• #1

Schwanger von Ex-Freund (Borderliner)

Hallo,

ich bin ganz neu in diesem Forum und hoffe, dass sich jemand auf dem Gebiet auskennt, um mir weiterzuhelfen.

Mein (mittlerweile) Ex-Freund ist Borderliner. Wir waren seit ca. 1 Jahr zusammen, er hat mich unzählige Male betrogen, manipuliert, etc. - ich denke, wenn sich jemand auf diesem Gebiet auskennt, muss ich nicht genau ausführen, wie er das getan hat. Ich habe selber psychisch etwas davongetragen und werde nun eine Therapie machen.

Mein Ex ist nun mittlerweile in Therapie, hat vor der Trennung viele Dinge mir zuliebe geändert (keine Drogen mehr, keine anderen Frauen mehr, etc.). Ich habe nun (ENDLICH!) gesehen, dass er wirklich an sich arbeitete. Irgendwie war ich aber trotzdem nur mehr unglücklich und habe ihm das Leben gerade am Ende sehr schwer gemacht, obwohl er sich wirklich bessern konnte und wollte. Ich hatte einfach keine Kraft mehr. Da wir gegen Ende nur mehr gestritten haben und er täglich Wutanfälle (inkl. SVV, Möbel zertrümmern, etc.) hatte, haben wir die Beziehung beendet. Wir lieben uns beide sehr, aber wir machen uns gegenseitig kaputt bis zum Schlimmsten.

Das Problem ist nun, dass ich seit zwei Wochen weiß, dass ich schwanger bin. Wir wohnen auch noch praktisch als "Freunde" zusammen, bis er eine neue Wohnung gefunden hat. Er möchte das Kind unbedingt haben, ich bin mir jedoch gar nicht mehr sicher was ich will. Ich weiß nicht, ob ich ihm noch eine Chance geben kann/will und einfach ein bisschen geduldiger sein sollte unserer Liebe und dem Kind zuliebe. Ich weiß nicht, ob ich das Kind überhaupt bekommen möchte, da die ganze Situation eine totale Katastrophe ist und das ja auch nicht das beste für das Baby wäre. Oder sollte ich einfach mit ihm befreundet bleiben und das Baby alleine großziehen? Oder abwarten wie die Therapie hilft und eventuell später einen weiteren Versuch für eine Beziehung wagen?

Ich bin total überfordert mit der Situation und habe Angst vor der Zukunft, falls ich dieses Baby bekommen. Hinzu kommen noch die Schwangerschaftshormone :(
Würde mich sehr freuen, wenn mir jemand seine Erfahrungen in diesem Bereich erläutern könnte oder vielleicht eine Meinung dazu sagen könnte.

Danke!!
 
  • #2
Ich bezweifle, dass du hier viel Hilfe finden wirst, liebe FS, wir sind ja keine Fachleute (zumindest zum größten Teil).
An deiner Stelle würde ich aber sofort einen Termin beim Sozialdienst machen (Caritas oder Diakonisches Werk oder was sonst bei dir in der Nähe angeboten wird). Diese bieten Hilfe in schwierigen Lebenslagen und vermitteln dich auch an die richtigen Stellen (Arzt, Psychologen usw.) weiter.
Alles Gute dir!
 
  • #3
Borderliner und Drogen...innerhalb eines Jahres bist Du psychisch am Ende und willst die Beziehung mit einer Therapie aufarbeiten, was ich übrigens sehr gut finde. Finde mit der Psychotherapie heraus was für die Zukunft gut für Dich ist. Da er selbst in einer Psychotherapie ist und an seinen Problemen arbeiten will, ist eine räumliche Trennung erstmal sinnvoll, um für Euch beide zur Ruhe zu kommen und Euch in Euren 4-Wänden zurückzuziehen, als Euch mit Euren Stimmungsschwankungen gegenseitig zu belasten. Ob er sich wirklich ändert, zeigt erst eine lange Zeit, über ein Jahr und darüberhinaus, mehrere Situationen, wo er sich in Folge positiv bewährt und nicht einknickt. Daher würde ich mit ihm gar nicht als Partner planen, sondern mich auf das Leben als AE einstellen, mit ihm soweit den Umgang zwischen Euch, während der Schwangerschaft und später mit dem Kind, eindeutig klären. Borderliner brauchen klare Regeln, verbindliche und verlässliche Normen, einen unveränderlichen stabilien Rahmen (nahezu Rituale), weil alle Abweichungen davon ihn verunsichern, enttäuschen, ihn überfordert und dann kommt es zu diesen extremen Stimmungsschwankungen und dem inneren Druck, womit er nicht umgehen kann und er die Beziehung sabotiert, durch sein bisheriges („antrainiertes“) Verhalten (als Ventil), mit Streit, Wutanfällen, Fremdgehen & Drogen.
So eine Therapie ist auch kein Spaziergang, Verhalten kann nicht einfach schnell geändert werden, Süchte verschwinden nicht einfach... viele packen diese Arbeit an der eigenen Person nicht und bleiben die Persönlichkeit, die sie sind und waren, mit all ihren alten Mustern.
Deine Schwangerschaft und Eure Trennung mag für ihn ein Weckruf und Auftakt gewesen sein, etwas ändern zu wollen, ob er es wirklich will und schafft und dies dauerhaft, zeigt erst eine lange Zeit und bewältigte Krisen, nicht ein paar Wochen und seine gute Absichten.
 
