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Gast

  • #1

Schüchternheit allein ursächlich für das Leben als Dauersingle?

Reicht die "Diagnose" Schüchternheit aus, um zu erklären, dass ein Mann bis zu seinem vierzigsten Lebensjahr keine Beziehung hatte. Oder stecken da andere Probleme dahinter? Dieser Mann hat Freunde, ist beruflich nicht übermäßig eingespannt.
Danke für feedback
 
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Gast

  • #2
Frauen können es sich oft nicht vorstellen, aber die Gründe für ein Dauersingle-Dasein können sehr banal sein:

Wer schüchtern und ungeschickt im Auftreten ist oder in seiner Jugend mit den uncoolen Nerds abhängt, erreicht schneller als er denkt ohne nennenswerte Erfahrung die 30! Und ab da spielt es keine Rolle mehr, was er macht, denn ab da haftet ihm das Stigma "seltsamer Dauersingle" an. Ab da ist der für Frauen abschreckende Dauersingle-Status selber der Grund für das Andauern des Dauersingle-Status.

m (auf die 40 zugehend; nicht unberührt, aber fast)
 
  • #3
Ich tippe auf mangelnde Risikobereitschaft in der Jugend, bloß keine Abfuhr kassieren. Und irgendwann traut er sich dann nicht mehr und der Zug ist abgefahren.
 
  • #4
Wer besonders schüchtern ist, strahlt dies evtl. aus. Und sowas spricht kaum eine Frau an.

Ich kenne einen sehr schüchternen Mann, der erst mit 38 J. seine erste Freundin hatte. Vorher nichts, und wohnte bei seinen Eltern.
Das Paar fand sich bei einem Singletreff. Seine Partnerin ist sehr dominant, kontaktfreudig und ggf. aufbrausend
= ging auf ihn zu.
Vorteil für den Mann: Endlich eine Frau. Außerdem wohnt er bei ihr = nicht mehr bei seinen Eltern.
Vorteil für die Frau: Einen Mann, der ihre dominante Art aushält, und sich schier Alles von ihr gefallen läßt.
Die leben nun seit ca. fünf Jahren zusammen.
Wäre diese Frau nicht gewesen, wäre er vielleicht heute (43) noch Single ?

Die Ursache sitzt m.E. tiefer. Der Mann hat wenig Selbstbewußtsein. Mir macht er den Eindruck, daß er von seinen Eltern immer wie ein Kind behandelt wird. Auch jetzt noch, wenn er auf Besuch dort ist.
= seine Entwicklung war stark gehemmt, und jetzt muß er Vieles nachholen.
 
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  • #5
Da kann es viele verschiedene Gründe geben.

Ich hatte bis ich so 33/34 noch keinen Wunsch nach "festen" Beziehungen und einfach mein Leben in jungendlicher Leichtlebigkeit genossen und einige Kurzzeitbeziehungen die ich im Nachhinein auch nicht missen möchte. Eine Frau im Leben zu finden, das heisst für mich Ehe, das nehme ich recht ernst. Dann gab es turbulente unsichere berufliche Zeiten (die ich zwar auch nicht missen möchte, weil hochinteressant und gut bezahlt) aber einfach keine Planungsperspektiven boten. Weitere temporäre Faktoren sind unattraktiver Wohnort, Pflegefälle in der Familie die einen zeitlich eingrenzen. Dazu kommt ein gewisser Anspruch an die potentielle Wunschpartnerin sowie die Einsicht, das Beziehungen nicht immer das Alleinseligmachende im Leben sind. So verfliegen die Jahre. Ist halt so. Aus meiner Sicht auch nicht besonders schlimm.

