Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  • #32
Am Abend erklärte er schließlich, dass seine Ex ihm die Lust „geklaut“ habe. Sie waren viele Jahre zusammen und zum Schluss stellte sich heraus, dass sie lesbisch ist. Untergründig suchte er die Schuld bei sich, was natürlich Schwachsinn ist (die Geschichte kannte ich bereits).
Also, das mag ja so sein, aber trotzdem finde ich das seltsam. Die Freundin meiner Mutter war auch in ihrer Jugend lange mit einem Mann zusammen, der dann homosexuell war, aber ihrer Lust hat das nie geschadet, und auch sonst hab ich das noch nicht gehört. Mag sein, dass Männer da aus Stolz sensibler reagieren. Aber ich würde trotzdem auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass das nur ein vorgeschobener Grund ist und nicht der wahre.
Wenn ich an deiner Stelle wäre, würde ich nach der erneuten Abfuhr wahrscheinlich nochmal klar sagen, dass ich den Grund verstehe, aber dass er mich so verliert, und dass er es entweder versuchen kann, oder ich muss mich trennen, da ich keine sexlose Beziehung möchte. Glücklich wirst du so ja nicht und noch ewig weiter warten - wozu?
 
  • #33
Am Abend erklärte er schließlich, dass seine Ex ihm die Lust „geklaut“ habe. Sie waren viele Jahre zusammen und zum Schluss stellte sich heraus, dass sie lesbisch ist. Untergründig suchte er die Schuld bei sich, was natürlich Schwachsinn ist (die Geschichte kannte ich bereits).
OK, also zusammengefasst: Bei ihm ist eigentlich alles in Ordnung, sein "Problem" hat seine Ex zu verantworten. Schuldfrage geklärt...so weit, so gut (bzw. nutzlos).

Viel wichtiger wäre eine Klärung dahingehend, ob er bei sich Handlungsbedarf sieht? Was will er konkret tun, um seine Lenden wieder (?) zu lockern? Hat er dir verraten, wie du ihn unterstützen könntest?
 
  • #34
Was ich hier wirklich interessant finde ist, dass von weiblicher Seite fast noch mehr "Druck" empfohlen wird als von männlicher. In umgekehrter Konstellation wird doch auch eher Verständnis gefordert, wenn eine Frau mal nicht so schnell ins Bett will...
Er hat ja offenbar ein Problem mit Druck. Vermutlich auch dauerhaft. FS, letztlich musst Du entscheiden, ob Du eine Zukunft siehst. "Lust geklaut" kann ich vollständig aus männlicher Sicht nicht so richtig nachvollziehen, auch wenn es selbstverständlich Phasen mit mehr oder weniger Lust gibt...
 
  • #35
Ich nehm ihm die "Lust-geklaut-Geschichte" nicht ab. Du hast ihm sowohl nonverbal als auch verbal deutlich gemacht, was du willst. Er weist dich zurück. Ich würde sagen, da kommt nichts mehr. Der Grund, weshalb das so ist, spielt keine Rolle. Er will oder kann dir das nicht geben, was du wünscht. Dieser Traummann sollte entsorgt werden.
 
  • #36
Am Abend erklärte er schließlich, dass seine Ex ihm die Lust „geklaut“ habe. Sie waren viele Jahre zusammen und zum Schluss stellte sich heraus, dass sie lesbisch ist. Untergründig suchte er die Schuld bei sich, was natürlich Schwachsinn ist (die Geschichte kannte ich bereits).
Liebe FS,
wenn das so sein sollte, dann müsste er wohl eine Therapie machen. Du kannst ihn da nicht "heilen".
Aber wenn ich ehrlich sein soll, halte ich das für einen vorgeschobenen Grund. Du hast ja geschrieben, dass er eine Erektion hat. Vermutlich hat er das gleiche Problem wie viele Männer seines Alters: Impotenz. Er bekommt zwar eine Erektion, weiß aber genau, dass er sie nicht halten kann. Und aus Scham, Stolz oder was auch immer geht er nicht zum Arzt, um das Problem abklären zu lassen und sich ggf. die blauen Pillen verschreiben zu lassen.
Du kannst da gar nichts machen. Egal um welches Problem es sich handelt, er ist derjenige, der eine Lösung in Angriff nehmen muss.
Zeit genug (4 Monate) hatte er ja, aber die hat er einfach so verstreichen lassen.
Ich stelle mir das gerade umgekehrt vor, eine Frau will 4 Monate lang keinen Sex aus irgendwelchen obskuren Gründen. Da wäre jeder Mann weg, wahrscheinlich nicht erst nach 4 Monaten, sondern schon nach dem 4. Date. Und hier faseln einige Männer von zuviel Druck.
 
