• #31
Naja, es sind schon viele Frauen aus ihrem unerschütterlichen Vertrauen zum Partner aufgewacht als sie erfahren haben, dass ihr lieber treuer Ehemann seit Jahren in der anderen Stadt in seiner Zweitwohnung eine Geliebte hatte.

Deshalb würde ich sagen: Vertrauen ist gut, Kontrolle ab und zu ist besser 😉.
 
  • #32
Ach, immer wieder spannend, wie verschieden die Menschen doch sind. Niemals würde ich meinen Partner über jeden kleinen Gang, den ich mache, informieren, und umgekehrt interessiert es mich auch nicht im Detail, wann er wie lange einkaufen geht. Wir machen viel zusammen und erzählen uns gegenseitig von unserem Tag, aber bei so viel Kontrolle wie in deiner Beziehung würden wir die Krise kriegen, glaube ich. Beruflich ist er jede zweite Woche fort und verbringt einige Tage in seiner Zweitwohnung in einer anderen Stadt. Das stört aber keinen, wir können uns auch gut selbst beschäftigen und machen uns keinerlei Sorgen deswegen, sind ja erwachsene und eigenständige Wesen. Ja, die Freiräume in Beziehungen und der Grad der Kontrolle bzw. des Vertrauens sind wohl sehr verschieden.

w25
Es geht nicht um das alleine beschäftigen, sondern um den gemeinsamen Alltag. Mit Kind muss ich schon immer bisschen schauen wann, was ist und ob ich ggf. eine Betreuung hab (zB meinen Mann) um den kleinen nicht überall hin mitzunehmen, da kennt man den Terminkalender des anderen.
Als wir eine Fernbeziehung hatten war das alles auch lockerer.
Wenn mein Mann arbeiten ist sag ich ihm auch nicht was ich so treibe, erzähle ihm abends vom Tag und gut. Mein Mann sagt mir auch nicht immer Bescheid, wenn er länger arbeitet und erst 20 Uhr zuhause ist, ich weiß er ist arbeiten.
Du hast mich nicht richtig verstanden bzw. hab mich auch nicht 1A ausgedrückt, gebe ich zu. Wenn mein Mann zuhause ist und ich das Haus verlasse sag ich ihm kurz wo ich hinfahre und andersrum genauso. Fänd es komisch wenn er so kommentarlos das Haus verlassen würde. Wenn ich aber zuhause bin und er arbeiten, mach ich was ich möchte (ok, da wäre Zeit für eine Affäre - aber wer hat schon vormittags/mittags Zeit?) in einem Jahr werde ich wieder Vollzeit arbeiten gehen, sehe meinen Mann dann wieder nur abends und am Wochenende, da noch eine Affäre unterbringen? Unmöglich. Wer soll auf das Kind aufpassen? Mein Mann?
 
  • #33
Naja, es sind schon viele Frauen aus ihrem unerschütterlichen Vertrauen zum Partner aufgewacht als sie erfahren haben, dass ihr lieber treuer Ehemann seit Jahren in der anderen Stadt in seiner Zweitwohnung eine Geliebte hatte.

