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Arcturus

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  • #1

Schönster Tag im Leben einer Frau?

Eigentlich jeder kennt doch den inhaltsschweren Satz von der Hochzeit als "schönster Tag im Leben einer Frau".
Die Frage, die sich mir (m46) dabei stellt: Wieso definieren immer noch so viele Frauen ihr Glück über den Eintritt in die Ehe und die traditionelle Versorgung für das weitere Leben?
Selbst Frauen, die sich vehement als emanzipiert bezeichnen und die auf ihre Gleichstellung und die Frauenquote pochen, bekommen bei diesem Satz verträumte Augen.
Ist der schönste Tag im Leben einer Frau nicht z.B. vielleicht eher die Geburt des ersten Kindes oder die Verleihung des Nobelpreises?
Oder ist hinter all den Geschlechterkämpfen die Emanzipation auf Seiten der Frau nur vorteilsbezogenes Mimikry und es gilt immer noch der Satz: "Frauen sind wie Hobbits - am Ende geht es doch nur um den Ring!"?
Also: wieso wird die Hochzeit im realen Leben immer noch als der schönste Tag im Leben einer Frau bezeichnet? (außer vielleicht hier im Forum?) Und wieso kommt dieser Satz nie von Männern?
 
G

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  • #2
Lieber Fs,

man sieht, du lebst in einer männerdominierenden Welt, ohne Einblick in das harte, ungerechte Leben einer Frau.

Der Wert eines Mannes zeigt sich vielleicht dadurch, dass er möglich hart, unabhängig und frei ist.
Der Wert einer Frau zeigt sich dadurch, ob sie zwischen 20 und 30 schafft, einen ordentlichen, treusorgenden Mann zu finden, der ihr Kinder schenkt und ein guter Ehemann ist und sie sich beweisen kann, dass sie eine gute Hausfrau und Mutter ist. Dann läuft das Leben für eine Frau nämlich glatt und auf den rechten Bahnen und ist ja auch das, was eine anständige, tolle Frau verdient. Keiner verdient es, alleine zu sein. Oftmals bekommt man als Frau erst dann Respekt, wenn man den Status Ehefrau und Mutter trägt. Was du vielleicht nicht weißt, als Frau bekommt man sehr sehr wenig Respekt in unserer Welt. Als Frau muss man sich unterordnen!

Ist man als Frau also alleine, wir man vom gesamten Familien- Verwandten- und Freundeskreis unter allen Frauen (bis zu den 90 jährigen Omas) verpöhnt, gedrängt, bemitleidet und gehänselt und schikaniert. Besonders von den älteren Damen!

Was denkst du, was ich schon alles habe erdulden müssen!? Eine Frau, die mit über 30 alleine ist oder sich gezielt dafür entscheidet, alleine zu bleiben, und keine Kinder hat und kein Mann in Aussieht ist, die bemitleidet man zutiefst und irgendwann weiß man sich gar nicht mehr zu erklären.
Ein Grund für mich, warum ich seit Jahren alle Familientreffen meide und mich sozial aus allem ausgeklingt habe.
Ich kann es nicht mehr hören und noch weniger ertragen, dass man auf mir herumhackt, mich verletzt und beleidigt, weil ich nicht verheiratet bin und nicht geschafft habe, Kinder zu bekommen.
 
G

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  • #3
Ich denke, weil Hochzeit verklärt wird als romantisch. Man kriegt ein schönes Kleid, der Mann "bekennt" sich, also ist man so toll, dass ein Mann einen will für immer. Ansonsten könnte er ja ganz flink wieder weg sein und das denken ohne Heirat auch alle im Umfeld: Warum will er sie nicht heiraten, ist sie nicht so toll, ist er sich nicht sicher, könnte es noch was Besseres geben?

