziehung und was noch alles.
Manchmal kommuniziert man sich die Seele aus dem Leib, um die Beziehung zu retten, um den anderen zur Vernunft zu bringen ( besonders wenn Kinder betroffen sind) und es hilft nichts . Man streitet und redet, man schweigt und weint, die ganze Klaviatur der Gefühle nutzen oft nichts mehr. Da hilft dann nur die Scheidung.
Vielleicht hat es einfach nicht gepasst, obwohl man den anderen doch geliebt hat und eine innere Verbundenheit gespürt hat. Und wenn der verletzte Partner einen immer wieder zurückverletzt, dann hilft einfach nur noch loslassen.
Es ist eher ein Kampf gewesen am Schluss. Loslassen und dem anderen Gutes wünschen, um auch selbst wieder Frieden zu finden.
 
  • #9
Ich habe mit einer Freundin eine Flasche Sekt geköpft. Den Sekt hatte sie im Kühlschrank. Aber ehrlich gesagt, war mir nicht danach.
Wenn die Scheidung am Ende einer bereits vor Jahren erfolgten inneren Kündigung steht, so bei dem von mir beschriebenen Freund oder auch bei mir, kann der endlich vollzogene Rechtsakt tatsächlich ein Grund für freudige Stimmung und Feierlust sein.
Nach der Scheidung sind mein neuer Ex-Mann und ich direkt in der Nähe des Amtsgerichts in ein Restaurant gegangen.
Ich glaube, dass man frisch geschieden, direkt nach dem Rechtsakt, nochmals gemeinsam essen geht, ist eine ganz besondere Ausnahme.
Als Feier würde ich das nicht bezeichnen. War schon eine etwas traurige Angelegenheit. Ich wüsste gar nicht mehr das Datum, noch nicht mal den Monat.
Wenn keine Wut dominiert dann dürfte eher die Stimmung einer Trauerfeier herrschen.
Meine Scheidung zähle ich nicht unbedingt zu den Höhepunkten meines Lebens. Beidseitiges Versagen trifft es besser.
So kann man das sehen.

Ich sehe lieber bei mir, dass den vielen guten Jahren, irgendwann eine Phase der Stagnation und schließlich Entfremdung folgte, in der man erst lernen musste, dass es besser ist künftig getrennte Wege zu gehen.
 
  • #10
Ich kenne das .......
Sowohl die kleine Feier im Freundeskreis als auch den Kurztrip nach Mallorca oder die Riesenfete mit 250 Gästen und Alkohol bis zum Umfallen. Und zu jeder vollen Stunde lief die Hymne "Freiheit" vom Westentaschenmüller.

Skuril war die Party eines Paares - denen hatte das Joch der Ehe nicht gut getan. Nach 2 Jahren Ehe geschieden ... und immer noch zusammen. Das Trennungsjahr erlebte sie offiziell in einer 2 Zimmer Wohnung - ob sie jemals dort war ?
 
  • #11
Eine wahre Story muss ich doch noch berichten. Falls ich mich hier wiederhole, einfach weiter scrollen. Aber ich fand' es so einmalig:
Bei einer ehemaligen Schulkameradin stand der Scheidungstermin fest. Beide fanden sich beim Gericht ein, aber die Richterin war plötzlich erkrankt. Der Termin sollte verschoben werden. Sie entschieden stattdessen gemeinsam Essen zu gehen. Während des Essens beschlossen sie, es noch einmal miteinander zu versuchen.
Daa Ganze ist mindestens 10 Jahre her, verheiratet sind sie immer noch.
W,57
 
  • #12
Also ich kenne das aus den USA. "Divorce Parties". Wird ganz lustig gestaltet mit "so long Mr. Wrong" Bannern oder kleinen Schildern auf denen steht "we never liked him/her anyway" (wird von den Freunden der/des Geschiedenen hochgehalten). Soll zum Trost dienen und wir kannten auch einen im Studium, der mit 23 geheiratet hatte und sie ihn dann aber wenig später verließ. Wir sind dann alle in einen Pub gegangen und haben laut "verlieben, verloren, vergessen, verzeihn" mitgegrölt. Er war voll glücklich darüber, ich glaub das hat ihn echt getröstet in dem Moment.
 
  • #13
Wir waren beide traurig. Sind danach heulend im Lift des Gerichts gestanden und haben uns fest umarmt.
Noch einen Kaffee zusammen getrunken und dann musste ich zurück ins Büro, wo von den Kollegen schon eine "Party" vorbereitet war.
Ich hab mich vielmals bedankt, gemeint, mir wäre leider gar nicht danach, und bin heimgegangen.
Champagner und Brötchen haben sie dann alleine getrunken und gegessen.
 