Deshalb würde ich sagen: Vertrauen ist gut, Kontrolle ab und zu ist besser 😉.
Warum überhaupt Kontrolle? Ich wünsche mir, dass mein Partner freiwillig mit mir zusammen ist, solange es ihm gefällt. Gefällt es ihm nicht mehr, darf er gehen.
Es ist ja prinzipiell nicht falsch oder verwerflich, sich in eine andere Person zu verlieben, wie man ja auch an dem Verständnis sieht, das hier der FS entgegengebracht wird. Es kann halt passieren. Die Frage ist, wie man damit umgeht. Ich bin auch für Treue und Vertrauen, aber wenn ich herausfände, dass mein Partner, den ich liebe, eine Affäre hat, wäre ich zwar wahrscheinlich traurig, würde aber nicht völlig ausrasten, ihn verachten und nicht mehr mit ihm sprechen. Ich würde ihn nach den Gründen fragen und danach, was ihm in unserer Beziehung fehlt und ob man es gemeinsam ändern kann, ob er es mit Änderungen versuchen möchte. Wenn er sich aber verliebt hat oder in der Beziehung unglücklich ist, würde ich ihn in Frieden gehen lassen und ihm aufrichtig alles Gute wünschen. Denn warum sollte man einen Menschen gegen seinen Willen an sich ketten und ins Unglück stürzen? Wenn ich jemanden liebe, möchte ich doch, dass er glücklich ist und das für ihn bestmögliche Leben führt, selbst wenn es bedeutet, dass ich nicht Teil davon bin. Für dich und deine Kinder wünsche ich dir, liebe FS, dass dein Mann und du, solltest du dich für die Trennung entscheiden, trotzdem auf einer freundschaftlichen Ebene bleiben, dass er dir ein gutes Leben gönnt. Ob du ihm die Affäre beichtest, musst du überlegen. Das Verheimlichen und Verschweigen ist viel schlimmer als das Fremdverlieben, aber insofern nachvollziehbar, als er wahrscheinlich sehr dramatisch reagiert hätte, wenn du von der Affäre erzählt hättest. Ich finde es immer schade, wenn Leute plötzlich nur wegen eines solchen "Fehltritts" plötzlich all ihre Liebe vergessen. Man kann das Leben ja nicht steuern, die meisten Affären sind gar nicht böse gemeint and werden dann sogar aus Rücksicht, Mitleid und Liebe (oder liebevoller Zuneigung) verschwiegen, um den Partner nicht zu verletzen. Wenn dein Mann dich liebt, sollte er verständnisvoll reagieren.
 
  • #34
Du hast mich nicht richtig verstanden bzw. hab mich auch nicht 1A ausgedrückt, gebe ich zu. Wenn mein Mann zuhause ist und ich das Haus verlasse sag ich ihm kurz wo ich hinfahre und andersrum genauso. Fänd es komisch wenn er so kommentarlos das Haus verlassen würde. Wenn ich aber zuhause bin und er arbeiten, mach ich was ich möchte (ok, da wäre Zeit für eine Affäre - aber wer hat schon vormittags/mittags Zeit?)
Ok, genau so ist es bei mir auch. Und wir haben noch keine Kinder, da ist es zugegebenermaßen wahrscheinlich theoretisch einfacher, eine Affäre zeitlich unterzubringen. Obwohl man sich ja auch in den Kindergartenerzieher oder einen der Papas auf dem Spielplatz, die man regelmäßig sieht, in den Nachhilfe- oder Klavierlehrer der Kinder oder sonst wen verlieben könnte. Es ging mir eigentlich auch gar nicht so sehr um deinen spezifischen Beitrag, sondern eher darum, dass wahrscheinlich jeder, der wirklich möchte, eine Affäre zeitlich irgendwie gebacken kriegt, da finden sich Möglichkeiten. Es könnte ja auch der Arbeitskollege in der Mittagspause sein, gibt hier ja öfters Anfragen, wie man sich am besten an den Kollegen ranmacht. Nur weil hier einige meinten, sie können sich nicht vorstellen, wann sie oder ihre Partner eine Affäre führen sollten, wollte ich dem entgegensetzen: Ich gebe gerne zu, dass mein Partner und ich die besten Möglichkeiten und ganz viel Zeit für die wildesten Affären hätten. Aber irgendwie machen wir uns trotzdem null Gedanken deswegen und kontrollieren uns da auch gar nicht. Er darf auch mir unbekannte Freundinnen treffen und ich habe auch männliche Freunde, die mich besuchen und mit denen ich Gespräche führe, spazieren gehe und wirklich nur befreundet bin. Unsere Handys haben Passwörter und es interessiert mich nicht, mit wem er schreibt. Manchmal zeigt er mir lustige oder süße Fotos von Freunden, aber freiwillig. Eifersucht und Kontrolle sind kein Thema, warum auch? Wir sind freiwillig zusammen, weil wir uns lieben, also kein Grund zum Fremdgehen. Er weiß auch von mir, dass er jederzeit gehen kann, wenn er mit mir nicht mehr glücklich ist, und ich ihm dafür nicht das Leben zur Hölle machen, sondern eine gute Freundin bleiben werde, eben weil ich ihn mag. Alles ganz entspannt. Aber ich glaube wirklich, es gibt diesbezüglich verschiedene Charaktertypen und Einstellungen, und das finde ich immer interessant und bereichernd. Wäre ja sonst auch langweilig. 😉
 