  • #4
Liebe FS, das klingt ziemlich hart, was du da durchmachst. Ich würde mich mit Profamilia in Verbindung setzen, die haben gutes Fachpersonal. Du solltest dich relativ zügig entscheiden (in den ersten 3 Monaten), ob/ wie du das Baby behalten möchtest. In jedem Fall würde ich dir davon abraten, mit einem Borderliner eine Beziehung (plus Familie) weiterzuführen.
Abstand, Abstand, Abstand!
Ein Kind bedeutet bei aller Freude Stress, da kannst du dir keine zusätzlichen Probleme aufhalsen. Außerdem brauchen Kinder eine freundliche, spannungsfreie und geordnete Umgebung, gerade in den ersten Jahren existentiell wichtig (aber auch später). Dein Boderliner-Freund wäre Zusatz-Belastung statt eine Entlastung. Ich habe mal in einer 6er-WG gewohnt, einer davon war Boderliner. Alle haben in Angst und Schrecken vor ihm gelebt, ich war die einzige, die es gewagt hat, ihm auch konfrontativ gegenüberzutreten, ihn einzugrenzen etc. Aber er war eine psychische Zeitbombe, und zum Glück ist er nach zwei Semestern ausgezogen. In einer Schwangerschaft, im Wochenbett und in der Babyzeit aber ist frau sehr sensibel und harmoniebedürftig und braucht dringend Unterstützung oder, wenn das nicht geht, wenigstens ihre Ruhe.
Was für das Kind spricht: Die Arbeit lohnt sich. Es gibt dir die Mühe tausendfach zurück.
Was gegen den Partner spricht: Er ist wie ein zweites Kind. Nur eben destruktiv. Er wird dir die Kraft wegfressen, die du für Besseres brauchst.
Meine (rein subjektive) Empfehlung: Trenn dich, auch räumlich, und bereite dich langsam auf das Baby vor (Wohnung, Hebamme, Ausstattung). Organisiere dir im Vorfeld ein Netzwerk (Schwangeren-Yoga, Eltern, Freunde etc.), falls möglich. Du musst alle Kraft zusammennehmen. Aber ein Kind ist bei allem Stress eine schöne, unvergleichliche und lohnenswerte Erfahrung.
Einen psychisch kranken Ex-Partner wieder in eine Beziehung/ Familie aufzunehmen, m.E. das Gegenteil. Ich treffe diesen ehemaligen Mitbewohner, der durchaus nette Seiten hat, einmal im Jahr. Das ist genau die richtige Dosis ;-)
Dir wünsche ich viel Glück, viel Kraft und bei allem, was ansteht, ein gutes Händchen!
Du schaffst das, wenn du nicht den Kopf in den Sand steckst und Fakten ausblendest (z.B. dass frau + Borderliner + Baby kaum harmonieren kann).
 
  • #5
Hallo,

Er möchte das Kind unbedingt haben, ich bin mir jedoch gar nicht mehr sicher was ich will.

Ich weiß nicht, ob ich das Kind überhaupt bekommen möchte, da die ganze Situation eine totale Katastrophe ist und das ja auch nicht das beste für das Baby wäre.
Hallo mada,
niemand kann Dir einen Rat geben, ob es besser ist das Kind zu bekommen oder nicht.

Was ich Dir sagen kann (10jährige Beziehung zu einer Frau mit BPD), dass sich auch in/nach einer Therapie nicht viel ändern wird und er weiter sehr impulsiv bleiben wird. Ihr wart nur ein Jahr zusammen, da ist noch die frische Liebe vorhanden, und es ist schon so eskaliert, wie Du schreibst.

Wenn ihr weitermacht, dann musst Du die "Beziehung" führen, klare Grenzen setzen und immer wieder einstecken. Und das mit einem Kleinkind. Willst Du das? Bist Du stark genug dafür? Es wird nicht besser ...

Wir haben uns damals bewusst für ein Kind entschieden. Ich wusste worauf ich mich einlasse. Es war phasenweise die Hölle, aber Du weißt ja selbst: Ein Mensch mit BPD kann dir etwas geben, was du von anderen nicht bekommen kannst. Sie war mir so nah wie niemand sonst in meinem Leben. Und das Kind ist großartig geworden ;-))

P.S.: Wir alt bist Du, 41?
 
  • #6
Liebe Mada, wenn Du Dir momentan noch nicht sicher bist, ob Du das Kind behalten willst, solltest Du nun vielleicht zuerst zu einer Beratungsstelle für Schwangere gehen. Für den Fall, dass Du die Schwangerschaft abbrechen möchtest, hast Du somit erst mal den hierfür notwendigen Beratungsschein.
Im Übrigen glaube ich nicht, dass ihr gemeinsam in Zukunft eine gut funktionierende Partnerschaft führen werdet. Dafür ist die Rückfallgefahr bei Deinem Ex-Freund viel zu groß. Da ich vor rund 25 Jahren ein Kind von ebenso einem psychisch gestörten Mann bekommen und es allein großgezogen habe, weiß ich wovon ich spreche.
 
  • #7
Wir lieben uns beide sehr, aber wir machen uns gegenseitig kaputt bis zum Schlimmsten.
Nein niemals, das ist keine Liebe, du magst ihn vielleicht mit Kopfschütteln immer noch lieben, aber er dich garantiert nicht!
Er möchte das Kind unbedingt haben, ich bin mir jedoch gar nicht mehr sicher was ich will. Ich weiß nicht, ob ich ihm noch eine Chance geben kann/will und einfach ein bisschen geduldiger sein sollte unserer Liebe und dem Kind zuliebe.
Mich friert es, wenn ich deine Gedanken, deine Zeilen lese, nicht er bestimmt darüber, sondern du ganz alleine, wie kannst du mit einem solchen Typ dich schwängern lassen, niemals würde ich als Frau von einem solchen Typ ein Kind haben wollen, du bist alleinerziehend, ich sehe dein Leben rui*****.
Oder abwarten wie die Therapie hilft und eventuell später einen weiteren Versuch für eine Beziehung wagen?
Da gibt es kein abwarten mehr, der Typ ist total kaputt und das Baby ist doch jetzt schon mit negativen Energien konfrontiert.
Ich bin total überfordert mit der Situation und habe Angst vor der Zukunft, falls ich dieses Baby bekommen.
Du gibt's doch selber dir schon die Antwort, handle danach ohne Rücksicht auf ihn, du solltest ihn vergessen und den Kontakt mit ihm für immer abbrechen mit Blockierung, sonst wirst du niemals aus diesem Teufelskreis herauskommen!
 
  • #8
Wir lieben uns beide sehr, aber wir machen uns gegenseitig kaputt bis zum Schlimmsten.
Ich stolpere gerade über diesen Satz. Der kann so nicht stimmen. Wer sich bis zum Schlimmsten kaputt macht - wie immer man das nennen mag, aber Liebe ist das nicht.

Vertrackte Situation. Mit ihm würde ich an deiner Stelle die Zukunft mit Kind nicht planen. Du solltest alles vermeiden, was dem Kind Schaden zufügt. Lass dein Kind nicht in einem kaputten Umfeld aufwachsen.
 
  • #9
Danke für eure Antworten, es hilft mir ungemein eure Meinungen dazu zu hören. Ich werde morgen eine Beratungsstelle aufsuchen und auch in meiner Therapie (die nächste Woche beginnt) versuchen so schnell wie möglich eine Richtung zu finden.

Eine Frage habe ich noch. Momentan scheint unsere distanzierte Beziehung stabil zu sein, ich nörgel nicht an ihm rum und somit ist er immer ruhig und wir können normal miteinander reden. So wie es jetzt ist gibt es keine Probleme und ich hoffe das bleibt so, bis er auszieht. Ich habe auch den Eindruck, dass er selber wahrnimmt wie schlecht wir für einander sind und somit die Trennung wirklich auch will und akzeptiert (auch wenn er meint wir sehen wie sich die Dinge entwickeln und offen halten will, ob wir beispielsweise in einem Jahr, wenn wir beide einen Schritt weiter sind, einen weiteren Versuch wagen).

