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  • #1

Sexualität nach Totaloperation?

Ich hatte vor ca. einem Jahr eine Totaloperation, also Gebärmutter und beide Eierstöcke rausoperiert, aufgrund eines (zufälligen) Krebsbefundes.
Da das alles im Anfangsstadium entdeckt wurde, bekam ich auch keine weitere Behandlung, sondern wurde mit der OP als geheilt entlassen.

Hormongaben sind leider unmöglich aufgrund der Vorerkrankung.

Nun ist es leider so, dass mein Sexualempfinden quasi ausgelöscht wurde mit dieser weitreichenden OP.
Keine Erregung mehr möglich, keine Produktion von Feuchtigkeit.
Da ist nichts mehr zu fühlen für mich, Geschlechtsverkehr ist noch möglich ohne Schmerzen, wenn wir ganz viel Gleitgels verwenden (es ist alles so ausgetrocknet), aber es bleibt eine rein mechanische Sache, ich habe nichts mehr davon.
Ich dachte, dass das wieder wird mit der Zeit, aber dies trat nicht ein.
Je länger die OP zurückliegt, umso "toter" werde ich.

Und die Libido ist auch komplett weg, also das Interesse an Sexualität.
Ich bin Anfang 40, mein Mann auch.
Er ist sehr lieb zu mir, aber auch hilflos.

Meine Ärzte schauen mich mitleidig an und meinen dazu, das könnte es geben nach solchen Operationen, und dass Sexualität Kopfsache wär bei der Frau. Und ich soll froh sein, dass ich lebe. Und ohne weitere Behandlung davongekommen wär.
Mein Kopf ist ja noch dran, aber der allein schafft es nicht.


Wie gehen wir bloß mit dieser (dauerhaften?) Situation um?

Ich habe psychologische Betreuung, aber die hilft nicht, dass Sexualität wieder schön wird.

Mir tut mein Mann leid, ich hab ihn enttäuscht.
 
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  • #2
Darauf eine passende Antwort zu geben ist schon schwer.
Ich denke, dass Du wirklich großes Glück hattest und mit OP als geheilt entlassen wurdest.
Und Du hast Glück, einen Partner zu haben, der Dir zur Seite steht!
Es ist aber auch erst ein Jahr her, so schnell kann man eine Diagnose samt OP nicht einfach vergessen und verlangen, dass sich vieles wie die Sexualität wieder normalisiert.
Ich denke, Du brauchst einfach nur Zeit und vor allem das Gefühl, glücklich zu sein und das was passiert ist, auch hinzunehmen. Wenn Du erstmal das Ganze als Normalität betrachtest
und Dich nicht mit der Sexualität unter Druck setzt, dann wird es ganz langsam auch wieder gut.
Ich bin Krankenschwester und habe lange auf der Gynäkologie gearbeitet. Es dauert bei den Frauen. Und vor allem müssen die Frauen damit umgehen können und sich mit einem Lächeln sagen: Jetzt geht es erst richtig los! Was gewesen ist, ist gewesen!
Da nützt kein Psychologe etwas, es ist die innere Einstellung.
Freu Dich über einen tollen Mann an Deiner Seite, unternehmt viel, habt Freude, dann wird es Dir und der Sexualität (die auch viele andere schöne Seiten hat) auch wieder besser gehen!
Dir alles Gute!!
 
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  • #3
Mir tut mein Mann leid, ich hab ihn enttäuscht.

Was glaubst Du, wie enttäuscht Dein Mann erst wäre, wenn er Dich an den Krebs verloren hätte? Du hast Dein Leben neu geschenkt bekommen, auch für ihn, also worüber beschwerst Du Dich? Nimm es als Joker und mach etwas daraus, engagiere Dich für etwas, das Dir immer wichtig war, und denke immer daran, daß Du wahnsinniges Glück gehabt hast. Andere Frauen sterben daran, und hättest Du ein paar Jahrzehnte früher gelebt, wäre es auch bei Dir so gewesen.
 
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  • #4
Erst einmal: herzlichen Glückwunsch - Du hast eine schwere Krankheit überstanden!

'...Mir tut mein Mann leid, ich hab ihn enttäuscht. ....'
Seit wann enttäuscht man jemanden, weil man krank wird?
Das ist totaler Quatsch und das weisst Du wohl auch!

