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  • #61
Für mich wäre eine Frau mit einem solchen Verhältnis zur Sexualität auch nichts. Mir würde übel, wenn ich daran denke, dass meine Frau mit einem Typen im Bett war, sie sich überall an den intimsten Stellen betatscht haben, die Zunge in den Hals gesteckt haben etc. ohne dass dabei starke Gefühle im Spiel waren. Ehrlich gesagt denke ich auch, dass das nur etwas für prollige, oberflächliche, verrohte Menschen ohne Sinn für Anstand und zwischenmenschliche Grenzen ist. Aber einer gleichen Beurteilung für Mann und Frau in dem Punkt würde ich zustimmen. Wird sich aber nur schwer realisieren lassen, da die Vorstellungen davon, wie ein Mann und wie eine Frau zu sein und sich zu verhalten haben, zu festgefahren sind. Was nicht heißt, dass promiske Männer nicht negativ beurteilt werden. "Toller Hecht" ist ja nunmal auch keine moralische Kategorisierung. Im Gegenteil, dieses Verhalten trägt eher zu dem subtil negativen Männerbild bei, das in unserer Gesellschaft herrscht.
 
  • #62
Mir würde übel, wenn ich daran denke, dass meine Frau mit einem Typen im Bett war, sie sich überall an den intimsten Stellen betatscht haben, die Zunge in den Hals gesteckt haben etc. ohne dass dabei starke Gefühle im Spiel waren.
Ok. Intimer Körperkontakt ohne tiefe Zuneigung und emotionale Bindung ist also "Betatschen". Und mit Gefühlen? "Zärtliches Berühren", obwohl die Handlung dieselbe ist?
Mir wird von solcher Scheinheiligkeit übel.
 
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  • #63
Ok. Intimer Körperkontakt ohne tiefe Zuneigung und emotionale Bindung ist also "Betatschen". Und mit Gefühlen? "Zärtliches Berühren", obwohl die Handlung dieselbe ist?
Mir wird von solcher Scheinheiligkeit übel.

Dass die Handlung rein "mechanisch" die gleiche ist, das ist ja gerade das für mich befremdliche. Was aber eben nicht heißt, dass die Intentionen und die Gefühlslage gleich sind. Gibt auch keinen Grund, sich dabei an Formulierungen aufzuhängen.
 
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Ars_Vivendi

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  • #64
Nach meiner Ehe begann eine Phase mit unglaublich viel Lust auf Sex und Abenteuer. Ich hatte einige Affairen in denen ich berauschenden, sehr heißen und wilden Sex erlebt habe.

Ich finde es toll, dass Du Deine Sexualität entdeckst und auslebst, so wie es Dir gut tut, ohne Dich darum zu kümmern, ob andere das anders sehen. Aus meiner Sicht sind "einige Affären" kein Problem, sondern können durchaus eine Erfahrung und eine Bereicherung sein. Das werden wenige Frauen hier so sehen oder zugeben und auch kein Mann wird Dir in der Realität offen sagen, dass er das toll findet.
Gesellschaftlich gesehen ist das bei Frauen noch weniger akzeptiert als bei Männern, Du wirst als "promisk" abgestempelt. Die Reaktionen auf Männer, die "so" sind, kannst Du hier ständig lesen, Frauen wie Du "outen" sich sowieso selten.
Mir wird da auch eher von der Scheinheiligkeit und mangelnden Toleranz übel. Als ob Du nach Sex oder einem Zungenkuss dauerhaft beschmutzt wärst.

Mach es so, wie viele Männer es auch machen: geniessen und nicht darüber reden. Wenn mein Umfeld alles wüsste...
 
  • #66
[mod] seine (/ihre) "intimsten" (?) Empfindungen und ihre Ekstase mit einem Menschen zu teilen, den sie (/er) nicht liebt?

Wer das macht und verklärt, verliert wahnsinnig viel - für ein bisschen Sex und den einen oder anderen Orgasmus. Wie schade...

Nun könnte man ja sagen, jeder sei seines Glückes eigener Schmied, wofür durchaus etws spricht. Ärgerlich wird es dann, wenn es als allgemeingültiges Lebensmodell propagiert wird. [mod]
 
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  • #67
Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht, wie du, liebe FS. Ich habe auch meine Sexualität nach meiner langjährigen Beziehung ausgelebt und ausprobiert, was mir gefiel. Dennoch hatte ich sicher insgesamt weniger Männer, als manch andere, die ach so anständig sind durchschnittlich zweimal im Jahr eine "Beziehung" hatten, dies aber über einen Zeitraum von 15 Jahren.