  • #37
In umgekehrter Konstellation wird doch auch eher Verständnis gefordert, wenn eine Frau mal nicht so schnell ins Bett will...
Ich glaube, die wenigsten Frauen hier, die vier Monate zu lange finden, fänden das umgekehrt bei einer Frau kein Problem. Das sind nicht die gleichen.
Ganz besonders, wenn der eine dann noch obskure Gründe nennt, und nicht, dass er warten will, sondern die Ex wurde lesbisch usw. Wenn eine Frau erzählen würde, ihr Ex hätte ihr die Lust geraubt, weil er meinetwegen fremdgegangen ist, würde hier kaum noch einer den Mann um Verständnis anhalten, denke ich.
 
  • #38
Ich nehm ihm die "Lust-geklaut-Geschichte" nicht ab.
Die Story ist kompletter Humbug und für die Lösung des Problems total nutzlos - ich denke, da sind sich wirklich alle einig. Die TE für so eine Info 800km anreisen zu lassen, ist schon fast an sich ein Trennungsgrund.

Und aus Scham, Stolz oder was auch immer geht er nicht zum Arzt, um das Problem abklären zu lassen und sich ggf. die blauen Pillen verschreiben zu lassen.
Eben. Er kennt vermutlich das wahre Problem, kann es aber nach 4 Monaten nicht ansprechen - und hat sich darüber hinaus noch nicht ansatzweise damit auseinandergesetzt, wie er es lösen will. Stattdessen spielt er auf Zeit - aber um was genau zu erreichen? Für mich komplett rätselhaft. Und die TE zuckelt weiterhin brav 800km durch die Republik.

Liebe @shogal, welche Informationen brauchst du eigentlich noch, um endlich eine Entscheidung treffen zu können?
 
  • #39
Am Abend erklärte er schließlich, dass seine Ex ihm die Lust „geklaut“ habe. Sie waren viele Jahre zusammen und zum Schluss stellte sich heraus, dass sie lesbisch ist. Untergründig suchte er die Schuld bei sich, was natürlich Schwachsinn ist (die Geschichte kannte ich bereits).
Da hat er wieder eine Chance verpasst, die Wahrheit zu sagen, denke ich.
Ich bin bei @Charline - er sollte eine Therapie machen in diesem Fall.

Aber seine Erklärung halte ich auch für Schwachsinn. Es gibt einen anderen Grund, den er entweder nicht erkennt, wenn er seine eigene Geschichte selbst glaubt (und eine Therapie machen sollte), oder ihn nicht sagen will.

Was ich hier wirklich interessant finde ist, dass von weiblicher Seite fast noch mehr "Druck" empfohlen wird
Ich empfehle keinen Druck, ich finde nur, dass die FS veräppelt wird, obwohl sie nun schon mehrere Versuche startete, das Problem zu benennen. Das macht der Mann ja nun nicht ohne Not, also das Veräppeln, aber was bringt dieser Umstand, wenn sich gar nichts ändert? Würde er sagen, welches Problem er wirklich hat, und es angehen, wär das doch ganz anders.
 
  • #40
Am Abend erklärte er schließlich, dass seine Ex ihm die Lust „geklaut“ habe.
Na, da haben wir ja den Schuldigen bzw. die Schuldige. Immer sind es die anderen....Das ist ja so einfach und glaubwürdig.

Der Mann wird dir nie sagen, was wirklich Sache ist. Ob er pornosüchtig ist und es mit einer normalen Frau nicht kann, ob er Erektionsstörungen hat, ob ihn Frauen an sich einfach anekeln....Wenn er dich nicht gerne und hingebungsvoll küsst, Probleme hat, dir die Brust zu streicheln....und das hat noch nicht einmal was mit Liebe machen zu tun....wenn es daran schon scheitert.....und angeblich hat er schon 2 lange Beziehungen gehabt....Ich kann das nicht glauben, wie lange man da noch rummachen soll und Verständnis haben muss. 800 km fährst du immer wieder, um abgewiesen auf der Bettkante zu sitzen....Ich käme mir da so blöd vor. Und was er da für Entschuldigungen vorbringt, da wäre ich ja so sauer! Lass dich doch nicht länger veräppeln....Wenn ihm an dieser Beziehung gelegen ist, dann würde er nach Lösungen suchen. Er hat ein riesiges Problem! mit Sex. Und das liegt nicht an der Ex-Frau.
 
  • #41
Liebe TE,
ich würde dir gern mal die Frage stellen, wenn die Situation umgekehrt wäre.

Würdest du so handeln wie er?

Wenn die Antwort eine andere ist, dann erkennst du jetzt hoffentlich, dass er dich keineswegs wertschätzt und etwas verändern will.

