• #1

Selbstschutz? Warum lasse keinen Mann an mich heran?

Hallo in die Runde,
ich merke seit einiger Zeit ziemlich deutlich, dass ich Männer nicht an mich heran lasse. Es fühlt sich an, als würde ich mich unbewusst selbst sabotieren. Um meine Lage besser verständlich zu machen, muss ich ein bisschen ausholen.

Ich habe mir immer eine eigene Familie gewünscht. Heiraten, Kinder, das ganze Programm. Nachdem die langjährige Beziehung mit meiner ersten großen Liebe gescheitert war, hatte ich irgendwie immer irgendeinen Mann an meiner Seite. Heute betrachte ich diese Phase als Flucht vor dem Alleinsein.

Diese Phase wurde abrupt beendet, als ich an den Falschen geriet. Ich war traumatisiert und wollte erstmal überhaupt nichts von Männern wissen. Ich beschäftigte mich ausgiebig mit mir, meinen Verhaltensmustern und den Faktoren, die mich zum Opfer haben werden lassen.

Ich lernte, allein zu sein, und fand es gut. Ich habe 2 Jahre gebraucht, bis ich wieder einen Mann in mein Leben lassen konnte und wollte. Einen wirklich lieben Mann. Ich ließ mich voll auf ihn ein und wurde dann doch wieder enttäuscht und verletzt.

Jetzt stehe ich an dem Punkt, dass ich mir eigentlich eine Partnerschaft und auch Familiengründung wünsche, aber niemanden an mich heran lasse. Die meisten Männer interessieren mich nicht. Und wenn es doch einer schafft, mein Interesse zu wecken, dann schaffe ich es trotzdem, nichts draus werden zu lassen. Ist das Selbst-Sabotage? Oder irgendein unbewusster Selbstschutz vor weiteren potentiellen Verletzungen?
 
  • #2
Ich glaube, dass ein Forum wie dieses mit deiner Fragestellung überfordert ist. Dazu kennen wir dich zu wenig, wissen zu wenig über deine Biografie, die vermutlich eine große Rolle spielt bei deinen Gedanken und Fragen.
Es muss nicht gleich eine Therapie sein, aber vielleicht tust du gut daran, ein Coaching in Anspruch zu nehmen, um diesen inneren Fallen auf die Spur zu kommen. Falls doch mehr dahinter steckt, darf es auch eine Psychotherapie sein. Dieser Tipp klingt immer abgedroschen, aber wenn ein Mensch ein Opfer seiner eingeübten Verhaltensmuster ist, wie du schreibst, dann darf man einen Fachmann draufschauen lassen.
 
  • #3
Liebe FS
Ich stimme @amaryllis2015 zu, dass diese Frage zu komplex ist. Gerade weil "Selbstschutz" nicht immer pathologisch ist. Manchmal hats ja auch einen guten Grund, wenn die Alarmglocken schrillen und ich verstehe, wenn man lieber einmal zu viel als einmal zu wenig auf die inneren Alarmsignale hört. Es ist auch klug, sich vor weiteren Verletzungen zu schützen, alles andere wäre noch viel selbst-sabotierender. Wenn ich deinen Text lese, denke ich eher an eine Frau, die zu viel zu schnell gibt, nicht nein sagen kann und sich damit gefährdet. Sich selbst zu lieben und die eigene Sicherheit zu priorisieren ist ein Schritt in die richtige Richtung.
 
  • #4
Ich kann die Situation der Fs gut verstehen, und das ist auch eine vollkommen normale Reaktion, wenn man sehr enttäuscht wurde.

