• #31
Guten Abend,
ich w28 würde Dir raten, beim Kennenlernen nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen was dieses Thema betrifft. Dass Du Deiner Partnerin gegenüber offen und ehrlich sein möchtest, spricht definitiv für Dich. Dennoch könnte es im schlimmsten Fall auch dazu führen, dass die Dame Dich nicht weiter kennen lernen möchte. Das ist abhängig, wie sie selbst zu dem ganzen Thema eingestellt ist.
Vielleicht genießt Du einfach die Kennenlernzeit, baust Vertrauen und Nähe auf und irgendwann ergibt sich vielleicht die Gelegenheit wo Du über dieses Thema sprechen kannst.
Das hat den Vorteil, dass sie Dich dann schon kennt und wird vermutlich über Deine Vergangenheit hinwegsehen.
 
  • #32
Von "es kommt raus" kann ja wohl auch keine Rede sein. Was ist das für eine Sprache? Ich wäre ehrlich, wer sich ein ganz wenig auskennt und gut zuhört, kann unglaublich viel über die meistens sehr sensitiven und auch intelligenten Menschen erfahren.
Ehrlichkeit ist ja eigentlich kein Fehler. Normalerweise hasse ich das Wort eigentlich. Es ist kein Fehler.

Es gibt ja wirklich den Fall. Man hat sich wirklich verliebt und daraus ist Liebe entstanden. Man will den Partner und Partnerin auf keinen Fall verlieren. Deshalb habe ich das Wort eigentlich benutzt.

Es gibt ja auch den Fall, dass man wirklich ehrlich über seine Vergangenheit berichtet hat. Man war also absolut ehrlich. Da kann es ja dann auch vorkommen, dass er oder sie sich trennt,obwohl man zu 100 Prozent ehrlich war. Da ist dann einfach Angst dabei.

Mir persönlich wäre ist es lieber wenn man mir ehrlich gegenüber ist.

Außerdem kommt es ja auch darauf an was für Drogen es waren.

Alkohol ist meiner Meinung nach eine viel gefahrlichere Droge als kiffen. Ich habe das, obwohl ich Nichtraucher bin in meinen Leben dreimal gemacht.
 
  • #33
Er hat lediglich gesagt, dass er Drogen genommen hat. So what? Er hat nicht von einer Sucht erzählt, nichts von einer Haftstrafe, nichts von welchem man auf eine schwere Drogensucht schließen könnte.
Der FS redet davon, dass er jetzt CLEAN sei. Niemand, der "nur moderat" Drogen konsumiert hat, redet von CLEANsein, wenn er jetzt seit paar Jahren nicht mehr konsumiert. CLEANsein sagen üblicherweise nur Menschen, die wirklich einen problematischen Konsum, sprich: eine Sucht hatten.
Der FS redet außerdem von VIEL Unsinn gemacht und er schreibt "etc."
Jemand hatte hier schon gefragt, was denn "viel Unsinn" und "etc." genau bedeutet. Der FS hat bisher nicht geantwortet.

Wenn die Jugendsünden des FS so harmlos und im normalen Bereich gewesen wären, wie du und manche andere hier interpretieren wollen, hätte er ganz sicher nicht extra einen Thread dazu begonnen, denke ich. Denn dann wäre es ja nicht der Rede bzw. Frage wert.
Ich vermute schon, dass es bei dem FS etwas heftiger zur Sache ging, als nur mal ab und zu gekifft.


w54
 
  • #34
Ich arbeite im Suchtbereich. Fest steht, dass man nicht "clean" ist, wenn man vorher nicht drauf/süchtig war.

Ich tippe auf Beschaffungskriminalität (Dealen, Diebstahl, Körperverletzung, Betrug), denn die wenigsten Drogensüchtigen schaffen es auf legalem Weg sich den Konsum zu finanzieren (Stichwort Reiche + Koks - und selbst da sind schon Leute pleite durch geworden).

Das Alter und die Dauer des Konsums spielt dabei eine erhebliche Rolle. Ich denke, der FS verschweigt uns dies bewusst, weil sonst wahrsch. noch mehr Gegenwind käme.
Es wäre auch interessant zu wissen ob er schon einige erfolglose Entgiftungen hinter sich hat (Rückfallquote beachten). Ursache sind immer psychische Probleme, die nicht bearbeitet wurden. Der Konsum ist das Ventil. Daher ist eine Psycho- bzw. Verhaltenstherapie auch nach starionärem Aufenthalt unabdingbar.

Vielleicht traut sich der FS noch mal sich hier zu melden.

P.S.: Auch Cannabis kann zu erheblich psychischen und Verhaltensänderungen führen (je nach Dauer und Menge des Konsums), was die meisten leider auch heutzutage immernoch unterschätzen. Die Folgen dadurch sind weitaus schlimmer als @Tom64s "2 x im Jahr durch die Nase ziehen".
 
  • #35
Man sollte sich immer fragen, ob man selbst nicht auch das eine oder andere "Geheimnis" hat, das man nicht offenlegen mag. Und schon gar nicht, wenn man sein Gegenüber erst eine Stunde kennt.

Ganz genau.

