• #91
Ein Partner der nicht bedingungslos und nicht wahrhaftig geliebt wird und deshalb auch nicht liebt, sollte sich niemals für mehr hinhalten und/oder für mehr benützen lassen, egal für was! Punkt.
Falls es dir noch nicht aufgefallen ist.
Auch du liebst nicht bedingungslos.
Denn deine Erwartungen an eine Frau sind enorm.
Ist dir das nicht bewusst?
Ich kann das gut nachvollziehen. Eine Therapie, in der man die ganze Vergangenheit aufarbeitet, ist extrem anstrengend und hart, das habe ich im Umfeld auch gesehen.
Und schon gar nicht immer erfolgreich. Leider
 
  • #92
Meine Mutter...... wollte die hochgewachsene, hauchdünne, blonde Tochter. Ich bin aber nur 1,73 m groß und vom Körperbau breitschuldrig..... Ich bin eine Extremshopperin und es fließen pro Monat ca. 2.000 Euro in Kosmetik, Klamotten und alles, was vermeintlich schöner macht.

Liebe FS,
Du bist alt und therpapieerfahren genug, um zu begreifen: so werde ich trotzdem nicht zu der Tochter, die meine Mutter haben wollte. Also solltest Du dieses vergebliche Bemühen Dich dem Idealwert Deiner Mutter durch "Extremshoppping" anzunähern einfach aufgeben und shoppen auf ein vergnügliches Maß zurückfahren. Es ist lächerlich, damit hier in dem Kontext anzugeben.
Indem Du immer einem Ziel nachrennst (ohne die Sinnhaftigkeit des Ziels zu betrachten), welches Du ohnehin nicht erreichen kannst sorgst Du dauerhaft für Selbstenttäuschung, Unsicherheit und Frustration.

Ändere die Strategie: dreh Deiner Muttter ganz pubertär virtuell eine lange Nase, gib diesen Selbstoptimierungsunfug auf und finde zu einem entspannteren Lebensstil. Auch die Verkäuferinnen lieben Dich nicht dafür, dass Du Berge an Geld bei ihnen ablieferst.
Nimm Yogastunden, statt stundenlang beim Friseur, bei der Kosmetik zu sitzen, durch Boutiquen oder über Webseiten zu irrlichtern. Du wirst nie so, wie Deine Muttter Dich wollte, mit all dem Aufwand nicht und es gibt überhaupt keinen Grund so zu sein zu wollen.

Kein Mensch, der halbwegs bei Verstand ist, arbeitet sich an einem unerreichbaren Ziel ab und dauerfrustriert/versagensängstigt sich unentwegt.

Er sagte, dass es keine Rolle spiele, woher die Probleme kommen, sondern vielmehr zu lernen, richtig mit den Symptomen umzugehen.
Guter Therapeut. Du hast genug geguckt und weißt ganz genau woher es kommt (ungeliebtes, stets gnadenlos kritisiertes Kind). Es bringt überhaupt nichts Therapiestunden darauf zu vertun, sondern: welche Probleme habe ich im hier und jetzt und wie schafffe ich dvon was weg, durch welche Maßnahmen.

Wer garnicht versucht sich zu verändern und nicht daran glaubt, sabotiert jede Therapie und kann sie sich sparen.

Da würde ich in diesem Leben nicht mehr fertig. Es gibt dort noch Dinge, die ich selbst diesem Foum nicht anvertraut habe
Und Du glaubst, damit bist Du die Einzige? Das ist Dein großer Irrtum.
Man muss auch nicht alles x-mal betrachten, aus jedem Winkel beleuchten und jede Minute seines Lebens auseinanderrupfen.
Das hat mich "ich bin ein extrem nachdenklicher Mensch" nichts zu tun, sondern ist nur ziellose Grübelei, Drehen um das ewig Gleiche mit hohem Aufwand ohne einen Schritt voran zu kommen.
 
  • #93
dass man Gefühle nicht reflektieren sollte weil das auch gar nicht so wirklich geht.
Ich weiß nicht, wie Du das jetzt meinst. Denn Du schreibst ja auch, dass man Reaktionen auf Gefühle ergründen kann.
Also ich kann schon drüber nachdenken, WARUM ich mich jetzt fühle, wie ich mich fühle. Nur das hat mich ja drauf gebracht, dass es entweder einen wirklichen Grund gibt oder dass irgendwas aus meiner Vergangenheit mich getriggert hat, was mit der jetzigen Situation und/oder einem Menschen gar nichts zu tun hat. Negativ UND positiv.

