• #1

Sich in mittleren Jahren verändern

Oft hört man hier bei Beiträgen“ er oder sie ändert sich nicht mehr“ und damit sind meistens Charaktereigenschaften gemeint . Ich denke schon , dass wir ab einem bestimmten Alter schon festgelegter sind als in jungen Jahren aber dennoch ist doch jeder Mensch bis zum Ende lernfähig und in der Lage, Gelerntes umzulernen .
Mich würde interessieren, ob hier einige nicht mehr ganz so junge oder auch junge in der Lage waren , grundlegende Dinge in ihrem Leben zu ändern , Charaktereigenschaften, die euch gestört haben oder Lebenssituationen oder vom unsportlichen Menschen zum Sportler , vom begeisterten Single zum Beziehungsmensch und wie ihr das geschafft habt . Habt ihr euch dazu einen Plan gemacht , hattet ihr feste Ziele ?
 
  • #2
Ich habe mich nach einschneidenden Erlebnissen verändert.
Zum einen war es eine verpfuschte OP, die mich gesundheitlich ziemlich gebeutelt hat. Das sorgte für Veränderung meiner Lebenssituation, meines Körpers und damit auch meiner Wertevorstellungen. Dann kam die Scheidung und das Wegbrechen meines sozialen Gefüges.
In erster Linie habe ich meine Glaubenssätze überprüft und festgestellt, das eine Menge von dem was ich über mich zu glauben meinte, nicht richtig war. Daraus resultierte dann zwangsläufig auch anderes Verhalten.
Ich vermute aber, das ich dadurch nur mehr ich selber geworden bin. Es war ein Abwerfen von anerzogenen Themen, die eigentlich nie viel mit mir selber zu tun hatte.
Einen Plan gab es nicht. Es ist mir "einfach" passiert, nach dem nichts mehr übrig war.
Ich habe nach Wegen des Umganges gesucht und habe sie gefunden. Ich war nie spirituell, alles Kokolores und Quatsch. Aber durch ein Buch von Thích Nhất Hạnh, das mir zufällig in die Hände viel, habe ich den Einstieg in die buddhistische Psychologie gefunden. Für mich der Game Changer. Glaube nicht alles was du denkst! Du kannst deine Wahrheiten steuern.

Es gibt da dieses Zitat aus den glorreichen Sieben:
"Was wir im Feuer verlieren, finden wir in der Asche wieder."
Auf mich traf es zu. Es bleibt nicht viel, aber es ist auch nicht viel nötig um glücklich sein zu können.
Heute kann ich bereitwillig drauf verzichten Recht zu haben, es anderen Menschen Recht machen zu müssen, mich zu verbiegen um dazu zu gehören. Ich brauche heute keine Menschen oder Umstände, keinen materiellen Besitz mehr. Ich definiere mich nicht mehr über Leistung oder Materielles.
Trotzdem genieße ich, wertvolle Momente mit besonderen Menschen, schöne Dinge, gutes Essens. Ich kann alles was ich habe wertschätzen. Ich besitze heute viel weniger als in meiner Ehe, aber ich empfinde keinen Mangel. Ich weis Glück ist etwas intrinsiches, das nicht von anderen abhängig ist.
Wenn ich mal aus dem Flow gerate, habe ich meine Tools.
Trotzdem gerate ich immer noch an meine Grenzen, habe traurige und schlechte Tage aber ich kann damit umgehen muss niemandem mehr die Verantwortung dafür geben. Ich weis, es gehört dazu. Das Leben wirft Licht und Schatten und beides darf da sein.

Ja, ich glaube Menschen können sich ändern. Ich glaube aber auch, das die wenigsten das überhaupt wollen ;-) Viel öfter wollen wir Menschen anders haben und verzweifeln daran, das sie das nicht wollen. Dabei ist es einfach! Ändern wir uns, ändern sich oft auch die anderen ;-)
 
  • #3
Ich habe mich nach einschneidenden Erlebnissen verändert.
Ich denke, das passiert oft.

Das ist nichts, was man sich vornimmt. Das sind Entwicklungen. Konsequenzen aus Verletzungen.

