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  • #1

Sexueller Fetisch - Selbstbefriedigung (Triggerwarnung: Essstörungen)

Liebe Community,

ich habe lange mit mir gerungen, mich in eigener Sache an ein anoynmes Forum im Internet zu wenden. Einerseits, weil ich mich für meine sexuelle "Präferenz" sehr schäme, andererseits, weil ich niemanden mit meinen Erläuterungen, die durchaus die Themen Essstörungen resp. Magersucht streifen, triggern möchte. Ich hoffe also, dass mein Beitrag guideline-konform ist.

Kurz zu mir: Ich bin Ende 20, weiblich und seit meiner Jugend essgestört. Angefangen mit pubertärer Anorexie und schwerem Untergewicht hat sich das Krankheitsbild über die Jahre chronifiziert, sodass die Magersucht auch heute noch meinen Alltag bestimmt und mein Leben dominiert. Die damit einhergehenden (körperlichen, sozialen und psychischen) Einschränkungen belasten mich sehr und verunmöglichen ein fröhliches, ausgelassenes Leben. Kurzum: Ich weiß aus eigener Erfahrung um die Not und den Leidensdruck von Betroffenen. Umso unverständlicher und absurder erscheint mir deswegen mein sexueller Fokus.

Wenn ich masturbiere, schaue ich mir Bilder von wirklich schwer essgestörten Frauen mit signifikanten Untergewicht an. Auf verstörende Weise errregen mich hervortretende Beckenknochen und Rippen, spindeldürre Beinchen und ein knochiger Po, ein skelletöses Dekolletee, ein ausgemergeltes, von der Krankheit gezeichnetes Gesicht usw. Wenn ich gekommen bin, schäme ich mich sehr dafür, dass ich mich von meinen Affekten habe leiten lassen und verwische panisch meine digitalen Spuren. Ich finde es so erbärmlich, dass ich eine ernstzunehmende und potenziell lebensbedrohliche Krankheit sexualisiere und betroffene Frauen in diesem Moment zu einem reinen Lustobjekt degradiere - das ist gerade angesichts meiner eigenen Geschichte so beschämend unempathisch.

Aus sexualtherapeutischer Sicht scheint es eine Binsenweisheit zu sein, dass viele Menschen unverarbeitete Traumata oder (seelische) Nöte fetischisieren, um besser mit ihnen umgehen zu können. Analog fällt mir dazu das Beispiel eines Mannes ein, der einen kleinen Penis hat und einen sexuellen Fetisch für SPH entwickelt. Ich lebe diesen "sexuellen Fokus" aber nur mit mir alleine aus. Mein Partner ist absolut normalgewichtig (und weiß auch nichts von meinen Masturbationsfantasien). In der analogen, "echten" Welt kann ich es mir überhaupt nicht vorstellen, Freude und Erregung an der Haptik eines abgemagerten Körpers zu empfinden. Im Gegenteil, ich mag den Bauchansatz meines Freundes total gerne und finde das viel kuscheliger und gemütlicher als meinen eigenen skelletösen Körper.

Mich interessieren eure Meinungen, Ansichten und Perspektiven zu diesem Thema. Vielleicht finden sich ja auch Menschen, denen es ähnlich geht, die ebenfalls fragwürdige Masturbationsfantasien haben und ihre intimsten Ängste und Nöte fetischisieren resp. sexualisieren, um einen Umgang mit ihrem Leid zu finden...

Einen schönen Abend und liebe Grüße!
coyoacan
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #2
Aus sexualtherapeutischer Sicht scheint es eine Binsenweisheit zu sein, dass viele Menschen unverarbeitete Traumata oder (seelische) Nöte fetischisieren, um besser mit ihnen umgehen zu können
Das passt doch aber ganz gut?

Das Trauma, einen Grund für deine Magersucht, den gibt es ja sicher. Ist er dir bewusst? Hast du daran gearbeitet?
Die Auswirkung, insbesondere die Außenwirkung, hast du zu deinem Fetisch gemacht.

Vielleicht ist dieser Fetisch eine Ausdrucksform deiner Psyche damit umzugehen in Bezug auf Selbstliebe und Selbstakzeptanz. Vielleicht ist der Fetisch eine Art Betrachtung deiner Selbst von außen.

Vielleicht geht es auch noch tiefer und du versucht dir dadurch einzureden, dass Magersucht bei Frauen attraktiv ist. Also als eine Art Pendant zu deiner rationalen Einstellung, wo du weißt, dass es ungesund und gefährlich ist.

Als erstes würde ich an deiner Stelle mal versuchen, diesen Fetisch einfach zu akzeptieren und sich dafür nicht zu schämen. Das bist halt jetzt im Moment du dir gefällt das jetzt. Warum das so ist kannst du ja herausfinden. Es muss ja auch nicht für immer so bleiben.

