G

Gast

Gast
  • #1

Schwieriger einen Partner zu finden, nur weil man einen Migrationshintergrund hat?

 
G

Gast

Gast
  • #2
Wieso soll das schwieriger sein? Gibt doch genug Menschen, die beispielsweise den gleichen (Migrations-)Hintergrund haben!?

Ansonsten ist es - wie immer - eine Frage von Toleranz/Akzeptanz, sich gegenseitig auf Neues (konkret: einen anderen Kulturkreis) einzulassen.
 
G

Gast

Gast
  • #3
Ja, finde ich schon. Zumindest wenn man einer anderen Schicht angehört (also ein Akademiker mit Migrationshintergrund wird sich wohl kaum mit jemandem einlassen, der vielleicht grade mal den Hauptschulabschluss geschafft hat, nur weil beide aus dem gleichen Land stammen).
Man braucht einen ähnlichen Horizont, damit eine Partnerschaft funktioniert und der ist dann nicht gegeben.
Es gibt leider immer noch viele Menschen, die Vorurteile gegenüber Mitbürgern mit Migrationshintergrund haben (und auch Menschen gegenüber, deren (Groß-)Eltern eingewandert sind).
Den Kulturkreis kann man nicht einfach nur auf ein Land beschränken, z.B.ist ein Bayer auch anders als ein Ostfriese; jemand, der in der Oberschicht aufgewachsen ist hat in dem Sinne auch eine andere "Kultur" als jemand aus dem Arbeitermilieu.
Aber das wird nur zu oft vergessen und ein Mensch wird nur darauf reduziert aus welchem Land er oder seine Vorfahren kommen.
 
  • #4
Da stellt sich mir die frage, ab wann hat man migrationshintergrund? In Österreich gibt es so gut wie keine "urösterreicher" annähernd 100% haben spätestens bei den urgroßeltern irgendwo eine vermischung.
Was soll ich das sagen der einzige österreicher in meinem stammbaum war mein großvater, obwohl meine großmutter schon nicht mehr ungarisch sprechen konnte war sie noch reine ungarin, mein vater ( den ich so gut wie überhaupt nicht kenne ) ist albanischer herkunft, so habe ich jetzt auch migrationshintergrund obwohl deutsch meine einzige muttersprache ist und man optisch nicht einmal ansatzweise erkennen kann woher ich stamme?
 
G

Gast

Gast
  • #5
Schwierig wird es, wenn jemand glaubt, seinen Migrationshintergrund wie eine kostbare Gabe vor sich hertragen zu müssen und dann auch noch von allen "Einheimischen" erwartet, auf Schritt und Tritt diskriminiert oder wahlweise bedauert zu werden. "Wir", mitten in Europa, stammen von allen ab, die hier schon mal durchmarschiert sind: Wikinger, Römer (internationales Heer!), Hunnen, Franzosen und was weiß ich noch alles. "Migranten" gründen Parteien (Lafontaine), führen Parteien (Özdemir) und werden Minister (Röseler). Wir werden also von uns selbst unterwandert – und das ist auch gut so!
 
G

Gast

Gast
  • #6
Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn jemand von "Migrationshintergrund" spricht, ist er meist türkischer Herkunft ;-) und Türken sind sehr freundliche, offene, international denkende Menschen, die meinen vollen Respekt haben. Mein Nachbar ist Türke, hat eine holländische Frau geheiratet und das Kind spricht deutsch, türkisch und holländisch. Das ist richtiggehend beneidenswert!

Einfach stolz auf die Herkunft sein! Es wird sich schon Jemand finden, der das klasse findet!

Marie
 
G

Gast

Gast
  • #7
@5 Sehe ich genauso, aber gerade im Bezug auf Türken hört man leider meistens nur Horrorgeschichten von Leuten die eine Kennen, der mit einem Türken oder einem anderen Ausländer dies und das passiert ist. Ich denke schon, dass es gerade im Bezug auf die Partnerwahl sehr viel Vorurteile gibt und viele lieber auf alt Bewährtes zurückgreifen oder das was sie dafür halten.
 
G

Gast

Gast
  • #8
Ich selbst habe auch einen Migrationshintergrund und habe bislang die Erfahrung in EP gemacht, dass es verdammt schwierig ist, jemanden kennenzulernen. Mein Profil unterscheidet sich, bis auf mein Aussehen, überhaupt nicht von anderen Profilen; ich habe studiert, bin vielseitig interessiert, habe schon das ein odere andere von der Welt gesehen, etc . Wenn jemand mich kontaktiert und ich bei der Antwort mein Foto freischalte, dann kommt entweder eine Absage oder der Kontakt meldet sich überhaupt nicht mehr. Eigentlich sollte man sich über so ein Verhalten keine weiteren Gedanken machen... dennoch ist es verletzend.
 