  • #35
Das stimmt vikky. Meine Frau könnte mich locker übertölpeln, wenn sie sagt sie geht zur Kosmetik oder nur zur Freundin 2 Straßen weiter. Ich habe Null Bedürfnis zu überprüfen, ob das stimmt oder die Freundin zu kontaktieren, ob sie da war. Ich hab aber auch schon Partnerinnen gehabt die genau das machen, also fragen, fragen, analysieren, bekritteln, sich irgendwann sogar mit meinen männlichen Freunden geschrieben haben, und jede Kleinigkeit entdecken, selbst wenn ein Keks fehlt. Ich war mal mit Arbeitskollegen Kaffee trinken mittags oder was essen egal (Frauen, Männer) kommt der Ehemann der einen mehrmals mit Auto vorbei gefahren und kontrolliert. unfassbar wir sind fast vom Stuhl gefallen als sie sagte,das ist mein Mann, der hatte Mittagspause Arbeitstätte locker 25 km weg
 
  • #36
Warum überhaupt Kontrolle? Ich wünsche mir, dass mein Partner freiwillig mit mir zusammen ist, solange es ihm gefällt. Gefällt es ihm nicht mehr, darf er gehen.
Typisch Frau. Du verwechselst da etwas ganz Wesentliches.
Für Dich ist klar, dass es dem Fremdgeher in seiner normalen Beziehung nicht mehr gefällt.
Anders kannst Du es Dir selbst nicht erklären.

Aber falsch:
Die meisten Fremdgeher sind gerne mit ihren normalen Partnerin zusammen (nicht selten versteht man sich immer noch sehr, sehr gut)
Das kannst Du auch hier im Forum immer wieder nachlesen.
Ja, manchmal vermissen sie nicht mal etwas.
Sie haben einfach nur eine zusätzliche sexuelle Beziehung.
Warum ? Weil sie es können, eine Egoschub und mejhr Aufmerksamkeit geniessen, und Spaß an zusätzlichem Sex haben.

Und nein., ich gehe gar nicht fremd und will Fremdgeher keinesfalls verteidigen, ganz im Gegenteil. Ich stehe zu gegebenen Versprechen und breche sie keinesfalls heimlich.

Deswegen kann ich mit mit der stichpunktweisen Kontrolle von @Süsse65 und auch dem eher engen Lebenstil @Blume94 durchaus so Einiges anfangen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine gewisse Kontrolle der Beziehung in geringem Umfang ganz gut tut. Ja, auch mich selbst betreffend (jetzt nicht wegen fremdgehen).

Man ist eben auch gezwungen, ehrlicher zu sein, wenn Beziehungsprobleme (z.B. schlechter Sex) da sind und kann eben nicht mal eben davor in eine Affäre fliehen und sich dann selbst herausreden, dass man ja als Mensch nicht monogam sei (siehe @Andreas1965 ).

Wenn man nicht monogam leben will, dann soll man es vorher sagen und von vorneherein seine Lebensstil auch so ausrichten. Aber das wollen Typen, wie z.B. @Andreas1965 eben auch wieder nicht, weil sie die Nachteile (z.B. stark verringerte Aussicht auf Sexualpartner) fürchten.
Dann doch lieber Betrug, wie eben auch die FS es macht.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #37
Meine Frau könnte mich locker übertölpeln, wenn sie sagt sie geht zur Kosmetik oder nur zur Freundin 2 Straßen weiter.
Davon rede ich nicht und @Süsse65 wahrscheinlich auch nicht.