Gesellschaftlich könnte ich mir vorstellen, dass es in diesen unsicheren Zeiten mit unbefristeten Verträgen, Arbeitslosigkeit und halben Jobs das Bedürfnis ist, sich nicht selber draußen rumzuschlagen, sondern jemanden zu haben, der "es schon macht". Dafür macht man gern auch sauber usw. Kinder wollen ja viele Frauen sowieso, da müssen sie sich absichern.
Zitat von Arcturus:
Oder ist hinter all den Geschlechterkämpfen die Emanzipation auf Seiten der Frau nur vorteilsbezogenes Mimikry
Hmpf, da schmeißt Du alle Frauen in einen Topf. (Wieso wird das dauernd gemacht? DIE Frauen wollen heiraten? Ich wollte nie und ich kenne genauso viele Paare, die nicht verheiratet sind, wie verheiratete.) Die, die gern unabhängig sind, die kämpfen darum, dass ihre Arbeit genauso bezahlt wird wie die eines Mannes, damit sie unabhängig sind und nicht versuchen müssen, ihre Karrierewünsche durch einen anderen auszuleben. Die treiben sich an und nicht den Mann, der mehr Geld verdienen soll.
Die, die heiraten und Hausfrau und Mutter sein wollen, haben doch gar kein Interesse daran, dass Frauen womöglich den gutbezahlten Arbeitsplatz wegnehmen oder interessanter sind, weil sie sich über andere Themen unterhalten können.
Zitat von Arcturus:
Also: wieso wird die Hochzeit im realen Leben immer noch als der schönste Tag im Leben einer Frau bezeichnet?
Keine Ahnung. Ich nehme den mit der Nobel-Preis-Verleihung.
Wenn Du Dir aber die gesellschaftliche Entwicklung mit Herdprämie ansiehst, ist das durchaus gewollt.
 
  • #4
Sorry, aber ich kenne nur Frauen aus den unteren Bildungsschichten die mit verklärten Blick über Eheschließung als den schönsten Tag in ihrem Leben berichten. Teilweise sind dies auch Frauen aus anderen Kulturen.
Ich selbst konnte meinen Lebensunterhalt zum Glück immer selbst bestreiten und brauchte keinen Ehemann als Zahlkumpel. Überhaupt betrachte ich die Ehe als auslaufendes Model. In einer Zeit in der immer mehr Ehen geschieden werden sollte dies doch nun auch den Zauber verloren haben.
Meine schönsten Tage waren als ich die Führerscheinprüfung bestanden habe und mein erstes Gehalt bekam.
 
  • #5
Grad letzte Woche hat mein zukünftiger Schwanger zu mir gesagt, dass die Hochzeit der schönste Tag in seinem Leben sein wird. Also soviel zu deiner Nur-Frauen-Theorie ;-)

Die Geburt meines ersten Kindes war der anstrengendste Tag in meinem Leben. Der schönste Tag ist seitdem jeder Tag, weil ich ihn mit meinem Kind verbringe.
 
  • #6
Ach nein, Blödsinn! Meine Hochzeit war schön, aber der schönste Tag in meinem Leben sicher nicht. Als ich mein Examen bestanden und meinen Magister in der Tasche hatte, war das wahrscheinlich mehr Hochgefühl. Und ja, viele Frauen, die Kinder haben, sagen, es war ein unbeschreibliches Glücksgefühl, als sie gleich nach der Geburt das Würmchen im Arm hatten.
 
  • #7
Ich kann nur von mir und meinen Freundinnen sprechen und da beobachte ich so ziemlich das Gegenteil.

Bis ich meinen Mann kennenlernte, war ich dem Thema Ehe ggü. eher neutral bis leicht ablehnend eingestellt. Mein Mann musste mich davon überzeugen. Das weiße Kleid und die Sache mit der Kirche habe ich gemacht, weil ich ihn liebe und es ihm über alle Maßen wichtig war. Für mich persönlich hätte ich das Brimborium nicht gebraucht. Es hat mich sehr gestresst und viele schlaflose Nächte im Vorfeld gekostet. Mittlerweile halte ich viel vom Modell Ehe und der darin gelebten Solidarität, die als gesellschaftlicher Wert so bedroht ist.

