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  • #31
Was ich immer wieder lese und höre und was für mich nicht nachvollziehbar ist bzw. auch absolut unlogisch erscheint ist dass wenn der Mann fremdgeht, die Frau immer die dann ist, die versucht zu verzeihen, Vertrauen aufzubauen, alles wieder gut zu machen! Nein, grundlegend falsch! Unabhängig davon wie gut oder schlecht die Beziehung lief. Erstens sind zwei Menschen in einer Beziehung involviert und beide müssen was ändern: kommunizieren, reden, zum Paarpsychologen gehen, von mir aus Mal eine Pause einlegen. Aber was geschieht dann oft? Der Mann geht einfach fremd und die Frau leidet dann: sie wird auch noch mehrfach angelogen. Da ist Nichts mehr zu retten. Ich habe auch jemanden gehabt, der mich betrogen hat. Ich habe Schluss gemacht und ich bin froh darum. Mittlerweile habe ich Null Gefühle für diese Person. Aber mein Respekt hat diese Person auch nicht mehr.

W, 33
 
  • #32
Eine Stimme der Vernunft hier im Forum.
Danke, @Inanna.
Finde ich als Mann richtig klasse, wie Ihr Euren Geschlechtsgenossinen Vernunft einreden wollt.👍

Unsere Ehe hatte Höhen und Tiefen, es ist nicht mehr so optimal gelaufen, wie es sollte. Es wurde aber von uns beiden nicht angesprochen, sondern jeder machte für sich so weiter.
Trotzdem, denke ich hätte er vorher mit mir sprechen sollen. Von Trennung war vorher nie die Rede.
Ihr habt Euch da beide nicht mit Ruhm bekleckert.

Er ist nicht ausschlaggebend aus gesundheitlichen Problemen dorthin gefahren , sondern sah es eher als Auszeit von seiner Arbeit. Er fühlte sich etwas ausgebrannt wegen dem Stress bei der Arbeit.
Da ist mir auch aufgestossen. Ich glaub auch nicht an Selbstzahler, für das Geld könnte ich einen tollen Urlaub machen, käm aber wahrscheinlich bei der Frau nicht so gut an. "Hey Schatz ich fahr mal 4 Wochen in die Südsee ohne Dich."

Klar nicht die optimale Art Probleme zu lösen, aber die TE wollte gar keine lösen, sondern einfach weitermachen.

Meiner Meinung nach hast Du den großen Fehler gemacht, Dich viel zu schnell wieder auf ihn einzulassen. So ein kurzer Rauswurf wirkt weder bei ihm noch bei Dir. Ihm hat es gezeigt, dass Du nicht hinter Deinen Entscheidungen stehst und er sich weiterhin nicht um Dein Befinden zu scheren braucht. Was Du ihm bei der erneuten Kontaktaufnahme prompt bestätigt hast. Und Du hast keinen Abstand bekommen frei zu sein, Dich bewußt für oder gegen den Fortbestand Eurer Ehe zu entscheiden. Du wolltest auch lieber wieder ganz schnell in Deine 'geordneten' Verhältnisse. Gerade bei Dir halte ich die ständige Konfrontation mit dem Schadensverursacher für einen schlechten Ratgeber.

Darum auch von mir besser Trennung auf Zeit um Abstand zu bekommen, sonst macht die Verletzung taub. Lass auch bitte die Vernunft aus dem Spiel, wir schreiben immerhin das Jahr 2020, da solltest Du Dich als Frau so entscheiden wie es gut für Dich ist, nicht für Deinen Mann, Eure Kinder oder irgendeinen anderen Menschen.
 
  • #33
Was ich immer wieder lese und höre und was für mich nicht nachvollziehbar ist bzw. auch absolut unlogisch erscheint ist dass wenn der Mann fremdgeht, die Frau immer die dann ist, die versucht zu verzeihen, Vertrauen aufzubauen, alles wieder gut zu machen!
Falsch finde ich das auch, aber erklärbar. Der Mann sieht ja für die Frau so aus wie auf dem Absprung, was ihr suggeriert: Ich habe was falsch gemacht, ich werde nicht mehr begehrt, es ist meine Schuld. Er war bei ner Konkurrentin, die ihm anscheinend besser gefallen hat, er ist derjenige, der offensichtlich unzufrieden ist mit der Beziehung. Sie, seine Frau, ja nicht, sie hat gedacht, das, was sie bietet, reicht, und sah selbst nicht nach anderen Männern.

Damit lastet erstmal er ihr an, dass er selbst die Beziehung nicht mehr gut fand. Denn er hat ja nicht nach einem gemeinsamen Weg gesucht, sondern eine Privatlösung gefunden, und sie kann ruhig weiter sehen, wie sie mit der schlechten Beziehung klarkommt. Findet sie vielleicht ja nicht mal schlecht. Und sie lastet sich auch an, da sie es ja nicht gemerkt hat, dass ihr Mann längst unzufrieden ist.
Hinzu kann vom Mann kommen "mit dir kann man ja nicht reden" und es stimmt nicht.

Auf jeden Fall stimmt, dass BEIDE an der Beziehung arbeiten müssten und an ihrer Kommunikation. Aber dazu müssen es auch beide wollen. Es gibt bestimmt auch Menschen, die eine Paartherapie zwar mitmachen, aber innerlich doch immer auf dem Absprung sind und nicht in der Lage oder auch nur zu feige sind, die Beziehung zu beenden. Hier wird doch der Betrogene alles allein machen. Gibt auch Menschen, die das, was sie zum Fremdgehen treibt, in sich selbst nicht "bearbeiten", aber auch nicht in der Lage sind, ihre als "monogam" angefangene Beziehung mit dem Partner, der auch monogam leben will, zu beenden.
 
  • #34
Eine Affäre in einer so langen Beziehung finde ich fast schon normal, natürlich muss man sich damit auseinandersetzen aber dann kann man es auch gut sein lassen, wir sind am Ende alle nur Menschen.
 