Wir können aber positive Gefühle zerdenken indem wir sie solange hin- und herwenden bis sie von negativen Gefühlen /Ängsten überlagert und von diesen verdrängt werden.
Aber es gibt auch diese Variante: Ich bin ihnen zunächst immer auf den Leim gegangen, da positive Gefühle auch auf einer Illusion beruhen können, und das dicke Ende kam dann doch.
Es ist natürlich entscheidend, was Du meinst mit "positiven Gefühlen". Aber wenn ein Mensch, der z.B. solche Probleme hat wie @Hasendompteur , sich einfach "mit den positiven Gefühlen" auf eine Beziehung einlässt, sind ja ihre Probleme trotzdem nicht weg, die dann in der Beziehung auftreten werden.

Manche Menschen wählen nicht mal den richtigen Partner, dass ihre eigenen Probleme in der Beziehung NICHT früher oder später bedient werden würden, einfach weil die Parnerwahl aufgrund von Projektionen getan wurde, die das Muster erfüllen sollen, dass der Mensch mit sich rum schleppt.
Die sind dann erst glücklich und erleben dann wieder dasselbe.

Das Nachdenken über NEGATIVE Gefühle, woher sie kommen, hat mir persönlich sehr geholfen, um zu gucken, ob ich getriggert wurde oder ob ein Grund vorliegt. Aber das ist für mich das Gleiche, wie über die POSITIVE Gefühle wirklich nachzudenken (statt sie mit Ängsten zu zertreten), ob sie von "Andichtungen" an die Situation kommen oder mit keinen Erwartungen verbunden sind.

Erst das Ausgewogene, das Akzeptieren, dass es eben auch wieder schlechter werden kann und man dann nicht in ein Loch stürzt, sondern wohl einer Illusion aufgesessen ist, die sich als solche auch herausstellte, brachte ein anderes Umgehen mit Gefühlen. Verhindert nicht Leiden, aber verhindert Abstürze.
 
  • #94
Ich denke es liegt in der Natur von positiven Gefühlen, insbesondere solchen die sich aus der Verbindung zu anderen Menschen ergeben, das sie enttäuscht werden können und man dann verletzt ist.
Genau die Erkenntnis ist auch meiner Ansicht nach der Schlüssel. Aber die kann man mE nicht machen, wenn man sich nicht durch das böse Denken mit seinen Gefühlen, positiv oder negativ, auseinandersetzt.

Was hat es für einen Sinn, seine positiven Gefühle zu hätscheln, wenn sie als Grundlage nur Annahmen haben und mit hohen Erwartungen verbunden sind, was hat es für einen Sinn, seine negativen Gefühle für eine Situation wegzudrücken mit "du denkst zu viel". Keinen, denn man würde ja nicht grundlos so empfinden.
Außerdem würde ich sagen, bewirkt es nur, dass man schlussendlich dann auch den positiven Gefühlen misstraut, und das wäre dann das Zertreten durch Ängste, weil man sich anders nicht vor der Enttäuschung meint bewahren zu können. Das ist zwar auch eine Kopfaktivität, aber ich bin echt dafür, das nicht "Denken" zu nennen und nicht hier "das Denken" zu verteufeln und sich zu sagen "sorge nicht, lebe". Das bringt nichts, jedenfalls nicht aus meiner Erfahrung. Erst wenn über Trigger, woher sie kommen und über positive und negative Illusionen nachgedacht und die Erkenntnisse gemacht wurden, kann man erkennen, wann man sich was kaputtmacht, wann man sich an der Nase rumführt mit illusorischem Positivdenken, wann man es einfach mal riskieren sollte, positiv zu empfinden und mal zu gucken, wie sich das entwickelt. Ende offen, keine Erwartungen, bereit, zu seinem Besten zu reagieren, wenn dies oder das eintritt.

Meiner Ansicht nach würde dieses Vorgehen, nicht mehr drüber nachzudenken, das übliche erst "himmelhochjauchzend" und dann "zu Tode betrübt" bewirken, das derjenige mit Sicherheit schon kennt, denn daher kommt ja seine Angst, sich wirklich einzulassen. Einfach, weil die Ursachen der Gefühle nicht analysiert und erkannt werden. Auch positive Gefühle können durch Trigger entstehen und einen ins Verderben führen.