Ich war von Anfang an gnadenlos ehrlich und einen Mann, der davor zurückschreckt, hätte ich folglich ohnehin nicht brauchen können und nicht gewollt.
Und mein Lebensgefährte hat mir auch schon vorm ersten Treffen das ein oder andere verraten, wo hier einige die Hände überm Kopf zusammenschlagen würden, wie man das nur machen kann. Und hat mir die Entscheidung überlassen, ob ich ihn trotzdem kennenlernen möchte.
Hätte ich das erst nach und nach herausgefunden, wäre ich vermutlich maßlos von ihm enttäuscht gewesen und die Sache wäre vorbei gewesen, bevor sie richtig angefangen hatte.

Was hier einige empfehlen, von wegen erst einmal Nähe aufbauen, damit die potentielle Partnerin das ganze leichter schluckt, das grenzt für mich an seelischen Missbrauch.
Wenn der FS von "viel Unsinn gemacht" und "bin jetzt clean" schreibt, dann klingt das für mich nicht nach harmlosen Jugendsünden. Und dann kommt es ganz stark darauf an, wie er damit umgeht. Ob er glaubhaft machen kann, dass das vorbei und abgehakt ist. Wenn er dann erst einmal schamhaft verschweigt, ist das nicht glaubhaft.

Er hat lediglich gesagt, dass er Drogen genommen hat. So what? Er hat nicht von einer Sucht erzählt, nichts von einer Haftstrafe, nichts von welchem man auf eine schwere Drogensucht schließen könnte.

Er schreibt Dinge, die auf genau sowas schließen lassen.
 
  • #36
Leute, kriegt euch doch mal wieder ein, das ufert hier wirklich in eine Richtung aus, mit der der FS wirklich nichts anfangen kann. Und ich auch nicht. Er hat lediglich gesagt, dass er Drogen genommen hat. So what?
Bravo, so sehe ich das auch (und gehöre dabei längst zur Elterngeneration). Ich bin immer wieder erstaunt, wie hier plötzlich »Verbrecherkarrieren« zugewiesen werden, nur weil eine einfache Frage gestellt wurde.

Hat sich jemand aus einer Sucht befreit, ist das großartig! Das muss er/sie aber nicht später noch den Enkelkindern beichten; bestenfalls als Beispiel, dass sich auch solche Angewohnheiten idR überleben.
Die meisten Beziehungsanbahnungen überdauern die ersten paar Monate nicht. Ich würde nicht wollen, dass Krethi und Plethi meine gesammelten Peinlichkeiten kennt.
Und auch Tom hat so recht:
Man sollte sich immer fragen, ob man selbst nicht auch das eine oder andere "Geheimnis" hat, das man nicht offenlegen mag. Und schon gar nicht, wenn man sein Gegenüber erst eine Stunde kennt.

Wohlgemerkt: wir reden hier nicht von Mord o.ä.
 
  • #37
Hat sich jemand aus einer Sucht befreit, ist das großartig!

Ja! Zeigt persönliche Stärke.
Es ist einfach, den "normalen" Weg zu gehen.
Hinfallen, wieder aufstehen, schaffen nicht viele. Viele fallen ganz.
Also Hut ab an den FS.

Offenheit zu einer potentiellen Partnerin, ja.
Aber nicht beim 1. Date. Erst, wenn man merkt, da könnte sich was entwickeln.

Die Richtige versteht. Die anderen passen sowieso nicht.

Beim Kennenlernen geht es erst mal zum den Menschen, der er jetzt ist, nicht was war.
Und nicht vergessen, den Menschen, den man gerade toll findet, ist dieser Mensch geworden durch seine Vergangenheit. Mit allen Erfahrungen, Erlebnissen, Fehlern.

Wer mag eigentlich fehlerfreie Menschen? Langweilig, anstrengend.