Heutzutage hat man für alles sooo viel Verständnis, gleichgeschlechtliche Beziehungen, Ehebruch, Hedonismus, allein ein Dauersingle scheint noch etwas zu sein, der von der Gesellschaft nicht akzeptiert werden kann ... ;-)
 
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  • #6
Hallo …

Das erste was mir dazu gefühlsmäßig in den Sinn kommt, dass es eine Art Ausrede sein kann. Jeder kommt früher oder später in Situationen in denen er eine Frau kennen lernt. Außer er geht nicht gerne weg und ist immer nur daheim. Ich kann es als Angst vorstellen, indem man sich durch frühere Ereignisse/Erfahrungen – vielleicht gerade in der Kindheit – gewissen Dingen fern hält. Ein Mann der angeblich noch nie eine Beziehung hatte, weiß demnach überhaupt nicht, wie sowas ist. Ein Mensch mit Gefühlen, möchte jedoch auch mal verliebt sein und sich mit einem Menschen einlassen. Demnach treibt uns dieses Gefühl, wenn es stark genug ist, zu solchen Gelegenheiten. Kann es sein, dass dieser Mensch gar keine Lust hatte auf Beziehung?
 
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Gast

  • #7
Die Suche nach psychologischen Ursachen fürs Single-Dasein ist immer sehr beliebt. Aber ursächlich für das Leben als Dauersingle ist v. a. erstmal das Desinteresse seitens der betreffenden, d. h. damals vergebens angeflirteten FRAUEN (bei einem männlichen Single). Es war DEREN freie Entscheidung, andere Männer vorzuziehen.

m
 
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Gast

  • #8
Es kann sicher eine Hauptursache sein. Ich war selbst bis 27 völlig unerfahren und rückblickend denke ich Schüchternheit war der Hauptgrund. Damals war ich allerdings überzeugt davon dass der Grund mein Aussehen war (relativ klein und sehr schlank), und Frauen ansprechen überhaupt keine Sinn machen würde weil ich sicher nur zurückgewiesen werden würde. Sowas schein bei Männern die in der Kindheit traumatische Erfahrungen gemacht haben (zB Bullying) recht häufig zu sein.
Dazu kam bei mir noch ein sehr männliches Umfeld (Informatik-Branche mit >90% Männerquote, nur männliche Freunde, so gut wie kein Kontakt mit Frauen).

Es lag absolut nicht dran dass ich nicht wollte wie Frauen in solchen Fällen so gern unterstellen, ich bin bis zu dem Alter einfach absolut nie in eine Situation gekommen in der ich das Gefühl hatte eine Frau interessiert sich für mich (obwohl ich mir das mehr als alles andere gewünscht hätte). Ich denke je älter man wird desto mehr wird es zu einem Teufelskreis, die Unerfahrenheit wird immer mehr der Grund warum Frauen kein Interesse haben (und auch wenn man es ihnen nicht sagt merken sie es doch am Verhalten), was es natürlich sehr schwer macht daran etwas zu ändern.

Ich selbst habe dank einem enormem Glücksfall mit 27 meine erste Freundin kennengelernt, nachdem die ersten Erfahrungen gemacht waren lief's auch mit anderen Frauen ganz normal. Aber wenn das nicht passiert wäre könnte ich mir aber leicht vorstellen dass ich mein Leben lang Single geblieben wäre. Wer im Internet zu dem Thema nachlesen will sollte unter "Absolute Beginner" suchen, das Phänomen ist häufiger als man denkt (wird nur leider von den Medien fast völlig ignoriert).
 
  • #9
Oh, das kann sehr viele Gründe haben- Schüchternheit ist sicherlich einer davon. Ich denke aber wesentlich wichtiger sind Dinge wie Gelegenheit und eigene Attraktivität. Das schüchterne Pummelchen ohne ein MIndestmass an Selbstbewusstsein das seine Freizeit in Frauenfreien Umgebungen verbringt wird sehr wahrscheinlich auch mit 50 noch Single sein.

Aber das Gute daran ist- all diese Parameter kannst Du selbst beeinflussen. Schüchternheit kann man überwinden, man kann sich unter Menschen begeben, man kann in Gruppen sich Selbstbewusstsein holen (in irgendwas ist praktisch jeder gut), sei es in einem Sportverein (wer einen Marathon finisht bekommt eine gute Prtion davon, auch wenn er dafür 5h braucht) oder bei der Musik, im Schach.....An der Attraktivität kann man auch einiges machen.

Also raus aus der Komfortzone und das Leben in die eigene Hand nehmen!
 