Das Problem liegt ja nicht zuletzt darin, dass man den potentiellen Partner nur begrenzt einschätzen kann und nicht weiß was er wirklich will. Genau wie die Fs finde ich es auch schwer eine Partner für Haus, Kind und Zukunft zu finden, da viele Männer sich nicht festlegen wollen und man erst mal einige Jahre hingehalten wird. Deshal hat so mache Frau vollkommen zu Recht kein Vertrauen auf dieses eventuelle Versprechen von Seiten des Mannes. Wenn mehr Frauen dies nicht mehr akzeptieren würden, würde sich das ändern. Noch vor 40-50 Jahren war es selbstverständlich sehr bald nach Kennenlernen zu heiraten und der Mann sorgte auch für Einkommen, schickes Haus und Auto... Heute bieten viele Männer hingegen nichts mehr.
 
  • #5
Liebe FS,

Dein Beitrag hätte von mir sein können. Daher bin ich auch sehr auf weitere Antworten gespannt. Bei mir war es definitiv Selbst-Sabotage. Mittlerweile klappt das mit dem Verlieben nicht mehr richtig. Und wenn, dann sind es Männer, die ich nicht haben kann. (Selbstschutz, der kann mir nicht gefährlich werden) Mich interessieren andere Männer auch nicht. Ich finde überall das Haar in der Suppe. Da du dir eine Familie wünscht, würde ich ebenfalls professionelle Hilfe vorschlagen.
Alles Liebe Dir.
 
  • #6
Liebe AnJaWi, du hast die Wahl: Dich wieder auf einen Mann einlassen. Oder die Gewissheit haben, nie mehr enttäuscht zu werden, und allein bleiben. Beides zusammen geht nicht. Du entscheidest darüber, welchen Weg du einschlagen willst. Wobei ich nicht denke, dass es einen richtigen und einen falschen Weg gibt. Ich glaube, man kann auf beide Weisen glücklich sein.

Für mich persönlich gilt: Ja, eine Trennung ist ein richtiger Mist. Mieseste Gefühle, riesengrosse Trauer, Einsamkeit, Angst... Aber nicht nur das: Man lernt dabei auch jede Menge über sich selber und über andere Menschen und über das Leben. Umgekehrt ist eine Liebe einfach etwas Wundervolles. Jemandem sein Herz öffnen, sich wirklich einlassen, annehmen und angenommen werden... wow. Wenn ich beides auf die Waage lege, überwiegt für mich das Gute am Lieben das Elend des Scheitern bei weitem.

Ich wünsche dir alles Gute!
Frau 50
 
  • #7
Fühl Dich erstmal gedrückt. Es ist so schade, dass Dein Leben durch die schlechten Erfahrungen jetzt so blockiert und geprägt ist. Ich kenne mittlerweile einige, die die schlechten Erfahrungen mit Beratungen abgeschirmt und gelöst haben. Zum Beispiel mit der ECP Emotional Clarification Process-Methode, mit der man die negative Energie einfach lösen und abschirmen kann und auch ggf. Zusammenhänge zu anderen Ereignissen der Vergangenheit bekommt, die dann direkt mit gelöst werden. Alles ohne in die Ereignisse selbst emotional gehen zu müssen. Auch Hypnose kann da grundsätzlich hilfreich sein, aber da muss man natürlich nochmal in die Gefühle hinein. Schau, was Dir hilft. Es wäre so traurig, wenn Dein Leben an Dir vorbei zieht... Alles Liebe
 
  • #8
Hallo ihr Lieben,
ich danke euch für eure Rückmeldungen!

Mag sein, dass mein Thema ein bisschen zu sehr in die Tiefe geht und viele nichts damit anfangen können. Ich glaube, ich habe diesen Thread verfasst, um zu schauen, ob es noch mehr Menschen gibt, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben. Wobei der Begriff "Problem" für meinen Geschmack zu negativ besetzt ist. Eigentlich geht's mir ja ganz gut. Ich fange nur an, mir Sorgen zu machen, wenn ich an die Zukunft denke. Die biologische Uhr tickt. Ich hatte immer Ziele, die mir momentan immer unerreichbarer erscheinen.

Liebe Yilvina, in diesen Worten finde ich mich absolut wieder:
Und wenn, dann sind es Männer, die ich nicht haben kann. (Selbstschutz, der kann mir nicht gefährlich werden)
Meistens interessieren mich Männer, die für mich unerreichbar sind. Wahrscheinlich hast du es auf den Punkt getroffen, die können mir nämlich nicht gefährlich werden.