M, 54
 
  • #38
Die Zeit die der FS clean ist, die zählt absolut nicht. Wenn man sich seinen Thread genauer durchliest, dann merkt man das er Probleme damit hat clean zu bleiben, wenn er nicht bereits rückfällig geworden ist. Sein Thread liest sich ziemlich depressiv, wie geschrieben sucht der FS nicht nach einem Rat ob er seiner neuen Partnerin gleich alles beichten soll oder nicht, da er ja noch keine neue oder irgendeine Beziehung in Aussicht hat oder stellt. Auch wenn der FS seit 30 Jahren clean ist, ist das keine Garantie dafür das er nicht rückfällig werden wird. Es reicht schon ein kleiner Streit in der Beziehung und schon kann es zum Rückfall kommen, dabei darf man auch nicht vergessen, das an jeder Straßenecke Gefahren für einen Rückfall lauern. Alkohol ist eine gesetzliche Droge, die zwar nicht die gefährlichste ist, aber die legale Droge, zu der jeder greifen kann. Einmal abhängig bleibt man für immer abhängig, egal wie lange man vorher clean war oder nicht. Die Fragen die ihm gestellt worden sind, bezüglich seines Alters, welche Art von Drogen er zu sich genommen hat, lässt der FS bewusst in voller Absicht aus. Sollte man sich dann nicht fragen, warum er diesen Thread überhaupt eröffnet hat, wenn er denn nichts dazu beiträgt um ihm besser helfen zu können. Naja helfen kann er sich nur selbst, ich meine, damit wir evtl. bessere Ratschläge geben können? Wenn der FS hier angemeldet ist, was wir nicht wissen, sonder nur vermuten können,..
Es gibt nur zwei Möglichkeiten die zur Auswahl stehen. Nr. 1 wäre, der FS ist wirklich clean und hat bereits eine Partnerin gefunden und versucht jetzt über das Forum ihr die Wahrheit zu sagen.... Womit er sich aber selbst schaden würde, weil er nicht den Mut hat ihr die Wahrheit zu sagen. Nr. 2 wäre, er ist nicht clean, versucht aber damit heraus zu finden wie die Masse darauf reagieren könnte. Aber wie auch immer wir darauf reagieren, es wird dem FS nicht weiterhelfen, woran er selbst Schuld trägt. Er hat den Thread und die Frage im Forum gestellt und wenn er nicht bereit ist darauf zu antworten,...tja dann können wir noch so viele Ratschläge Tipps schreiben wie wir wollen, es würde nichts bringen, weder dem FS noch uns,...
Ach noch was bezüglich gefährlichster Droge, diese ist nicht Alkohol, zugegeben Alkohol ist weitaus schlimmer als harte Drogen wie Heroin oder Kokain, doch die gefährlichste ist, Cannabis, Marihuana und Haschisch. Beim Konsum von diesen Rauschmitteln, werden nicht nur die Gehirnzellen zerstört, sondern auch das Knochenmark wird massiv angegriffen. Davon unabhängig, sind diese Rauschmittel der Einstieg für harte Drogen.
 
  • #39
Es gibt Dinge, die sollte man zügig zu wissen bekommen, damit man entscheiden kann, ob man sich auf einen Menschen einlassen will.
Eine Suchterkrankung gehört auf jeden Fall dazu. Es geht zwar nicht um Mord,klar, aber eine Suchterkrankung kann mit erheblichen Einschränkungen (Jobverlust, sozialer Abstieg, all die grundlegenden Dinge, die im sozialen Leben eben wichtig sind) einhergehen. Super, wenn jemand 5 Jahre clean ist. Keine Frage. Aber was ist, wenn es einen Rückfall gibt. Ein Partner ist damit häufig überfordert. Es wird häufig unterschätzt, dass ein Suchtkranker anders leben muß, um clean zu bleiben. Ein Leben lang achtsam bleiben zum Beispiel. Oft auch jahrelange Schuldenregulierungen, Schufaeinträge. Oder körperliche Einschränkungen durch den Konsum. Oder Einträge im Führungszeugnis im Fall von Beschaffungskriminalität.
Muß alles nicht sein, aber kann.
Ich würde sowas wissen wollen, als Partner haben davon einige Sachen auch mit meinem Leben zu tun. Die Entscheidung würde ich selber treffen und mir nicht "aufzwingen" lassen wollen.

von wegen erst einmal Nähe aufbauen, damit die potentielle Partnerin das ganze leichter schluckt, das grenzt für mich an seelischen Missbrauch.
Ganz genau so.
W
 
  • #40
Die Zeit die der FS clean ist, die zählt absolut nicht. Wenn man sich seinen Thread genauer durchliest, dann merkt man das er Probleme damit hat clean zu bleiben, wenn er nicht bereits rückfällig geworden ist. Sein Thread liest sich ziemlich depressiv, wie geschrieben sucht der FS nicht nach einem Rat ob er seiner neuen Partnerin gleich alles beichten soll oder nicht, da er ja noch keine neue oder irgendeine Beziehung in Aussicht hat oder stellt.

Interpretation.

Diwo schreibt nicht mehr.

Es stand nur drin, er ist seit 5 Jahren clean.
Nichts von Problemen.
Er führt ein normales Leben.
Seine Frage, wann einer Partnerin erzählen. Nicht mehr.

Wo ist das depressiv? Wo Anhaltspunkte für den Rest?
Es sind alles Ergänzungen und Phantasien der Foristen.

Bei so viel Angriffen hat er die gesunde Konsequenz gezogen. Abmelden.
Antworten wäre nur Rechtfertigen, Raum und Futter für weitere Spekulationen.

Wer hier fragt, braucht sehr oft ein sehr dickes Fell. Unmöglich.

M, 54
 
  • #41
Die Zeit die der FS clean ist, die zählt absolut nicht. Wenn man sich seinen Thread genauer durchliest, dann merkt man das er Probleme damit hat clean zu bleiben, wenn er nicht bereits rückfällig geworden ist.

Erstens mal zählt die Zeit, die jemand clean ist, durchaus. Je länger man clean ist, desto geringer wird die Rückfallgefahr (ganz weg ist sie nie, das stimmt). Die Person behält ihr "Suchtgedächtnis" zwar ein Leben lang, doch je länger sie sich von der Sucht distanziert, desto mehr kann sie in schwierigen Situationen auf Alternativstrategien zurückgreifen.
Wie du aus diesem kurzen Beitrag herausgelesen haben willst, dass er Probleme hat, clean zu bleiben, bleibt mir ein Rätsel. Der FS scheint sich ein ganz normales Leben aufgebaut zu haben. Sprich, was auch immer er früher angestellt hat, er tut's inzwischen nicht mehr und wird wohl einer Arbeit nachgehen, Hobbies haben und so fort. Jedenfalls wäre das meine Interpretation seiner wenigen Zeilen.
 