M

Mooseba

  • #10
Ich glaube nicht, dass es Schüchternheit allein ist. Und extreme Schüchternheit ist nicht mehr Schüchternheit. Da steckt dann deutlich mehr dahinter. Mangelnde Risikobereitschaft spielt sicherlich eine große Rolle, aber meistens auch nur dann, wenn (Versagens-)Angst dafür die Ursache ist. Es finden ja auch weniger risikobereite Männer eine Freundin. Die Frage ist vor allem das Selbstbild.

Ich kann da nur von mir selbst sprechen und nicht allgemein. Mit mir selbst bin ich nie sonderlich gut klargekommen. Das hat seine Ursachen sicherlich in meiner Kindheit, aber vor allem in meiner Veranlagung. Aber was die Kindheit betrifft wohl weniger in Person meines strengen, wenig empathischen und leistungs- und benimmvernarrten Vater, sondern eher in meinem empfindlichen und leicht einzuschüchternden Naturell, verbunden mit Ablehnung, vor allem von weiblicher Seite, bereits in der Grundschule. Ich war nie sehr resilient und habe somit derartiges immer nah an mich rangelassen. Es ist mir nie richtig gelungen, eine gewisse, vor allem emotionale Distanz zu solchen und anderen Dingen zu entwickeln.

Bei 100 männlichen (und physisch gesunden) Dauersingles und Spätzündern gibt es auf jeden Fall 100 verschiedene Geschichten und Ursachen, aber in den Folgen und Persönlichkeitsmustern sind wohl sehr viele Ähnlichkeiten zu finden.
 
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Gast

  • #11
Ja, die Diagnose reicht aus, um bis zu seinem 40. Lebensjahr keine Frau gehabt zu haben. Männer sind diejenigen, die den ersten Kontakt herstellen sollen, die die Beziehungsanbahnungsphase und die Einleitung zum Sex übernehmen sollten. Wie bitte soll ein schüchterner Mann das bewältigen? Da kann die Frau ihn noch so anflirten, wenn er dann nichts vorantreiben kann, war's das. Als kleiner Bonus wird er noch als arrogant bezeichnet, weil viele Frauen denken, es liefe wie bei ihnen: Hinstellen, anflirten und dann den Mann kommen lassen.

Auswege: Professionelle Hilfe durch einen Psychotherapeuten oder eine Frau, die selber die Zügel in die Hand nimmt und ihn anspricht, Selbstvertrauen gibt und auch den Sex einleitet. Nur die gibt es kaum, weil nämlich Frauen selber ganz ordentlich Angst vor einer Abfuhr haben.
 
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Gast

  • #12
Aus eigener Erfahrung (m/30) kann ich sagen: Ja.

Wer schüchtern ist, das Flirten im Schulalter verpasst hat, ein technisches Studium wählt und anschließend in einem technischen Umfeld arbeitet hat einfach Probleme damit 1. im eigenen Bekannten-/Freundeskreis überhaupt in Kontakt zu Frauen zu treten und 2. selbstbewusst eine Frau (z.B. auf der Strasse) anzusprechen.

Wie der Mann aussieht ist dabei eher irrelevant - einem gut aussehenden, schüchternen Mann fällt das alles auch nicht leichter. Im Gegenteil, ich habe manchmal den Eindruck das Frauen äußerst verärgert reagieren wenn Mann nach (längerem) Augenkontakt Frau nicht einfach anspricht.

Im Berufsleben kann ein solcher Mann wieder ganz anders sein, z.B. Führungskraft, dominant, etc.
Ich denke für viele Betroffene mangelt es einfach nur an Erfahrung. Wenn die erste Frau "abgearbeitet" ist, können sie vermutlich oft lockerer mit Frauen umgehen...
 
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Gast

  • #13
Und dabei ist es doch eigentlich gar nicht so schwer. Sprecht doch einfach eine Frau an, wenn sie nett ist. Selbst wenn ihr dabei rot werdet und rumstottert, ist das doch völlig in Ordnung. Das ist doch kein Zustand, aus Schüchternheit auf die Liebe zu verzichten. Wo ist der Mut zum Risiko?
 