Wenn es einer meiner Partnerin wirklich reichen sollte, sich mal eben eine Stunde mitten am Tag bespringen zu lassen, dann ist es mir auch zu blöd sowas zu kontrollieren. Ist das noch Affäre oder nur noch arm ?

Interessanter wäre es aber schon, wenn sie plötzlich abends regelmäßig mit "einer Freundin" zu essen trifft, nicht erreichbar ist, und in der Familie dann ja auch fehlt.

Wenn dann für mich noch andere Nachteile dazukommen (ist mir nicht mehr zugewandt, will keine Sex mehr) dann stehe ich voll auf Kontrolle.
Zeitnah. Aber sowas von....
 
  • #38
Typisch Frau. Du verwechselst da etwas ganz Wesentliches.
Für Dich ist klar, dass es dem Fremdgeher in seiner normalen Beziehung nicht mehr gefällt.
Anders kannst Du es Dir selbst nicht erklären.

Aber falsch:
Die meisten Fremdgeher sind gerne mit ihren normalen Partnerin zusammen (nicht selten versteht man sich immer noch sehr, sehr gut).
Das kannst Du auch hier im Forum immer wieder nachlesen.
Ja, manchmal vermissen sie nicht mal etwas.
Sie haben einfach nur eine zusätzliche sexuelle Beziehung.
Warum ? Weil sie es können, eine Egoschub und mejhr Aufmerksamkeit geniessen, und Spaß an zusätzlichem Sex haben.
[...]
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine gewisse Kontrolle der Beziehung in geringem Umfang ganz gut tut. Ja, auch mich selbst betreffend (jetzt nicht wegen fremdgehen).
Naja, ich meinte ja ebenfalls, dass viele ihr Fremdgehen aus Liebe verschweigen und weiterhin in der Beziehung bleiben wollen. Wenn man fremdgeht, weil man "einfach nur" einen Egoschub, Aufmerksamkeit oder Abwechslung braucht, interpretiere ich das trotzdem so, dass etwas in der Beziehung fehlt, nämlich dass man fremdgeht, weil man in der Beziehung nicht genug Anerkennung, Aufmerksamkeit oder abwechslungsreichen Sex bekommt, weil sie langweilig geworden ist oder sonst was -- kurz: weil etwas fehlt, nicht reicht oder nicht (mehr) gefällt.

Was soll Kontrolle bringen? Ich meine nicht, dass man sich alltäglich erzählt und bespricht, was man so macht, sondern Kontrolle. Ich sehe mich nicht als Erzieherin und Beschützerin meines Partners, der vor sich selbst bewahrt werden müsste. Ja, wir leben in einer monogamen Beziehung, sind treu und vertrauen einander, aber weil wir es beide möchten. Kontrolle hindert niemanden wirklich am Fremdgehen, sondern ist nervig und zeugt wahrscheinlich von eigenen Minderwertigkeitsgefühlen. Wie gesagt, wenn mein Partner fremdgeht, es verheimlicht, ich es herausfinde, er sich dann ehrlich entschuldigt und meint, er liebe mich noch, aber wir hätten in letzter Zeit nur noch so wenig miteinander gemacht und die Frau habe ihm die Aufmerksamkeit gegeben, die er sich von mir gewünscht hatte, und verheimlicht habe er es aus Scham und weil er mich nicht verletzen wollte, dann würde ich, wenn ich ihn liebe und er mich auch noch immer liebt, doch nicht gleich die ganze Beziehung deswegen beenden, sondern darüber sprechen und gemeinsam was verändern. Ich habe das Gefühl, viele haben ein sehr ausgeprägtes, leicht egoistisches Besitzdenken. Wenn mein Partner fremdgeht, gehe ich davon aus, dass er gute Gründe dafür hat. Und weil ich ihn als vernünftigen Menschen kenne und respektiere und zu nichts zwinge, was er nicht will, könnte ich so ein Fremdgehen bestimmt auch verstehen und verzeihen, zusammen bleiben oder sich in Frieden trennen und befreundet bleiben. Es macht ja nicht automatisch zu einem schlechten Menschen und alles andere Gute schlecht. Oder? Interessante Diskussion.
 
