• #1

Schuldgefühle nach Fremdgehen - sie zu unterdrücken macht seelisch und körperlich krank!

Meistens wenn Männer fremdgehen und eine Affäre beginnen belügen und betrügen sie ihre Frauen, bis sie es selbst herausfindet - dann ist natürlich die Hölle los und meistens zerbrechen fast alle Ehen früher oder später dran und die Paare, die zusammen bleiben, werden nie wieder unbeschwert und glücklich zusammen leben.

Doch mich interessiert an dieser Stelle etwas ganz anderes! Gibt es Frauen, die event. vom wiederholten heimlichen Fremdgehen oder langjährigen Affären ihrer Männer erst dann herausgefunden haben, wenn der Mann
  1. einen schweren Unfall hatte oder
  2. eine tödliche Krankheit und er im Sterbebett lag und die Geliebte ihn besuchen wollte oder ob
  3. sie erst nach seinem Tod davon erfahren haben, weil sich die Geliebte bei der Ehefrau meldete oder ob
  4. er ihr selber, um sein Gewissen zu erleichtern, die Affäre(n) beichtete?
Mich interessiert auch speziell von den Männern, die z.Z. die ahnungslosen Frauen regelmässig betrügen, ob sie überhaupt schlechtes Gewissen haben und wie sie damit leben können bzw. ob sie erst tatsächlich ihr alles beichten würden, wenn sie todkrank sind?

Wie könnt ihr euch selbst in den Spiegel schauen bzw. ihren Ehefrauen in die Augen oder warum löst ihr nicht vorher eure Eheprobleme oder trennt euch - zum Wohle aller Beteiligten und als Chance für ein neues, besseres Leben - ohne krankmachende Schuldgefühle, die ihr immer unterdrücken und Angst haben müsst, im Schlaf den Namen der Geliebten zu sagen?!

Ein solcher Psychostress würde mich krank machen!

Gewiss gibt es auch Frauen, die Fremdgehen aber ich will hier zunächst über Männer "reden".

Ich freue mich auf zahlreiche Antworten. :)
 
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  • #2
Hallo FS,

du machst in deiner Fragestellung viel zu viele Annahmen bzw. Voraussetzungen:

Das geht schon in deiner Einleitung los. Wieso gehst du davon aus, dass es irgendwann raus kommt. Nein, ich hatte jahrleang ein Nebenbeiverhältnis und es ist nie rausgekommen. Hier gilt der Grundsatz "der Gentleman geniest und schweigt". Wichtig dabei nie ein Verhältnis im Freundeskreis eingehen.
Auch kenne ich Paare bei denen einer (Frau oder Mann) mal eine Affäre hatte und es rausgekommen ist. diese Partnerschaften sind so gut oder so schlecht wie andere.
Dann gehst du davon aus, dass Mann ein schlechtes Gewissen hat und etwas beichten müsste.
Nein ich hatte kein schlechtes Gewissen und ich muss auch nichts beichten, weil ich ihr nichts nehme. Ich verschenke meine Liebe an wen ich will und gehe auch keine Verpflichtung gegen meine Partnerin ein.
Ich war nie verheiratet und habe mich nie gegenüber einer Frau verpflichtet nichts mit anderen Frauen zu haben. Wenn sie meint einen Anspruch darauf zu haben, nur weil wir seit einigen Jahren zusammenleben und zusammen ausgehen und regelmäßigen Sex haben, dann macht sie einen Denkfehler.
Und in der Zeit meiner Affäre (immerhin über 3 Jahre) hatte ich mit meiner festen Partnerin auch keine Beziehungsprobleme (vielleicht auch gerade deshalb).
Das ganze ist nun schon ein paar Jahre her und ich habe mich dabei einfach toll gefühlt. ich war der junge Hengst, der sogar zwei Frauen die volle sexuelle Befriedigung brachte.
 
G

Gast

  • #3
Für Frauen ist Sex etwas nervig Heiliges, Unantastbares. Männer können Sex emotional abkoppeln. Mir geht es selber auf den Geist, wenn Menschen Sex als etwas derart besonderes hochstapeln, dass sie anderen Leuten damit auf den Wecker gehen, nur weil sie selber vielleicht jahrelang keinen Sex hatten oder sich darin disziplinieren, auf den/die Richtige/n zu warten. Können solche Menschen ihre Meinung nicht auch einfach für sich behalten, anstatt sie ständig anderen ungewollt auf die Nase zu binden?

Ich weiß nicht, warum dich das Thema so sehr beschäftigt?
Sex findet jedenfalls nicht nur da statt, wo Liebe herrscht und das ist in meinen Augen auch nicht nötig. Es gibt auch guter Sex und gute Verbindungen ohne Liebe... Und das hat seine Daseinsberechtigung und sollte eigentlich ein tolerierbarer Grundsatz sein, wenn man klug ist. Denn man kann sexuell niemandem was verbieten oder vorschreiben.

Ich denke nicht, dass Fremdgehen Psychostress ist. Da mache ich ganz andere seelische Dinge im Alltag durch, die beiweitem schlimmer sind... Stress mit Familie, Stress auf der Arbeit, das mich auch manchmal an den Rande meiner Substanz bringt. Davon sterbe ich auch nicht. Fremdgehen ist eine eigene Entscheidung, die man nicht treffen muss, aber tut, weil sie einem Spaß macht oder das Leben erleichtert.

Ich kann die meisten Fremdgeher nachvollziehen, weil sie schlichtweg eine Hexe daheim sitzen haben, die sie tyrannisiert, beutelt, ausnimmt und dann sexuell wegschmeißt. Die Fremdgeher die ich kenne, haben eine unzureichende Frau daheim sitzen, die ihren Mann eh nur mit einem ungewollten Kind gebunden hat. Aus der Zauber.

w (33)
 
G

Gast

  • #4
@godot: schön erklärt

Ich hatte mal 10 Jahre was mit einem verheirateten Mann, natürlich ohne Kondom. Ihm war das egal, mir eigentlich auch. Ich war damals schwerst depressiv und hab mir aus meinem Leben nicht viel gemacht. Er, glaube ich, auch nicht. Er war verheiratet und hatte ein Kind, obwohl jeder sehen konnte, dass er absolut nicht der Ehemann- und Kindertyp ist. Ich finde, wenn man das schon nicht erkennt als Frau, dass man gewisse Typen besser nicht zu binden versucht, dann ist doch Hopfen und Malz verloren.
Die Affäre ist aufgelöst, aber er hat immer noch andere Affären und wird das auch sein Leben lang durchziehen. Ja gut, wenn er verunglückt, kann seine Frau eine schöne Liste auf seinem Handy sehen von geilen Gesprächen und Gelüsten die über Jahre gingen.

