G

Gast

  • #1

Sex vs. Liebe

Was macht den Unterschied aus zwischen "ich habe nur Sex mit einer Person" und " ich empfinde mehr für eine Person"? Also was genau fehlt der ersteren, dass sie nur in der Sexsparte landet, unabhängig davon zu welchem Zeitpunkt man das erste Mal miteinander geschlafen hat.

Und woran würdet ihr festmachen, dass die Person, die "nur" Sex mit euch hat, sich doch mehr vorstellen könnte?
 
G

Gast

  • #2
Eine Person, mit der ich mehr als nur Sex hätte, lasse ich peu à peu in mein Leben.
Eine rein sexuelle Sache darf nicht mal die Nacht bei mir verbringen, mit dem unternehme ich nichts, plane nichts....
Das entscheidet sich nicht nach dem ersten Sex, sondern im Laufe der Zeit.
Meist ziehe ich von einer eine "NICHT" Liebe auch wieder zurück, denn bei der reinen Sex-Sache wird mir schnell langweilig.
 
G

Gast

  • #3
Nur Sex bedeutet nur Sex, kein anderer relevanter Austausch, smalltalk, kein gemeinsamer Zeitplan, kein Turteln, keine Details, die ich mir merke, raus aus dem Bett nach dem Akt, Abstand, ihn aus der Wohnung komplementieren etc.
Das hab ich nur einmal gemacht, ist nix für mich.
Alle anderen zeigten erstmal verbales Interesse, nachfragen, wahrnehmen was den anderen interessiert, Termine gerne abstimmen etc.

w43
 
G

Gast

  • #4
Nur Sex mit jemandem haben einerseits und Gefühle für jemanden haben andererseits sind zwei verschiedene Dinge, die man nicht nicht erklären kann.
Ich kann mit jemandem nur Badminton spielen oder nur kochen und quatschen oder nur im Treppenhaus grüßen oder nur im Orchester zusammen spielen... und habe jedesmal keine Liebesgefühle zu der Person. Und wenn man mit jemandem nur ins Bett geht, ist es auch so.

Weiß der/die FS nicht, ob er/sie Gefühle für den nur-Sexpartner hat? Dann sollte er/sie vielleicht die Frage anders stellen.

Dass dem nur-Sexpartner "etwas fehlt" ist eine traurige Ansicht und kommt wohl auf den Blickwinkel an. Dr nur-Sexpartner sollte sich mit den vielen andern Bekanntschaften/Freunden vergleichen, die der/die Sexpartnerin noch so hat. Dann sieht man: Ich habe denen etwas voraus! Denn ich habe Sex mit xy. Die andern nicht.

Die Kunst ist zu genießen und wertzuschätzen, was man hat. Und nicht sich zu fokussieren auf das, was einem fehlt. Sonst bleibt man unglücklich bzw beherrscht die Kunst zum Unglücklichsein.
 
G

Gast

  • #5
Es liegt einzig und allein an der anderen Person. Reichen Charakter, Niveau, Lebensziele oder Stil nicht aus, bleibt es nur beim Sex.
 
G

Gast

  • #6
Was macht den Unterschied aus zwischen "ich habe nur Sex mit einer Person" und " ich empfinde mehr für eine Person"? Also was genau fehlt der ersteren, dass sie nur in der Sexsparte landet, unabhängig davon zu welchem Zeitpunkt man das erste Mal miteinander geschlafen hat.
Wenn ich mit einem Mann schlafe, kann ich mir normalerweise auch mehr vorstellen. Ein Mann, mit dem ich wirklich nur Sex haben wöllte, müsste irgendetwas an sich haben, das eine Beziehung unmöglich macht. Beispielsweise andere Sprachen sprechen als ich. Oder extrem anhänglich sein. Oder aussehen wie ein Model (hat man nicht für sich alleine). Oder sonst irgendwie völlig inkompatibel sein. Doch dann wäre wahrscheinlich, dass ich mir auch Sex nicht vorstellen könnte.