Hat man sich zuvor unter Druck gesetzt oder unter Druck gefühlt, wird man ab einem bestimmten Alter gelassener. Man resümiert, stellt fest, dass man sich das Leben oft selbst schwer gemacht hat wegen eigener Erwartungen.

Einschneidende Erlebnisse - bei mir waren das oft Verhaltensweisen anderer Personen mir gegenüber - tun da irgendwann ihr Übriges.

Letztlich eine gute Entwicklung, wenn einem bestimmte Dinge immer unwichtiger werden und man sich in erster Linie auf Schönes konzentrieren kann. Ab und zu denke ich: Das hättest du auch eher haben können. Manchmal kommt die Weisheit später.
 
  • #4
Ich war früher unpünktlich und hatte kein Gefühl für „Zeit“. Das habe ich verändert in dem ich mir für jeden Termin extra Zeit gebe und somit habe ich die Unpünktlichkeit im Griff. Eine andere Veränderung ist, dass ich eine Vorliebe für „Mode“ entwickeln konnte. Mode kann man auch als angewandte Kunst sehen und mittlerweile interessiere ich mich dafür und somit hat sich mein Erscheinungsbild verbessert. Schmuck trage ich kaum aber setze Modeschmuck minimalistisch auch ein.
Die größte Veränderung, die gleichzeitig auch eine traurige Veränderung ist, ist meine Wahrnehmung über die Geschehnisse. Meine Wahrnehmung hat mehr oder weniger sehr stark rationale Züge gewonnen. Das kann sich aber auch wieder ändern 😊.
 
  • #5
Geliebte Menschen beim Sterben zu begleiten veränderte meine Sichtweise auf das Leben.

Sich Klarheit darüber verschaffen in welchen Zeiträumen zu denken man realistisch erreichen kann - die Magie der kleinen Schritte. Manchmal erwächst aus einem ersten kleinen NEIN! zu manchen Dingen ein neuer Weg der Konsequenz. Sich zu fragen ob und wie man etwas will oder nicht will.

Lernen, das jeder Weg eine Zukunft bedeutet. Und der Verlust seiner Komfortzone den Weg ebnen wird- neue zu entdecken.
 
  • #6
Um glücklich und zufrieden zu bleiben muss man sich immer wieder ändern. Ich habe im Laufe meines Lebens immer wieder neue Erfahrungen gemacht die mich gezwungen haben mich zu ändern. Geliebte Unarten aus meinen Leben zu verbannen. Oft bin ich an meine Grenzen gestoßen, wenn ich da nicht umgedacht bzw. mein Leben und auch meine Einstellung zum Beruf oder Familie und Freunde gändert hätte, wäre ich vielleicht nicht so zufrieden.
Vielleicht hat das auch mit dem Leben selbst zu tun was ich leben darf. Krankheit und Tod innerhalb der Familie fordert uns auch immer wieder dazu auf, zu überlegen und zu handeln.
Mein größter Erfolg, so habe ich für mich festgestellt, ist loslassen. Das hat mich positiv verändert.
w, 58
 
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  • #7
Die Vaterschaft hat meinen Bruder um 180 Grad gedreht. Er war zuvor hedonistischer Langzeitstudent, immer von vielen Freunden und Bekannten umgeben, ständig Parties, Raves, Festivals, WG-Parties, Trips per Anhalter durch Europa. Keine Verantwortung für gar nichts. Kaum war seine Freundin schwanger, kam der Nestbautrieb. Zusammenziehen, schnell den Master machen, Berufseinstieg. Verantwortung übernehmen. Jetzt ist er ein warmherziger und verspielter Papa von 2 kleinen Jungs in Elternzeit und geht komplett und liebevoll in dieser Rolle auf. Er hat die Kleinen immer bei sich, fährt sie den ganzen Tag im Lastenrad herum, zum See, zum Picknick, zum Spielplatz, zum Zelten. Und ist nur noch mit Eltern befreundet. Sein altes Leben ist radikal beendet und er sehr zufrieden damit. Er hat ein großes Herz.