  • #14
Champagner und Brötchen haben sie dann alleine getrunken und gegessen
Oh. Erinnert mich an eine ehemalige Kollegin. Die kam nach dem Scheidungstermin auch direkt ins Büro. Wir standen alle in einem Zimmer, als sie kam und ein Kollege gratulierte ihr. Sie brach in Tränen aus und fuhr ebenfalls direkt wieder nach Hause.
Dies geschah vor meiner Scheidung, ergo hatte ich es noch in meinem Kopf und habe mir bei meiner Scheidung wohlweislich einen Tag frei genommen.

Ich hätte es bei ihr nicht gedacht, die waren schon ewig getrennt, ich hätte es aber auch bei mir nicht gedacht.
W,57
 
  • #15
Eine wahre Story muss ich doch noch berichten. Falls ich mich hier wiederhole, einfach weiter scrollen. Aber ich fand' es so einmalig:
Bei einer ehemaligen Schulkameradin stand der Scheidungstermin fest. Beide fanden sich beim Gericht ein, aber die Richterin war plötzlich erkrankt. Der Termin sollte verschoben werden. Sie entschieden stattdessen gemeinsam Essen zu gehen. Während des Essens beschlossen sie, es noch einmal miteinander zu versuchen.
Daa Ganze ist mindestens 10 Jahre her, verheiratet sind sie immer noch.
W,57
Was für eine schicksalhafte Wendung und schöne Geschichte! :)
 
  • #16
Nein, zu sowas hätte ich echt keine Lust, für mich geschmacklos!
 
  • #17
@Silly Dir freizunehmen war das Beste, das du tun konntest.
Ich hab das damals leider nicht bedacht, wir waren auch schon ein paar Jahre auf friedliche Weise getrennt und haben uns immer gemeinsam um die Kinder gekümmert.
Mir ist in meinem Leben nie wieder etwas so deplatziert erschienen wie die gut gemeinte "Feier" dieses endgültigen Abschieds, denn das war die Scheidung in meinem damaligen Empfinden.

Ich kann mir schon vorstellen, dass man den formalen Abschluss feiert, wenn es Gewalt, Hass und/oder einen ewig langen Rosenkrieg um Materielles gegeben hat.

Ich habe daheim noch weiter geweint, obwohl ich selbst die Trennung vollzogen hatte.
 
  • #18
Eine wahre Story muss ich doch noch berichten. Falls ich mich hier wiederhole, einfach weiter scrollen. Aber ich fand' es so einmalig:
Bei einer ehemaligen Schulkameradin stand der Scheidungstermin fest. Beide fanden sich beim Gericht ein, aber die Richterin war plötzlich erkrankt. Der Termin sollte verschoben werden. Sie entschieden stattdessen gemeinsam Essen zu gehen. Während des Essens beschlossen sie, es noch einmal miteinander zu versuchen.
Daa Ganze ist mindestens 10 Jahre her, verheiratet sind sie immer noch.
W,57
So eine schöne Geschichte! Love it!
 
  • #19
Eine wahre Story muss ich doch noch berichten. Falls ich mich hier wiederhole, einfach weiter scrollen. Aber ich fand' es so einmalig:
Bei einer ehemaligen Schulkameradin stand der Scheidungstermin fest. Beide fanden sich beim Gericht ein, aber die Richterin war plötzlich erkrankt. Der Termin sollte verschoben werden. Sie entschieden stattdessen gemeinsam Essen zu gehen. Während des Essens beschlossen sie, es noch einmal miteinander zu versuchen.
Daa Ganze ist mindestens 10 Jahre her, verheiratet sind sie immer noch.
W,57

Oh wow. Wie schön! Danke, das du diese Anekdote mit uns geteilt hast.
 
  • #20
Ich kenne viele, die ihre Scheidung am selben Abend „gefeiert“ haben. Sprich, man trifft sich mit Freunden und stößt drauf an. Das heißt ja nicht, dass die Leute extrem Halligalli gemacht haben, es kamen auch mal traurige oder wehmütige Erinnerungen hoch und wurden durchdiskutiert. Eigentlich wird damit ja nicht die Scheidung an sich gefeiert, sondern der frisch geschiedene Mensch bestärkt, nun, nachdem eine schwierige Zeit zuende gegangen ist, mit der Unterstützung seiner Freunde positiv in die Zukunft zu starten. Mehr ist das eigentlich nicht. 🤷‍♀️
 
  • #21
Wenn schon, dann richtig.
Alle Hochzeitsgäste von damals einladen in die damalige Lokalität und alle Geschenke zurückgeben.
 
  • #22
Geschieden, 5 Jahre nach der Trennung. Der Sekt stand für mich alleine kalt. Allerdings habe ich den nicht geöffnet.

Damals fühlte es sich mit 2 Kindern, um die wir uns immer noch gemeinsam kümmern und einem friedlichen Verhältnis eher nach „Gescheitert“ an. Zum Feiern war mir an diesem Tag wirklich nicht zu Mute.
 