  • #42
Ich bin ja echt froh dass mein Mann nicht alles weiß was ich früher so getrieben habe. Bei diesem Forum gäbe es nur die sofortige Trennung. Ich kann den FS verstehen, ich würde mich hier auch nicht für die Phantasien der Schreiber rechtfertigen wollen.
 
  • #43
Offenheit zu einer potentiellen Partnerin, ja.
Aber nicht beim 1. Date. Erst, wenn man merkt, da könnte sich was entwickeln.

Die Richtige versteht. Die anderen passen sowieso nicht.

@Aries, du bist doch im psychologischen Bereich tätig?
Es gibt nicht DEN Königsweg. Deshalb schrieb ich in meinem ersten Post, der FS solle in sich gehen und überlegen, was er selbst sich denn von einer potentiellen Partnerin wünschen würde, die eine entsprechende Geschichte hinter sich hat. Und genau so sollte er selbst handeln. Dann findet sich auch die Richtige. Verschweigen wollte er ohnehin nicht, denke ich, sonst hätte er nicht gefragt.
Und sehr wichtig für eine potentielle Partnerin ist eben auch der Abgleich zwischen "früher" und wie verhält er sich heute.

Für mich steht eine Drogenvergangenheit in einer Reihe mit vergangener (oder noch bestehender) Ehe, vorhandenden Kindern, chronischen Krankheiten u. ä.
Die davon auf mich zutreffenden Dinge habe ich jeweils vor dem Treffen kommuniziert, weil ich niemanden erst einfangen wollte, um ihn dann mit diesen Tatsachen zu konfrontieren, wenn er schon dabei ist, sich auf mich einzulassen.
 
  • #44
Ich war von Anfang an gnadenlos ehrlich und einen Mann, der davor zurückschreckt, hätte ich folglich ohnehin nicht brauchen können und nicht gewollt.
Meine Mutter hat mich damals auch gelehrt, ehrlich zu sein. Sie hat mit eingebläut, es würde sich auszahlen, ehrlich, nett, lieb, loyal und aufrichtig zu sein. Allerdings hatte sie vergessen zu erwähnen, das es sich nur für sie und andere Menschen lohnt, nur nicht für mich.
Was hier einige empfehlen, von wegen erst einmal Nähe aufbauen, damit die potentielle Partnerin das ganze leichter schluckt, das grenzt für mich an seelischen Missbrauch.
Aber wenn du ehrlich bist und deine Schwächen offenbarst, die dann ggf. gegen dich verwendet werden, ist das kein Missbrauch?

Mich hat das Leben eines gelehrt: Man muss zum Wolf werden, um unter Wölfen zu bestehen.
 
  • #45
Ehrlichkeit und Offenheit gehören auf jeden Fall zu einer Beziehung - gerade bei solch "heiklen" Themen. Mann muss ja nicht sofort mit der Tür ins Haus fallen - sobald aber klar ist, dass man miteinander eine Bindung eingehen möchte, ergeben sich sicherlich viele Möglichkeiten auch solche Punkte aus der Vergangenheit anzusprechen.
Der Partner möchte ja mit einem authentischen Gegenüber zusammensein und Gespräche über Erlebtes, die Familiengeschichte, Wege, die man bestritten hat, ergeben sich doch gerade anfangs im gegenseitigen Austausch beinah zwangsläufig.
Die Grossmutter meiner Kinder entschied sich bei ihrem zweiten Mann für einen trockenen Alkoholiker ... einen besseren, liebevolleren Partner hätte sie nie finden können.
Er ging ganz offen mit seinem Risikofaktor um, für sie stellte dies keinerlei Hinderniss dar - ihr war nur wichtig, dass er alles daran setzt, nicht rückfällig zu werden. Dies tat und tut er.
Noch heute geht er (Obwohl er seit vielen Jahrzehnten ganz bewusst jegliche Gefährdung vermeided) zu seinen Treffen ... (er nimmt seine Problematik an, setzt sich tagtäglich damit auseinander)
Sie lobte diesen Mann immer, als einen, der es schaffte, sich sich selbst zu stellen, sich mit sich auseinanderzusetzen, der die Kraft hatte, in seine Abgründe zu blicken und diese zu bewältigen, hinter sich zu lassen ... - durch die ganz harte Schule geformt wurde ... er weiss wirklich, wie wertvoll das Leben ist, insbesondere die Beziehungen der Menschen zueinander - Familie ist das Grösste überhaupt ...
Im gänzlichen Gegensatz dazu ihr erster Mann ... der einfach nur ... burschikos durch das Leben trampelt ... "alles hört auf mein Kommando" ... ihm käme es nie in den Sinn, sich mit den "Befindlichkeiten" anderer Menschen auseinanderzusetzen ...