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Gast

  • #15
Schüchternheit ist nicht der alleinige Grund. Ich (M, 44) könnte mir gar nicht mehr vorstellen, eine Beziehung zu haben, weil sich das mit meinem Job nicht vereinbaren lässt. Ich kann in meiner Freizeit nur abschalten, wenn ich völlige Ruhe habe und keine Menschen um mich herum sind.
Vielleicht gehe ich in ca. 10 Jahren in den Ruhestand und suche mir dann eine jüngere Frau.
 
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Gast

  • #16
Ich glaube das nicht. Es gibt doch viele Leute mit irgendwelchen Problemen, die aber ein vitales Interesse daran haben, sie zu beseitigen, und die das dann auch irgendwann schaffen.

Dazu gehört schon eine gewisse Persönlichkeitsstruktur mit geringer Risikobereitschaft und auch Angst vor sozialer "Ächtung", die zwar jeder hat, die aber bei einigen Leuten besonders stark ausgeprägt ist. Die leben dann lieber ein "ruhiges" Leben ohne große Höhen und Tiefen, Hauptsache, der Nachbar weiß nichts von ihren Nöten.

m 49
 
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Gast

  • #17
Wie der Mann aussieht ist dabei eher irrelevant - einem gut aussehenden, schüchternen Mann fällt das alles auch nicht leichter. Im Gegenteil, ich habe manchmal den Eindruck das Frauen äußerst verärgert reagieren wenn Mann nach (längerem) Augenkontakt Frau nicht einfach anspricht.
Nicht verärgert - enttäuschend ist das. Wenn ein Mann Interesse hat ist mindestens ein HALLO drin, in der Regel sind Männer so gar zu mehr Risiko bereit. Wenn nichts kommt, deutet es auf ein nicht zu hohes Interesse, zumindest hat es für keine Kontaktaufnahme gereicht.

Und wenn dann der besagte Blick folgt, dann könnte es daran liegen, dass die Frau Interesse hat und der Erwählte ihr mit seinem Rückzug nur zeigt : Du bist nicht genug!
 
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Gast

  • #18
Geht mir (M 36) ähnlich wie Mooseba. Ein strenger und seelisch klammernder Vater und in der Schule Mobbing und soziale Ausgrenzung. Irgendwann habe ich mir dann selber eingeredet, dass ich ein uncooler Außenseiter bin, von dem frau eh nichts wissen will. Stattdessen habe ich über Studium, Promotion, erfolgreichen Leistungssport und Beruf Kompensation gesucht.

Ich war durchaus öfters verliebt, habe aber aus Angst vor Bloßstellung ("Hahaha, was willst DU denn von mir?") nie den ersten Schritt gewagt . Umgekehrt ist es mir leider auch öfters passiert, dass ich weibliches Interesse gar nicht bemerkt oder ignoriert habe ("Kann gar nicht sein." "Die verarscht Dich nur."), bis sie wieder das Interesse verloren hat.

Ich habe vor ein paar Monaten das erste Mal eine Frau nach einem Date gefragt - es sind mehrere draus geworden. Leider wird wohl nichts draus, weil ich wohl noch zu zögerlich war. Aber welch ein Fortschritt! Soooo schlimm kann ich ja doch nicht sein. Habe seitdem auch andere Frauen getroffen und mache eine Verhaltenstherapie.

Also, traut Euch! Man muss die Veränderung aber selbst wollen.
 
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Gast

  • #19
Es ist für Frauen manchmal wohl wirklich schwer vorstellbar, wie leicht man als Mann in einen solchen Teufelskreis geraten kann. Es reicht tatsächlich, in der Schule etwas den Zug verpasst zu haben, dann technisches Studium, technischer Beruf, plötzlich ist man 30 - und ab da reicht es dann, dass man schon über 30 ist. Dass das ganze natürlich noch 'effektiver' läuft, wenn Pubertätsprobleme oder ein enges Elternhaus dazukommen, versteht sich von selbst.