Ganz im Gegenteil, er nimmt es in Kauf, dass du selbstzweifelst, dir den Kopf zerbrichst, wie man das Problem lösen kann und lässt dich komplett allein.

Das ist kein Traummann!

Ein Traummann wäre bemüht das Problem zu lösen! Und zwar seiner selbst Willen und der Partnerin zuliebe.

Für mich hat sein Verhalten was Manipulatives.

Ich wünsche dir, dass du erkennst, dass er ganz wenig von einem Traummann hat und alles andere möglicherweise auch mehr Schein als Sein ist.
 
  • #42
Das macht der Mann ja nun nicht ohne Not, also das Veräppeln, aber was bringt dieser Umstand, wenn sich gar nichts ändert? Würde er sagen, welches Problem er wirklich hat, und es angehen, wär das doch ganz anders.
Richtig. Er macht das nicht ohne Not. Natürlich hat er die Aufgabe, sich mit seinem Problem zu beschäftigen. Dabei kann sie ihn unterstützen oder eben die Konsequenzen ziehen. Ich halte das auch nicht für "veräppeln" auf seiner Seite, sondern für ein Problem. Das haben aber umgekehrt Frauen auch, die nicht gleich Sex haben wollen, weil sie damit schlechte Erfahrungen gemacht haben.
Eigentlich hätte die FS die Kennenlernphase dann längst konsequent beenden müssen, denn das geht ja schon relativ lange so. An sich ist es ja auch kein Problem, wenn jemand sich Zeit lässt, aber es muss eben für beide passen.
 
  • #43
Es war ein ehrliches, inniges und Hoffnung gebendes Gespräch ... und heute morgen hat er mich wieder abblitzen lassen. Tja.
Tja, kann auch ich nur sagen. Ein ehrliches Gespräch? Sehe ich nicht so. Hier hatte dein Traummann die Chance, sich endlich zu erklären UND zu handeln. Er hat sie nicht ergriffen ...

Nun musst du dich fragen, ob du diesen tollen, sensiblen, liebevollen (??!) Mann ohne Sex - gilt auch für die Zukunft - haben willst, oder ob du mehr erwartest. Deine Entscheidung.
Was hindert dich daran, konsequent einzufordern, was du dir wünschst bzw. was du brauchst? Die Möglichkeit, ihn dann »zu verlieren«? Wobei du, ehrlich, eher etwas zu gewinnen hast: die Einsicht, dass du nicht seine Therapeutin bist und dass die erfüllende Liebe dir nur begegnen wird, wenn du »frei« bist. Ohne ihn im Kopf zu haben.

800 km machen euch die Zukunft sicher auch nicht einfacher, ich weiß, wovon ich rede. Bei mir sind es weniger als die Hälfte, zudem steckt eine über Jahre gelebte Liebe dahinter; mit Sex natürlich und gut eingetakteten, liebevollen und rücksichtsvollen Begegnungen.
Das alles habt ihr nicht, könnt also nicht darauf aufbauen. Dieser Mann lebt auf deine Kosten, weiß sich begehrt und legt die Beine hoch. Wie es dir dabei geht, ist ihm völlig egal! Begreife das und ziehe die Reißleine!

Ein Traummann verhält sich anders. Lesben-Ausrede? Wie alt war er noch? Lebt er im Kindergarten? Zumindest glaubt er wohl, DU kämst vom Mond. Willst du mit so einem Bübchen zusammen leben?
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #44
Hm, also ich kann mir durchaus vorstellen, dass es stimmt, was er sagt. "Lust geklaut" natürlich nicht in dem Sinne, dass er keine Erektion mehr bekommt und nicht "kann", sondern eher in dem Sinne, dass ihn das Verhalten seiner Ex schwer traumatisiert hat und ihn an seiner Männlichkeit hat zweifeln lassen, dass es sein Selbstbewusstsein in Bezug auf Sex zerstört hat. Keine Ahnung, was in seiner Ex-Beziehung so vorgefallen ist und welche Vorwürfe und Beleidigungen gefallen sind, aber vielleicht hat er das Gefühl (vermittelt bekommen?), seine Ex ist lesbisch "geworden", weil er als Mann versagt hat, der Sex so schlecht war und er sie nicht befriedigen konnte. Und jetzt hat er Angst, dass wenn er Sex mit dir hat, es dir nicht gefällt und er wieder nicht gut genug ist und wieder versagt. Ihn hat das unfassbar verletzt und er möchte diese schmerzliche Erfahrung der Ablehnung seiner Sexualität nicht wiederholen, lieber gar nicht erst versuchen als riskieren, dass es bzw. er dir nicht gefällt.

