• #61
Hallo, ich finde das Schnüffeln auch als Vertrauensbruch, kann aber verstehen, wenn man merkt, das man belogen wird, dann solche leider blöde Konsequenzen zieht. Auch ich habe im Handy meines Ex zufällig Sachen entdeckt, aber nicht durch Schnüffeln, sondern er zeigte mir etwas an Funktionen, welches sein Handy besaß und ich durfte es anschauen und schwubs kam diese eine unerwartete Nachricht... da er sich sicher war, konnte und sollte die ihm vorlesen, und klickte natürlich dann auf den Absender /Whatsa... ja getarnt als Arbeitskollege kam ein Bild von IHR und Sachen, die eindeutig auf eine Dame hinwiesen, die ihn vermisst und und und! Sie hatte wohl die Absprache nicht eingehalten, dass nach Feierabend keine Mail ect. versendet werden sollten. Mein Ex würde plötzlich rot und blaß. Ein Bauchgefühl hatte ich schon immer und auf meine Fragen wurde immer geantwortet, das ich mir Sachen einbilden würde, Unterstellungen und Streit suchen würde. Wenn in der Beziehung der Wurm drin ist, gibt es Anzeichen und die wenigsten reden offen und ehrlich über Dinge, die stören oder die sie vermissen.
 
L

Lionne69

Gast
  • #62
Ich weiß nur für mich, ich habe noch nie in den Geldbeutel meines Partners gelangt, außer er drückte ihn mir ausdrücklich in die Hand, kein Handy angeschaut oder den PC. Oder seine Schubladen geöffnet, oder anderes, das so eindeutig seines ist.
Auch wenn es offen da ist, frei zugänglich.

Und auch meine Dinge sind frei zugänglich, ich erwarte aber, dass man mich einfach fragt.

Aber soll ich, gerade wenn es eine vielleicht noch junge Beziehung ist, alles verschließen?
Ich möchte garantiert nicht, dass alle meine medizinischen Unterlagen ungefragt gelesen werden.
Es gibt Informationen, die erhält ein Partner erst, wenn ich es entscheide. Dafür möchte ich Respekt. Genauso, wie ich sehr vertrauliche Texte schreibe zu meinen Themen, das ist erst mal privat. Das kann ein Partner gerne lesen, aber auch da muss sich diese Partnerschaft erst entwickelt haben.

Und in meinem Mailaccount liegt einiges an Korrespondenz von Dritten, da geht es erst recht um Privatsphäre.
 
  • #63
Ich frage mich wovor die Privatsphärenpocher soviel Angst haben.

Das frage ich mich auch. Mein Handy liegt immer offen und ohne Passwortsicherung herum und mein Computer ist für meinen Partner ebenso ungeschützt. Vielleicht bin ich stinkelangweilig, aber ich habe einfach überhaupt nichts zu verbergen.

Sicher hab ich auch private Kommunikation auf beiden Geräten, und sogar ein Art Tagebuch, aber da mein Partner meine Gedanken eh aus erster Hand kennt, wäre es für ihn nur eine Wiederholung, dasselbe nochmal in schriftlicher Form zu lesen, was ich ihm bereits mitgeteilt habe.
Ansonsten stehe ich hinter allem, was ich mache und habe nicht vor, mich für irgendwas zu rechtfertigen. Mein Partner weiß, mit wem ich kommuniziere, und auch, dass meine Single-Freundinnen mir ab und an Grüße mit Bildchen von naggischen Männern mit Osterhasenohren schicken. Na und? Ich steh halt dazu, solche Freundinnen zu haben.

Ich selbst habe noch nie geschnüffelt. Würde mein Partner mir allerdings berechtigten Anlass zur Sorge in Form der "üblichen Verdachtsmomente" geben, würde ich es ohne mit der Wimper zu zucken tun. Da steh ich mir um ehrlich zu sein näher als seine Privatsphäre. Ich lass mich nicht gern an der Nase herum führen und möchte keine dieser Partnerinnen sein, die "es" als letzte erfährt.
 

Laleila

Cilia
  • #64
Aber soll ich, gerade wenn es eine vielleicht noch junge Beziehung ist, alles verschließen?
Es ist doch klar, dass es ein Prozess ist, sich jemanden zu öffnen.
Aber genauso ist es ein Wachstumsprozess Vertrauen aufzubauen. Mein Vertrauen in jemanden wächst mit seiner Bereitschaft sich zu öffnen.
Allerdings sollte am Ende, dem tiefen Vertrauen eine ebenso umfassende Transparenz gegenüberstehen. Und zwar beidseitig.

Ich kann mich nicht erinnern, als Erwachsene, jemals geschnüffelt zu haben. Würde man mir sagen: "An der Decke hängen Deine Geburtstagsgeschenke", ich würde bis zum Geburtstag nicht mehr nach oben sehen.
Aber ich lebe auch seit vielen, vielen Jahren in einer gefestigten Beziehung mit einem Mann, der jederzeit so agiert, dass er nichts verbergen muss.

Wir wohnen zusammen und das Mobiliar nutzen wir gemeinsam. Da gibt es zwar, der Überschaubarkeit wegen, eine Einteilung der Kleider- und Wäscheschränke, das wars aber auch schon.
Wir legen unsere Unterlagen nach einem gemeinsamen System an ein und demselben Ort ab. Und spontan fällt mir nichts ein von dem wir darauf bestehen, dass es einem von uns gehört.

Der eine nutzt etwas vielleicht häufiger als der andere, aber sonst....