Ich habe in Deinem Post nicht gelesen, dass Dir auch die Klitoris entfernt wurde .... und solange die vorhanden ist, sind auch Gefühle möglich!
Gegen die Trockenheit kann man etwas tun, liebe FS, darunter leidet auch so manche Frau ohne Total-OP.

Ja, Sexualität ist auch Kopfsache! Deine Klitoris ist vorhanden, Dein Körper, mitsamt der anderen erogenen Zonen auch!
Du hast offensichtlich einen liebevollen Partner.

Du hast etwas Schweres erlebt und scheinst unter Depressionen zu leiden. Dagegen musst Du angehen und Dich nicht reinfallen lassen.
Du wirst nicht 'toter', je länger die OP zurückliegt, Du solltest mithilfe Deiner Therapeutin auf all das Positive schauen, dass Du hast, statt immer auf das, was Du nicht mehr hast.

Ich arbeite in einer Familienberatung und kenne auch Frauen mit Total-OP und erfülltem Sexualleben, die Orgasmen haben und empfindungsfähig sind, natürlich anders als vorher - wenn man sich davon löst, dass anders immer schlechter ist, kann man durchaus wieder guten Sex haben.
 
  • #5
Und ich soll froh sein, dass ich lebe. Und ohne weitere Behandlung davongekommen wär.

Wie gehen wir bloß mit dieser (dauerhaften?) Situation um?
Mir tut mein Mann leid, ich hab ihn enttäuscht.
Die Ärzte haben Recht. Ich weiß genau wovon du sprichst. Setze dich nicht unter Druck. Natürlich ist dein Mann hilflos, aber er hält zu dir. Versucht die Situation zu akzeptieren.
Enttäuscht hast du niemand!
 
  • #6
Wenn Beide keine Kinder (mehr) bekommen wollen - dann freut Euch.
Keine -unerwünschte- Schwangerschaft mehr möglich.

Verschiedene Männer die sich sterilisieren ließen, nannten (mir), daß danach der Sex noch besser wurde.
Weil man sich total entspannen, und angstfrei den Sex genießen kann. Für Beide.

Vielleicht alles nur eine Kopfsache ?
Nicht den Verlust der Fruchtbarkeit bedauern - sondern die neue Freiheit genießen.
Hemmungsloser Sex ohne Folgen. Absolut sicher.
 
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  • #7
Es ist eine Sache der Hormone. Wenn eine Hormontherapie nicht möglich ist, wird es schwierig.
Von wegen Kopfsache ?!
Aber was soll dir das Forum hier raten?. Subjektive Meinungen von Laien helfen dir nicht weiter.
Du brauchst die Hilfe von Spezialisten.
 
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  • #8
Liebe FS,

im WWW gibt es für fast alle Themen Selbsthilfegruppen. Schon nachgesehen?

Früher war es Gang und Gäbe Frauen bei (teils geringen Zipperlein) total zu operieren. Es gibt sicher einiges an Literatur darüber :)).

Glück im Unglück, dass man es in einem solch frühen Stadium erkannt hat und es nicht metastasiert ist. Ich weiß ja jetzt nicht wo genau im Unterleib der Tumor begann, aber ich kenne Studien, die bei Gebärmutterkrebs belegen, dass z. B. Nonne und Frauen in Länder (z.B. Islam) in denen Männer beschnitten sind, kaum an dieser Form des Krebses erkranken. Der Mann sollte sich immer odentlich unter der Vorhaut waschen (täglich mit Seife und einem Waschlappen), damit dieses Zeugs nicht die Frau mit GV abkriegt.

Alles Gute!

w
 
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  • #9
... die bei Gebärmutterkrebs belegen, dass z. B. Nonne und Frauen in Länder (z.B. Islam) in denen Männer beschnitten sind, kaum an dieser Form des Krebses erkranken. Der Mann sollte sich immer odentlich unter der Vorhaut waschen (täglich mit Seife und einem Waschlappen), damit dieses Zeugs nicht die Frau mit GV abkriegt.