Gerade weil du sagst, dass du einen normalgewichtigen Partner hast und ihn auch attraktiv findest und sich deine Fantasien aber auf Frauen wie dich beziehen, gehe ich davon aus, dass es auf jeden Fall irgendwas mit dir selbst zu tun hat.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #3
Wenn ich masturbiere, schaue ich mir Bilder von wirklich schwer essgestörten Frauen mit signifikanten Untergewicht an. Auf verstörende Weise errregen mich hervortretende Beckenknochen und Rippen, spindeldürre Beinchen und ein knochiger Po, ein skelletöses Dekolletee, ein ausgemergeltes, von der Krankheit gezeichnetes Gesicht usw
Also machst du es dir quasi zu dir selbst?
Umso unverständlicher und absurder erscheint mir deswegen mein sexueller Fokus.
Du bist dich sicherlich durch etliche Therapien gegangen und so kann ich es mir nur schwer vorstellen, dass du dahingehend nicht aufgeklärt bist. Eine Essstörung ist im Wesentlichen eine narzisstische Störung.
 
  • #4
Oh Gott. nein!:eek: Ich mache es mir nicht zu mir selbst. Ich bin zwar sehr dünn, aber bei weitem nicht so extrem wie die Frauen, die ich mir anschaue. Abgesehen davon ist das Verhältnis zu meinem eigenen Körper ziemlich gestört, fühle mich eher durch ihn abgestoßen als angeturnt.

Und bitte nimm mir das nicht übel, aber deinen letzten Satz halte ich für höchst problematisch und - gelinde gesagt - Unsinn. Bei einer Magersucht ist die radikale Gewichtsreduktion, die vermeintliche Annäherung an ein sozial konstruiertes Schönheitsideal und die zwangsläufige Kontrolle über und die exzessive Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper nicht Ausdruck einer narzisstischen Störung, sondern Symptom von viel tieferliegenden psychischen Ursachen (Traumata aus der Kindheit, Demütigungen, Gewalt- und Abwertungserfahrungen, Kontrollverlust usw.). Anorexie ist nichts weiter als eine konsequente Selbstabschaffung und Ausdruck tiefen Selbsthasses. Der Körper ist nur das Ventil, das man missbraucht, um sein inneres Leid nach außen sichtbar zu machen. Das wäre jetzt mein küchenpsychologischer Ansatz.;-)

Danke dir trotzdem für deine Antwort, liebe Anna.
 
  • #5
Liebe Fragestellerin, ich glaube nicht, dass du hier mit deinem Thema gut aufgehoben bist.
Ich kann dir nur eines mit auf den Weg geben: was du unterdrückst das verstärkst du denn deine ganze Energie ist darauf gerichtet, dich zu schämen, dich zu verurteilen usw.
Erst wenn du dich mit allem annehmen kannst, wirst du andere Erfahrungen machen. Dafür braucht es einen sehr guten Therapeuten oder Coach ( ich habe mich seinerzeit coachen lassen und bin unglaublich dankbar) und vor allem dein Commitment.
Wichtig ist, dass du deine Neigung so annimmst, wie sie ist. Ich hatte auch bestimmte - aus meiner Sicht merkwürdige - Phantasien, die ich in echt aber nie wirklich hätte ausleben wollen und nun ist das alles komplett weg.
Es ist sehr wichtig, den Weg zu gehen, tief in dich hinein vorzudringen und zu erkennen, was und wer du bist und warum du an irgendeinem Punkt deines Lebens (wohl in der Kindheit, wie die meisten von uns) für dich abgespeichert hast, dass du so nicht gut genug, nicht liebenswert bist usw. All das drückt man dann weg und es verschwindet im Untergrund und äußert sich auf eine völlig nicht greifbare Art und Weise an der Oberfläche.
Wenn du erkennst, wer Du bist und was du wirklich an dir ablehnst und warum (deine Neigungen sind nur ein Symptom) dann kannst du bewusst dein Leben leben statt das Gefühl zu haben, ausgeliefert zu sein.
 
  • #6
Liebe Fragestellerin, ich glaube nicht, dass du hier mit deinem Thema gut aufgehoben bist.
Das denke ich auch. Zumal du die Neigung hast, dich selber und auch deine Handlungen maximal abzulehnen.
Genau das hält dich aber in der Spirale gefangen.
Ich kann dir nur eines mit auf den Weg geben: was du unterdrückst das verstärkst du denn deine ganze Energie ist darauf gerichtet, dich zu schämen, dich zu verurteilen usw.
Ganz genau so, empfinde ich das auch.
Wolkenlos, hat mir die Worte aus der Tastatur genommen.
Ich wüsche dir einen Weg der Heilung und nicht der Scham. Ich wünsche dir die nötige Kraft, die es braucht um dich selber lieben zu lernen.
Du bist weder dein Fetisch noch deine Magersucht. Finde das kleine Mädchen dahinter und fange an, für sie Verantwortung zu übernehmen und lerne sie lieben, mit all ihren Facetten.
Ich wünsche dir achtsame und hilfreiche Therapeuten.
 