Ich denke, er könnte sich dafür öffnen, wenn du viel Vertrauen aufbaust, mit Feingefühl rangehst und ihm immer wieder vermittelst, was für ein toller Mensch er ist, dass er sich keine Sorgen machen muss und du ihn wirklich annimmst und nicht ablehnst.

Dass du dich jetzt beschwerst und klagst und sogar ein Beziehungsende in Aussicht stellst, wenn er nicht bald abliefert, verschlimmert alles, denn es erhöht seinen Leistungsdruck und seine Versagensangst, er muss nun fürchten, dass wieder eine Beziehung scheitert, weil er sexuell versagt. Er tut mir leid, ich stelle mir das sehr schwer und hart für ihn vor.

Wenn ich diesen Mann sonst toll fände -- und das schien der Fall zu sein --, würde ich ihm ganz viel Liebe und Bestätigung geben, denn das braucht er, und wenn ich jemanden liebe, will ich, dass es ihm gut geht. Aber ich bin auch jemand, der mal ein bisschen länger auf Sex verzichten könnte, weil ich meinen Partner als ganzen Menschen schätze und insgesamt gerne Zeit mit meinem Partner verbringe, man kann ja auch erstmal noch reden, zusammen kochen, spazieren gehen, Filme schauen, Aktivitäten nachgehen.

Ich meine, er braucht einfach mehr Zeit, um Vertrauen aufzubauen, und eine einfühlsame Partnerin, die ihn nicht verletzt oder unter Druck setzt. Liebe bedeutet auch Verständnis und Rücksicht.
 
  • #45
Natürlich hat er die Aufgabe, sich mit seinem Problem zu beschäftigen.
Wäre zumindest hilfreich, wenn er sich darüber klar wird, dass man SIEHT, dass er da um ein Problem schleicht.
"Veräppeln" war ein doofes Wort. Ich würde das jetzt lieber umformulieren in "er will sich und seine Partnerin aus innerer Not heraus täuschen", und er merkt nicht, dass das langsam seltsam aussieht.
Was ich anstelle der FS nicht gemacht hätte, wäre noch ein Versuch, ihn zu verführen, wenn er am Abend vorher diese "Erklärung" mit der lesbischen Ex gebracht hat. Vielleicht denkt er das sogar, dass die Ex schuld dran ist, dass er vielleicht zwar ne Erektion bekommt, sie aber nicht halten kann, weil ihm dann irgendwas einfällt, das sie gesagt hat. Auf jeden Fall sollte er sich drum kümmern, statt den Kopf in den Sand zu stecken.

hat er die Aufgabe, sich mit seinem Problem zu beschäftigen. Dabei kann sie ihn unterstützen
Unterstützung geht ja nur, wenn es was zu unterstützen gibt. Den ersten Schritt zur Veränderung muss er ja machen, sonst würde die FS versuchen, ihn dazu zu bewegen und es wäre nicht sein Wille, woraus folgen würde, dass er blockiert (zumal es dann so aussieht, als wollte die FS nur Sex und ihn "auf seinen Körper reduzieren" - eine weitere schlimme fordernde Frau in seinem Leben). Den Willen zur Änderung scheint er nicht zu haben, sonst hätte er in den letzten Wochen ja statt stillzuhalten mal was in Angriff genommen. WENN er es heimlich doch gemacht hat, hätte er es sagen müssen. Dann hätte sie eine Aussicht auf Änderung.
 
  • #46
Hier hatte dein Traummann die Chance, sich endlich zu erklären UND zu handeln. Er hat sie nicht ergriffen ...
Entgegen landläufiger Sichtweise können auch Männer nicht immer "handeln". Der hier hat offenbar ein Problem. Problem!

Natürlich kann die FS das lösen, indem sie die Beziehung beendet. Wenn sie das nicht möchte, kann sie mit Druck und Drohungen sicher nichts erreichen. Bei einer Frau, die wegen zu wenig Unterstützung im Haushalt keinen Sex möchte, fängt ja auch niemand an, "Handlung" zu fordern.
 