W37
 

Laleila

Cilia
  • #8
Oft hört man hier bei Beiträgen“ er oder sie ändert sich nicht mehr“ und damit sind meistens Charaktereigenschaften gemeint . Ich denke schon , dass wir ab einem bestimmten Alter schon festgelegter sind als in jungen Jahren aber dennoch ist doch jeder Mensch bis zum Ende lernfähig und in der Lage, Gelerntes umzulernen .
Mich würde interessieren, ob hier einige nicht mehr ganz so junge oder auch junge in der Lage waren , grundlegende Dinge in ihrem Leben zu ändern , Charaktereigenschaften, die euch gestört haben oder Lebenssituationen oder vom unsportlichen Menschen zum Sportler , vom begeisterten Single zum Beziehungsmensch und wie ihr das geschafft habt . Habt ihr euch dazu einen Plan gemacht , hattet ihr feste Ziele ?
Ach so einige Dinge änderten sich bei mir komplett, allerdings in jedem Alter.
Die letzte grundlegende Änderung:
Von der Fleischerstochter zur Vegetarierin.
Als Ziel setzte ich mir das nie, es wurde mir nur immer unangenehmer andere Säugetiere und Vögel zu essen, vor allem, dass wir Menschen uns herausnehmen Tiere dafür zu halten und die Art, wie wir sie quälen und foltern, für billigen Fleischgenuss.

Ich schränkte meinen Fleischkonsum unbewusst immer weiter ein, kaufte nur noch von kleinen Bauern mit "angemessener" (was auch immer das heißen soll) Haltung, bis ich mir sagte, eigentlich kann ich auch ganz aufhören diese Tiere zu essen. Gesagt, getan, und es geht mir fantastisch damit.
 
  • #9
Mir ist es gelungen, meinen Charakter von Grund auf hin zum Positiven zu verwandeln. Früher war ich unnahbar, oft zynisch bis sarkastisch. Ich kam zum Schluss, dass ich lieber ein netter und warmherziger Mensch sein wollte. Wie jeder, der sich ändern will, weiß, ist die Arbeit an sich selbst sehr hart. Aber ich denke das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ich lebe jetzt nach der Maxime "rede nur das, was wahr, liebevoll und nötig ist." Diesen Filter wende ich konsequent an. Das gilt natürlich auch fürs Schreiben.
 
  • #10
Ich glaube nicht, dass sich Charaktereigenschaften grundlegend verändern lassen! Doch jeder Mensch hat bei jeder seiner Charaktereigenschaften einen "von - bis" Spielraum, innerhalb dessen er seine Prioritäten verschieben kann!

Mein Interesse an der Medizin gab es schon zu Abiturzeiten. Doch hätte ich die erforderliche Abinote gehabt und das vielleicht damals schon studiert, wäre ich ein sehr technokratischer und eher wissenschaftlich orientierter Mediziner geworden. Als Kliniker in einem Haus zu arbeiten wäre eher nicht so mein Ziel gewesen. Ein netter und emphatischer Arzt wäre ich bestimmt nicht geworden! Daher war es für mich damals kein Beinbruch, dass die Note "nur" für einen Elektrotechnik Studienplatz reichte! Dort habe ich mich sehr wohl gefühlt!

Viel viel später erkrankte meine Frau infaust und starb einige Jahre danach auch daran. In der Zeit kam mein Interesse an der Medizin zurück und komischer Weise wurde ich auch für Mitpatient(Innen) meiner Frau und deren Angehörige zu einer Art nichtärztlicher Berater.

Nochmal ein paar Jahre später habe ich mich entschlossen, mich um einen Zweitstudienplatz zu bewerben. Hier bin ich nicht mehr der Überflieger wie im Elektrotechnikstudium. Sehr gute Ergebnisse hatte/habe ich nur noch im vorklinischen Teil in den Grundlagen Physik/Mathe/Chemie und in den techniklastigen klinischen Modulen wie Radiologie, Cardio/EKG, oder auch Elektroneurographie, etc.
Um z.B. in Anatomie eine einigermaßen gute Note zu bekommen, muss ich unfassbar hart lernen (mein Gedächtnis ist eben keine 25 mehr!) In allen Psycho und Sozio Fächern muss ich mich mit Dreien zufrieden geben! Ich befinde mich also auf dem Weg von einem sehr guten Ingenieur zu einem mittelguten Mediziner!