  • #7
Das denke ich auch. Zumal du die Neigung hast, dich selber und auch deine Handlungen maximal abzulehnen.
Genau das hält dich aber in der Spirale gefangen.

Ganz genau so, empfinde ich das auch.
Wolkenlos, hat mir die Worte aus der Tastatur genommen.
Ich wüsche dir einen Weg der Heilung und nicht der Scham. Ich wünsche dir die nötige Kraft, die es braucht um dich selber lieben zu lernen.
Du bist weder dein Fetisch noch deine Magersucht. Finde das kleine Mädchen dahinter und fange an, für sie Verantwortung zu übernehmen und lerne sie lieben, mit all ihren Facetten.
Ich wünsche dir achtsame und hilfreiche Therapeuten.
So ein wunderschöner Beitrag, liebe @Dingens vielen Dank ❤️
Liebe Fragestellerin, das ist der Weg. Ich wünsche dir vom Herzen alles Gute. 🍀
 
  • #8
Für mich ist eindeutig und klar: du brauchst dringend fremde und kompetente Hilfe und zwar durch einen Psychologen, der in deine Kindheit zurückgeht!
 
  • #9
Sei mir nicht böse ......

Dein Verhalten gehört nach meiner Ansicht in professionelle Hände. Und zwar in gute Hände.
Begleitend wäre eine Art Selbsthilfegruppe vielleicht nützlich.

Alles Gute für dich
 
  • #10
Liebe @coyoacán, ist das denn so ungewöhnlich, extreme Phantasien bei der Masturbation zu haben? Gerade bei Frauen sei dies sehr häufig. Weibliche Masturbationsphantasien umfassen manchmal Szenarien, die die Frau keineswegs im realen Leben erleben möchte. Es sind also keine echten sexuellen Wünsche oder Bedürfnisse - im Gegenteil - sondern manchmal Dinge, die einen ängstigen oder abstoßen, weil die Anspannung und der Thrill hierdurch einen Orgasmus erleichtern. Als Druck, der sich aufbaut durch kaum aushaltbare Phantasien und sich dann orgastisch entlädt.

Ok, das klingt jetzt irre krank und trifft hoffentlich nur auf wenige Frauen zu. Auf mich jedoch schon, ich habe auch extreme Phantasien, die ich niemals würde ausleben wollen. Näher möchte ich darauf nicht eingehen, weil ich mich in diesem Forum nur noch so halb-anonym fühle. Aber ich weiß, dass ich nicht alleine bin und es wirklich krasse weibliche Masturbationsphantasien gibt.

Ich finde, das Wichtigste ist, dass du dich nicht schämst. Die Bilder der kranken Frauen bringen deine tiefsten Ängste zum Vorschein und diese Anspannung triggert Erregung und Orgasmen und hat mit deiner eigentlichen Sexualität oder Wünschen rein gar nichts zu tun. Es ist ein Thrill oder Kick, so wie Jemand in Extremsituationen sexuelle Erregung spüren kann. So würde ich das sehen. Nimm es an, schäme dich nicht dafür. Das hat nichts mit deiner Sexualität zu tun.

W37
 
  • #11
Hallo coyoacan,
für deine Traumata und deine Essstörung nimmst du hoffentlich weiterhin therapeutische Hilfe in Anspruch; jedenfalls wünsche ich dir dieihn beste, die es gibt!
Das Forum fragst du, wenn ich das richtig verstehe, vor allem wegen deines sexuellen Fetisch'.
Und dazu möchte ich ganz klar sagen:
Genieße ihn!
Bilder aus dem frei zugänglichen Netz zu konsumieren braucht nicht schambehaftet zu sein. Ich z.B. würde nie jemanden erzählen, welche Bilder mich anturnen, aber weil es eben auch gar nicht um das Ausleben von Phantasien geht, sondern um eine rein VOYEURISTUISCHE Begierde, fehlt einem beim Masturbieren und Gucken auch nichts.
Ich für mich habe längst meinen Frieden damit (hatte aber auch nie ein größeres Problem) und bin froh, das gefunden zu haben, was mir gut tut.
Vor ein paar Wochen gab's einen Zeitungsartikel, der sinngemäß hieß "Masturbieren ist das neue Yoga". In diesem Sinn: entspanne dich, deinen Körper und deine Seele.
 