Wir haben jeweils 'eigene' Rechner, Tablets, Handys, etc. Aber auch nur wegen dem sehr unterschiedlichen Nutzungsverhalten und der komplikationslosen Verfügbarkeit.
Es gibt drei geräumige Badezimmer und dennoch treten wir uns morgens im selben auf die Füße. Auch weil wir es schön finden uns Zahnpastaküsse zu geben und weil wir diese grenzenlose Intimität genießen.

Räume ich auf, dann auch seine Sachen, genauso umgekehrt. Natürlich haben wir gegenseitig vollen Zugriff auf Krankenakten, Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten, Testamente, Fonds, Konten.....

Ehrlich gesagt fällt mir gar nichts ein, was wir voreinander verbergen könnten/wollten/sollten. Dies ist ein absolut freies, vertrautes, offenes und bereicherndes Miteinander.

Und die gern zitierten Vertraulichkeiten Dritter bleiben vertraulich. Solche Daten speichere ich gar nicht erst.

Also was nochmal verbergt ihr vor langjährigen Partnern, die ihr liebt, die Euch nackt, kontrollos bei Orgasmen, verletzlich, hilflos, krank, ungeschminkt, verschwitzt kennen und mit denen ihr plant alt zu werden?

Mir fällt, bis auf die Absicht eine Überraschung zu planen oder den Partner zu hintergehen und ihn dabei unwissend zu halten, nichts persönliches ein.

Zudem geht es hier nicht um präventive Überwachung, sondern um den Fall, dass ein Partner sich über einen längeren Zeitraum hinweg auffällig anders als sonst, misstrauisch, geheimnisvoll usw, verhält.

Wenn Du @Lebens_Lust mehrfach auf Frauen trafst, die soetwas aus lauter Lust und Laune machen, solltest Du mal Deinen Anteil daran überdenken oder Du gehörst einfach zu den sehr seltenen Unglücksraben, welche fünf mal hintereinander vom Blitz getroffen werden. In dem Fall, mein aufrichtiges Mitgefühl.
 
P

proudwoman

Gast
  • #65
Liebe Laleila, genau das verstehe ich auch darunter wie Du das in Deinem Post 70 beschreibst. Jeder, der hier so hartnäckig auf seinem Privatleben herum reitet und eingeschnappt ist und mit anderen unsäglichen Vergleichen kommt, der möchte von seinen Betrügereien und seiner Feigheit ablenken. Jeder hier ist des Lesens mächtig und versteht die Frage so wie @ Mandoline sie gemeint hat.
 
  • #66
Jeder, der hier so hartnäckig auf seinem Privatleben herum reitet und eingeschnappt ist und mit anderen unsäglichen Vergleichen kommt, der möchte von seinen Betrügereien und seiner Feigheit ablenken.
Ja und deshalb habe ich ja schon geschrieben, dass man nur die Dummen erwischt und sonst niemand. Natürlich kann man sich dann fragen, wenn man nichts gefunden hat, dann hat der Andere wer weiß was zu verheimlichen. Diese Diskussion wäre mir zu dumm und dann ziehe ich lieber die Reißleine.

Ich respektiere diese Privatsphäre des Anderen und erwarte auch das der Andere meine respektiert. Ist dies nicht mehr gegeben, dann ziehe ich meine Konsequenzen. Dies bezieht sich aber auf alle Bereiche und nicht nur Email, Handy usw.

Natürlich kann man auch juristisch dagegen vorgehen, aber das ist mir die Mühe nicht wert. Meine Achtung ist schon längst verloren gegangen und wenn ich jetzt noch juristisch vorgehe, dann schenke ich derjenigen mehr Aufmerksamkeit als sie in meinen Augen eigentlich verdient hat.

BTW: So unbemerkt ist dieses Schnüffeln auch nicht und wer sich mit IT auskennt weiß auch, wann der andere geschnüffelt hat.
 
  • #67
Aber wenn ich lese, wie solche Beziehungen sind, in denen man dann zur Kontrolle noch mal prüft, dann denke ich mir, da stimmt doch schon vorher sehr vieles nicht mehr. Da ist sowieso nur sehr wenig WIR (übrig).
Die Erkenntnisse aus der Schnüffelei sind nur die Sahnehaube, die bräuchte es für mich nicht. Ich würde vorher schon so eine Beziehung beenden, aber vielleicht fehlt es mir an Geduld und Leidensbereitschaft.
Da hast du definitiv recht, aber wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, wie man in den Sumpf des Zweifelns und Hoffens, dass man sich irrt hineingezogen wird und zum Schluss gar nicht mehr weiß, ob man selber verrückt ist oder der Partner, braucht man irgendeine Art von "Beweis".
Für mich war es damals wie eine Erlösung, als meine Freundin ihn quasi beim Fremdgehen erwischt hat.
Aber es stimmt schon - wenn es kein WIR oder wenig WIR in einer Beziehung gibt, dann wird das nicht (mehr).
Die Geschichte mit dem Tagebuch geht gar nicht ich habe auch früher sehr lange Tagebuch geschrieben, um meinen Kopf zu ordnen. Das war auch sehr tagesstimmungsabhängig, was ich da reingeschrieben hatte, ging aber niemanden etwas an.
Ein Mann, der mir misstraut (aus welchen Gründen auch immer) und deshalb mein Handy kontrolliert, ginge für mich nicht mehr. Ich gebe meinen Partnern nie Anlass für Misstrauen.
Aber wie schon geschrieben habe ich auch schon Handys kontrolliert - und leider auch immer Entsprechendes gefunden... im Grunde verletzt man sich mit dem Gefundenen zusätzlich selber und man sollte sich eigentlich dessen bewusst sein, dass man dann auch die Konsequenzen ziehen muss ohne weiteren Streit und Vorwürfe.
Wenn man das allerdings nicht will, sollte man es lieber gleich lassen.
Das führt sonst direkt in die Beziehungshölle. Mich fröstelt es schon bei dem Gedanken an diese Zeit...
 
