G

Gast

  • #1

Schüchterne Männer - Alles ruhig angehen lassen?

Wenn Männer sagen, dass sie schüchtern sind, heißt das, dass sie alles eher ruhig angehen lassen wollen oder dass sie froh darum sind, wenn die Frau die ersten Schritte macht? Oder schrecken sie wiederum vor zu offenen Frauen zurück, weil Männer ja eher selber erobern wollen? Ich als offene Frau bin da etwas ratlos.
 
G

Gast

  • #2
Schüchterne Männer sind bestimmt froh darüber, wenn Frau den ersten Schritt macht. Denn genau dieser erste Schritt ist bei Schüchternheit ja das Problem.
 
  • #3
der erste schritt wird da sicher an dir haften bleiben, aber überoll ihm nicht mit aktivitäten die neu für ihn sind. Er wird nicht wissen was er tun soll sei es nur in einem lokal wenn du tanzen willst und er sich unwohl fühlt auf der tanzfläche udg...
 
  • #4
Schüchterne Männer wollen eindeutig, daß Du den ersten Schritt machst. Meistens wollen sie zugleich aber keine offensiven, sondern eher liebevolle, zärtliche, vorsichtige Frauen. Hand-in-Hand und Küssen muß wohl von Dir ausgehen, das ganze eher ruhiger.

Wenn sie erstmal aufgetaut sind, sind schüchterne Männer zum Teil sehr offen für alles. Es fällt ihnen nur schwer, sich anfangs zu öffnen und Frauen offen anzuflirten. In einer Beziehung können die dann ganz normal sein! Nur Mut!
 
G

Gast

  • #5
Tja, ich gehöre zu den schüchternen. Mich freut es natürlich sehr, wenn Frau mich anspricht. Thomas hat auch recht mit "nicht überrollen". Wenn eine Frau mich einfach nur mal eben nett und dezent anquatscht, dann ist das sehr schön für mich. Aber wenn sie mir gleich am Anfang um den Hals fällt und mit mir gleich rumknutschen will, dann ist das eindeutig zu viel für mich. So gelegentlich mal eine sachte Annäherung, eine vorsichtige Umarmung etc. ist für mich da hingegen regelrecht gewünscht. Ich kann eben wegen meiner Schüchternheit nicht aus mir heraus. Achja, tanzen kann ich gar nicht, das würde mich auch überfordern ;o) Es dauert eben, bis ich meine Schüchternheit ablege, dann gehe ich allerdings auch auf meine Partnerin aktiv zu. Es bleibt also nicht für immer hängen. Vielleicht hilfts dir ja ein wenig.
 
G

Gast

  • #6
Ich meinte mit offener Frau nicht, dass ich quirlig und "überaktiv" bin, sondern einfach die Dinge gerne angehe....mailen, treffen, etc. Vor allem, wenn ich merke, dass der Mann echt verdammt interessant klingt! Ich bin offen, im Sinne davon, dass ich unter / mit fremden Leute kein Problem habe ein Gespräch zu beginnen.
 
G

Gast

  • #7
#4 hätte ich nicht viel besser schreiben können. Jedoch sind die schüchternen auch etwas unterschiedlich ... ich mache auch schon mal den Anfang, wenn die Frau mehr als deutliche Andeutungen (z.B. für Kuss) macht oder selber etwas vorschlagen/ organisieren liegt mir hingegen total. Auch vom Gespräch bin ich nicht schüchtern, sondern meisten nur bei den ersten persönlichen treffen ... anfangs ... Ich denke eine passende Frau wird reich belohnt, muss aber auch etwas "Lebenserfahrung" +Gedult +Mut mitbringen...
 
G

Gast

  • #8
Ich bin leider auch von der Gattung der schüchternen Männer. Ich habe ein Problem einfach auf wildfremde Menschen zuzugehen und sie anzusprechen. Ich weiß dann nicht was ich erzählen soll. Aber wenn ich einmal in einen Gespräch bin, dann bin ich auch wesentlich entspannter. Den ersten Schritt zu machen ist für mich sehr schwer, wenn es keinen Anlass gibt.
 