Wer bitte geht denn ohne eine gewisse Vergangenheit in eine Beziehung ?! Wichtig ist doch nur - inwieweit man diese bewältigt hat ...
Mir ist ein reflektierter Partner, der seine Probleme erkannt und aufgearbeitet hat, den ich dann auch gern auf seinem weiteren Weg unterstüzte ... wesentlich lieber, als jemand, der mir seine unbewältigte/verdrängte Lebensgeschichte einfach aufdrückt - mich im besten Fall noch zum bequemen Sündenbock für alles erklärt, was ihm jemals widerfahren ist - seine Probleme auf mich projeziert ...
 
  • #46
Meine Mutter hat mich damals auch gelehrt, ehrlich zu sein. Sie hat mit eingebläut, es würde sich auszahlen, ehrlich, nett, lieb, loyal und aufrichtig zu sein. Allerdings hatte sie vergessen zu erwähnen, das es sich nur für sie und andere Menschen lohnt, nur nicht für mich.

Es tut mir leid, dass du das erlebt hast.
Aber mir hat das niemand eingebläut. Ich bin auch nicht immer nett und lieb. Und für mich ist es eher immer nach hinten losgegangen, wenn ich versucht habe, Dinge unter den Teppich zu kehren.

Aber wenn du ehrlich bist und deine Schwächen offenbarst, die dann ggf. gegen dich verwendet werden, ist das kein Missbrauch?

Ich habe nichts, was gegen mich verwendet werden kann. Es sind einfach Informationen über mich, die jemand aber haben sollte, bevor er sich mit mir einlässt. Und mein Gegenüber hat mir im Gegenzug ebenfalls Dinge aus seinem Leben offenbart. Was du schreibst, wäre sicher ein Vertrauensmissbrauch und würde vermutlich den sofortigen Kontaktabbruch nach sich ziehen.

Mich hat das Leben eines gelehrt: Man muss zum Wolf werden, um unter Wölfen zu bestehen.

Wie kann ich eine Partnerschaft anstreben, wenn ich jedem erst einmal das schlimmste unterstelle und mich entsprechend verhalte? Ich gebe Vertrauen und erwarte Vertrauen. Wie sonst soll das funktionieren?
 
  • #47
Mutter hat mich damals auch gelehrt, ehrlich zu sein. Sie hat mit eingebläut, es würde sich auszahlen, ehrlich, nett, lieb, loyal und aufrichtig zu sein. Allerdings hatte sie vergessen zu erwähnen, das es sich nur für sie und andere Menschen lohnt, nur nicht für mich.
Deine Mutter ist dafür verantwortlich, was sie sagt, nicht wie du das verstehst. Es zählt sich immer aus, wenn man sich so verhält, aber nur, wenn es vom Herzen kommt, nicht wenn du für dein Liebsein eine Gegenleistung erwartest.
Mich hat das Leben eines gelehrt: Man muss zum Wolf werden, um unter Wölfen zu bestehen.
Niemand zwingt dich, dich zu Wölfen zu begeben oder unter ihnen zu bleiben. Du lebst in einem freien Land und bist in der Lage, dir dein Umfeld auszusuchen oder zu wechseln. Das Leben ist kein Ponyhof, aber du entscheidest, ob du verbittert wirst, weil es so viel böse Menschen gibt, oder du nett bleibst TROTZ so vieler bösen Menschen.
 
  • #48
Ich gebe Vertrauen und erwarte Vertrauen. Wie sonst soll das funktionieren?

Ja. Uneingeschränkt.

Aber jemandem sehr private Dinge erzählen, den ich nicht kenne?
Dieses Vertrauen ist mehr als naiv.
Vor einem 1. Date weiß ich von dem Anderen nichts.
Wer weiß, wer da auf der anderen Seite schreibt.
Ich rate dringend einem Unbekannten nur das zu erzählen, was ich morgen in der Zeitung von mir lesen wollen würde.

Nach dem / den ersten Dates sieht man weiter.

M, 54
 
  • #49
Was du schreibst, wäre sicher ein Vertrauensmissbrauch und würde vermutlich den sofortigen Kontaktabbruch nach sich ziehen.
Klar, aber dann ist der Schaden ja schon da und man überlegt, ob man das noch mal so macht und zu früh was erzählt.
Wie kann ich eine Partnerschaft anstreben, wenn ich jedem erst einmal das schlimmste unterstelle und mich entsprechend verhalte?
Aber ist diese Frage nicht auch zu stellen z.B. wenn einer von seinem Drogen-ge/missbrauch von vor 5 Jahren erzählt? Manche denken dann anscheinend sofort, es MUSS irgendwann einen Rückfall geben, also unterstellen sofort das Schlimmste, und wollen dann nicht der Partner sein. Muss ja aber nicht und warum dann so schnell davon erzählen, wo es doch nicht relevant ist für den Menschen, wie er JETZT ist?
Das ist kein Befürworten, es nicht schnell zu erzählen. Ich bin unterm Strich unsicher, was das Beste sein soll. Bei Partnerbörsen ist es auch anders, als wenn man sich im RL ohne Beziehungsabsicht kennenlernt und sich immer mehr zu mögen beginnt. Da passiert es ja auf dem "natürlichen Wege", dass der Jetzt-Mensch zählt und der andere schon den Beweis sieht, dass es ein stabiler Mensch ist.
Bei anderen Themen, wie z.B. Fremdgänger in seinen vergangenen Beziehungen sein, frage ich mich, wer sowas erzählt. Das wäre für mich z.B. relevant. Auch wenn ich denke, dass man sich auch hier ändern kann. Aber ob sich geändert wurde, merkt man ja erst IN der Beziehung, wenn Probleme nicht verschwiegen werden, sondern eine gute Kommunikation herrscht. Die Fremdgänger, die in einer superglücklichen, problemlosen Beziehung fremdgehen, lass ich mal außer vor. Aber die sollten das unbedingt gleich sagen, finde ich. Offene Beziehungen müssen vorher vereinbart werden.
 