Meine Frage ist nun - wie ist eure Erfahrung mit Borderlinern in dieser Situation? Er macht momentan keine Anstalten, dass er mich zurück will und sagt, es geht ihm jetzt viel besser, weil er keinen Druck und Stress von meiner Seite mehr hat und somit auch nicht aggressiv wird, etc. Kann es sein, dass sich das Blatt wieder wendet? Das möchte ich nämlich absolut nicht. Wir haben uns sehr oft getrennt, aber normalerweise wollte er es nach höchstens zwei Tagen wieder versuchen. Jetzt ist schon eine Woche vergangen. Kann ich mich darauf verlassen, dass die Situation so bleibt?
Müsste ich mir außerdem Sorgen um das Baby machen? Ich weiß er liebt Kinder abgöttisch und wollte immer Kinder. Er will dieses Baby auch mehr als ich. Aber ich denke, was wenn er in ein paar Jahren alleine mit dem Kind wäre und einen Rückfall hat, ist das Kind dann sicher? Ich mache mit diesbezüglich große Sorgen. Auch weil Kinder mit so einer "Veranlagung" in einem solchen Umfeld auch dazu tendieren, Borderliner zu werden, habe ich gelesen.

Vielen Dank nochmals für eure Zeit und eure Ratschläge!!
 
  • #10
Liebe Bachfrau,

danke auch für deinen Beitrag. Du triffst es mit allem was du schreibst genau auf den Punkt! Ich hätte gerne eine intakte Familie, für allem für ein Baby, gehabt. Ich weiß aber, dass ich es auch alleine schaffen kann. Ich habe eine große Familie, die mich sicherlich auch unterstützen wird. Ein paar Tage gebe ich mir trotzdem noch Bedenkzeit.
Danke für deinen Beitrag und auch deine aufmunternden und bekräftigenden Worte! Auch dir alles Gute!
 
  • #11
Wenn du das Kind möchest, dann bitte bitte ohne ihn. Zieh sofort aus, regle dein unabhängiges Leben. Mit so jemandem kannst du nicht zusammensein, das hat dein Werdegang gezeigt. Ein anderer wie Komi schafft es vielleicht, aber 1. war das Kind eine bewusste Entscheidung, 2. scheint er deutlich besser Grenzen setzen zu können, 3. musste er als Mann keine Angst vor physischer Gewalt haben. Dein Text klingt zumindest, dass das auch passieren könnte, dass er irgendwann nicht mehr nur Möbel zerhaut.
Es kann ja immer noch sein, dass sich das Kind von selbst verabschiedet, ich wünsche dir aber, dass es funktioniert. In jedem Fall musst du weg von ihm. Liebe und Hochgefühle sind für diese Beziehung nichts wert, denn euer Alltag funktioniert nicht. Du musst aber im.Kontaktabbruch konsequent sein, und verlass dich bitte nicht darauf, dass ER eine Wohnung sucht. Sich dir selbst etwas, sei dein "eigener Herr" in deinem Leben.
Wenn man eine lange (10-20 Jahre +) Beziehung führt, dann sollte man auch in schweren Zeiten zusammenstehen. Wenn du ihn aber so kennengelernt hast, musst du nicht seine Krankheit in dein Leben lassen. Hast du vielleicht ein Helfersyndrom? Wenn jemand mir ein Möbelstück kaputtmacht, dann bekomme ich so viel Angst vor seiner Unkontrolliertheit, dass ich vor diesem Typen instant Reißais nähme. Mit so einem kann man keine Beziehung führen.
Und dass er der biologische Vater ist, das ist später mal für das Kind wichtig, aber die ersten 3 Jahre fände ich, müsste man nur kontrollierten Umgang machen. Was, wenn er in einem Anfall dem Kind bleibende Gesundheitsschäden verursacht?
 
  • #12
Oh je, das kann nur auf eine AE hinauslaufen. Rede mit Freunden und/oder deiner Familie darüber, wie sie die Situation beurteilen - denn nur jemand von Außen (und jemand, dem du lieb und wichtig bist!) kann mit diesem Abstand beurteilen, ob dir der schwierige Start als Alleinerziehende gelingen könnte.

DAVOR solltest du für dich selbst herausfinden, wie du zu einer Mutterschaft ohne (!) Partner stehst, denn auf einen Choleriker kannst du nicht bauen. Er wird dich in wichtigen Situationen wenig unterstützen, sein Verhalten wird sich täglich ändern, wenn er Wutanfälle bekommt, ist das weder für dich, noch für deine Schwangerschaft und schon gar nicht später für euer Neugeborenes ohne Folgeschäden zu regeln. Es ist zwar lobenswert, dass er sich in eine Therapie begeben hat, doch weißt du weder, ob er dabei bleibt, noch, ob sie anschlägt. Ihr kennt euch nicht wirklich lange und eine ehemalige Drogenabhängigkeit lässt sich nicht von heute auf morgen heilen. Schon das Ungeborene wird unter den Stimmungsschwankungen leiden.

Rede auch mit den Mitarbeiter/innen von ProFamilia. Ich weiß, dass diese (meist) alle Seiten berücksichtigen und dir nicht (wie manche Ärzte, aber auch konfessionelle Beratungsstellen) mit der Keule »Mörderin des Ungeborenen!« kommen. Das ist schwer zu verkraften.

ICH würde mich gegen ein Kind in der momentanen Situation entscheiden, um dann eventuell später - falls die Therapie bei deinem Freund Früchte trägt und ihr euch immer noch liebt - einen neuen und gewünschten Versuch starten, doch noch gemeinsam Eltern zu werden.
 
  • #13
Hallo mada,
niemand kann Dir einen Rat geben, ob es besser ist das Kind zu bekommen oder nicht.

Was ich Dir sagen kann (10jährige Beziehung zu einer Frau mit BPD), dass sich auch in/nach einer Therapie nicht viel ändern wird und er weiter sehr impulsiv bleiben wird. Ihr wart nur ein Jahr zusammen, da ist noch die frische Liebe vorhanden, und es ist schon so eskaliert, wie Du schreibst.

Wenn ihr weitermacht, dann musst Du die "Beziehung" führen, klare Grenzen setzen und immer wieder einstecken. Und das mit einem Kleinkind. Willst Du das? Bist Du stark genug dafür? Es wird nicht besser ...