  • #47
Irgendwie wird hier total auf dem armen Mann herumgehackt. Ich finde, das hört sich alles gar nicht so düster an: Er bekommt Erektionen, also ist er schon mal nicht völlig asexuell, im Gegenteil, er findet die FS attraktiv. Er hat eine sinnvolle Erklärung geliefert, warum er mit dem Sex wartet. Und ansonsten ist er ein "Traummann". Ich finde das alles überhaupt nicht hoffnungslos, sondern glaube, wie oben erwähnt, dass er tiefe Unsicherheiten hat und mehr Vertrauen, Liebe und Sicherheit braucht. Gerade unter Teenagern gibt es doch auch viele Mädels, die mit ihrem Freund ein Jahr lang ohne Sex zusammen sind, weil sie sagen, dass sie noch nicht bereit sind, und da meckert auch keiner, manch ein Mann gibt seiner Freundin zwei Jahre und lässt ihr die Zeit, die sie braucht, liebt sie trotzdem und hat Spaß mit ihr. Und wie gesagt, ich war mit meinem Partner auch ein Jahr lang befreundet, bevor wir Sex hatten. Man muss doch den anderen nicht nur aufs Sexuelle reduzieren. Dass sie nicht für immer auf Sex verzichten will, ist klar, aber er wirkt ja wirklich nicht asexuell, sondern hat sich ja erklärt und ein Bewusstsein für sein Problem.

Manche sagen hier sehr schnell: "Willst du etwa seine Therapeutin sein? Schieß ihn in den Wind!" So würde ich mit einem netten, geliebten Menschen niemals umgehen. Wenn ich meinem Partner ("therapeutisch") helfen kann, dann mache ich das doch gerne. Natürlich kann man es sich leicht machen und sagen, man akzeptiert nur perfekte Partner ohne Probleme. Aber wir haben doch alle unsere Probleme. Ich habe auch meine Störungen, Ängste und Sorgen und schon rumgeheult deswegen, aber mein Partner hat mich nicht deswegen verlassen, sondern mich getröstet und mit mir nach Lösungen gesucht, und umgekehrt genau so. Ich finde, man kann sich in einer ernsthaften Beziehung ruhig auch mal "therapeutisch" helfen, also dem anderen zuhören und auf seine vielleicht besonderen Bedürfnisse eingehen. Ich finde es normal, dass Menschen mir von ihren Problemen erzählen und ich achtsam und behutsam damit umgehe und sie aufbaue, wenn sie unten sind, das würde ich für normale Freunde und erst recht für den Mann machen, in den ich verliebt und an dessen Wohl ich interessiert bin.
Aber das entscheidet natürlich jeder selbst, wenn man nur unbeschwert leben und seinen Spaß und alles immer sofort den eigenen Wünschen entsprechend haben will, darf man sich halt nur einen "perfekten" Partner ohne Kratzer suchen.
 
  • #48
Entgegen landläufiger Sichtweise können auch Männer nicht immer "handeln". Der hier hat offenbar ein Problem. Problem!
Von diesem Problem war für mich nicht die Rede, lieber @Lebens_Lust. Dafür habe ich Verständnis.

Nicht nachvollziehbar ist für mich allerdings, dass der Traummann nicht mehr erklärt, als seine (Lesben-)Erfahrung aus der früheren Beziehung. Man(n) kann sich nicht immer auf traumatische Begebenheit berufen, ohne etwas Wirksames dagegen zu unternehmen.
Hier fand am Abend davor ein erklärendes Gespräch statt - um am nächsten Morgen dann doch wieder in der Ablehnung der FS zu enden. Wäre ihr Partner etwas sensibler an diesem Morgen vorgegangen (Streicheln, Zärtlichkeiten ohne Penetration aber mit dem Hinweis auf Zugewandtheit), hätte sich @shogal vermutlich weniger abgewiesen gefühlt.

In einer liebevollen Beziehung, auch einer beginnenden, lässt sich fast jeder Missklang über Reden klären. Schwierig wird es dann, wenn zwar Gespräche stattfinden, aber nichts daraus folgt.
Nimmt mich mein Partner trotz Müdigkeit, Problemen, die in Dingen außerhalb unserer Beziehung liegen oder auch vorübergehender sexueller Unlust, abends im Bett in den Arm, erklärt mir den augenblicklichen Zustand, wäre ich die Letzte, die versuchen würde, ihn gegen seinen Willen zu verführen.
Ein Partner aber, der mir immer nur ausweicht oder ausweichende Erklärungen liefert, würde von mir bald nicht mehr ernst genommen. Das wäre der Anfang vom Ende.
 
  • #49
So würde ich mit einem netten, geliebten Menschen niemals umgehen. Wenn ich meinem Partner ("therapeutisch") helfen kann, dann mache ich das doch gerne. Natürlich kann man es sich leicht machen und sagen, man akzeptiert nur perfekte Partner ohne Probleme. Aber wir haben doch alle unsere Probleme.
Du beziehst Dich hier aber darauf, dass die Partnerschaft schon besteht, wenn Probleme auftauchen, oder aber die Probleme des Partners nicht der betreffenden Person selbst Probleme bereiten, wenn ich Dich richtig verstehe. Diese Beziehung fängt ja immer noch an, und es stellt sich raus, dass hier was Entscheidendes nicht passt und es auch nicht so aussieht, als gäbe es eine Änderung.
Einen Partner zu verlassen, ist ja was anderes als nicht-passende Menschen wieder loszulassen. Und selbst bei Partnern, die schon lange eine Beziehung führen, kann es sein, dass es der andere einfach so nicht (mehr) hinnehmen kann.
Vielleicht kann man es so formulieren: Die Probleme der beiden müssen passen, damit man es (weiter) zusammen versuchen will. Wenn schon Frust am Anfang da ist, was soll das werden?