Das hat überhaupt nichts mit den positiven Gefühlen zu tun, die durch eine gute Grundeinstellung zum Leben und zu anderen Menschen sowie Beziehungen kommen. So wie Du schreibst: Das Für-möglich-Halten, dass man auch enttäuscht werden kann und daran nicht zugrunde gehen wird, das ist die richtige Einstellung.
Nicht das "dieses Mal wird es aber bestimmt klappen mit der Liebe" und auch nicht "das klappt bestimmt wieder sowieso nicht mit der Liebe", das nur durch positive oder negative Erwartungen gespeist wird, aber nicht durch das Sehen der Realität und durch gutes Umgehen mit der Realität.
 
  • #95
Liebe Hasendompteur,

Ich kann nur von mir aus, meiner Erfahrung schreiben.
Ich musste manches durchaus noch mal wissen, genau anschauen und neu zu sortieren.
Die Therapie, die ich machte, dauerte 5 Jahre.
Wichtig war dabei aber vor allem, neue Techniken zu lernen, wie stelle ich mich auf, wie gebe ich meinem Kleinen Kind eine Nachbeelterung, Liebe, Akzeptanz. Wie fülle ich die Defizite.

Und dann kam die Thematik, wie gehe ich HEUTE mit mir um, Selbstwert, Selbstliebe, etc. Grenzen setzen.
Es zu meinen, wenn ich sage, ich bin ich, und es ist gut.

Reine Verhaltenstherapie war es nicht, ich hatte intensive Traumatherapie - Spezialausbildung der Therapeut*innen. Ob Verhaltenstherapie, analytisch, systemisch... War nicht so wichtig.
Mir hat es gut getan, am Anfang mit einem Mann zu arbeiten.
Die zweite durfte dann "Mama" sein.

W, 51
 
  • #96
Ich musste manches durchaus noch mal wissen, genau anschauen und neu zu sortieren.
[...]
Wichtig war dabei aber vor allem, neue Techniken zu lernen, wie stelle ich mich auf, wie gebe ich meinem Kleinen Kind eine Nachbeelterung, Liebe, Akzeptanz. Wie fülle ich die Defizite.

Und dann kam die Thematik, wie gehe ich HEUTE mit mir um, Selbstwert, Selbstliebe, etc. Grenzen setzen.
Es zu meinen, wenn ich sage, ich bin ich, und es ist gut.
Genau so lief das bei mir auch, nur ohne Therapie durch einen Therapeuten. Ich finde, es geht gar nicht, dass man versucht, die Vergangenheit zu verdrängen und nur neue Verhaltensweisen zu erlernen. Jedenfalls stelle ich mir dann vor, dass es dann nur ERLERNT ist, ohne sich richtig anzuFÜHLEN.

Vielleicht funktioniert die Methode aber dann so, dass es einfach um "Umkonditionieren" geht? Also die Ursachen nicht ergründen, sondern einfach nur anders machen und sich dran gewöhnen? Das Gehirn lernt eigentlich "nur", es bildet neue Verknüpfungen, neue Gewohnheiten, die diesmal besser sind für einen als die, die man überschrieben hat?

Wie jemand, der sich jahrelang falsch ernährt hat und schlanker werden will, auch nicht rausfinden muss, ob er Süßes gegessen hat, weil er sich einsam fühlte und was Gutes tun wollte, oder nur seine Geschmacksnerven dran gewöhnt hat? Er gewöhnt sich dann einfach nur an, Zucker ab jetzt nicht mehr zu mögen, und um sich was Gutes zu tun, einen Salat zu essen, weil der ja wirklich besser ist für den Körper?
Ich könnte mir vorstellen, dass das aber nicht so eine fundierte Grundlage ergibt und die Rückfallquote höher sein könnte. Und ob man das auf psychische tiefliegende Komplexe ausweiten kann?
 
  • #97
Du solltest ausschließlich auf dein Bauchgefühl hören, sonst auf nichts!
Das ist kein sehr guter Rat für jemanden, der psychisch zu kämpfen hat. Ich kannte Leute, deren Bauchgefühl sagte, sie werden verfolgt. Es gibt Menschen, die ohne Grund eifersüchtig sind und immer denken, der andere hintergeht sie. Oder, dass das Leben sinnlos ist und sie sich umbringen müssen. Bauchgefühl ist wichtig, wenn man mit sich im Reinen ist und keine Probleme mit Gefühlen hat. Nicht, wenn man nicht an die Liebe glaubt und selbst nicht lieben kann, vor allem: sich selbst nicht lieben kann, aber vom anderen genau das erwartet usw.
Falls es dir noch nicht aufgefallen ist.
Auch du liebst nicht bedingungslos.
Denn deine Erwartungen an eine Frau sind enorm.
Ja, der IM würde ja sofort die Beziehung beenden bei jeglicher Verfehlung des anderen. Bedingungslose Liebe ist das nicht, das ist zwischen Erwachsenen auch nicht ratsam. Sonst würde jeder in Beziehungen bleiben, in denen der andere Gewalt ausübt, betrügt, beleidigt usw.
 