Wir haben uns damals bewusst für ein Kind entschieden. Ich wusste worauf ich mich einlasse. Es war phasenweise die Hölle, aber Du weißt ja selbst: Ein Mensch mit BPD kann dir etwas geben, was du von anderen nicht bekommen kannst. Sie war mir so nah wie niemand sonst in meinem Leben. Und das Kind ist großartig geworden ;-))

P.S.: Wir alt bist Du, 41?
Danke für deine Antwort!! Auch du hast mit allem recht - wie du sagst kann es der Himmel auf Erden sein und in kürzester Zeit zur Hölle werden und auch umgekehrt. Ich weiß nicht, ob ich noch die Kraft dazu habe. Vor allem wenn es, wie du sagst, nie wirklich normal werden kann.

Ich bin 30 Jahre alt, also das Alter für ein Kind hätte ich und ich könnte es notfalls auch alleine bzw. mit Unterstützung meiner Familie schaffen.

Wenn ich fragen darf - hast du auch eine Therapie gemacht oder dir sonst Hilfe geholt um zu lernen wie du damit umgehen kannst? Und hat das Kind (Gratulation übrigens, dass ihr es so gut geschafft habt!) auch impulsive Ansätze? Ich habe eben die Sorge, dass das auch vererbbar ist. Sein Vater war auch Borderliner, ganz schlimmer. Er hatte dementsprechend eine schlimme Kindheit und das Ergebnis ist selber eine schwere Borderline Störung. Daher meine Sorge.

Danke nochmals und liebe Grüße!
 
  • #14
Hallo Mara,
ich bin seit 10 Jahren mit einem Mann verheiratet, der Borderliner ist. Eine unheilbare Krankheit übrigens! Ohne lebenslange Therapie und Medikamente ist eine Verbesserung unwahrscheinlich! Die meiste Zeit der 10 Jahre war schlimm! Wutausbrüche, Impulsivität, andere Frauen und wieder Drogen, stationärer Aufenthalt in Mannheim, Manipulation....... Das Schlimmste daran ist, dass die Schuld stets beim Anderen gesucht wird. Einsicht kaum vorhanden. Unser Sohn ist 8 Jahre alt, er hat uns sooft streiten gehört und schlägt mittlerweile selber vor, dass es doch besser ist, wenn wir uns trennen. Sein Vater ist ein schlechtes Vorbild! Aggressives Autofahren, keinen geregelten Tagesablauf und und und. Ich schreibe Dir sicherlich nichts Neues. Ein Kind ist etwas schönes, keine Frage, aber ihr werdet es nicht leicht haben das muss Dir klar sein, egal was er Dir erzählt. Ich bin überzeugt, dass er das, was er sagt, genau so meint, die Frage ist nur wie lange! Wir haben uns getrennt und es ist eine riesen, große Last von mir gefallen, ich kann wieder Leben.
Überleg Dir gut, was Du tust. Ich habe mittlerweile Angst um unseren Sohn, dass er ihm und sich was antut, so verrückt kann er sein. Ich will nicht pauschalisieren, Dir nur zeigen, dass diese Erkrankung unberechenbar sein kann.
Ich wünsche Dir und Deinem Kind alles Gute. Egal wie Du Dich entscheidest: Mach Dir später keine Vorwürfe, was Du jetzt für Richtig oder Falsch hälst ist so, Du weißt nie wie alles kommen wird. Hinterher ist man meistens schlauer.
 
  • #16
Hallo Mada,
ein Richtig oder Falsch gibt es nicht. Wie Du Dich auch entscheidest, der Weg beginnt dann. Mit Freunden und Familie an Eurer Seite, kann es ein schöner Weg werden auch wenn manchmal dicke Brocken die Sicht versperren. Ich bin Mutter eines 13 jährigen Sohnes und ich bin der erkrankte Elternteil. Man kann das schaffen, aber es ist nicht leicht, für keinen. Die Krankheit sollte man sehr gut kennen, das hilft um ihr den Wind aus den Segeln zu nehmen. Es gibt Kinderbücher, die kindgerecht das Störungsbild erklären. Und Kinder können so manches Verhalten, dann besser verstehen. Wütet die Krankheit aber ohne Einhalt, kann sie eine Kinderseele kaputt machen. Und ob getrennt oder nicht, seid Euch der Verantwortung bewusst, denn das Kind steht immer an erster Stelle. Es ist sicher auch nicht falsch, wenn ihr gemeinsam mit seinem Therapeuten einen Termin ausmacht. Ich wünsche Dir viel Kraft.

Vinnie
 
  • #17
Es ist dir aber absolut klar, dass ... wenn ... dein 'Borderliner' nicht nur gegen die Möbel tritt, sondern auch mal gegen dich ... dann die Schwangerschaft sehr schmerzvoll vorbei sein kann ??
Sorry - aber ICH habe keinerlei Verständnis für dich!

1. War der früher schon schlimm!
a. wieso bist du an so einen Mann geraten?
b. wieso bist du mit so einem Mann zusammen geblieben?
c. wieso wohnst du mit so einem Mann unter 1 Dach?

2. Hat der Kerl Drogen genommen ... das macht Veränderungen im Gehirn!
Entzug muss in der Psychiatrie gemacht werden.

a. DU weißt ganz genau, dass jeder Tripp absolute Unzurechnungsfähigkeit bedeutet, und somit allerhöchste Gefahr für jeden im Umfeld!
b. Wenn er in so einem Zustand im Straßenverkehr unterwegs ist - auch allerhöchste Gefahr für alle anderen da draußen.
c. Auch für ihn. Willst du deinem Kind einen Frührentner als Vater vorsetzen, für den es bezahlen muss?

3. Warum wohnst du mit so einem Typen? Wem gehört der Mietvertrag?
Wirf ihn sofort raus.
Wer Drogen nehmen kann, kann auch woanders wohnen, egal.
Drogen kosten Geld.
Hat er dir jemals für die Möbel Ersatz geleistet?

Oder nimm dir sofort eine eigene Wohnung.
Notfalls geh in eine ORDENTLICHE WG und bezahle dort 2 saubere Zimmer.

3. Deine infantile Abhängigkeit von einem kaputten Menschen hat nun sogar Früchte getragen.
a. Warum bist du rückfällig geworden und hast mit so einer Kreatur, die Möbel zertrümmert und jederzeit auch dich und deinen Bauch zerstören könnte freiwillig Sex gehabt?
b. Warum hast du wie ein naives Dummchen, diesem Kerl von deiner Schwangerschaft erzählt?