Ich habe auch meine Störungen, Ängste und Sorgen und schon rumgeheult deswegen, aber mein Partner hat mich nicht deswegen verlassen, sondern mich getröstet und mit mir nach Lösungen gesucht, und umgekehrt genau so.
Hm ... ich kann mir gerade nicht vorstellen, dass ein Mann, den man gerade kennenlernt und ihn noch weiter ernsthaft kennenlernen will, möchte, dass eine Frau ihn bei seinen Potenzproblemen tröstet und mit ihm nach Lösungen sucht.

Aber angenommen, das wäre so und nehmen wir das Trösten raus, was mE ziemlich unerotisch wäre (und es für mich ehrlich gesagt auch ist, wenn Männer das bei ihren Frauen tun, wenn die psychische Probleme haben, aber jeder, wie er mag). ER will ja nichts ändern. Wenn er jetzt sagen würde "ich habe dieses und jenes Problem, müsste zu Arzt X oder keine Ahnung, ich stecke irgendwie fest", dann kann eine neue Partnerin helfen. Finde ich auch ok.

Aber! wenn sie jetzt sein Problem zu ihrem machen will und muss (weil er es ja nicht angeht), damit sie in der Beziehung glücklich werden kann, finde ich das komplett falsch.

Sich aufbauen als Partner, wenn einer Probleme bekommt oder "unten" ist, finde ich auch richtig und normal. Sonst wäre das ja wirklich nur ein Schönwetter-Partner. Aber das ist was ganz anderes.
 
  • #50
Mit 50 sind viele Männer bereits am Anfang der Impotenz. Ich hatte alledings auch schon einen Partner, der aufgrund Übergewicht und extrem ungesunde Lebensführung bereits mit Anfang 40 impotent war. Es wäre bei dir also gar nicht ungewöhnlich, wenn du so einen Mann ergattert hast.
WICHTIG: Impotenz heißt NICHT, dass er keine Errektion mehr hat! Sondern auch, dass er nicht in der Lage ist, eine Errektion zu HALTEN (weil viele hier das damit verbinden, dass er "keinen mehr hoch kriegt"). Das ist aber ein großer Irrtum.

Ganz ehrlich? Alle Signale sprechen dafür. Du hast ihn bereits verführt, er findet Ausreden und geht auch das Problem nicht an. Ich nehme an, dass du ihn auch schon auf evtl. Krankheiten bzw. Erkrankungen angesprochen hast?! Z.B. Aids/HIV, Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes etc.? Leider kann ich dir sagen: Da machst du gar nichts mehr. Er hat sich in seiner Ablehnung und Verdrängung richtig schön eingerichtet! Dein Betteln und Buhlen um ihn pusht zudem sein durch die Impotenz angekratztes Ego. Die meisten Patienten, die mit Impotenz bei mir sitzen, aber wirklich NICHT drüber reden können, sind Männer (50-70 Jahre). Eigentlich ausnahmslos. Redelegatheniker oft, die nicht mal über irgendeine Emotion reden können. Das klassische Männerbild leider noch in dieser Generation (50+): Stark, unbezwingbar, keine Gefühle. Traurig.

Da er auch noch 800 km (!) von dir weg wohnt, sage ich dir ganz ehrlich: Verschwende nicht deine Energie. Suche dir einen halbewegs potenten, am besten jüngeren Mann (max. 40, je nachdem wie alt du bist) in deiner Nähe.

w.,34
 
  • #51
Mit 50 sind viele Männer bereits am Anfang der Impotenz
Und woher kommen deine Kenntnisse?
Kennst du 100.000 oder 1.000.000 impotente Männer mit ü50 oder ist dein Wissen nur von einer Minderheit.

Das wäre jetzt so wenn ich 10 oder 20 Frauen kenne, die keine Kinder bekommen können, dass gleich viele Frauen keine Kinder mehr bekommen können.

Das Schöne an einem Forum ist, dass man aus ein paar Beispielen dies für die Mehrheit interpretiert.
 