Es ist extrem leicht, das Problem zu verdrängen oder mit beruflichen Erfolgen zu kompensieren, und wenn man mit Mitte 40 dann vielleicht mal soweit ist, sich einzugestehen, dass das nicht gut ist und so nicht weitergehen kann - dann hat man mit einer solchen Biografie natürlich ein echtes Problem an der Backe.

Genau genommen ist man nämlich gar nicht "beziehungsunfähiger" als andere es mit 20 vor der ersten Beziehung auch waren - allenfalls reifer und besser mit sich im Reinen. Aber objektiv bist du in der "Problemfall"-Schublade einsortiert. Und das wird leider schnell zur self-fulfilling prophecy.

m/49
 
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  • #20
Meine Hauptsorge beim Ansprechen war immer die, dass es "wie ein Flirtversuch" (= oh wie peinlich!) aussehen könnte. Also hab, wenn überhaupt, die betreffenden Mädchen, bzw. später Frauen immer nur unter einem strikt sachlichen Vorwand und in betont unpersönlicher Weise angesprochen und gehofft, dass sich daraus dann irgendwie weiterer Kontakt ergibt. Mir schien dies eine besonders raffinierte und subtile Flirttechnik zu sein ... Die betreffenden Frauen konnten also gar nicht wissen, das ich mich für sie interessierte.

Selbst heute, wo mir das bewußt ist, ertappe ich mich immer wieder bei Gedanke in der Art "ich kann doch nicht einfach (...)", "nachher denkt die (...)", "das sähe ja aus als würde ich (...)" usw.

m
 
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Gast

  • #21
Leute, ihr hab vielleicht Probleme. Wem es schwer fällt eine Frau anzusprechen, der soll es einfach lassen. Früher war es für einen Mann eher gesellschaftlicher Zwang, eine Frau haben zu müssen. Wer heute in einer anonymen Großstadt wohnt und als Rechtsanwalt oder Ingenieur etc. irgendwo seine reguläre 60 bis 70-Stunden-Woche schiebt, der (a) braucht keine Frau und (b) interessiert es im Großstadtumfeld sowieso niemanden, wenn man keine Frau hat.

M, 41
 
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  • #22
Ich war vor einiger Zeit auch in einen schüchternen Dauersingle (Anfang 30) verliebt, und ihm schien es genauso zu gehen. Inzwischen bin ich der Meinung, dass seine Schüchternheit bei weitem nicht sein einziges Problem ist. Unser Kontakt war wunderschön, es lief ausgezeichnet, und auf einmal hat er sich überraschend wortlos zurückgezogen. Ich weiß, dass keine andere Frau dahintersteckt, aber gewisse Verhaltensweisen lassen mich vermuten, dass er noch andere Sorgen hat. Er scheint große Panik vor Nähe zu haben und ist selbst mit leichtem Körperkontakt überfordert. Außerdem hat berufliche Probleme. Ich denke, er muss erst zu sich selbst finden bevor er sich wirklich auf eine Frau einlassen kann.
 
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  • #23
Ich bin w, 26 und hatte bisher noch nicht einmal einen festen Freund. Die Gründe sind hierfür: extrem konservative Erziehung durch die Eltern bis ich 20 Jahre alt war und endlich ausgezogen bin. Danach war ich eher unsicher, WEIL ich eben im Vergleich zu Gleichaltrigen noch keine Erfahrungen hatte und habe teilweise aus Scham auch gelogen (z.B. von meinem Ex erzählt obwohl es diesen niemals gab).

Ich bin allerdings weder extrem schüchtern noch verklemmt oder sowas - ich rede gerne und viel mit Männern, bin nicht hässlich und habe mit dem ein oder anderen auch rumgeknutscht. Aber sobald mir einer näher kommt und z.B. von seinen ehem. Beziehungen erzählt kriege ich Angst. Nicht Angst vor Sex oder de Beziehung sondern Angst vor Ablehnung oder "schief angeschaut werden" wen nic hsage, dass ich noch nie einen Freund hatte. Mittlerweile denke ich mir aber, dass das mit der Zeit ja eher schlimmer als besser wird und man sich wohl oder überl einfach "trauen" muss...
 