Liebe annie, auch damit triffst du genau ins Schwarze:
"Wenn ich deinen Text lese, denke ich eher an eine Frau, die zu viel zu schnell gibt, nicht nein sagen kann und sich damit gefährdet." (Tut mir leid, ich kenne mich mit dem Zitieren irgendwie noch nicht so gut aus...)
So bin ich. Und das habe ich erst durch sehr schmerzhafte Erfahrungen erkannt. Dass ich mich nicht komplett ändern kann, weiß ich mittlerweile. Daher empfinde ich mein Schutzschild nicht immer nur als negativ oder belastend.

Ich habe in den letzten Jahren sehr viel über mich gelernt. Und bin zu immer weniger Kompromissen bereit (die ja eigentlich für eine Beziehung erforderlich sind). Ich kann nicht beschreiben, wie ein Mann sein sollte, damit ich ihn anziehend finde. Ich weiß nur sehr klar, wie er nicht sein sollte. Und das ist ja vielleicht der erste Schritt.

Und auch wenn ich am Ende wirklich allein bleiben sollte, ist das bestimmt immer noch besser, als in einer destruktiven Beziehung gefangen zu sein. Diese Hölle habe ich ein Mal hinter mir gelassen, nochmal wird das nicht passieren.
 
  • #9
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine Therapie hilft aber nicht immer zur völligen Umgestaltung führt zumindest nicht direkt.
Ich sage es einmal so...ich bekam Angst wenn ich jemanden an mich heran gelassen hatte.
Therapie zeigte mir...Aufgrund meiner Kindheit bin ich eine logische Summe dieses Leben. Sehr gut ich bin also nicht bekloppt.
Tolle Sätze wie: bei einem Hund der Sie beisst und ihnen weh tut, bleiben sie auch nicht stehen...Würden Sie sich für liebenswert halten, nähmen sie mal jemanden der sie so behandelt.
Unterschiede sollten nicht anziehend sein..etc.
Ohr gehört, Verstand verstanden, Gefühlswelt war aber irgendwie nicht einverstanden.
Erst nachdem ich offen Auges aber liebesblind noch mal völlig auf die Nase gefallen bin und genau so agiert habe wie Du, konnte ich wertfrei an mir arbeiten.
Ich verknalle mich nicht mehr...Habe ich mir abtrainiert, da meine Liebeshormone schlechte Ratgeber sind. Die wollen was schwieriges!
Ich bin aber dadurch ruhig und kann mich für Männer interessieren, die durch ihre Art positiv erscheinen
und langsam näher kommen.

Nutze die Zeit liebe FS, mit Therapie und ausprobieren...und wenn möglich ohne Zeitdruck.

Viel Glück
 
  • #10
Wobei der Begriff "Problem" für meinen Geschmack zu negativ besetzt ist. Eigentlich geht's mir ja ganz gut.

Ja, eigentlich. Wirklich aber nicht.

Die biologische Uhr tickt. Ich hatte immer Ziele, die mir momentan immer unerreichbarer erscheinen. ...zu immer weniger Kompromissen bereit (die ja eigentlich für eine Beziehung erforderlich sind). Ich kann nicht beschreiben, wie ein Mann sein sollte, damit ich ihn anziehend finde.

Lies mal parallel den Thread mit der festen Bindung. Mein Eindruck ist, dass für Dich der Mann relativ egal ist, er muss nur der "Richtige" sein, um die "Beziehung" umsetzen zu können, die Du Dir vorstellst. Und da bist Du vermutlich wirklich nicht mehr zu Kompromissen bereit, weil auch die biologische Uhr laut tickt. Ohne den Kompromiss, dem Mann seine Freiheit zu lassen, wirst Du bei einer Reihe Männer keinen Erfolg haben. Ob das dann sowieso "die Falschen" sind, musst Du entscheiden.
 