  • #9
diese konntakt hemmschwelle ist bei mir auch sehr groß, wenn nicht aus beruflichen gründen, spreche ich keine fremden frauen an. Wobei ich mich nicht als schüchtern bezeichnen kann, ich steh problemlos auf der bühne, unterrichte und war ein topverkäufer mit einer unglaublichen abschlussquote. Aber wie meine uroma immer zu sagen pflegte arbeit ist arbeit und schnaps ist schnaps *g*
 
G

Gast

  • #10
Ich bin eine Frau und war 20 Jahre mit einem "schüchternen" Mann zusammen. Vor 8 Jahren wurden wir dann geschieden, zum Glück. Denn die passive Schüchternheit hat im Laufe der Jahre auch ihre aggressive Kehrseite gezeigt: Da ich ja weniger schüchtern bin, musste ich in einer scheinbaren Logik folgerichtig überall den Löwenanteil leisten: Im Bett, im Beruf, bei der Kindererziehung, in unserem Unternehmen, im Haushalt ... . Als ich zusammenbrach unter der Belastung, war es aus mit der Ehe. Auch jetzt konnte mein schüchterner Mann nichts konstruktives mir gegenüber tun. Über all die Jahre war er eben schüchtern und hilflos geblieben, und nun war er nur noch aggressiv.

Seither gehen bei mir alle Alarmglocken an, wenn jemand sagt, er sei schüchtern. Von Beginn an achte ich jetzt drauf, dass Aktivität und Passivität in der Beziehung gleich verteilt sind. Richtig spannend und gut und bereichernd wird es, wenn jeder sich was traut!
 
G

Gast

  • #11
Ich hab das Problem auch gerade mit einem schüchternen Mann, sehr introvertiert wenn er mit anderen Menschen redet, aber wenn er in seinem Element ist, dann redet er sehr viel. Ich glaube er mag mich sehr gerne, jedenfalls hat er das mal gesagt, aber zum Beispiel spricht er mich nie von seiner Seite aus an, laufen wir nebeneinander her muss ich immer anfangen mit sprechen. Wenn er mich anschaut und unsere Blicke sich treffen, versucht er so schnell wie möglich wieder wegzugucken. Manchmal ignoriert er mich und hängt mehr mit den anderen rum. Er weiß, dass ich ihn liebe, aber so richtig was von ihm kommen, außer Blickkontakt, lächeln und neuerdings auch ein wenig herumblödeln in meiner Gegenwart, kommt da nichts. Ich würde ihn gerne mal zufällig berühren...ich weiß nur nicht wie ich das am Schlausten machen soll. Er ist einfach zu süß. Manchmal habe ich das Gefühl er wäre auch ein wenig eifersüchtig... wenn ich mit anderen Männern rede....da sind manchmal Reaktionen, die sich nicht so wirklich erklären lassen. Er schaut meine Gesprächspartner von unten nach oben an, er schaut mich eher geschockt an, oder wenn ich mit jemandem rede, offensichtlich an mir vorbei. Ganz komisch. Ich hätte ihn so gerne...er ist so süß.
 
G

Gast

  • #12
Dazu möchte ich (m) aus meiner Sicht folgendes sagen, ich bin ein ganz passabel aussehender Mann und es kommt durchaus vor das ich interessierte Blicke/Signale empfange. Aber oft spreche ich Frauen auch bewusst nicht an, wenn ich von Anfang an weiss, ich kann mir keine Beziehung vorstellen, und da will ich den Frauen auch keine falschen Hoffnungen machen.
Mein generell interessierter Blick und freundliches Lächeln, könnten hier also oft zu Unrecht als Schüchternheit gedeutet werden, wobei mein nicht Aktiv werden im Endeffekt kein Interesse an näherer Bekanntschaft bedeutet.
Bei den Frauen die mir gefallen und bei denen ich schüchtern bin, vermisse ich dann einfach die deutlichen Signale die ernsthaftes Interesse bestätigen würde, und die Angst vor Zurückweisung überwindbar machen könnten. Für mich bekommen die Signale erst Gewicht wenn ich merke, sie werden hauptsächlich mir geschenkt.
Mein Herz würde jedenfalls vor Freude zerspringen, und ich könnte mich nicht zurückhalten meine Gefühle zu zeigen, würden deutliche Signale von so einer Frau kommen, für die ich insgeheim schon schwärme.