Liebe Fs, finde dich einfach damit ab, dass die Gesellschaft so ist.

Sei diskret und wenn du einen Beziehungspartner findest, behalte deine Erfahrungen für dich und gib ihm das Gefühl, er hätte dir alles beigebracht.

Man muss ja nicht lügen und kann trotzdem bestimmte Themen umschiffen.

Wenn er dich dann ablehnt, falls es rauskommt, liebt er dich nicht wirklich.

Im übrigen kenne ich einen Mann, gutsituiert, der hat letztlich für eine Prostituierte alles aufgeben und sie geheiratet - weil er sie liebte. Es geht also auch anders, nicht jeder denkt in Schubladen, aber man muss nicht zum Ehrlichkeitsfanatiker werden.
 
  • #68
Man muss ja nicht lügen und kann trotzdem bestimmte Themen umschiffen.
Es lebe die Scheinheiligkeit. Wenn diese Lebensphase so "Normal" ist, kann man doch auf eine Ernst gemeinte, direkte Frage auch so antworten (sofern eine solche Frage gestellt wird).
Wenn er dich dann ablehnt, falls es rauskommt, liebt er dich nicht wirklich.
Nein, dann liebt er dich vielleicht, kann dir aber aufgrund der Lüge nicht vertrauen. Ob jemand in Schubladen denkt oder nicht, ist eigentlich vollkommen egal, wenn es darum geht eine Partnerschaft einzugehen, Lebenszeit mit jemandem zu verbringen und eine Zukunft aufzubauen, dann steht ehrliche Kommunikation an erster Stelle und ohne die gibt es kein Vertrauen.
übrigen kenne ich einen Mann, gutsituiert, der hat letztlich für eine Prostituierte alles aufgeben und sie geheiratet - weil er sie liebte.
Pretty Woman ist natürlich ein schönes Klischee in dem Zusammenhang. Wenn er um ihre Vergangenheit weiss, dann ist doch alles i.O.
 
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  • #69
Genauso wie viele Männer durch Konventionen gelernt haben, dass Frau sich nicht so schnell auf „sowas“ einlässt, ansonsten ist sie eine…
Letztendlich geht es um Macht, denn man merkt den männlichen Schreibern hier ihre Befürchtung an, dass die Frauen es mit der Emanzipation übertreiben.
Eine Frau die Affären hat als unmoralisch oder schlimmer darzustellen (wie der gute Sigfried, der ein exemplarisches Beispiel des extrem angstbehafteten Mannes darstellt) ist natürlich lächerlich.

Welcher Mann hier sollte zu welchem Zeitpunkt welche Befürchtungen haben? Du gibst an dieser Stelle eine Antwort auf eine Frage, die niemand stellt. Wen interessiert denn Dein Liebesleben. Eigentlich doch nur Dein Partner oder solche, dies es werden könnten.

Wenn Du Dich öffentlich hinstellst und überall hinausposaunst, dass Du eine "utrageile Zeit" hattest, dann bist Du genauso unbeliebt , wie ein Mann, der selbiges erlebt. Deshalb machen Männer das ja auch nicht; sondern halten den Mund (maximal besoffen am Stanntisch unter ihresgleichen, kommt trotzdem auch nicht besser). Solltest Du im RL besser auch tun.

Ich kenne sowohl einige Männer, als auch einige Frauen , denen man ein besonders promiskes Leben nachsagt. Besonders geachtet sind sie allesamt nicht. Ein bisschen Mitleid habe ich mit den jeweiligen Partnerinnen und Partnern (wenn es überhaupt welche gibt).

M 44
 
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Ars_Vivendi

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  • #70
Es lebe die Scheinheiligkeit. Wenn diese Lebensphase so "Normal" ist, kann man doch auf eine Ernst gemeinte, direkte Frage auch so antworten (sofern eine solche Frage gestellt wird).