  • #12
Umso unverständlicher und absurder erscheint mir deswegen mein sexueller Fokus.
Besser wäre es für dich, das Thema mit einem Therapeuten zu bearbeiten. Denn es ist offensichtlich Teil deiner Erkrankung.

Selbst stellst du fest, dass du dein Leid fetischierst, um mit diesem besser umgehen zu wollen. Dass das nicht unbedingt der gesündeste Weg ist, bzw. kein Weg aus der Krankheit heraus, ist dir sicherlich bewusst.
Womöglich stellt deine sexuelle Präferenz einen versuchten Perspektivenwechsel dar, in die Krankheit auslösende Situationen. Beispielsweise in der perspektivische Wechsel in die Rolle eines Täters bei Traumatisierung durch Missbrauch.
Es kann auch eine Form der Selbstverletzung sein.
Insgesamt ist der Fokus in sämtlichen Lebensbereichen auf das Essverhalten und das Magern fixiert, inklusive des kontinuierlichen Versuchs das verzerrte Selbstbild zu "verstehen".
Die Gedanken an Essen und Magern dominieren nahezu sämtliche Lebensbereiche.
Eines der tieferliegenden Leitbilder/Motive in der Erkrankung ist das "normal sein wollen". Diesem Drang wird eventuell auch auf deine geschilderte Weise in einem komplexen womöglich bipolarem Denkmuster nachgegangen.
 
  • #13
das ist gerade angesichts meiner eigenen Geschichte so beschämend unempathisch.
Dem stimme ich zu, aber es ist nicht kriminell was Du machst. Es ist legal und einfach ein Fetisch. Ich finde es nicht weiter kritisch.

Wie schaut es aber mit Dir selber aus, Du hast auch sonst starken Leidensdruck, warum kommt Du von der Essstörung nicht weg? Weißt Du, warum nicht? Und vielleicht reduziert sich das Fetisch-Ding dann ganz automatisch?

ErwinM, 53
 

Laleila

Cilia
  • #14
Liebe @coyoacán, ist das denn so ungewöhnlich, extreme Phantasien bei der Masturbation zu haben? Gerade bei Frauen sei dies sehr häufig. Weibliche Masturbationsphantasien umfassen manchmal Szenarien, die die Frau keineswegs im realen Leben erleben möchte. Es sind also keine echten sexuellen Wünsche oder Bedürfnisse - im Gegenteil - sondern manchmal Dinge, die einen ängstigen oder abstoßen, weil die Anspannung und der Thrill hierdurch einen Orgasmus erleichtern. Als Druck, der sich aufbaut durch kaum aushaltbare Phantasien und sich dann orgastisch entlädt.
Absolut korrekt und sehr verständlich erklärt.
Ok, das klingt jetzt irre krank und trifft hoffentlich nur auf wenige Frauen zu. Auf mich jedoch schon, ich habe auch extreme Phantasien, die ich niemals würde ausleben wollen. Näher möchte ich darauf nicht eingehen, weil ich mich in diesem Forum nur noch so halb-anonym fühle.
Letzteres trifft auch auf mich zu und deswegen antwortete ich noch nicht, obwohl ich solche extremen Phantasien auch habe und auch den restlichen Beitrag von @Sommergold gern noch einmal unterstreichen möchte.

Liebe @coyoacán, Du darfst diese Phantasien haben, sie dürfen dich erregen und Du darfst Deine Lust mit ihnen befeuern. Es gibt gar keinen Grund sich da zu schämen.
Es sind nur Phantasien, Du schadest keinem Menschen damit. 😘
 
  • #15
Ich finde es so erbärmlich, dass ich eine ernstzunehmende und potenziell lebensbedrohliche Krankheit sexualisiere und betroffene Frauen in diesem Moment zu einem reinen Lustobjekt degradiere - das ist gerade angesichts meiner eigenen Geschichte so beschämend unempathisch.
Im Unterschied zu ErwinM muss ich sagen: Dem stimme ich ausdrücklich NICHT zu.
Es ist nicht erbärmlich, du degradiert niemanden, du bist nicht unempathisch und daran sollte dich nichts beschämend.
Du hast Phantasien, die dich erregen, mehr nicht. Du darfst so viel, so oft und so lange rumphantasieren und dabei masturbieren, wie du möchtest.
 