Also einfacher Tipp an alle:
Sag / zeig doch deinem schüchternen Gegenüber, das du interessiert bist.
Oder bist du etwa auch, das was du dem anderen "anlastest", schüchtern.

lg F.
 
G

Gast

  • #13
#10 ... .und wieder Mal ein weibliches Opfer von "Männer sind Schweine", "Alle Männer wollen nur das eine.", "Stell Dir vor, der Lustmolch hat mich angebaggert" und den Konsequenzen, die viele Männer mit einem anderen Selbstbild daraus glauben, ziehen müssen.

Wenn es dumm läuft, dann liegst Du mit damit, was Du denkst das er weiß und fühlt falsch. In dem Fall: Sorry, Pech gehabt. Ich würde Dir heftigst von einer "nur Freunde"-Kiste abraten, dabei leidest Du nur und er fühlt sich auch nicht wohl. Das hab ich (m) auch schon durch, und zwar auf der Seite die mehr weh tut.

Im anderen Fall vermute ich aus dem was Du beschreibst, dass Du einen kapitalen Fehler machst: Kann es sein, dass Du ihn nur im Beisein seiner Freunde und/oder - noch viel verheerender - Deiner Freundinnen siehst?
Ganz Falscher Fehler!!!!
Das Rumblödeln dürfte unter dem Umständen das Äußerste sein, was aus Ihm rauszukriegen ist. Alles was mehr ist wäre aus seiner Sicht nämlich mit dem nicht unerheblichen Risiko Deiner öffentlichen Absage behaftet und das käme dann seinem gesellschaftlichen Selbstmord gleich. Das ist zwar Quatsch, das weiss er vielleicht auch, das ändert an den Ängsten aber nichts.
Ausweg:
Frag ihn ob er sich mit Dir mal in einem Cafe, Biergarten o.ä. (OK, falsche Jahreszeit) treffen will.
Wenns gut läuft ("Das könnten wir öfters machen") fragst Du ihn relativ zügig nach Kino, am besten gleich beim nächsten Cafe-Treff. Wähl dazu nicht gerade den neuesten Rosamunde Pilcher Streifen aus. (In so was kannst Du ihn im Erfolgsfall später immer noch schleifen). Saw 5 muss es aber auch nicht sein. Sowas wie der RAF-Film kürzlich wäre z.B. super.
Und dort (oder auf einem Spaziergang) kannst Du ja mal ganz unsubtil seine Hand nehmen wenn er die nicht gerade bewusst bei sich hält.
Ich behaupte aber mal, dass er spätestens bei der zweiten Cafeeinladung auftaut und selbst aktiv wird. Ansonsten wäre er ein echt heftiger Fall bzw. nicht interessiert (dann -> siehe oberer Absatz).

Viel Erfolg!
 
G

Gast

  • #14
Hallo #10, schreib ihm einen Brief, wenn Du Dich wirklich für ihn interessierst! Ich war lange Zeit in einen sehr schüchternen Mann verliebt und habe ihm dann meine Liebe gestanden. Heute sind wir glücklich zusammen. Ich glaube wenn ich nichts unternommen hätte wäe nichts daraus geworden! Also trau Dich doch.... es ist gar nicht schwer! Viel, viel Glück!
 
G

Gast

  • #15
Hallo!
habe gestern meiner Liebe einen Brief geschrieben- nun wird sich herausstellen, ob es ein echt schüchterner mann ist oder eben ein Unineressierter...finde Briefeschreibenn auch gut- da hat jeder zeit die richtigen Worte zu finden.
Grüße,
Kristin
 
G

Gast

  • #16
Hallo!