Alles Gute!

w

Hmm. Ohne die Rahmenbedingungen der Studie zu kennen, unter denen sie erhoben wurde, geht die Aussagefraft (meiner nichtmedizinisch fundierten Ansicht) stark gegen Null.
Allein im Verdauungstrackt und auf der Haut befinden zigfach mehr Bakterien als unter so einem kleinen Stück Hautfetzen und trotzdem werden Haut- und Darmkrebs nicht mit (mangelnder) Hygiene in Verbindung gebracht.
 
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  • #11
Wenn Beide keine Kinder (mehr) bekommen wollen - dann freut Euch.
Keine -unerwünschte- Schwangerschaft mehr möglich.

Verschiedene Männer die sich sterilisieren ließen, nannten (mir), daß danach der Sex noch besser wurde.
Weil man sich total entspannen, und angstfrei den Sex genießen kann. Für Beide.

Vielleicht alles nur eine Kopfsache ?
Nicht den Verlust der Fruchtbarkeit bedauern - sondern die neue Freiheit genießen.
Hemmungsloser Sex ohne Folgen. Absolut sicher.

Das ist natürlich nun ein Schlag ins Gesicht für die FS.
Was soll denn so ein Statement? Völlig daneben !
Es geht hier nicht darum, ob die FS noch verhüten muss und es geht auch nicht um Männer, deren Sex nach der Sterilisation besser wurde.
Eine Sterilisation beim Mann ist absolut nicht vergleichbar, da werden ein paar Samenleitern durchtrennt und fertig, vergleichbar mit einer Eileiter-OP.
Aber stell dir mal vor, dir werden deine Hoden entfernt und du hast keinerlei Errektion mehr, auch kein Verlangen mehr.
Freust du dich dann auch, dass keine Frau mehr von dir schwanger werden kann? Und sagst du dann auch noch "alles Kopfsache, ich genieße meine Freiheit"?
Manchmal kann man nur noch den Kopf schütteln über soviel Ignoranz.
 
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  • #12
Mir tut mein Mann leid, ich hab ihn enttäuscht.

Der Mann kann sich überaus glücklich schätzen, eine Frau an seiner Seite zu haben, die bei einer lebensbedrohlichen Krankheit zuerst an ihn und an sein weiteres Leben denkt. Ich an seiner Stelle würde Dich drücken und herzen und Dir ins Ohr flüstern, wie glücklich ich bin, daß Du dem Ruf nach ganz oben noch nicht gefolgt bist.
 
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  • #13
Also was da bei dir passiert ist, kann ich nicht beurteilen. Ich bin selbst vor drei Jahren total operiert worden - und meine Libido usw. ist weiterhin vorhanden. Aber das nur am Rande.
Wenn dir deine Ärzte, die du bisher dazu befragt hast, nicht weiterhelfen können oder wollen, dann such dir bitte noch einen anderen Gynäkologen oder, wenn es dir damit besser geht, eine Gynäkologin und frag sie gezielt nach einer Sexualtherapie.
Du hast niemanden enttäuscht, nur wenn du hier dieses Statement schon abgibst, dann könnte das durchaus ein Zeichen dafür sein, dass bei dir die Psyche mitspielt.
Also lass dir vor allem dir zuliebe eine professionelle Hilfe angedeihen.
Ich drück dir die Daumen
w/47
 
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  • #14
Liebe FS,
auf jeden Fall Sexualtherapie machen und am besten selbst einen dieser Fachtherapeuten heraussuche und aufsuchen, gemeinsam mit Deinem Mann. Du hast was Schweres durchgemacht. Das ist ja alles nur zu verständlich und ich finde es toll, dass Du diese Frage stellst und Du und Dein Mann wollt das gemeinsam, also gute Voraussetzungen. Ich glaube, für Euch beide wäre das das Richtige und dann bekommst Du bestimmt auch wieder Lust. Es braucht Spezialisten für diese Therapie, die kennen sich damit aus und genau dafür sind sie da.
 
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  • #15
Ich dachte nach meiner Totaloperation auch, nach spätestens einem halben Jahr würde alles wieder ganz normal laufen. Dabei hatte ich nicht auf dem Focus, dass solch eine OP tatsächlich der größte gynäkologische Eingriff überhaupt ist. Der Heilprozess (auch der psychische) dauert uU sehr lange.