  • #11
Hallo FS,

meine Meinung dazu ist, dass Du schlicht und einfach noch nicht den Richtigen gefunden hast. Du wurdest verletzt und bist daher jetzt vorsichtiger. Dies hat nichts mit Selbstsabotage zu tun, sondern Dein Gefühl sagt Dir, in Zukunft genauer hin zu schauen. Dies ist eine positive, nachvollziehbare Sache. Wer will sich schon für Jeden öffnen ? Die Liebe kannst Du nicht erzwingen ! Also genieße Dein Leben und öffne Dich für's Leben - ohne jegliche Absicht, unbedingt einen Partner finden zu müssen.

Warum hadern so viele Frauen mit sich und biedern sich teilweise so an ? Ändere Deine Einstellung zu Dir, alles andere kommt von ganz allein.

w, 36
 
  • #12
Ja, eigentlich. Wirklich aber nicht.



Lies mal parallel den Thread mit der festen Bindung. Mein Eindruck ist, dass für Dich der Mann relativ egal ist, er muss nur der "Richtige" sein, um die "Beziehung" umsetzen zu können, die Du Dir vorstellst. Und da bist Du vermutlich wirklich nicht mehr zu Kompromissen bereit, weil auch die biologische Uhr laut tickt. Ohne den Kompromiss, dem Mann seine Freiheit zu lassen, wirst Du bei einer Reihe Männer keinen Erfolg haben. Ob das dann sowieso "die Falschen" sind, musst Du entscheiden.
Genau das Gegenteil ist doch der Fall.
Eine Frau, der es egal ist, welchen Mann sie "abkriegt", passt sich an jeden an und macht alles mit, was er möchte.
Und: Männer (dich nach deiner Schilderung eingeschlossen!) haben ein ebenso festes Bild von Beziehung, das sie dann umsetzen wollen. Nur sieht das eben sehr anders aus.
Du erklärst, dass du viele Freiheiten willst - und sucht dir eine Frau, die dazu passt. Du passt dich also auch nicht an irgendeine Frau an, in die du dich verliebst: du suchst eine, die schon zu deinem Modell passt. Nur Frauen wird das vorgeworfen...
 
  • #13
Liebe pixi,
danke für deinen Ratschlag. Ich habe im Rahmen eines Coachings auch so einiges über meine Kindheit zu verstehen gelernt. Ich verstehe, wieso ich heute so bin, wie ich bin. Ich verstehe, wieso mich die "schwierigen Beziehungen" anziehen. Dieses Muster will ich durchbrechen. Und das ist mir auch bei meinem letzten Partner gelungen. Dass ich dennoch verletzt wurde, obwohl ich diesmal alles anders angegangen bin und wir eine Partnerschaft auf Augenhöhe hatten, hat mir schwer zugesetzt. Da stellte sich mir die Frage: "Was ist so falsch an mir?!"

Heute mit etwas Abstand denke ich, mit mir ist gar nichts falsch. Ich bin gut, so wie ich bin. Vermutlich hat es mit diesem guten Mann einfach nicht gepasst. Vielleicht werde ich dem Mann, bei dem alles passt, noch begegnen. Aber nur, wenn ich auch offen dafür bin. Und das muss ich erst wieder lernen.


Liebe Lebens_Lust,
ich glaube, dass du mich ein bisschen falsch verstanden hast. Dass ich nicht zu Kompromissen bereit bin, bedeutet nicht, dass der Mann genau so zu sein hat, wie ich ihn haben will. Ich möchte andere Menschen nicht ändern oder irgendwo reinpressen.

Ich meinte viel eher, dass ich einfach schon sehr "früh" aussortiere, wenn ich an einem Mann etwas bemerke, was später problematisch werden könnte. Ich bin ein Mensch, der andere nimmt, wie sie sind. Und weil mir genau das zum Verhängnis wurde, bin ich sehr vorsichtig geworden. Ich habe sehr feine Antennen dafür entwickelt, wie mich jemand behandelt, wie er mit mir spricht, wie er mit anderen Menschen umgeht. Wenn mir etwas auffällt, das ich nicht gut finde, hat er keine Chance.