G

Gast

Gast
  • #9
Kommt auf die Art und Qualität der kulturellen Unterschiede an.
Ich habe beruflich sehr viel mit Migranten zu tun, die durch die Bank weg sehr nette und angenehme Menschen sind.
Aber gerade auf der Ebene Mann - Frau - Beziehung tun sich aber mitunter Klüfte auf, abhängig vom Kulturkreis und beispielsweise religiöser Ausrichtung, die nicht selten erhebliche Schwierigkeiten für ein kulturell gemischtes Doppel bergen und die keinesfalls "ohne" sind. Das ist dann auch nicht unbedingt eine Frage des Bildungsniveaus, sondern eine langjähriger Prägung auf beiden Seiten.
Ich glaube, dass einige Menschen das ahnen und gleichzeitig natürlich auch von irgendwelchen Gräuelgeschichten nicht völlig unbeeindruckt geblieben sind.
Daher kann ich mir durchaus vorstellen, dass es Leute gibt, die zunächst mal eine gewisse Zurückhaltung üben, wenn sie es mit einem partnerschaftlichen Interessenten aus einem anderen kulturellen Umfeld zu tun haben und vielleicht erst mal abklopfen wollen, wie weit eine Annäherung, die auf Dauer angelegt ist, erfolgen kann.
Allerdings gibt es auch genug Menschen, die sehr aufgeschlossen sind und eine hohe Kompromiss- und Lernbereitschaft zeigen, wenn es darum geht, ihr Leben um eine ganz besondere Liebe zu bereichern.

Gruß Susanne
 
G

Gast

Gast
  • #10
Jeder findet einen Grund, wieso er keinen Partner findet.
Eine, weil sie zu dünn ist,
eine, weil sie zu dick ist,
einer, weil er schüchtern ist
einer, weil er Pickel hat.

Dein Grund ist Deiner Meinung nach eben Dein Migrationshintergrund.
Wenn Du in Deutschland verschleiert rumläufst, mag das ein Grund sein, wieso sich deutsche Männer sehr zurückhalten.

Michelle Hunziker meint, sie hätte es besonders schwierig, einen Partner zu finden, weil sie blond ist (sie sollte mal das Blond rauswachsen lassen)

Wenn Du dich normal benimmst und offen zeigst, klappt das auch mit Partnerwahl. Meistens über gemeinsame Bekannte.
Alles Gute.
Biswt Du m oder w?
 
G

Gast

Gast
  • #11
@ Susanne: Gut geschrieben, dem ist von meinerSeite (kaum noch) etwas hinzuzufügen.
Aber natürlich tue ich es trotzdem ;o)

Von den Problemen, die einen später im Alltag womöglich einholen (s. #8) mal abgesehen, spielt zumindest für mich ein Migrationshintergrund so gut keine Rolle. Da kommt es dann eher darauf an, ob beispielsweise die ethnische Abstammung mit dem eigenen Schönheitsideal unter einen Hut zu bringen ist. Bei europäischen Migranten sicherlich kaum ein Thema, je weiter es dann nach Osten, Süden oder Norden geht (den Westen lasse ich jetzt mal ganz bewusst außen vor), gehen die Geschäcker vermutlich wieder etwas auseinander, ebenso wie bei unterschiedlichen Hautfarben. Das muss dann gar nichts mit Rassismus oder so zu tun haben, aber manche Männer und Frauen stehen beispielsweise nicht auf mandelförmige Augen, sehr dunkle Hauttypen, oder die typischen Gesichtsformen der Innuit (andere hingegen finden wiederum genau das sehr reizvoll).
Der Integrationswillen in die hiesige Kultur spielt da womöglich schon eine größere Rolle. Ich rede hier jetzt gar nicht von Religion, sondern eher von allgmeinen Wertevorstellungen, Toleranz auch den anderen Migrantenkulturen gegenüber etc.