Das hängt letztlich davon ab, wer die Frage stellt und hat mit Scheinheiligkeit überhaupt nichts zu tun. Ich habe die Menschen, die mit ihrem Intimleben hausieren gehen, noch nie verstanden, zwar toleriert, aber fand das immer eigenartig. Privatsphäre ist privat, es gibt keinen Grund, darüber mit "irgendjemandem" zu reden, nur weil eine Frage gestellt wird. Meine komplette "Vergangenheit" kannte zu keinem Zeitpunkt irgendjemand. Selbst in Partnerschaften finde ich es völlig normal, dass man nicht jedes Detail diskutiert.
Das kannst Du anders sehen und als scheinheilig betrachten, aber es geht ja schlicht nicht darum, bei 20 ONS so zu tun, als sei man Jungfrau, sondern darum, z. B. mit "einige ONS" zu antworten, wenn man die Beantwortung der Frage überhaupt in Erwägung zieht.
 
  • #71
Ja, ja, das Liebesleben der Frauen... immer wieder ein interessantes Thema, wie es scheint!

Worauf könnte es denn ankommen?
1. Unter Fremden sollte das weitgehend egal sein.
2. Wenn es aber um eine langfristig angelegte Partnerschaft geht?
Doch nicht auf zwei oder fünf oder ... Sexualpartner in der Vita. Was zählt, ist die heutige Einstellung und wie sie gewonnen / erworben wurde - und natürlich auch, wie stabil sie voraussichtlich sein wird.

Da zählen Taten freilich mehr als Worte.

Vor allem und zuerst aber Ehrlichkeit. Weil: Ohne Ehrlichkeit kein Vertrauen.
Und wenn es denn eine bewegte Vergangenheit gibt: ist sie abgeschlossen - oder spielt sie in die Gegenwart hinein?

Und dann ist's auch gut.
 
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  • #72
[mod] seine (/ihre) "intimsten" (?) Empfindungen und ihre Ekstase mit einem Menschen zu teilen, den sie (/er) nicht liebt?

Wer das macht und verklärt, verliert wahnsinnig viel - für ein bisschen Sex und den einen oder anderen Orgasmus. Wie schade...

Nun könnte man ja sagen, jeder sei seines Glückes eigener Schmied, wofür durchaus etws spricht. Ärgerlich wird es dann, wenn es als allgemeingültiges Lebensmodell propagiert wird. [mod]

Ärgerlich doch vor allem für dich, da dich scheinbar alleine der Gedanke stört, dass andere Leute einfach nur Sex haben, oft und ohne große Gefühle und dabei voll auf ihre Kosten kommen und sich total wohl fühlen.

Ist es nicht eher so, dass es dich stört, dass andere Menschen nicht entsprechend deines Verständnisses von Zucht und Ordnung leben, also so leben, lieben und sich begegnen, wie es sich deiner Meinung nach - für einen Mann und eine Frau - gehört?

Ist es nicht eher so, dass alles was nicht einer klassischen, monogamen Beziehungen entspricht von dir als falsch, verwerflich, schmutzig usw. verstanden wird?

Wieso sollte ein Mann oder eine Frau denn nicht propagieren, dass er/sie total glücklich ist, weil er/sie gerade mit der halben Nachbarschaft geschlafen hat und die Menschen dort etwas näher kennengelernt hat. Wieso sollte das schlechter sein, als das Leben, für das du dich entschieden hast?

Zwing anderen Menschen nicht immer dein antrainiertes Verständnis von Liebe auf. Du wurdest so konditioniert, und/oder hast dich entschlossen, nur, bzw. vor allem so zu leben. Andere Menschen Leben ganz anders als du, aber sind vielleicht sogar noch viel zufriedener und ausgeglichener, obwohl sie überhaupt nicht so Leben wie du.

Sie können genauso propagieren wie toll unverbindlicher Sex ist, wie du propagieren darfst, dass nur die große Liebe Wert hat und alles andere nebensächlich ist.

Wieso darfst du das propagieren, aber andere Leute dürfen das nicht? Und wieso ist das ärgerlich?
 