  • #35
Ich glaube nicht daran, dass man, nachdem man 25 Jahre verheiratet ist, sich mit LAT unbedingt näherkommt.
Denke ich doch.
Weil sie sich dann bewußt und gewollt treffen, nicht einfach ohnehin da sind.
Wenn sie sich treffen, machen sie was Schönes zusammen und es kommt zu guten Gesprächen.
Wenn sie zusammen wohnen, können sie viel leichter einfach so nebeneinanderherleben. Kaum was sagen außer, 'das Essen steht in der Küche' und 'soll ich am WE den Rasen mähen ?'

Richtig. Dass sie merken, sie sind nur aus Bequemlichkeit zusammen.
Ja, kann gut sein, dass die FS das lieber nicht feststellen will und deswegen lieber kein Risiko eingeht.
Was ich sogar verstehen könnte, denn auch ich denke, dass der Spatz in der Hand besser ist als die Taube auf dem Dach.
Für mich wäre der Spatz in der Hand aber das Leben ganz ohne Partner, deswegen würde ich es testen, aber die FS ist in einer ganz anderen Situation als ich. Sie hat ja nie, oder nur kurz, allein gewohnt und war seitdem immer mit ihrem Mann zusammen. Das ist ihre Normalität, ihre Sicherheit, ihre Bequemlichkeit.
Sie hat mit ihrem Mann Werte erarbeitet, vielleicht materielle, aber auch die beiden Kinder zusammen bekommen und wahrscheinlich einen gemeinsamen Freundeskreis etc. Eine Trennung hätte deutliche Folgen, ihr Leben würde sich grundlegend ändern.
Meins nicht.
Hm... ich denke jetzt mal mehr wie sie es vielleicht in ihrer Situation tut: ich glaube, ich würde lieber mein Leben behalten wollen ( ich gehe davon aus, dass es bis auf den Kurschatten schön ist ).
Ok, es ein bisschen überdenken, vielleicht sind jetzt die Zeiten günstig, ein paar kleine Schieflagen zu beseitigen, falls sie welche sieht.

w 53
 
  • #36
Er war bei ner Konkurrentin, die ihm anscheinend besser gefallen hat, er ist derjenige, der offensichtlich unzufrieden ist mit der Beziehung.
Als Erklärung schlüssig für eine vorübergehende Besserung seiner Situation. Ob er grundlegend unzufrieden war oder schlicht die sich bietende Gelegenheit für ein wenig Abwechslung wahrgenommen hat, ist zu klären.

Wie sie damit umgeht, ist ihre Sache. Wenn es wirklich nur ein Fehltritt war, der nicht auf Unzufriedenheit beruht (kann ich mir vorstellen), dann hilft es nichts, daraus jetzt ein großes Problem zu machen. Manche Frauen machen das zu einem dauerhaften Problem, das sie dann bei jeder Gelegenheit erwähnen. Dann wird das zu einem Problem für die Beziehung.

Jetzt müssen beide klären, ob mit ihrer Beziehung grundlegend etwas nicht stimmt. Wenn einer von beiden zu der Erkenntnis kommt, dann muss man über Konsequenzen nachdenken. Vorwürfe dürften dafür wenig nützlich sein.

Hier liegen die Fakten auf dem Tisch. Er hat einen Fehler gemacht. Kann sie diesen Fehler verzeihen? Kann der Fehler damit auf Dauer "vergessen werden" im Sinne davon, dass die Beziehung sich wieder normalisiert? Gibt es dafür bestimmte Bedingungen, die für beide akzeptabel sind?

Mit "Jetzt musst Du Dich die nächsten Jahre besonders um die Beziehung kümmern, damit ich wieder zufrieden bin" könnte auch er nicht mehr zufrieden ist. Um eine Beziehung bemühen müssen sich beide.

Und irgendwie sollte man die Kirche im Dorf lassen: Er hat mit einer anderen Frau geschlafen, offenbar ohne ernsthafte Trennungsabsichten. Der einzige Schaden, der entstanden ist, ist zunächst mal einer im Kopf der Frau. Sie hat berechtigt Vertrauen verloren, schlimm genug. Grundsätzlich hat sie Vertrauen gehabt. Wenn er jetzt nicht in die nächste Kur fährt, besteht eigentlich kein Anlass, im Alltag kein Vertrauen zu haben. Wenn sie das nicht mehr haben kann, dann ist die Beziehung am Ende. Sein Fehler, aber die Konsequenzen muss dann auch sie tragen.

Ich würde akzeptieren, wenn eine Partnerin dann auf 4 Wochen Urlaub Ihrerseits zum Überlegen oder zeitweiliger Trennung oder LAT besteht.
Für mich persönlich ist aber klar:
- ersteres ist völlig in Ordnung
- Trennungen sind Trennungen und keine "Bewährungsphasen". Klare Konsequenz ist, dass ich dann auch in Ruhe nachdenken würde, ob ich die Beziehung noch will. Und Trennung bedeutet eben auch, dass jeder mal schaut, was sich sonst noch so findet.
- LAT käme nach 25 Jahren und erwachsenen Kindern für mich nicht in Frage. Was soll das bringen?

Nebenbei aus meiner persönlichen Sicht: die FS ist trotz erst 50 Jahren in der Oma-Lebensphase und war ewig verheiratet. Die Ehe scheitert nach ihrer Schilderung ausschließlich an dem Fehltritt des Mannes. Das ist nicht so besonders attraktiv, so aus Sicht eines Mannes im passenden Alter... Sie müsste sich von daher bei eher älteren Männern umsehen, die ihrerseits schon fast Enkel haben.
 