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Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #14
Noch vor 40-50 Jahren war es selbstverständlich sehr bald nach Kennenlernen zu heiraten und der Mann sorgte auch für Einkommen, schickes Haus und Auto... Heute bieten viele Männer hingegen nichts mehr.

Ja ja, die "gute" alte Zeit.
Viele Frauen können heute aufgrund einer guten Ausbildung selbst für ein schönes Haus, Auto, Reisen usw. sorgen. Auch ganz ohne Mann. Und genau solche Frauen sind interessent. Aber nicht die Frauen, die sich nur ins gemachte Nest setzen möchten.
Schmunzeln musste ich bei deinem letzten Satz. Du beklagst dich über Männer die nichts bieten. Was bitte bieten denn Frauen wie in deinem Beispiel, außer das sie gerne fremdes Geld ausgeben möchten, weil das eigene nicht ausreicht.
 
  • #15
Ich habe so manche Frau kennengelernt, die sich für ihr Kind keinen festen Mann gesucht hat, sondern bewusst einen One-Night-Stand oder die Samenbank bemüht hat, um sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen. So entkommst du dem sich langsam schließenden biologischen Zeitfenster und setzt dich nicht selbst unter Handlungszwang, um Mr. Right auf die Schnelle zu finden.

Danach kannst du ganz entspannt weitersuchen, vielleicht gehört du auch zu den Frauen, die viel lieber allein leben und sich nur ab und zu einen Mann in ihr Leben holen. Wenn du hier im Forum schon länger mitliest, hast du ja einen Überblick über alle Facetten des partnerschaftlichen Leidens. Sei nur du selbst und lass dich von gesellschaftlichen Konventionen nicht unter Druck setzen.
 
  • #17
Noch vor 40-50 Jahren war es selbstverständlich sehr bald nach Kennenlernen zu heiraten und der Mann sorgte auch für Einkommen, schickes Haus und Auto... Heute bieten viele Männer hingegen nichts mehr.

"Nichts" halte ich für übertrieben. Aber im Kern hast Du wohl Recht. Die Entwicklungen in den letzten 40-50 Jahren beruhten auf dem, was Frauen an Änderungen haben wollten. Ich finde die Entwicklung auch in vielen Punkten für Frauen nicht nur positiv, auch wenn sie sicher überfällig war. Ich hätte mir eine ganzheitlichere Entwicklung gewünscht, in die auch Männer stärker einbezogen worden wären. Aber die meisten Frauen haben eben laut mitgebrüllt oder sich schweigend verhalten zu dem, was ein paar Krawallemanzen vorzutragen hatten. So ist das Pendel einfach auf die andere Seite ausgeschlagen.
 
  • #18
Daher empfinde ich mein Schutzschild nicht immer nur als negativ oder belastend.
Da hast du genau deinen Knackpunkt beschrieben.
Ein Schutzschild gibt es nicht umsonst, ich möchte dir das am Beispiel gepanzertes Auto beschreiben:
Je besser der Schutz gegen Angriffe (und in deren Folge Verletzungen) ist, desto
- höher der Preis
- höher das Gewicht
- geringer die Beweglichkeit
- höher die benötigte Kraft, diesen Schutz mit dir zu schleppen.
Daher wird unterschieden, gegen was der Schutz denn sein soll.

Übertragen auf deine Aufgabenstellung - um "Problem" zu vermeiden:
Wenn du weisst, welchen Typ Mann und welche Verhaltensweisen du abwehren möchtest, dann kannst du den Schutzschild so konstruieren, dass dieser den notwendigen Schutz bietet ohne dich mit unnötigem Ballast zu behindern.
Die Bösewichte werden aufgehalten - aber die Männer, die dir gut tun können, die kommen durch.
Stell dir das so vor - momentan hast du einen unförmigen Anzug a la Feuerwehr an, mit Helm. Perfekt zum Verstecken, sehr hohe Schutzwirkung. Vielleicht reicht bei dir aber ein Abendkleid mit Verstärkung um den Herzbereich völlig aus ... und nun entscheide selbst, wie du durchs Leben gehen möchtest. Massgeschneiderter Schutz für dich - oder Universalschutz. Jeweils mit allen Vor und Nachteilen.
 