  • #16
Du hast Phantasien, die dich erregen, mehr nicht.
Die FS sieht sich entsprechende Bilder an, falls ich das richtig verstanden habe:
Wenn ich masturbiere, schaue ich mir Bilder von wirklich schwer essgestörten Frauen mit signifikanten Untergewicht an.
Es ist nicht nur reine Phantasie.
ErwinM, 53
 

Laleila

Cilia
  • #17
Die FS sieht sich entsprechende Bilder an, falls ich das richtig verstanden habe:


Es ist nicht nur reine Phantasie.
ErwinM, 53
Doch, ist es schon, die Bilder unterstützen die Phantasie nur indem sie zusätzlich visuell stimulieren.
Ich kenne das selbst von mir sehr gut, mit bestimmten Phantasien, die mich, während der Lust, erregen, die ich aber niemals, wirklich niemals selbst erleben möchte. Nichtmal ansatzweise.
Wie gesagt, der Beitrag von @Sommergold beschreibt es sehr gut, auch die Mechanismen, welche da greifen.
Früher schämte ich mich wegen solcher Phantasien vor mir selbst und konnte überhaupt nicht begreifen, warum ich sie habe. Gerade ich....

Nicht nur @Sommergold auch @coyoacán präsentiert den wichtigsten Aspekt selbst, wenn sie schreibt:
ihre intimsten Ängste und Nöte fetischisieren resp. sexualisieren, um einen Umgang mit ihrem Leid zu finden...

Da auch ich mich hier nur noch semianonym fühle und es sehr große Vorbehalte, Vorurteile und Dogmen in diesen Bereichen gibt, möchte ich meine individuellen Masturbationsphantasien, welche das Thema dieses Threads betrifft, nicht beschreiben, @coyoacán aber wissen lassen, dass sie mit solchen Gefühlen, Gedanken und auch mit den eigenen Vorbehalten, nicht allein dasteht.
 
  • #18
Doch, ist es schon, die Bilder unterstützen die Phantasie nur indem sie zusätzlich visuell stimulieren.
Interessant, da haben wir eine unterschiedliche Definition. Sobald ein Reiz von außen - egal welcher Art - dazukommt, ist es für mich nicht mehr nur Phantasie. Aber egal, das ist sowieso Haarspalterei (jetzt weiß ich, warum meine so dünn sind...) und hilft der FS nicht.
ErwinM, 53
 
  • #19
@ErwinM, okay, da muss ich dir Recht geben, durch das angucken der Bilder ist es nicht mehr reine Fantasie.
Und dass diese Unterscheidung der FS nicht wirklich weiterhilft, stimmt auch.

Was ich dir FS wirklich gerne sagen wollte ist, dass das Betrachten von Bildern von Menschen zur Bedienung des eigenen Fetischs nach meinem Dafürhalten auf nicht automatisch als Degradierung zum reinen Lustobjekt verstanden werden darf.
Die moderne Sprechweise ist an dieser Stelle leider ziemlich unscharf geworden.
Stell dir vor, du würdest nicht ein Bild online betrachten, sondern dieselbe Person dir gegenüber im Bus sitzen betrachten. Und dabei die geilsten Fantasien entwickeln (natürlich ohne im Bus zu masturbieren 😳). Da würde man auch nicht sagen, dass du die Person die gegenüber gerade zu deinem Lustobjekt degradierst.
Mit entsprechendem reframing könnte man auch sagen: du erhebst jemanden zu deinem Lustobjekt 😉
 

Laleila

Cilia
  • #20
Interessant, da haben wir eine unterschiedliche Definition. Sobald ein Reiz von außen - egal welcher Art - dazukommt, ist es für mich nicht mehr nur Phantasie.
Okay, da definieren wir Phantasie anders.
Ich stelle mir gerade vor, ich sitze irgendwo in Berlin, Hamburg oder Düsseldorf draussen, es ist Sommer, da steht eine große Palme im Topf.
In dem Fall kann ich in die Palme schauen und in meiner Phantasie nach Cuba reisen. Die Palme ist ein Reiz von außen, dient aber als Trigger für eine Phantasie, führt oder erleichtert diese.
dass das Betrachten von Bildern von Menschen zur Bedienung des eigenen Fetischs nach meinem Dafürhalten auf nicht automatisch als Degradierung zum reinen Lustobjekt verstanden werden darf.
Das sehe ich persönlich anders.
Aber ich finde auch nichts dabei, solange die betreffende Person das nicht mitbekommt ist doch alles in Ordnung.

Da finde ich diese Situation schon kritischer:
Stell dir vor, du würdest nicht ein Bild online betrachten, sondern dieselbe Person dir gegenüber im Bus sitzen betrachten. Und dabei die geilsten Fantasien entwickeln
Weil hier das Risiko besteht, diese Person bekommt die Blicke mit und wird so involviert.
(Da würde man auch nicht sagen, dass du die Person die gegenüber gerade zu deinem Lustobjekt degradierst.
Doch, schon. Und, wie gesagt, sähe ich das kritischer als das Betrachten von Bildern.
 