  • #38
Ich bin auch unschlüssig was man hier rational raten kann

Ich kann beides nachvollziehen

Mit meinem langjährigen Ex war ich 14 Jahre lang zusammen, im Vergleich zu meinem Alter also fast das halbe Leben

Nach 3,4 Jahren hatte ich aus seiner emotionaler Vernachlässigung eine Affäre die nie zum Thema wurde. Ich habe dann Schluss gemacht und er um mich gekämpft. Die nächsten 10 Jahre waren zumeist schön und ich habe dann auch nie wieder versucht auszubrechen. Was dann aber in den wiederum letzten 2,3 Jahren zu einer schweren emotionalen destruktiven Problematik bei mir geführt hat.
Ich dachte im letzten Jahr der Beziehung derart oft an die Trennung das mir dann der Schritt fast aus einer Laune heraus gelungen ist
Monate später war ich immer noch beschäftigt mit Umstellung des Lebens und Gedanken sortieren
Eine kurze Beziehung bin ich recht offen eingegangen war aber ein Schuss in den Ofen
Dann haben mein Freund und ich uns kennengelernt, er bisschen frischer nach 14 Jahren getrennt
Wir lieben uns sehr, heuer sind wir 1 Jahr zusammen und leben fast so lang schon in einer Wohnung sehr glücklich miteinander. Und doch gibt es Phasen, mal er mal ich, da stolpern wir über unsere alten Denkmuster, Ängste einfach immer wieder. Wir sprechen wirklich über so viele Dinge zusammen es fällt uns nicht ständig auf die Füße, aber das Bewusstsein auf meiner Seite, was eine Trennung in ,meinem Alter ' jetzt seit fast 2 Jahren nach sich zieht ist mit eine der einschneidenden Erfahrungen geworden die man im Leben hat
Ich würde es wieder machen aber nur weil ich nie wieder so emotional destruktiv leben will wie mit meinem Ex
Der Sex allein wäre mir kein Grund wert eine Beziehung zu beenden
 
  • #39
Carefull.,
Von vorne, so war es vor der Reha. Was für eine Reha war es. Auszeit, ausgebrannt, also psychosomatisch?
Das sind gesundheitliche Probleme, ernstzunehmen.
Unsere Ehe hatte Höhen und Tiefen, es ist nicht mehr so optimal gelaufen, wie es sollte. Es wurde aber von uns beiden nicht angesprochen, sondern jeder machte für sich so weiter.
Schweigen, Alltag.
Ausgebrannt hat immer mehrere Gründe. Nicht nur die Arbeit. Die Arbeit hat das Vordergründige. Meistens ist es das Privatleben, das dahinter steckt.
Er brauchte die Auszeit auch wegen Eurer Tiefen, des Schweigens, der Gleichgültigkeit.

Er hat in der Reha erlebt, wieder gesehen zu werden. Weg von Pflichten. Schweigen. Er als Mann, in einer besonderen Atmosphäre.
Er ist nicht verführt worden, er wollte es dort.

Du hast es rausgefunden. Wieder Ärger, Stress. Der Alltag voll da, schwieriger als vorher. Daher der Anruf bei einer Frau, mit der er lachen konnte, entspannt?

Jetzt
Gespräche führen wir fast täglich über diesen Betrug.
Über den Betrug?
Der ist eine Randnotiz. Ergebnis Eurer gemeinsamen Ehe. Da seid ihr beide beteiligt.

Ihr werdet Eure Ehe anschauen müssen. Eure Gleichgültigkeit, Euer Schweigen.
Er hat Stress, ist überlastet.
Wie kann Druck raus? Was ist bei Euch schön? Wo ist ein Miteinander?
Der Vorschlag LAT auf Zeit ist gut.
Keinen Alltag, keine Gewohnheit. Trefft Euch bewusst, unternehmt was. Keine Gespräche.
Die Gespräche in einer Paartherapie. Im moderierten Raum.

Betrug ist schwierig. Die Ursachen gehören dazu. Warum kam es soweit.
Du kannst es als Weckruf, Chance sehen. Für einen Neubeginn.
Es gibt keinen Neubeginn, wenn Du täglich über den Betrug redest. Auch nicht, wenn Ihr wieder ins Schweigen geht.

Es gibt ein Bild für Affären in solchen Situationen. Es ist wie beim Wanderer in der Wüste, der auf eine Oase trifft.
Es liegt an Euch, dass Euer Leben keine Wüste bleibt.

M, 55
 
  • #40
Eine Jahrzehnte lang bewährte Beziehung wegzuschmeißen wegen einer Unbedachtheit, wegen eines so genannten Fehltrittes, wegen einer unerfüllten Sehnsucht - wie dumm.
Ich stimme dir zu, es wäre dumm ...
... wenn es eine gute, liebevolle Beziehung war
... wenn es viele gemeinsame Unternehmungen und Interessen gab
... wenn gegenseitige Achtung voreinander bestand
... wenn sie damit abschließen kann und nicht mehr darunter leidet
In dem Fall würden beide eine endgültige Trennung irgendwann bereuen.
Wenn dagegen
... beide nur noch aus Gewohnheit zusammen waren
... nie wirklich gemeinsame Interessen da waren
... gegenseitiger Respekt fehlte
... sie die "Mutti"Rolle übernommen hatte und er aus Bequemlichkeit bei ihr blieb, obwohl er eigentlich schon seit langem ausbrechen wollte
... sie das Vertrauen endgültig verloren hat
dann sollten sie einen Schlußstrich ziehen. Das Vertrauen kommt jedenfalls nicht zurück.
Gemeinsames Haus und erwachsene Kinder sind jedenfalls kein ausreichender Grund, um den Rest des Lebens den anderen ständig misstrauisch zu beäugen.
 
  • #42
Liebe Carefull,

Was war es für eine Reha?
Hatte Dein Mann einen diagnostizierten Burnout?
Das wäre schon wichtig, um die ganze Situation anzuschauen.

Ich glaube auch, wie einige Vorschreiber*innen, dass hier der Blick auf die Vorgeschichte fehlt.

Tägliche Diskussionen um den Betrug finde ich nur zermürbend, wenig hilfreich wenn ihr ernsthaft einen Neuanfang wollt.

Kann es sein, dass Du eigentlich nur zum Status Quo vor der Reha willst, da war die Welt noch heil. Nicht toll, aber zumindest für Dich akzeptabel?