  • #19
Hallo ihr Lieben,
vielen Dank für die doch sehr aufbauenden Worte!

Ja, ich denke, ich gehöre mittlerweile der Sorte Frau an, die keinen Mann "braucht". Ich vermisse nichts, ich bin allein glücklich und auch finanziell unabhängig.

Und es war ein weiter Weg bis hier hin. Früher habe ich mich nämlich immer angepasst, verbogen, mich selbst verloren. Alles drehte sich um den Mann an meiner Seite und darum, dass es ihm gut geht. Erst seit etwa 2 Jahren habe ich begonnen, mich und meine Bedürfnisse wirklich ernst zu nehmen und mich an die erste Stelle zu setzen. Da mich meine aufopfernden Muster wirklich in Gefahr gebracht haben (psychisch und physisch), rücke ich jetzt nicht mehr so schnell davon ab, mich auf mich selbst zu konzentrieren.

Vielleicht ist es nur eine Phase. Von einem Extrem ins gegensätzliche. Vielleicht werde ich eine Art gesunde Mitte finden, wenn ich jemandem begegne, für den es sich (für mich) lohnt, nicht mehr so auf mich fixiert zu sein.

Mag sein, dass es bescheuert oder egoistisch klingt. Aber ich habe tatsächlich darüber nachgedacht, mich mit Ende 30 schwängern zu lassen (ONS oder Samenbank, egal), falls es so laufen sollte, dass ich allein bleibe. Mal sehen, noch bleiben mir ein paar wenige Jahre.
 
  • #20
Lieber Tom,
vielen Dank für diese bildliche Darstellung. Ich denke, du hast es auf den Punkt getroffen:
Die Bösewichte werden aufgehalten - aber die Männer, die dir gut tun können, die kommen durch.
Stell dir das so vor - momentan hast du einen unförmigen Anzug a la Feuerwehr an, mit Helm. Perfekt zum Verstecken, sehr hohe Schutzwirkung.
Mein unförmiger Schutzanzug hält momentan noch alles und jeden ab. Dabei nehme ich die wohl auslösende Angst vor Verletzungen gar nicht bewusst wahr. Viel mehr fühle ich mich stark und selbstsicher. Für mich ein relativ neues Gefühl (ich hab ja früher alles und jeden an mich heran gelassen). Vielleicht muss ich erst lernen, gesünder mit diesem neuen Selbstbild umzugehen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich einen geeigneten Partner durchlasse, wenn er mich voll und ganz überzeugt. So geschehen bei meinem letzten Partner. Für ihn habe ich den Selbstschutz abgestreift. Und bin dann auf die Nase gefallen. Dieses Risiko gehört wohl dazu, wenn man jemanden an sich heran lässt. Und aktuell bin ich nicht bereit, irgendwas zuzulassen, was mein Wohlbefinden gefährdet.
 
  • #21
Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich einen geeigneten Partner durchlasse, wenn er mich voll und ganz überzeugt. So geschehen bei meinem letzten Partner. Für ihn habe ich den Selbstschutz abgestreift. Und bin dann auf die Nase gefallen.

Muss Frau, wenn die einen Mann in ihr Leben lässt, ihren ganzen gesunden Selbstschutz wirklich ablegen?

Wenn Sie das macht, ist der Fall auf die Nase doch vorher sehbar.

W Ü50
 
  • #22
Liebe Wildblume...