  • #73
Du wurdest so konditioniert, und/oder hast dich entschlossen, nur, bzw. vor allem so zu leben.
Sehr gut beschrieben! ich denke auch, es hat viel damit zu tun, mit welchen sexuellen Moralvorstellungen wir erzogen wurden! Insbesondere macht sich im Leben bemerkbar, wenn jemand in einem Umfeld, wo u.a. eine gewisse Doppelmoral herrschte, aufgewachsen ist. Das sind dann, nach meiner Meinung, oftmals Menschen, die schnell ein "moralisches Pfui" von sich geben, die Menschen mit einer gewissen sexuellen Abenteuerlust (oder die so eine Phase erlebt haben) als promisk betiteln und das ist sehr sehr lächerlich. Als hätten sexuell "vielfach verspielte" (grins) eine Krankheit. So wie Freud damals ja auch meinte, dass Frauen die auch mal etwas lauter wurden um sich vllt. einfach mal durchzusetzen, dann krankhaft hysterisch seien, oh mann...oder, dass es heute unglaublicherweise immer noch einzelne verkrampft, verkorkste Seelen gibt, die denken eine sexuell sehr aktive Frau sei...AAAchtung: "nymphoman"...oh Himmel, mir fehlen manchmal die Worte für so viel Landfrauen- und Jägersvereinsverbabbtheit
 
  • #74
@71 "Wieso"?

Wieso schreibst Du nicht mit offenem Visier (statt als "Gast") und bekennst Dich zu Deinen Unterstellungen bzgl. meiner (angeblichen) Motive, die Du besser zu kennen meinst als ich selbst?

Es ist, und wenn Du noch so trotzig auf dem Gegenteil beharren solltest, eine empirische Tatsache, dass die große Mehrzahl der Menschen nicht glücklicher wird mit zunehmender Promiskuität. Da Du in dieser Hinsicht nun wirklich Deines eigenen Glückes Schmied bist, darfst Du selbstverständlich machen, was du willst. Ich habe auch gar nichts dagegen, dass Du für Dich persönlich die Ausnahme beanspruchst.

Einen promisken Lebensstil zu propagieren, halte ich dagegen für verantwortungslos und unreflektiert.
 
  • #75
Ok. Intimer Körperkontakt ohne tiefe Zuneigung und emotionale Bindung ist also "Betatschen". Und mit Gefühlen? "Zärtliches Berühren", obwohl die Handlung dieselbe ist?
Mir wird von solcher Scheinheiligkeit übel.
Auch mir würde bei solcher Scheinheiligkeit übel ;-). Dann müssten nur männliche und weibliche Jungfrauen eine Beziehung eingehen, weil man den anderen mal berührt, geküsst, gestreichelt und mit ihm Sex hatte! Und für einmal sind wir uns einig :).

Tja, der Gast 60 kann eine Jungfrau in Anatolien finden. Mechanischen Sex, ohne Zuneigung, Sympathie und Gefühlen praktizieren eher Männer bei Prostituierten und viele nur bei ONS, wo sie nur aus Geilheit ihren Trieb ausleben wollen. Aber, dass die Männer lieber mit Steinen auf die Frauen werfen, ohne ihre eigenen Fehler und "Sünden" zu wissen, wissen wir ja! Wir Frauen wissen das und brauchen uns nicht mehr zu ärgern.

Männer mit vielen Frauen sind tolle Hengste, Frauen mit mehr als nur einem Mann Schlampen! Tragisch kommt noch dazu, dass die Frauen sich gegenseitig zerfleischen, statt sich gegen die Männer diesbezüglich zu solidarisieren. Ich versuche, mich mit den Frauen zu solidarisieren.
 
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  • #76
ich denke auch, es hat viel damit zu tun, mit welchen sexuellen Moralvorstellungen wir erzogen wurden!

Auf jeden Fall...

Ich mag es nicht, wenn Leute anderen Menschen ihre Moralvorstellungen aufdrängen und etwa eine Frau oder einen Mann der ständig Sex mit vielen Leuten hat herablassend begegnen.

Spielt keine Rolle ob das ein Mann oder eine Frau ist. Ich bin z.B. hetero und könnte mir nie vorstellen einen Mann zu küssen. Alleine der Gedanke ist beängstigend. Aber trotzdem habe ich schwule Bekannte und würde nie die ganze Zeit erklären, das Homosexualität irgendwie schlecht, komisch oder verwerflich ist. Diese Menschen sind einfach anders, aber ich fühle mich weder besser noch schlechter. Wieso auch???

Das ist genau das gleiche Prinzip.