Er hat seine Frau schon vor der Ehe betrogen und auch während der Schwangerschaft. Immerhin wollte er kein Kind. Ich würde sagen, die Frau ist einfach selber schuld.
Die weiß doch ganz genau, dass sie einen Mann daheim hat, der ihr trotz Ehe nie gehört. Das merkt man auch daran, dass sie ihn jeden Abend paar Mal anruft, ständig nachfährt wie eine Idiotin, anstatt sich einfach endlich mal zu trennen.
 
G

Gast

  • #5
[mod: Chat gelöscht]
Sicherlich gibt es Männer, die kalt lächelnd fremdgehen und meinen, sie hätten das Recht dazu, weil ja ihr Samen in die Welt verstreut werden müsse. Ich glaube nicht, dass dies die Regel ist. Wir sind als soziale Menschen stets mit unserem Gewissen konfrontiert und spüren genau wenn wir Dinge tun, die dazu nicht passen. Wir finden dann Ausreden und allerhand Rechtfertigungen, je mehr, desto mehr drückt auch das Gewissen.
 
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G

Gast

  • #6
Sorry, aber bei diesem ganze Gejammer von angeblich sooo unglücklichen Männern, die furchtbare Frauen zu Hause sitzen haben, da weiß ich nicht, ob ich eher k*** oder nur müde lächeln soll. Diese armen armen Opfer! Dann seid doch ein MANN, zeigt Charakter und seid konsequent, statt andere zu belügen weil ihr einfach nur erbärmliche Feiglinge seid, die entweder an irgendwelchem vermeintlichen Status, Ruf oder an Geld hängen. "Der Junge Hengst", Godot? Dass ich nicht lache. Typen wie du haben nichts von einem richtigen Mann, eiskalt, kein Gewissen, keinen Charakter. Und genau deshalb wird so ein Mann niemals DIE Frau finden, bei der er nicht Fremdgehen braucht, denn eine Frau mit Klasse erkennt einen Typen wie dich sofort. Du wirst immer nur irgendwelche arme Persönchen mit Selbstwertgefühl-Defizit kennenlernen, die glauben, besser du als keiner und sich somit auch langweilen. Die meisten solchen Typen wissen wahrscheinlich vor lauter Überfluss und Langeweile gar nicht, was sie vom Leben überhaupt wollen. Solange dabei niemand belogen wird kann jeder mit seinem Leben machen, was er will. Aber Lügen und Betrug und Feigheit zum erstrebenswerten Lebenskonzept zu machen, bei allem Respekt, da frage ich mich ernsthaft, wie emotional tot so jemand sein kann. Horror.
 
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  • #7
Falls meine Frau Affären hatte, haben sie unserer Beziehung und mir nicht geschadet.

Wenn ihre Biologie ihr sexuelle Wünsche außerhalb der monogamen Beziehung eingibt - wer bin ich, um ihr die Erfüllung dieser Wünsche zu verwehren?

Solange sie nichts tut, was unserer Beziehung und Familie schadet, nur zu! Die einzige Bedingung für mich: Ich möchte nie etwas davon erfahren. Denn wenn man sich aus purem Egoismus nicht entblöden kann, den Mund aufzumachen und dem Partner die ganze(n) Geschichte(n) zu beichten, dann springt dessen Biologie an und die Sache entzieht sich fortan der Ratio und gleitet ihm aus der Hand. Die Wahrheit wird oft hoffnungslos überbewertet.

Und was für Frauen gilt, dürfte wohl im Zeitalter der Gleichberechtigung genauso für Männer gelten.
 
G

Gast

  • #8
"Mich interessiert auch speziell von den Männern, die z.Z. die ahnungslosen Frauen regelmässig betrügen, ob sie überhaupt schlechtes Gewissen haben und wie sie damit leben können bzw. ob sie erst tatsächlich ihr alles beichten würden, wenn sie tot krank sind?!

Sind ja drei Fragen in einem Abschschnitt

1. ein bischen
2. Ich lebe ganz normal weiter wie jeder andere Mensch auch der nicht Fremdgeht..Ein Fremdgänger ist trotzdem noch ein Mensch und nicht normaler oder unnormaler als Alkoholiker, Teetrinker, Sportler, Bänker, Bäcker, Arzt uswww. auch..
3. Das weiss ich erst dann wenn es so weit ist

"Wie könnt ihr euch selbst in den Spiegel schauen bzw. ihren Ehefrauen in die Augen oder warum löst ihr nicht vorher eure Eheprobleme oder trennt euch - zum Wohle aller Beteiligten und als Chance für ein neues, besseres Leben - ohne krankmachende Schuldgefühle, die ihr immer unterdrücken und Angst haben müsst, im Schlaf den Namen der Geliebten zu sagen?!"

Oh je ..wieder so viele Fragen in einem Abschnitt,

1. Ich schaue ganz normal in einen Spiegel wie andere Menschen und empfinde auch nichts anderes
2. Auch in die Augen
3. Weil Sex nur ein winziger Teil einer Ehe oder einer Paarbeziehung ist,,,Und weil die meisten anderen Teile sehr gut harmonieren und funktionieren,, Nur wird Sex die höchste Bedeutung zugemessen.

4. Ich habe auch so keine krankmachende Schuldgefühle,,Im Gegenteil : Der Sex und die Zeit mit der Affäire hält mich frisch und Gesund.

5. Ich habe Angst vor schlimmen Schicksalsschlägen, Not oder Krankheit,,aber nicht davor das ich im Schlaf Ihren Namen sage.