In meinem Freundinnenkreis bin ich die einzige, die verheiratet ist. Dafür werde ich fast schon schief angeschaut und der ein oder andere Spruch wird zu meinen Lasten gemacht!
Etliche meiner Freundinnen sind seit Jahren mit ihren Partnern liiert und haben teilweise schon Kinder im Schulalter. Aus politischen Gründen oder aus Bequemlichkeit lehnen sie es ab zu heiraten. Gerade bei den Müttern und Vätern finde ich dies fahrlässig (Witwerrente). Es ist aber nicht mein Leben. Vielleicht gibt ihnen das Gefühl nicht verheiratet zu sein, soviel mehr als es jede Absicherung könnte!

Zwei Theorien:
1. Könnte es sein, dass dieses Schwärmen von dem gaaanz besonderen Tag vor allem da zu finden ist, wo auch sonst nicht viel Glanz im Leben ist?
2. Oder zeigt die Begeisterung für den einen besonderen Tag nicht eher an, dass man das Leben liebt und mit Begeisterung ein Fest der Liebe feiert, insbesondere wenn man gläubig ist? (Auf dem Gebiet schwächele ich als eher pessimistischer und atheistischer Mensch!)

Früher war ich vehement und habe romantische Bräute fast schon verachtet. Heute sag ich: Jedem Tierchen sein Pläsierchen.
 
  • #8
Mit Verlaub wie kommst Du denn darauf??

Es gibt jede Menge Frauen, die garnicht heiraten wollen, es gibt jede Menge Frauen, die keinen Mann wollen oder nicht mehr wollen und es gibt jede Menge Frauen, die Status, Macht und Karriere vorweisen, welche viele Männer niemals haben werden.

Also dieses "Hochzeitsklischee" halte ich für überzogen.
Selbst Brigitte Mira, eine verst. Komödiantin sagte mal....da stehste nun im Myrthenkranz und freust Dich noch, du dumme Gans...

Natürlich gibt es die ewigen Romantiker, welche auch noch die dritte Ehe in weiß und Primbrambrorium feiern, Frauen, die alles schon hinter sich haben was Gott und die Welt verboten hat, aber als unschuldige Braut auftreten in weiß natürlich und junge Mädels, denen mehr das Kleid als die Rolle der Braut gefällt.

In einem gebe ich Dir recht, Männern ist dieses Gedöns im Grunde egal, sie machen da nur mit, ähnlich wie bei der Romantik und ich als Frau denke ebenso.

Also ich finde Hochzeiten im "stillen" noch annehmbar, aber je auffälliger gefeiert wurde, je schneller wurde auch geschieden in meinem Umfeld.
 
  • #9
Dass manche Leute den Hochzeitstag so bezeichnen hat weniger mit gelebter Realität als mit Kitsch und Klischees zu tun.
Aber selbst wenn - was hat Ehe mit traditioneller Versorgung zu tun?
Eltern sorgen für ihre Kinder und Erwachsene für sich selbst.

Für mich persönlich gibt es sicherlich mehrere, ganz verschiedene schöne Tag. Manche davon sind beruflich veranlaßt, andere privat. Schwer zu toppen ist immer noch der 9.11.1989 als Tag des Mauerfalls.
 
  • #10
In meinem Umfeld würde niemand so etwas sagen, ohne, völlig zurecht, als Sexist beschimpft zu werden. So etwas kenne ich nur aus Zeitschriften, die bei meiner Zahnärztin ausliegen. Brautmodenhersteller und Vertreiber werben bestimmt auch noch mit diesem Slogan. Jenseits dieser Zirkel dürfte die zur Diskussion stehende Auffassung aber kaum mehr vertreten sein.

Vielleicht ist Ihr Umfeld einfach zu konservativ.
 
G

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  • #11
Hallo,
meiner Meinung nach haben die Männer immer noch einen Eroberungs-Instinkt und sind glücklich, wenn sie eine Frau "erbeutet" haben. Das geschieht bei uns emanzipierten Frauen ja meistens doch vor der Hochzeit.
Für uns emanzipierte Frauen geht es nicht um den Ring, sondern um eine einschneidende Veränderung im Leben. Wir haben einen Partner gefunden, der voll und ganz ja zu uns sagt und auf den wir stolz sind. Wir feiern ein fröhliches und romantisches Fest im Kreis unser Freunde und Verwandten.
Danach kommt Verantwortung für Kinder und Doppelbelastung in Haushalt und Beruf. Das ist lange nicht so berauschend - aber wir wollen es nicht anders.
 
