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  • #1

Sexuelle Enthaltsamkeit. Lohnt sich das?

Ich, m49, bin seit einigen Monaten Single. Seit meiner Trennung hatte ich keinen Sex mehr mit anderen. Allerdings befriedige ich mich regelmäßig selbst. Nahezu täglich. Die Gefühle beim Orgasmus werden allerdings immer schaler. "Höhepunkt" kann ich dazu eigentlich oft nicht mehr sagen. Jetzt überlege ich, einmal für einen längeren Zeitraum die Hände von mir zu lassen. Ich habe irgendwo gelesen, dass sexuelle Enthaltsamkeit dazu führt, dass man auf anderen Gebieten dann mehr Energie und Kreativität entwickelt.
Hat da jemand Erfahrungen oder weiß dazu näheres?
 
  • #2
Erfüllende Masturbation beinhaltet meines Erachtens auch immer eine tolle Phantasie -- das Kopfkino macht es doch erst wirklich scharf, komplex, erregend, befriedigend, erfüllend. Natürlich kann man das sich nicht jeden Tag bieten und natürlich klappt es nicht jedes mal perfekt, sich eine wirklich erregende Phantasie aufzubauen. Das hat ja auch viel mit Stimmung, mit den Erlebnissen des Tages zu tun und natürlich auch mit Abwechslung, mit Neuigkeitswert, mit Einklang aus Bedürfnissen und gewählter Phantasie.

Insofern sage ich zu Deiner Frage ganz klar: Ja, etwas Pause kann nie schaden. Jeden Tag masturbieren wird schon schaler, eintöniger, mechanischer. Klar, was ist schon jeden Tag aufs Neue toll? Das kann man doch auch gar nicht erwarten.

Vorfreude und Spannungsbogen sind wichtig und klappen viel besser, wenn man auch mal ein paar Tage Pause macht und sich eine tolle Phantasie überlegt, mit ihr spielt, vielleicht mal masturbiert ohne bis zum Höhepunkt zu kommen und sich auf den nächsten Tag mit der Fortsetzung freut. Bring etwas mehr Emotionen ins Masturbieren, etwas mehr Kopfkino und dann wird es immer wieder mal richtig erfüllend sein -- immer kann man einfach nicht erwarten.

Ich denke aber nicht, dass Enthaltsamkeit irgendwelche Energien freisetzt. Das ist esoterischer und religiöser Klamauk. In Sexualität wird zuviel Spinnerei hineininterpretiert -- Sexualität ist wichtig, wunderschön und einfach toll. Genieße sie, aber lasse sie das sein, was sie ist: Ein grundlegender Trieb des Menschen.
 
  • #3
Zunächst vermute ich, daß mit "Training" Trennung" gemeint ist. <MOD: Korrigiert.>

Sexuelle Enthaltsamkeit ist sicher kein Selbstzweck. Aber natürlich nimmt der Spaß am Sex zu, sei es partnerschaftlicher Sex oder Selbstbefriedigung, wenn das letzte Mal länger her ist. Die Triebspannung steigt und damit das Verlangen nach und der Spaß an der Triebreduktion. Essen scheckt auch mit zunehmendem Hunger besser. Nach meiner Erfahrung muß man dafür aber nicht mehrere Tage, Wochen oder gar Monate enthaltsam leben. Es reicht vermutlich, sich nicht fünfmal täglich einen runter zu holen, sondern auch mal ein - zwei Tage dazwischen liegen zu lassen. Bei Selbstbefriedigung gilt das Selbe wie beim partnerschaftlichen Sex: Einfach ausprobieren.

Ich möchte in Deine Frage nichts reininterpretieren, was Du nicht geschrieben hast. Aber vielleicht liegt das schale Gefühl auch daran, daß Du darunter leidest, daß Du nun Sex alleine machen muß, Du in der Selbstbefriedigung also nur eine Ersatzbefriedigung siehst. Dann kann es natürlich keinen Spaß machen. Meines Erachtens hat Selbstbefriedigung eine eigene Berechtigung, ob man nun in einer Partnerschaft lebt oder alleine ist. Mit dieser Einstellung steigt auch der Spaßfaktor.
 
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  • #4
Meine Promotionszeit (3 1/2 Jahre) habe ich nahezu gänzlich als Sexualasket verbracht.
Will heißen:
- Verzicht auch interpersonale sexuelle Aktivität
- Ausübüng autoerotischer Praxis ca. 1x pro Monat

Ergebnis: Summa cum laude.
 
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  • #5
Lieber FS,

es gibt tatsächlich weitaus erfüllendere Hobbys als "Masturbation". Oder du versuchst mal, deine jetzige Aktivität (wie es ja auch bei anderen Hobbys betrieben wird) auf eine höhere Stufe zu schaffen. Mach doch mal einen dieser Tantra-Kurse.
 