P

proudwoman

Gast
  • #68
dass man nur die Dummen erwischt und sonst niemand.
Das klingt für mich so "Wer zu dumm ist, seine Betrügereien (so wie Mandoline sie meint!) clever zu verbergen, hat selbst dran Schuld". Ich frage mich jetzt, nennt man das Warmwechseln, Fremdgehen oder sonstige Flirten mit Frauen/Männern innerhalb einer Beziehung "Privatleben" (Betonung des V..denn das klingt so außerordentlich wichtig und hochanständig) ?
Nochmal, ich lasse mich nicht gerne für dumm verkaufen und deshalb habe ich damals mal nachgeschaut, wo mein Ex sich sonst noch so rumtreibt, und zwar NACHDEM ich jahrelang von diesem "Herrn" für paranoid gehalten wurde. Ich war es nämlich NICHT. Ich habe nur zu lange gewartet damit. Ich hätte eine Menge Geld und Kraft gespart, wenn ich das eher gemacht hätte. Daraus habe ich gelernt.Ich dachte eigentlich immer, siehe Post 70 von @Laleila , ich selber wäre das Privatleben von diesem Mann. Aber nein..unter "Privatleben" versteht man anscheinend etwas anderes.
 

Laleila

Cilia
  • #69
Ich habe aber erlebt, dass mein Ex mein Tagebuch gelesen hatte, ohne zu fragen, und er fand dann auch eine Rechtfertigung

Du hast Recht, das geht gar nicht.
Da ich selbst keine persönlichen Aufzeichnungen mache, dachte ich nicht an Tagebücher.
Das gilt natürlich auch für digitale Tagebücher. Es gibt Menschen, denen es hilft, gut tut, beim Verarbeiten hilft, Gedanken nieder zu schreiben.
Dinge, welche normalerweise den Kopf nicht verlassen würden sind Privatsache. Absolute Zustimmung.

Da mir das Thema keine Ruhe lies, fragte ich meinen Mann gestern nacht, was, wenn ich es täte, seine Privatsphäre verletzte.

Er sah mich erstaunt an und meinte dann: "Ich verstehe die Frage nicht, wir gehören zusammen und haben eine gemeinsame Privatsphäre."

Vielleicht brauchen wir die Begrifflichkeit auch einfach nicht, weil wir uns einfach nicht übergriffig verhalten. Es ist natürlich leicht zu sagen, man setzt keine Tabus, wenn man in Gesellschaft von Menschen lebt, die nie übergriffig u/o verletzend agieren würden.

Meine persönliche und grundsätzliche Haltung zum Thema bleibt dennoch.
Jemand der "von Tagebüchern und hygienischen oder organisatorischen Eigenheiten mal abgesehen" auf scharf verteidigte Privatsphäre innerhalb einer langen, intimen Partnerschaft beharrt, wäre für mich inakzeptabel.
Dafür bin ich selbst zu offen und vertrauensvoll gegenüber meinem nächsten Gefährten.

Das man sich nicht wohl fühlt, wenn man heimlich, ja eigentlich nach Gegenbeweisen, für die befürchtete Untreue des Partners sucht, haben alle, die dies schon mal taten, bestätigt.

Und bei den meisten war der Verdacht absolut gerechtfertigt und somit auch ihre Vorgehensweise. Wohl gemerkt, nachdem sie belogen und hintergangen wurden.
 
  • #70
Das klingt für mich so "Wer zu dumm ist, seine Betrügereien (so wie Mandoline sie meint!) clever zu verbergen, hat selbst dran Schuld"
Ja und da war er in meinen Augen nur dumm. Wenn er clever gewesen wäre, dann wäre dies nicht rausgekommen. Entweder man(n) macht dies gar nicht wie ich und wenn man es macht, dann sollte man sich nicht erwischen lassen.

Manchmal regieren sogar Frauen mit ihrem neuen Wissen sehr gut. Eine Bekannte von mir fand raus, dass ihr Mann sie betrügt und führ zu der Geliebten mit seiner dreckigen Wäsche. O-Ton der Frau: Da Sie jetzt schon meinen Mann haben, können Sie auch den Rest von ihn bekommen.
Chapeau für diesen Spruch.
Am Ende hatte der Mann eine Ex-Frau und Ex-Geliebte.

Vielleicht erwischt man ja die Fremdgeher, weil Sie denken, dass Sie so clever sind und oft werden Sie vom Gegenteil überführt.
 
  • #71
Ist eigentlich dieses Schnüffeln auch nicht eine typische weibliche Passion?

Hier kann man ja auch lesen, dass diejenigen, die es zugegeben haben nur Frauen waren und kein einziger Mann. Eventuell liebt es auch daran, dass vielleicht Männer auch schon geschnüffelt haben, aber es keiner zugeben möchte. Das Verhalten ist ja nicht so ruhmreich und deshalb gibt man es auch nur mit der Drohung der Todesstrafe zu.:)

Männer schnüffeln nicht, sondern sie spionieren. Lt. einer Studie von der East-Carolina-Universität schnüffeln 1/3 der Frauen ihren Mann aus und bei den Männern sind es noch nicht einmal 10%. Männer lieben da lieber die Technik und spionieren ihre Frauen auf James Bond Manier aus.
 