  • #50
Wie kann ich eine Partnerschaft anstreben, wenn ich jedem erst einmal das schlimmste unterstelle und mich entsprechend verhalte? Ich gebe Vertrauen und erwarte Vertrauen. Wie sonst soll das funktionieren?
Meine Meinung dazu: Vertrauen ist dazu da, um es zu missbrauchen. Ich selber handele nicht danach, habe es aber genau so erlebt.

Nach einem Umzug hatte ich BF, leichte Außenseiterin, der ich aber mit der Zeit vertraut und etwas unschönes aus meiner Vergangenheit erzählt habe. Sie hat dann allmählich angefangen mich zu mobben. Ich konnte aber nichts dagegen tun, da ich immer Angst hatte, sie erzählt es weiter.
Solche Dinge habe ich aber ganz, ganz oft erlebt.

Wer mir vertraut kann dies tun. Ich verwende das nicht. Ich selber vertraue aber niemandem mehr. NIEMANDEM. Ich erzähle nur das, was einer wissen muss. Nichts was gegen mich verwendet werden könnte. Eine Sucht, etc. sind solche Dinge.
 
  • #51
Niemand zwingt dich, dich zu Wölfen zu begeben oder unter ihnen zu bleiben. Du lebst in einem freien Land und bist in der Lage, dir dein Umfeld auszusuchen oder zu wechseln. Das Leben ist kein Ponyhof, aber du entscheidest, ob du verbittert wirst, weil es so viel böse Menschen gibt, oder du nett bleibst TROTZ so vieler bösen Menschen.
Oft sind wir einer Meinung, hier aber nicht.
Niemand zeigt sein wahres Gesicht und wenn du einem Wolf vertraust, wirst du eben gefressen.

Ab einem gewissen Alter sollte man ein Resümee ziehen. Ob nun Gegenleistung oder nicht..... es hat sich unterm Strich wirklich nie ausgezahlt, ehrlich oder nett zu sein. Ich spreche hier aber nicht von einem Lächeln oder einen in der Warteschlange vor zu lassen.
Vieles was ich Leuten anvertraut habe wurde z.B weiter erzählt.
Es kann jeder so handhaben wie er will.... Ich vertraue keinem mehr und wenn ich vertrauen muss, dann tue ich nur so, als ob.
Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht.
 
  • #52
Aber jemandem sehr private Dinge erzählen, den ich nicht kenne?

Ja, jemandem, den ich nicht kenne. Und der mich nicht kennt. Nichts. Nur meinen Vornamen und meine ungefähre Wohngegend. Wie soll der mir gefährlich werden?
Ich habe so den Verdacht, ihr denkt, ich würde demjenigen dann gleich alles erzählen. Aber meine gesamten persönlichen Daten bleiben bei mir, bis ich denjenigen wirklich getroffen habe. Und das wiederum findet erst statt, wenn sich auf allen möglichen Ebenen Einigkeit zeigt. Bzw. so war es, liegt ja in der Vergangenheit ;). Es kann also gar nichts "in der Zeitung" landen.

Und diese Methode finde ich angenehmer, als später beim xten Treffen damit herauszurücken, wenn ich Gefahr laufe, dass mich der andere entsetzt ansieht und Reißaus nimmt. Sowas täte mir persönlich viel mehr weh als ein noch anonymer Mensch, der ein gewisses Interesse an mir zeigt und sich dann zurückzieht.

Aber ist diese Frage nicht auch zu stellen z.B. wenn einer von seinem Drogen-ge/missbrauch von vor 5 Jahren erzählt? Manche denken dann anscheinend sofort, es MUSS irgendwann einen Rückfall geben, also unterstellen sofort das Schlimmste, und wollen dann nicht der Partner sein. Muss ja aber nicht und warum dann so schnell davon erzählen, wo es doch nicht relevant ist für den Menschen, wie er JETZT ist.

Nein, das ist nicht die Frage, die ich stelle. Die Frage, die ich mir stelle ist, kann ich damit umgehen? Und nicht, ist der Mensch okay, wie er jetzt ist? So wie ich bestimmte Personengruppen von vornherein ausschließe, gestehe ich das auch meinen potentiell ausgesuchten zu. Wenn jemand schlechte Erfahrungen mit Depressionen gemacht hat, dann bin ich dem doch nicht böse, wenn er eine dazu neigende Frau als Partnerin ausschließt - mal als Beispiel. Aber dazu muss ich ihn nicht erst kennenlernen und toll finden (und er mich), das kläre ich einfach vorher ab.
 