Verändert hat mich auch die Aushilfsarbeit auf der Corona-Intensiv. Hier im Forum wird es kaum jemand glauben aber ich avancierte dort zu jemandem, der am häufigsten als Nicht-Arzt beauftragt wurde, mit Angehörigen über kritische Verläufe eines Patienten zu sprechen und sie auf ein mögliches worst case Szenarium vorzubereiten. Wenn dieses eintrat hat natürlich ein Arzt die Nachricht überbracht, aber viele Ärzte wünschten sich dazu meine Gegenwart! Sicherlich hat mir auch oft geholfen, dass meine eigene Geschichte (oft von Angehörigen nachgefragt) eben nicht lautete "ich habe eine fitte Frau und drei kerngesunde Kinder"; meine Glaubwürdigkeit der Anteilnahme war, durch die ehrliche Auskunftgabe des Gegenteils, enorm"!

Auf jeden Fall freue ich mich darauf, in ungefähr zweieinhalb Jahren, als ganz normaler Kliniker, in einem mittelgroßen (nicht forschungslastigen) Haus mit und für die Patienten zu arbeiten!

V.m52
 
  • #11
Ich bin ziemlich bei Valmont ..... man kann sich verändern innerhalb dessen, was in einem angelegt ist.
Natürlich macht jeder Mensch gewisse Erfahrungen, lernt dazu. Und älter werden wir alle sowieso.
V ist fest davon überzeugt, dass ich nie ganz aufhören werde zu arbeiten. Und sie hat wohl recht. Jetzt liegen die Aufgaben vor mir, zu denen man berufen wird. Und ja, mit einem dicken Bündel Geld oder einem tollen Auto kann man mich immer locken. Das war so, ist so und bleibt so. Der Ehrgeiz bleibt - aber er wandelt sich.
Was sich bei mir in den letzten Jahren gewandelt hat ?
V - vom glücklichen Single zum vergebenen Mann. Allerdings mochte ich auch als Single Frauen - nun habe ich die Frau gefunden, die interessanter ist als all die anderen zusammen. Glück gehabt - da nicht wirklich forciert.
Mein Vater - er fehlt mir nach mehr als 3 Jahren immer noch. Jetzt bin ich der Felsen der Familie - die Rolle ist noch immer ungewohnt.
Eines bleibt - wohin der Weg auch führt - spannend bleibt es in jedem Fall.
 
  • #12
Manche Dinge sehe ich heute lockerer, manche strenger.

Früher dachte ich, das Schlimmste, was mir der Partner antun kann, sei Fremdzugehen – von Gewalt in der Beziehung mal abgesehen, denn in dieser Hinsicht hat sich meine Meinung festbetoniert.

Heute denke ich, dass es weitaus schlimmere Dinge gibt, als das Fremdgehen des Partners, nämlich wenn er geistig auf dem Stand eines Babys ist oder verstirbt. (Das sehe ich so, weil ich in den letzten zehn Jahren einfach genug gesehen und erlebt habe.) Die beiden letzten Alternativen sind endgültig und rauben einem die Chancen auf eine gemeinsame Zukunft, bei der man sich gegenseitig fördert. Wut und Hass sind mir lieber als Trauer, als der Verlust. Der Groll auf einen untreuen Partner wird mit den Jahren verrauchen. Der endgültige Verlust eines Menschen, den ich einst zu meinem Begleiter auf dem Weg des Lebens auserkoren hatte, hingegen würde mich jahrzehntelang verfolgen.

Der Abstand zu meiner Herkunftsfamilie und bestimmten Freunden hat meinen Zynismus und mein Misstrauen gegenüber den Menschen in den letzten paar Jahren extrem reduziert. Man könnte sagen, der eingeschränkte Kontakt hat mich zu einem besseren, aufgeschlossenen und positiven Menschen gemacht.

Davon abgesehen, betrachte ich manche Veränderungen mittlerweile gelassener. Körper und Seele haben nach all den Erfahrungen der letzten Jahre einen Schutzmechanismus entwickelt, um mit einschneidenden Erlebnissen (die nichts mit Amputationen oder dem Tod Nahestehender zu tun haben) zurechtzukommen, indem bei mir die positiven Seiten der Geschehnisse in den Vordergrund rücken.
 