  • #12
Als Mann waren die schönsten Tage meines Lebens romantischer oder sexueller Art: Die erste Liebe, der erste Sex, Sex mit Frauen deren erstes Mal es war, eine romantische Situation an einem See, eine Nacht mit zwei jungen Frauen gleichzeitig, diverse andere romantische Erlebnisse.

Weit, weit abgeschlagen kommen dann andere Erlebnisse: Irgendwas im Radio gewonnen, ein Erfolg bei der Arbeit, ein toller Tag im Urlaub. Auch das waren Tage, an denen ich mich besonders glücklich fühlte.

Den Tag der Hochzeit stelle ich mir dagegen eher relativ anstrengend vor: All die Leute, dazu ständig im Mittelpunkt stehen, usw... . Sicher ist das ein wichtiger Schritt im Leben, aber keiner der es in den Rang der "schönsten Tage" aufnehmen könnte.
 
G

Gast

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  • #13
In einem gebe ich Dir recht, Männern ist dieses Gedöns im Grunde egal,
Das stimmt einfach nicht. Ich kennen mindestens einen Mann, der damit Romantik und zueinander gehören verbindet, insgeheim aber die Absicherung der Beziehung meint, also dass die Frau nicht so schnell wieder wegläuft.
Mich wollten die beiden Männer, mit denen ich eine Beziehung hatte, heiraten, ich wollte das aber nicht. So ablehnend wie früher bin ich nicht mehr, aber eigentlich finde ich es viel besser ohne Heirat. An meinen Gefühlen festigt eine Heirat jedenfalls gar nichts.

Dann kenne ich einige Akademiker, die es wichtig fanden, so schnell wie möglich verheiratet zu sein. Keine Ahnung, ob es die früheren Nerds in der Schule waren, die sich dachten, dass sie nie wieder eine abkriegen, oder ob sie nicht wussten, dass Frauen unterschiedlich sind und man auch hier verschiedene Abstufungen des Zusammenpassens finden kann, wenn man nicht gleich die erste heiratet.
 
G

Gast

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  • #14
Liebe #1.

Keine Frau ist gezwungen, sich auf Heirat und Familie einzulassen. Jede Frau soll das handhaben, wie sie will. Ok ! Hoffentlich ist Frau dann auch Frau genug, sich nicht auch die Vorteile von verheirateten, kinderhabenden Frauen zu nehmen.

"Kinderlose Frau" soll genauso mit 65 in Pension gehen, wie Mann und keine wirtschaftlichen Vorteile aus ihrem "Frau sein" ziehen.

Du warst in Wirklichkeit nie Opfer einer "männerdominierten Welt", wenn Du das schon unbedingt so sehen willst. Du hast gelebt wie ein Mann, dann tue auch alles so wie ein Mann.
 
  • #15
Also: wieso wird die Hochzeit im realen Leben immer noch als der schönste Tag im Leben einer Frau bezeichnet?
Wird das denn so bezeichnet ? Von wem ? In welchem Zusammenhang ?
Ich kenne niemanden, ob Mann oder Frau, der die Hochzeit ersthaft mit diesem Synonym belegt.
Aber gerne als joke.

Eine Frau, die mit über 30 alleine ist... und keine Kinder hat und kein Mann in Aussieht ist, die bemitleidet man zutiefst...
Auch das kenne ich nicht.
Ich kenne viele Frauen, Freundinnen, Kolleginnen, Sportkameradinnen, auch zwei Cousinen ( von zwei ), die keine Kinder haben und z.T. auch keinen Mann / Freund.
Keine von Ihnen wird bemitleidet.

Bemitleiden / verachten / lästern / Sorgen machen...
Das gibt es für Frauen, die keinen ( guten ) Beruf / Ausbildung haben.