Ich komme aus einem Elternhaus, bei dem streng auf Moral gerade auf diesem Gebiet geachtet wurde und auch die Erziehung dementsprechend widersprüchlich war. Einerseits solltest Du, andererseits durftest Du nicht oder man machte sich lustig über Dich ( also was eigentlich?)... Das und Schüchternheit im Allgemeinen haben dazu geführt, dass ich mich aus dieser Falle lange nicht befreien konnte. Und einen gesunden normalen Abstand schaffen, auch mit der Möglichkeit, dass daraus mehr wird ist mir auch schwergefallen, ganz zu schweigen davon dass ich auch nicht gerade redselig bin. Klar, kann natürlich ein Risiko sein, aber #14 hat das schon richtig gemacht.
Meines Erachtens absolutes No Go: Wenn er mitbekommt, dass hinter seinem Rücken getratscht wird , niemand mit ihm richtig redet und ihn alle nachher schief anschauen.
Ist mir auch schon passiert...
 
G

Gast

  • #17
Hi!

Kann mich da meinen Vorgängern nur anschließen. In extrem verfahrenen Fällen hilft nur noch
das eindeutiges Signal auf Gedeih und Verderb.

Ich denke, das Problem, das #15 anspricht, kommt häufiger vor, als es im Allgemeinen erwartet wird. Leider wird das vom Gegenüber vermutlich dann wiederum oft falsch interpretiert im Sinne von Desinteresse oder extremer Schüchternheit bzw. sogar Passivität. Ich würde es mittlerweile aber als übertriebene Vorsicht bezeichnen aus Angst vor ... vor welcher schrecklichen Konsequenz sich der Betroffene auch immer bewahren mag.
 
G

Gast

  • #18
Hallöchen!

Auch bei mir ist das Thema "schüchterne Männer" momentan aktuell.

Allerdings ist die Situation irgendwie noch etwas verfahrener und komplizierter, da es sich nicht um das Ansprechen oder in Kontakt treten an sich handelt (dieser Part ist bereits überwunden seit 2 Monaten), sondern ich einfach nicht weiss, woran ich nun wirklich bin, ob wir nun eine Beziehung haben oder nur "intensiver flirten", ob er es ernst meint etc.pp..

Irgendwie bleibt der Zustand seit unserem 1. Date konstant und entwickelt sich nicht weiter - was unter anderem auch daran liegt, dass ich mich nicht so recht traue, ihn direkt damit zu konfrontieren, aus Angst, ihn zu überrumpeln.

Ich bin verbal zwar sehr aktiv, aber in solchen Situationen bin ich dann halt auch schüchtern....und erwarte einfach auch mehr von ihm.
Mich kostet es auch ziemlich viel Überwindung, ihm mal n Kompliment zu machen, aber meistens reagiert er da nur sehr verhalten drauf, und auf eine unmittelbare Bestätigung seinerseits kann ich warten bis ich schwarz werde glaube ich.

Ein Beispiel hierfür: Wir verabschieden uns im MSN. Ich sage "Bis nächste Woche, Du Süsser" - er sagt "Bis denn dann". Mhmmm... das hinterlässt einfach Zweifel bei mir.
Andererseits macht er mir dann (sehr selten) von sich aus ganz "sachte" Komplimente und nimmt mich auch oft von alleine in den Arm oder küsst mich (auch sehr sachte, hehe) - wenn wir uns sehen.

Und das ist leider nur am Wochenende (jeglicher Kontakt - wir telefonieren oder smsen zwischendurch auch nicht,), da er aus beruflichen Gründen wochentags woanders ist.
Grundsätzlich müsste er ja Interesse an mir haben, sonst würde er sich nicht die Mühe machen, jedes Wochenende mit mir zu verbringen - mein Problem ist nur, dass ich nicht weiss inwiefern.

Da er allseits bekannt sehr schüchtern ist, könnte es doch auch sein, dass er eigentlich lieber Freundschaft möchte (wir verstehen uns wirklich prima und lachen auch sehr viel) und sich nur nicht traut, mir das zu sagen?!
Wär zwar n Eigentor seinerseits, aber man steckt ja nicht drin....