In einer gewissen Form schon, denke ich. Weil man sich in einer richtigen Beziehung auch fallen lassen möchte. Dies macht aber verletzbar. Ich stelle es mir sehr schwierig vor, eine richtige Beziehung zu führen, und trotzdem nicht wirklich verletzbar zu sein. Ich glaube, dass eine funktioniert nicht ohne das andere. Just my two Cents.

Muss Frau, wenn die einen Mann in ihr Leben lässt, ihren ganzen gesunden Selbstschutz wirklich ablegen?

Wenn Sie das macht, ist der Fall auf die Nase doch vorher sehbar.

W Ü50
 
  • #23
Ich finde, Du klingst eigentlich total gut auf Deinem Weg.
dass ich einfach schon sehr "früh" aussortiere, wenn ich an einem Mann etwas bemerke, was später problematisch werden könnte
Das finde ich in Hinsicht darauf, wie er sich Dir gegenüber verhält, einfach nur richtig und gesund.
Ich hab sowas früher auch nicht gemacht, weil ich anscheinend gar nicht für wichtig hielt, dass sich mir gegenüber jemand respektvoll benimmt.
Wenn einem was Schlimmes mit einem Menschen passiert, ist nach meiner Erfahrung die Auflösung des Problems, diese Menschen gleich erkennen zu lernen, und wie Du geschrieben hast: Aussortieren.

Vielleicht ist es nur eine Phase. Von einem Extrem ins gegensätzliche.
Ich finde diese Phase logisch und notwendig, wenn man vorher das Gegenteil gemacht hat. Und Du nutzt ja niemanden aus, dass Du quasi blind kompensierst mit der Denke "jetzt bin ich mal dran".
Du wirst unabhängig.
Meine eigene Erfahrung ist, dass sich ändert, auf was für Männer man steht. Wenn man davon ausgeht, dass man im unbewussten Zustand bei der Beziehungsfindung davon geleitet wird, das zu erleben, was man kennt, also auch destruktive Muster, dann sendet man die Signale, um solche Menschen anzuziehen, und "findet" auch die Menschen, die darauf anspringen. Hat man sein Muster durchschaut und steckt nicht mehr darin wie ein Kind, das nicht weglaufen kann, erkennt man ja, dass das, was der Mann gerade sagt oder tut, einen verletzt und weil man erkannt hat, dass man das nicht aushalten muss, kann man dazu "nein" sagen.
Dieses Risiko gehört wohl dazu, wenn man jemanden an sich heran lässt.
Seh ich auch so. Vielleicht können manche Menschen das weniger ertragen, also z.B. Betrug zu entdecken. Manche Schreiberinnen hier hatten auch eine vermeintlich supertolle Beziehung und dann stellte sich sowas raus. Sie haben es emotional "überlebt", ich denke, das schafft man auch, falls einem sowas passiert. Aber trotzdem klingt es von außen betrachtet heftig. Und es wird auch viel Energie gekostet haben. Aber Du klingst auch so, als hättest Du schon was überstehen müssen.
Ich denke, man geht keine Beziehung ein, in der man nicht auch was lernen kann/muss. Manche müssen mehr dadurch lernen, manche sind gefährdeter durch ihre destruktiven Muster oder ihre allumfassenden Erwartungen, andere haben eine harmonischere, realistische Beziehung und finden mehr Positives. Das ist das einzige, was man als Fazit draus ziehen kann - wieder ein Stück gelernt über sich selbst, über andere. Ich will das nicht als was Positives bezeichnen, weil es ja nur ein Wiederherstellen der Balance ist und nicht sein müsste, wenn man das destruktive Muster nicht aufgeprägt gekriegt hätte. Auch wenn es natürlich positiv ist, wenn man das hinter sich lassen konnte.
 
  • #24
Liebe Wildblume...

In einer gewissen Form schon, denke ich. Weil man sich in einer richtigen Beziehung auch fallen lassen möchte. Dies macht aber verletzbar. Ich stelle es mir sehr schwierig vor, eine richtige Beziehung zu führen, und trotzdem nicht wirklich verletzbar zu sein. Ich glaube, dass eine funktioniert nicht ohne das andere. Just my two Cents.