Jedenfalls in meinem Umfeld.

Eine dieser Cousinen hat mit 16 die Schule abgebrochen um fortan zu gammeln.
Mit 25 hat sie die mittlere Reife nachgeholt, dann das Abitur. Mit 30 ein Studium begonnen und mehrere Jahre später abgeschlossen. Und arbeitet seitdem in diesem Beruf.
In meiner Familie bemitleidet sie niemand, weil sie keinen Mann und keine Kinder hat. Das wird überhaupt nicht thematisiert. Bei uns sagen alle, sie 'habe zum Glück noch die Kurve gekriegt'

w 48
 
  • #16
Die schönsten und zugleich schmerzhaftesten Tage meines Lebens waren die Geburten meiner 3 Kinder. Sein eigenes Kind nach den höllischen Schmerzen der Geburt zum ersten Mal im Arm zu halten und zu Gesicht zu bekommen, die Vollkommenheit und das Wunder dieses kleinen Wesens zu bestaunen - dieser Moment hat so was Heiliges und Esoterisches für mich gehabt - das ist mit nichts, aber auch gar nichts zu toppen, auch nicht die kirchliche Trauung. Ich habe es nicht fassen können dass dieses kleine vollkommene Wesen jetzt zu uns gehört, und es war wirklich als ob der Himmel direkt in den Kreissaal.gekommen wäre. Schwer zu beschreiben wer das noch nicht erlebt hat. Das sind wirklich heilige Momente. Und wenn man dann erlebt wie das Kind das eben aus einem herauskam sofort in meine Arme gelegt wird und es wie ganz selbstverständlich anfängt an meiner Brust zu saugen - einfach unglaublich.
Selbst mein Exmann der ja immer so kühl war hat beim Anblick unserer Kinder geschluchzt und Tränen in den Augen gehabt.

Sorry, aber was ist da schon eine bestandene Prüfung oder ein Nobelpreis dagegen?
 
W

wahlmünchner

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  • #17
Komisch, das bei meinen "Facebook Freunden " ( hat ja eher "wir kennen uns" Charakter) in dem 800 Leute sind ständig geheiratet wird sich beide immer wahnsinnig freuen!
Ich zitiere Facebook nur vom letzten Monat zB: xy ( männlich 33) Status: freudig aufgeregt:
"Nur noch x Tage zum großen Tag"
Oder ein anderer nach der Hochzeit: Status: Total verliebt mit ( Name der Frau)
"Alles richtig gemacht: der Engel hat ja gesagt."
Meinen Opa hab ich auf 3 Hochzeiten meiner Cousins bereits vor Rührung weinen sehen.
"Endlich ist er angekommen " sagte mein Opa dazu glücklich..
Ich hoffe ja für alle Ehepaare, das beide dadurch bereichert werde
 
G

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  • #18
Ich frage mich langsam, was mit den Männern von heute los ist. Noch so ein Thread....wird doch gerade im Nachbarthread diskutiert, kommt vermutlich sehr Ähnliches bei raus.
Ich war nie verheiratet, hatte nie den Wunsch zu heiraten, kenne es aus meinem Umfeld nicht, den Spruch "schönster Tag im Leben".
Was ich aber auf Hochzeiten gesehen habe, immer und überall....Männer, die vor Rührung schluchzten, die so zitterten, dass sie den Ring nicht auf den Finger bekamen, die in Tränen ausbrachen, wenn sie die Braut sahen....das ist die Antwort auf diese Frage:
Und wieso kommt dieser Satz nie von Männern?
Sie sagen es nicht, sie weinen vor lauter Rührung. Sehr gutes Beispiel sind die letzten öffentlichen Trauungen, weil fast jeder einen Blick drauf hatte , Prinzen weinen in aller Öffentlichkeit, die Hände zittern, sie strahlen und atmen tief, wenn die Braut kommt.
Ich glaube also nicht, dass es ein Frauending ist. Ich habe selber drei Heiratsanträge erhalten, ich wollte aber nie heiraten.
Ich wurde noch niemals angegriffen, weil ich nie verheiratet war, ich habe noch nie böse Worte darüber gehört, ganz im Gegenteil, viele Frauen sagen mir....richtig gemacht! Und das denke ich mir nicht aus.
Keine Frau ist gezwungen, sich auf Heirat und Familie einzulassen. Jede Frau soll das handhaben, wie sie will. Ok ! Hoffentlich ist Frau dann auch Frau genug, sich nicht auch die Vorteile von verheirateten, kinderhabenden Frauen zu nehmen.
Mit anderen Worten...wenn Frau partout nicht heiraten will, dann soll Frau zusehen, wie sie klarkommt. Schon subtil, oder, da dann Frauen zu unterstellen, dass SIE unbedingt heiraten wollen. Denn diese Meinung ist unter Männern noch weit verbreitet. Und es kommt noch besser:

Du warst in Wirklichkeit nie Opfer einer "männerdominierten Welt", wenn Du das schon unbedingt so sehen willst. Du hast gelebt wie ein Mann, dann tue auch alles so wie ein Mann.

Was soll man bzw. Frau dazu noch sagen? Jede halbwegs intelligente Frau pfeifft doch bei solchen Sätzen auf "den schönsten Tag des Lebens":)

Mein schönster Tag in meinem Leben...es gab mehrere Höhepunkte, die Geburt meines Kindes, meine Beförderung, ein glücklicher Moment in meinem Arbeitsleben und ja....mein schönstes Kleid hat mich auch glücklich gemacht. Es war KEIN Brautkleid:)
W
 
G

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  • #19
Zwei Menschen haben sich freiwillig, aus Liebe dafür entschieden, zu heiraten. Mein Mann hat mir, ganz überraschend den Heiratsantrag mit 50 roten Rosen gemacht.

Ich konnte die Tränen nicht zurück halten. Für uns waren dieser Tag - und auch der der Hochzeit die absolut schönsten unseres Lebens. Mein Mann hat hingebungsvoll die Hochzeit arrangiert (nein, ich habe ihn dazu nicht gedrängt), er hat das genossen.

Meine Kinder liebe ich ganz gewiss, ihre Geburten als schönste Tage im Leben zu beschreiben, käme mir nie in den Sinn, auch mein Mann war ganz fertig, zu sehen, was eine Geburt so alles mit sich bringt. Er hätte wegen der Strapazen und aus Liebe zu mir auf ein zweites Kind verzichtet.

Viele ehemalige Mitstudenten in unserem Umfeld haben den Tag der Hochzeit oder den, als der Partner/die Partnerin den Antrag annahm, auch als schönsten Tag in ihrem Leben empfunden.
 
  • #20
Wir haben einen Partner gefunden, der voll und ganz ja zu uns sagt und auf den wir stolz sind.
Ja, und dazu die Absolutheit: Diesen Partner/in, mit dem man sein ganzes, restliches Leben verbringen will. Also Alles, und mit das Wertvollste, was Beide füreinander geben können. Das ist ein großes Geschenk, was sich Beide gegenseitig schenken. Das eigene Leben, füreinander.

Eines meiner schönsten Momente (als Wessie im Fernsehen gesehen): Als der Politiker H. Genscher in der deutschen Botschaft in Prag die Ausreise der DDR-Bürger dort, verkündete.
Das diese Menschen, die Alles riskierten und fast Alles zurück ließen, dem DDR-Staat entrinnen, und in die Freiheit kommen durften.
Und wie sehr die sich freuten. Der Jubel war so groß, dass Genscher nicht zu Ende sprechen konnte. Dieses eine Wort "Ausreise". (anstatt z.B. DDR-Gefängnis wegen Republikflucht). Dieser Moment wird mich stets aufs Neue ergreifen.

Freiheit und Freude - sollte auch jede Ehe bestimmen. Die Freiheit "trotz" Ehe sein Leben, als auch das Gemeinsame leben zu können. Die Ehe als Bereicherung erleben und empfinden, nicht als Einschränkung.
Und die Freude empfinden, dass dieses Leben, mit dieser Ehe, mit diesem Partner/in - stets das schönste Leben für Einen ist. Für beide Partner.