Oder er ist doch ernsthaft an mir interessiert und wirklich einfach nur unsicher und schüchtern.
Naja, alles in allem eine sehr schwere Situation für mich, da ich ernsthaft in ihn verliebt bin.
Meine Gefühle wanken zwischen Schmetterlingen im Bauch, Unsicherheit und Enttäuschung (spätestens beim nächsten "bis denn dann").
Er ist so ein süsser Mensch, ich wünschte, er wäre etwas offensiver...

Sorry fürs zutexten, es ist quasi aus mir rausgesprudelt als ich all das hier las.

Ich drücke auf jeden Fall allen Frauen ganz feste die Daumen, die ihr Herz an einen schüchternen Mann verloren haben - ich fühle mit Euch!
Und ihr schüchternen Männer kommt mal etwas mehr aus Euch heraus und traut Euch! Laut Statistik finden nahezu 70 Prozent der Frauen schüchterne Typen viel toller und interessanter (v. a. als Lebenspartner) als Machos oder Laberharrys!
Stille Wasser sind ja bekanntlich tief....

In diesem Sinne....
 
  • #19
@#17:

Interessant. Ich bin mal in der Rolle deines Gegenübers gewesen. Das Problem, das ich seinerzeit hatte, war, dass sie sehr früh deutliche Sympathiezeichen von sich gegeben hat, die meiner Meinung nach zu dem Zeitpunkt noch unbegründet gewesen sein müssten. Und ich habe diese Sympathie so früh noch nicht empfunden.

Deswegen ist mein Verhalten ihr gegenüber defensiver geworden; sie hat plötzlich meinen männlichen Part bei der Beziehungsanbahnung übernommen und ich den weiblichen passiven Part. Ich wollte damit Zeit gewinnen, um eine solide Grundlage zu entwickeln, ob sie wirklich die Richtige für mich ist. Unser Problem war aber auch, dass sie extrem arbeitsbelastet war und wir daher kaum Zeit hatten, uns intensiv kennenzulernen. Aber abgeneigt war ich ihr gegenüber nicht. Sonst hätte ich auch nach den deutlichen Komplimenten, die ich von ihr bekam, die Reißleine gezogen. Anfangs waren ihre Komplimente auch ein bisschen weit hergeholt und wirkten etwas oberflächlich und übertrieben.

Sie hat sich dann mal eine Zeit zurückgenommen und darauf gewartet, dass ich jetzt mal aktiver werde. Das wurde ich dann auch - und das Zeitschinden hat sich gelohnt. ;)

Eine ähnliche Situation könnte bei euch auch vorzuliegen. In 2 Monaten sollte man aber eigentlich mal in die Pötte kommen ...
 
G

Gast

  • #20
Ein Problem das viele Frauen haben (hatte ich auch) ist, dass sie Beziehungen sehen, wo Männer erstmal "Kennenlernen" sehen.
Als Frau würde ich mich erstmal etwas zurücknehmen und den Mann nicht so überfallen. Lass ihn einfach mal machen, soooooo schüchtern sind viele Männer nicht, sondern nur unentschlossen.
 
G

Gast

  • #21
zu #19:
Erstmal danke für Deine Meinung!

Ich glaube, mit Deinem ersten Satz liegst Du richtig, allerdings finde ich, dass nach zwei Monaten schon etwas mehr Klarheit herrschen sollte - das ist ja das Problem.
Denn ich meine, dann ist man doch über die Kennenlernphase im allgemeinen hinaus - v.a., wenn schon regelmässig was "läuft" (wenn auch eben extrem zaghaft und deswegen für mich ungewöhnlich).
Naja, und zurücknehmen tu ich mich ja. Ich staune auch über mich selber, zu welcher Geduld ich diesbezüglich fähig bin, hehe - hätte ich nicht gedacht.