  • #98
Genau so lief das bei mir auch, nur ohne Therapie durch einen Therapeuten. Ich finde, es geht gar nicht, dass man versucht, die Vergangenheit zu verdrängen und nur neue Verhaltensweisen zu erlernen. Jedenfalls stelle ich mir dann vor, dass es dann nur ERLERNT ist, ohne sich richtig anzuFÜHLEN.
Es gibt auch Hypnose- Behandlungen, bei denen negative Emotionen verarbeitet und innere Blockaden aufgelöst werden sollen. Ob so etwas tatsächlich funktioniert, weiß ich nicht. Aber das nötige Kleingeld hast du ja liebe FSin, dann gib es doch lieber für deine mentale Gesundheit aus.
 
  • #100
Ich kann auch mit einer klassischen Verhaltenstherapie nicht so viel anfangen . Es ist mir zu technisch . Ich habe das 2016 gemacht als ich unerklärliche Schluck Probleme und Panik Attacken bekam . Jetzt kamen diese Beschwerden wieder in schwächer ausgeprägter Form und ich habe eine neue Therapie begonnen , einfach um präventiv dafür zu sorgen, dass es mir nicht wieder so schlecht geht wie damals . Und mein Therapeut macht beides : biographische Arbeit und aktuelle Themen und auch Übungen gegen die Angst. Ich fühle mich sehr gut aufgehoben . Ich bewerte auch Emotionen nicht mehr über, ich kann Panik haben und mich einfach ins Bett legen und einschlafen , weil weiß dass es vorüber geht . Ich würde an deiner Stelle , Hasendompteur, diesen ganzen Emotionen deinem Partner gegenüber nicht so viel Bedeutung beimessen. Wer Trauma erlebt hat , erlebt Beziehung und Verliebtheit oft sehr stark und ambivalent , so geht es mir zumindest . Auf jede Emotionen zu hören und alles in Frage zu stellen kann sehr ermüdend und verwirrend sein und es bringt dich nicht weiter weil dein System auch falschen Alarm schlagen kann. Aus einer glücklichen Beziehung damals weiß ich dass diese schlimmen Gefühle abnehmen , je länger ich den Mann kenne, ihm vertraue und ihn besser einschätzen kann. Dann können Sachen, die mich heute kränken mich später zum Lachen bringen , weil ich den Mann annehme so wie er ist . Männer waren auch oft überfordert von meinem emotionalen Chaos und der Intensität und der Richtige erkannte bald , dass ich so bin und mich bald wieder beruhige , also kein Grund zur Sorge besteht und er am Besten einfach zuhört . Macht einfach weiter und schaut, was kommt . Das wäre mein Rat . Arbeite an deinen Themen , erzähle deinem Freund manches aber nicht alles . Er ist nicht dein Retter und auch nicht dein Erlöser . Hast du denn Menschen , mit denen du dein Leben teilst ? Sehr enge Freundinnen ?
 
  • #101
Ich habe nun einen Therapeuten, dem ich sehr vertaue und ich habe ihn gefragt, warum wir eigentlich nie über meine Vergangenheit reden. Er sagte, dass es keine Rolle spiele, woher die Probleme kommen, sondern vielmehr zu lernen, richtig mit den Symptomen umzugehen. Komplett möchte ich mich mit der Vergangenheit auch nicht mehr auseinander setzen.
Die Aussage sich auf die Symptome zu fokussieren und die Ursachen außen vor zu lassen ist m.E. richtig und falsch zu gleich. Die traumatischen Erlebnisse der Kindheit (und vielleicht auch noch danach) wieder auszugraben und sie gar noch mal zu durchleben bringt in der Tat nichts außer eine erneute Traumatisierung die dir nicht hilft aber sehr schaden kann.
Aber nur die Symptome in Form von bestimmten Verhaltensweisen und Denkstrukturen zu betrachten und dich auf der Ebene umzukonditionieren wird wahrscheinlich nicht reichen. Dahinter liegen nämlich im Körper, insbesondere im limbischen System verankerte Reiz-Reaktions Muster, die man sich anschauen und auflösen muss und das geht nicht nur durch reden. Frag doch deinen Therapeuten seinen Erfahrungen mit Entwicklungstrauma / Bindungstrauma und der Möglichkeit auch körperorientierte Elemente in die Therapie aufzunehmen. Der Kopf will wissen und der Körper will spüren (ich verwende bewusst spüren und nicht fühlen dann gibt es einen Unterschied) und er kann auch nur durch spüren (um)lernen.
Da du sehr nachdenklich bist und gern grübelst gib doch deinem Geist mal externes Futter zum Kauen und gern auch Wiederkäuen damit er sich nicht immer nur in seiner Endlosschleife dreht. Ich kann dir folgendes empfehlen:
Bessel van der Kolk: The body keeps the score, deutscher Titel: Verkörperter Schrecken: Traumaspuren in Gehirn, Geist und Körper und wie man sie heilen kann.
Dami Charf: es gibt mehrere Videos und Präsentationen von ihr im Internet, in der sie sehr schön erklärt was in unserem Körper bei der Traumatisierung passiert und wie man den Körper da langsam wieder herausbringen kann ohne das eigene Trauma wieder explizit aufzumachen.
Wenn du nach Entwicklungstrauma im Internet suchst wirst du auch weiteren Input finden.
 