Das wird nicht gehen, erst recht nicht, wenn es bei Deinem Mann um einen Burnout geht - der muss, um eine Reha bewilligt zu bekommen, schon eine gewisse Dimension haben, und nicht einfach nur etwas Müdigkeit und
Liebe Carefull,

Was war es für eine Reha?
Hatte Dein Mann einen diagnostizierten Burnout?
Das wäre schon wichtig, um die ganze Situation anzuschauen.

Ich glaube auch, wie einige Vorschreiber*innen, dass hier der Blick auf die Vorgeschichte fehlt.

Tägliche Diskussionen um den Betrug finde ich nur zermürbend, wenig hilfreich wenn ihr ernsthaft einen Neuanfang wollt.

Kann es sein, dass Du eigentlich nur zum Status Quo vor der Reha willst, da war die Welt noch heil. Nicht toll, aber zumindest für Dich akzeptabel?

Das wird nicht gehen, erst recht nicht, wenn es bei Deinem Mann um einen Burnout geht - der muss, um eine Reha bewilligt zu bekommen, schon eine gewisse Dimension haben, und nicht einfach nur etwas Müdigkeit und Erschöpfung.

Ich war auch auf solchen stationären Maßnahmen - da kamen genug Männer (vor allem Männer) wegen "Berufsbedingten" Burnout, und wenn sie dann anfingen in den Gruppen zu erzählen, war schnell klar, dass die Partnerschaften immens belastend waren. Dazu brauchte es gar keine großen Streitigkeiten, es war die Art des (nicht vorhandenen) Miteinanders. Der Job auch, aber viel weniger, als anfänglich gedacht.

Magst Du die Infos noch nachliefern, bevor wir spekulieren?

W, 51


Magst Du die Infos noch nachliefern, bevor wir spekulieren?

W, 51
Hallo , hier die FS. möchte hier kurz nachliefern, mein Mann hat keinen diagnostizierten Burnout. Er wollte sich eine Auszeit von seiner Arbeit nehmen. Dies hat er auch gemacht.
Diese täglichen Diskussionen zermürben mich auch, aber für mich ist es halt wichtig, zu wissen und Evtl zu verstehen warum dies passiert ist. Leider kommen von meinem Mann immer wieder widersprüchliche Aussagen. Mal war es der Sex mitder Person, dann sagt er wieder es war Sympathie. Er ist der Typ Mann, der nur zugibt, was man ihm auch beweisen kann.
Ich weiß momentan einfach noch nicht, wo mein(unser) Weg hingeht.
Das mit dem Verzeihen und vergessen ist nicht einfach
 
  • #43
Hallo , hier die FS. möchte hier kurz nachliefern, mein Mann hat keinen diagnostizierten Burnout. Er wollte sich eine Auszeit von seiner Arbeit nehmen. Dies hat er auch gemacht.
[…]Er ist der Typ Mann, der nur zugibt, was man ihm auch beweisen kann.
Ich weiß momentan einfach noch nicht, wo mein(unser) Weg hingeht.
Das mit dem Verzeihen und vergessen ist nicht einfach
Also, Burn-out hatte er schon mal nicht. Und er gibt nur das zu, was man ihm nachweisen kann - das ist für mich ein K.O-Kriterium beim Wiederaufbauen von Vertrauen. Wenn man das merkt, wird man dem anderen nie wieder irgendwas glauben. Ich denke, ich könnte so eine kurze Affäre eventuell verzeihen, wenn der andere ehrlich zu mir ist. Das war er nicht, er hat ja schon wegen dem Kontakt gelogen. Dann würde ich wohl einen Schlussstrich ziehen, denn egal, was die Auslöser in der Ehe vorher waren, so macht das keinen Sinn.
Wenn er ehrlich wäre, wäre auch vergeben und vergessen nicht angebracht, sondern vergeben und Ursachenforschung. Lief was vorher nicht gut, haben wir uns zu wenig Zeit füreinander genommen, hat ihm was gefehlt, hat mir was gefehlt. Wenn es nämlich konkrete Punkte gab, dann sind die mit Vergessen der Affäre ja immernoch da.
 
  • #44
...mein Mann hat keinen diagnostizierten Burnout. Er wollte sich eine Auszeit von seiner Arbeit nehmen. Dies hat er auch gemacht.
Diese täglichen Diskussionen zermürben mich auch, ...
Ich finde gut und richtig, wenn er eine Auszeit nimmt, bevor es zu spät ist. Ich habe das irgendwann vor 10 Jahren auch mal nötig gehabt und mache es seitdem regelmäßig. Eine Woche Kurort mit Sauna, Entspannung und Zeit nur für mich. (Natürlich nicht auf Kassenkosten). Tut wirklich gut und beugt einem Burnout vor.

Andererseits: dauernde Diskussionen sind nicht hilfreich und zermürben beide. Oben hat auch schonmal jemand geschrieben: Burnout hat bei weitem nicht immer nur etwas mit Beruf zu tun, deswegen geht ja auch so manche Ehe während der Reha kaputt. Oft ist es auch die Ehefrau, die zermürbt...

Auf der einen Seite hast Du natürlich das Recht, dass er sich mit Dir ausspricht, auf der anderen Seite nervt ständiges Nachbohren ihn wahrscheinlich auch. Ich bin auch nicht sicher, ob es Dir wirklich hilft, alle Details genau zu wissen. Er hat eine Affäre gehabt, die ist vorbei. Ich würde jetzt die Gründe für die Affäre vielleicht auch im Rahmen einer Paartherapie hinterfragen.

Und natürlich, der Rat kommt hier ja auch von Seiten der Frauen, die kein Problem haben, sofort wieder einen "besseren" Partner zu finden, oder alleine sowieso glücklicher sind: am besten sofort trennen. Ich sehe da keinerlei Sinn, wenn die Ehe vorher von Deiner Seite aus intakt war. Dann dürfte mehr helfen zu schauen, wo vielleicht doch das eine oder andere Problem liegt und das dann gemeinsam angehen. In dem Sinne ist seine Affäre ein wertvoller Wink, dass eben doch nicht alles in Ordnung ist.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #45
Ich war auch auf solchen stationären Maßnahmen - da kamen genug Männer (vor allem Männer) wegen "Berufsbedingten" Burnout, und wenn sie dann anfingen in den Gruppen zu erzählen, war schnell klar, dass die Partnerschaften immens belastend waren. Dazu brauchte es gar keine großen Streitigkeiten, es war die Art des (nicht vorhandenen) Miteinanders. Der Job auch, aber viel weniger, als anfänglich gedacht.
Das glaube ich sofort.