Weder habe ich die ganze Zeit Lust mit immer neuen Frauen zu schlafen, noch bin ich einer der Menschen die tatsächlich glauben, dass es gesund ist, wenn ein Mann und eine Frau (oder andere Konstellationen) ewig zusammen bleiben. Meine Erfahrung war, dass eine sexuelle, leidenschaftliche und sehr emotionale Beziehung spätestens nach 7 bis 15 Jahren irgendwann zu einer freundschaftlichen Beziehung wird.

Beziehungen haben eine Halbwertszeit, jedenfalls dann, wenn Leidenschaft und Sexualität noch eine größere Rolle spielen sollen. Wem das nicht wichtig ist, der kann wahrscheinlich auch ohne Probleme 40 Jahre mit ein und der selben Person zusammen leben.

Gleichzeitig hatte ich stets die besten sexuellen Erfahrungen mit Frauen, die ich sehr gut kannte, für die ich Gefühle hatte und die mir vertrauten. Daher will ich weder 'Bis das der Tod euch scheidet' noch 'jeden Tag 5 andere Frauen verführen.'

Ich glaube es ist Wahnsinn, das Menschen teilweise super unglücklich sind, aber trotzdem krampfhaft an einer langjährigen Beziehung festhalten wollen, anstatt sich einfach freundschaftlich zu trennen, damit es beiden besser geht. Aber das dränge ich nicht ständig allen Menschen auf. Wenn Frauen von dem einen Mann für's Leben reden schmunzel ich. Wenn andere Frauen erklären sie haben gerade Lust Männer abzuschleppen lache ich.

Ich verurteile die Menschen nicht, nur weil sie anders sind als ich. Ich schätze sie trotzdem und glaube nicht, dass ich besser bin als sie.
 
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Ars_Vivendi

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  • #77
... dass andere Menschen nicht entsprechend deines Verständnisses von Zucht und Ordnung leben, ...

Ja, ich grinse inzwischen auch immer in mich hinein, wenn ich solche "Vorgaben" lese.
Es gibt viele Menschen, die so denken und natürlich hat jeder für sich das Recht, Sexualität als etwas sehr intimes zu betrachten, das mit tiefen Gefühlen verbunden ist, ein Jahr zu brauchen, bis er "so weit" ist und einen ONS für völlig undenkbar zu halten. Das ist wahrscheinlich wirklich eine entsprechende "Sozialisation" und das genaue Gegenteil sind eben die Menschen, die mit jedem gleich ins Bett steigen mit reiner Befriedigungsabsicht. Treffen Menschen mit diesen unterschiedlichen Sichtweisen aufeinander, dann knallt es und die "langsamen" fühlen sich verletzt und benutzt, die "schnellen" finden das verklemmt und ziehen schnell weiter.
Ich kann beide Sichtweisen tolerieren, halte auch keine für "richtig" oder "falsch". Man muss schlicht miteinander reden, wenn man intimer werden möchte und das klären, denn zu unterschiedliche Sichtweisen passen nicht zueinander.

Mit Toleranz haben die Menschen mit der "Zucht und Ordnung"-Sichtweise oft ein größeres Problem und öffentlich hält kaum jemand dagegen.

Nach "außen" hin muss ich das nicht klären oder erklären, da kann ich mich in der allgemein akzeptierten Bandbreite bewegen, wenn ich überhaupt etwas dazu sagen möchte. Was geht Freunde, Familie, Kollegen oder erst recht Nachbarn oder Bekannte meine Sexualität an? Ob ich nun hetero-, homo- oder bisexuell bin oder aber mich mit Transen vergnüge, ob ich alle 2 Tage mit jemand anderem oder 50 Jahre lang mit der gleichen Sex habe, hat auf den "alltäglichen" Umgang überhaupt keinen Einfluss, warum sollte ich mich da erklären müssen? Das ist Privatsache, mich hat es immer gestört, wenn z. B. Schwule ihre andere Sichtweise öffentlich erklären müssen oder Bekannte ihre Eroberungen im Detail erzählen möchten.

Es "propagiert" auch niemand einen promisken Lebensstil. Es gibt höchstens Menschen, die genau wissen, dass andere Menschen ihren Lebensstil als promisk empfinden und nicht tolerieren. Die FS hat nichts beschrieben, bei dem davon auszugehen ist, dass sie jeden Tag zwei neue fremde Männer braucht und selbst dann wäre es ihr "Problem". Sie entspricht nicht dem "Idealbild", dass sie wiederum bei "prüde und verklemmt" ansiedeln würde.