  • #39
Naja, ich meinte ja ebenfalls, dass viele ihr Fremdgehen aus Liebe verschweigen und weiterhin in der Beziehung bleiben wollen.
Die verschweigen das mE niemals aus Liebe, sondern aus Egoismus. Denn wie Du schreibst: Sie wollen weiterhin in der Beziehung bleiben und denken, ihr Partner hätte mit ihnen sicher genug Sex und wäre niemals interessiert an einer Beziehungsöffnung.
interpretiere ich das trotzdem so, dass etwas in der Beziehung fehlt, nämlich dass man fremdgeht, weil man in der Beziehung nicht genug Anerkennung, Aufmerksamkeit oder abwechslungsreichen Sex bekommt, weil sie langweilig geworden ist oder sonst was -- kurz: weil etwas fehlt, nicht reicht oder nicht (mehr) gefällt.
Seh ich auch so. Aber es ist auch eine Charakterfrage, würde ich sagen. Es gibt Leute, für die ist es einfach nie genug. Oder sie brauchen das ständige Erobern und Siegen. Die müssten dann eine andere Beziehungsform als das bislang noch übliche angehen und tun es nicht. Warum, ist die Frage. Weil sie selbst Rosinenpicken wollen und im Hintergrund eine feste Partnerschaft BRAUCHEN oder weil sie ihre Andersartigkeit nicht anerkennen wollen und meinen, sie seien trotzdem "gute Ehepartner wie alle anderen", oder weil sie denken, sie allein auf der Welt haben dieses Problem. Mehr fällt mir gerade nicht ein als mögliche Begründung.

wenn mein Partner fremdgeht, es verheimlicht, ich es herausfinde, er sich dann ehrlich entschuldigt und meint, er liebe mich noch, aber wir hätten in letzter Zeit nur noch so wenig miteinander gemacht und die Frau habe ihm die Aufmerksamkeit gegeben, die er sich von mir gewünscht hatte, und verheimlicht habe er es aus Scham und weil er mich nicht verletzen wollte, dann würde ich, wenn ich ihn liebe und er mich auch noch immer liebt, doch nicht gleich die ganze Beziehung deswegen beenden, sondern darüber sprechen und gemeinsam was verändern.
Kann der richtige Weg sein, aber ich würde mich dann doch fragen, warum das Reden vorher nicht gehen hätte können. Wieso kann der Mann es nicht vorher sagen oder gar selbst anfangen, die Beziehung in eine positive Richtung zu lenken, statt sich mit ner anderen Frau einzulassen.
Es wäre für mich auch wichtig zu wissen, ob die sich ineinander verliebt haben, ob er der anderen Frau versprochen hat, sich zu trennen usw.. Sagt ja noch viel mehr aus entweder über die Beziehung oder über den Charakter des Mannes.
 
  • #40
Mehr fällt mir gerade nicht ein als mögliche Begründung.
Mir fällt da schon noch was ein.
Es gibt einfach Leute, die "nichts anbrennen lassen".
Das heißt, die Gelegenheit ist da und wird genutzt.
Dem sexuellen Trieb wird schlicht nachgegeben.
Die Neugier ist grösser, als Treue und Prinzipien.
Womöglich schwingt der Gedanke "man lebt nur einmal" mit.
Da wird sich eben Sex geholt auf allen Kanälen, bevor man zu alt, zu hässlich, usw. ist.