  • #21
Aber ich finde auch nichts dabei, solange die betreffende Person das nicht mitbekommt ist doch alles in Ordnung.

Da finde ich diese Situation schon kritischer:
Weil hier das Risiko besteht, diese Person bekommt die Blicke mit und wird so involviert.
Doch, schon. Und, wie gesagt, sähe ich das kritischer als das Betrachten von Bildern.
@Laleila: ich glaube, wir sind uns trotzdem weitestgehend einig.
Bilder zu betrachten, solange die Person das nicht mitbekommt, finden wir beide okay.
Bei meinem Bus-Beispiel meinte ich natürlich, dass man nicht blöd guckt, was der andere mitkriegen könnte. Wie beim Bilder betrachten: solange es der andere nicht mitbekommt ...
 
  • #23
Da auch ich mich hier nur noch semianonym fühle und es sehr große Vorbehalte, Vorurteile und Dogmen in diesen Bereichen gibt, möchte ich meine individuellen Masturbationsphantasien, welche das Thema dieses Threads betrifft, nicht beschreiben, @coyoacán aber wissen lassen, dass sie mit solchen Gefühlen, Gedanken und auch mit den eigenen Vorbehalten, nicht allein dasteht.
Das möchte ich der FS auch gerne sagen. Du bist nicht anormal. Ist für Außenstehende, die diese Mechanismen nicht kennen, aber nicht nachzuvollziehen.

Zwei mal habe ich den Fehler begangen, meine Masturbationsphantasien meinen Partnern in der Vergangenheit zu erzählen. Sie wollten unbedingt wissen, an was ich dabei denke. Ich berichtete sogar nur die harmloseste Version - und erntete Entsetzen. Wirklich, beide Männer sagten, dies sei verstörend und machten sich Sorgen, da sie von sich auf mich schlossen und glaubten, solche Szenarien seien Wünsche von mir. Sie masturbierten nämlich lediglich zu sexuellen Wunschvorstellungen, Dingen, die sie wirklich gerne erleben wollten, einen Dreier haben o.ä. Daher glaubten sie mir nicht, dass mein Kopfkino das Gegenteil eines Wunsches ist und der Anspannung dient, was meine Erregung fördert. Das brachte mich wirklich in Erklärungsnot. Daher werde ich nie wieder Jemandem von diesen Inhalten erzählen.
 
  • #24
Ich stelle mir gerade vor, ich sitze irgendwo in Berlin, Hamburg oder Düsseldorf draußen, es ist Sommer, da steht eine große Palme im Topf.
In dem Fall kann ich in die Palme schauen und in meiner Phantasie nach Cuba reisen. Die Palme ist ein Reiz von außen, dient aber als Trigger für eine Phantasie, führt oder erleichtert diese.
Verstehe ich. In dem Fall der FS wäre das z.B. ein dürrer Stock oder ähnliches als Trigger? Sie sieht sich aber Bilder echter Menschen an. Aber wie gesagt, egal. Die Psychologen haben sicher ganz genaue Einteilungen für all das.
ErwinM, 53
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #25
Aber ich finde auch nichts dabei, solange die betreffende Person das nicht mitbekommt ist doch alles in Ordnung.
Ich würde sagen, es kommt darauf an.
Zum Beispiel auf das Alter der Person, oder auf die Einwilligung der Person.

Dir ist bewusst, dass es Bilder im Netz gibt, die ausschließlich deshalb im Netz sind, weil Menschen sie zur sexuellen Befriedigung nutzen. Diese Bilder werden dann auf einschlägigen Portalen von den Nutzern abgerufen.
Erstens werden die Personen auf den Bildern zum Lustobjekt degradiert, zweitens, kann der Konsum solcher Bilder durchaus verboten sein, drittens kann die Nutzung der Bilder mit unmittelbarem und großem Leid zusammenhängen, da sie ausschließlich zu diesem Zweck und unfreiwillig entstanden sind.

Daher ist die Frage sicherlich nicht unberechtigt, wie diese Bilder von kranken, knochigen nackten Frauen ins Netz gelangten. Waren diese Frauen damit einverstanden? Ich würde behaupten, sie waren es in den meisten Fällen nicht. Denn magersüchtige Frauen schämen sich meistens sehr stark für ihren unterernährten Körper, sofern für kurze Momente die Unterernährung bewusst wird. Das passiert häufig dann, wenn sie Bilder von sich selbst sehen.
Zudem kann es durchaus sein, dass die gezeigten Frauen bereits an ihrer Erkrankung verstorben sind.