Jeglicher gesunde Selbst-Schutz und lebensrettende Instinkt ist bei dir nicht mehr vorhanden. Dieses Kind ist zu allen Zeiten in Gefahr.
Auch dass es später als Machtmittel benutzt wird, damit er weiterhin von deiner Zuwendung und Geld profitieren kann.

Begib dich bitte gleich morgen zu Beratungs-Stelle bei ProFamilia, Caritas oder Diakonie. Es wird dauern bis dein Termin frei wird.
In der Zwischenzeit kläre das Mietrecht.
Und suche ordentliche Wohnung.

Narzismus, Borderliner und Perverse sind nachweislich nicht therapierbar.
 
  • #18
Wäge genau ab, wofür deine Kraft reicht. Geburt, Baby und ein Partner mit Wutanfällen gehen nicht zusammen.
Wenn du von Anfang an alleinerziehend bist, ist das super anstrengend. 24 Stunden täglich alleine für alles zuständig sein. Wovon willst du leben? Kann er dir und dem Kind Unterhalt zahlen bis es drei Jahre alt ist?
Eine Therapie wirst du selber kaum machen können als AE mit kleinem Baby, sonst fehlt dir die Kraft für dein Kind.
Lass dich beraten und dann entscheide du.
Der Kindsvater wird nicht entlastend sein. Von daher würde ich unabhängig von seiner Meinung entscheiden.
 
  • #19
Liebe FS,
warum befragst Du in so einer komplexen Probleatik ein Laienforum? Du hast eine Therapeutin. Die ist viel näher dran, um die Gesamtlage beurteilen zu können und Dir zu helfen eine Entscheidung zu finden.

Deine Therapeutin wird Dir auch sehr viel erzählen können, wie schwierig Therapien von Borderlinern sind und dass eine derartig hefigte Symptomatik wie Du sie beschreibst (Drogenmissbrauch, SVV, Agressionsausbrueche) nicht nach ein paar Therapiestunden verschwinden sondern dass es Jahre intensiver Therapieund viele Uebungen dauert bis sich substanziell was ändert.
Du warst lange genug mit ihm zusammen um das manipulative Verhalten eines Borderliners zu kennen und auch, wie er es schafft auf einen überschaubaren Zeitraum der Nette zu sein, um etwas zu gekommen, was er vorübergehend haben will - bis ihm was anderes einfällt.

Er kann nicht beurteilen, ob er das Kind will: heute ja, morgen nein: grad wie es ihm in den Sinn kommt und welche Probleme es ihm bereitet (Wettbewerb um Deine Aufmerksamkeit mit dem Kind, Ärger mit dem Amt wegen Unterhaltszahlungen etc).

Mit der Entscheidung, ob Du das Kind bekommen willst, stehst Du allein auf weiter Flur. Verlässliche Unterstützung kann er Dir nicht geben.
Daher lass' Dir von Deiner Therapeutin und ggfs. Pro Familia helfen bei der Entscheidungsfindung.
 
  • #20
Mein Ex war kein Borderliner, aber einer mit bipolarer Störung. Statt mich um meine Babys zu kümmern, musste ich mich um ihn kümmern. Er hat permanent Aufmerksamkeit gefordert, gleichzeitig sollte ich als Mutter und Haushälterin funktionieren müssen, schließlich hat seine Mutter das auch geschafft und zwar mit mehr Belastung. Dass er dabei zu einem unreifen, egoistischen Menschen geworden ist, das übersah er. Gerade heute Mittag überkam mich eine Erinnerung an eine solche Situation. Das macht mich immer wieder extrem wütend, wütend auf ihn, aber vor allem wütend auf mich- weil ich meine Kinder vernachlässigt habe, was bei ihnen Spuren hinterlassen hat und ich nichts mehr ändern kann und heute oft diesen Spätfolgen nur hilflos zuschauen kann. Mein Ex ist kein Monster und hat eigentlich ein gutes Herz, aber seine gelegentlichen und später öfteren Tobsuchtsanfälle, spitze Bemerkungen, Anfälligkeiten- Resultat der Lieblosigkeit seiner überfordeten Mutter, wofür er mich "bestraft" hat, weil ich nicht die Mutter für ihn sein wollte und wenn, dann hat er das paradoxerweise abgelehnt-haben sehr viel bei mir kaputt gemacht, auf jede "Gefühlsanforderung" reagiere ich gereizt, noch einer der was von mir will. Aus diesem Grund bin ich seit mehreren Jahren Single, ich bin emotional sehr ausgelaugt, bzw.komme sehr schnell an meine Grenzen. Wie das bei Kindern sein wird, sehe ich erst, wenn sie ihre Beziehungen eingehen. Ich bin jeden Tag zerrissen zwischen ihnen Zuwendung geben zu wollen und nicht genug geben zu können. Bitte tue dir das nicht an, du wirst sehr viel Kraft für dein Baby brauchen.
 
  • #21
Liebe mada
Für mich klingt es so, als ob dein Ex dich emotional unter Druck setzt, damit ihr zwei zusammen bleibt und jetzt - obwohl komplett ungeplant - einen auf Familie macht. Dabei kommt das alles typisch impulsiv, unüberlegt und emotional daher, die ganzen "vernünftigen" Gedanken musst du dir unterdessen machen.
Ihr wart eigentlich schon getrennt und er am Ausziehen. Es gibt keinen Grund, das rückgängig zu machen. Die Beziehung war destruktiv und du musst gar nichts, von wegen "zweite Chance". So wie es klingt, hast du ihm 20 Chancen gegeben, bevor du dich getrennt hast und das sollte reichen.
Dass er nun endlich Therapie macht - weisst du, wie wenig mich das beeindruckt? Darauf hätt' er echt schon früher kommen können.
hat vor der Trennung viele Dinge mir zuliebe geändert (keine Drogen mehr, keine anderen Frauen mehr, etc.).
Wenn eine Trennung droht, versuchen manche Borderliner mit allen Mitteln, das Verlassenwerden zu vermeiden. Das beweist noch lange nicht seine Motivation und Fähigkeit, langfristig ohne Drogen und Frauengeschichten zu leben.
Fazit: Im besten Fall hast du einen halbwegs therapierten, halbwegs funktionierenden Freund und Vater, wobei du immer ein wenig co-therapeutisch unterwegs sein wirst und nebenher dein Kind aufziehst. Es ist auch beim besten Szenario mit Rückschlägen zu rechnen - gelegentlichen Wutanfällen, hin und wieder schneiden, ab und zu mal Drogen. Weil selbst wenn er sich Mühe gibt, wird die Verbindlichkeit eurer Beziehung und die Elternschaft ein Stress für ihn werden und ihn sehr fordern.
Im schlechtesten Fall hast du einen Drogen konsumierenden, betrügenden, lügenden und jähzornigen Typen am Hals, der dich und dein Kind terrorisiert, manipuliert, mit dir um die Liebe des Kindes konkurriert und von dem du, wenn du nicht impulsiv verlassen wirst, aus gegenseitigen Abhängigkeiten kaum mehr loskommst.
Fazit 2: Ich fände in deiner Situation eine Abtreibung absolut vertretbar. Falls ihr wider Erwartens ein Traumpaar werdet, könnt ihr das mit der Schwangerschaft ja zu einem anderen Zeitpunkt nochmal versuchen.
Ich weiss, das ist jetzt alles sehr "rational" betrachtet, von meinem Sofa aus und ohne hormonelle Wirren. In dir ist es vermutlich sehr turbulent gerade und ich möchte auch nicht vorschreiben, was das Beste für dich ist. Ich teile einfach deine Sorge und schreibe dir, was mir durch den Kopf gehen würde. Aus meiner Sicht ist die Idee einer Liebesbeziehung zu einem Borderliner schon Lebensprojekt genug. Eine so junge und schon im kinderlosen Zustand sehr belastete Beziehung noch mit einer Elternschaft zu koppeln finde ich sehr viel.
 