Mann hat natürlich verschiedene Möglichkeiten der Lebensführung:

Mann kann sich entweder wie eine Arschloch verhalten und sehr auf seine eigenen Bedürfnisse achten (und tatsächlich Frauen finden, die sowas mitmachen, das Forum ist voll davon... hätte ich früher nicht geglaubt und weiß bis heute nicht, warum manche Männer das so hinkriegen )

Oder:Ein moderner, treuer, partnerschaftlicher (wahrscheinlich auch letwas angweiliger) Mann sein

Und dann ist es ein großer Druck, denn auch von uns Männern werden sowieso heute in den Familien alle Rollen (egal ob Putzen, Essenkochen, Laterne basteln, Elternabend...etc) aber eben auch trotzdem männertypische Klischees (kann und will immer, nicht wehleidig, Hauptverdiener für "schöner Leben", dominierend im Bett ...etc) abverlangt (siehe @Zuhii, @realwomen ...etc),

Da kann einem schonmal die Puste ausgehen.

Ablassventile, welche früher mal gab (z.B. abends in die Kneipe saufen) , oder auch mal Gewalt, oder zeitintensive Hobbys sind nicht angesagt oder abgeschafft.
Soziale Integration in berufliche und private Netzwerke ist angesagt.

Wenn dann noch die Partnerschaft belastet (und ja, da machen wir Männer oft große Fehler, weil wir nunmal Frauen nur schwer verstehen) dann ist es logisch, warum Du das so festgestellt hast.

Ob das alles so auch auf den Mann der FS zutrifft, weiß ich logischerweise nicht und sein folgendes Verhalten rechtfertigt das dann auch nicht.

Trotzdem muss die FS sich auch mal tiefergehende Fragen stellen.

Irgendwie scheint dem Mann das Zusammenleben mit der FS nicht so wirklich glücklich zu machen. Ob er deswegen @Andreas - mäßig unbedingt eine andere Frau braucht, glaube ich aber auch nicht.

Ich glaube ihm, dass die Affäre selbst nicht die Lösung seiner Probleme ist, welche sich hauptsächlich aus seiner Situation ergeben.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #46
Liebe Carefull,
Diese täglichen Diskussionen zermürben mich auch, aber für mich ist es halt wichtig, zu wissen und Evtl zu verstehen warum dies passiert ist. Leider kommen von meinem Mann immer wieder widersprüchliche Aussagen. Mal war es der Sex mitder Person, dann sagt er wieder es war Sympathie. Er ist der Typ Mann, der nur zugibt, was man ihm auch beweisen kann.
Ich weiß momentan einfach noch nicht, wo mein(unser) Weg hingeht.
Das mit dem Verzeihen und vergessen ist nicht einfach
Danke für die Antwort.

Natürlich willst Du wissen und verstehen.
Und er will nicht reden. Wie viele Männer, die dann ausweichen, beschwichtigen, etc. - sorry für das Klischee, bis Frau sie festnagelt.
Das geht erst mal nicht zusammen, vor allem wenn die Redeversuche "bohren" sind und täglich. Das können nämlich wiederum Frauen sehr gut.
Da wird das Ausweichen des Mannes und das Bohren der Frau zur unguten Spirale.
Ich denke, es wäre gut, ihr redet darüber nur noch moderiert. Zu festen Zeiten, nicht permanent. Das wäre auch Thema einer Paartherapie.

Ich wäre - wenn Du Dich nicht trennen möchtest - immer noch für die LAT auf Zeit. Mit Therapie zum Reden und Dates zum Nachvorneschauen.
Es wird bei Euch alles mögliche aus den Fugen geraten sein, von Kommunikation bis zu Eurem gesamten Miteinander.
Das passiert über Jahre, schleichend.
Das aufzuarbeiten, abzuschließen und neue Wege zu finden, wäre Eure Arbeit in der Therapie.
Nachzudenken, zu Euch zu finden die Aufgabe in der Zeit, wo Ihr nicht zusammen seid - und den Alltag
Und bei Euren Dates werbt Ihr um Euch, lernt Euch neu kennen, macht Dinge, für die ihr Euch früher nie Zeit genommen habt.

Wenn Du wirklich bei ihm bleiben willst, dann müsst ihr beide vor allem nach vorne schauen. Neu(!) Anfang.

Du kannst auch Deine Entscheidung vertragen, mit Ablauf der Zeitphase für die LAT, nochmal hinschauen und hinein fühlen - und dann entscheiden.

Und Lebens_Lust hat recht, ja man kann jemanden finden, aber es wird schwieriger.
Auch wenn das kein Argument sein soll, eine nicht tragbare Ehe zu bewahren.

W, 51
 
  • #47
Diese täglichen Diskussionen zermürben mich auch, aber für mich ist es halt wichtig, zu wissen und Evtl zu verstehen warum dies passiert ist.... Er ist der Typ Mann, der nur zugibt, was man ihm auch beweisen kann.
Liebe FS,
Du musst von den täglichen Diskussionen lassen. Du kannst nicht verstehen was Deinen Mann bewegt, wenn er ein Typ ist, der nur zugibt, was Du ihm beweisen kannst - also ein Lügner und Verheimlicher. Du reibst Dich daran auf ohne die geringste Aussicht auf Erfolg.

Dein Fokus muss weg von ihm, hin zu Dir. Was wünschst Du Dir, was Du tun kannst - nicht er. Er tut es nicht.
Finde Dich damit ab, dass du Dich mal für einen Mann entschieden hast, der sich gern bequem durchs Leben mogelt - hat Dich nicht gestört, solange es Dich nicht betraf. Im Gegenteil, was das nebeneinander Herleben anging hast Du es ja genauso komfortabel gehandhabt.