Sich in einer Beziehung fallen lassen möchten, warum eigentlich?, bedeutet doch nicht automatisch, die Selbstschutz-Funktion abzustellen?

Ich differenziere zwischen normalen unbeabsichtigen Verletzungen und beabsichtige Verletzungen durch Respektlosigkeit usw.

Schaut euch doch mal richtig um. Da seht ihr, wie die Menschen schlecht mit sich selbst, mit ihren Kindern, mit Tieren, der Natur und der Welt allgemein umgehen. Das sehe ich mehr negatives, als positives.
 
  • #25
Schaut euch doch mal richtig um. Da seht ihr, wie die Menschen schlecht mit sich selbst, mit ihren Kindern, mit Tieren, der Natur und der Welt allgemein umgehen.
Man sieht wohl immer das, was man sehen möchte. Und was ins eigene Weltbild passt.
Ich sehe viele Menschen, die entspannt mit sich, ihren Kindern und Tieren umgehen. Und auch mit ihrem eigenen Umfeld.
Will ich natürlich jeden in mein Weltbild pressen, dann wäre für mich jeder, der nicht geniessen kann, freudlos und humorlos durchs Leben geht, anderen seine negative Weltsicht aufdrängen will, seinen Hund mit ins Bierzelt nimmt und politisch korrekt Askese predigt, dies durch Moral und Religion begründet, einer, der mit sich schlecht umgeht. Seinen Hund quält.
Irgendwann kommt Einer, der die FS aus ihrem Schutzanzug schält, ihr sagt, das wäre wie ein Geschenk auszupacken - einer, der ihr Weltbild teilt und der mit ihr glücklich sein will. Vielleicht auch einer, der ihr Weltbild zum einstürzen bringt, ihr ganz neue Sichtweisen aufzeigt und sie veranlasst, selber aus dem Kokon zu kriechen.
Man muss sehen wollen - und zwar die positiven Seiten. Dann findet man diese auch.
 
  • #26
Ich arbeite nach wie vor mit dem Worst Case Szenario - wenn ich mir vorstelle, was im schlimmsten Fall passieren könnte, welches Risiko ich eingehe, wäge ich damit ab, ob ich das aushalte oder nicht. Und so entscheide ich dann.

Mit dem Bewusstmachen, Konkretisieren statt diffuser Gedanken und Gefühle und dem Wissen, was ich aushalte, bewältigen kann, kann ich mich heute sehr gut "fallen" lassen ohne den Halt zu verlieren.
Ich lasse mich ein, vertraue, genieße den Moment, und außer in den 5min, wo ich den Blick in die Zukunft mache, lasse ich es geschehen.

Mit der inneren Sicherheit zu wissen, ich kann eben auch den Worst Case aushalten. Diese innere Sicherheit ist mein Schutzschild.
Genau wie mein sehr sensibles Bauchgefühl, das mich rechtzeitig warnt.

Für mich weiter hilfreich, die Überzeugung, Partnerschaft ist etwas Schönes, wenn es stimmig ist, muss aber für mein Leben nicht sein.
Genauso wie die Haltung, ich begegne heute einem Menschen, der mich ein Stück auf meinem Weg begleitet, dass jobben 5 min sein, 1h, 1Woche, oder... Ich mag mir einfach nicht mehr Gedanken in die Zukunft machen als notwendig. Es wird werden, wie es werden soll.
Auch diese Haltungen nehmen meinem Schutzschild, bzw. seitdem fühle ich mich sehr sicher und frei.

Beliebig ist deswegen das Eingehen einer Partnerschaft trotzdem nicht, und weil ich mich inzwischen mit meinen Mustern, Gedanken, Bedürfnissen ganz gut kenne, kann ich ganz gut abwägen, was für mich stimmig ist, wann welche Schritte, wann welches "Wagnis".

Vertraue Dir selbst, dann kannst Du Deine äußeren Schilder Stück für Stück abbauen - es lebt sich bedeutend leichter.
 
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