Es ist schön, sich zu verlieben. Die Spannung zu erleben, sich gegenseitig zu erobern, zu flirten, sich begehrt fühlen usw.
Das Verlieben ist dabei eine rein hormonelle Angelegenheit.
Verlieben ist nicht gleich Liebe.
Dabei sind sie sich bewusst, dass sie keine Beziehung mit jedem führen können, oder wollen. Somit haben sie eben gewisse Abenteuer neben der Beziehung her, die das Leben spannender machen. Neben der vertrauten Gewohnheit. Neben Kind und Kegel.

Kontrolle:
Wenn ich meinem Partner nicht vertauen kann, ist es nicht mein Partner. Damit meine ich das Vertrauen, dass mich dieser Mensch liebt. Entweder ich erhalten Zuwendung von meinem Partner, er kommuniziert und zeigt mir, dass er mich vermisst und liebt, oder das ist eben nicht so.
Dann muss man den anderen verdächtigen, dass er was am Laufen hat.
Wenn ich diese Zuwendung nicht bekomme, die mir die Sicherheit gibt, dass mich der andere liebt, dann brauche ich aber auch nicht mehr kontrollieren. Dann kann ich mich auch gleich trennen.
Was bringt denn dann die Kontrolle?
Die soll ja darauf abzielen herauszufinden, dass der andere fremdvögelt.
Was ist wenn man das herausgefunden hat?
Läuft es dann aufs Gleiche raus -> Trennung?

Da bringe ich doch mal ein sehr kontroverses Modell ein:
Was wäre, wenn man eine Fernbeziehung führt. Sich nur selten sieht.
Soll man dann verlangen, dass der Andere in der Zwischenzeit keinerlei Sex hat? Oder wäre das in Ordnung, solange man die Zuwendung bekommt, für die man sich gegenseitig tatsächlich liebt.
Dann weiß man eben nicht was der andere sonst noch treibt.
Na und?
Solange man sich aber doch sicher ist, um die Liebe des Anderen, ist das doch eigentlich völlig egal.
Als Beispiel wie im Film. Ein Mann wird an die Front in Land xy versetzt. Das Paar sieht sich einige Jahre nicht. Er vögelt dort auch mal fremd, schreibt seiner Liebsten aber regelmäßig Liebesbriefe. Vermisst diese.
Sollte sie nun verlangen, dass er wie im Kloster lebt, während dieser Jahre? Oder ist es völlig egal, dass er sich sexuelle Befriedigung auch woanders holt, solange er seiner Liebe, seine Liebe kommuniziert und auf der Gefühlsebene treu bleibt? Denn man will sich wiedersehen und miteinander glücklich sein?

LG
 
  • #41
Was wäre, wenn man eine Fernbeziehung führt. Sich nur selten sieht.
Soll man dann verlangen, dass der Andere in der Zwischenzeit keinerlei Sex hat?
Ja, man kann es so angehen, dass es eben keinen Sex außerhalb der Beziehung gibt auch bei FB. Kann ja jeder machen, wie er will, für manche ist Sex was Besonderes, das sie nicht wie essen und schlafen sehen.

Die Frage kann man sich ja generell stellen, auch ohne FB, ob jeder machen kann, was er sexuell will, wenn man sich der Liebe des anderen sicher ist. Wobei ich das irgendwo auch abstrakt finde. Wie fühlt es sich für die jeweilige Person an, wenn sie sich der Liebe eines anderen sicher ist, der aber Sex woanders hat und man das weiß oder eben nicht weiß und es irgendwann erfährt. Wird dieses "ich habe mich immer geliebt gefühlt" nicht doch in Frage gestellt, wenn man jetzt keine offene Beziehung vereinbart hatte und es rausbekommt, mit einem Fremdgänger zusammenzusein?
Es wird ja öfter mal gesagt, dass das schlimmste daran nicht der Fremdsex ist, wenn ein Betrug rauskommt, sondern der Betrug und die Lügen. Aber wie gut kann der Normalmensch damit umgehen, wenn er es weiß, dass sein Partner noch andere Personen begehrt und das auslebt?