  • #102
Aber es gibt auch diese Variante: Ich bin ihnen zunächst immer auf den Leim gegangen, da positive Gefühle auch auf einer Illusion beruhen können, und das dicke Ende kam dann doch.
Es ist natürlich entscheidend, was Du meinst mit "positiven Gefühlen". Aber wenn ein Mensch, der z.B. solche Probleme hat wie @Hasendompteur , sich einfach "mit den positiven Gefühlen" auf eine Beziehung einlässt, sind ja ihre Probleme trotzdem nicht weg, die dann in der Beziehung auftreten werden.
Da habe ich mich mich wohl nicht klar genug ausgedrückt. Natürlich kann man über den Grund und den Auslöser für Gefühle nachdenken und es gibt auch genug Situationen wo das durchaus angeraten ist und das gilt natürlich für positive wie negative Gefühle.
Wenn aber bei einem Menschen eine Gefühlsregung (positiv oder negativ) unter Generalverdacht steht oder möglichst ganz unterdrückt wird, dann sollte man wenn es dieses Gefühl es doch mal durch die harte Kruste schafft nicht auch noch gleich durch zerdenken im Sinne von schlechten Ursachen zertreten. Ich habe die positiven Gefühle in den Vordergrund gestellt, weil die FS bei denen zum Zertreten neigt und sie weit über Gebühr seziert. Gäbe es ein Elektronenmikroskop zur Untersuchung von postiven Gefühlen und Liebe auf irgendwelche Fallstricke dann hätte die FS es sicherlich zuhause stehen (@Hasendompteur, ist nicht böse gemeint).
Natürlich wären die Probleme von @Hasendompteur nicht weg wenn sie den positiven Gefühlen Raum gibt und sich auf eine Beziehung einlässt. Aber diese Gefühle dürfen dann mal raus und sie kann in der Beziehung mit diesen Gefühlen arbeiten. Allerdings kann der Partner nicht der Therapeut sein sondern den braucht es neben dem Partner. Ich drücke es mal sehr unemotional aus: @Hasendompteur, ihr Partner und die Beziehung sind das Versuchsfeld und der Therapeut ist der Laborant der schaut, dass das Experiment nicht aus dem Ruder läuft sondern sich in einem als sinnvoll erachteten und vorher abgesteckten Rahmen bewegt. Das Ergebnis des Experiments kennt vorher keiner der Beteiligten (liegt in der Natur von Experimenten) aber am Ende des Experiments haben alle etwas gelernt. Die Dauer des Experiments ist hier vorab nicht festgelegt und wenn es gut läuft dauert es sehr lange, der Laborant schaut immer seltener vorbei und die Beteiligten empfinden es auch nicht mehr als Experiment sondern einfach als 'Das Leben'. Läuft es nicht so gut endet es irgendwann aber @Hasendompteur hat sich weiter entwickelt und was 'gelernt' und der Therapeut hat dafür gesorgt, dass es nicht zum totalen Absturz kommt.
 
  • #103
Aber diese Gefühle dürfen dann mal raus und sie kann in der Beziehung mit diesen Gefühlen arbeiten.
Ich weiß nicht, wie es bei ihr ist. Aber meine Erfahrung ist, dass wenn man aufgrund von irgendwelchen Hirngespinsten negative Gefühle hat, hat man auch aufgrund von irgendwelchen Hirngespinsten positive, die natürlich mit eine Hoffnung verbunden sind. Und aber enttäuscht werden, weil sie mit zu vielen Erwartungen verknüpft sind.