  • #13
Eine sehr positive Änderung in meinem Leben ist, dass ich mich geöffnet habe. Ich war früher viel verschlossener. Es kann sein, dass mein „Älter werden“ dies verursacht hat oder die Gesellschaft sich änderte und ich mich mit ihr oder eine Kombination von beiden? Das weiß ich nicht. Jedenfalls habe ich keinen Tunnelblick mehr. Meine Wahrnehmung hat sich verändert oder oft bin ich gelassen und zuversichtlich und denke, ich schaffe es schon und andere kochen auch nur mit Wasser. Das ist natürlich sehr befreiend.
 
  • #14
Mein Hobby ist ja die Malerei. Daher weiß ich, dass man in jedem Bild, wirklich in jedem Bild, diesen festgeschrieben eigenen Duktus sehen kann. Auch wenn es nervt, er ist immer da. Man kann das Beste rausholen und diesen dann zu schätzen wissen. Aber ändern kann man das nicht. Übertragen auf den Charakter kann man diesen natürlich formen, jedoch dieser Grund-Tenor (Duktus) wird immer bleiben.
Das ist meine Theorie.

Ansonsten hat sich auch bei mir, wie bei vielen hier, durch bestimmte Ereignisse, mein Leben, meine Wertvorstellungen, Glaubenssätze und auch der Charakter verändert. Teils zum Positiven, teils zum Negativen.

Zum Teil bin ich dadurch stärker geworden, zum Teil schwächer.
Ich habe dadurch sehr viel gelernt über das Leben, über den Mensch, über mich selbst. Das sind Erfahrungen, die ich auf der einen Seite auf keinen Fall missen möchte. Auf der Anderen Seite wäre das Leben ohne bestimmte negative Ereignisse natürlich viel entspannter und wahrscheinlich auch erfolgreicher verlaufen. Aber mein Erfahrungshorizont wäre wesentlich eingeschränkter.

Meine planvolle Änderung meiner Persönlichkeit bestand darin, abzuschließen und wieder aufzustehen. Das war ein harter Weg, aber es ist gelungen. Darauf bin ich stolz. Ich habe auch nie aufgegeben, weil das grundsätzlich nicht meine Art ist.

Was mich auch immer sehr positiv beeinflusst hat, waren Reisen.
Das weitet den Blick so sehr. Deshalb, wenn ihr Kinder habt, dann reist mit ihnen durch die Welt. Es ist so wichtig, dass sie mehr sehen, als die Heimat.
 
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  • #15
Ja, ich glaube Menschen können sich ändern. Ich glaube aber auch, das die wenigsten das überhaupt wollen ;-) Viel öfter wollen wir Menschen anders haben und verzweifeln daran, das sie das nicht wollen. Dabei ist es einfach! Ändern wir uns, ändern sich oft auch die anderen ;-)
Genau meine Meinung. Bis auf die Zwinkersmilies, denn Du meinst das ja alles ernst.

Mein größter Erfolg, so habe ich für mich festgestellt, ist loslassen. Das hat mich positiv verändert.
Die wichtigste Erkenntnis des Buddhismus: Alles Leiden entsteht durch anhaften.

Ich lebe jetzt nach der Maxime "rede nur das, was wahr, liebevoll und nötig ist." Diesen Filter wende ich konsequent an. Das gilt natürlich auch fürs Schreiben.
Inzwischen ist es mir klar: Wenn ich hier jemanden kennenlernen dürfte, dann wärst das Du!

ErwinM, 53
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #16
Ich finde das ist bisher ein sehr schöner , tiefsinniger Thread. Danke für die vielfältigen Antworten.
 
  • #17
Für mich gibt es keine grundlegenden Änderungen der Persönlichkeit in „höherem“ Alter. Ich habe aber an vielen Stellen reflektiert und dazugelernt.
 
  • #18
Ja, mein Verhalten und meine Einstellungen konnte ich in den mittleren Jahren ändern, als die Hetze des Lebens vorbei war.