Rede dir nicht ein, dass du immer "toter" wirst, dass die Libido komplett weg ist, dir die Sexualität nie mehr Freude machen wird. Gib dir noch etwas Zeit, schmuse mit deinem Mann, benutze Gleitgel, ertaste dich selbst, und denke vor allem nicht ununterbrochen daran, dass du Sex für dich vergessen kannst. Ich weiß nicht mehr genau, wie lange ich nach meiner OP "etwas lustlos" war, jedenfalls genieße ich Sex längst wieder in vollen Zügen, vielleicht sogar intensiver als vorher.

Eines habe ich aber auch gelernt: mit wenig (oder gar keinem) Sex kommt frau schnell "aus der Übung". Lass es nicht so weit kommen! w
 
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  • #16
Liebe FS,
auch ich hatte eine Totaloperation ohne Einschränkung der Sexualität.
Such dir Spezialisten, die dir helfen. Und versuche einmal (falls du das noch nicht getan haben solltest), dich selbst zu befriedigen - um herauszufinden, ob dir das möglich ist. Allein, in entspannter Situation, dich vorsichtig neu kennenlernend.
 
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  • #17
Liebe FS,
auch ich hatte eine Totaloperation ohne Einschränkung der Sexualität.
Such dir Spezialisten, die dir helfen. Und versuche einmal (falls du das noch nicht getan haben solltest), dich selbst zu befriedigen - um herauszufinden, ob dir das möglich ist. Allein, in entspannter Situation, dich vorsichtig neu kennenlernend.

hallo,

warum wurde diese Total-OP gemacht?
Hattest du nachher hormonelle Unterstützung oder musstest du ohne Hormone weiterleben, weil ja der Körper dann keine eigenen mehr produziert?
Wie alt warst du bei der OP?

Das mit der SB hab ich schon mehrmals probiert, auch da tat sich leider gar nix.
Die Genitalregion reagiert einfach auf keine Berührung mehr, auch die Brust ist unempfindlich geworden. (dabei war ich vor meiner OP am Busen so leicht erregbar, aber auch das klappt nicht mehr)

Meine Gynäkologin meint dazu, dass der Hormonschock bei mir wohl allzu drastisch ausgefallen ist (die wurden getestet und es ist alles nahezu auf Null),
Und dass Hormone Botenstoffe wären und deswegen bei mir alles "stillgelegt" worden wär.
Aber sie darf mir keine geben- wegen Krebsgefahr.
Und ich soll mich irgendwie damit arrangieren, dass ich halt sexuell nicht mehr viel empfinden können würde, das würde ich mit den Jahren lernen zu akzeptieren. Es würde ja mehr geben im Leben als Sexualität.
Das stimmt auch, aber trotzdem tut mir dieser Verlust wahnsinnig weh.
 
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  • #18
.

Rede dir nicht ein, dass du immer "toter" wirst, dass die Libido komplett weg ist, dir die Sexualität nie mehr Freude machen wird.

Hm, ich rede mir nix ein. ich beschreibe die (leider traurige) Realität.
Ich würde mir sehr wünschen, dass ich wieder was fühlen/spüren kann. Ich will das so nicht, wie es ist.
Ich hatte vor meiner Erkrankung ein gutes Sexualempfinden.
Ja, Zeit muss ich mir/uns noch geben. Unbedingt.
Ich dachte wie gesagt, ein Jahr sollte frau sich schon geben.
Das ist jetzt verstrichen und ich kann kein Wiederaufleben meiner Empfindungen verspüren, obwohl wir es immer wieder probieren.

"Aus der Übung"- naja, ich kann Sexualität haben, rein physisch, wenn ich vorher jede Menge Cremes in mich reingebe, damit es möglich wird ohne Schmerzen.
Aber wie gesagt, Lustgefühle kommen da nicht (mehr) auf.

Und "so tun als ob" ist auf Dauer beschämend und demütigend, für beide. Das geht einfach nicht.

Die Lustgefühle kann mein Kopf nicht herbeiwünschen, musste ich feststellen.
Der Körper allein schaffts offenbar aber nicht (mehr). Das was früher selbstverständlich fühlbar war, ist jetzt ersatzlos weggefallen.