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Mooseba

  • #24
Leute, ihr hab vielleicht Probleme. Wem es schwer fällt eine Frau anzusprechen, der soll es einfach lassen. Früher war es für einen Mann eher gesellschaftlicher Zwang, eine Frau haben zu müssen. Wer heute in einer anonymen Großstadt wohnt und als Rechtsanwalt oder Ingenieur etc. irgendwo seine reguläre 60 bis 70-Stunden-Woche schiebt, der (a) braucht keine Frau und (b) interessiert es im Großstadtumfeld sowieso niemanden, wenn man keine Frau hat.

M, 41
Das sind herrliche Standardausreden, allerdings muss man die sich auch selbst glauben. Menschliche Bedürfnisse sind aber kein gesellschaftlicher Zwang, sondern menschliche Bedürfnisse. Ich hätte gern gelacht, aber es ist nicht einmal lustig.

Viele nehmen das Thema hier sowieso nicht ernst, Frauen schon gar nicht, falls es in ihrem Familien- oder Freundeskreis nicht so einen Fall gibt. Was hat ein Mann noch, wenn ihm das Selbstbewusstsein fehlt, er voller Selbstzweifel ist, nicht besonders viel von sich hält - nicht nur hinsichtlich Partnersuche? Nichts. Und wenn er das bis zu einem bestimmten Alter nicht hinbekommt? Dann war's das vollends. Mit attraktivem Aussehen und/oder Beruf macht er da kaum was wett. Und das kann man auch nicht unbedingt beim Therapeuten alles herbeiquatschen. Die sagen eh lieber, dass man das Unangenehme lassen solle bzw. man nichts erzwingen könne. Es scheitert ja auch nicht wirklich am Unwissen.

Wären die Männer nur schüchtern, dann sollten sie vorher einen trinken, einen Pfefferminz lutschen und dann loslegen. Und das meine ich ernst. Mögen die üblichen Verdächtigen vor moralischer Entrüstung platzen.

(m,30)
 
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  • #25
Viele nehmen das Thema hier sowieso nicht ernst, Frauen schon gar nicht, falls es in ihrem Familien- oder Freundeskreis nicht so einen Fall gibt. Was hat ein Mann noch, wenn ihm das Selbstbewusstsein fehlt, er voller Selbstzweifel ist, nicht besonders viel von sich hält - nicht nur hinsichtlich Partnersuche? Nichts.

Doch Frau nimmt es ernst, weil dieses "ich bin schüchtern und das hat seinen Grund" ist ja auch ein Problem für Frau. Denn anscheinend sind 99% der Männer schüchtern und trauen sich nichts , Ausnahmen bestätigen die Regel.

Ich bin völlig der selben Meinung, Männer traut euch etwas! Es gibt auch viele Frauen, die einem Selbstvertrauen und den Glaube an sich selber schenken bzw wieder schenken können ;-)

w, 29
 
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  • #26
Ich bin ein solches Beispiel.
-bin 36 Jahre alt und kann Frauen die mir gefallen würden , dabei egal ob ich denen gefallen könnte , nicht zu lange in die Augen schauen und ich neige automatisch die Flucht zu ergreifen , also Pokergesicht aufzusetzen und so tun als ob nichts wäre , dabei so schnell wie möglich die Situation abwickeln und verschwinden.
Mein Kreislauf spielt dann auch derart verrückt daß ich keine klaren Gedanken fassen kann und auch ein tieferes Gespräch von vorneherein vermeide , und erst wenn ich wieder Abstand habe und für mich bin , funktioniert alles wieder.
Es ist ein Gefühl nicht menschlich zu sein , nicht dazuzugehören , lieber den "problemloseren" weil gewohnten Ist-Zustand bewaren.
Ich kann es eigentlich auch nicht verantworten jemanden an mich binden zu wollen , es steht mir nicht zu. Diese Menschheit ist sowieso am Ende , es wäre nur noch mehr Last und Leid im Leben als es so schon ist. Letztendlich habe ich schon damit abgeschlossen lieber alleine zu sterben , denn was nicht existiert kann nicht trauern und auch nicht alleine gelassen werden. Ich kann nichtmal mich selbst verantworten , das Menschsein lag mir noch nie.
 