Charaktereigenschaften, die euch gestört haben
Ich denke nicht, dass man spät im Leben noch seinen Charakter ändern kann. Der ist doch recht früh festgelegt.
Selten liegt bei schlechten Charaktereigenschaften die Einsicht vor, dass es an einem selber liegt und man was ändern muss, eher die Meinung: ungünstige Umstände, die anderen sind Schuld ....

wie ihr das geschafft habt . Habt ihr euch dazu einen Plan gemacht , hattet ihr feste Ziele ?
Bei mir trafen ein paar Dinge zusammen:
1. der ganze Lebensstress war mit einem Mal weg, also nicht mehr parallel Vollzeitjob und anspruchsvolles Studium, nach mehreren strategischen Wechseln hatte ich im Job eine gute Postion mit sehr guten Entwicklungsmöglichkeiten erreicht, die Finanzen waren gut - nichts mehr worum ich mich kümmern musste, Selbstläufer.
2. Psycho- und körperlicher Kollaps, der bei vielen mit sehr hohen Belastungen von früher Kindheit an in genau dieser Lebensphase und Lebenssituation kommt und der mich zwang, endlich mal hinzugucken, was da in meinem Leben los ist, mir dazu eine Meinung zu bilden.
3. Aus der Meinungsbildung folgten Taten. Außer Trennung und Scheidung und dem dazugehörigen Plan hatte ich keine weiteren Ziele und Pläne.

Ich wollte es mal ganz anders machen als zuvor (war der Megaplaner): erst mal gucken, was für mich gut ist und mir alles andere von Hals halten.
Ich wurde auch risikofreudiger, weil eine solide nicht zerstörbare Lebensbasis da war. Das wiederum brachte weitere Erfolgserlebnisse.

Man resümiert, stellt fest, dass man sich das Leben oft selbst schwer gemacht hat
Auf jeden Fall, insbesondere wenn es vorher einem andere schwer gemacht haben, diese Gründe längst entfallen sind und man selber aber weiter gemacht hat wie zuvor (nichts anderes gelernt), nicht gemerkt, dass anderes geht.
 
  • #19
dennoch ist doch jeder Mensch bis zum Ende lernfähig und in der Lage, Gelerntes umzulernen .
Die wenigsten lernen für sich, um in ihrer Gedanken/Gefühlswelt für sich weiter zu kommen, sich immer besser erkennen und zu kennen, das lesen wir doch ständig hier und bekommrn das ständig im Unfeld hautnah mit! Auch hier im Forum kann man ganz klar erkennen, in welcher Bewusstseinsstufe der jeweilige BS gerade aktuell steht!
Mich würde interessieren, ob hier einige nicht mehr ganz so junge oder auch junge in der Lage waren , grundlegende Dinge in ihrem Leben zu ändern , Charaktereigenschaften, die euch gestört haben
Wenn die Grundwerten und der Charakter fest und stabil sind, wird sich daran auch nichts mehr ändern!
Wer in seiner Persönlichkeit sich weiter entwickelt, lernt und kommt im Bewusstsein mit sich selbst weiter. In dem Moment, wo ich ein neues, erweitertes Bewusstsein über bestimmte Erfahrungen bekomme, verändere ich mein Verhalten im positiven Sinne! Dadurch kann eine bessere Wahrnehmung in der eigenen Person für sich erlangt werden. Persönliche Einstellungen zu sich selbst und der Umwelt können sich umfassend mit reflektierten Erkenntnissen ändern. Ich denke dabei an die Achtsamkeit, an die Gelassenheit, gegenüber sich selbst und im Umgang mit anderen. Dies erlangen wir jedoch nur dann, wenn wir verstehen, welche Gedanken und Gefühle als Ursache in uns vorhanden sind und wie diese dann irgendwann wirken, welche Wirkungen daraus entstehen können! Diese Situation können wir erst dann leben, wenn wir uns selbst recht gut kennen und erkennen!
Habt ihr euch dazu einen Plan gemacht , hattet ihr feste Ziele
Man kann nur etwas ganz Bestimmtes erreichen, wenn man zuvor ganz bestimmte Ziele und Pläne gemacht hat, sonst lebt man im Ungewissen und man muss mit dem zufrieden sein, was kommt, nach dem Motto: ein Mensch ohne ein Ziel, ist wie ein verlorener Wanderer in der Wüste!
 