Aber vielleicht bin ich da als Berliner auch nur etwas abgeklärter. Ich habe jedenfalls die Erfahrung gemacht, dass es Idioten, Kriminelle, Lackaffen und sonstigen Mist in allen (natürlich auch in unseren) Kulturkreisen und unabhängig von Herkunft oder Bildung gibt. Insofern sagt Migrationshintergrund für mich per sé nicht das Geringste aus.

deBaer
(der wie die meisten eingeborenen Berliner seit dem späten Mittelalter slawischen Migrationshintergund haben dürfte)
 
G

Gast

Gast
  • #12
@ #9:
1. Ich bin katholisch, ich laufe also nicht verschleiert in Deutschland herum.
2. Ich benehme mich ganz "normal" und ich bin offen, denn so wurde ich erzogen.
3. Vielleicht bin ich doch einfach nur zu dünn, zu dick, zu schüchtern und habe dazu noch einen riesigen Pickel auf der Nase.... wenigstens bin ich nicht blond, ein "Problem" weniger. ;-)

Gruß
#7
 
G

Gast

Gast
  • #13
@11 Damit hast du jetzt wohl bei Einigen das schöne Vorurteil erschüttert, dass es bei Migranten immer um Moslems geht und die Frauen verschleiert rumlaufen ;-)
 
G

Gast

Gast
  • #14
Wieso wird immer gesagt, dass ein Mensch mit Migrationshintergrund einem anderen Kulturkreis angehört und ja sooo anders ist als alle anderen?
Wenn jemand in Deutschland geboren und aufgewachsen ist (die Eltern aber aus dem Ausland kommen) und größtenteils nur Kontakte zu Menschen ohne Migrationshintergrund hat, dann gilt diese Person immer noch als jemand mit Migrationshintergrund und es wird angenommen, dass diese Person ja sooo anders ist und einem anderen Kulturkreis angehört.
@ Susanne: Dann nimm mal einen chauvinistischen Mann, der grade noch so nen Hauptschulabschluss gemacht hat (Eltern haben ebenso Hauptschulabschluss und sind erzkonservativ) und eine moderne Frau, die promoviert hat (und aus einer Akademikerfamilie stammt, die liberal ist). Beide sind Deutsche ohne Migrationshintergrund. Dann stell dir vor, sie würden auswandern und in einem komplett anderen Land aufeinander treffen. Was hätten die beiden gemeinsam, außer der Tatsache, dass sie aus Deutschland kommen?
Nicht jeder Mensch, der zwar auf dem Papier einem Glauben angehört, übt ihn auch zwangsläufig aus. Genauso wie es Christen gibt, die nie in die Kirche gehen, gibt es z.B. auch Moslems, die nichts mit dem Glauben zu tun haben, aber es auf dem Papier nun mal sind.
 
  • #15
Was versteht Ihr jeweils unter Migrationshintergrund?
In der Schweiz ist man Migrant, wenn man Deutscher ist ... (wie sieht es diesbezüglich in Österreich aus?).

Welche Nationen sind gemeint wie Türken, Kroaten, Rußlanddeutsche, Afrikaner, ... - oder zielt die Frage auch auf das Thema Weiße, Farbige, Asiaten, ... ab?

Ich glaube, daß es immer dann zu Problemen kommen könnte, wenn hinter einer Beziehungsanbahnung Berechnung - aus welchen Gründen auch immer - erkennbar oder offensichtlich ist.
Solange es sich um wirkliche Liebe handelt, sehe ich weniger Probleme.
Nur wie erhält man Gewißheit?

Mary - the real
 
G

Gast

Gast
  • #16
#13
Hallo,
der Hauptschüler und die Frau Doktor hätten vielleicht nicht viel gemeinsam, aber ich verstehe nicht ganz, was du mir mit diesem Gleichnis in diesem Zusammenhang sagen willst.

Ich habe übrigens nicht behauptet, dass das Problem unseres Fragestellers immer einer unterstellten überbordenden Religiosität zuzuschreiben ist - trotzdem ist es mitunter so, dass sich auch an praktizierter Religiosität zu Recht die Geister scheiden.
Im Übrigen habe ich weder Muslime noch den Islam erwähnt! Und das war Absicht, zumal ich den kulturellen Hintergrund des Fragestellers ja gar nicht kenne: Es gibt noch mehr Religionen, die- von außen betrachtet- einem einigermaßen bizarren Regelwerk folgen, wenn die zugrunde liegenden Schriften wortwörtlich genommen werden.
Und man muss nicht zwangsläufig selbst gläubig sein, um von religiösen Regeln (und von kulturellen) beeinflusst zu werden. Ist eine Religion im Alltagsleben einer Gesellschaft verankert, werden ihre Regeln jedes Mitglied der Gesellschaft prägen. Ob es will oder nicht.
Merke: Auch von Atheisten geführte Diskotheken dürfen am Karfreitag keine Tanzveranstaltung anbieten!!!
Merke nochmal: Auch eine Atheistin darf im Iran nicht ohne Kopftuch aus dem Haus gehen!!!
Grüße
Susanne
 
Top