Die Frage lautet: Sind die positiven Gefühle Gefühle, die sich aufbauen auf Luftschlössern.
Wenn die platzen, gibt es den Absturz ins Loch.

Positives Denken, das auch noch zulassen kann, dass was nicht so kommt, wie man es erhofft, ist ja was ganz anderes.

Natürlich wären die Probleme von @Hasendompteur nicht weg wenn sie den positiven Gefühlen Raum gibt und sich auf eine Beziehung einlässt. Aber diese Gefühle dürfen dann mal raus
Ja, genau das ist mE der Haken. Es sind mE nicht einfach "positive Gefühle". Es sind hohe Erwartungen, dass ihr Leiden, das durch das Ungeliebtseinsgefühl der Vergangenheit, endlich durch diesen Mann weggeht. Das wird nicht funktionieren.

So ist doch auch der Mechanismus: Weil man das aus Erfahrung schon weiß, dass es nicht klappt, und weil man daher Angst hat, dass es nicht klappt, verbietet man sich die "positiven" Gefühle, weil sie keine echten sind.

Also so kenne ich das jedenfalls. Und das Verbieten ist zwar nicht schön, aber notwendig, weil die Enttäuschung ja vorprogrammiert ist.

Die Lösung ist für mich, das eigene Problem mit den Erwartungen zu lösen. Und natürlich, sich zu festigen darin, dass man sich die früher vermisste Zuwendung selbst geben muss. Dass man erkennen muss, man war nicht schuld dran, nicht geliebt zu werden (der Mensch konnte das einfach nicht, weil er seine eigenen Probleme nicht gelöst hat), was z.B. auch bewirkt, dass man nicht mehr versucht, sich liebenswerter zu machen durch teure Kosmetik oder Verstellen. Erst dann sind positive Gefühle nicht mehr gefährlich, weil es einen nicht in ein Loch stößt, wenn sie sich nicht erfüllen, und weil sie das Sehen der Realität zulassen, statt drauf zu hoffen, endlich die Elternliebe und die Bestätigung, man sei gut so, wie man ist, vollumfänglich von einem Partner zu bekommen, so dass das innere Problem weggeht.

Aber keine Ahnung, ob das von uns hier Thematisierte bei Hasendomteur überhaupt zutrifft. Sie will ja geliebt werden, ohne es selbst zu tun und zu können. Welche positiven Gefühle werden denn da weggedrückt. Man nimmt sich irgendeinen Partner, erwartet, dass er das eigene Leiden heilt, ohne selbst zu geben.
Sie schreibt selbst, dass er sie nicht geflasht hat und sie aber auf sowas wartet als "Liebe".
Wenn der Mann dasselbe Problem hat, dass er sich nie geliebt fühlte, hat er sich auch wieder so eine Partnerin gesucht.
 
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  • #104
Allerdings kann der Partner nicht der Therapeut sein sondern den braucht es neben dem Partner. Ich drücke es mal sehr unemotional aus: @Hasendompteur, ihr Partner und die Beziehung sind das Versuchsfeld und der Therapeut ist der Laborant der schaut, dass das Experiment nicht aus dem Ruder läuft sondern sich in einem als sinnvoll erachteten und vorher abgesteckten Rahmen bewegt.
Ja, so wäre das ideal, aber glaubst Du, dass das sozusagen ein therapeutenbegleitetes Entstehen einer Beziehung geben wird, ohne dass der Mann mit einbezogen ist? Ich finde, was Du schreibst, wäre gut für eine PAARtherapie.

Ich weiß aber, was Du meinst. Sie lernt, ihre Probleme zu lösen, kann sich nach und nach schön einlassen auf die Beziehung mit dem Mann. Muss nicht mehr perfekt aussehen, kann ertragen, sich ihm zu zeigen, wie sie ist, und fühlt sich dann überhaupt zum ersten mal und dann auch "trotzdem" geliebt, was sie aber generell noch lernen muss, wie das aussieht, indem sie ihr Problem mit der Kindheit und der Familie löst.

Ich fänd irgendwie gut, wenn der Mann auch eine Therapie machen würde. Was jetzt aberwitzig klingt, aber ich komme nur darauf, weil er Hasendompteur ja als Partnerin gewählt hat und selbst solche Probleme zu haben scheint, einer Partnerin zu vertrauen, dass nicht gleich morgen wieder alles zerplatzt. Vielleicht kann er auch nicht lieben? Es finden sich ja immer die Leute zu einem Paar zusammen, die sich was geben können, und/oder die die Seiten ein und derselben "Problemmedaille" beackern.