Also ich kann es auch nicht ganz verstehen, warum sich jemand vornimmt, nur Sex mit einer Person zu wollen. Es spricht m.E. für eine gewisse Engstirnigkeit und einen Mangel an Offenheit, wenn man einem Kontakt keine Entwicklungsmöglichkeiten einräumen will.

w 45
 
  • #7
Es liegt einzig und allein an der anderen Person. Reichen Charakter, Niveau, Lebensziele oder Stil nicht aus, bleibt es nur beim Sex.
Bei trifft das genaue Gegenteil zu. Es lag immer in meiner Entscheidung, mit wem ich mich einließ und welche Art von Beziehung dann mit dieser Person möglich war.

So gab es Zeiten, in denen ich keine Liebesbeziehung wollte, z.B. weil ich frisch getrennt war oder in einer Umbruchsituation war. In diesen Zeiten habe ich mich immer auf Männer eingelassen, mit denen eine echte Beziehung objektiv nicht/kaum denkbar war. Mein Kopf hat mein Herz davor geschützt, sich emotional tiefer auf den Mann einzulassen, gleichzeitig hatte ich Sex und Zärtlichkeit.

War ich dann wieder bereit für eine Beziehung, habe ich mich auf andere Männer eingelassen, bei denen mein Kopf eben kein Stopschild aufstellen konnte und in die ich mich dann verlieben konnte.
 
G

Gast

  • #8
Es gibt da noch ein Mittelding, nämlich das, was man heute als "casual Sex" bezeichnet. Für mich bedeutet das mit jemandem Sex zu haben, denn man kennt, mag und körperlich anziehend findet, aber aus welchen Gründen auch immer keine Beziehung haben will (z.B. anderweitig gebunden oder einfach nicht verliebt). Das kann sehr, sehr schön sein und die Sache ist ja auch nicht auf das Bett beschränkt, sondern man kann ja auch noch andere Dinge miteinander unternehmen (Theater, Urlaub etc.)

Absolute Voraussetzung ist aber, dass man von vornherein fair ist, d.h. man darf dem anderen keine Hoffnung auf mehr machen. Allerdings ist aus einem solchen Arrangement dann auch die Ehe mit meiner jetzigen Frau entstanden. Anfangs waren wir nur direkte Nachbarn und fanden es einfach praktisch, nur über den Flur zu gehen, wenn wir Lust aufeinander hatten. (M)
 
G

Gast

  • #9
Bei trifft das genaue Gegenteil zu. Es lag immer in meiner Entscheidung, mit wem ich mich einließ
Kann es mehr als ein Gegenteil von etwas geben? Auch auf mich trifft das genaue Gegenteil zu, nämlich "Reichen Charakter, Niveau, Lebensziele oder Stil nicht aus, bleibt es nur beim flüchtigen Körperkontakt." Sex käme in diesem Fall erst gar nicht in Frage. (m)
 
G

Gast

  • #10
Zitiat: "Und woran würdet ihr festmachen, dass die Person, die "nur" Sex mit euch hat, sich doch mehr vorstellen könnte?"
- Wenn sich in dieser Konstellation eine gewisse Treue, Loyalität und Verständnis für einander einstellt.
Das wäre für mich ein erster möglicher Hinweis.

Ich würde die Person ganz einfach darauf ansprechen.

Aus der Frage der/des FS geht leider nicht ganz hervor, ob es dann eine "Bedrohung" der reinen Sexpartnerschaft darstellt oder sich der/die FS auch mehr vorstellen kann.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
G

Gast

  • #11
Im Laufe einer länger dauernden Sexaffäre ist es unausweichlich, dass sich beide vertrauter werden und sich eine gewisse Form einer "Beziehung" zueinander entwickelt. Theoretisch kann daraus zu jedem Zeitpunkt Liebe erwachsen. Oft ist es aber so, dass zumindest einer von beiden diese Option für sich total ausschließt. Dann bleibt es auf dem Affärenlevel. Sich Öffnen muss man wollen.
 
G

Gast

  • #12
Ich würde die Person ganz einfach darauf ansprechen.