  • #23
Wenn schon, dann richtig.
Alle Hochzeitsgäste von damals einladen in die damalige Lokalität und alle Geschenke zurückgeben.
Also die Idee bei einer Trennung Geschenke zurück zu geben oder zurück zu erwarten/verlangen finde ich albern.

Es hat soetwas von beleidigter Leberwurst.

Gleiches gilt für das Wegwerfen solcher Geschenke. Eine Ausnahme wäre vielleicht ein gerahmtes Foto.

Allerdings habe ich schon von letzteren Verhalten als lachender Dritter profitiert und aus diesem Grunde für die Entsorgung vorgesehene Dinge übernommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #24
Also die Idee bei einer Trennung Geschenke zurück zu geben oder zurück zu erwarten/verlangen finde ich albern.

Es hat soetwas von beleidigter Leberwurst.

Gleiches gilt für das Wegwerfen solcher Geschenke. Eine Ausnahme wäre vielleicht ein gerahmtes Foto.

Allerdings habe ich schon von letzteren Verhalten als lachender Dritter profitiert und aus diesem Grunde für die Entsorgung vorgesehene Dinge übernommen.
Ich glaube, @godot meint die Hochzeitsgeschenke der damaligen Gäste, die sie jetzt zurück bekommen.
 
  • #25
In der ev. Kirche gibt es sogar die Möglichkeit, eine Trennung rituell zubegehen, quasi ähnlich wie die Trauung. Als seelsorgerliche Begleitung.
 
  • #26
Ich glaube, @godot meint die Hochzeitsgeschenke der damaligen Gäste, die sie jetzt zurück bekommen.
Und es sollte ein Witz sein!
Legen wir noch einen drauf:
Die Frau sollte auch ihr Hochzeitskleid tragen welches dann auf der Scheidungsparty nach dem Tanz mit dem 'Bräutigam' zerrissen wird.
Danach wird er entkleidet und sein Anzug verbrannt.
Dann tanzen alle um das Feuer.
Es sollte auch reichlich Alkohol fliessen.
In der ev. Kirche gibt es sogar die Möglichkeit, eine Trennung rituell zubegehen, quasi ähnlich wie die Trauung. Als seelsorgerliche Begleitung.
Auja, der Pastor liest dann seinen damaligen Text nochmal - rückwärts.

Alles Gedanken eines ewigen Junggesellen.
 
  • #27
Und es sollte ein Witz sein!
Legen wir noch einen drauf:
Die Frau sollte auch ihr Hochzeitskleid tragen welches dann auf der Scheidungsparty nach dem Tanz mit dem 'Bräutigam' zerrissen wird.
Danach wird er entkleidet und sein Anzug verbrannt.
Dann tanzen alle um das Feuer.
Es sollte auch reichlich Alkohol fliessen.
Hört sich nach einer richtigen Orgie an, im Idealfall sind danach alle neu verpartnert.
Also ich kenne das aus den USA. "Divorce Parties". Wird ganz lustig gestaltet mit "so long Mr. Wrong" Bannern oder kleinen Schildern auf denen steht "we never liked him/her anyway" (wird von den Freunden der/des Geschiedenen hochgehalten).
Ja, das passt, meine amerikanischen Freunde feiern auch alles um die Hochzeit herum sehr groß, kitschig und konsumistisch, so eine "Divorce Party" ist natürlich ein toller Trend, um wieder jede Menge Geld auszugeben -- bedruckte, Banner, Schilder, Schnickschnack. Wirtschaftlich betrachtet gar keine so schlechte Idee, dann können die Unternehmen doppelt verdienen -- einmal an der Hochzeit und etwas später dann nochmal an der Scheidung.
w27
 
  • #28
Ja erst wird pompös die Wedding-Party gefeiert, dann pompös die ‚Baby-Shower-Parties‘ und dann die exclusive Divorce-Party.
So gibt es immer was zu feiern 🥳.
 
  • #29
Dafür, dass so manche hier angeblich ah doch so eine vorbildliche Trennung hatten, fallen die Ergebnisse ziemlich negativ aus 😀. Wenn man sich wirklich lediglich auseinander gelebt hat und beide die Scheidung gleichermaßen wollten, kann man diese doch auch feiern 😁.

Ich würde feiern, wenn die Scheidung an sich - verwaltungstechnisch - kompliziert wäre.
 
  • #30
Ja erst wird pompös die Wedding-Party gefeiert, dann pompös die ‚Baby-Shower-Parties‘ und dann die exclusive Divorce-Party.
So gibt es immer was zu feiern 🥳.
Zwischendurch gibt es noch runde Geburtstage und Hochzeitjubiläen.

Dazu kommen besondere Ehrentage der Kinder. Da kommen dann aufgrund diverser Rekonfigurationen unzählige (Stief)Großeltern zusammen und Omas Neuer stößt mit seinen Vorgängern an, während Opa sein polyamores Konstrukt im Kleinbus vorfährt.

Party ohne Ende.
 
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