Noch etwas in eigener Sache liebe FS:

Wenn man ein Bild vor Augen hat das ein Fremdgeher ein skruppeloses herzloses Monster ohne Charakter und ohne Gewissen zeigt wird man nie verstehen warum jemand "anders" ist oder andere Dinge tut als man selbst.

Ein Mensch und seine ganzen Fehler, seine schwächen und stärken sind wie eine grosser Torte aus ganz vielen Stücken..Wenn ich ein stückchen ( Fremgehen) aus dieser Torte herausschneide schmeckt der Rest der Torte trotzdem noch gut.
 
  • #9
Gewiss gibt es auch Frauen, die Fremdgehen aber ich will hier zunächst über Männer "reden".
Ich gehöre nicht zum Kreis der Angesprochenen, Mandoline, wüßte aber dennoch gerne, warum Du die Diskussion ausdrücklich auf fremd gehende Männer beschränkt haben willst. Möchtest Du mit der zwangsläufigen Folge, daß in den Antworten mehrheitlich von fremdgehenden Männern die Rede sein wird, etwa den Eindruck erwecken, Treuebruch sei in erster Linie eine Männerdomäne?
 
G

Gast

  • #10
Schließ doch nicht von dir auf andere. Das, was du da schreibst, ist für dich so, aber viele andere fühlen anders. Du hast doch die Antworten schon vorgegeben. Hast du eine solche Erfahrung gemacht? Bist du frustriert, oder weshalb dieses knallharte Klischee? Möchtest du gestreichelt werden und ooooch, alle Mäner sind böse!?
 
G

Gast

  • #11
3. Weil Sex nur ein winziger Teil einer Ehe oder einer Paarbeziehung ist,,,Und weil die meisten anderen Teile sehr gut harmonieren und funktionieren,, Nur wird Sex die höchste Bedeutung zugemessen.

4. Ich habe auch so keine krankmachende Schuldgefühle,,Im Gegenteil
Ein Mensch und seine ganzen Fehler, seine schwächen und stärken sind wie eine grosser Torte aus ganz vielen Stücken..Wenn ich ein stückchen ( Fremgehen) aus dieser Torte herausschneide schmeckt der Rest der Torte trotzdem noch gut.
Sich die FOLGEN einer Handlung ausmalen zu können, setzt einen gewissen IQ und EQ voraus.

Das Argument, Sex sei total überbewertet und man könne doch
locker fremdgehen, ohne dass dies die Ehe beeinträchtigt, ist IQ- und EQ-frei!

Es lassen sich viele Ehepartner nach 20 und mehr Jahren scheiden wenn sie von der Untreue des Partners erfahren.
Das hat nichts mit dem Überbewerten von Sex zu tun, sondern mit dem VERTRAUENSBRUCH, dieser stellt für den Betrogenen alles in Frage, das gesamte gemeinsame Leben, denn der Betrogene kann dem Betrüger nichts mehr glauben und generalisiert den Vertrauensbruch auf alle Lebensbereiche.
Wer will mit einem Partner zusammensein, von dem er nun weiß, dass er jemand anderen geküßt hat, zu ihm zärtlich war, wahrscheinlich sonstwas ins Ohr gesäuselt hat usw.? Die meisten Menschen nicht.
Und da liegt der Denkfehler des Betrügers:
Er hat es gar nicht in der Hand, beides zu behalten, seine "erfrischende" Affäre und seine Ehe, denn es reicht eine geschwätzige Nachbarin, ein geschwätziger Kollege. Daran denkt der Betrüger aber oft nicht, er hat nicht auf dem Schirm, dass er seine kompletten Lebensumstände, die seiner Kinder, seine Finanzen u.ä. alles riskiert wegen Sex.
Fremdgehen, wenn man eine funktionierende Partnerschaft hat, die man behalten will, ist nicht nur moralisch unterirdisch, sondern auch grottenblöd, da das Risiko aufzufliegen immer besteht.

Übrigens schmeckt der "Rest der Torte" dem Betrogenen meist nicht mehr, sondern er muß schon brechen, wenn er diese nur sieht, da er niemals das vergammelte eine Stück vergessen kann.
 
  • #12
Mir scheint, daß -Mandoline- sich ärgert, weil die meisten männlichen Fremdgeher keine Schuldgefühle haben. Nicht einmal danach. Aber sie wissen möchte, wie man es anstellt, daß sie trotzdem Schuldgefühle bekämen ? - Zwecklos - aussichtslos.
Ich bekam am Rande eine mehrjährige, höchst heimliche Affäre mit, bis unerwartet der fremdgehende Mann (58) aus natürlichem Grunde starb.
Dessen Ehe war nur noch eine Zweckgemeinschaft, und der Mann konnte sich aus beruflichen und gesellschaftlichen Gründen nicht scheiden. Dessen Geliebte hielt sich völlig zurück, und besuchte nicht die Beerdigung oder dessen Grab. Damit deren Geheimnis für immer geheim bleibt.
Die Geliebte(50+) war selber noch verheiratet, aber ihr Ehemann stimmte ihrer Affäre zu. Deren eigene Ehe war schon längst zu Ende, und nur noch "auf dem Papier"
d.h. hier wurden alle Probleme mittels dieser Affäre zum guten gelöst - für Alle darin. Der Mann und seine Geliebte konnten nach langer Durststrecke eine große Liebe erleben. Der Mann behielt alle Reputationen, und sein Einkommen daraus, von dem auch seine Ehefrau profitierte. Außerdem bekam seine Ehefrau nun einen Anspruch auf Witwenrente, weil sie mit diesem Mann verheiratet war, bis zu seinem Tod.
Also überall Win-Win Situation. Wozu dann Schuldgefühle ???
 
  • #13
Apfeldieb; aus persönlicher Erfahrung stellte ich diese Frage wobei nicht ich die Betrogene war, aber auch weil mir ein Krankenpfleger von solchen Dreiecksgeschichten am Krankenbett erzählte und ich nie gedacht hätte so was ähnliches zu erleben.

Ein Mann der schon zwei Mal geschieden war (das stimmte) und in den ich mich verliebte und mit ihm eine Beziehung begann, wurde sehr schwer krank und ist leider gestorben.