Nun bist Du halt betroffen von seiner Durchmogelei und Du siehst, Du hast vollkommen zu recht Null Vertrauen in ihn.
Du hast genau 3 Optionen:
1. Du lebst mit ihm so weiter. Das geht nur wenn Du mit der Rumpulerei in der erlebten Verletzung aufhören kannst. Die Chance, dass Du es kannst und ihm es nicht bis an seinen oder Deinen Todestag nachträgst, es Dir weiterhin jeden Tag verleidet ist sehr gering, sonst tätest Du es nicht noch nach Monaten.
2. Du lebst nicht so weiter, was nicht zwangsläufig heißt, sich zu trennen. Ihr könnt weiter so aneinander vorbeileben wie bisher - ging ja über Jahre. Du machst es Dir halt nur bewusst und distanzierst Dich emotional von ihm. Dann ist Dir der Betrug egal. Ihr seid zwar noch verheiratet, lebt als WG zusammen, seid aber emotional kein Paar mehr. Jeder kann treiben was er will.
3. Du kommst zum Ergebnis, dass Du ihm nicht mehr vertrauen kannst und willst. Du möchtest Dich nicht weiter erfolglos an dem Thema abarbeiten und nicht Deine Gesundheit gefährden, denn wenn du so weitermachst bist Du selber bald Gast in einer Psychoklinik.
Dann bleibt Dir nur die Trennung.

Ich weiß momentan einfach noch nicht, wo mein(unser) Weg hingeht.
Das mit dem Verzeihen und vergessen ist nicht einfach
Dir bleibt eh nichts anderes übrig, als Dir die benötigte Zeit zu nehmen, nach dem Motto: Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht.
Ich habe 2,5 Jahre gebraucht bis ich wusste: es ist besser für meine Gesundheit und mein Sozialleben, wenn ich gehe. Diese Zeit hat den gesundheitlichen Schaden zwar vergrößert, aber ich brauchte halt solange, bis ich meine Schmerzgrenze erreicht hatte und meine Therapeutin, die mit mir geguckt hat, warum meine Schmerzgrenze jenseits des Äquators liegt.
 
  • #48
Natürlich willst Du wissen und verstehen.
Und er will nicht reden. Wie viele Männer, die dann ausweichen, beschwichtigen, etc. - sorry für das Klischee, bis Frau sie festnagelt.
Das geht erst mal nicht zusammen, vor allem wenn die Redeversuche "bohren" sind und täglich. Das können nämlich wiederum Frauen sehr gut.
Mal ehrlich. Mann ist genervt, überlastet, braucht eine Auszeit. Vielleicht auch, weil eine Ehe nach Jahren nicht mehr so frisch ist und die Ehefrau vielleicht auch bei vielem "nachbohrt" und das auch irgendwann etwas nervt.
Dann ist da in der Kur diese nette Frau im Nachbarzimmer, die die gleiche Situation in grün hat. Man trifft sich beim Essen, man geht mal gemeinsam spazieren etc., die Dame ist sympathisch, der Kontakt entwickelt sich und irgendwann landet man im Bett, weil beide gerade Lust drauf haben. Als Single haben solche Situationen vermutlich viele hier mal erlebt. Der einzige Unterschied ist, dass ihn sein Ehering nicht abgehalten hat. Das ist im Kern das Problem und natürlich ist das zu klären.

Ich möchte das nicht entschuldigen oder bewerten, aber: Was soll der Mann dazu reden und erklären? Die Gelegenheit hat sich geboten, er hat sie genutzt. Vermutlich hat er sich nicht vorher lange überlegt, warum und wie und was denn das mit seiner Ehe zu tun hat. Die beiden sind seit 26 Jahren verheiratet. Mal ganz ehrlich: bei wie vielen scheitert die spontane Abwechslung da vielleicht einfach an der mangelnden Gelegenheit? Wer ist da nicht empfänglich für etwas Aufmerksamkeit?

Auf Dauer ist die Frau offenbar nicht interessant. Ich vermute, eine "Begründung" a la "Ich habe mir im letzten Jahr notiert, was mir an unserer Beziehung nicht gefallen hat und möchte Dir das jetzt mal detailliert vortragen" gibt es nicht. Er hatte Lust auf Sex, die Gelegenheit war da, er hat sie genutzt. Zu klären ist doch in erster Linie, wie er sich das für die Zukunft vorstellt.

Es ist ohne Zweifel wichtig, gemeinsam zu überlegen, wie der Status der Ehe ist und gemeinsam nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen. Das Nachbohren, um von ihm Gründe zu erfahren, halte ich für aussichtslos. Er hat ja schon gesagt, die Frau war sympathisch und es war nur Sex. Möchte die FS jetzt noch Details erfahren, wo die Affäre im Bett besser war oder ob sie ein paar weniger Falten hatte?
 
  • #49
Das mit dem Verzeihen und vergessen ist nicht einfach
Darum geht es jetzt gar nicht. Das ist im Moment erstmal nicht vorrangig.

Ob Du verzeihst, oder nicht, muss sich erst noch ergeben. Das ist erst der zweite oder dritte Schritt

Im Moment ist erstmal wichtig zu klären, wie die grundsätzlichen Probleme der Beziehung (und die gibt es ganz sicher!) benannt und gelöst werden können
Wie war der Sex ? Ist er da irgendwie unzufrieden ? Bist Du damit unzufrieden ?
Wer hat den Sex knapp gehalten: Du oder er ?

Frage ihn dochma,l wie er sich eine Fortsetzung der Beziehung vorstellt. Dabei ist wichtig, dass die Ziele , die Art des Zusammenlebens (so es das geben sollte) und die Qualität des Sex mal zusammen konstruktiv besprochen werden.

Wenn er jetzt nur auf ein "Weiterso" hinauswill, ohne etwas zu ändern, und auch seinerzeit keinerlei Probleme (jetztmal unabhängig von dem Seitensprung , dessen Folgen und Deinem Verhalten deswegen)
benennen kann, dann ist er entweder total inkompenetent oder er will Dich weiterhin betrügen, oder beides.
In diesem Fall würde ich an Deiner Stelle eher früher als später die Trennung wollen.