Doch, ist es schon, die Bilder unterstützen die Phantasie nur indem sie zusätzlich visuell stimulieren.
Bei "nur Fantasie" sind keine Bilder im Spiel. Fantasie spielt sich ausschließlich im Kopf ab. Es wäre also dann der Gedanke an knochige Körper und nicht das Betrachten knochiger Körper.
Werden Bilder genutzt, ist es wie du schreibst, eine visuelle Stimulierung durch Bilder. Das ist keine Fantasie.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #26
Das Aussehen der Person wird degradiert und benutzt zum eigenen Aufgeilen.
Jetzt kann man schon ein Aussehen degradieren?
Degradiert die FS auch einen Bleistift, wenn sie ihn zum Masturbieren benutzt?
Wenn ich einen Bleistift zu sonst was Gebrauche, dann benutze ich ihn. Wenn ich ein Bild für irgendwas gebrauche, dann benutze ich es. Benutzt wird aber das Bild! Nicht der darauf abgebildete Gegenstand!
Leider ein wichtiger Unterschied, der sprachlich allerdings immer mehr eingeebnet wird.
 

Laleila

Cilia
  • #27
Zwei mal habe ich den Fehler begangen, meine Masturbationsphantasien meinen Partnern in der Vergangenheit zu erzählen. Sie wollten unbedingt wissen, an was ich dabei denke. Ich berichtete sogar nur die harmloseste Version - und erntete Entsetzen. Wirklich, beide Männer sagten, dies sei verstörend und machten sich Sorgen, da sie von sich auf mich schlossen und glaubten, solche Szenarien seien Wünsche von mir.
Ja, und das wäre auch der einzige Punkt, in dem ich meinen Mann oder meinen Partner bewusst anlügen würde, käme die Frage ob ich ihnen jede Sex. Fantasie erzählen würde. Sagte ich, mit "Nein", die Wahrheit, gäbe es so viele Nachfragen, dass ich es ihnen dann doch erzählen oder eben anlügen müsste.
Das ist etwas was nur mit mir zu tun hat, was ich nicht an die Werteskala von Menschen, die nicht mein Leben lebten, anlegen möchte. Es gehört nur zu mir, andere müssen es nicht verstehen, da sich aus diesen Phantasien keine Konsequenzen für irgendjemanden ergeben.
Sie masturbierten nämlich lediglich zu sexuellen Wunschvorstellungen, Dingen, die sie wirklich gerne erleben wollten, einen Dreier haben o.ä. Daher glaubten sie mir nicht, dass mein Kopfkino das Gegenteil eines Wunsches ist und der Anspannung dient, was meine Erregung fördert. Das brachte mich wirklich in Erklärungsnot. Daher werde ich nie wieder Jemandem von diesen Inhalten erzählen.
Kann ich sehr, sehr gut verstehen.
 
  • #28
Wirklich, beide Männer sagten, dies sei verstörend und machten sich Sorgen, da sie von sich auf mich schlossen und glaubten, solche Szenarien seien Wünsche von mir.
Ist eigentlich insgesamt ein sehr interessantes Thema. Es ist ja z.B. bekannt, dass extrem viele Frauen Vergewaltigungsfantasien und Ähnliches haben (ich auch manchmal mit komplexer Rahmenhandlung), aber natürlich nicht wirklich vergewaltigt werden wollen. Es gibt verschiedene Erklärungsversuche dafür, denn es betrifft auch Frauen, die nichts in der Art schon erlebt haben, also kann es sich nicht ausschließlich um Trauma-Verarbeitung handeln, es sei denn, man geht von einem kollektiven Trauma der gesamten weiblichen Weltbevölkerung aus, das seit Jahrtausenden besteht (die Theorie habe ich mal gelesen), naja, oder es ist einfach der Reiz von Tabuthemen, zum Beispiel gehört wohl auch die Kategorie des Inzest-Pornos mit zu den beliebtesten.

Ich selbst kann nicht wirklich persönlich nachvollziehen, wie man ein bloßes Bild anturnend finden kann, weil mich Handlungen interessieren und ich bloßes Aussehen in der Hinsicht komplett langweilig finde, Bilder von nackten Menschen/Körperteilen ohne Geschichte dahinter reizen mich einfach überhaupt gar nicht, ich mag immer eine Handlung haben, in der ich vorkomme.