Er lebte ca. 30 min. von meinem Ort entfernt und sein Arbeitsplatz hatte er in meinem Wohnort. Beide nichts ahnend, dass er bereits die tödliche Krankheit in sich hatte, als wir uns kennenlernten, begannen wir die Beziehung und er hatte sich sogar Gedanken über eine gemeinsame Wohnung gemacht.

Jedoch hatte er auch Angst, was ihn mit mir in Zukunft erwartete, denn ich benutze einen Rollstuhl wegen einer stabilen chronischen Erkrankung. Er hatte Angst, das würde sich verschlimmern und hatte nie mit mir über seine Befürchtungen geredet - was aber zum Glück nicht schlimmer wird.
Als ca. 9 mon. später seine Krankheit entdeckt wurde bereits mit Tochtergeschwülsten, wusste ich nichts von dieser Fernbeziehung! Das entdeckte ich per Zufall über die sozialen Medien, dass er seinen Beziehungstatus plötzlich auf "in Partnerschaft" änderte und zwar zeitlich noch bevor er mich online angeschrieben hatte, wo er sich als Single ausgab!

Er hat tatsächlich, ohne die Fernbeziehung zu beenden, eine andere Frau gesucht, weil er mit dieser nicht zufrieden war und weil sie in ein anderes Land auswandern wollte - was sie inzwischen auch tat. Auch wegen seiner Arbeit war mit ihr keine gemeinsame Zukunft möglich.

Natürlich ging ich - wissend um die Existenz der anderen Frau und fürchterlich wütend, weil er es mir nicht selber erzählte - ihn vor der OP besuchen, doch er wollte mich nicht sehen, weil sie noch bei ihm im Zimmer war und Angst hatte, dass er Ärger bekommt, was ich ihm natürlich nicht gemacht hätte.
Er ging zu ihr zurück und sagte am Telefon entschuldigend, er hoffe ich könne das verstehen! Konnte ich nicht verstehen, weil er schwieg, als ich ihn fragte, ob er sie denn liebe? Es sei gut in solchen Augenblicken nicht alleine zu sein - meinte er. Klar, die Angst alleine zu sterben, die Angst gerade in solchen Augenblicken kommt die Wahrheit heraus und sie lässt ihn fallen, was sie nicht tat! Statt ehrlich zu sein, mir vorher selber alles zu sagen, hätte mich nicht so sehr verletzt. Schliesslich konnte sie ihm bei seiner Krankheit viel besser helfen als ich!
 
G

Gast

  • #14
Mir scheint, daß -Mandoline- sich ärgert, weil die meisten männlichen Fremdgeher keine Schuldgefühle haben. Nicht einmal danach. Aber sie wissen möchte, wie man es anstellt, daß sie trotzdem Schuldgefühle bekämen ? - Zwecklos - aussichtslos.
Ich bekam am Rande eine mehrjährige, höchst heimliche Affäre mit, bis unerwartet der fremdgehende Mann (58) aus natürlichem Grunde starb.
Dessen Ehe war nur noch eine Zweckgemeinschaft, und der Mann konnte sich aus beruflichen und gesellschaftlichen Gründen nicht scheiden. Dessen Geliebte hielt sich völlig zurück, und besuchte nicht die Beerdigung oder dessen Grab. Damit deren Geheimnis für immer geheim bleibt.
Die Geliebte(50+) war selber noch verheiratet, aber ihr Ehemann stimmte ihrer Affäre zu. Deren eigene Ehe war schon längst zu Ende, und nur noch "auf dem Papier"
d.h. hier wurden alle Probleme mittels dieser Affäre zum guten gelöst - für Alle darin. Der Mann und seine Geliebte konnten nach langer Durststrecke eine große Liebe erleben. Der Mann behielt alle Reputationen, und sein Einkommen daraus, von dem auch seine Ehefrau profitierte. Außerdem bekam seine Ehefrau nun einen Anspruch auf Witwenrente, weil sie mit diesem Mann verheiratet war, bis zu seinem Tod.
Also überall Win-Win Situation. Wozu dann Schuldgefühle ???
Wenn es ÜBERALL eine Win-Win Situation gewesen ist, warum hat der Mann dann seine Ehefrau nicht eingeweiht? Hätte er doch machen können, wenn es nur noch eine Zweickgemeinschaft gewesen ist. Das kann ein Außenstehender gar nicht beurteilen und Fremdgeher erzählen alle so etwas wie Zeckgemeinschaft u.ä.

Die betrogene Ehefrau hätte sich bei Kenntnis ihrer Lage vielleicht einige Jahre vor dem Tod von dem Mann getrennt und eine Chance gehabt auch noch einmal eine Liebe zu erleben. Also nicht ÜBERALL Win-Win! Die Rente ist da ja wohl kein Trost. Die meisten Frauen haben den Fokus nicht auf dem Finanziellen, sonst würden ja nicht die meisten Scheidungen von Frauen eingereicht und extreme finanzielle Einbußen in Kauf genommen. Die meisten Frauen lassen sich scheiden, weil sie betrogen worden sind, deshalb werden die meisten Scheidungen von Frauen eingereicht. Wegen der berühmten Zahnpastatube ist es jedenfalls nicht.
 
  • #15
Das alles war sehr schlimm - auch für mich! Für alle! Verrückt und paradox ist das ganze, denn ich glaubte ihm nicht, dass er wirklich für mich Liebesgefühle hatte, obwohl ich das fühlte aber meinen Gefühlen misstraute! Erst als er die Diagnose bekam und wie aus der Pistole geschossen sagte: "ich habe dich geliebt" wusste ich es und musste nur heulen, weil ich mir mit ihm eine gemeinsame Zukunft vorstellen konnte.

Im Augenblick des Todes - so hoffe ich - ist auch der grösste Lügner ehrlich.

Aber manche Antworten hier lassen mich daran zweifeln! Darüber macht sich hier kein Mann Gedanken, denn auch er wusste nicht, dass ich ihn im Krankenhaus besuchen wollte! Ärger, den sich diese Männer selber machen und Schmerz, Wut und Enttäuschung den sie Frauen bereiten. Obwohl mit Ehrlichkeit viel mehr erreicht wird!