Ich finde gut, dass sie mit ihm geredet hat und dass sie beide gesagt haben, was eines ihrer Probleme mit der Beziehung ist.
Wenn sich beide um eine Lösung bemühen und lernen einander zu vertrauen, dann kann auch eine Annäherung stattfinden (so überhaupt wirklich gewollt von ihr, weil sie sich ja nicht sicher ist, ob der Mann der Richtige ist), also dass es Entwicklungspotenzial gibt und Fortschritte, die man gemeinsam machen kann.
 
  • #105
Ich fänd irgendwie gut, wenn der Mann auch eine Therapie machen würde. Was jetzt aberwitzig klingt, aber ich komme nur darauf, weil er Hasendompteur ja als Partnerin gewählt hat und selbst solche Probleme zu haben scheint, einer Partnerin zu vertrauen, dass nicht gleich morgen wieder alles zerplatzt.
Das ist eine interessante und spannende Idee aber wenn es so ist wie du vermutest, die Indizien sprechen dafür, dann hätte es das Potential für ein 4 fach Win, Hasendompteur kann für sich selbst gewinnen, der Mann kann für sich selbst gewinnen, beide können eine Beziehung gewinnen und der Therapeut kann sich auch auf die Schulter klopfen. Aber ein solches Arrangement erfordert auch viel Offenheit und noch mehr Mut von allen Beteiligten, aber es winkt auch der Jack Pot der eigenen Entwicklung.
Da die Situation aber schon verfahren ist hat eigentlich niemand mehr wirklich was zu verlieren und das sie sich beide gegenseitig schon mal ein bisschen in die Karten haben schauen lassen ist ein bisschen Offenheit da.
Aber alles weitere müssen die beiden und insbesondere Hasendompteur nun selbst entscheiden.
 
  • #106
In Anbetracht, dass du dieses Trauma schon mehrfach durch hast, würde ich einen Psychologen um Rat fragen, denn es tut dir nicht gut, wenn du dieses Muster weiter fortführst.

Ich finde es ganz normal, sich jeden Tag "ich liebe dich" zu sagen, zumindest oft genug. Du musst ja schon betteln, dass du es nur einmal hörst. Kann wohl nicht der richtige Mann sein.

Ich hätte Corona sowieso alleine verbracht. Gemeinsam wohnen ist nur was für verheiratete Leute, nicht einen frischen Kontakt, der auf Halbmast fährt. Da teile ich meine Wohnung nicht gerne. Ist dir das nicht unangenehm, mit so einem zusammen zu sitzen, der sich so schlecht aufführt? Ich finde ihn frech.

Ich habe gelernt, dass es bei solchen mangelnden Liebesbekundungen für mich in eine derartige Unzufriedenheit führt, dass mein Partner nur ein hässliches Monster an seiner Seite hätte, keine tolle Frau mehr. Ich wäre nur noch am Nörgeln und das zeigt einfach, dass es zu wenig ist, wenn man alles Schaltjahr mal "ich liebe dich" hört.

Ich finde zwar schon, das ein "ich mag dich sehr" etwas in Richtung Liebe andeuten kann, aber ein "ich mag dich sehr" reicht bei Weitem nicht, wenn man nie geliebt wurde. Es ist ein Armutszeugnis des Mannes an dich und für dich. Tut mir leid.

Wenn du mit ihm zusammenbleiben willst, wirst du ihn damit konfrontieren müssen, dass er dringlichst mit dir zum Paartherapeuten gehen muss.
 
  • #107
Wenn du mit ihm zusammenbleiben willst, wirst du ihn damit konfrontieren müssen, dass er dringlichst mit dir zum Paartherapeuten gehen muss.
Ich stimme deinem gesamten Beitrag zu, was ich schlimm finde ist, zu einem Paartherapeuten gehen zu müssen, der einem dann klar machen sollte, dass man dem Partner sagen kann, ich liebe dich, was für meine Begriffe so eh nicht geht!
 
  • #108
Wenn du mit ihm zusammenbleiben willst, wirst du ihn damit konfrontieren müssen, dass er dringlichst mit dir zum Paartherapeuten gehen muss.
Paartherapeut, um einem Paar seine Kommunikation oder seinen Umgang miteinander vor Augen zu führen - ok, kann ich mir vorstellen.
Paartherapeut, der meine Partnerin so ändert, dass sie meinen Problemen und Mustern gerecht wird? Irgendwie verdreht.