  • #53
Niemand zeigt sein wahres Gesicht und wenn du einem Wolf vertraust, wirst du eben gefressen.
ICH zeige mein wahres Gesicht. Wir sind hier zwar im anonymen Forum, aber im realen Leben rede ich genauso. Vielleicht eine Spur zurück haltender, weil doch gewisse Hierarchien gibt's und weil nicht jeder mit klarer Ansprache klar kommt. Ich Falle nicht mit der Tür ins Haus, aber ich versuche möglichst authentisch zu bleiben. Natürlich ecke ich an und natürlich ist man dann auch nicht immer so beliebt. Aber das ist es mir wert. Ich bin sowieso ein schlechter Lügner und ausserdem mich zu verstellen erfordert viel Kraft. Davon habe ich nicht soviel und mittlerweile habe ich keine Lust dazu. Ich handele nicht nach "man", ich baue mir selber meine eigene Welt. Ich kann nicht diese Welt ändern oder nicht in dem Masse, aber ich kann meine Einstellung ändern und die ist folgende - wer in seiner Traumwelt leben will, soll es haben, meins ist es nicht. Ich sage meine Meinung und wer nicht damit klarkommt, dann ist das so, Heucheln werde ich nicht unterstützen.
Wölfe sind nie angenehm, sind aber dazu da, damit man lernt zum einen sich vom eigenen Standpunkt nicht abbringen zu lassen und zum anderen die Schäfchen zu erkennen. Die gibt es durchaus, nur warten sie, dass Hauptschäfchen sie anführt. Warum nicht du und ich?
 
  • #54
Wer mir vertraut kann dies tun. Ich verwende das nicht. Ich selber vertraue aber niemandem mehr. NIEMANDEM. Ich erzähle nur das, was einer wissen muss. Nichts was gegen mich verwendet werden könnte. Eine Sucht, etc. sind solche Dinge.
Ich kann dich verstehen. Wenn das eigene Vertrauen mehrfach in die Hose ging, dann wird man vorsichtig.
Aber ganz ohne Vertrauen ? Ne, nur mit Misstrauen will ich nicht leben. Dann lieber die Konsequenzen tragen, wenn es mal schief geht. Allerdings lebe ich beruflich davon, dass mir vertraut wird. Wie erreiche ich das ? Zum einen damit, dass das Mandat über die Anwaltskanzlei geht - damit unterliege ich dann auch der Verschwiegenheitspflicht. Worauf ich auch explizit hinweise. Zum zweiten natürlich damit, dass ich nichts über andere Mandanten erzähle. Und zum dritten dadurch, dass ich Mandanten informiere - auch über Zwischenschritte.
Privat halte ich es ähnlich. Klar, das Dorfradio erfährt nichts. Aber wenn ich meiner Familie, meinen Freunden und natürlich meiner V nicht vertrauen könnte ....
Sag niemals nie ..... war mal ein Bond Filmtitel. Vielleicht taust du auch mal wieder auf. Auf der anderen Seite - und da bin ich total bei dir - zu früh vertrauen kann einem grossen Schaden bringen.
 
  • #55
Aber ganz ohne Vertrauen ? Ne, nur mit Misstrauen will ich nicht leben.
Könntest du (bei mir) nicht beeinflussen. Aber das ist vielleicht auch der Grund, warum du im näheren Bekanntenkreis jemanden gefunden hast.
Meine Familie lebt im Ausland und legt keinen Wert auf Kontakt... seit es ihnen finanziell besser geht. Also gebe ich an, keine Familie zu haben. Das stimmt sogar indirekt.
Wenn man umzieht (was je nach Beruf öfter mal vorkommt), hat man keinen Freundeskreis, in dem irgendwie auffliegen könnte.
Daher erzähle ich NICHTS mehr von meiner Vergangenheit. Bei Dingen, die in meiner Akte stehen könnten, würde ich eventuell andeuten und die Story so drehen, das ich einen Vorteil habe.

Vertrauen ist wie ein Orgasmus, niemand kann wissen ob er echt ist- Außer der, der es erzählt.
 
  • #56
Meine Familie lebt im Ausland und legt keinen Wert auf Kontakt... seit es ihnen finanziell besser geht. Also gebe ich an, keine Familie zu haben. Das stimmt sogar indirekt.
Wenn man umzieht (was je nach Beruf öfter mal vorkommt), hat man keinen Freundeskreis, in dem irgendwie auffliegen könnte.
Irgendwie eine sehr traurige Geschichte.
Ich verstehe irgendwie, dass du deine Ansichten entwickelt hast. Aus meiner Sicht fehlt deinem Leben allerdings eine sehr wichtige Säule.

Ja, natürlich ist es eine Art Selbstschutz, nach wenigen Sätzen einen solchen Hammer zu erwähnen .... da geht ein Fremder, kein Vertrauter.
Allerdings minimierst du so die Chance, dass dir jemand sagt: "Egal was war, egal, was ist oder kommt ..... du bist Sirella und dich will ich ." Und genau diese Chance möchte der FS haben.
 