Ich hab Angst um unsere Partnerschaft.
Übergangsweise ist das alles auszuhalten.
Wir schmusen und kuscheln . Wobei ich bemerke, dass mein Mann sich zunehmend zurückzieht, ich hab ihn auch drauf angesprochen, er meinte, dass es schwer für ihn wär, körperliche Nähe zu haben, aber zu wissen, dass, falls wir Sex haben sollten, ich nichts mehr fühlen könnte. Und er will mich nicht "gebrauchen", das wär nicht schön für ihn.

Da zieht er sich lieber gleich zurück. Das ist auch nicht schön, aber noch die bessere Alternative.
Denn ich kann ja nicht mehr auf ihn zukommen, denn mein Bedürfnis nach Sex, meine Libido ist auf null (das war noch nie der Fall in meinem Erwachsenenleben!). Da müsst ich dann wieder schauspielern. Und das klappt nicht, wenn man sich gut kennt.



Und wie lange geht das noch so?
Wir sind ja noch relativ jung.

Warum wurdest du operiert?
Wie alt warst du?
Wie hast du es geschafft, den aprupten kompletten Hormonausfall zu bewältigen ohne Hormonersatz?
Ich hab leider auch körperliche Beschwerden, Haarausfall, Knochenschmerzen, Hautaustrocknung/Erschlaffung der Haut, Energieverlust, auch ein Jahr post-OP, Konzentrationsprobleme.
Wie gings dir damit?

Erstmal hab ich mich gefreut, gott sei Dank, alles im Anfangsstadium erwischt.
Aber mit der Zeit dämmert mir jetzt, wie brutal und weitreichend die Folgen dieser OP sind.
Und dass man sich noch so einreden kann, dass das alles nicht wahr ist, das nützt nix, die Folgen treten trotzdem ein.
Auch für die Partnerschaft.
In meinem OP-Bogen stand: Bei jungen Frauen können Wechseljahrsbeschwerden (Hitzewallungen) auftreten, wenn beide Eierstöcke entfernt werden.
Hitzewallungen hab ich nicht, dafür ist meine Sexualität verschwunden.
Darüber sprach man mit mir in keinster Weise vorher.
 
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  • #19
Hallo!
Hast du dich schon mal mit sog.bioidentischen Hormonen befasst? Google mal! Künstliche Hormone würde ich auch nie nehmen, die bioidentischen haben kaum NW. Googel z.B. "Rimkus-Kapseln" oder "Frau Dr. Scheuernstuhl", da kannst du dich umfassend informieren. Es gibt auch viele gute Heilpraktiker,die sich gut mit Hormonstörungen auskennen.Alles Gute!
 
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  • #20
Liebe FS,

Erst mal möchte ich Dir sagen wie sehr es mir für Dich leid tut, was Du erfahren musstest.

Ich lese hier betroffen mit, denn Du beschreibst meine grösste Angst die ich im Bezug zu einer
Operation , die mir eventuell noch bevorsteht, habe.
Gottseidank nicht wegen Krebs, sonst könnte ich es nicht solange hinauszögern.

Man hat bei Dir den Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben. Das Ganze ohne Dich vorher
eingehend zu informieren. Ich wäre an Deiner Stelle mehr als geschockt, um nicht zu
sagen traumatisiert.
Wahrscheinlich bist Du das auch und bräuchtest eine Traumatherapie.

Sexualität ist ein so schöner wichtiger Bereich im Leben der soviel Freude macht, erst recht wenn
man das Glück hat einen liebenden Partner an der Seite zu haben.

Die Gefahr dass Du eine Depression entwickelst (auch eine Krankheit), Deine Partnerschaft
auseinander geht, ist sehr gross. Demgegenüber steht die Gefahr wieder an Krebs zu erkranken,
was aber nicht! sicher ist. Krebs hat aber auf jeden Fall eine höhere Chance wiederzukommen
wenn man unglücklich ist.

Ich an Deiner Stelle würde mich auf jeden Fall eingehend mit allen alternativen Möglichkeiten
beschäftigen.Von künstlichen Hormonen halte ich auch nichts. Wie hier schon geraten , würde ich es mit bio- identischen Hormonen versuchen. Auch mit entsprechender Ernährung kann man einiges verbessern.
Es gibt in der Naturheilkunde soviele Möglichkeiten , Homöopathie, Bachblüten, TCM, Energiearbeit etc.