Natürlich würde das umgekehrt auf unehrliche und betrügende Frauen gelten, aber könnte ich im Frieden sterben, wenn ich wüsste was für ein A...loch ich zu Lebzeiten war?

Dass er sich danach - nach der Diagnose - positiver veränderte fiel mir auch auf, da ich nach der ersten OP traf. Ich liebte ihn sehr und freute mich auch - natürlich nichts wissend, dass er damals spontan war und mich kennenlernen wollte. Dass wir uns gegenseitig sympathisch sein würde und er mich bald wieder treffen wollte, hätte ich nie gedacht.
Auch wenn mit der anderen Frau keine gemeinsamen Zukunft möglich war und er mit meiner Situation überfordert war, so wäre es uns alle weniger schmerzhaft, wenn er offen und ehrlich zu mir wäre und er ihr auch selber gebeichtet hätte, dass wir zwei nicht nur platonisch befreundet waren.
 
  • #16
Antwort 10

"Sich die FOLGEN einer Handlung ausmalen zu können, setzt einen gewissen IQ und EQ voraus."

Richtig Lesen zu können aber auch..Niemand legitimiert Fremdgehen und niemand redet von Lockerheit.

Die Welt muss deswegen aber auch nicht untergehen.

"Es lassen sich viele Ehepartner nach 20 und mehr Jahren scheiden wenn sie von der Untreue des Partners erfahren."

Bestimmt , aber die meisten verzeihen und bleiben zusammen.

"Wer will mit einem Partner zusammensein, von dem er nun weiß, dass er jemand anderen geküßt hat, zu ihm zärtlich war, wahrscheinlich sonstwas ins Ohr gesäuselt hat usw.? Die meisten Menschen nicht."

Falsch..die meisten sind die die verzeihen und zusamenbleiben.

"denn der Betrogene kann dem Betrüger nichts mehr glauben und generalisiert den Vertrauensbruch auf alle Lebensbereiche."

Wer sagt das ? Steht das irgendwo? Genau hier unterscheiden sich Iq und eq..Wer auch eq hat ist in der Lage wieder Vertrauen zu gewinnen.

Wenn jeder niemanden mehr glauben würde weil er einmal sein vertrauen gebrochen hat dann wären wir "Alle" Einsiedler.

"sondern er muß schon brechen, wenn er diese nur sieht, da er niemals das vergammelte eine Stück vergessen kann."

Muß?? Ist das Gesetz?

Da sind wir wieder bei der anderen Hälte die nicht verziehen kann,,

"Fremdgehen, wenn man eine funktionierende Partnerschaft hat, die man behalten will, ist nicht nur moralisch unterirdisch, sondern auch grottenblöd, da das Risiko aufzufliegen immer besteht."

Das trifft auf jede Art von Betrug zu ..nicht nur aufs Fremdgehen.
 
A

azurblau

  • #17
Also überall Win-Win Situation. Wozu dann Schuldgefühle ???
Mag sein, in so einem Fall, dass es eine Win-Win-Situation ist.
Wenn alle, sprich wirklich alle Beteiligten profitieren, dann ist gegen andere Kontakte oder Affären wirklich nichts einzuwenden.
Die Frage ist ja nur, ob immer so offen damit umgegangen wird, dass alle Beteiligten wirklich gut davon haben.
Wenn mir jemand sein Lebensmodell mitteilen würde, dann kann ich selbst entscheiden, ob ich das so leben möchte.
Wenn ich aber in einer Beziehung klar habe, dass ich keine Partnerschaft zu dritt führen möchte, dann liegt es an meinem Partner, mich darüber aufzuklären, wenn eine dritte Person dazu kommt. Damit ich mich dann entscheiden kann, ob ich diese Form von Beziehung dann leben möchte. Und genau dieser Zeitpunkt der Info, der ist dann der entscheidende.Dann kann ich freiwillig und selbst entscheiden. Bleib ich, gehe ich.
Nur dann ist es in meinen Augen gerechtfertigt, kein schlechtes Gefühl zu haben, wenn man noch eine dritte Person in die Beziehung holt. Kommunikation hilft.
Um auf die Frage einzugehen...ich bin Frau.
Ich möchte keine Beziehungen zu dritt, sage das auch klar und deutlich, habe aber Männer kennengelernt, denen das egal ist und die auch keine Schuldgefühle haben oder hatten.
W51
 
  • #18
Schuldgefühle machen krank ?
Ich vermute, die meisten Fremdgeher haben keine Schuldgefühle dabei.

Die meisten Fremdgeher/innen machen mir den Eindruck, daß sie ihr fremdgehen als legitim betrachten. z.B. weil der Partner/in nicht das bringt, was sie von ihm erwarten. Also Schuldzuweisungen, statt Schuldgefühle dabei. Der eigene Partner sei schuld daran, daß man fremdgehe.

Ich schätze, daß viele standesamtliche Ehen (und auch nicht-eheliche Beziehungen) schon durch Lügen zustande kamen. Weil sich Beide nicht ehrlich ausgesprochen haben, was sie von dieser Ehe erwarten. Aus (berechtigter) Angst, der Andere würde sie dann fallen lassen. Bis der/die Belogene dann merkt, was der Andere wirklich will.
Und dann z.B. Trennung oder fremdgehen.

Eine Partnerin + Fremdgeherin meinte sogar, daß sie ein Recht zum fremdgehen habe - solange sie nicht verheiratet ist. Hat also auch beim fremdgehen keine Schuldgefühle.
 
  • #19
Wenn ich aber in einer Beziehung klar habe, dass ich keine Partnerschaft zu dritt führen möchte, dann liegt es an meinem Partner, mich darüber aufzuklären, wenn eine dritte Person dazu kommt. Damit ich mich dann entscheiden kann, ob ich diese Form von Beziehung dann leben möchte. Und genau dieser Zeitpunkt der Info, der ist dann der entscheidende.Dann kann ich freiwillig und selbst entscheiden. Bleib ich, gehe ich.
Ich schätze, hier wird kaum ein Mann sich ehrlich daran halten. Denn wenn er eine dritte Person nennt, dann muß er damit rechnen, daß die bisherige Beziehung zu Ende ist, und sich die bisherige Frau von ihm trennt. Er will sich aber nicht für eine Frau entscheiden (müssen), sondern weiter mehrere Frauen haben.