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  • #27
Ich war bis zu meinem 30. Lebensjahr ohne Frau/Freundin. Mir hatte man seit der Pubertät Schüchternheit attestiert, oft wurde diese auch als Arroganz verkannt. Irgendwann kreuzte dann eine 14 Jahre ältere Frau meinen Weg, die sich in mich verliebte und die Initiative ergriff. Vorher hatte ich es zwar immer mal wieder versucht, wenn mir eine gefiel, ich wurde aber stets abgeleht. Woran es lag kann ich nicht sagen. Mir sagte mal eine, dass ich zu wenig aus mir herausgehen würde, aber da ist so eine Blockade, die ich nicht überwinden kann. Häufig war der Grund für die Ablehnung aber einfach Interesselosigkeit an meiner Person. Ich denke, die zurückhaltenden, schüchternen sind zumindest stärker von Einsamkeit betroffen. Wenn ich mich von meiner Frau trennen würde denke ich, dass es zumindest schwer werden würde, eine neue Frau zu finden.

Ich kann fremden Frauen auch nicht in die Augen schauen. Da sind einfach zu viele Hemmungen und Selbstzweifel.

m/47
 
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  • #28
M40
Natürlich kann es passieren, dass man Dauersingle bleibt. Wenn man noch nie der Aufreißertyp war, es bis 30 verpasst hat eine Freundin zu finden, dann wird's generell schwierig. Wo lernen viele Leute ihren Partner kennen, Freundeskreis, Beruf. Wenn es da nicht klappt, dann wird's schon schwierig, wenn man nicht der Partytyp ist und nicht in die Disko rennt. Ich kenne einige Informatiker um die 30, intelligent aber eher introvertiert, Dauersingle.
 
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Gast

  • #29
Genau genommen ist man nämlich gar nicht "beziehungsunfähiger" als andere es mit 20 vor der ersten Beziehung auch waren - allenfalls reifer und besser mit sich im Reinen. Aber objektiv bist du in der "Problemfall"-Schublade einsortiert. Und das wird leider schnell zur self-fulfilling prophecy.

m/49
Für mich wärst du interessant, da auf mich schon immer Techniker, Chemiker, Physiker, Mathematiker standen und ich auch ein Spätzünder bin, allerdings auch Therapie gemacht habe, ein volljähriges tolles Kind habe, inzwischen sowas von Schnucklig aussehe und immer sehr lebenstüchtig war, aber in Herzensdingen, auch aufgrund meiner Famliengeschichte, erstmal gesunden musste.

Wichtig wäre aber ganz wichtig, dass Mann alle Basics für eine Beziehung hat und vor allen Dingen sich mit Frau gemeinsam weiterentwickeln will. Aber das wollen letztendlich die meisten Männer nicht. Oft fressen sich solche Männer dann auch massiven Kummerspeck an, aber das geht bei mir als kleine und zierliche Frau überhaupt nicht.

w 49
 
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  • #30
Ich kenne einige Informatiker um die 30, intelligent aber eher introvertiert, Dauersingle.
Yup, ich bin so einer. Wie ich als introvertierter Mann eine Frau finden soll, wird mir langsam aber sicher auch immer schleierhafter. Parties sind gegen meine Natur, Vereine ebenfalls. Ich halte mich selbst nicht für besonders schön, weiß inzwischen aber, daß ich wohl auch ganz gut aussehe, was wohl dazu führt, daß interessierte Frauen denken "Der hat sowieso eine Frendin." oder dergleichen, was das Ganze - so blöde das klingen muß - nicht einfacher macht. Letztens hieß es seitens Verwandter sogar mal "Der hat bestimmt heimlich eine Freundin!" - ich hätte sie umbringen können ...

Onlinedating ist übrigens auch nicht meins. Ich muß eine Frau i.d.R. erstmal eine Weile live passiv erleben, um mich in sie verlieben und mich öffnen zu können, was beim Onlinedating ja kaum möglich ist. In ein Foto oder eine Katalogbeschreibung kann ich mich nicht verlieben.

m
 
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