  • #20
Man kann nur etwas ganz Bestimmtes erreichen, wenn man zuvor ganz bestimmte Ziele und Pläne gemacht hat, sonst lebt man im Ungewissen und man muss mit dem zufrieden sein, was kommt, nach dem Motto: ein Mensch ohne ein Ziel, ist wie ein verlorener Wanderer in der Wüste!
Und dann gefällt es einem am Ziel nicht...
Mir ist der selber gewählte Weg lieber, ich brauche kein Ziel.
Der Weg ist das Ziel, aber das hatte ich schon mal...
ErwinM, 53
 
  • #21
Wenn dir das Ziel nicht gefällt, dann hast du das Ziel falsch gewählt, Punkt! Es geht ausschließlich um das eigene Ziel, nicht im ein fremdbestimmtes Ziel, das eigene Ziel muss selbst von einem gedacht und geplant sein, erst wenn ich mein Ziel kenne, erst dann kann ich mich auf den Weg machen, nicht umgekehrt, mein Lieber!
 
  • #23
Du wirst ohne Ziel auf einem Weg sein, der dich niemals dorthin bringt, wo du wirklich sein möchtest.
Ein solcher Mensch ist wie ein verlorener Wanderer in der Wüste. Durch mangelnde Ziele vergeuden Menschen auf ihrem Weg viel Zeit, Energie, Kraft und Willensstärke.
Nehmen wir als Beispiel das Navi, du gibst das Ziel ein und er bringt dich auf den Weg, nicht umgekehrt!
 
  • #24
Da bin ich irgendwo dazwischen
Den Weg zum Ziel auszukosten - da bin ich bei dir.
Die letzten 1000 Schritte fallen mir aber deutlich leichter, wenn am Ziel ein kühles Bier auf mich wartet - um bei deinem Bild der Wanderung zu bleiben.
Ich habe auch schon Ziele erreicht, die mir dann gar nicht so wirklich gefallen haben. Und war dann so frei, ein neues Ziel anzupeilen, das erreichte Ziel als Zwischenziel zu sehen.
 
  • #25
Ich vergleiche das mit einer Wanderung - das Ziel ist für mich irrelevant.
Das Ziel ist für mich wichtig als Anlass los zu laufen und zur Orientierung, damit finde ich einen Weg.
Es kann aber auf dem Weg passieren, dass der Weg nicht passt, eine neue Perspektive bessere Ziele aufzeigt, unerwartete Einflussfaktoren kommen, das ursprüngliche Ziel uninteressant wird, es neue Wege gibt.
Im ganz Großen, im Lebensziel, sehe ich auch den Weg als Ziel, kein echtes Ziel, weil man nie 100 % bei sich selbst ankommt, weil das Stillstand wäre, man selbst aber immer immer in Bewegung, in der Veränderung.
Bei Persönlichkeit, erst recht bei Charakter sehe ich mit zunehmendem Alter wenig Veränderung.
 
  • #28
Ich finde schon, dass z.B. ein in seiner Jugend eher wütender Mensch mit zunehmenden Alter immer mehr zu einer gewissen Ruhe finden kann.

Ein besonderer Faktor der Veränderungen bewirken kann sind Schicksalsschläge wie der Verlust von Angehörigen und wenn man selbst schwer erkrankt. Das können dann Wende- oder Erkenntnisspunkte sein.

Das ist für einige eine Motivation ihr bisheriges Leben zu reflektieren und über ihre Motive und die Ursachen bestimmter Entwicklungen nachzudenken.

Dies ändert sicher nicht den Charakter aber es ermöglicht einen bewussteren Umgang mit meinen Eigenschaften wenn ich verstehe warum sie so sind wie sind. Das ermöglicht mir dann sie bewusst zu verändern.

Was die Wut die früher vorhanden war betrifft, ermöglicht so eine innere Erkundung eine gewisse Klärung, möglicherweise ein Vergeben sich selbst oder anderen ggü.