Selbst die Polygamie = mehrere Partner mit Wissen von Allen, funktioniert doch relativ selten in der Praxis. Und das sei kein fremdgehen, weil ja Alle Bescheid wissen. Also hat der Polygame keine Schuldgefühle. Dafür ggf. nagt die Eifersucht und Schuldgefühle bei seinem bisherigen Partner/in.
 
  • #20
#15 watcher, es mag sein, dass es Paare gibt und die gibt es wohl, die trotz des Fremdgehens des Mannes zusammenbleiben! Sie bleiben womöglich zusammen, weil sie beide ca. 50 sind und die Chancen, dass die Frau einen Singel Mann findet, der ehrlich und treu ist und dass die Geliebte den Mann als dauerhaften Partner will und nicht nur als Affäre, ist unsicher.

Jüngere Menschen bleiben nicht - aber auch ältere - in einer Beziehung, wenn es zum Betrug gekommen ist. Im Gegenteil: die Zahl der Scheidungen nach der silbernen Hochzeit steigt sogar!
Und diejenigen, die zusammenbleiben können nie wieder glücklich zusammen sein! Das Vertrauen der Betrogenen ist zerrüttet, sehr wahrscheinlich schlafen sie in getrennten Schlafzimmern, sie gehen kalt und lieblos miteinander um - kurzum sie sind in einer destruktiven Weise aneinander gebunden.

Selbst wenn die Frau verzeiht kann sie es vergessen? Der Betrug oder die Affäre ihres Mannes kann eine Frau ihr Leben lang nicht vergessen. Fortan wird sie misstrauisch sein und immer Angst haben, wann er wieder fremdgeht. Sie wird ihn womöglich kontrollieren, zu jeder Stunde anrufen, seine Taschen durchsuchen auch im Handy nachschauen. Was ist das für ein Leben für ihn und für sie? Hölle auf Erden! Verpfuschtes Leben für ein wenig Sex ausserhalb der eigenen Beziehung. Ist es das alles wirklich wert?

Dann würde ich lieber mein ganzes Leben lang alleine bleiben aber keinen festen Partner wollen, sondern vielleicht nur einen für eine Affäre und ansonsten mit meinen Freunden, die meiste Freizeit verbringen und mit denen schöne Sachen unternehmen.
 
  • #21
@Mandoline
Ich glaube das die Zahl derjenigen die sich nach der Silberhochzeit trennt Mehrheitlich das Fremdgehen als Grund dafür hat.

Abschliessend möchte ich noch sagen das ich Fremdgehen schlecht finde auch nicht legitimiere. Natürlich ist das Vetrauen dadurch gestört und bei vielen ganz kaputt.

Was ich nicht akzeptiere sind Pauschalaussagen das damit Grundsätzlich ein ganzes Leben zerstört sein soll, das man nie wieder vertrauen schöpfen kann usw.. Das mag für einzelne oder viele gelten, nicht für alle.

Und ausserdem wurde hier ja danach gefragt ob diese Schuld krank machen.

Und um die Frage sachlich und ehrlich zu beantworten ist es doch eher so das uns eher Dinge "egal was es ist" Krank machen die wir lange Zeit unterdrücken . Ich denke das jeder Psychoarzt bestättigen.

Also wir ein Fremdgeher nicht mehr oder Schuldgefühle haben wie z,B ein Bankräuber oder jemand der regelmässig das Finanzamt Betrügt etc.., schon mal was geklaut hat etc..

Da es auch beim Fremdgehen zich Motive gibt kommt es immer auf den Einzelnen und den Einzelfall an.. Und wenn man ein Urteil darüber fällt sollte man das tun wie ein Richter es auch tut bevor er Urteilt ..

Und nein ich will damit das Fremdgehen nicht schönreden oder sowas..Ich wüsste keinen Grund dafür..
 
  • #22
@Mandoline

Wenn ich all meine Fehler und Sünden im Leben noch mit mir rumtragen würde, ein schlechtes Gewissen hätte dann hätte ich so schwere Lasten zu tragen das sie mich erdrücken würden.

Wenn ich alle Fehler und Sünden von "anderen" die Sie mir angetan haben nicht verzeihen könnte,,,hätte ich die "gleiche" Last zu tragen die mich ebenso erdrücken würde.

Also gibt es meiner Ansicht nur diesen einen richtigen Weg wenn man keine schweren Lasten mit sich tragen will.. Verzeihen..Auch wenn es oft sehr schwer fällt.
 
  • #23
@Mandoline
Also gibt es meiner Ansicht nur diesen einen richtigen Weg wenn man keine schweren Lasten mit sich tragen will.. Verzeihen..Auch wenn es oft sehr schwer fällt.
Es geht nicht ums Verzeihen, sondern darum, dass ein Lügner und Betrüger nicht ehrlich ist! Im Grunde genommen, weiss jeder der seinen Partner betrügt und belügt. dass er ihm damit einen Schmerz zufügt. Um die Motive geht es hier nicht.

In gewisser Weise hatte ich Verständnis, nachdem ich es entdeckte und er mir erklärte, warum er eine andere Frau suchte (und wir uns fanden), weil mit der damaligen Freundin, welche in einer entfernteren Stadt wohnte, wirklich keine gemeinsame Zukunft möglich war, aber ich war entsetzt und schockiert, als ich entdeckte, dass er mich belogen und sie betrogen hatte. Hätte ihm das nie zugetraut, weil er sehr bodenständig und seriös wirkte.

Und der Übeltäter muss den Geschädigten um Verzeihung bitten, er muss zuerst selber erkennen, welchen Schmerz er damit beiden Frauen verursachte, bevor ihm verziehen wird! Wenn ich weiss, dass ich jemanden verletzt habe, dann entschuldige ich mich und bitte um Verzeihung. Die Schuldtat, liesse mich selbst nie ruhig schlafen. Warum können sich Täter nie entschuldigen und um Verzeihung bitten? Egal um was es geht - hier speziell ums Fremdgehen.

Das Ganze ging mir extrem nah, weil ich ihn sehr liebte und er fast Mitte 40 war, als er starb. Zu jung war er dafür!