P

proudwoman

Gast
  • #72
Eventuell liebt es auch daran, dass vielleicht Männer auch schon geschnüffelt haben, aber es keiner zugeben möchte. Das Verhalten ist ja nicht so ruhmreich und deshalb gibt
Wäre mal eine interessante Frage hier im Forum!
Ich sehe es im Prinzip ganz genauso wie die meisten hier: Vetrauen ist das allerwichtigste in einer Liebesbeziehung . Bei uns war das so, dass wir nicht zusammen lebten. Es lag eine Distanz von 900 Km zwischen uns.Da geht das Lügen einfach leichter. Ich hatte nach 5 Jahren das schlimme Gefühl, irgendwie verlieren wir uns (aus den Augen). Ich hatte ihn immer darauf angesprochen, immer wieder. Er vermittelte mir wirklich glaubwürdig, dass alles gut ist zwischen uns. Da ich ja Vertrauen hatte, glaubte ich ihm. Warum sollte ich mich da trennen? Ich neige eh zum Grübeln und Probleme wälzen, wo vielleicht keine sind.
Am letzten Tag genügte wirklich nur ein Blick auf seinem Tablet, ich klickte alles wieder weg, es hat mir einfach genügt und ich konnte gehen. Ich war sowieso schon kurz davor Schluß zu machen. Vielleicht hat mir dieses Schnüffeln und diese letzte Gewissheit einfach diesen Anruf erleichtert. Da konnte ich das, ganz kalt und sachlich. In 3 Minuten war es zuende. Ohne Rechtfertigungen, Bloßstellungen und Vorwürfe.
 
  • #73
Ich sehe eine Partnerschaft wie @Laleila, @Lionne69, @proudwoman und Co.
Wenn man sich ineinander verliebt hat eine Beziehung begonnen hat, die in eine Partnerschaft übergeht so ist es für mich selbstverständlich dass ein Wir-Gefühl entsteht und auch selbstverständlich dass man sich vertraut und sich aneinander Wünsche und Bedürfnisse, Träume und Ziele erzählt, dass man miteinander in die gleiche Richtung blickt und zusammen durchs Leben geht.

Was wäre das für eine Partnerschaft, wenn der eine sich nicht traut, sich zu öffnen und seinem Partner von seinem innersten zu erzählen, wenn er das Gefühl hat, dass bestimmte Wünsche oder Bedürfnisse nicht erfüllt werden und er/sie zu kurz kommt oder er/sie Mangel spürt?

Sollte man nicht lieber auf eine Partnerschaft verzichten, wenn ein Mensch ohnehin nicht fähig ist offen und ehrlich mit dem Partner umzugehen aber stattdessen im Verborgenen versucht, seinen vermeintlich unerfüllten Bedürfnissen ausserhalb der eigenen Beziehung nachzugehen?

Würden die Partner von Anfang an, die Einstellung haben, dass die Partnerschaft nur dann sinnvoll und wohltuend ist, wenn beide ehrlich sind, so würde auch das Schnüffeln unnötig sein. Nur so ist eine respekt- und achtvolle Beziehung lebbar.
 
L

Lionne69

Gast
  • #74
Männer in Beziehungen rechnen m.E. äußerst selten damit, dass sie ihre Partnerin verlassen könnte, machen sich darüber gar keine Gedanken. Siehe dazu die ungezählten Threads, wo Männer ihr Leid klagen, dass alles toll war und die Frau ganz plötzlich und unerwartet beendete. (Ausgenommen Männer mit massiven Verlustängsten, u.ä.).

Damit kommt Misstrauen in dieser Form gar nicht auf, Mann fühlt sich einfach sicher, und die Frage nach Schnüffeln bzw. "männliches" Spionieren stellt sich nicht.

Dafür gibt es das dann oft genug im Nachgang, dann ist auch nicht euphemistisch Spionieren sondern stalken.
 
  • #76
Mir ist die Diskussion zu sehr reduziert darauf, dass alles, was nicht offengelegt wird, etwas mit Fremdgehen zu tun hat. Es sind ja schon eine Reihe von Aspekten genannt worden, die damit überhaupt nichts zu tun haben.
Man kann auch Jobverlust verheimlichen und jeden Morgen das Haus verlassen und so tun als ob man zur Arbeit ginge. Natürlich kann man eine Krankheit verheimlichen - zumindest eine Zeitlang - bis die Symptome zu offensichtlich werden. Oder ein unehrliches Kind aus einer früheren Beziehung oder ONS. Eine Drogensucht. Fetischismus. Eine HIV-Infektion oder andere STD.

Darf aber der Partner all das verheimlichen? Nichts dürfte er verheimlichen, was auch den Partner direkt (HIV-Infektion) oder indirekt betrifft (Jobverlust).

Von den schönen Überraschungen wollen wir jetzt nicht sprechen (Urlaub, Konzert, Fest, Geburtstag etc)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #77
Darf aber der Partner all das verheimlichen? Nichts dürfte er verheimlichen, was auch den Partner direkt (HIV-Infektion) oder indirekt betrifft (Jobverlust).

Nein, aber ich darf verheimlichen, was mir Freunde anvertraut haben. Ich darf verheimlichen, wie viele Goldbarren ich im Keller liegen habe (wenn ich es keinen Einfluss auf die Finanzen in der Beziehung hat), ich behalte Einzelheiten der ONS in den letzten 30 Jahren für mich, wenn ich das für richtig halte und auch meine sexuellen Phantasien, wenn ich das möchte. Warum sollte ich nicht Fetischismus verheimlichen, wenn es mir so peinlich ist, dass ich lieber darauf verzichte als es anzusprechen? Und ich teile auch nicht täglich alle Details mit, wen ich getroffen habe und was wir im Detail gesprochen haben (alleine schon, weil das 3 Wochen später in "Lügen" verdreht wird, wenn ich mich nicht mehr an Details erinnere). Mein Tagebuch (das ich persönlich nicht schreibe)? Tabu. Auch wenn da vielleicht Gedanken über die Beziehung drin wären. Und so gibt es eben jede Menge Dinge, die eben auch in einer Partnerschaft nicht automatisch "offen" sind. Man kann sie öffnen, aber ob, das sollte der bestimmen, der sie offenlegen möchte.