  • #22
Ich habe keine Erfahrung mit Borderline.

Dein Therapeut dürfte die haben, Beratungsstellen von Caritas etc. würden schon erwähnt. Ich würde in jedem Fall erstmal Distanz schaffen, in Ruhe die weitere Entwicklung ansehen und dann völlig unabhängig entscheiden, ob und wie Du mit ihm weitermachen möchtest. Also in keinem Fall „wegen dem Kind“ eine Beziehung weiterführen.
 
  • #23
Beratungsstelle macht Sinn, und die Gespräche mit den Therapeuten - mit Deinem und seinem.

Es gibt keine pauschale Antwort - es gibt Borderliner, die gelernt haben, mit der Krankheit umzugehen, und damit die Extreme zu kappen, und ganz gut den Alltag bewältigen.
Und es gibt die, die immer in dieser Spirale verharren.

Vererbung in dem Sinn nicht, aber das Verhalten des Vaters hat beim Kind die Spuren hinterlassen, die beim Kind auch wiederum zur Borderline Erkrankung führten.

Ihr könntet es probieren, wenn er konsequent Therapie macht und ihr erst mal räumlich getrennt bleibt. Er aber, solange er seine gute Phase hat, teilhaben kann am Papa werden, und Dich begleiten und unterstützen darf. Er sollte halt, wenn er merkt, dass die Stimmung kippt, sich entsprechend zurück ziehen, und dann die geeigneten Ventile nutzt - das kann ihm sein Therapeut vermitteln.

Und Du solltest damit rechnen, AE zu werden - es gibt keine Garantie dass er seine Therapie durchhält und er es schafft, trotz Krankheit sich ein adäquates Verhalten anzutrainieren.
Das Kind kann ihm Halt geben - als Ziel, genau wie die Partnerschaft mit Dir, aber es führt auch zu Stress.

Überlege gut, was Du möchtest, vielleicht auch Erstmal die dringend anstehende Entscheidungen vorab? Wie die Frage , wllt Du dieses Kind?

Alles Gute ,
W,49
 
  • #24
Erfahrungen hab ich nicht.
Ich fänd eine gute Beratung wichtig und, dass Du Abstand bekommst, um eine Entscheidung zu treffen für oder gegen das Kind. Wenn Du Dich für das Kind entscheidest: Das kannst Du Dir ja schon ausrechnen, dass es keine schöne Kindheit wird mit einem Vater, der so dermaßen psychisch mit sich selbst beschäftigt ist. Er wird auch das Kind manipulieren, es wird zertrümmerte Möbel mitbekommen oder häusliches Drama, und selbst wenn ihr das alles von ihm fernhalten könnten: Es wird keine harmonischen Eltern haben, die sich mit ihm beschäftigen, sondern mit sich selbst und ihren Konflikten.

Wir lieben uns beide sehr, aber wir machen uns gegenseitig kaputt bis zum Schlimmsten.
Ich würde das nicht Liebe nennen, sondern einen Sparringspartner haben für das eigene seelische Drama. Auf und ab, Streit, Versöhnen, alles ohne Verstand und Verstehen des eigenen Verhaltens.
Das soll Dir nicht meine Sichtweise aufdrücken und ich will Dir nicht sagen, wie Du es definieren sollst. Ich kann es nur nicht anderes sehen, weil ich zwar denke, dass Liebe macht, dass man auch kämpft mit der finsteren Seite des anderen, statt gleich zu gehen, weil es zu stressig ist, aber wenn man dran kaputtgeht und nun auch noch die Entscheidung gegen oder für ein Kind ansteht, das bei Entscheidung "für" eben involviert wird in das Leben der Elternteile oder eines Elternteils, sollte das Drama aus dem Leben der Eltern oder des Elternteils verschwunden sein, und wenn es durch Trennung vom "Sparringspartner"/Geliebten ist.
Sich allein kaputtmachen, ist schlimm genug und sollte sofort aufhören, wenn ein Baby erwartet wird, aber ein Kind zu bekommen und dann weiter seine Lebenskrisen so zu lösen, indem man sich in Dramen fertig macht und seine Energien nicht auf das Kind konzentriert, macht eben auch das Kind kaputt.

Der Embryo kriegt übrigens auch schon mit, wie sich die Mutter fühlt, weil die ja ihre Hormone im Blut hat, von dem auch der Embryo versorgt wird. Sorge so schnell wie möglich für Stabilität in Deinem Leben, nimm Abstand zu dem Mann, um Dich erstmal zu entscheiden.
Oder sollte ich einfach mit ihm befreundet bleiben und das Baby alleine großziehen?
Das würde ich als das Beste sehen, WENN ihr hinbekommt, dass ihr euch als Freunde seht. Keine Ahnung, ob das überhaupt geht.
Er ist nunmal der biologische Vater. Also wenn er sich verhaltensmäßig stabilisiert, das Kind nicht manipulierend benutzt, um sich seine Anerkennung abzuholen oder irgendwas bei sich zu bearbeiten usw., würde ich es gut finden, wenn der Kontakt zwischen euch als Eltern freundschaftlich wäre.
 
  • #25
Ich finde du solltest abtreiben, er wird sich nicht ändern, auch Männer machen beim Kinderkriegen komplizierte Phasen durch. Wenn du das Kind bekommst wirst du für immer an einen Menschen gebunden sein, dessen Leben ein trauriges Dauerdrama ist, ich kenne viele Ältere Borderliner.