Also, liebe FS, lebe so, wie Du das für richtig hältst und erzähl es nicht in der Gegend rum.
 
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  • #78
Tja, der Gast 60 kann eine Jungfrau in Anatolien finden. Mechanischen Sex, ohne Zuneigung, Sympathie und Gefühlen praktizieren eher Männer bei Prostituierten und viele nur bei ONS, wo sie nur aus Geilheit ihren Trieb ausleben wollen. Aber, dass die Männer lieber mit Steinen auf die Frauen werfen, ohne ihre eigenen Fehler und "Sünden" zu wissen, wissen wir ja! Wir Frauen wissen das und brauchen uns nicht mehr zu ärgern.

Ich kenne ja den Drang einiger Feministinnen, aus allem einen Geschlechterkampf zu machen, aber ein bisschen sollte man sich schon mit dem Inhalt der Beiträge beschäftigen. Niemand hier hat behauptet, dass nur Frauen so etwas tun und Männer nicht (ginge auch schlecht). Und es hat auch niemand gesagt, dass Männer das tun "dürfen" und Frauen nicht.

Männer mit vielen Frauen sind tolle Hengste, Frauen mit mehr als nur einem Mann Schlampen!
Tragisch kommt noch dazu, dass die Frauen sich gegenseitig zerfleischen, statt sich gegen die Männer diesbezüglich zu solidarisieren. Ich versuche, mich mit den Frauen zu solidarisieren.

Ich weiß, dass der Vergleich mit dem Schlüssel, der ins Schloss passt eher verpönt ist, aber im Endeffekt trifft er hier genau den Kern. Solange Männer es wesentlich schwerer haben, eine Frau ins Bett zu bekommen als umgekehrt, wird es diesen Doppelstandard geben. Was immer auch der Grund für diese ungleiche Bereitschaft ist. Das ist aber eigentlich genau genommen auch abzugrenzen von einer moralischen Bewertung des Verhaltens. Wobei die Ansprüche an Frauen tendenziell höher sind, weil diese immer noch als das anständigere, moralisch überlegene Geschlecht gelten, machen wir uns da nichts vor.

Ansonsten kann man sich das Diskutieren hier eigentlich sparen und muss akzeptieren, dass es unterschiedliche Typen von Menschen gibt. Dementsprechend versteht die eine Seite die andere nicht. Ich rücke aber trotzdem von meiner Einschätzung in Beitrag 60 kein Bisschen ab. Ich hab gewisse Ansprüche an das Verhalten und das Wertesystem meiner Partnerin. Das hat auch mit "beschmutzt sein" oder ähnlichem nichts zu tun. Es geht auch nicht um mangelnde Toleranz, Zucht und Ordnung oder sonstigen Quatsch. Man kann auch nicht bei allem die angebliche Relativität der Moral bemühen. Wenn man das konsequent zu Ende denkt, kommen wir eh alle in Teufels Küche.
 
  • #79
Ich weiß, dass der Vergleich mit dem Schlüssel, der ins Schloss passt eher verpönt ist, aber im Endeffekt trifft er hier genau den Kern. Solange Männer es wesentlich schwerer haben, eine Frau ins Bett zu bekommen als umgekehrt, wird es diesen Doppelstandard geben. Was immer auch der Grund für diese ungleiche Bereitschaft ist. Das ist aber eigentlich genau genommen auch abzugrenzen von einer moralischen Bewertung des Verhaltens.
Die Gründe für diese ungleiche Bereitschaft sehe ich darin, dass Männer Sexualität und Liebesgefühle sehr gut trennen können. Wie viele Frauen gehen einfach so zu einem Callboy und wie viele Männer zu einer Prostituierten?

Auch: wie viele Männer versuchen ihre Freundinnen/Partnerinnen dazu zu überreden in einen Swingerclub zu gehen und die meisten Frauen weigern sich? Wie viele Männer schlagen ihren Frauen vor, einen Dreier zu versuchen und eine weitere Frau dazu zu holen, aber wehe die Frau schlägt einmal vor einen Dreier mit einem zusätzlichen Mann?
Die Unfähigkeit der (meisten?) Männer, ihre Sexualität an die Gefühle zu koppeln ist für mich die Ursache für das unterschiedliche Sexualverhalten.