Wir diskutieren hier doch nicht ernsthaft über alles, was die Partnerschaft direkt betrifft!? Für mich jedenfalls ist selbstverständlich, dass ich in einer Beziehung nicht die Dinge verheimliche, die die Beziehung direkt betreffen. HIV verheimlichen? Fast schon ein Mordversuch, sorry. Ob aber meine Schwester HIV-positiv ist, geht die Partnerin nicht direkt was an.

Ich plädiere bestimmt nicht für Geheimniskrämerei in Beziehungen, aber "völlige Offenheit" kann niemand vom anderen automatisch erwarten, das ist eine Illusion. Und komplett "ausziehen" muss ich mich nicht. Und was ich preisgebe, bestimme ich.
 
L

Lionne69

Gast
  • #78
Würden die Partner von Anfang an, die Einstellung haben, dass die Partnerschaft nur dann sinnvoll und wohltuend ist, wenn beide ehrlich sind, so würde auch das Schnüffeln unnötig sein. Nur so ist eine respekt- und achtvolle Beziehung lebbar.

Das ist mir zu kurz formuliert.
Schnüffeln bringt nicht zwangsläufig Unwahrheiten zutage, nur evtl. einen kleinen Teilbereich.

Ehrlichkeit bedeutet, dass jede /r sich darüber klar ist, mit welchen Motiven diese Partnerschaft überhaupt eingegangen wird. (siehe z.B den aktuellen Thread)
Mit welchen Erwartungen zu allen möglichen Aspekten - wie Partnerschaft generell gelebt werden soll (Freizeit, Haushalt, Finanzen, Kinder, etc)
Welche Vorstellungen jede/r wirklich hat - sehr oft erfolgt zwar verbal Zustimmung, aber die Realisierung scheitert am passiven Widerstand des /der anderen. (oder an der verschwiegenen Vasektomie)
Man setzt häufig darauf, der / die andere wird sich verändern, einsehen, dass diese Vorstellungen unpassend sind, der Zeitfaktor diese obsolet machen.
Kombination aus Unehrlichkeit und Respektlosigkeit.

Bereits beim Kennenlernen -
Die Unehrlichkeit, dass man sich anders gibt als man ist, um die Partnerschaft zu bekommen - das fängt bei falscher Alters- und Größenangabe bei SBs an.
Fehlender Respekt - wenn jemand feste Vorstellungen, Gewohnheiten, soziale Kontakte hat, wird sie / er sich nicht ändern - und auf Hobby, Freunde, Karriere, Interessen nicht verzichten. Wieviele Threads zu diesem Themenbereich?

Die Bandbreite ist noch größer, dass Thema Unehrlichkeit, Misstrauen, fehlender Respekt hat immens viele Komponenten.

Es fängt damit an, zu sich selbst wirklich ehrlich zu sein.
Das man sich eine Partnerschaft schön redet, weil man nicht alleine sein möchte, weil Abhängigkeiten entstanden sind, weil die Konsequenz Trennung das vermeintlich größere Übel ist, weil man "es" den Kindern zuliebe aushält.
Wie oft wird da gelogen - "Ich liebe Dich" "Es war toll"?

Wer hat nicht zumindest in Teilbereichen sich selbst und den / die Partnerin angelogen - wer ist immer ehrlich mit allen Konsequenzen? Notlügen außen vor.
 
  • #79
Also was nochmal verbergt ihr vor langjährigen Partnern, die ihr liebt, die Euch nackt, kontrollos bei Orgasmen, verletzlich, hilflos, krank, ungeschminkt, verschwitzt kennen und mit denen ihr plant alt zu werden?

Ich habe den gesamten Thread nur überflogen, nur auf diese Frage wollte ich ganz kurz antworten: Es ist einfach Typsache.
Weißt du, als ich ein Mädchen war, hatte ich ein Tagebuch und eine absperrbare Box, die sich in einer anderen abschließbaren Box im ebenfalls abschließbaren "Geheimfach" meines Schreibtisches befanden. In der Box lagen Muscheln, Kieselsteine und ähnliche Souvenirs aus diversen Familienurlauben. Im Tagebuch stand außer einem selbst ausgefüllten Fragebogen ("Mein Lieblingsessen: Pizza. Mein Lieblingsfach: Englisch") ... nichts.

Und das ist mir geblieben...ich habe ganz gern mein "Geheimfach". Es geht nicht darum, ob ich zum jeweiligen Zeitpunkt tatsächlich irgendwelche Geheimnisse der einen oder anderen Art habe, sondern um das Gefühl.
 
  • #80
#86 @Lebens_Lust, vielleicht hätte meine Frage anders formuliert werden sollen z.B. "Was und wie viel darf überhaupt mein (zukünftiger) Partner alles über mich wissen?"

Wenn heimliche Treffen mit Exaffären, verdrängte Homosexualität/Fetischismus, Drogensucht, unsichtbare psychische und körperliche Krankheit oder gar verbüsste Straftaten unter "meine persönliche Privatsphäre" fällt und es den Partner auch nicht angehen darf, was darf er dann überhaupt wissen?

Nur die sichtbaren Eckdaten: Alter, Grösse + Gewicht, Ausbildung und Job und seine Ursprungsfamilie und sonst nichts?