In gewisser Weise ist Dir eine unangenehme Nachbehandlung durch Chemo therapie erspart geblieben,
Dir wurde nochmal ein Leben "geschenkt".
Jetzt beginnt aber die wirkliche Arbeit, habe ich so das Gefühl. Gib nicht kampflos auf, sondern
liebe Dich selbst und werde aktiv.
Wer weiss was Du alles noch lernen kannst und wozu das am Ende gut war.
Berichte uns wenn es Dir besser geht, Du hilfst damit auch anderen Frauen in Deiner Situation.
Du bist damit nicht alleine.

Alles Liebe und ich wünsche Dir viel Kraft
w,49
 
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  • #21
Man hat bei Dir den Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben. Das Ganze ohne Dich vorher
eingehend zu informieren. Ich wäre an Deiner Stelle mehr als geschockt, um nicht zu
sagen traumatisiert.
Wahrscheinlich bist Du das auch und bräuchtest eine Traumatherapie.

Hier die FS:
Ja, genau das triffts.
Dem ist nix hinzuzufügen.

Dabei ist das jetzt "schon" ein Jahr her.

Wenn du eine OP vermeiden kannst- bitte tu das!!!!!!!

Die Folgen von sowas sind wirklich brutal und weitreichend.
Grade wenn man ausgeschlossen ist von Hormontherapie.

Nein, kampflos wird nicht aufgegeben.
Aber ich merke, ich werd müde, denk mir oft: ich kann "so" nicht mehr. Und schwanke zwischen Verzweiflung und "ich muss weitermachen". Der Beelzebub, ja, der ist jetzt bei mir anstatt des Teufels, wenn ich deine Worte wiederholen kann.

Weil das jetzt schon ein Jahr ist und es keineswegs "besser" wird, im Gegenteil, die Auswirkungen werden jetzt erst richtig doll merkbar.
 
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  • #22
Viele Menschen haben nie einen Partner gehabt oder gefunden - und folglich auch kein Sexleben. Viele Menschen ab 40 haben die Partnersuche gänzlich aufgegeben (in diesem Forum zur Genüge zu lesen). Dein Problem sehe ich daher sehr relativ, um ehrlich zu sein. Wenigstens hast du überhaupt einen Partner.
 
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  • #23
Liebe FS, ich kann mir gut vorstellen, dass die Lust schwindet, wenn die Eierstöcke so früh entfernt werden. Das fühlt sich bestimmt anders an als wenn eine Frau normal die Wechseljahre übersteht-dort ist der Übergang gleitend und geht über Jahre. Bei Dir war es von heute auf morgen-das ist ein enormer Stress für Dich körperlich wie psychisch. Die Sexualhormone steuern nicht nur die Sexlust, sondern auch viele andere Funktionen im Körper und dass es Dir nicht so toll geht, ist es verständlich.

Ich würde an Deiner Stelle die Sexualität aus Deiner Sicht zwischen Deinem Partner und Dir als einen Ausdruck der Liebe und der Verbundenheit betrachten und nicht zwingend der sexuellen Lust im Sinne vom Sexualtrieb. Für Deinen Partner ist es hormontechnisch beides-Liebe, Verbundenheit und Sexualtrieb. Du hast aber auch viele gute Gründe mit ihm intim zu werden, auch wenn Du sagst, dass Du nicht mehr die sexuelle Lust verspürst. Ich denke, der ganze Stress wg. Krebs etc. macht sowie so die Sexlust ziemlich sekundär bis gar unwichtig. Auch wenn eine Frau andere Arten von Krebs hatte, die nichts mit der Sexualtätigkeit zu tun haben, auch dann kann ihr Libido schwinden-dann es ging ihr um den Stress des Überlebens.

Ich habe zum Glück noch alles, aber manchmal bin ich so müde, dass ich allein deswegen keine Lust auf Sex habe. Und dann doch gerne Sex mit dem Partner habe, weil wir uns dabei auch menschlich lieben. Ich bin wg. der Müdigkeit nicht geil, aber sehr glücklich ihn so nah dann spüren-und das ist dann eben die menschliche Liebe.