Aus der Frage der/des FS geht leider nicht ganz hervor, ob es dann eine "Bedrohung" der reinen Sexpartnerschaft darstellt oder sich der/die FS auch mehr vorstellen kann.
Diese "Sprachhemmung" verstehe ich auch nicht. Ich selbst bin überhaupt kein Fan von ONS, weil mir der Mensch schon etwas bedeuten muss, mit dem ich ins Bett gehe, Das ist natürlich nicht der Fall wenn ich ihn gar nicht richtig kenne. Aber es gibt halt auch Zeiten, in denen ich keine Beziehung haben möchte, aber halt nur ungern auf Sex verzichte. Deshalb suche ich mir dann im Freundes- oder Bekanntenkreis eine Frau, die ich wirklich mag. Es hat dabei auch noch nie Probleme gegeben, weil immer klar war, dass es alleine beim Sex bleibt. - Das ist irgendwie sowas wie Nachbarschaftshilfe, man hilft sich halt sexuell aus.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
G

Gast

  • #13
Aus der Frage der/des FS geht leider nicht ganz hervor, ob es dann eine "Bedrohung" der reinen Sexpartnerschaft darstellt oder sich der/die FS auch mehr vorstellen kann.
Doch, das geht daraus hervor, ganz deutlich sogar:

was genau fehlt der ersteren, dass sie nur in der Sexsparte landet
Meiner Meinung nach fand der/die FS sich unverhofft in dieser "Sexsparte" wieder und möchte wissen, ob es Indizien dafür gibt, daß vielleicht doch noch etwas anderes dabei herauskommen könnte.

Aber wozu denn bitte? Jemand, der einen anderen kurzerhand in die "Sexsparte" steckt, taugt doch sowieso nicht als Partner? Ich kann immer wieder nur dazu raten, das mit dem Sex sein zu lassen, bis beide sich einigermaßen einig sind, wohin die Reise letztlich gehen soll. (M)
 
G

Gast

  • #14
Den Standpunkt von #4 kann ich nicht nachvollziehen- ein reiner Sex-bzw. Affärenpartner stellt für mich keine minderwertige B-Ware dar, die ich benutze. Das sind manchmal sogar besonders interessante Männer, die ich schätze, nur die Verliebtheit stellt sich nicht ein. Wenn Menschen auf andere herabblicken, mit denen sie NUR SEX haben, verachten sie sich ja im Grunde selbst damit, oder die eigene Sexualität,denn irgendwie sind sie auch beteiligt, hm? ;)
W
 
G

Gast

  • #15
Mann oder Frau?

Beim Mann: er sieht supergeil aus, ist charakterlich aber nicht zu gebrauchen, weil er zum Beispiel ein Vollhorst ist

Bei der Frau: sie sieht supergeil aus, ist charakterlich aber zu naiv/jung/kompliziert für eine feste Beziehung.

Bei Sex allein ist es doch vorrangig erstmal die Optik und der Trieb der zählt. Mehr noch der Trieb, dann die Optik.

Also sprich: man hat erst Sex, weil man die Person superanziehend fand, aber eigentlich noch keine nähere Gelegenheit hatte, den (schlechten oder unpassenden) Charakter kennenzulernen.

Daraus resultierend: wer vorrangig sexuell unterwegs ist (ob Mann oder Frau) der läuft Gefahr, dass man eben auch nur sexuell abgestempelt oder ausgenutzt wird. Insbesondere offensive hübsche Frauen, aber auch attraktive Männer... der Schönling aus der Disko ist doch in der Regel kein Partner fürs Leben, weil er noch 20 andere hat und außer gut aussehen, nichts bieten kann.
 
G

Gast

  • #16
Hier die FS:

Danke erstmal für eure Antworten.
Vielleicht hat #14 den Nagel auf den Kopf getroffen... Ich bin wahrscheinlich zu kompliziert. Wenn ich so drüber nachdenke werde ich mir eigentlich sogar immer sicherer.
Doch kommt man aus der "komplizierten Frau" Schiene nochmal raus?
Ich würde ihm so gerne zeigen, dass ich auch anders kann und mich oft einfach nur so verhalten hab, weil ich einfach unsicher war.
Irgendwelche Tipps?
 
G

Gast

  • #17
Um "nur" Sex zu haben reicht eine gewisse körperliche und geistige Anziehung.
Eine Beziehung wird es, wenn man im Alltag miteinander harmoniert, dieselbe Zukunftsvision hat und die Rahmenbedingungen stimmen. Das findet man manchmal erst mit der Zeit heraus.