Das Alles hätte ich gerne einer Frau geschenkt, die ich lieben kann und darf.
(Aber ohne standesamtliche Ehe) Aber ich mußte oft kennenlernen, dass viele Frauen so einen Partner und so eine Ehe nicht wollen. Sie haben ganz andere Wünsche und Vorstellungen davon, die nicht zu meinen passen.

(m,53)
 
  • #21
Also der schönste Tag in meinem Leben wird der Tag sein, an dem ich endlich in Rente gehen kann und nicht mehr die meiste Zeit im Büro verbringen muss, da beginnt im Grund mein eigentliches volles Programm in Kreativität, langem Ausschlafen, keine WE-Sortierung der folgenden Montagsarbeit und evtl. geh ich dann doch noch auf Partnersuche, da hab ich Zeit und Muse - grins.

Ich freue mich auf die schönste freie Zeit meines Lebens als Privatier.
 
  • #22
Also: wieso wird die Hochzeit im realen Leben immer noch als der schönste Tag im Leben einer Frau bezeichnet?

Diese Kirschsprüche kenne ich nur aus den Medien, von realen Menschen (m/w) habe ich sie allenfalls als Zitat oder mit ironischem Unterton gehört.

Auch vor meiner Eheschließung, noch völlig verliebt und optimistisch, habe ich meinem Hochzeitstag ganz sicher nicht als "schönsten Tag im Leben" erwartet oder bezeichnet. Ich habe vor allem Stress erwartet, das ist ja üblicherweise ein eng getakteter Tag.
 
  • #23
Eines meiner schönsten Momente (als Wessie im Fernsehen gesehen): Als der Politiker H. Genscher in der deutschen Botschaft in Prag die Ausreise der DDR-Bürger dort, verkündete.
Das war wirklich ein Moment und ich habe ihm dort zugehört und mitgejubelt ;) mein schönster Moment war aber das erste Lächeln meines Sohnes. Die Hochzeit berechtigterweise nicht aber das ist eine andere Geschichte, die immerhin weit über dem Durchschnitt gehalten hat.
 
  • #24
Der schönste Tagin meinem Leben war garantiert nicht mein Hochzeitstag - der war viel zu stresig und für mich auch zu unwichtig. Ums heiraten machen die Männer mehr Drama, als das Ganze wert ist.

Viel wichtiger waren für mich:
- die erste Umarmung eines Mannes, den ich wirklich liebte ( nicht mein Ehemann)
- mein Abizeugnis in der Hand zu haben
- die Studienplatzzusage
- der Studienabschluss
- der Einzug ins eigene Haus
- der Eintritt meiner Hunde in mein Leben
- die Zusage meines jetzigen Arbeitsvertrags
- die Zusaage für meine aktuelle Wohnung
- der Tag der Scheidung.

Männer überbewerten die Bedeutung der Ehe und die Bedeutung eines Mannes im Leben einer Frau maßlos. Es gibt jede Menge Events, die viel wichtiger sind. Es geht einfacher ohne Mann als ohne die oben aufgeführten Ereignisse (außer Scheidung, denn wer nicht heiratet, erspart sich das).
 
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  • #26
Meine schönsten Tagen im Leben waren bisher immer jene an denen ich mich von langjährigen Partnern getrennt habe. Der Tag, an dem ich sagen konnte: "Ich liebe ihn endlich nicht mehr. Ich habe endlich keine Gefühle mehr für diesen Mann". Meist weinte ich aus Glück und kaufte mir eine fette Pizza und ließ es mir so richtig gut gehen!

Das waren so bisher die besten Momente meines Lebens. Und habe ich 2x erlebt nach sehr sehr schlimmen und langwierigen Partnerschaften


Heirat? Nah ... Ich wüsste, Männer die mich heiraten wollen, sind eh nichts Gescheites oder höchstens Kletten, die nicht zu mir passen, und die, die ich will, die wollen mich nicht.
 