Bitte betrachte den Partnersex in einer liebevollen Partnerschaft nicht lediglich als Sex sondern als einen Ausdruck der Liebe und der Verbundenheit. Natürlich ist es besser, wenn die Hormone Dir auch den Sexualtrieb aufrecht erhalten. Wenn nicht-wie in Eurem Fall-hat der Sex dennoch sehr viel für Euch beide-eben Liebe und Verbundenheit, Nähe.

Natürlich ist es sinnvoll, die Klitoris wirklich gut kennenzulernen, was wahrscheinlich Euch bis jetzt leider entgangen ist.

Eine Partnerschaft ist Geben und Nehmen-und jeder gibt das, was er kann und möchte und man kann sich wirklich mit vielem arrangieren. Ich vermute, ich würde den Sex mit einem geliebten Partner auch mit 80 genießen-wo beide hormonell ziemlich wenig bis gar nichts produzieren-aber viel an Liebe, Nähe und Zärtlichkeit genießen-eben das Menschliche außerhalb des reinen Triebes.

Ich würde gar nicht das Erwachsen der Sexlust zwingend anstreben, sondern die Liebe beim Sex genießen-quasi ein Arrangement für Euch, wo beide das bekommen, was sie geben können und brauchen. Einfach realistisch bleiben und das Beste daraus machen.
 
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  • #24
Das ist natürlich eine sehr belastende Situation. Aber erst einmal ist nochmal zu sagen, dass Sie nicht ihren Partner enttäuscht haben. Das ist nicht Ihre Schuld.

Sex ist doch viel mehr als vaginale Penetration. Damit meine ich nicht nur Anal- und Oralverkehr, was von einigen Menschen abgelehnt wird, sondern auch die einfachen intimen Berührungen und das Fühlen des anderen Körpers. Ich denke Sie haben natürlich eine mentale Blockade, die es zu überwinden gilt, denn wenn die weg ist wird zumindest das zärtlich Streicheln, festhalten und küssen Ihnen gut tun und sich toll anfühlen, dass alles ist von der Op ja nicht betroffen. Es gibt auch einige sexuelle Spielarten, bei denen nicht zwingend eine Penetration stattfindet, bspw wenn ihr Mann auf Füße steht oder BDSM (das heißt nicht gleich Peitschschläge, aber leichtes Fesseln, was Ihnen vielleicht auch gefallen könnte, dass sie sich dort fallen lassen können und die Kontrolle abgeben)

Ich denke professionelle Hilfe ist das Beste in diesem Falle, auch für den Mann.

m33
 
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  • #25
Meine OP ist jetzt 4 Jahre her.Ich war damals Mitte 40 und bis heute ist mein Lustempfinden nicht mehr zurückgekehrt.
Sex gibt es zwischen uns nicht mehr.Ich empfinde einfach nichts mehr.
Ich lebe zwar noch,aber Leben ist das nicht mehr.
Wird als Kopfsache hingestellt,Therapie empfohlen usw.
Bei der OP wird das Nerven -und Blutversorgungsnetz,
welches die Gebärmutter kpl. umgibt mit dem Skalpell
durchtrennt, dadurch kann es auch zu einer Nervenschädigung oder nicht gewünschten Verwachsungen kommen.
Dies wird gerne verschwiegen.Und Nervenschädigungen sind nun mal nicht mehr heilbar.
 
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  • #26
Als Mann kann ich nur sagen, dass ich nach der TO meiner Frau ca 5-8 Jahre gebraucht habe, um mit der Situation, KEINEN Sex mehr zu habe.
Es gibt noch ander Möglichkeite in der Partnerschaft, um seiner Partnerin seine Wertschätzung zu zeigen. Ich musste zwar lange suchen, aber es gelang.
Wenn Du also einen verständnisvollen Ehemann oder Partner hast, wird er Dich weiter auf Händen tragen. Sollte das nicht so seien, ist die Partnerschaft auch vor derTO nicht ganz ok gewesen.
Wir haben unausgesprochen (!!!) das Thema Sexualität aus unserer Parnerschaft gestrichen und das geht schon 13 Jahre, (Wir sind beide Anfang-Mitte 50)
 
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