Die Gefühle sind weder moralisch noch unmoralisch. Als (un)moralisch wird das Verhalten bewertet. Die Frauen sind nicht deswegen die moralisch erhabenere Wesen, weil sie sich sexuell anders als die Männer verhalten, sie können nur meistens die Sexualitat nicht von ihrer Zuneigung, Sympathie und Liebesgefühle abkoppeln die sie für einen Mann empfinden. Daraus ergibt sich dann ihr moralisch höher bewertetes Verhalten.

Die Männer scheinen das sehr gut zu können (Gefühle abspalten) sonst würde sich ihr Verhalten auch an das der Frauen angleichen.

Ausnahmen bestätigen die Regel sowohl von der Seite einiger Männer als auch Frauen.

Lesetipp: die neueste Ausgabe von Psychologie heute Compact "Männer verstehen".
 
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  • #80
FS schreibt die anderen Frauen sie als Konkurrenz und insgeheim empfinden sie auch Neid, weil sie so frei ist ihre Sexualität so auszuleben, wie es ihr gefällt.

Nicht ganz.
Ich habe mir das gerade nochmal überlegt und festgestellt, dass ich durchaus auf meine früheren Partnerinnen neidisch war, wenn sie viel mehr Sex in ihrem bisherigen Leben hatten, als ich.

Das lag aber (anders als Mandoline meint) daran, dass ich als Mann grundsätzlich viel mehr für Sex investieren musste (nicht nur geld, sondern auch zeit und Aufwand) und quasi nie gefragt wurde, ob eine Affäre oder Beziehung mit einer Frau will, sondern mich grundsätzlich dafür abrackern musste.
Für dss bischen Sex vor der heutigen Partnerschaft (bei mir etwa 5 oder 6 Partnerinnen) musste ich viele, sehr viele Körbe einstecken, während die Frauen einfach in ihrem Leben einfach ein paar mal öfer "Ja" gesagt haben.

Das war zwischen den Geschlechtern noch nie gleich verteiltg, und als junger Mensch (Mann) spürt man das auch Tag für Tag. Erst ab Mitte 30 ändert sich das Blatt. Aber das wußte ich ja damals noch nicht.
Von daher war mein damaliger Neid auf meine heutige Partnerin damals auch sehr, sehr berechtigt.
 
  • #81
Das lag aber (anders als Mandoline meint) daran, dass ich als Mann grundsätzlich viel mehr für Sex investieren musste (nicht nur geld, sondern auch zeit und Aufwand) und quasi nie gefragt wurde, ob eine Affäre oder Beziehung mit einer Frau will, sondern mich grundsätzlich dafür abrackern musste.
Für dss bischen Sex vor der heutigen Partnerschaft (bei mir etwa 5 oder 6 Partnerinnen) musste ich viele, sehr viele Körbe einstecken, während die Frauen einfach in ihrem Leben einfach ein paar mal öfer "Ja" gesagt haben.
Das glaube ich dir als Mann gerne! Wenn ein Mann nur reinen Sex will, hat er es tatsächlich viel schwerer eine Frau dafür zu finden und deshalb haben vermutlich Prostituirte regelmäßig und viel Kunden.

Neidisch müsstest du deshalb nicht sein, weil es auf der Hand liegt, dass sowohl Männer als auch Frauen grundsätzlich in einer festen Beziehung viel häufiger Sex haben als wenn sie Single sind. So hat sicherlich eine 55-jährige Frau, sofern sie eine normale Libido hat, viel häufiger Sex als ihre 22-jährige Tochter, die Single ist. Außer du bist neidisch auf die Anzahl Sexualpartner aber nicht auf die Häufigkeit der Intimkontakte. So kannst du nur 3 ONS mit drei verschiedenen Frauen in einem Jahr haben - insgesamt aber zu wenig Sex.

Der Aufwand ist auch für die Frauen deshalb größer (eben nicht nur für die Männer), weil sie weder zu Callboys geht, noch nimmt sie jeden Mann ins Bett, der sich ihr anbietet. Von vielleicht 15 Männern, die gerne mit ihr Sex hätten, nimmt sie nur einen! Wohingegen Männer erstmal glücklich über so viel Angebot wären.
 
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