Wenn er aber konstruktiv ist, Probleme (vor allem aus seiner Sicht) des Zusammenlebens (und auch des Sex) benennen kann, und an Problemlösungen interessiert ist, dann sehe ich eine Chance.
Dann kannst Du IM NACHGANG (und nicht schon vorher) überlegen, ob Du verzeihen kannst.
 
  • #50
Ich möchte das nicht entschuldigen oder bewerten, aber: Was soll der Mann dazu reden und erklären? Die Gelegenheit hat sich geboten, er hat sie genutzt. Vermutlich hat er sich nicht vorher lange überlegt, warum und wie und was denn das mit seiner Ehe zu tun hat. Die beiden sind seit 26 Jahren verheiratet. Mal ganz ehrlich: bei wie vielen scheitert die spontane Abwechslung da vielleicht einfach an der mangelnden Gelegenheit? Wer ist da nicht empfänglich für etwas Aufmerksamkeit?
Ich denke, da sind halt zwei Punkte, die da zu beachten sind. Erstmal war er nicht auf Geschäftsreise, sondern brauche eine Kur. Da sollte man sich schon gründlich überlegen, was bisher im Leben nicht so gut war, dass man das nötig hat. Dazu gehört auch die Ehe. Das heißt, wenn man da fremdgeht, ist es schon wahrscheinlicher, dass einen das eigene Leben (und die eigene Ehe?) so sehr Energie entzieht, dass man danach was dran ändern muss und nicht den Kopf in den Sand stecken und sagen, vergeben und vergessen. Denn da scheint was dauerhaft für einen nicht zu stimmen.
Und dazu käme für mich, dass er nicht nur nicht ehrlich war mit dem Ausrutscher, sondern dass er ja als er wieder da war noch einmal Kontakt hatte, GESUCHT hat vier Wochen später zu der anderen Frau. Wenn die jetzt so total uninteressant gewesen wäre, hätten die meisten Ehemänner, die die Affäre bereuen oder sich mit der Ehefrau wieder gutstellen wollen, doch nicht zugelassen, dass da nochmal Kontakt ist, was das beschädigte Vertrauen dann noch viel mehr beschädigt hat. Da war er ja schon lange wieder zuhause, in seiner alten Umgebung. Und das wäre auch das, was ich mich sehr daran zweifeln ließe, ob das für den anderen wirklich nur ein Ausrutscher war und ob er in Zukunft ehrlich ist oder ob er sich doch nach einer anderen Beziehung sehnt. Und sollte das so sein, muss man auf jeden Fall sehr deutlich darüber reden, woran es lag und wo die Ursachen liegen, denn das wiederholt sich dann auf jeden Fall. Ich sehe das daher nicht als so einen kleinen "Ausrutscher", den man vielleicht noch leichter verstehen oder vergessen könnte.
 
  • #51
Erstmal war er nicht auf Geschäftsreise, sondern brauche eine Kur. Da sollte man sich schon gründlich überlegen, was bisher im Leben nicht so gut war, dass man das nötig hat.
Ich finde keinen großen Unterschied, ob es sich um eine Geschäftsreise oder eine Kur handelt. Das "man" sich da pauschal irgendwas gründlich zu überlegen hat, sehe ich nicht so. Mit ist das zu besserwissend-moralisch.

Zum generellen Resultat seiner Kur lesen wir nichts. Zunächst mal scheint er aber nicht die Erkenntnis gewonnen zu haben, dass er die Ehe beenden möchte. Das ist schonmal ein starkes Statement, wenn es ernst gemeint ist.

Ich sehe das daher nicht als so einen kleinen "Ausrutscher", den man vielleicht noch leichter verstehen oder vergessen könnte.
Das habe ich ja auch nicht geschrieben. Aber es ist wohl ein "Ausrutscher" im Sinne einer nicht dauerhaften Affäre. Wenn die Affäre noch präsent wäre, wäre die Situation nochmal anders.

Ich erwarte auch nicht, dass die FS irgendwas vergisst oder vergibt. Das ist ihre Entscheidung. Sie schreibt wenig im Detail über den Zustand der Ehe insgesamt, aber es gab "Höhen und Tiefen" und wohl auch Probleme. Die haben beide nicht angesprochen.

Jetzt führen die beiden "täglich Gespräche über den Betrug". Über die Probleme in der Ehe lese ich nichts. Für mich hört sich das so an, als würde er jetzt regelmäßig Vorwürfe gemacht bekommen und im letzten halben Jahr hat keine Weiterentwicklung stattgefunden. Sie hat nichts anderes mehr im Kopf. Das ist verständlich, bedauerlich, traurig, aber hilft wenig weiter.

Als Mann: wenn ich jeden Tag nur noch Diskussionen über meinen Fehltritt führen muss, dann nehme ich das ein Stück weit als Folge meines Fehlers. Irgendwann reicht es aber. Denn irgendwann muss man dahin kommen, über die Anteile beider Ehepartner zu sprechen. Wenn sie ihn jetzt nach einem halben Jahr nochmal rauswirft (getarnt als LAT), dann dürfte die Ehe ziemlich gefährdet sein.

Die Initiative zu Beratung geht von ihm aus. Sie ist auch an dieser Ehe beteiligt.
 
  • #52
Wenn sie ihn jetzt nach einem halben Jahr nochmal rauswirft (getarnt als LAT), dann dürfte die Ehe ziemlich gefährdet sein.
Nur zur Klarstellung
Ich meine es nicht als Rauswurf.

Es soll ein Neuanfang werden. Alles andere wird nicht funktionieren.
Eine LAT - vorher schon zeitlich begrenzt - gibt die Chance, die Routine und den Alltag mal weg zu lassen. Keine täglichen Gespräche, die so nicht zielführend sind.