Über Schuld und -gefühle schreibt auch der Wiener Psychiater R. M. Bonelli in seinem Buch "Selber schuld -
Ein Wegweiser aus seelischen Sackgassen", welches ich lesen will. Auch wenn Bernd50 meint, Fremdgeher hätten keine Schuldgefühle, so glaube ich, dass sie sie dauernd nur verdrängen.

Genau das Verdrängen der Schuldgefühle ist psychisch sehr belastend - schreibt der Arzt. Nicht zuletzt meint er sinngemäss, dass der Mensch ein unvollkommenes Wesen sei und Mist und Fehler zu machen, sei einfach menschlich und gehöre zum Menschsein - aber das nicht zu bereuen und das Opfer nicht um Verzeihung bitten ist weit schlimmer - für den Täter und das Opfer!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #24
Ich stimme Dir vollkommen zu das man sich entschuldigt um Verzeihung bittet und seine Motive ehrlich darlegt.

Wer nicht um Verzeihung bittet dem würde ich auch nicht Verzeihen.

Was ich nicht teile sind solche Pauschalaussagen das Fremdgänger nicht um Verzeihung bitten können das Fremdgänger kein schlechtes Gewissen hätten.. Es gibt da keine Pauschalität und eigene Erfahrung ist nicht das Maß aller Dinge.

Der eine so der andere so. S

Schliesslich steckt hinter einem "Fremdgänger" genauso noch so ein Mann wie beispielsweise hinter einer Lügnerin oder einer Sängerin eine Frau steckt.

Und da gibt es solche und solche.!
 
  • #25
Was ich nicht teile sind solche Pauschalaussagen das Fremdgänger nicht um Verzeihung bitten können das Fremdgänger kein schlechtes Gewissen hätten.. Es gibt da keine Pauschalität und eigene Erfahrung ist nicht das Maß aller Dinge.[...]

Schliesslich steckt hinter einem "Fremdgänger" genauso noch so ein Mann wie beispielsweise hinter einer Lügnerin oder einer Sängerin eine Frau steckt.
Sorry, aber ich selbst habe es fast nie erlebt, dass sich jemand bei mir entschuldigt hat und mir gesagt hat, es würde ihm leid tut, was er mir angetan hat und ich meine nicht nur Fremdgehen damit!
Auch habe ich hier oft gelesen und auch aus meinem Bekanntenkreis, dass sich jemand, der sich moralisch verwerflich und verletzend benommen hatte, jemals um Verzeihung gebeten oder entschuldigt hätte.
Im Gegenteil! Was ich gerade auch hier von den Betrogenen las, war: "Er hat sich nie bei mir entschuldigt."

Ob es eine Entschuldigung war, als ich diesen verstorbenen Mann zuletzt sah, indem er nur sagte: "Wir haben beide Fehler gemacht". Das war alles! Nichts von: "Es tut mir leid, dass ich dich sehr verletzt habe und ich bitte dich, mir zu verzeihen!" Nicht mal bei seiner tödlichen Krankheit! Dafür aber hatte sich später posthum seine sehr nette Tochter bei mir entschuldigt über das Verhalten ihres Vaters!

Ich frage mich: wie kann ein Mensch, der ganz klar, jemanden verletzt hat, sich nicht mal im Angesichts seiner Endlichkeit entschuldigen? Wie kann das sein? Was sind das für Menschen, die nicht sehen wollen, was sie getan haben - ungeachtet dessen, welche Motive sie hatten? Kein Motiv der Welt berechtigt, andere Menschen Gefühle zu verletzten!
Kenne nur eine andere Geschichte, wo der Vater vor Seelenqual nicht sterben konnte, weil er seine damals 14-jährige Tochter zwangsverheiratet hatte. Erst bat er sie ihm zu vergeben, bevor er friedlich sterben konnte!
 
  • #26
Liebe Mandoline,
es ist ein sehr interessantes Thema, diese Frage nach "fühlt sich jemand schuldig und müsste sich eigentlich entschuldigen wollen" (wobei das ja nur der andere machen kann, man selber kann ja nur drum bitten).
Es gab in meiner Familie eine Person, die mich von Kind an schon nicht mochte. Es zeigte sich in Gehässigkeiten und Gemeinheiten bezüglich meines Aussehens und Wesens. Ich hab mich als Erwachsene gefragt, wie jemand so garstig sein und niemals einen Schritt zur Selbsterkenntnis machen kann. Dass die Person dann an Demenz erkrankte und immer davon redete, wie gut sie doch immer zu Kindern war, war für mich ein extremer Hohn. Ich erkannte aber auch, dass es sinnlos ist, dagegen zu reden. Sie hatte sich ihre Welt zurecht gebastelt, um mit sich klarzukommen, denke ich.
Man kann jmd. nicht vorwerfen, etwas nicht als falsch erkannt zu haben. Werte wie Ehrlichkeit, Menschlichkeit, all das, was nicht materiell greifbar ist, muss jeder in sich selbst entwickeln, weil in ihm der Antrieb ist, seinen Charakter zum Höheren zu entwickeln. Dazu gehören auch Chancen, die andere einem geben sollten. Der bewussten Frau in meiner Familie hat NIE jemand mal gesagt, wie schlimm sie ist.
Du gehst zu sehr von Deinem Maßstab aus. In mancher Leute Augen ist Fremdgehen nichts, wofür man sich entschuldigen muss, und Verletztwerden passiert ja dauernd, gerade auch verbal. Vom moralischen Standpunkt aus liegst Du höher. Setzt man "ich muss tun, was mich glücklich macht" als Maßstab an, dann ist der Fremdgänger weiter vorn, weil er Dir sagen könnte, dass Du Deine Triebe ungesund unterdrückst. (Es sei denn, es ist ein Fremdgänger mit Psycho-Problem, aber der wird es noch weniger einsehen, denke ich). Man muss Personen finden, die die gleichen Werte haben. Andere sehen genausowenig die Notwendigkeit, sich für irgendwas zu entschuldigen, wie Du die Notwendigkeit siehst, dass sie es tun. Niemand hat ein absolutes Wertesystem, was das menschliche Verhalten angeht. Und wenn man allen seinen Maßstab aufzwingen würde (ich sage nicht, dass DU das tust), so würde man negieren, dass andere Menschen anders sind. Das hätte z.B. zur Folge, dass eine Ehefrau einen Mann mit Sexentzug bestrafen könnte für alles, was ihr in den Sinn kommt = Machtmissbrauch im Namen der moralischen Maßstäbe, weil SIE ja nicht dafür verurteilt wird, wie sie sich verhält.
 