Meinen Sexpartner kalt zu benutzen oder gar auf ihn herabzuschauen ist für mich undenkbar. Ich teile mit ihm schließlich einen der schönsten und intimsten Momente meines Lebens. Ganz gleich, welchen Beziehungsstatus wir haben, werde ich ihm große Wertschätzung entgegenbringen. Selbstverständlich bin ich auch daran interessiert, dass die Begegnung für beide zum allerhöchsten Genuss wird...
 
G

Gast

  • #18
man hat erst Sex, weil man die Person superanziehend fand, aber eigentlich noch keine nähere Gelegenheit hatte, den (schlechten oder unpassenden) Charakter kennenzulernen.
Auch wenn ich nun schon einige Lebensjahrzehnte auf dem Buckel habe, werde ich wohl nie verstehen, wie man ohne Kenntnis des (eventuell schlechten oder unpassenden) Charakters mit jemandem Sex haben kann. Es ist doch der Mensch als Ganzes, der anziehend oder abstoßend auf mich wirkt, und mit jemandem, den ich nicht mag, kann ich doch kein Bett teilen?! (M)
 
G

Gast

  • #19
Nur Sex kommt bei mir gerade vor...aber mit einem guten Freund. Wir wissen beide, dass wir für eine Beziehung zusammen einfach zuuu unterschiedlich sind. Wir sind aber beide Singles und lieben es zu kuscheln, zu schmusen und eben auch Sex zu haben. Für uns ist es aber beide klar, dass es damit aus ist, sobald sich einer von uns in einen anderen verlieben würde oder schlichtweg nicht mehr will. Wir haben die inzwischen klassische "sex with benefits" Beziehung.

ONS hatte ich auch mal. Ist aber nix für mich. Da fühl ich einfach nichts. Wenn dann im Hinterkopf ist, dass ich dann danach gleich aufstehen, anziehen und gehen müsste. Da würde ich mich so richtig abgenutzt fühlen. Das ist einfach nix für mich.

Mit Liebe ist es einfach am schönsten. Das kann einfach nichts toppen...aber Liebe ist ein Gefühl...und das kann man nicht beliebig ein- und ausschalten. ...leider..zumindest manchmal. :)
 
G

Gast

  • #20
Der Roman "Salz auf unserer Haut" beschreibt eine amour fou, die über 20 Jahre läuft und doch nie in der festen Beziehung ankommt. Beide heiraten andere Partner, haben Familie. Dazwischen sind sie immer mal kurz heimlich zusammen. Heute nennt sich das casual Sex/Sex and Friends. Wieviel echte Freundschaft da wirklich drin steckt weisst du erst wenn dein Leben irgendwann nicht nur eitel Sonnenschein ist. Echte Freundschaften tragen dich durchs Leben.
Sex ohne Liebe ist sehr populär. Besonders Männer finden das okay. Sex bedeutet nicht Anfang einer Beziehung. Sex muss nicht in eine romantische Affäre münden, z.B. der ONS im gegenseitigen Einvernehmen. Unfair ist es wenn der planvollere Partner einen ONS will und den anderen vorher glauben macht, es wäre der Anfang von was anderem: Romanze, oder ähnlichem. Es gibt Liebe ohne Sex und Sex ohne Liebe und dazwischen viele Abstufungen. Ice-T hat mal gesagt "passion makes the world go round but love makes the world a safer place."
So ist es es.
 
G

Gast

  • #21
Für uns ist es aber beide klar, dass es damit aus ist, sobald sich einer von uns in einen anderen verlieben würde oder schlichtweg nicht mehr will.
Nun ja, angenommen ich wäre dieser Mann, in den Du Dich verliebst. Und ich würde spüren, daß da ein anderer Mann ist, mit dem Du ein wie auch immer geartetes Verhältnis hast. Für mich wäre das ein Grund, sofort den Rückwärtsgang einzulegen ... und zwar nicht aus Ablehnung, sondern weil es für mich eine eiserne Regel ist, nicht in eine bestehende Beziehung einzubrechen. Und dann? Wie würdest Du mir denn vermitteln wollen, daß dem gar nicht so ist?