Die Therapien helfen in der Realität nie, und plötzliche Sinneswandel halten nur kurz und haben keine Bedeutung. Ich schwöre dir, wenn du jetzt ein Foto sehen könntest wie kaputt der Typ in 10 Jahren aussieht, hättest du überhaupt keine Lust mehr dieses Kind zu kriegen.

Such dir wenn du ein Baby willst doch lieber einen guten Mann, der was drauf hat und selbstbewusst ist... keinen der als abgestürztes Wrack enden wird.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #26
Hallo FS,

ich habe keine Erfahrung mit Borderliner, aber kenne jemand aus dem früheren Freundeskreis meiner Schwester. Die Beziehung der beiden (sie war Borderliner) war laut meiner Schwester einfach nur krank und es war ein on-/off. Die Frau hat heute ein Kind, aber ist mit dem Partner nicht mehr zusammen.

Ich würde mich beraten lassen, hätte an deiner Stelle aber auch Angst, dass es vererbbar ist. Von dem Typen würde ich mich distanzieren und keinen Kontakt mehr suchen, weil es mir zu gefährlich wäre. Dein Vater war auch Borderliner? Dann kennst du das Verhalten und hast deshalb vielleicht so einen Partner angezogen. Ein Kind verbindet natürlich auch und du musst wissen, dass du dann ggf. Gefahren ausgesetzt sein wirst. Bei solchen Menschen weiss man nie was passiert. Also lass dich beraten, suche dir Hilfe.

Ich wüsste nicht wie ich entscheiden würde. Generell bin ich gegen Abtreibung, aber hier in diesem Fall hätte ich vermutlich Angst vor der Zukunft des Kindes bei diesem Vater.
 
  • #27
Liebe Mada, sei erst einmal gedrückt- du bist sehr tapfer!
Ich kann dir nicht umfassend raten, finde es aber richtig und wichtig, dass du dich darüber auch noch mit deiner und seiner Therapeutin austauscht.
Nur zwei Aspekte:
- Zum Thema AE habe ich viel Erfahrung: Das mag zwar allein härter sein als in einer guten Beziehung, aber es ist leichter als in einer schlechten, manipulativen Beziehung. Kinder kosten Kraft, aber sie schenken unglaublich viel Liebe und Lebensfreude, wenn sie sich stabil geliebt fühlen. Wenn ich die fünf schönsten, glücklichsten und auch die fünf traurigsten, verzweifeltsten Momenten in meinem Leben zuordnen müsste, wären es bei den schönsten fast alle die mit meinen Kindern, die waren am intensivsten, bei den traurigsten gut die Hälfte.

- Damit du nicht in eine schwierige Abgrenzungssituation zum Vater deines Kindes hineinrutscht, würde ich dir empfehlen,
1. dir die schriftliche Bestätigung deines Freundes geben zu lassen (am besten auch, mit Einwilligung deine Freundes, noch die seines Therapeuten), dass er Borderliner ist, zu SVV und exzessivem Verhalten neigt, und einwilligt, dir das alleinige Sorgerecht zu übertragen, er hat Besuchsrecht, ob in Begleitung oder nicht entscheidest du. Das wird er nicht wollen- wie er in dieser Situation reagiert, wäre mir an deiner Stelle sehr wichtig. Dann kann er nicht im Nachhinein behaupten, Du wärst eigentlich diejenige, die psychische Probleme hätte, für die Kindererziehung ungeeignet wäre, und zum Beweis deine Therapie anführen. (vielleicht bin ich zu pessimistisch)
2. sofort für räumliche Trennung zu sorgen, denn natürlich kann eure freundschaftliche Beziehung bei ihm wieder kippen. Dein Wunsch, dass er auszieht (oder dir beim Umzug tragen hilft) ist der erste Lackmus-Test, ob mit ihm überhaupt Vereinbarungen, die ihm nicht liegen, umsetzbar sind.

Zuletzt: Ich bin -eigentlich- ganz gegen Abtreibung.
Einen Psychiater, der mir sagte, ihm würde selbst in jeder Klinik bestätigt werden, dass er Borderliner wäre, hatte ich auf meiner Partnersuche vor sieben Jahren kennengelernt, und mit das Wichtigste für ihn wäre ein Kind in einer Beziehung gewesen. Der Mann war hochintelligent, witzig, erotisch, bestaussehend- aber ich habe es mir mit ihm nicht zugetraut, mit ihm eine Beziehung anzufangen, da ich schon anfänglich, rein telefonisch, unter seinen Manipulationen litt, nicht mehr unbeschwert, normal agieren konnte. Meine Schwester, psychologische Psychoanalytikerin, sagte mir damals, das wäre das erste Mal gewesen, dass sie um mich Angst gehabt hätte.
Pass auf dich auf und setze klare Grenzen.
 
  • #28
Hallo mada,

Grundsätzlich bin ich der Meinung Borderliner ist nicht gleich Borderliner, deshalb lässt sich so etwas immer schlecht vergleichen. Ich denke JEDER Mensch hat BPD, jeder Mensch ist bipolar. Bei einigen ist es stärker ausgeprägt, bei einigen weniger stark bis kaum vorhanden.

Nein, ich habe keine Therapie gemacht. Ich halte mich für emotional relativ stark, gut reflektiert. Als wir uns damals kennengelernt hatten, sagte sie desöfteren: „Komisch, genau das was Du gesagt hast, hat mein Therapeut auch gesagt. Fast wortgleich.“ Ich habe einmal ein Gespräch mit einem ihrer Therapeuten gehabt und es hat mich einfach nicht überzeugt. Einmal ein Kurs an der VHS, der vorwiegend von medizinischem Fachpersonal besucht wurde. Hier habe ich gemerkt, dass ich als Angehöriger eines Patienten mit BPD eine ganz andere Sichtweise auf das Problem habe.

Du musst lernen, seine emotionale Aggressivität Dir gegenüber, nicht zu persönlich zu nehmen. Auf dieser Emo-Schiene bist Du ihm wahrscheinlich immer unterlegen. Er kann Dich tiefer verletzten wie Du ihn. In diesen Momenten bist Du nur der Blitzableiter für ihn. Ich weiß, es hört sich einfach an. Das ein oder andere Mal saß ich da und dachte: „Ich möchte das nicht mehr, ich habe das einfach nicht verdient.“ Sicher gibt es in jeder Beziehung Probleme. Auch ich mache Fehler. Aber aus einer Laune heraus radikal entwertet und verletzt zu werden hat man einfach nicht verdient.