Joah, und ich finde Unentschlossenheit eigentlich immer schon vernichtend. Wenn man sich verliebt, verliebt man sich, da kann man nicht unentschlossen sein (also unabhängig von Schüchternheit ; solche Menschen sind dann ja trotzdem verliebt und entschlossen, trauen sich nur nicht so recht es zu zeigen.)

zu Thomas:

Voll lieb, Deine Auslegung - ehrlich!
Hat mich zum Nachdenken angeregt, und mir schon echt etwas geholfen aus anderen Winkeln zu denken!
So wie Du das schilderst, habe ich das Gefühl, einige Parallelen zu sehen.
Also, meinst Du, es ist besser erstmal in die Defensive zu gehen und abzuwarten, was von seiner Seite kommt?
Eigentlich wahrscheinlich das Beste, weil sollte nix mehr kommen weiss ich ja im Prinzip Bescheid...
Oder doch nicht, weil er dann denkt, von meiner Seite kommt nichts mehr, und dann traut er sich nicht mehr?... Hach ein Teufelskreis...
 
  • #22
@#20: Ferndiagnosen sind schwierig, aber es könnte auch noch einen anderen Grund für sein Verhalten geben. Wenn ihr euch trefft, wie hoch würdest du deinen Redeanteil bei euren Gesprächen einschätzen? Vielleicht so Richtung 70/30 oder gar 80/20 zu deinen Gunsten? Dann könnte er sich von dir zugetextet fühlen. In diesem Fall liegt eher mangelndes Interesse statt Schüchternheit vor.

Aber um diese beiden Fälle voneinander unterscheiden zu können, wäre moderates Zurückziehen eine gute Maßnahme.
 
G

Gast

  • #23
Es ist eigentlich recht einfach: ein unentschlossener Mann denkt dass noch was besseres auf ihn wartet, dass jemand besser zu ihm passt. Also wäre moderates Zurückziehen wirklich die richtige Massnahme.
 
G

Gast

  • #24
Ich bin seit 4 Wochen mit einem schüchternen Mann zusammen, der aber nun ziemlich schnell auftaut. Dass er Interesse hat, habe ich anfangs nicht angezweifelt, da er sich recht häufig bei mir meldete (nachdem ich Interesse signalisiert hatte) und auch mindestens 50 Prozent zum Gespräch beitrug.

Anfangs hat er mir drei Wochen lang bei der Verabschiedung nur die Hand gegeben und mich noch nicht mal andeutungsweise umarmt. Eines Tages sprach ich ihn an und sagte "Du, ich weiß, dass ich manchmal etwas spontan bin. Habe ich dich je mit irgend etwas überfahren?" Er hat dann schon verstanden, worauf ich hinauswollte und sagte "Nein, hast du nicht, aber ich brauche für manche Sachen einfach mehr Zeit." Ich fragte ihn, ob er mal schlechte Erfahrungen gemacht hat. Als er mir kurz erzählte, wie sich die letzte Exfreundin verhalten hat, konnte ich ihn besser verstehen.

An dem Tag entschloss ich mich, ihn nicht zum Abschied vorsichtig zu umarmen sondern nichts zu machen und nur tschüß zu sagen. Da kam er plötzlich auf mich zu und umarmte mich ungewohnt fest und hielt mich bestimmt 5 min. fest. Ich war total überrascht, wollte mich aber auch nicht aus der Umarmung lösen, da ich es wunderschön fand. Als er mich das nächste Mal besuchte, blieb er über Nacht.

Mein Rat: sprich es an!!!
 
J

JoeRe

  • #25
@22:
Bitte, bitte nicht "moderat zurückziehen"!

Das Zögern kann als vieles gedeutet werden: Unentschlossenheit, weil was besseres kommen könnte; Angst (trotz des Verliebens, oder gerade deswegen, ist mann emotional verwundbar); das Bewusstsein, dass echte, tiefe Liebe Zeit braucht und man nichts überstürzen soll; oder eben die klassische Schüchternheit: mann will, kann aber nicht über seinen Schatten springen und hofft, dass frau deshalb Starthilfe gibt.

Moderat zurückziehen ist etwas, mit dem solche Männer überhaupt nicht umgehen können, weil sie ja dann eben nicht den Faden wieder so leicht aufgreifen können (weil sie eben schüchtern sind). Es lässt sie hilflos, verwirrt und total verletzt.
Ein sauberer Schnitt ist schwerer, aber ehrlicher.