Aufgrund solcher Erkenntnisse steht man sich künftig ggf. selber weniger im Weg als bisher. Selbstsabotage entfällt. Oder man gesteht sich selbst einfach bestimmte Dinge/Fehler/Defizite zu die für einen bisher inakzeptabel waren oder die man geleugnet hat.

Andere bewerten das als Reifeprozess, ein Erwachsen werden oder charakterliche Veränderung.

Auf der anderen Seite kann es aber auch zu Verhärtungen schwieriger Verhaltensweisen kommen. Insbesondere wenn man sich selbst immer weiter isoliert.
 
  • #29
Du wirst ohne Ziel auf einem Weg sein, der dich niemals dorthin bringt, wo du wirklich sein möchtest.
Ein solcher Mensch ist wie ein verlorener Wanderer in der Wüste. Durch mangelnde Ziele vergeuden Menschen auf ihrem Weg viel Zeit, Energie, Kraft und Willensstärke.
Nehmen wir als Beispiel das Navi, du gibst das Ziel ein und er bringt dich auf den Weg, nicht umgekehrt!
Des Menschen Weg ist eine Wanderung von der Geburt bis zum Tod. Insoweit ist der Tod das finale Ziel.

Ich kann mir natürlich Zwischenziele setzen.

Materielle und/oder spirituelle. Manche suchen nach ihrem Lebenssinn. Ist das nun materiell oder spirituell? Gehört Selbsterkenntnis in diese Kategorie? Und sind diese Menschen glücklicher als jene denen dieses Bedürfnis fehlt?

Unsterblichkeit kann auch so ein Ziel sein. Es gibt dazu verschiedene Möglichkeiten.

Als Künstler, Architekt, Politiker, Unternehmer erschaffe ich vielleicht etwas über meinen Tod hinaus. Meine Name steht dann in Geschichtsbüchern und mein Werk vielleicht in Museen.

Oder ich sehe Unsterblichkeit in meiner Reproduktion. In Kindern, Enkeln, Urenkeln ... .

Ich denke es gibt nicht das Ziel und es gibt auch keinen Zwang ein Ziel zu haben. Ggf. ist dann Ziellosigkeit das Ziel.

Was für dich gilt ist nicht absolut in seiner Gültigkeit. Ganz egal welche Erfahrungen und Erkenntnisse du gesammelt hast. Andere Menschen gehen andere Wege. Manche bitten dich vielleicht später um Hilfe. Viele andere nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #30
Oft hört man hier bei Beiträgen“ er oder sie ändert sich nicht mehr“ und damit sind meistens Charaktereigenschaften gemeint . Ich denke schon , dass wir ab einem bestimmten Alter schon festgelegter sind als in jungen Jahren aber dennoch ist doch jeder Mensch bis zum Ende lernfähig und in der Lage, Gelerntes umzulernen .
Ein introvertierter Mensch bleibt sehr oft ein introvertierter Mensch und findet dort Stärke und Kraft.

Wer nicht früh genug Selbstbewusstsein mitbekommen hat, bleibt oft sein Leben lang in der Sexualität verklemmt.

Wer spät durchstartet, ist auch später eher der Langsamere.

Man kann abschätzen, inwieweit ein Mensch sich noch verändern kann. Natürlich gibt es Ausnahmen, die sind aber selten. Z. B. Es gibt nur wenige Hauptschüler, die Bestseller-Autoren werden, aber es gibt sie. Nur ist das eben 1 % und kann man nicht auf die Allgemeinheit beziehen.
Mich würde interessieren, ob hier einige nicht mehr ganz so junge oder auch junge in der Lage waren , grundlegende Dinge in ihrem Leben zu ändern , Charaktereigenschaften, die euch gestört haben oder Lebenssituationen oder vom unsportlichen Menschen zum Sportler , vom begeisterten Single zum Beziehungsmensch und wie ihr das geschafft habt . Habt ihr euch dazu einen Plan gemacht , hattet ihr feste Ziele ?
Ja, klar, aber nicht jeder ist ein Selbstentwickler.
Das war bei mir nicht immer einfach und ging auch damit einher, den schlechten Leuten (Familie, Partner, Freunde) den Rücken zu kehren. Dies Opfer kann nicht jeder bringen.
 
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