Das ist doch, wie wenn ich mit einem Phantom zusammen wäre. Dann brauche ich keine Beziehung, wenn ich mich nicht öffnen über meine Sexphantasien (nur ein Beispiel) nicht reden darf. Und wenn er mir nicht traut und sich mir nicht anvertraut, dann kann auch er genauso gut alleine bleiben. Und nur mehrwöchige Affären führen.

Übrigens: kein Mensch braucht sich wegen Fetischismus zu schämen, weil kein Mensch sich das bewusst aussucht, so wie ich mir selbst den Rollstuhl krankheitsbedingt nicht ausgesucht habe aber ihn brauche.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #81
Wenn heimliche Treffen mit Exaffären, verdrängte Homosexualität/Fetischismus, Drogensucht, unsichtbare psychische und körperliche Krankheit oder gar verbüsste Straftaten unter "meine persönliche Privatsphäre" fällt und es den Partner auch nicht angehen darf, was darf er dann überhaupt wissen?

Sorry, aber Du bringst immer neue Beispiele, wollen wir die einzeln diskutieren? Wir sind uns einig, dass Partnerin oder Partner Dinge wissen sollten, die die Beziehung betreffen. Welche das sind, kann man manchmal durchaus unterschiedlich sehen, aber im Kern ist alles was z. B. Treue anbelangt sicher selbstverständlich. In jedem Fall bestimmt aus meiner Sicht derjenige, der die Dinge preisgeben soll, ob er sie preisgibt. Das das Auswirkungen auf die Beziehung hat, ist auch klar. Ich halte aber grundsätzlich manche Dinge, die die Partnerin nicht weiß, für völlig normal (keine beziehungsrelevanten!). Natürlich nicht in großem Umfang, sonst ist es irgendwie keine Partnerschaft mehr.

Ich wende mich dagegen, dass Partnerin oder Partner sich die Informationen, die sie für wichtig halten, ggf. auch ohne Zustimmung beschaffen, sei es durch Spionieren im Handy oder im Tagebuch oder sonstwie. Und das war Deine Ausgangsfrage. Mein Grundansatz dazu: relevante Informationen sollten in einer intakten Beziehung selbstverständlich gegeben werden. Nicht genommen, erst Recht nicht heimlich. Ist die Beziehung so weit, dass ich mich genötigt sehe, die Informationen heimlich zu beschaffen, weil ich kein Vertrauen mehr habe, ist die Beziehung am Ende. Sowohl wegen mangelndem Vertrauen als auch wegen Schnüffeln. Schnüffeln ist dann erlaubt, aber mit in jedem Fall anschließender Aussprache und höchstwahrscheinlich Beendigung der Beziehung.
 
P

proudwoman

Gast
  • #82
Wenn heimliche Treffen mit Exaffären, verdrängte Homosexualität/Fetischismus, Drogensucht, unsichtbare psychische und körperliche Krankheit oder gar verbüsste Straftaten unter "meine persönliche Privatsphäre" fällt und es den Partner auch nicht angehen darf, was darf er dann überhaupt wissen?
Ich habe ganz genau verstanden, was mit Deiner ursprünglichen Frage gemeint war. Ich weiß es nicht, aber vielleicht fällt es vielen Männern einfach schwer, zuzugeben "ja, das war ganz großer Mist von mir, das war feige, es tut mir leid"...ich kann mir das anders nicht erklären.
Das genau ist der stinkende Kern ummantelt vom Privatleben, das nicht angerührt werden darf! Wenn das gleiche hier ein Mann einstellt, macht das für mich KEINEN Unterschied. Normalerweise bin ich als Partnerin wichtiger Bestandteil des Privatlebens meines Mannes und umgekehrt. Bei Krankheiten, die den Alltag rein garnicht beeinflussen, bin ich noch nicht mal so kritisch. Wenn mein Partner da nicht den Mut hat, mir das zu erzählen, dann muss er das doch nicht. Ganz besonders, wenn es nicht ansteckend ist und mich gefährden könnte. Aber Ex-Affairen..usw. Drogensucht und Straffälligkeiten...das möchte ich gerne wissen.
 
  • #83
Sorry, aber Du bringst immer neue Beispiele, wollen wir die einzeln diskutieren? Wir sind uns einig, dass Partnerin oder Partner Dinge wissen sollten, die die Beziehung betreffen. Welche das sind, kann man manchmal durchaus unterschiedlich sehen, aber im Kern ist alles was z. B. Treue anbelangt sicher selbstverständlich. In jedem Fall bestimmt aus meiner Sicht derjenige, der die Dinge preisgeben soll, ob er sie preisgibt. Das das Auswirkungen auf die Beziehung hat, ist auch klar. Ich halte aber grundsätzlich manche Dinge, die die Partnerin nicht weiß, für völlig normal (keine beziehungsrelevanten!).
Ursprünglich meinte ich mit meiner Frage, dass sich der Partner mit ehemaligen Affärenfrauen trifft, den Partner weiterhin belügt und betrügt (aber nicht explizit Fetischismus/Homosexualität/sexuelle Fantasien u.a.) und das verheimlicht

Mein lieber @Lebens_Lust du hast dann selbst andere Sachverhalte/Themen, welche man verheimlichen kann ins Spiel gebracht.

Mein bester Homosexuelle Freund kennt verheiratete Männer welche Sex auch mit Männern haben aber nichts ihren Frauen erzählen. Dürfen sie das verheimlichen und die Frauen betrügen?

Persönlich kenne ich zwei Männer die sich als Frauen verkleiden verheiratet sind und ihre Frauen das auch wissen.

Hier wird nur das Recht auf die eigene Privatsphäre so hoch gewichtet, dass das Recht des Partners auf Selbsverantwortung und völlig ignoriert. Wie kann eine Frau eigenständig entscheiden, ob sie bei ihrem homosexuellen Mann bleiben will wenn sie nichts davon weiss? Durch verheimlichen solcher Tatsachen entscheidet er über Ihren Kopf hinweg und zwingt sie in einer Beziehung, die sie vielleicht gar nicht möchte. Darf er das?
 