  • #52
Und woher kommen deine Kenntnisse?
Kennst du 100.000 oder 1.000.000 impotente Männer mit ü50 oder ist dein Wissen nur von einer Minderheit
Sie spricht ja von Patienten; d.h. sicher ist keine persönliche Erfahrung aus dem Privatleben gemeint. Nach Statistik sind es mit 60-70 Jahren immer ca. ein Drittel, und das ist eine eigene Aussage; da muss man annehmen, dass da eventuell auch nicht total ehrlich geantwortet wird. Mit 50-60 eher 18%, nicht 50%, aber selten ist es jedenfalls nicht. Und bei dem Mann der FS würde ich es auch als Grund vermuten, und dass er nicht darüber reden kann, was für eine Partnerschaft schon kein gutes Zeichen ist, war Kommunikation und Konfliktverhalten angeht.
 
  • #53
dass da eventuell auch nicht total ehrlich geantwortet wird.
Ja aber dann liegt das Problem wo anders und nicht an der Impotenz. Ich kann immer über alles reden und wenn es sein muss, um Gott und die Welt.

Das mache ich jetzt mit meiner LG und habe dies auch früher mit meiner Exfrau gemacht und da sie ja Primarärztin war, wäre ein Tipp von ihr bei Gesundheitsthemen wesentlich besser gewesen als das anonyme Internet. Zu einem anderen Arzt zu gehen ohne das sie ihn überprüft hätte, ging nicht, aber ist auch ein Punkt den man weiß, wenn man lange zusammen war. Das habe ich selber erlebt. Bei einem hohen Blutdruck von mir wollte sie die Medikamente überprüfen und machte noch einen Scherz dabei. “Ich bin ja auch angezogen und warum ist dann dein Blutdruck so hoch. Ist dein Blutdruck über 220, wenn ich jetzt mein Negligé ausziehe“
 
  • #54
Am Abend erklärte er schließlich, dass seine Ex ihm die Lust „geklaut“ habe. Sie waren viele Jahre zusammen und zum Schluss stellte sich heraus, dass sie lesbisch ist. Untergründig suchte er die Schuld bei sich, was natürlich Schwachsinn ist (die Geschichte kannte ich bereits).
Dann ist es für ihn so. Er ist seitdem nicht mehr in der Lage, intim mit einer Frau zu werden.
Psyche hat ihre eigene Dynamik.

Seine Erektion zeigt Dir, dass er Dich begehrt - es hat nichts mit Dir zu tun.
Er weiß, dass wenn er mit Dir schlafen möchte, dass er die Erektion nicht halten kann. Diese für ihn peinliche Situation möchte er meiden, und verweigert jeglichen intimen Kontakt.

Es wäre aber an ihm, zu verstehen, dass er hier aktiv werden muss - und hier wird es nur mit psychologischer Hilfe gehen.
Ganz schwer ist es, weil er nicht mal einen Ansatz von sexueller Nähe zu lässt. Da sind die Blockaden und die Scham ganz tief.
Denn ihr könntet ja intim werden, eben ohne Penetration.
Keine Dauerlösung, aber es kann, wenn Mann möchte, durchaus sehr gut sein.

Allerdings, wenn er sich den Problem nicht stellen will, wird es nichts werden, und je länger er wartet, desto mehr manifestiert es sich, bis er auch andere körperliche Nähe meidet, damit er der Gefahr sexueller Nähe aus dem Weg geht.

Und - Du wirst ihn nicht "heilen" können.
Deine Versuche, ihn zu verführen bringen da nichts. Du kommst gegen die Blockaden nicht an.

W, 51
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #55
Wie reder er sonst über Sex? Oder ist das Thema völlig ausgeklammert?
Wenn man vielleicht über andere redet, Frauen oder was weiss ich, wie man auf das Thema kommen kann.
Ist Sex vielleicht für ihn etwas Schmutziges, was die Liebe befleckt?
Fühlt er sich selber dreckig dabei und würde dich dabei entwerten?
Hat er sexuelle Fantasien, die so krass sind, dass er weder drüber spricht, geschweige denn die umsetzt? Gibt es sonst körperlich Nähe, kuscheln, küssen, in den Arm nehmen?
Was ist er für ein Typ, steif und distanziert?
 