Ich kannte mal einen verheirateten Mann, der ausgesprochen heiß war. Wirklich, der Mann hatte in jeder Lebenslage eine extrem sexuelle Ausstrahlung, er wollte mich und ließ das deutlich durchblicken, nachdem ich nur ein winziges Zeichen gezeigt hatte, dass ich ihn anziehend finde (ich würde sagen, es hatten sich nur meine Pupillen erweitert, nachdem er eine Weile neben mir gesessen hatte und mich daraufhin plötzlich ansah). Daraufhin begann er, mir zu signalisieren, dass er gern mal Sex mit mir hätte. Das war nie billlig oder schmierig, es war einfach Begehren, das man nicht versucht, verzweifelt zu verstecken unter verschüchtertem Getue oder stocksteifem Verhalten oder Arroganz.
Seine Frau hatte ich auch kennengelernt und ich traue ihr zu, dass sie wie er mit einer offenen Beziehung umgehen konnte. Ich will damit sagen, dass wenn man ein starkes sexuelles Selbstbewusstsein und hier viel Selbstvertrauen hat, und weiß, dass Sex nur Sex ist, also Liebe und Sex trennen kann, und man sich die Freiheiten gönnen kann, weil man keine Angst hat, mit anderen nicht mithalten zu können, so dass der Partner wen besser finden könnte. Ich bin mir sehr sicher, dass er seiner Frau vermittelte, was sie ihm bedeutet, obwohl er auch Sex mit anderen Frauen hat (das, denke ich, ist sicher). Von ihr wurden auch solche Gerüchte verbreitet.
Waren beides Skorpione, falls jemand Ableitungen daraus ziehen will :D
Nee, ich hatte nichts mit ihm, habe aber lange drüber nachgedacht, ob ich so jemanden noch mal kennenlernen werde.

Sollte sie nun verlangen, dass er wie im Kloster lebt, während dieser Jahre?
Kann ER es verlangen?
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #42
dass etwas in der Beziehung fehlt, nämlich dass man fremdgeht, weil man in der Beziehung nicht genug Anerkennung,
Hier muss ich mal mit @Andreas1965 Logik antworten:
Wenn der Wunsch da ist, einfach nur eine andere Person zu begehren oder von einer solchen begehrt zu werden, dann liegt in der Beziehung deswegen einfach kein Defizit vor.
Das Gewünschte kann der Partner ja gar nicht liefern, also hat die Beziehung kein Defizit.

Wenn ich meinem Partner nicht vertauen kann, ist es nicht mein Partner. Damit meine ich das Vertrauen, dass mich dieser Mensch liebt.
Ich habe dieses Vertrauen zu meiner Partnerin und ich weiß auch auch, dass ich der beste Partner für meine Partnerin bin, den Sie haben kann .

Das heißt aber nicht, dass ich zu 100% ausschließe , dass sie nicht für eine Typ, wie z.B. Sam Heughan, im Falle eines Falles eine Ausnahme machen würde...
Ich weiß dass dies extrem unwhrscheinlich ist und sie mich sehr wahrscheinlich auch in 20 Jahren niemals betrogen haben wird.
Und: Ich werde nur DESWEGEN niemals kontrollieren.
Wann ich eben doch mal näher hinaschuen würde, habe ich oben beschreieb.

Trotzdem bleiben wir Menschen. Wir sind nicht perfekt. Niemand.

Ich bin einfach nur ehrlich mit mir selbst, und weiß, wo in etwa unsere menschlichen Grenzen (wie z.B. @süsse auch) verlaufen und versuche zu erkennen, was wir sind.

Meine Parterin argumentiert genau wie Ihr und philosophiert von Vertrauenpherum (dass sie mir angeblich zu 100% Prozent entgegenbringt und auch selbst erwartet)

Trotzdem spüre ich deutlich ihre Mißtrauen und Eifersucht, wenn ich auch mal weibliche Mandanten habe und mich mit diesen treffe (es erübrigt sich wohl anzumerken, dass für mich Mandant = Manadant ist und ich noch niemals auch nur darüber nachdenken musste, ob ich irgendetwas privates von Einem wollte) .