Es gibt Menschen, die nutzen die drei Worte früher, welche, die brauchen eine Weile. Es gibt welche, für die ist „ich mag Dich“ nach ein paar Monaten eine Liebeserklärung und welche, die betrachten das als das genaue Gegenteil.

Und dann eine Paartherapie unter Zwang - nett ausgedrückt als „dringlich hingegen müssen“? Eine Paartherapie nach ein paar Monaten, wenn man merkt, es passt nicht? Ich bin immer mehr dafür, „betreutes Leben“ aus dem Kassenkatalog zu streichen und jeden selbst bezahlen zu lassen, wenn ich hier so mitlese.
Früher hatten die Menschen eine übertriebene Scheu, auch mit schweren Problemen zum Psychologen zu gehen. Heute lassen sie für jede Befindlichkeit möglichst die Allgemeinheit 150 Euro die Stunde zahlen. Wofür zahlt man schließlich die hohen Krankenkassenbeiträge...?
 
  • #110
Heute lassen sie für jede Befindlichkeit möglichst die Allgemeinheit 150 Euro die Stunde zahlen.
Ganz so einfach ist es eben doch nicht: Ein Therapieplatz bei einem/einer (kassenärztlich) anerkannten Therapeuten/in wird niemand hinterher geworfen.
Die Anerkennung bedarf eines (unabhängigen) Gutachtens, das die zuständige Krankenkasse in Auftrag gibt; Privatstunden sind natürlich ausgenommen, die bekommt jede/r, falls er/sie zahlungsfähig ist und einen Therapeuten findet.

»Spiegelbild unserer Gesellschaft« (IM) ist das sicher nicht, nur hat »die Gesellschaft« glücklicherweise erkannt, dass nicht alle »Krankheiten« körperlichen Ursprungs sind.

Im Falle von @Hasendompteur kann die Verrmeidungsangst, eine Beziehung zuzulassen, durchaus psychische Gründe haben. Hier mag die gesetzliche Krankenkasse vermutlich zustimmen. Wobei zur »zahlenden Allgemeinheit« auch die Versicherte selbst zählt; mit ihren eigenen Beiträgen an ihre Kasse. So funktioniert die Solidargemeinschaft nun einmal.

Einen Platz bei einem Paartherapeuten - also zusammen mit ihrem neuen Partner - würde sie vermutlich selbst bezahlen müssen. Oft genug ist es das aber auch wert.
 
  • #111
Beschließe nicht mehr in die Falle zu tappen.

Lass die familiäre Vergangenheit los. Akzeptiere dass Du es a) eh nicht ändern kannst, es ist so passiert und b) dass es Menschen gibt, die achten sich nicht darauf oder kennen das gar nicht oder haben es selber nie erfahren , die Worte "ich liebe Dich."

Du darfst nicht verlangen was andere Menschen für Dich tun müssen. Und einige Menschen erwarten immer eine Gegenleistung wenn sie diese Worte sagen. Überprüfe Dich doch selber und sei nun ganz ehrlich: Erwartest Du zum Beispiel von Deinen Kindern dafür nicht auch, dass sie dich ebenfalls lieben?

Wie schon Andere es beschrieben haben, hier gibt es ganz unterschiedliche Vorstellung.Ich selber finde Mütter, die jeden Tag das mehrmals zu ihren Kindern sagen, übertrieben. Für mich sind diese Worte zu wertvoll und ich denke es bekommt mehr Gewicht, wenn man es sagt wenn man wirklich besonders tief empfindet als wenn es schon fast automatisch wird. Darüber kann man streiten, jeder hat eben eine andere Messlatte.

Aber dreht sich alles in Deinem Leben nur darum, dass Du zu wenig Wertschätzung erfährst?
Das kannst Du selber heilen, indem Du merkst wie toll Du bist und wertvoll, wenn zu wenig- dann verhalte Dich mehr positiv und wertvoll-
und werde zur eigenen Königin und unabhängig von der Meinung anderer.

Nur was Du von Dir selber hältst zählt und bringt Dich weiter. DU musst selber schauen dass Du glücklich bist- mit genügend Selbstbewusstsein sind die " Fallen" plötzlich nur noch einen inneren Lacher über sich selbst wert. Sei stolz dass Du nicht mehr darauf angewiesen bist.

Sei zufrieden und glücklich!!
 
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