  • #56
Ich bin immens traurig, möchte ihn nicht verlieren aber so möchte ich keine Partnerschaft leben. Ich habe zehn Jahre in einer lieblosen Ehe verbracht, nie wieder.
Aus meiner Sicht wäre die einzige Lösung, dass ihr das Ganze in eine platonische Freundschaft umwandelt. Euch ab und zu seht, wenn dir danach ist.
Aber ansonsten sollst du frei sein, jemanden zu suchen, der dir nicht wieder ähnliche Erfahrungen beschert wie die letzte Ehe. Deine Vorstellungen von einer Partnerschaft sind wichtig und okay. Niemand denkt schlecht von dir, bloss weil du dich von einem Mann trennst, der in Schockstarre verharrt nach der letzten Beziehung.
Ich glaube ihm übrigens, dass ihn die letzte Beziehung sehr verletzt hat. Bloss bist du nicht dafür zuständig, dich um ihn zu kümmern und ihn zu "heilen". Das wäre seine Aufgabe. Und es wäre auch wichtig gewesen, dass er nicht nur das Problem schildert, sondern auch Lösungen vorschlägt. Sonst geht er ja davon aus, dass die Beziehung so funktionieren soll, dass du deine Bedürfnisse unterdrückst (wie die lesbische Ex das gemacht hat?).
 
  • #57
Bevor sich seine letzte Freundin outete war das Thema Sex bei den beiden bereits ein rotes Tuch und er konnte nicht genügend Leistung erbringen. Das ist für einen Mann sehr schlimm. Vermutlich hatte er auch da tiefe Gefühle entwickelt zu der Frau und er ist noch nicht über diese Geschichte hinweg. Das ist ein Fakt.

Ich würde Schritt für Schritt vorgehen. Kommuniziere und macht zuerst mal gegenseitiges Petting zum Ziel.

Zudem sollte er sich in Behandlung geben, um den Schock von damals zu verarbeiten: Kinesologie, Paarberatung, Heiler.

Keine halbe Sachen. Wenn er dazu nicht bereit ist wirst Du Dich von ihm trennen müssen.

Dann war er ein Lernpartner, denn Du bringst auch ein happiges Lernthema mit: Wie bekommt man echte Liebe zurück. Er hat Dir gezeigt was es heisst einander wertzuschätzen.
Allerdings hast Du all das unter den Begriff " Traummann" gesetzt, und Traummann gibt es nicht. Niemand ist ohne Ecken und Kanten, niemand sollte in die Rolle gedrückt werden die Träume des Anderen zu erfüllen. Erst wenn man erkennt, dass man des eigen Glückes Schmid ist und dass Mangelenergie Gift für eine Partnerschaft ist.... dass Du erst beziehungsfähig bist wenn Du gelernt hast Dir alles selber zu geben was Du brauchst.... Sex natürlich schöner zu Zweit.... dann hast Du Dein Lernthema abgeschlossen. Oft prüft das Schicksal noch ekn- zweimal ob man wirklich sattelfest ist.

Ob es eine Prüfung ist oder ob der Weg noch nicht zu Ende ist weisst nur Du. Schade hast Du mit dem Aus gedroht, jetzt ist er noch mehr unter Druck.

Sucht doch gemeinsam eine Paarberatung auf.
Versucht einen Mittelweg zu finden.
Hatte er denn nur diese eine Freundin?

Aber ansonsten.... wenn Du beim Lesen meiner Zeilen spürst " nee, ich mag nicht kleine Schritte gehen" , dann verabschiedest Du Dich besser. Aber ganz, nicht eine Kollegschaft halten. Das wäre nicht fair. Er soll besser lernen die andere Geschichte zu verarbeiten damit er richtig zum Ziel kommt. Sonst macht er sich Hoffnungen. Du würdest ihn ablenken sich den Problemen zu stellen.
 
  • #58
Ein kleines Update. Ich habe mir in den vergangenen Tagen sehr viele Gedanken gemacht, bin in mich gegangen und habe uns analysiert.

Wäre es andersherum, so wäre ich bitter enttäuscht, wenn er arg schnell die Flinte ins Korn werfen würde, sobald Probleme aufkommen. Ich bin doch mehr wert, als das. Und er ist mir definitiv mehr wert, als das und so ich möchte ihm diese Chance geben. Und uns die Chance geben.

Just nachdem ich also entschied, ihm Zeit zu geben, die Zeit, die er braucht (obschon sicherlich keine Jahre), öffnete er sich. Erzählte, wie viel Druck auf ihm lastet, dass er Angst hat, mich zu verlieren, sollte er meinen Ansprüchen nicht genügen. Er hat schlicht aus der letzten Beziehung ein Trauma davon getragen. Und wenn es also sein muss, helfe ich ihm beim Schleppen des Ballastes. So läuft eine Partnerschaft.

Und siehe da, kaum ausgesprochen, ließ er sich fallen. Ich kann berichten, dass alles funktioniert ...und es keinerlei Gründe für seine Zweifel gab.
Ich danke Euch allen, für die netten und interessanten Zuschriften. Ich wusste nicht, mit wem ich über dieses doch eher heikles Thema sprechen konnte und war sehr froh, Rat gefunden zu haben.

Viele Grüsse
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.