  • #84
Mein Grundansatz dazu: relevante Informationen sollten in einer intakten Beziehung selbstverständlich gegeben werden. Nicht genommen, erst Recht nicht heimlich.
Das würde ich genauso sehen.
Und sicherlich muss man die Beziehung in Frage stellen, wenn der Partner einem gegenüber nicht so offen ist, wie man das gern hätte - genauso wie wenn er zu offen ist - siehe im Nachbarthread, wo jemand seiner Partnerin von anderen Frauen vorschwärmt.
Auch das Offenheitsbedürfnis und der Umgang damit müssen in einer Beziehung kompatibel sein.

Sich etwas zu nehmen, was einem nicht freiwillig gegeben wird, ist nie und in keinem Kontext richtig.
Damit stellt man immer die eigenen Bedürfnisse über die eines Gegenübers und verhält sich damit genauso wie ein "Betrüger".
Vermutlich deshalb treffen "Schnüffler" und "Betrüger" auch so oft zusammen, weil beide eine ähnliche Vorstellung von Beziehung haben - immer alles zum eigenen Vorteil.
 

Laleila

Cilia
  • #85
Damit stellt man immer die eigenen Bedürfnisse über die eines Gegenübers und verhält sich damit genauso wie ein "Betrüger".

Der Folgeschluss ist falsch. Wenn ich meine Bedürfnisse, nach einer (abgesprochen) monogamen Beziehung über die Bedürfnisse des Betrügers stelle, ist dies nicht gleichzusetzen.

Wird ein Betrug über "schnüffeln" aufgedeckt, rechtfertigt es die Handlung im Nachhinein.

Eine Vertrauensstörung ist kein Grund für einen Beziehungsabbruch. Denn diese kann temporär sein, durch äußere Faktoren ausgelöst oder einer vorübergehenden emotionalen Verletzlichkeit geschuldet.

Zudem war die Frage von Mandoline eindeutig:
Schnüffeln bei berechtigtem Misstrauen erlaubt, wenn keine ehrliche Antworten?

Eine Beziehung ist ein Vertrag. Ergeben sich begründete Verdachtsmomente, dass der Vertragspartner die Regeln bricht, streitet dies obendrein auch noch ab, hat m.M.n. der andere das moralische Recht die Indizien zu überprüfen.
Niemand wird auf Verdacht entlassen, inhaftiert o.ä.
Es wird immer, auch ohne den Verdächtigen in Kenntnis zu setzen, nach Beweisen gesucht werden.

Inwieweit man seinem Partner persönlich auskunfts'pflichtig' ist, muss man am Anfang einer Beziehung individuell regeln.

Aber wenn mein Partner plötzlich immer Abends Termine hat, sich dafür deutlich schicker macht als früher, auf einmal grundsätzlich sein Handy nicht mehr aus den Augen lässt, stumm schaltet, weniger zärtlich ist..usw., bei Nachfragen genervt meint es sei alles okay und man bilde sich alles nur ein, DANN ist 'schnüffeln' ein Akt der Selbstverteidigung.

Und nicht weil man mit seinen Partner 'ja eh nicht reden kann'.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #86
Eine Beziehung ist ein Vertrag. Ergeben sich begründete Verdachtsmomente, dass der Vertragspartner die Regeln bricht

...eben, für viele Leute und auch für mich ist "Schnüffeln" ebenso ein Vertragsbruch, weil Vertrauen ebenso vertraglich geregelt worden ist, insofern ist es nicht minder verwerflich als ein "Betrug".

Niemand wird auf Verdacht entlassen, inhaftiert o.ä.
Es wird immer, auch ohne den Verdächtigen in Kenntnis zu setzen, nach Beweisen gesucht werden.

Eine Analogie zu strafrechtlichen Ermittlungsverfahren greift hier nicht, da in Partnerschaften der objektive, neutrale Part der "Ermittlungsbehörde" fehlt. Nicht auszudenken, wie strafrechtliche Ermittlungsverfahren enden würden, dürfte jedes Opfer und solche, die sich für eins halten, selbstständig und ohne Kontrollinstanz Ermittlungen durchführen.
 

Laleila

Cilia
  • #87
.eben, für viele Leute und auch für mich ist "Schnüffeln" ebenso ein Vertragsbruch, weil Vertrauen ebenso vertraglich geregelt worden ist, insofern ist es nicht minder verwerflich als ein "Betrug".
Vertrauen liebe @noreia, kann man nicht vertraglich regeln. Das ist ein Gefühl, welches durch Offenheit, Ehrlichkeit, Beständigkeit und durch 'halten an die Regeln' gefördert werden kann.
Genauso kann man Vertrauen, durch gegenteiliges Verhalten, verspielen.
Und erst wenn dies passiert, greift das 'Schnüffelrecht' als Selbstverteidigung. :)

Eine Analogie zu strafrechtlichen Ermittlungsverfahren greift hier nicht,
Doch, der Vergleich ist sachlich korrekt, denn das Prinzip (keine Konsequenz ohne Beweis) bleibt das gleiche.
Auch Privatdetektive sind nicht illegal...
Der Versuch einen Betrug und das erarbeiten von Beweisen, aufgrund von Indizien, auf eine Ebene zu stellen, ist zwar irgendwie rührend in seiner verdrehten Hilflosigkeit aber weder sachlich noch moralisch korrekt.
 