  • #6
Ob Enthaltsamkeit bei Dir Energien freisetzt kann ich nicht beurteilen. Bei mir würde das nicht funktionieren. Vielleicht wärest du besser dran, dir eine Frau zu suchen, die dich mit ihren Sinnen zur Freisetzung von Energien betört <mod Keine Emoticons gestattet.>
 
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  • #7
Meine Promotionszeit (3 1/2 Jahre) habe ich nahezu gänzlich als Sexualasket verbracht.
Will heißen:
- Verzicht auch interpersonale sexuelle Aktivität
- Ausübüng autoerotischer Praxis ca. 1x pro Monat

Ergebnis: Summa cum laude.

War's das wirklich wert? Und wenn dir Alma Mater den Dokorhut auf's Gemüt hätte fallen lassen, dann ... ernsthaft: carpe diem. Was man heute nicht tun, wird man nie wieder tun können. Und ob es ein morgen gibt, kann uns niemand beantworten.

Deshalb: auf ein so elementares Vergnügen wie Sexualität freiwillig (!) zu verzichten, macht keinerlei Sinn. Es sind genug Situationen vorstellbar und erfahrbar, in denen das zwangsweise passiert und das ist schlimm genug.
 
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  • #8
War's das wirklich wert?
...
Deshalb: auf ein so elementares Vergnügen wie Sexualität freiwillig (!) zu verzichten, macht keinerlei Sinn. Es sind genug Situationen vorstellbar und erfahrbar, in denen das zwangsweise passiert und das ist schlimm genug.

Doch. Das Beispiel zeigt, dass es geht. Daran ist weniger falsch als am exakt gegenteiligen Verhalten, auch wenn letzteres gerne als "normal" dargestellt und entsprechend missioniert wird.

Manchmal habe ich den Eindruck, das ganze Leben mancher Menschen drehe sich um Sex. Ich halte das für eine schlimme Einengung und Verarmung. Der kritisierte Autor, der doch nur seine eigene Erfahrung beschreibt und niemanden missionieren will, bietet ein Beispiel dafür, dass es durchaus auch anders geht.
 
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  • #9
Meine Promotionszeit (3 1/2 Jahre) habe ich nahezu gänzlich als Sexualasket verbracht.
Will heißen:
- Verzicht auch interpersonale sexuelle Aktivität
- Ausübüng autoerotischer Praxis ca. 1x pro Monat

Ergebnis: Summa cum laude.

@3 Sehe keinen Zusammenhang zur Fragen, sorry. Da ist mir ein "magna cum laude" definitiv lieber, dafür mit regelmässigem Intimleben. Und falls du nicht ausdrücklich eine akademische Karriere anstrebst - dann ist viel Diplom-Intelligenz (eher Fleiss und Eifer?) eher hinderlich. Der Mix aus Leichtigkeit, Smart sein, etwas Intelligenz und viel soziales Gespür bringen dich viel weiter auf der Karriereleiter.

@ Fs: Selbstbefriedigung macht def. weniger scharf und auch das Empfinden leidet. G-Verkehr ist eben schon anders als 5-Fingerbetrieb. Wie wäre zB. nur ein Mal/Wo? Versuchs doch mal. m43
 
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  • #10
Die Frequenz würde ich beibehalten. Wenn du aber täglich! auch ejakuliert hast, würde ich das beim Masturbieren mal für 2 oder 3 Tage unterdrücken, also teilweise enthaltsam sein. Dann wirst du am 3. oder 4. Tag so sehr erregt sein, so dass auch wieder mehr Spaß machen wird.
 
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  • #11
Nee, lieber FS, das funktioniert nicht. Ich meine, wenn man eine Durstrecke hat, egal in welcher Hinsicht, dann hegt man manchmal die Hoffnung, das könnte für irgend etwas nützlich sein. Nach meiner Erfahrung ist das aber Humbug.

Sexueller Frust macht unglücklich und reizbar. Man hält ihn eine Weile aus, ohne Schaden zu nehmen, aber "it´s good for nothing".

Anderslautende Behauptungen sind m. E. Unsinn und kommen von Leuten, die da ein Problem haben. Sieh dich lieber nach einer Neuen um.

m 49
 
  • #12
Meine Promotionszeit (3 1/2 Jahre) habe ich nahezu gänzlich als Sexualasket verbracht.
Will heißen:
- Verzicht auch interpersonale sexuelle Aktivität
- Ausübüng autoerotischer Praxis ca. 1x pro Monat

Ergebnis: Summa cum laude.

Bewertung:
- Kann sich nur auf eine Sache konzentrieren
- hat ein schlechtes Zeitmanagement
- hat eine geringe Ablenkungstoleranz

Ergebnis:
Für Führungsaufgaben ungeeignet...

Die Medaille hat immer zwei Seiten...

So long,
m/42
 
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