Man trifft sich mit Absicht, zur Paartherapie, und als Date. Und man nutzt die Phase zum Nachdenken.
Natürlich kann es als Ergebnis haben, dass man dann für die endgültige Trennung entscheidet.
Man kann aber genauso feststellen, die Bindung, Liebe war nur verschüttet, und man startet wirklich neu.

W, 51
 
  • #53
Es soll ein Neuanfang werden. Alles andere wird nicht funktionieren.
Eine LAT - vorher schon zeitlich begrenzt - gibt die Chance, die Routine und den Alltag mal weg zu lassen. Keine täglichen Gespräche, die so nicht zielführend sind.
Ich bin da eigentlich skeptisch, aber Du hast natürlich Recht, dass vielleicht auch ständige Vorwürfe unterbrochen werden könnten und die FS merkt, ob sie ihren !Mann überhaupt vermisst. Das könnte die Gedankenspirale in eine andere Richtung lenken.
Der spontane Rauswurf am Anfang hat ja auch gute Gespräche ausgelöst und je nachdem, in welchem Umfang Vorwürfe kommen, wird der Mann eh irgendwann sagen „Es reicht.“
 
  • #54
Ja das destruktive nachhaken und nachbohren.....
Ich kann mir vorstellen, dass sich die FS bewusst ist, dass es einen Neuanfang torpediert.
Aber das sie es auch tut, selbst wenn sie sich morgens vorgenommen hat,.es nicht zu tun.
Und wenn ich damit richtig liege, dann passiert es, weil sie es nicht vergessen und verzeihen kann....selbst wenn sie es sich wünschst.
Wenn der Verstand sagt, was zb @Lebems-Lust hier gut erklärt.
26 Jahre und ein Betrug, den man vielleicht sogar irgendwie nachvollziehen kann. Vielleicht hätte es auch einer FS passieren können, wäre sie in der Kur gewesen

Wenn man dann trotzdem weiter bohrt und nicht damit aufhört, es sozusagen nicht sein lassen kann, dann arbeiten die Gefühle gegen einen und beherrschen .
Und das zeigt, man kann so nicht verzeihen und vergessen....selbst wenn man will.
Und das ist oft eine Mischung aus: Unvertrauen weg, mangelndes Selbstbewusstsein und der Tatsache, dass man in Frage gestellt wurde und sich bzw die Beziehung so gezwungen wurde in Frage zu stellen. Spätestens dadurch, dass der Mann ihr sagte, er hätte keinen Kontakt mehr und diesen dann trotzdem noch hatte.

Deshalbglaube ich nicht, dass ein Rat hier wie: Gras drüber oder trennen, hilft.

Für mich braucht die FS eine Auszeit um erstmal zu wissen, wohin ihre grössere Tendenz geht.
Wenn die Ehe in den 26Jahren nicht rosig war, dann gilt es ja für beide.
Und wenn sie sich innerlich so dreht, dann muss sie einmal stehen bleiben.
Die Frage klären: was will ich und wenn weiter, dann wie.
Deshalb hilft in meinen Augen, eine Paarthrrapie zumindest noch nicht.
Weil sie erstmal Hilfe für sich braucht um diese inneren Fragen zu klären.
Und wie kann die Hilfe aussehen....
Zb selbst mal in Kur fahren und damit meine ich nicht, dass sie das tut um sich zu rächen oder etwas nachvollziehen zu können, sondern um zur Ruhe zu kommen.
Und/oder erstmal eine Konfliktberatung, die bekommt man schneller als eine Therapie und bringt etwas Ordnung in die Gedanken, was man will und ggf dafür braucht.
 
  • #55
Liebe carefull

Also, mir fällt es da immer schwer, etwas zu sagen ohne meine eigenen Erfahrungen hinein zu projizieren. Oder die im Umfeld.
Irgendwie fällt es mir einfach schwer, da so Wut und ewiges Nachtragen zu entwickeln.
Dein Mann hatte vielleicht einfach auch eine Menge unerfüllter Bedürfnisse. Und die hast du vermutlich auch.
Wäre es nicht sinnvoller, zu überlegen, was jeder von euch eigentlich braucht?
Braucht, um aus dem Burnout rauszukommen, aus der Eintönigkeit, dem Ärger, dem Misstrauen, der Entfremdung usw.?
Affären sind schön, weil man sich endlich einmal wieder lebendig, gesehen, wichtig, besonders fühlt.
Die Tat soll nicht entschuldigt sein. Aber sofern man zusammen bleiben möchte, wäre es wichtig, den anderen zu verstehen. Vielleicht wäre es sowieso hilfreich. Man kann sich ja trotzdem noch trennen. Aber verstehen hilft zum verarbeiten.
 
  • #55
Liebe Carefull,

Was war es für eine Reha?
Hatte Dein Mann einen diagnostizierten Burnout?
Das wäre schon wichtig, um die ganze Situation anzuschauen.

Ich glaube auch, wie einige Vorschreiber*innen, dass hier der Blick auf die Vorgeschichte fehlt.

Tägliche Diskussionen um den Betrug finde ich nur zermürbend, wenig hilfreich wenn ihr ernsthaft einen Neuanfang wollt.

Kann es sein, dass Du eigentlich nur zum Status Quo vor der Reha willst, da war die Welt noch heil. Nicht toll, aber zumindest für Dich akzeptabel?

Das wird nicht gehen, erst recht nicht, wenn es bei Deinem Mann um einen Burnout geht - der muss, um eine Reha bewilligt zu bekommen, schon eine gewisse Dimension haben, und nicht einfach nur etwas Müdigkeit und Erschöpfung.

Ich war auch auf solchen stationären Maßnahmen - da kamen genug Männer (vor allem Männer) wegen "Berufsbedingten" Burnout, und wenn sie dann anfingen in den Gruppen zu erzählen, war schnell klar, dass die Partnerschaften immens belastend waren. Dazu brauchte es gar keine großen Streitigkeiten, es war die Art des (nicht vorhandenen) Miteinanders. Der Job auch, aber viel weniger, als anfänglich gedacht.

Magst Du die Infos noch nachliefern, bevor wir spekulieren?

W, 51
 
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