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  • #27
ch frage mich langsam, was mit den Männern von heute los ist. Noch so ein Thread....wird doch gerade im Nachbarthread diskutiert, kommt vermutlich sehr Ähnliches bei raus.
Ich war nie verheiratet, hatte nie den Wunsch zu heiraten, kenne es aus meinem Umfeld nicht, den Spruch "schönster Tag im Leben".
Hier ein Antwort, warum uns Männer duiesesThema beschäftigt.
ich führe ansich eine schöne Beziehuntg, wenngelich sie ein extrem schwierigen Charakter ist. Sie hat mit irgendwann gefragt, warum ich Sie denn nicht Heiraten wollte. Ich habe darauf ehrlich geantwortet, dass ich es auf Grund ihres Dominanzgehabes und der Einstellung, sich nicht endgültig festlegen zu wollen (ist hier ja auch allgemien so) nicht heiraten wolle.
Seitdem ist meine Beziehung die Hölle und macht mich kaputt.
das ist mit uns Männern los.
 
  • #28
FS, ich weiß ja nicht, was du so für Frauen kennst. Ich kenne solche nicht. Die Frauen, die ich kenn, definieren sich garantiert nicht über den Ehering.
Und der schönste Tag in meinem Leben wird dann sein, wenn mein Sohn endlich auszieht und ich mein Leben wieder selber bestimmen kann.
 
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  • #29
Seitdem ist meine Beziehung die Hölle und macht mich kaputt.
das ist mit uns Männern los.
Aber anstatt dann die Konsequenzen zu ziehen, neigen Männer wohl dazu, sich auf diese EINE Frau zu versteifen und zu beziehen und verallgemeinern dann den Rest ihres Lebens und denken dann wirklich, ALLE sind so?
Wenn Deine Beziehung die Hölle ist, dann steige doch aus, das muß sich doch kein Mann antun. Ich kann es nicht verstehen, das alles so pauschal über einen Kamm geschoren wird.
Das ist wie mit dem Satz "der schönste Tag im Leben einer Frau".
Wo kommt so ein Blödsinn überhaupt her? Hier schreiben viele Frauen, dass sie ganz andere glückliche Momente hatten.
Also...wenn DAS mit den Männern los ist, dann frage ich mich noch mehr, was denn eigentlich mit den Männern los ist. Eine dominante Partnerin kann ja gerne mit einem devoten Mann zusammen sein, wenn aber der Mann an ihrer Seite unglücklich ist, dann paßt es nicht. Ist eigentlich einfach. Wenn auch nicht so leicht umzusetzen.
W
 
  • #30
Sie hat mit irgendwann gefragt, warum ich Sie denn nicht Heiraten wollte. Ich habe darauf ehrlich geantwortet...
Hm...du warst offenbar ein bisschen zu ehrlich.
Wenn ein Mann so etwas zu mir sagen würde, würde ich mich trennen, denn dann ist ja klar, dass er mit mir nicht glücklich ist und wesentliche Merkmale an mir nicht mag.

Seitdem ist meine Beziehung die Hölle und macht mich kaputt.
Warum in drei Gottes Namen trennt ihr euch denn nicht ???

Bei mir ist es ein bisschen anders.
Wir führen eine wirklich gute Beziehung und lieben uns. Ich bin sicher, dass er der beste Mann ist, den ich je hatte und ich will mit ihm zusammen bleiben.
Aber nicht heiraten.
Auch nicht zusammenziehen.
Weil ich ein Einzelgänger bin und zu viel räumliche Nähe alles schwierig machen würde.

Manchmal, wenn ich denke, er wird mich bald fragen ( Andeutungen lassen es mich denken ), versuche ich, es ihm indirekt auszureden, indem ich allgemein davon rede, wie doof und überflüssig ich heiraten finde etc.
Denn wenn er mich fragt und ich ihm absagen muss ( obwohl ich das wesentlich milder tun würde als du ), würden wir danach wohl nicht durch die Hölle gehen und uns kaputt machen, aber einen Knacks würde es wohl geben.

w 48
 
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