Was unsere Tochter (12) angeht ziehen wir glücklicherweise an einem Strang, was Schule, Sport und Erziehung angeht. Natürlich weiß sie was Mama hat und wir haben darüber gesprochen, aber es ist einfach nicht auf ihrem Radar. Es ist einfach kein Thema für sie. Irgendwann einmal... Jetzt kommt sie so langsam in die Pubertät. Dann geht das erst so richtig los zwischen den Beiden.

Sorge, dass das auch vererbbar ist habe ich nicht. Ich kann ja eh‘ nichts dagegen tun. Die Ursachen von BPD sind bis heute nicht zweifelsfrei geklärt. Wahrscheinlich eine Mischung aus Erbfaktoren und Lebenserfahrungen aus der frühesten Kindheit, die emotional nicht entsprechend verarbeitet werden konnten (Gewalt, Vergewaltigung, emotionale Vernachlässigung, schlechtes Elternbild).
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #29
Müsste ich mir außerdem Sorgen um das Baby machen?
Also ich hatte nie Sorge, dass sie unserer Tochter etwas antuen wird. Sie weist autoaggressives, suizidales Verhalten auf, d.h. die Gewalt richtig sich gegen sich selbst, nicht gegen Dritte. Was einige Betroffene hier über ihre männlichen Partner mit BPD schreiben, klingt natürlich nicht gar nicht schön, kann ich aber selbst nicht bestätigen. Grundsätzlich bin ich der Meinung: Nehme einen Menschen in die Verantwortung für sein Tun!
Also gebe ich die Verantwortung für das Kind (zeitlich begrenzt) an Sie/ihn ab und gebe dem Anderen einen Vertrausensvorschuss. Mit dieser Verantwortung muss er dann lernen umzugehen.

Momentan scheint unsere distanzierte Beziehung stabil zu sein, ich nörgel nicht an ihm rum und somit ist er immer ruhig und wir können normal miteinander reden. So wie es jetzt ist gibt es keine Probleme und ich hoffe das bleibt so...
> Er hat Dich soweit manipuliert, dass Du Dich zurücknimmst, damit die Beziehung läuft. Das geht nicht! Du musst ihm immer klare Grenzen setzen. Immer. Immer und immer wieder! Er brauch das. Er will das eigentlich auch.


Er macht momentan keine Anstalten, dass er mich zurück will und sagt, es geht ihm jetzt viel besser, weil er keinen Druck und Stress von meiner Seite mehr hat und somit auch nicht aggressiv wird, etc. ... Wir haben uns sehr oft getrennt, aber normalerweise wollte er es nach höchstens zwei Tagen wieder versuchen.
> Nochmal: Er manipuliert Dich. Das geht so nicht! Willst Du das Kind von ihm, dass hast Du automatisch eine lebenslange Beziehung zu ihm (egal in welcher Form). Diese Beziehung musst Du führen, nicht er! Er hat ein Problem mit dem Nähe-Distanz-Verhalten. Kenne ich, hatte sie auch. Sie wollte immer eine eigene Wohnung in die sie sich zurückziehen kann. Eines Abends, ich komme nach Hause liegen ihre Sachen in der Wohnstube auf dem Fußboden, sauber aufgereiht. Sie zog für eine nacht ins Hotel, einfach so. Ihr werdet wahrscheinlich keine gemeinsame Wohnung haben.



Du triffst gerade eine der wichtigsten Entscheidungen deines Lebens. Niemand kann Dir sagen, was richtig und was falsch ist. Aber wenn Du die Entscheidung getroffen hast ziehe es durch!


Liebe Grüße
 
  • #30
Liebe Mada,

jetzt hast du schon so viele Beiträge bekommen, trotzdem möchte ich dir auch gerne schreiben.
Ich kann gut verstehen, dass du erschöpft bist. Du hast viel für die Beziehung ausgehalten und gekämpft. Irgendwas hat euch miteinander verbunden, was du auch jetzt noch spüren kannst. Jetzt kommst du selber an deine Grenzen und fühlst dich kraftlos. Du hast gemerkt, dass es dir nicht gut geht und gehandelt, dich getrennt und dich auf den Weg gemacht, um erst einmal für dich zu Sorgen, mit einer Therapie. Dafür hast du meinen Respekt. Du behältst einen klaren Blick und weißt auf dich zu achten.

Ich habe auch einen Borderliner in der Familie. Lange hat seine Frau an seiner Seite gelebt, bis sie keine Kraft mehr hatte. Gemeinsam haben sie fünf Kinder, bei der Trennung war der Jüngste 14. Heute sind sie geschieden, haben aber einen Weg gefunden miteinander umzugehen. Seiner Frau hat es auch sehr geholfen, sich über das Thema Borderline zu informieren. Dadurch hat sie gelernt, wie sie in welcher Situation mit ihm umgehen kann, ohne ihr eigenes Wohlbefinden aus dem Blick zu verlieren. Keiner von den Kindern zeigt bisher Züge des Vaters. Als Mutter war sie die führende Kraft an der Seite der Kinder und konnte steuern, wieviel Kontakt gut oder nicht gut war. Heute entscheiden die Kinder selber, wieviel Kontakt sie mit ihrem Vater haben möchten.

Ich kann deinen Wunsch nach einer intakten Familie für ein Baby gut nachvollziehen. Es klingt danach, dass es dir auch wichtig ist, mit deinem Ex- Freund einen guten Kontakt zu halten. Du machst dir Gedanken um eure Beziehung, wie es später sein könnte...ich glaube, das kann jetzt einfach noch nicht beantwortet werden. Du kannst es steuern, wie es wird, auch für dein Kind. Du hast es in der Hand und kannst deinem Kind eine liebevolle Mutter sein, ihm deine guten Züge weitergeben und vorleben. Dein Feingefühl hat dir gezeigt, dass es Zeit war, etwas zu verändern. Von daher glaube ich, dass du bei eurem Kind auch gut spüren könntest, wann der Kontakt zu dem Vater gut wäre und wann nicht.

Du hast geschrieben, dass du es auch alleine schaffen kannst. Und alleine wärst du auch nicht, da du eine große Familie als Unterstützung im Hintergrund hast. Das ist wirklich schön, dass es tolle Menschen um dich herum gibt, die dir helfen würden.
Dir wurden schon viele Beratungsstellen empfohlen. Ich bin noch auf die Seite von profemina.org gestoßen. Dort hast du verschiedene Möglichkeiten dich beraten zu lassen. Schriftlich oder über eine kostenlose Hotline, bei der du jederzeit anrufen kannst. Ein Forum gibt es auch. Vielleicht wäre das ja etwas für dich.

Heute wolltest du zu einer Beratungsstelle. Schreib gerne, wie es dort war, wenn du magst.

Liebe Grüße!