  • #88
Moral hin oder her. Wenn meine Partnerin sich plötzlich um 180 grad dreht. Die bekannten typischen Verhaltensweisen an den Tag legt, die mich stutzig machen. Auf Nachfrage die typischen dummen Antworten gibt. Es quasi zum Himmel stinkt. Dann nehme ich mir jedes Recht um mir Klarheit zu verschaffen. Das ist auch mein Leben und meine Zeit die das vergeudet wird. Und wenn ich nicht von Grund auf paranoid bin werde ich leider etwas finden. Ich weis wovon ich rede.
Antwort auf deine Frage. Ganz klar, Ja.
M45
 
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  • #89

Ich habe jetzt schon ein paar mal geschrieben, dass es für mich klar gerechtfertigt ist (und zu den entsprechenden Konsequenzen führen wird), sich zu vergewissern, wenn die Beziehung betroffen ist. Und dass Betrug (egal, ob mit Männern oder Frauen) klar nicht gerechtfertigt ist und die Beziehung auch betrifft. Also: ständig Handy aus, ständig zum Telefonieren rausgehen, Abends "lange im Büro": berechtigter Verdacht.
Und: ja, wenn ich meine homoerotischen oder Fetisch-Phantasien nicht nur bei ein paar Pornos wegmasturbiere, sondern real auslebe, dann ist die Beziehung selbstverständlich betroffen. Wenn ich einfach nur Phantasien haben, dann "darf ich das". Wenn wir hier jedes Beispiel dahin biegen, dass Betrug daraus wird, dann ist natürlich ständiges Schnüffeln erlaubt.

Meine Beispiele bezogen sich auf Dinge, die die Beziehung nicht direkt betreffen, also z. B. mit Betrug nichts zu tun haben.
Es ist kein "berechtigtes Misstrauen", in meinem Tagebuch nachzulesen oder am Rechner zu kontrollieren, ob ich Pornos konsumiere ( auch da wieder, wenn ich das ab und an mal mache und nicht die Sexualität in der Beziehung leidet).
Ich lese auch nicht in Deinem Tagebuch, ob sich irgendwelche Anhaltspunkte dafür finden, dass Du mich irgendwann betrügen könntest. Das ist Deine Privatsphäre. Genauso wie Du nicht auskunftspflichtig bist, ob Du beim Einkaufen mit irgendeinem Mann geredet hast, mit dem Du irgendwann fremdgehen könntest. Will ich auch gar nicht wissen, denn soll ich mir jedesmal Gedanken machen, wenn Du erzählst, dass Du Dich gerade mit Deinem Kollegen wieder gut unterhalten hast? Ich würde da krank werden.

"Krankhafte Eifersucht" ist das andere Extrem zu "chronischem Fremdgehen". Beides für Beziehungen sehr ungesund, irgendwo in der Mitte wird man sich bei einer gesunden Beziehung einpendeln. Du wirst also beim Sport den knackigen Mann beim Gewichtheben betrachten, Dein Vergnügen haben und mir nicht sagen, dass sein Sixpack toll ist und er Dich nett angelächelt hat, ich werde nicht mit der tollen Apple-App verfolgen, wo Du denn gerade bist und ob es wirklich stimmt, was Du mir sagst. Wenn Du dem Sixpack näherkommst, dann betrifft es die Beziehung, ich schalte die App ein und in ein paar Jahren werden wir so weit sein, dass ich dann auf Knopfdruck das Türschloss umprogrammieren kann, Dein Kleiderschrank aus dem Fenster fällt und Deine Autoreifen platt sind ;-) Natürlich erzähle ich dann der nächsten Partnerin nicht von vorneherein im Detail davon. Es betrifft ja die Beziehung erstmal nicht.

Denn, und ich bleibe dabei: eine Beziehung beruht auf Vertrauen und setzt voraus, dass sich beide so verhalten, dass das Vertrauen gerechtfertigt ist. Wenn es weg ist, egal ob durch Betrug oder durch krankhafte Eifersucht, ist sie in der Regel beendet.
 
Z

Zephyr

Gast
  • #90
Hallo, ich bin die FS eines Parallel - Threads ("Mein Freund trifft sich heimlich mit seiner Ex - Affäre"). Darin habe ich bereits beschrieben, dass ich ebenfalls Details dieser ganzen Geschichte erschnüffelt habe. Grund war das Verhalten meines Freundes, seine Geheimnistuerei, seine widersprüchlichen Aussagen. Ich bin sicherlich nicht stolz auf mein Nachspionieren, es entspricht nicht meinen Grundsätzen. Aber ich bereue es auch nicht, ganz im Gegenteil : Ich hätte meinem Misstrauen viel eher nachgehen sollen, dann wären mir viele Tränen erspart geblieben und auch das jetzige Empfinden, die ganze Zeit so blind und naiv, ja so entsetzlich dämlich gewesen zu sein! Ich wollte von diesem Mann ein Baby, eine gemeinsame Zukunft! Wenn ich mir nur vorstelle, dass ich immer noch davon träumen würde...Die Dinge, die ich jetzt über ihn weiß, lassen in mir eine Wut hochkochen, dass ich ihm eine scheuern könnte! Ich bin froh, dass ich ihn durch mein Schnüffeln entlarven konnte, ihn nicht mehr idealisiere und ihm bedingungslos vertraue. Vor dieser unglücklichen Beziehung hätte ich es auch niemals für möglich gehalten, dass ich mal so etwas tun würde. Aber mein Freund hat mir soviel Leid und Schmerz zugefügt, im Gegensatz dazu verursacht ein Nachspionieren wohl kaum solche schmerzlichen Empfindungen, oder? Deshalb verstehe ich einige Forumsteilnehmer nicht, die solche Aktionen bedingungslos tabuisieren.
 
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