  • #27
#void man weiss sogar aus der Entwicklungspsychologie, dass schon 4-jährige Kinder eine rudimentäre Moral entwickeln und wissen, was gut und schlecht ist und deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass gesunde Erwachsene nicht wissen, ob sie jemandem etwas gutes oder schlechtes tun.

Deshalb - wie Raphael Bonelli schreibt - sind die Schuldgefühle, die sich bei moralischer Übertretung melden, nur das Symptom der schlechten Tat, so wie die Trauer ein Symptomgefühl ist, wenn man jemanden verloren hat. Die Schuldgefühle melden sich bei gesunden Menschen immer, wenn ein Mensch etwas schlechtes getan hat und wenn er keine Schuldgefühle dabei empfindet, dann stimmt mit dem etwas nicht - meint er.

Interessant fand ich auch einen Zeitungsartikel in dem Fritzl zitiert wurde, dass ihm immer bewusst war, dass das was er seiner Tochter antat schlecht ist, also böse. Aber er machte dennoch weiter und masste sich an bzw. nahm sich selbst das Recht zu entscheiden, was für seine volljährige Tochter richtig und gut sei.

Genauso nehmen sich die Fremdgeher selber das Recht fremd zu gehen und damit verbunden zu lügen, obwohl sie immer dabei wissen, dass sie moralisch schlecht handeln d.h. die Möglichkeit sich für das "Böse" oder "Gute" zu entscheiden hat jeder Mensch in jedem Moment - ausser sie haben Schizophrenie oder anderes, dass sie nichts mehr unterscheiden können.
 
  • #28
Was aber, wenn dem kleinen Kind ein gespaltenes Bild vorgelebt wird? Ich meine, wenn die Moral, die Du ansprichst, im Kind gestört wird? Wenn das Kind immer Unrecht erfährt, müsste es sich doch irgendwann ein Weltbild gebaut haben, in dem es sich nimmt, was es kriegen kann und wenn es nicht erwischt wird.
Ich hab auch schon gehört, dass Menschen in der Pubertät quasi "unzurechnungsfähig" sind durch die Entwicklung unter Hormoneinfluss. Wenn man das (in meinem Fall sehr laienhaft) weiterspinnt und dabei berücksichtigt, dass z.B. Männer (und Frauen) mit mehr Testosteron wagemutiger sind, könnte es dann nicht sein, dass dies einfach rücksichtsloseres Handeln bedeutet und somit der Kopf mit den Moralvorstellungen weniger Einfluss hat?
Zitat von Mandoline:
Die Schuldgefühle melden sich bei gesunden Menschen immer, wenn ein Mensch etwas schlechtes getan hat und wenn er keine Schuldgefühle dabei empfindet, dann stimmt mit dem etwas nicht - meint er.
Hmm, wenn ich etwas moralisch schlechtes tue, weil ich es gerecht empfinde, hätte ich auch keine Schuldgefühle. Und wenn der Fremdgänger in seiner Welt meint, ihm sei Unrecht getan worden oder er muss was ausgleichen, dann hat er wohl einfach keine Schuldgefühle. Ich kannte mal einen Mann, der seine Freundinnen (nicht gleichzeitige, aber über Jahre mehrere Beziehungen) immer mit Sex mit seiner Geliebten "bestraft" hat. Die Freundinnen wussten gar nichts davon, die Geliebte hat sich benutzen lassen. Ich denke nicht, dass er sich als moralisch böse empfand.
 
  • #29
@Mandoline

Sorry aber nachdem ich hier im Forum schon 8 Jahre lese und schreibe kann ich nicht nachvollziehen das sich kaum jemand für einen Fehltritt oder eine Affäire entschuldigt hat.

Im Gegenteil: Die Eingangsthemen werden fast immer so beschrieben das da jemand betrogen wurde der Betrüger nun um Verzeihung gebeten hat und der/die betrogene nun an das Forum die Frage stellt ob sie/er diese Verzeihung annehmen und den Partner wieder eine Chance geben soll.
 
  • #30
Was aber, wenn dem kleinen Kind ein gespaltenes Bild vorgelebt wird? Ich meine, wenn die Moral, die Du ansprichst, im Kind gestört wird? Wenn das Kind immer Unrecht erfährt, müsste es sich doch irgendwann ein Weltbild gebaut haben, in dem es sich nimmt, was es kriegen kann und wenn es nicht erwischt wird.
Dann müsstest gerade du liebe void, dich moralisch schlecht verhalten, lügen und betrügen, weil du von dieser einen Person selbst fast immer schlecht behandelt wurdest.
Das Kind hat auch andere Bezugspersonen und Verwandte, die es gut behandeln und es beginnt schon im Kindergarten mit dem sozial erwünschten Verhalten. Wenn ein Kind ungerecht zu anderen ist, alle Spielzeuge den anderen wegnimmt, sie sogar schuppst, dann wird es aus der Gruppe ausgeschlossen und kein Kind möchte mit ihm spielen. Dann beobachtet und lernt das Kind, wie es wieder in der Gruppe integriert wird und korrigiert sein Verhalten.

Und man sollte meinen, Erwachsene erkennen, wenn sie jemanden belügen und betrügen und es nicht mehr tun bzw. sich dafür entschuldigen. Sie wissen das eigentlich, aber nehmen sich eben das Recht, sich so zu verhalten, wie sie wollen.
#28 da habe ich auch andere Posts gelesen, dass Frauen betrogen oder warmgewechselt wurden und die Männer gaben sogar ihren Frauen die Schuld, dass er fremdgehen musste. Ich meine nicht die Eröffnungsfrage sondern die Antworten der Schreibenden, die ich fast alle lese - je nach Thema.