  • #57
Naja es kommt natürlich auch darauf an wem man vor sich hat. Einer Karrierefrau, auf die ich scharf bin, würde ich nicht erzählen das ich 1 Jahr Mitglied in einer kommunistischen Splitterbewegung war (MG die älteren Studierten werden die noch kennen).
Auch werde ich dort nicht mit meinen Demo-Erfahrungen und der kurzen Zeit im besetzten Haus in Berlin punkten.
Allerdings gäbe es auch Frauen die ich damit beeindrucken könnte.
Ich sehe diese meine Erfahrungen nicht als Malus. Eigentlich habe ich da (fast) nichts zu beichten und es ist über 30 Jahre her.
 
  • #58
Dass Du Deiner Partnerin gegenüber offen und ehrlich sein möchtest, spricht definitiv für Dich. Dennoch könnte es im schlimmsten Fall auch dazu führen, dass die Dame Dich nicht weiter kennen lernen möchte.

Ist es wirklich "der schlimmste Fall", dass eine Frau einen Mann nicht weiter kennen lernen möchte, weil er ehrlich ist? Ich würde das nicht gleich von mir aus beim ersten Date ansprechen, aber in der frühen Kennenlernphase spricht man doch mal über das, was man bisher so im Leben gemacht hat und kann das problemlos einbringen. Ich glaube nicht dass "schweigen" oder gar "lügen" da viel hilft. Wenn eine Frau ein Problem mit einer 5 Jahre zurückliegenden Drogenvergangenheit hat, dann wird Verschweigen das nicht verbessern.
 
  • #59
Ja, natürlich ist es eine Art Selbstschutz, nach wenigen Sätzen einen solchen Hammer zu erwähnen .... da geht ein Fremder, kein Vertrauter.
Allerdings minimierst du so die Chance, dass dir jemand sagt: "Egal was war, egal, was ist oder kommt ..... du bist Sirella und dich will ich ." Und genau diese Chance möchte der FS haben.

Ich bin Kontrollfreak und Schmerzvermeider. Ich minimiere mein Risiko, maximal verletzt zu werden. Wenn das Gegenüber dann trotzdem noch Interesse hat, dann liegt es doch daran, dass ihm egal ist, was war und was kommen wird. Kommt das dann nicht auf das gleiche heraus?
Ich weiß nicht, welche Art Chance der FS haben möchte ...
 
  • #60
Die Frage, die ich mir stelle ist, kann ich damit umgehen?
Würdest Du dann einen gerade kennengelernten Menschen auch fragen nach Deinen Reizthemen?

Und diese Methode finde ich angenehmer, als später beim xten Treffen damit herauszurücken, wenn ich Gefahr laufe, dass mich der andere entsetzt ansieht und Reißaus nimmt.
Das ist ein Punkt FÜR schnelles Sagen. Aber siehe unten.
Ich habe so den Verdacht, ihr denkt, ich würde demjenigen dann gleich alles erzählen. Aber meine gesamten persönlichen Daten bleiben bei mir, bis ich denjenigen wirklich getroffen habe
Na davon bin ich jetzt ausgegangen. Ich rede vom ersten Date, nicht von schriftlichen Bekanntschaften. Da könnte man aber schon ne Liste schicken, was alles nicht sein sollte und der andere kann sich von sich aus diskret entfernen. Dann muss man sich gar nicht erst treffen. Aber zu detailliert über Drogengeschichten würde ich über soziale Schreibmedien auch nicht berichten. Dann haben die Betreiber schön viele Infos.
Wenn das Gegenüber dann trotzdem noch Interesse hat, dann liegt es doch daran, dass ihm egal ist, was war und was kommen wird.
So einfach würde ich das nicht sehen. Man beeinflusst vielleicht den anderen mit solchen Infos trotzdem negativ, obwohl er NICHT gleich wieder geht, oder man zieht sich einen bestimmten Typus an Land, der "auf Problemfälle" steht, obwohl man sich selbst nicht mehr als solchen sieht.

Wenn das passieren soll, wie Du es denkst, müssen beide integre Personen sein, die wissen, was sie wollen, und sich ihrer selbst bewusst sind, also z.B. nicht unbewusst doch eine schwache Opferpartnerin suchen und eine gestärkte Frau, die durch eine Krise ging und nun keine Depressionen mehr hat, anfangen, ungesund beschützen und bevormunden zu wollen und nicht so ernst zu nehmen. Oder, wenn die Frau das "Schöne-Biest-Programm" in sich schlummern hat, den Mann, der von seiner wilden, fernen Vergangenheit berichtet, die er längst wesensmäßig abgehakt hat, anfängt, SO zu sehen.
Man sucht sich auch nicht komplett BEWUSST den Partner aus, sondern auch unbewusste Anteile bestimmen die Partnerwahl. Und während man sich einem Menschen, über den man solche Details nicht weiß, immer noch neugierig kennenlernend genähert hätte, könnte der einem schon eine gewisse Brille aufgesetzt haben mit seinen Infos, durch die dann kein neutraler Blick auf die JETZT-Person mehr möglich ist, weil das Kopfkino unterbewusst schon läuft.
Ich will damit nur sagen, dass ich Deine Rechnung zu einfach finde, davon auszugehen, dass der andere die Infos egal findet, wenn er bleibt. Manche bleiben und haben doch ihre Vorurteile, mit denen sie den anderen dann sehen und behandeln.
 
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