Sie ist in dem Punkt einfach nicht ehrlich mit sich selbst; will ihre eigene Schwächen und vor allem ihre eigene Grenzen nicht wahrhaben.

Ich weiß aber, dass es diese Granzen gibt und ganz sicher bei jedem anderen Foristen hier auch.
Eure Partner dürfen auch in Euren Fällen nicht alles machen, ohne das eine gewisses Mißtrauen einsetzt. Wann diese Grenze genau erreicht ist, ist für jeden individuell, aber es gibt sie immer.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #43
Wenn der Wunsch da ist, einfach nur eine andere Person zu begehren oder von einer solchen begehrt zu werden, dann liegt in der Beziehung deswegen einfach kein Defizit vor.
Das Gewünschte kann der Partner ja gar nicht liefern, also hat die Beziehung kein Defizit.
Doch, es ist einfach die falsche Form für diesen Menschen, wenn er eine als "monogam angelegte Beziehung" eingegangen ist. Der Partner, der Monogamie will, ist falsch gewählt.
 
  • #44
Doch, es ist einfach die falsche Form für diesen Menschen, wenn er eine als "monogam angelegte Beziehung" eingegangen ist.
Ja, dann ist natürlich die Frage, ob derjenige das überhaupt wusste oder sich je eingestanden hat.

Hierauf müsste schon @Andreas1965 selbst antworten .
Ich bin ja monogam und weiß also auch nicht, ob den jeweiligen Leuten ihre Nicht-monogame Einstellung nun klar ist oder nicht, bzw. zu welchen Zeitpunkten.
Keine Ahnung.
 
  • #45
Ich wollte hier noch ein Update geben:

Wir hatten noch paar sehr intensive Wochen, die Gefühle wurden beidseitig immer und immer mehr. Er hat die Affäre gestern beendet, mit der Begründung, dass er die Nähe zu seiner Frau verliert.
Tja es war klar, dass es irgendwann endet..
 
  • #46
Erstmal vielen Dank, dass Du geschrieben hast, wie es ausging. Vielleicht geht es ja doch noch weiter, wie nach Deinem Schlussmachen ja anscheinend.

Ich finde interessant, dass nun ER Schluss gemacht hat. Es gibt Menschen, die das unbedingt SELBST machen wollen. Deswegen bewegen sie den anderen, der schon Schluss gemacht hat, erstmal noch dazu, die Verbindung wieder aufzunehmen. SIE wollen den Schlusspunkt setzen.

Ich denke, wenn es echte Liebe ist, wird das noch ein Nachspiel haben. Entweder, er will Dich gar nicht mehr sehen, um wieder Ruhe reinzukriegen in seine Ehe und sich damit auseinanderzusetzen, was nun mit seinen Gefühlen für Dich los ist, oder es fängt wieder an mit euch. Dass man eine Freundschaft eingehen könnte, wie hier jemand schrieb ... hm, ich weiß nicht. Wenn man sich so begehrt und sogar weiß, wie es mit dem anderen ist, Sex zu haben, dann wird doch nie Ruhe einkehren in die Verbindung. Zwar wird es vom Kopf her die Einsicht geben, dass alles Nichtfreundschaftliche tabu ist, aber in schwachen Momenten reißt es doch wieder auf, könnte ich mir vorstellen. Zumal DU ja unglücklich bist in Deiner Ehe und sie loslassen willst. Also Du hast viel mehr Grund, eure Affäre für wichtiger und ernster zu nehmen als der AM (Affärenmann, inzwischen weiß ich es. Ich hab es auch selbst in dem Beitrag geschrieben, bevor ich fragte).
Bist Du immer noch gewillt, Dich zu trennen von Deinem Mann?