Ich erlebe gerade so ein "moderates Zurückziehen" von einer anderen Seite, und ich gehöre genau zu der Sorte Mann, die hier beschrieben wird. Obwohl wir nur ein Treffen hatten, bin ich verletzt und verwirrt, einfach weil die Signale so verdammt widersprüchlich sind, und ich sie nicht auflösen kann.
 
G

Gast

  • #26
Ich würde mich davon freimachen, herauszufinden, was der Mann möchte, um darauf dann dementsprechend zu reagieren.
Wir Frauen sind noch ganz beeinflusst von Barbarella und den amerikanischen Liebesfilmen, die uns einen Standard vorgaukeln, den es nur im Traum gibt: dass der Mann den ersten Schritt machen muss und uns hinterherlaufen muss, bis wir uns erweichen lassen ...
Ich würde sagen: man bekundet ganz offen seine Sympathie, wenn man herausgefunden hat, ob er auch im Herzen wieder frei ist (also keine andere Frau im Sinn hat). Damit meine ich: eindeutig und vielleicht auch ein wenig die Reize zeigen, sich interessant machen, zeigen, dass man etwas besonderes ist.
Was vergibt man sich als Frau, mal einem Mann "hinterher zu laufen"?

Wenn man dann Zurückhaltung stößt, was viele Gründe haben kann (zB dass es gerade nicht in den Terminplan oder die Lebensvorstellung passt), lässt man einfach wieder locker und meldet sich ab und zu bei ihm. Denn welchem Mann schmeichelt es nicht, wenn eine Frau ihm sagt, wie toll und begehrenswert sie ihn findet? Seine Phantasie anregt? Und: warum empfinden wir Frauen es als peinlich, eine Schwäche für einen Mann zu zeigen, uns offen zu etwas bekunden?

Wenn schließlich nichts daraus wird, da kann man eben nichts machen, aber Frau hat jedenfalls eine Chance ergriffen.
 
G

Gast

  • #27
Ich kenne dieses Thema nur zu gut. Ich bin jetzt seit ungefähr 5 Monaten in einen Mann verliebt, der mich einfach komplett in den Wahnsinn treibt.

Wir kennen uns jetzt schon eine ganze Weile, bestimmt 2 Jahre und sind auch schon länger wirklich gute Freunde, aber vor ein paar Monaten hat es bei mir dann eben "klick" gemacht und ich bekam ihn einfach nicht mehr aus dem Kopf. Das Problem mit ihm ist, dass er leider auch zu diesen Kadidaten zählt, die sich nichts trauen. Er hatte vorher noch nie eine richtige Beziehung und hat bisher noch nicht wirklich viel Erfahrung in solchen Dingen, deswegen erscheint er mir, in manchen Fällen, mit meinen Annäherungsversuchen schlichtweg überfordert.

Wir haben uns jetzt in letzter Zeit wirklich sehr oft getroffen, nur bisher immer noch in Begleitung von anderen Freunden, um ihm mit seiner Schüchternheit fürs Erste etwas entgegen zu kommen, und dabei hab ich eben immer wieder relativ eindeutige Andeutungen gemacht um ihm mein Interesse zu signalisieren, bzw. vor ein paar Tagen kam es dann dazu, das ich ihn zum Abschied einfach mal kurz geküsst habe. Das Problem ist, das er bisher noch auf keinen meiner Flirtversuche in irgendeiner Form reagiert hat, weder mit eindeutigem Interesse, noch Desinteresse von seiner Seite. Er reagiert einfach gar nicht darauf.
Deshalb weiß ich eben einfach nicht, wie ich ihn einschätzen soll, ob er nur schüchtern ist und einfach mit der Situation überfordert, weil es für ihn eben noch so neu ist und er nicht sicher ist, wie er damit umgehen soll, oder ob er mir damit nur einigermaßen schonend sein Desinteresse an mir bekunden will. Ich weiß echt nicht mehr, was ich noch machen soll, um ihn aus der Reserve zu locken, oder ob es sich überhaupt noch lohnt, es weiterhin zu versuchen.