Ich denke spontan, man kann von einem sexuellen Fetisch sprechen, wenn Fotos von einem bestimmten Aussehen einen erregen, diesen Fokus auf einzelne Objekte, Materialien oder Körperteile mit spezifischen Charakteristika assoziiere ich immer mit Fetisch. Ich beobachte hier einen deutlichen Unterschied zu meiner eigenen Herangehensweise, denn mich würde niemals der Körper allein der anderen Person reizen, sondern was sie wie mit mir macht, ich sehe immer mich selbst Dinge erleben. Auch wenn ich z.B. in einem inspirierenden Film andere Leute sehe, stelle ich es mir dann an mir selbst vor. Ich habe länger keine erotischen Filme mehr geschaut, aber wenn, dann schaue ich am liebsten einer Frau dabei zu, wie sie langsam (20-60min) authentisch von jemandem zum Orgasmus massiert wird, mit Großaufnahme der Fingerbewegungen und ihrer Reaktionen. Ich stehe überhaupt nicht auf Frauen und das Aussehen ist mir ziemlich egal, der Mann sowieso, können auch zwei Frauen sein, ich versetze mich dann in die Rolle der liegenden Frau und würde beim Masturbieren dazu die Fingerbewegungen der massierenden/fingernden Person imitieren und "mitmachen", also am besten wirklich eine detaillierte Nahaufnahme des Intimbereichs plus Fingerbewegung dort. Und wenn die Frau zuckt oder stöhnt, erregt es mich insofern, als ich mir vorstelle, wie es sich für sie und folglich für mich anfühlt.
Auf verstörende Weise errregen mich hervortretende Beckenknochen und Rippen, spindeldürre Beinchen ...
So was kenne ich tatsächlich überhaupt nicht, ich komme in meinen Fantasien immer selbst vor. -- Oder du auch?
w27
 
  • #29
Werden Bilder genutzt, ist es wie du schreibst, eine visuelle Stimulierung durch Bilder. Das ist keine Fantasie.
Gibt es wirklich Leute, die NUR durch Bilder stimuliert werden? Das interessiert mich gerade sehr, weil der Gedanke mir selbst sehr fremd ist. Ich weiß, dass viele Männer (so zumindest das Klischee) zu Fotos von nackten oder leichtbekleideten Frauen masturbieren, das kommt natürlich oft vor. Aber mal naiv gefragt: Reicht euch wirklich das Bild allein oder stellt ihr euch dann noch irgendwas dazu vor, also z.B. dass die Frau auf dem Bild real vor euch steht und z.B. die Handbewegung ausführt, die ihr selbst gerade ausführt? Ich habe es immer für selbstverständlich gehalten, dass das Foto nur der Aufhänger ist und man sich dann eine Geschichte dazu ausdenkt, in der die Person etwas mit einem selbst macht. Dann wäre es eben doch eine Fantasie, eine selbst ausgedachte erotische Fantasie, in der die Person vom Foto und man selbst vorkommen.

Daher hierzu meine Frage (denn vielleicht formuliert man das ja auch nur immer verkürzt):
Wenn ich masturbiere, schaue ich mir Bilder von wirklich schwer essgestörten Frauen mit signifikanten Untergewicht an. Auf verstörende Weise errregen mich hervortretende Beckenknochen und Rippen, spindeldürre Beinchen und ein knochiger Po, ein skelletöses Dekolletee, ein ausgemergeltes, von der Krankheit gezeichnetes Gesicht usw. Wenn ich gekommen bin, schäme ich mich sehr dafür, dass ich mich von meinen Affekten habe leiten lassen und verwische panisch meine digitalen Spuren. Ich finde es so erbärmlich, dass ich eine ernstzunehmende und potenziell lebensbedrohliche Krankheit sexualisiere und betroffene Frauen in diesem Moment zu einem reinen Lustobjekt degradiere - das ist gerade angesichts meiner eigenen Geschichte so beschämend unempathisch.
Passiert in deiner Fantasie noch irgendwas mit diesen Frauen? Berührst du sie oder berühren sie dich, findet eine sexuelle Handlung statt? Denn wie gesagt, wenn ein Mann mir sagt, er masturbiert zum Foto einer nackten Frau, heißt das für mich eigentlich immer implizit, nicht wirklich nur zum Foto, sondern er stellt sich vor, er würde ihre Brüste berühren, sie würde ihm einen blasen, er hätte Sex mit ihr etc. So würde ich es jedenfalls machen, das Foto wäre nur der Ausgangspunkt und davon ausgehend würde ich mir eine sexuelle Handlung ausdenken, es wäre definitiv Fantasie.

Aber ich kenne mich mit Fetischen nicht aus, reicht bei einer Fetischisierung das Aussehen selbst, um erregt zu werden, einfach die Existenz/Sichtbarkeit? Mich würden hier Kommentare von Leuten interessieren, die zu Fotos masturbieren:

Reicht das Bild, um euch zu stimulieren, oder benutzt ihr noch eure Fantasie dazu und denkt euch z.B. ein sexuelle Handlung mit der abgebildeten Person und euch aus?
w27
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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