Was mich dabei noch am meisten beschäftigt ist die Tatsache, das meine Freunde noch vor diesen verhängnisvollen 5 Monaten davon überzeugt waren, das er in mich verliebt sei, obwohl ich selbst damals noch kein Interesse an ihm hatte. Und jetzt hab ich irgendwie etwas Angst, das er sich wieder "entliebt" hat, weil er dachte das von meinter Seite nichts erwidert wird, und das ganze jetzt umgekehrt ist...

Tut mir wirklich leid, wenn ich jetzt etwas zu viel gelabert hab, aber ich wäre wirklich dankbar für einen Rat!
 
G

Gast

  • #28
Schüchternheit hat viele Facetten. ich z.B. habe null Probelme fremde Leute anzuquatschen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Das gilt auch für Frauen, solange alles völlig geschlechtsneutral bleibt. Beispielsweise auf einem Kongress mit Kolleginnen ins Gespräch zu kommen läuft problemlos und hemmungsfrei und macht mir Spaß.
Wo ich hingegen extrem schüchtern bin sind die Punkte, wo es darum geht, das erotische Element erstmals ins Spiel zu bringen oder es später zu steigern: Totale Blockade, je mehr mich die Frau begeistert, desto schlimmer. Wenn Frau mir da aktiv entgegen kommt und dieses Element von sich aus einbringt bzw. steigert, finde ich das ausgesprochen hilfreich und bin ihr sehr dankbar.

m / 41
 
G

Gast

  • #29
wo es darum geht, das erotische Element erstmals ins Spiel zu bringen oder es später zu steigern: Totale Blockade, je mehr mich die Frau begeistert, desto schlimmer.
Ja, genauso geht mir das auch. Es gibt eine Distanz, die ich bei meinem Gegenüber respektiere und erst auf ein klares Zeichen hin unterschreite. Wenn nichts kommt, kann die Frau noch so erotisch auf mich wirken, es passiert nix. Bestenfalls würde ich vielleicht etwas tun, das ohne viel Aufhebens abgebrochen werden kann, ihre Hand ein paar Sekunden länger halten als notwendig zum Beispiel.
 
G

Gast

  • #30
Hallo, habe gerade dieses Forum entdeckt. Keine Ahnung, ob außer mir noch jemand mitliest...
Ich mache gerade auch so meine Erfahrungen mit einem schüchternen Mann.
Wir kennen uns über 20 Jahre, aber erst seit etwa 3 Jahren zeigt er Symptome von Verliebtheit. Da ich ihn ja schon ewig kenne und weiß, wie er früher mir gegenüber war, ist das schon eindeutig. Ich selber bin auch schon in etwa 3 Jahre in ihn verschossen.
Tja, wir sind beide schüchtern und hatten nie Gelegenheit, mit einander alleine zu sein.
Ich bin auch in dem Geiste erzogen, dass sich eine Frau NIE und NIMMER an einen Mann ranmachen darf.
Trotzdem habe ich Anfang Juli soviel gewagt, dass ich ihn mal alleine besucht habe. Er hat mich zur Begrüßung umarmt (das erste Mal in über 20 Jahren, sonst gab es nur nen Händedruck!). Sonst hat sich nichts ereignet, außer, dass ich mir jetzt 110% über seine Gefühle im Klaren bin. Z.B. hatte er kurz vor meinem Abschied einen Blick, wie wenn er gleich losheulen wollte. Also habe ich all meinen Mut zusammengenommen und mich beim Abschied auf dem Bahnsteig bei der Umarmung kurz fest an ihn gekuschelt (wahrscheinlich die einzige Sprache, die ein Mann wirklich versteht).
Durchs Zugfenster habe ich dann gesehen, dass er rot geworden ist und total traurig geguckt hat, so nach dem Motto: shit, Chance verpasst!
Bin jetzt mal gespannt. Ende August sehe ich ihn wieder, aber dann wieder mit der Clique.
Jetzt weiß er ja, dass ich seine Gefühle erwidere, nun ist er an der Reihe.
Ich bin nicht nur so erzogen, ich möchte auch tatsächlich erobert werden.
Bin mal gespannt, wie es weitergeht...